Wann beginnt Sterben?

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    • Steinadler schrieb:

      Hallo zusammen,
      also den Satz, dass das Sterben mit der Geburt beginnt, den kenne ich natürlich auch. Den kannste Dir aber als Mensch ans Knie nageln. Der ist philosophisch. Wenn ich mir den sag', kann ich mich wunderbar aus der Metaperspektive über den Tod oder den Prozess des Sterbens unterhalten, ohne mich auch nur eine Sekunde lang mit den Gefühlen dazu befassen zu müssen.
      Quadratisch, praktisch, gut. Sauber und steril. Nicht zu widerlegen. Trotzdem in der Situation nichts-sagend (Schreibweise Absicht) und für den Angehörigen, der daneben steht und sich gleichzeitig seiner Machtlosigkeit und der Verbundenheit bewusst wird, völlig irrelevant.
      Aber weise und esoterisch von oben herunter... so wirkt jedenfalls an der Stelle auf mich, was in der Absicht vermutlich als Trost gemeint war.
      Weisheit ohne Mitgefühl ist nutzlos.


      Steinadler, danke für diesen Hammerabsatz!!!
      Weise und esotersich von oben herunter ... aber leider nicht genug Aufmerksamkeit für den gesamten Text(Thread) und für die Person, die sich hier zeigt! Ja, solche Esos vergessen vor lauter Schweben und Großartigkeit genau dieses Mitgefühl, das du erwähnst. Der Mensch wird vergessen. Doch ohne ihn ist die Weisheit und Spiritublabla nichts - jedenfalls auf der Erde ;).

      Danke Steinadler, dass du als "betroffene" in deinem eigenen Thread das mal so ansprichst. Mir fallen immer wieder Beiträge auf, in denen Leute einfach mal losblubbern, ohne den Thread ganz gelesen zu haben und ich finde es gut, dass sich mal ein Threaderstelle zu Wort meldet und selbst sagt, wie sie das empfindet. Das ist Achtsamkeit! Jeden aufmerksam lesen und ehrlich darauf eingehen. Finde ich gut. In solchen kleinen Schritten fängt für mich die Achtsamkeit schon an. Philosophische Sprüche und dabei nur auf den Threadtitel eingehen zeigen mir Unachtsamkeit.
      Sorry fürs OT, aber mir reichte das "danke" nicht. Ich musste mich an dieser Stelle öffentlich bei Steinadler für den Achtsamkeitswink in einem Forum bedanken. :prost:

      Steinadler, ich freue mich sehr für dich, dass du mit deiner Oma zusammen diese Zeit so gut nutzt. Eure Beziehung verändert sich, ihr kommt euch in "euren" Themen näher, ihr geht beide bewusst den Prozess des Verabschiedens von dieser Erde <-- so kommt mir das vor. :)
      Diese Zeit bewusst erleben zu können ist ein riesiges Geschenk und ihr nutzt es beide. Das finde ich toll! :knuddeln:
      So möchte ich es auch mal haben. :D
      Danke, dass du mir durch deinen Erfahrungsbericht hilfst, meine Angst vor solchen Abschieden zu verringern.

      ... und...

      Ich wünsche dir weiterhin alles Gute und viele tiefgehende Momente mit deiner Oma! :herz:
    • Liebe Steinadler,
      es ist ein Segen für diejenigen, die sich auf den Weg machen,
      "jemanden" zu haben, mit denen sie über alles sprechen können.
      Genießt Eure Gespräche (ich kann mich heute noch an geführte
      Gespräche mit meiner Omi erinnern, obwohl sie schon ein
      Menschenleben tot ist, aber für mich noch gegenwärtig) ....
      genau so wird Deine Oma für Dich dann da sein (irgendwann),
      nur auf einer anderen Ebene.
      Darf ich (so als jetzt Ur- und Oma) Dich :knuddeln: für diesen wunder-
      baren Thread, auch wenn der Anlaß alles andere als erfreulich war
      ~~~> "pure awareness" <~~~
    • Hallo …
      Wann beginnt Sterben?

      Direkt nach der Geburt? Oh ja das kann sein.

      Wer schreit nach Achtsamkeit, wer fordert Mitgefühl ein

      wer verlangt Eingehen auf Themeninhalte.


      Ist es jemand der es selbst an anderer Stelle denn auch tut?

      Wer muss sich einen Nagel ins Knie rammen, und warum?

      Was musste in die Knie gehen, dass es so voller Zorn sein muss.

      Ein neues Mitglied sofort zu mobben.

      Einer hätt´s vielleicht nicht getan, zwei schaffen es dann.

      Zwei die glauben, wie die Welt sich zu verhalten hat.

      Und die direkt aus einem einzelnen Satz schon einen anderen Menschen

      einschätzen können ..


      Wer sagt denn dass es „Trost“ sein sollte, und warum denn?

      Was muss schreien in mir .. nach Achtsamkeit?

      Was muss fordern Mitgefühl ?

      Was starb sehr früh, musste in die Knie gehen?

      Vor was musste man knien?

      Was musste man dafür in sich verraten.

      Nun wird es gefordert laut und deutlich, nach außen.

      So und so musst du sein …

      wehe du liest nur die Überschrift!


      Ein wunderbarer Thread ist so etwas nicht!
    • Anna schrieb:

      Wann beginnt Sterben?

      Direkt nach der Geburt? Oh ja das kann sein.


      es kann nicht nur sein, es ist so, der tot beginnt sogar schon gleich bei der zeugung an. und...? wird damit die floskel besser? zeigt sie damit an, das man sich mehr gedanken gemacht hat? nicht wirklich.

      Anna schrieb:

      Wer schreit nach Achtsamkeit, wer fordert Mitgefühl ein


      der thread starter oder die mitschreibenden? es wurde aber gar kein mitgefühl eingefordert. Achtsamkeit ist was anderes, und die kann eingefordert werden. bekam der themenstarter dies?

      Anna schrieb:

      wer verlangt Eingehen auf Themeninhalte.


      irgendeine forenregel, nachzulesen hier und ansonsten achten die mods darauf ;-)

      Anna schrieb:

      Ist es jemand der es selbst an anderer Stelle denn auch tut?


      die frage ist albern, siehe forenregel

      Anna schrieb:

      Wer muss sich einen Nagel ins Knie rammen, und warum?


      der nagel ist zufällig da, und nennt sich machmal auch floskel.

      Anna schrieb:

      Ein neues Mitglied sofort zu mobben.


      was hat diese frage mit dem thread zu tun, mit dem thema?

      die frage ist wann beginnt das sterben? beginnt es bei der geburt, oder nach dem schlaganfall von Steinadlers Oma.

      Also ein "Schlaganfall" ist im Grundmuster ähnlich wie eine "fehlende" Information z.B. über dieses Geschehen deiner Großmutter.
      Also, gewisse Teile im Gehirn werden nicht mehr durchblutet, es kommt zu einem fehlerhaften Informationsaustausch, genaugenommen
      gibt es manche Informationen dann überhaupt nicht. Das ist so beim Schlaganfall genauso wie wenn einem nicht "rechtzeitig" gesagt
      wird, das dieses geschehen ist ...


      für die angehörigen eine wunderbare information an ärztlichen info. super, als angehöriger hätte ich dir tatsächlich noch was geschrieben.

      es geht darum das sich oma auf die andere welt vorbereitet, sie berichtet daüber, sie hat heute und jetzt den mut daüber zu sprechen, ohne luftblasen ohne schnörkel. hier wäre es angebracht zuzuhören. (lesen) um zu lernen, es ist ein schamanistischen lernen. hier wird (ist allerdings mein persönlicher eindruck) das Steinadler auf den abschied vorbereitet wird. und vielleicht auch durch die blume zu hören bekommt, das sie auf ihre fähigkeit achten soll.

      Steinadler ist nicht sauer, das Oma geht, sondern das sie nicht informiert wurde, das Oma im Krankenhaus ist.

      du fragst wer schreit nach achtsamkeit? achtsamkeit heißt auch, das auf die beiträge eingegangen wird, und sorry nicht worthülsen geschrieben wird. und noch ein sorry... was ist richtig sterben?

      Anna schrieb:

      Ein wunderbarer Thread ist so etwas nicht!


      doch es ist ein interessanter thread, er zeigt mal wieder auf, das schnell zu floskeln zurück gegriffen wird, und nicht wirklich nachgedacht wird.

      deine anderen fragen habe ich mal weggelassen, wenn du ein problem hast solltest du es vielleicht in einem neuen thread stellen. die habe hier nichts zu suchen. (wiedermal eine persönliche meinung meiner seits)
      manchmal wünsche ich mir die Gelassenheit eines Stuhles
      den der muss auch mit jedem Arsch klar kommen


      Wer Rechtschreibfehler findet darf sie behalten, ich habe noch mehr davon
    • liebe steinadler,

      du hast einen für mich ganz wichtigen satz gesagt:

      Weisheit ohne Mitgefühl ist nutzlos.
      genau DAS ist der punkt wo man die weisheit und das lehrprogramm mit den betroffenen menschen verbinden kann.

      auch ying und yang hört sich abgetroschen an. war mal "modern". aber fakt ist, das es sinn macht.

      mir kommt im mom die frage.. wie wäre es besser? lange vorbereitet in der gewissheit es kommt gleich oder lieber mit 200 km/h an nen baum und beides durfte ich begleiten. nur diese frage was besser wäre kann ich nicht beantworten. sah viele suchen. sich fragend ob sie denn wirklich tod wären. sahen sich selbst beim sterben zu. immer und immer wieder. aber sie hatten keine angst. die welche wussten. (man könnte auch grausam sagen die langsam dahinsiechen) diese waren nicht mehr lange hier. sie wussten, dass sie tod waren. sie wurden wahrlich vorbereitet und begleitet. das stimmt so wirklich. gehts da wirklich nur noch um die angst?

      liebe kirsten gehts da auch um dich ? hat deine oma denn wirklich angst? manche haben das garnicht. manche kommen wirklich nur noch für ein küsschen vorbei und sind soweit. sind froh, dass sie noch wen menschenlichen bei sich hatten.

      jedenfalls... unumstritten ist, dass du sagen solltest wenn du nicht geschont werden möchtest. auch nicht wenn gerade ein forentreffen ansteht *grummelmotz das durchsetzen solltest.

      liebe anna,
      ich knuffel dich jetzt einfach mal so :knuddeln: denn bei dir kommt mir 2/3 rüber wie der eigene spiegel der wenig mit steinadler zu tun hat, sondern mit deinem ganz eigenen puren zorn und frust und stress.

      gruß anja
    • So, dann will ich mal antworten- und da Störungen Vorrang haben: Anna first.

      Hallo Anna,

      Anna schrieb:

      Wann beginnt Sterben?


      Das war und ist der Titel dieses Themas, genau.

      Anna schrieb:

      Direkt nach der Geburt? Oh ja das kann sein.


      Stimmt, aber darum geht es mir hier nicht. Wie schon an Babas Herz geschrieben (s. etwa Mitte des Threads), sind mir die philosophischen Fragen, die das Thema aufwerfen kann, durchaus klar. Hätte ich das Ganze von der Warte aus betrachten wollen, stünde der Thread im Philosofa. Ginge es mir hauptsächlich um das Danach, stünde er unter "Jenseits und Nahtoderfahrungen". Ich habe ihn aber mit voller Absicht unter "Schamanismus" eröffnet- um auch den Schwerpunkt klar aufzuzeigen, unter dem ich das Thema betrachten möchte.

      Anna schrieb:

      Wer schreit nach Achtsamkeit, wer fordert Mitgefühl ein?


      Ich schreie nicht. Fühlst Du Dich zu Achtsamkeit und Mitgefühl aufgefordert?
      Es ist eine Frage der Ebenen, Anna. Die gleiche Sache wie im Loveparade-Thread. Die übergeordnete Ebene hat ihre Berechtigung. Sie erreicht mich aber nicht, wenn ich zweifle, trauere oder Angst habe. Wäre meine Oma gestorben (oder noch auf der Intensivstation) dann wäre der Satz von Anthego, so wahr er in der Metaperspektive ist, ein Schlag ins Gesicht für mich gewesen.

      Anna schrieb:

      wer verlangt Eingehen auf Themeninhalte.


      Ich. Aber - davon abgesehen- auch die Boardregeln. Und es ist (auch) eine meiner Aufgaben, darauf aufzupassen, dass sie eingehalten werden. Aber ich hatte nicht die Boardregeln im Sinn, als ich gestern mein Posting schrieb. (Oder doch, in gewisser Weise schon, ich hab nämlich noch drauf geachtet, so zu schreiben, dass ich mich nicht selbst wegen Nichteinhaltung der Netiquette verwarnen muß.) ;)

      Anna schrieb:

      Ist es jemand der es selbst an anderer Stelle denn auch tut?


      Anna, so wie Du diese Frage stellst, meinst Du sie rhetorisch - und bist Dir sicher, dass die Antwort "Nein" lautet. Stimmt's? Das nennt man eine Vorverurteilung.
      Ich vermute, Du beziehst Dich auf den "Maitreya"-Thread? Zeig mir bitte dort direkt, was Dich verletzt, dann können wir darüber reden. Meine Oma hat damit nichts zu tun und ich möchte nicht, dass Du sie dort hineinziehst. Danke im voraus für Deinen Respekt ihr und mir gegenüber.

      Anna schrieb:

      Wer muss sich einen Nagel ins Knie rammen, und warum?


      Das war eine Metapher - und Du weißt es. Warum nimmst Du sie jetzt wörtlich?

      Anna schrieb:

      Was musste in die Knie gehen, dass es so voller Zorn sein muss.


      Du, offenbar, so wie Du hier schreibst. Ich bin im Augenblick nicht zornig. Ich möchte nur auf der Ebene (nämlich einer emotionalen) gesehen werden, auf der ich mit meiner Oma stehe und nicht von oben herunter philosophisch belehrt werden.

      Anna schrieb:

      Ein neues Mitglied sofort zu mobben.


      Bitte? "mobben" würde bedeuten, es drauf anzulegen, dass Anthego (der übrigens kein Neuer, sondern ein zurückgekommener Alter ist, wie andere auch, wenn auch nicht alle so wie er ihren Nick behalten) wieder geht. Diesen Gedanken hatte ich keine Sekunde lang.

      Anna schrieb:

      Einer hätt´s vielleicht nicht getan, zwei schaffen es dann.

      Anna schrieb:

      Zwei die glauben, wie die Welt sich zu verhalten hat.

      Anna schrieb:

      Und die direkt aus einem einzelnen Satz schon einen anderen Menschen

      Anna schrieb:

      einschätzen können ..


      *kopfschüttel* Das ist nicht *mein* Kopfkino, Anna. Das interpretierst Du. Und es scheint nicht so zu sein, dass Du Dich mit der Interpretation besonders wohlfühlst.

      Anna schrieb:

      Wer sagt denn dass es „Trost“ sein sollte, und warum denn?


      Da stand "vermutlich" - und falls nicht, wäre es noch "schlimmer". Wäre es nämlich so, dass ich bei nicht JEDEM, der hier schreibt, grundsätzlich erstmal davon ausginge, dass er /sie in guter Absicht schreibt, müßte ich nach meinem Verständnis sofort den Modjob abgeben. Und Trost ist noch eine der wenigen positiven Absichten, die mir für so einen Satz in so einer Situation einfallen wollen.
      Der Rest, der mir so dazu einfallen könnte, ist... uhhh, wie sag ich es höflich, problematischer.
      Das weitere in Deinem Posting sind Deine eigenen Fragen, die wir dann besser an der Stelle klären, an der Du Dich von mir verletzt fühlst.

      Elle: Ich freu' mich, wenn mein Aufschreiben, das für mich viel klärt, auch anderen etwas nützt. Und ja, einfach finde ich Abschiede nun auch nicht gerade. Aber ich übe. Danke. :knuddeln:

      Ate: Dann :knuddeln: ich Dich mal zurück, nicht? Ich finds gar nicht so leicht, plötzlich jetzt in diesen Schuhen zu stehen... das ist anders, als einfach "nur" Enkelin zu sein. Aber andererseits berührt es mich, dass sie zu mir das Vertrauen hat, das solche Gespräche möglich macht. Es ist wie... na, dass ich ihr jetzt was zurückgeben darf- und trotzdem bekomme ich unendlich viel dabei. Wie Elle schon sagte: Es ist ein Geschenk. Wir machen uns gegenseitig ein Geschenk.

      Stachelturm: Danke für Deine direkte, klare, bodenständige, hart-aber herzlich- Art. Es tut mir so verflixt gut, dass Du hier dabei bist - auch wenn wir weiß Gott nicht immer einer Meinung sind. ES gibt einfach Sachen, die kannst nur Du so schreiben. Jetzt gerade besonders Danke hierfür:

      Stachelturm schrieb:

      es geht darum das sich oma auf die andere welt vorbereitet, sie berichtet daüber, sie hat heute und jetzt den mut daüber zu sprechen, ohne luftblasen ohne schnörkel. hier wäre es angebracht zuzuhören. (lesen) um zu lernen, es ist ein schamanistischen lernen. hier wird (ist allerdings mein persönlicher eindruck) das Steinadler auf den abschied vorbereitet wird. und vielleicht auch durch die blume zu hören bekommt, das sie auf ihre fähigkeit achten soll.


      Das berührt mich gerade sehr und macht mir Gänsehaut an den Armen und ein sehr warmes Gefühl im Bauch. So hab ichs noch gar nicht gesehen... danke.

      Stachelturm schrieb:

      Steinadler ist nicht sauer, das Oma geht, sondern das sie nicht informiert wurde, das Oma im Krankenhaus ist.


      Stimmt, so war das. Wobei, jetzt ist sie nicht mehr im Krankenhaus.

      Stachelturm schrieb:

      und noch ein sorry... was ist richtig sterben?


      Das weiß ich auch nicht... *schulterzuck* Was ist'n richtig leben? Lebendig leben? und ist "richtig sterben"das Pendant dazu? Erfüllt sterben? Selbstbestimmt sterben? In Würde sterben? Und wenn, was bedeutet das und wie lassen sich die Worte so mit Sinn füllen, dass es keine Hülsen sind? Hm.... *denk* *fühl* *und keine Antworten hab*

      Teil 2 kommt, beitrag zu lang.
    • Anja schrieb:


      liebe steinadler,

      du hast einen für mich ganz wichtigen satz gesagt:




      Zitat


      Weisheit ohne Mitgefühl ist nutzlos.
      genau DAS ist der punkt wo man die weisheit und das lehrprogramm mit den betroffenen menschen verbinden kann.



      Liebe Anja,
      den Satz versteh' ich jetzt grad nicht. Hilfst Du mir mal dabei, indem Du mir sagst, was Du mit "das Lehrprogramm" meinst, bitte?

      mir kommt im mom die frage.. wie wäre es besser?


      Für wen? Kann es nicht auch sein, dass unterschiedliche Menschen verschiedenes brauchen? Ich glaube, das lässt sich nur individuell beantworten...

      lange vorbereitet in der gewissheit es kommt gleich oder lieber mit 200 km/h an nen baum und beides durfte ich begleiten.


      Mit "begleiten" meinst Du jetzt... die Seelen hinterher, oder?

      sah viele suchen. sich fragend ob sie denn wirklich tod wären. sahen sich selbst beim sterben zu. immer und immer wieder.


      Das klingt... nach einem sehr erdnahen Bereich, den ich unter dem Begriff "Belt" kennengelernt habe.

      aber sie hatten keine angst. die welche wussten. (man könnte auch grausam sagen die langsam dahinsiechen) diese waren nicht mehr lange hier. sie wussten, dass sie tod waren. sie wurden wahrlich vorbereitet und begleitet. das stimmt so wirklich.


      Ich habe keinerlei Probleme, das zu glauben. Ich hab schon von zwei anderen (meiner anderen Oma, die 1999 starb und einer anderen alten Frau, die ich kannte und die 99 war, als sie ging) Schilderungen gehört, dass vorher Verstorbene, die sie kannten, im Zimmer seien oder gewesen seien und sie besuchen, bzw. besucht hätten. Ich war nie dabei und hab das nicht selbst gesehen oder gespürt, aber glauben tu' ich's. Ich seh/spür die bloß eher auf Reisen (diese Freundin, die meine Oma jetzt spürt, damals auch mal in einem Traum kurz nach ihrem Tod) und nicht mitten im Zimmer. Aber das ist, glaub ich, nur ein Unterschied in der Art der WAhrnehmung, kein allgemeiner.

      gehts da wirklich nur noch um die angst?


      Wo? Allgemein oder bei meiner Oma?

      liebe kirsten gehts da auch um dich?
      geht

      Auch, sicher, ja. Und auch um meinen Opa, denk ich. Meine Güte, die zwei sind 59 Jahre verheiratet (im Dez werden's 60, falls dann beide - er hat Parkinson- noch da sind). Ja, da geht's um einige Menschen, glaub ich. Meine Mutter und ihre Geschwister auch. Weiß nicht, ob sich so klar trennen und sagen lässt: "Um den geht's und um den nicht."

      hat deine oma denn wirklich angst?


      Teilweise, ja. Der strafende Gott, weißt? Und auch... meine Oma mag es nicht besonders, "Fehler" zu machen. Was weiß denn ich, was sie in Bezug auf Sterben für "richtig" hält? Möglicherweise wäre es in ihren Augen sogar "falsch", vor ihrem Mann zu gehen, weil sie ihn dann nicht mehr "versorgen" kann? Wahrscheinlich ist das sogar so... :denk: Hm... Muß ich mal mit ihr drüber reden...

      Grüße an alle,
      Steinadler
    • liebe steinadler,

      manchmal, wenn mich was persönlich berührt kommt es häufig vor, dass ich mich verhasple. da überschlagen sich die gedanken und vermischen sich mit gefühlen. dabei kommt das dann oft chaotisch rüber. danke, dass du nachfragst.

      mit "lehrprogramm" meine ich fakten vermitteln. gefühllos sozusagen erlerntes weitergeben. wie in einer schule die lehrerin das 1x1 vermittelt.

      Für wen? Kann es nicht auch sein, dass unterschiedliche Menschen
      verschiedenes brauchen? Ich glaube, das lässt sich nur individuell
      beantworten...
      schon möglich. auch etwas was mir gestern so durch den kopf ging. dachte an den jungen burschen der nach einer faschingsfeier nach hause torkelte. über die brüstung in den neckar fiel und von einer schiffsschraube erfasst wurde. ich sah ihn noch fast 1 jahr später auf der brücke stehen und sich beim fallen und beim überlebenskampf zuschauen. meinst der hat das so gebraucht? ich glaube nicht. daher weiß ich da wirklich keine antwort was "besser" wäre.

      Mit "begleiten" meinst Du jetzt... die Seelen hinterher, oder?
      ja

      dass bereits verstorbene gesehen werden kurz vor dem ableben ist sehr häufig der fall. ich persönlich finde das sehr schön. es vermittelt das gefühl von abgeholt werden und nicht den letzten gang alleine gehen zu müssen.

      das mit der angst meinte ich in erster linie den menschen der weiß, dass sein ableben nicht mehr lange auf sich warten lässt. eben konträr zu jemandem der überraschend zb die kontrolle über sein auto verliert. ein schreckmoment und aus ist es.

      59 jahre. eine lange zeit für ein menschenleben. ich kanns wirklich gut verstehen. pflichtbewusstsein. fürsorge. so viele gemeinsame jahre... da bindet so vieles. man wird doch gebraucht.
      der strafende gott tut mir bissl weh. da sag ich auch lieber nichts dazu. das könnte unhöflich gegenüber der kirche ausfallen.

      finds schön, dass sie das gespräch mit dir sucht und bin mir sicher, dass du das wundervoll meisterst.

      denke oft an dich.

      gruß anja
    • Ihr Lieben, liebe Steinadler,
      genau wie die Geburt ist das Sterben immer im Raum. Beides gleichzeitig und zu gleichen Teilen, jedoch pendelnd, in immerwährender Bewegung.
      Wenn wir uns für etwas entscheiden, stirbt etwas Anders, und zwar das, wofür wir uns nicht entschieden haben.
      Eigentlich geht es nur um den Fokus eines jeden.
      Es fühlt sich für mich so an, dass, wenn ich einen Sterbenden begleite, eigentlich ich mich begleite.
      Ich fühle, ich sehe, ich denke....ich möchte den Menschen, der in einen anderen Seinszustand wechselt, mit allen Sinnen begreifen und erfahren, bevor er geht.
      Vor allem, wenn es ein naher Verwandter ist, wie z.B. mein Vater.
      Ich kannte ihn als meinen Vater und doch war dieser sterbende Mensch noch etwas ganz anderes, unbeschreibliches..........
      Das hat mich sehr geprägt und ich sehe das Menschliche jetzt mit versöhnlichen Gefühlen.
      Das Väterliche vermisse ich, aber es ist etwas anderes dafür im Raum..etwas Wissendes..aber unbeschreiblich.
      Das Sterben meines Vaters fing vor 5 jahren an. Ganz langsam machte sich das Sterben breit und ich konnte es fühlen....Die Seele dieses Wesens hatte sich entschieden.
      Vor 2 Jahren starb er und ich durfte ihn durch mein Begleiten wirklich kennenlernen.
      Dafür bin ich dankbar, denn ich habe das Menschliche in allen Facetten kennengelernt, aber auch etwas Unbeschreibliches........... und nicht nur meinen Vater.

      Liebe Steinadler..Lerne Deine Oma kennen...in allen Facetten...Ich wünsche Dir, dass Du es so fühlen kannst, wie ich.
      Es ist ein Geschenk ...........

      Alles Liebe
      Elke
    • Steinadler schrieb:

      Den kannste Dir aber als Mensch ans Knie nageln. Der ist philosophisch. Wenn ich mir den sag', kann ich mich wunderbar aus der Metaperspektive über den Tod oder den Prozess des Sterbens unterhalten, ohne mich auch nur eine Sekunde lang mit den Gefühlen dazu befassen zu müssen.
      Quadratisch, praktisch, gut. Sauber und steril. Nicht zu widerlegen. Trotzdem in der Situation nichts-sagend (Schreibweise Absicht) und für den Angehörigen, der daneben steht und sich gleichzeitig seiner Machtlosigkeit und der Verbundenheit bewusst wird, völlig irrelevant.
      Aber weise und esoterisch von oben herunter...

      Hallo, hierzu möchte ich nochmal etwas sagen, seit einigen Tagen bereits ist der Gedanke in mir.
      Hier wird behauptet, Philosophie habe nichts zu tun mit dem Leben des Menschen hier auf Erden, und was noch so darüber steht.
      Jedoch ist gerade Philosophie eben nicht vom Leben getrennt, und zwar vom realistischen direkt gelebten Leben.
      Auf der Ebene hier kann sie auch so etwas wie "die Härte der Natur" sein, und ist damit die Klarheit des Lichtes.

      Lieben Gruß
    • Anna schrieb:

      Hier wird behauptet, Philosophie habe nichts zu tun mit dem Leben des Menschen hier auf Erden, und was noch so darüber steht.


      das wird aber nicht behauptet.
      den das ist ja gar nicht vom leben zu trennen. aber es kann erstmal das philosophiesche ausklammern, weil das momentan nicht wirklich das thema ist.

      das thema ist '"wann beginnt sterben" jeder hat recht der hier seine sicht genau zu dieser frage abgab. aber es ist nicht das was vielleicht erwartet wurde. den das wissen ist vorhanden. über das organische und das philosophische sterben.

      aber es gibt auch das sterben vor allen für angehörige, der andere fängt dann an zu sterben, wenn er krank ist, schwerst krank. hier fängt für den abgehörige das sterben des anderen an, ab hier muß (nein er muß nicht) sich mit dem sterben mit dem tot auseinander setzten. ab hier fängt es an, sich mit der eigenen sterblichkeit auseinander. ab hier.
      dabei sieht der angehörige jedes jahr das kommen, das werden, das vergehen, die erstarrung. frühling, sommer, herbst, winter.

      Anna schrieb:

      Jedoch ist gerade Philosophie eben nicht vom Leben getrennt, und zwar vom realistischen direkt gelebten Leben.


      philosophie ist auch vom tot nicht zu trennen, nur in dem fall, möchte jemand das sterben auf der ebene des schamanismus ergreifen begreifen.
      manchmal wünsche ich mir die Gelassenheit eines Stuhles
      den der muss auch mit jedem Arsch klar kommen


      Wer Rechtschreibfehler findet darf sie behalten, ich habe noch mehr davon
    • Hallo,

      das Streben beginnt mit einem Energieabbau. Meistens hört der Mensch schon ein halbes Jahr vorher auf Prana einzuatmen. Wenn man hellsichtig ist, kann man das wahrnehmen und weis dann, dass dieser in absehbarer Zeit sterben wird.

      Kein Mensch kann sterben, solange er energetisch aufgeladen ist. Wenn also jemand z.B. eine plötzlichen Unfall hat, hat er entweder schon vorher unbewußt Energie abgebaut. Oder er liegt noch ein paar Monate im Koma.

      Es gibt auch Möglichkeiten, bei denen in kurzer Zeit sehr viel Energie abgebaut wird. Eine Geburt ist so eine Möglichkeit, weshalb auch Mütter sterben können, die vor der Geburt noch in voller Energie standen. Gewisse psychische Zustände könne auch sehr viel Energie freisetzten. Solche Situationen sind jedoch relativ selten. Die meisten Menschen bauen erst Energie ab. Ist es dann so weit, kann der Tot auch scheinbar schnell und unerwartet kommen.

      Wenn ein Mensch aufhört Energie aufzunehmen, kann die Ursache dafür gefunden und eventuell korrigiert werden. In so einem Fall ist jedoch ein erheblicher Lebenswandel nötig, damit die Energien wieder zufließen. Meist eröffnet sich ein Thema, das dann gelöst werden muß. Dabei ist der Tot nur eine Mögliche Lösung, denn jeder Mensch erfüllt den Sinn seines Lebens, auch wenn man das nicht immer so erkennen kann.

      Manches schwerwiegende Problem findet in voller Energie statt. Dann sieht die Situation zwar dramatisch aus, führt jedoch nicht zum Tot. Das Vorhandensein von Lebensenergie garantiert zwar ein Überleben. Es sagt jedoch nichts über die Qualität des Lebens aus. Es gibt hier nur ein paar sehr schlichte Regeln:

      - Ohne Lebensenergie ist kein Leben möglich. Es tritt irgend eine Todesursache ein, ob Krankheit oder Unfall oder sonst etwas.

      - Mit Lebensenergie (im bestimmten Maß) ist kein Sterben möglich. Es kann ein Leben auf niederem Niveau sein - also z,B; im Koma oder in einer schweren Krankheit oder Geistiger Abwesenheit. Der Tot tritt jedoch nur ein, wenn Energie abgebaut wurde.

      - Es gibt jeweils nur bestimmte Bereiche, in denen eine Weiche zwischen Leben und Tot existiert. Darüber kann man nicht den Weg des Sterbens wählen und darunter nicht mehr den Weg ins Leben.

      Also kurz: Wenn man es sieht, sieht man auch ob ein Mensch sterben wird oder leben oder auf der Kippe steht.

      Wer anstrebt das wahrnehmen zu können, sollte sich bewusst sein, das dies auch Konsequenzen hat. Wenn man den Tot noch als etwas sieht, was eine Menschen aus dem Leben reist, sollte man das lieber nicht anstreben. Für mich ist der Tot eine Form der Heilung. Wenn dieser Schritt ansteht, sollte er möglichst harmonisch und in Würde geschehen.

      Übrigens stirbt die Seele nicht. Es stirbt nur der Mensch.

      Der Sterbeprozess an sich wird im‪ "‪Das tibetische Buch vom Leben und vom Sterben" sehr ausführlich beschrieben.

      Wenn es dazu noch Fragen gibt, beantworte ich die gerne.

      Lichter Gruß von Maganga
    • Maganga schrieb:

      Also kurz: Wenn man es sieht, sieht man auch ob ein Mensch sterben wird oder leben oder auf der Kippe steht.

      Danke Maganga für deine Ausführungen, du hast mir heute eine Frage beantwortet, welche ich schon vor ca. 7 - 8 Jahren gestellt habe.

      Damals wurde ich aus einem meditativen Zustand mit der Hausklingel rausgeholt.
      Da ich unerfahren war, bin ich aufgeschreckt und an die Gartentür, es war ein Junge, 15Jahre alt und sagte mir: Ihr Hund ist abgehauen, er ist auf der Strasse.
      Ich erschrack, als ich den Jungen sah, denn irgendwas stimmte mit ihm nicht, ich sah ihn "gelb-grau"...
      Als ich ihm sagte, er solle sich keine Sorgen machen, der Hund kommt wieder zurück (ich konnte das Haus nicht verlassen, weil meine Kinder Mittagsschlaf gehalten haben) stieg er auf sein Motorrad und raste wie ein Irrer davon.
      Mein Gedanke ihm hinter war: du wirst umkommen
      Dann machte es einen fürchterlichen "rumps" und ich wusste, dass er starb.
      In diesem Moment, das habe ich später von Augenzeugen gehört, hat er einem Auto die Vorfahrt genommen. Er war sofort tot.

      Ich fragte lange, wie konnte ich das sehen?
      Jetzt weiss ich es, danke dir :)

      Lieben Gruss,
      Fulberta

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    • Liebe Anja,

      Anja schrieb:

      dass bereits verstorbene gesehen werden kurz vor dem ableben ist sehr häufig der fall.


      das ist wohl auch weiterhin so, wenn ich meine Oma recht verstehe. Da scheint eine Tür aufgegangen zu sein oder sowas ähnliches. Es scheint sie aber zu beruhigen- das gefällt mir daran.

      Anja schrieb:

      59 jahre. eine lange zeit für ein menschenleben. ich kanns wirklich gut verstehen. pflichtbewusstsein. fürsorge. so viele gemeinsame jahre... da bindet so vieles. man wird doch gebraucht.


      Ja, einerseits, ja. Andererseits... weißt Du, es war halt so eine typische Ehe für die damalige Zeit. Sehr traditionell. Die Rollen klar verteilt. Dennoch... im Anfang eine fast ertzrotzte Ehe. Einheimisches evangelisches (und sehr junges) Mädchen wird (unaufgeklärt) schwanger vom katholischen, ebenfalls jungen, mittellosen Flüchtling. Nein, begeistert sind die Urgroßeltern nicht gewesen, was ich so höre darüber jetzt. Und ob die zwei wohl hätten heiraten "dürfen" (meine Oma war ja keine 21), wenn meine Mutter nicht unterwegs gewesen wäre? Ob sie's dann erlaubt hätten, die Urgroßeltern? Als sicher gilt es nicht.
      Und dann? Heimat schaffen. Heimat bieten. Zuhause sein. Die Kinder groß kriegen, drei an der Zahl. Die Enkel begleiten, von denen ich mit Abstand die älteste bin. Werte vermittelt, Halt gegeben. Nicht unbedingt so, dass ich es in allem so tue oder tun will- das nicht. Aber da war ein Fundament, das nicht gewackelt hat. Und das- tat gut. Tat mir gut, tut mir heute noch gut. Dafür bin ich zutiefst dankbar, das zu kennen. Diese Verankerung, dies Fundament und dies Gefühl von Heimat. Aber ich sehe auch den Preis... Meine Oma hat ihn bezahlt, definitiv. Sie hat ihre Träume begraben- und das sehr früh.
      Meine Mutter hat versucht, ihre Träume von Beruf und Familie zu verbinden und sich an diesem Anspruch verschluckt. Sie zahlt den Preiis immer noch, nur anders.
      Und ich? Ich stehe gerade an einer Wegkreuzung, an der sich elementar entscheiden dürfte, ob ich ihn ebenfalls bezahle... und hier und genau hier... tritt meine Oma wieder in Erscheinung und diesmal mit der Vorbereitung ihres Übergangs in eine ganz andere Heimat... schon faszinierend, wie das ineinander greift.

      Anja schrieb:

      der strafende gott tut mir bissl weh. da sag ich auch lieber nichts dazu. das könnte unhöflich gegenüber der kirche ausfallen.

      finds schön, dass sie das gespräch mit dir sucht und bin mir sicher, dass du das wundervoll meisterst.


      Der strafende Gott? Das war nun einmal die Erziehung jener Zeit und - man muß es wohl so sagen- auch der strenge Glaube ihrer Mutter, also meiner Uroma. Sie sucht das Gespräch, ja. Aber ich meistere nichts. Ich taste mich hindurch... langsam, vorsichtig, fragend... wenn man das so sagen kann, werde ich geschoben und geschubst - vom Leben selbst. Ich kann ja nicht kneifen. Weglaufen gilt nicht. Nicht da. Zu wichtig, zu nah.

      Liebe Elke,

      Elke Bergmann schrieb:



      Eigentlich geht es nur um den Fokus eines jeden.


      Mein Fokus liegt - derzeit- auf dem Dazwischen, dem Wandel an sich. Dem zweiten der drei Prinzipien: Chaos- Wandel-Ordnung-Wandel-Chaos-Wandel-Ordnung-Wandel-Chaos-Wandel-Ordnung-Wandel...

      Der Phönix ist da und hat gerufen und ich stehe und sehe den Wandel. Auf vielen Ebenen. Auch bei meiner Oma, nicht nur da, aber auch da.

      Elke Bergmann schrieb:



      Es fühlt sich für mich so an, dass, wenn ich einen Sterbenden begleite, eigentlich ich mich begleite.


      Auf der Metaebene, ja. Sie macht mir doch auch ein Tor auf- zur Wandlung. Oder sagen wir, sie zeigt mir EINE - von vielen Möglichkeit(en) der Wandlung. Nur eins ist gewiss: Dem Wandel entkommen funktioniert nicht. Nie. Aber bei dem, den wir Tod nennen, erst recht nicht. Den haben wir alle dabei - schon von Anfang an. Und es ist gut so. Von daher ja, ich begleite und beobachte auch mich, während und in dieser Wandlung.

      Ich fühle, ich sehe, ich denke....ich möchte den Menschen, der in einen anderen Seinszustand wechselt, mit allen Sinnen begreifen und erfahren, bevor er geht.


      Ich kann sie nicht begreifen, nicht in der Weise. Aber ich kann den Abschied feiern und gestalten, langsam. Auch das ein Grund zur Dankbarkeit. Und ich denke, in diesem Fall: Gut so für alle. Sie war nie ein Freund rascher Entschlüsse- ein schneller Tod? Nein. Da würde sie anders sterben, als sie lebt und gelebt hat. Das passt nicht. So war sie nicht und so ist sie nicht.

      Ich kannte ihn als meinen Vater und doch war dieser sterbende Mensch noch etwas ganz anderes, unbeschreibliches..........


      Sie hat sich sehr mit der Rolle hier identifiziert. Das Drehbuch, was sie sich geschrieben hat, ist von ihr, so glaube ich, nicht grundsätzlich in Frage gestellt (gewesen). Noch glaubt sie, sie sei die Rolle. Das Hineintasten in das "Rolle +" wird Zeit brauchen. Aber die hat sie ja. WEnn sie will, steht ihr dazu die Ewigkeit frei... das Leben hetzt nicht zum Begreifen... nicht sie, nicht mich.

      Liebe Steinadler..Lerne Deine Oma kennen...in allen Facetten...


      So gut ich kann, liebe Elke, so gut ich kann. Und das Schöne ist: Viel von ihr ist auch in mir. Ich bin ein Sproß aus diesem Stamm- und dafür ist kein Stolz, wohl aber Dankbarkeit vorhanden. Und selbst wenn aus mir keine neuen Triebe (in Form von Nachkommen) ausschlagen, so ist da doch die Chance, ein Baum zu werden. Wer in oder unter ihm rasten mag, der mag dies tun... und vielleicht ruhe eines Tages auch ich in mir.

      Liebe Stachelturm,

      Stachelturm schrieb:


      aber es gibt auch das sterben vor allen für angehörige, der andere fängt dann an zu sterben, wenn er krank ist, schwerst krank. hier fängt für den abgehörige das sterben des anderen an, ab hier muß (nein er muß nicht) sich mit dem sterben mit dem tot auseinander setzten. ab hier fängt es an, sich mit der eigenen sterblichkeit auseinander. ab hier.


      ... und genaudarum geht es. Danke, dass Du das (wieder einmal) so klar gesehen und gesagt hast.
    • Hallo Manganga,

      Maganga schrieb:

      Hallo,

      das Streben beginnt mit einem Energieabbau. Meistens hört der Mensch schon ein halbes Jahr vorher auf Prana einzuatmen. Wenn man hellsichtig ist, kann man das wahrnehmen und weis dann, dass dieser in absehbarer Zeit sterben wird.

      Kein Mensch kann sterben, solange er energetisch aufgeladen ist. Wenn also jemand z.B. eine plötzlichen Unfall hat, hat er entweder schon vorher unbewußt Energie abgebaut. Oder er liegt noch ein paar Monate im Koma.

      Es gibt auch Möglichkeiten, bei denen in kurzer Zeit sehr viel Energie abgebaut wird. Eine Geburt ist so eine Möglichkeit, weshalb auch Mütter sterben können, die vor der Geburt noch in voller Energie standen. Gewisse psychische Zustände könne auch sehr viel Energie freisetzten. Solche Situationen sind jedoch relativ selten. Die meisten Menschen bauen erst Energie ab. Ist es dann so weit, kann der Tot auch scheinbar schnell und unerwartet kommen.

      Wenn ein Mensch aufhört Energie aufzunehmen, kann die Ursache dafür gefunden und eventuell korrigiert werden. In so einem Fall ist jedoch ein erheblicher Lebenswandel nötig, damit die Energien wieder zufließen. Meist eröffnet sich ein Thema, das dann gelöst werden muß. Dabei ist der Tot nur eine Mögliche Lösung, denn jeder Mensch erfüllt den Sinn seines Lebens, auch wenn man das nicht immer so erkennen kann.

      Manches schwerwiegende Problem findet in voller Energie statt. Dann sieht die Situation zwar dramatisch aus, führt jedoch nicht zum Tot. Das Vorhandensein von Lebensenergie garantiert zwar ein Überleben. Es sagt jedoch nichts über die Qualität des Lebens aus. Es gibt hier nur ein paar sehr schlichte Regeln:

      - Ohne Lebensenergie ist kein Leben möglich. Es tritt irgend eine Todesursache ein, ob Krankheit oder Unfall oder sonst etwas.

      - Mit Lebensenergie (im bestimmten Maß) ist kein Sterben möglich. Es kann ein Leben auf niederem Niveau sein - also z,B; im Koma oder in einer schweren Krankheit oder Geistiger Abwesenheit. Der Tot tritt jedoch nur ein, wenn Energie abgebaut wurde.

      - Es gibt jeweils nur bestimmte Bereiche, in denen eine Weiche zwischen Leben und Tot existiert. Darüber kann man nicht den Weg des Sterbens wählen und darunter nicht mehr den Weg ins Leben.


      Danke hierfür. Es ist die Art von Information oder ein Teil davon, die ich gesucht habe und suche.

      Maganga schrieb:

      Also kurz: Wenn man es sieht, sieht man auch ob ein Mensch sterben wird oder leben oder auf der Kippe steht.


      Vor dem Hintergrund, den Du beschreibst, kann ich mir das vorstellen, dass das dann klar und deutlich sichtbar wird, bzw. ist, ja.

      Maganga schrieb:

      Wer anstrebt das wahrnehmen zu können, sollte sich bewusst sein, das dies auch Konsequenzen hat. Wenn man den Tot noch als etwas sieht, was eine Menschen aus dem Leben reist, sollte man das lieber nicht anstreben. Für mich ist der Tot eine Form der Heilung. Wenn dieser Schritt ansteht, sollte er möglichst harmonisch und in Würde geschehen.


      Ich gehöre nicht zu den Leuten, die so etwas unbedingt mitkriegen wollen. Es ist allerdings Fakt, dass ich zweimal unerwartete Todesfälle mir bekannter Menschen spürte, während diese beiden menschen jeweils mehrere 100 Kilometer von mir entfernt waren und starben. Dass genau zu dem Zeitpunkt geschah, konnte ich erst später erfahren und rekonstruieren (Unfallbericht, bzw. Erzählung Dritter, die vor Ort beim Tod dabei waren, aber selbst überlebt haben). Es war nichts Angestrebtes.
      Ich selbst bin beim Thema Tod ambivalent, noch zumindest. Aber auch hier tut sich grad einiges.

      Maganga schrieb:

      Übrigens stirbt die Seele nicht. Es stirbt nur der Mensch.


      Das weiß ich. DA liegen meine Ambivalenzen auch nicht. Aber für die Fragen, die ich dazu habe, stimmen derzeit weder Zeit, noch Ort, noch energetische Voraussetzung, noch der Rahmen. Danke trotzdem fürs Angebot, bei Fragen auf Dich zuzugehen. Möglich, dass ich per PN o.ä. darauf zurückkommen werde, wenn ich soweit bin.
      Gruß an alle,
      Steinadler
    • Hallo zusammen,

      Ich möchte hier noch einmal auf Stachelturms Worte eingehen, für mich zum Sortieren:

      Stachelturm schreibt:

      das thema ist '"wann beginnt sterben" jeder hat recht der hier seine sicht genau zu dieser frage abgab. aber es ist nicht das was vielleicht erwartet wurde. den das wissen ist vorhanden. über das organische und das philosophische sterben.


      Ja und nein. Ich bin dort gewesen, bei ihr und meinem Großvater. Es hat mich erschöpft, nachdenklich gemacht, traurig gemacht. Ich fühle mich hilflos, in alledem, was da passiert. Die Veränderungen, die köroperlichen, die psychischen, die energetischen. Es ist spürbar - und doch für mich kaum in Worte zu fassen. Es macht mich stumm, in gewisser Weise. Und auch gesprochen wird... da ist soviel Unausgesprochenes... mit Händen greifbar, wenn es denn materiell wäre. Aber das ist es nicht. Es ist ein greifbares Schweigen, lastend, drückend.
      Und mir gehen "verrückte" Gedanken durch den Kopf.
      Als ich gestern ging, hatte ich das Gefühl, sie im Stich zu lassen, einfach dadurch, dass ich gehe und mein Leben lebe.
      Der Ruf nach Beistand seitens meiner Oma, das versunkene, beinahe brütende Schweigen meines Großvaters, die Überforderung meiner Mutter, die nonverbale Kommunikation (über Körpersprache) meines Vaters... beängstigend.
      An der Oberfläche "normal", untendrunter für mich einfach nur beängstigend. Uaaaaaaahhhhhhhh.... *schütteltsich*

      Also, wenn ich Wissen habe, so nützt es mir gerade sehr wenig...

      Noch einmal Stachelturm:

      aber es gibt auch das sterben vor allen für angehörige, der andere fängt dann an zu sterben, wenn er krank ist, schwerst krank. hier fängt für den abgehörige das sterben des anderen an, ab hier muß (nein er muß nicht) sich mit dem sterben mit dem tot auseinander setzten. ab hier fängt es an, sich mit der eigenen sterblichkeit auseinander. ab hier.
      dabei sieht der angehörige jedes jahr das kommen, das werden, das vergehen, die erstarrung. frühling, sommer, herbst, winter.


      So ist es. Und es gibt einen Sterbeprozess (oder besser: zwei, der meines Großvaters ist nur anders getaktet), der gerade die Angehörigen mit sehr viel Unausgesprochenem konfrontiert, mit all dem, was erwartet, enttäuscht, gegeben oder nicht gegeben wurde.
      Und es bringt spezifisch mich an Punkte, wo mir übel wird, an Stellen, die einfach nur noch schmerzen.
      Gute Güte, heute ist kalendarisch Samhain, der Neumond ist nächste Woche.
      Wie sehr ich gerade diesmal auf die neue Runde hoffe, kann sich keiner vorstellen... Ich freue mich auf den Winter. Ich alte Frostbeule, für die jetzt jobmäßig mit die intensivste Phase des Jahres begonnen hat, freue mich auf den Winter, hoffe auf Einkehr.
      Hoffe auf Ruhe, die nicht nur der bloßen Erschöpfung geschuldet wäre, sondern, dass es tatsächlich Erholung sein möge.
      Um mich herum insgesamt 4 Menschen mit lebensgefährlichen Erkrankungen- und ich steh hier und hab meinen Text vergessen. Skurril, nicht?
      Ich bitte die Spirits um den Wandel, dass es so leicht und sanft wie möglich, aber doch so not-wendig wie möglich werden möge.
      Auf dem Friedhof der verlorenen Träume lodern die Feuer hell derzeit... möge der Wandel Frieden bringen.
      Inneren Frieden wenigstens, der sich nicht gegen den notwendigen Wandel auflehnt. Nicht zu rebellieren, verringert womöglich den Schmerz, doch womöglich ist auch das nur eine Hoffnung.
      Unbegründet? Ich weiß es nicht.
      Still, mit Tränen im Gesicht,
      Steinadler
    • ... und der nächste, den's "erwischt"... diesmal mein Onkel... Hirntumor, inoperabel, Metastasen in verschiedenen Bereichen vorhanden.
      Herrgott nochmal! Wie ich es leid bin... ich bin es leid, es reicht, es reicht, es reicht. Zuviele Menschen mit finalen Diagnosen um mich herum.
      Zuviele, die sich quälen.
      und zwei, die in den letzten 4 Wochen plötzlich gegangen sind...
      Ich kann's bald nicht mehr mitansehen.
      Müde, traurige Grüße,
      Steinadler
    • Ich kann Dich sowas von verstehen - es mitfühlen und nachempfinden. Und ich kenne es so gut. Ich fühle mich gerade ähnlich - wenn auch anders. Oma geht - bei ihr ist es aber so, dass es mit dem gelebten Leben ist. Ich habe es jedoch auch schon anders erlebt. Bei ihr ist "erstaunlich", dass sie kämpft. Mit Kraft, die erstaunt. Aber sowas von.

      Ich habe so viel gesehen und doch werde ich immer wieder neu "überrascht".

      Und trotzdem dass es nicht nur einmal war - Übung bekomme ich in den Dingen nicht. Kann "man" wohl auch nicht.

      Von Herzen Gutes

      Michaela
    • Liebe Michaela,
      "Übung"? Darin, dass ich es sehe/spüre, wenn es bald soweit ist, das wohl. Übung im Abschied nehmen? Nein, das auch nicht. Lernt man das je? Ohne abzustumpfen, meine ich?
      Ich weiß es nicht. Demut - die Suche danach- wird in solchen Momenten zur schweren Aufgabe- und doch zum einzigen, was mich weitermachen lässt.
      Wenn ich nur wüßte, wozu das alles gut ist im Moment, dass es in meiner Umgebung grad so viele sind...
      Wozu dient es? Das ist doch kein Zufall mehr...
      Nachdenklich,
      Kirsten