Wann beginnt Sterben?

  • Danke! :knuddeln:


    Und noch einen Gedanken von Xella aufgreif (hat sie eigentlich im Post an Tom geschrieben, aber ich "klau" den jetzt) ;) : Es kann wirklich sein, dass das sozusagen vorweg nehmende Trauer ist- und dass es das Danach anders macht...
    Kirsten

  • Tom :knuddeln: Das Herz ist das Zentrum des Gefühls :kopfhau: Mehr als ein Muskel :heart:

    und das herz ist kein organ, sondern ein muskel.




    Kirsten :knuddeln: darüber habe ich noch garnicht nachgedacht . Na klaro Herzkrebs gibt es nicht!!! somit bestätigt es mir , das das Herz dass Zentrum unserer Gefühle ist



    Das Herz ist übrigens ein Organ (und meines Wissens das einzige), was keinen Krebs entwickeln kann.




    Na, wenn dass passiert, dann wird der Mensch krank....das Gegenteil passiert...statt Heilung, was gewünscht und gewollt wird....wird durch die Kontrollierung der eigenen Gefühle die Krankheit geboren




    "Gefühle kontrollieren oder sie gänzlich verschwinden lassen" ? Was hat denn das mit Heilung zu tun?

    Ach Kerstin :knuddeln: Du meine Liebe :heart:

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  • du wirst das schon schaffen steinadler.


    Es gibt bei mir einen No-Go-Satz. Der mich triggert. Genau dieser ist es. Ich habe Sätze mit diesen Imhalt gehört und mir hat es mehr als einmal im Leben auf so einen Satz die "Kehle geradezu zugeschnürt" - mir das Atmen schwer gemacht.


    Danke Tom, dass ich just JETZT und HIER die Chance habe, zu leben und lernen, warum das eigentlich so ist. Und Danke nochmal Steinadler für das Eröffnen dieses Threads.


    Wir alle haben sicherlich einen anderen Umgang mit Trauer, Schmerz und all dem, was damit zusammen hängt. Auch der Wut, die vorher, hinterher, währenddessen abläuft. Aber in meinem Leben funktioniert ein Umgehen nicht, in dem ich ignoriere. Und ich kann jedes Gefühl, welches Du, Kirsten, hier schreibst, gut nachvollziehen. Ich erinnere mich, dass mir so viele Fragen durch den Kopf schossen. So viele Dinge, die ich sah. Angefangen vond er künstlichen Ernährung - der Beutel mit dem Essen - auf dem das Enddatum dieser Einheit stand (die Einheit überlebte sie nicht mehr), gefolgt von den Geräuschen vom Nebenbett - auf der Intensivstation. Sie lag dort am Schluß 2 Wochen. Und 2 Wochen wechselten die Bettnachbarn. War das menschenwürdig, was ich dort sah? Nein - ich war mehr als einmal geschockt. Ich fragte mich damals, warum den Angehörigen in solchen Momenten eigentlich keine "Seelsorge" angeboten wird (ja - sowas waren meine Gedanken) - dachte dann jedoch zugleich, dass das ja Quatsch ist. Denn wer soll sowas denn schon machen und vor allem: Vielleicht mögen das gar nicht alle Menschen. Aber ich erlebte uns - Vater, Bruder und mich - und wir wussten in keinster Weise mehr, wie es ist, sich RICHTIG zu verhalten. Und ja - es gibt kein FALSCH - aber mir kam damals - 2003 - "eigentlich" alles falsch vor. Es war un-glaublich - so fühlte ich damals - was da geschah...


    Es kam der Moment, wo der Tod gewünscht wurde, damit die Würdigkeit auf einem Weg wieder hergestellt werden kann. Und es war verdammt schmerzhaft. Bestimmt bei Euch allen - denn in einem gebe ich auch Recht: Täglich passieren solche Dinge. Und manchmal auch ganz nah bei "uns". Auch wenn es mir nicht leicht fällt, mich damit zu befassen. Es ist gut - denn auch bei mir ist sicher noch etwas da, was angeschaut werden möchte.


    Schönen Abend


    Ursus


    P.S.: Danke für die Sichtweise zwecks Tumor im Gehirn und Herz - von der Warte hatte ich es auch nie betrachtet und es "passt" jedoch. Auch in dem Fall bei uns in der Familie.

  • Zitat von »Steinadler«

    Recht? Unrecht? Was bedeutet es, im Angesicht von Leben und Sterben? Was bedeutet das, im Erleben eines anderen? Ich wüßte es nicht zu sagen. Du?
    Ich habe es ein paar mal erlebt -
    Recht und Unrecht sind zwar nicht die passenenden Worte,
    aber ich glaube kurz bevor ein Mensch stirbt kommen -Gefühle / Gedanken in diese Richtung.


    Ja, kann sein. Möglich, dass auch sein "Das Ding ist mein Todesurteil. Ich hätte gern was anderes als die 5 vorne stehen gehabt." auf solchen Gedanken beruht, ja.


    Ich glaube davon habe ich eine Ahnung bekommen.
    Ich habe bei einen Menschen die Sterbebegleitung gemacht -der nen ziemlich dicken Brocken Frust und schlechte Gewissen in sich trug .
    Er suchte zuerst aktiv Wege zu den Menschen die er verletzt hatte.
    Ich glaube ,er suchte sie um mit sich ins reine zu kommen.


    Kübler-Ross nennt das "die unerledigten Geschäfte bereinigen", hm, ja.


    Ein anderes Erlebnis hatte ich in einem Urlaub, da habe ich für Menschen gebetet die von Rebellen ( LTTE ) vor meinen Augen erschossen wurden.
    Auch da hatte ich zuerst kurz das Gefühl von schlechte Gewissen / Unrecht den Angehörigen gegenüber .
    Doch als sie knieten spürte ich das sie mit sich ins reine kamen.


    Das versteh ich jetzt nicht. Du hattest ggü. den Angehörigen ein schlechtes Gewissen, weil Du für die Toten gebetet hast? Warum? Oder dachtest Du, dass die Angehörigen nun mitbeten "müssen"- und hattest deshalb ein schlechtes Gewissen?


    Und einmal habe ich einen mir nahen Menschen ein langes Gespräch in dem wir einander verziehen haben.
    Noch in der darauf folgende Nacht schlief er im Wohnzimmer ein.


    Das ist schön, wenn das so geht... freut mich für Dich/Euch!


    Schwierig wird die Sterbebegleitung bei Menschen deren Uhr hier abgelaufen ist -die aber nicht sterben wollen / können.. .
    Dieses erlebe ich momentan - Dieser Mensch ist fast 100 Jahre alt ,ist sehr intelligent ,genoss das Leben .
    .... und hatte es auch in schwierigen Situationen " ganz gut im Griff " .
    Dieser Mensch glaubt an die katholische Kirche - ist streng gläubig und trägt nen ziemlich dicken Brocken Frust und schlechte Gewissen .
    Ich glaube für ihn ist das Angesicht des Todes ein stellen zu Recht und Unrecht .


    Ja, Religion ist manchmal ein Problem, bzw. die Dogmen davon. Meine Oma und der strafende Gott ist auch so ne Sache. Mein Onkel denkt, mit dem Tod sei alles zu Ende und bei meinem Opa hab ich keinen Schimmer, was er denkt. Er ist vor 60 Jahren vom kath. zum ev. konvertiert, um meine (schwangere)Oma zu heiraten. Ob ihm das was ausgemacht hat, weiß ich nicht. Ich vermute allerdings, nein.
    Ich seh aber noch ne andere Schwierigkeit: Wie reden eigentlich Leut in so ner Situation, die so gut wie nie über Gefühle geredet haben? Bohren geht nicht, verleugnen, was ich wahrnehm, geht aber auch kaum...

    Dieser Mensch kämpft seid ein paar Jahren um sein Leben und er öffnet sich ( noch ) nicht .
    Das macht die Sterbebegleitung nicht wirklich einfach .....


    Stimmt.


    Brücke brauch - mit Text für Tom wirds zu lang.


  • es kam mir wie ein abschied vor ,dieser traum.
    er starb als zufriedener mensch.
    ich kam damit ziemlich gut zurecht, auch wenn er mir immer fehlen wird.
    einen kontakt werde ich nicht versuchen herzustellen.
    es ist wohl alles gut verlaufen.


    Das klingt doch erstmal nach nem "guten" übergang...


    ich will niemanden persönlich angreifen oder ärgern mit meinen fragen, oder sowas.


    Tust Du nicht. Jetzt zeigste Dich ja. ;)


    ich hab es wohl nich ganz begriffen was los ist hier und werde mich auch ziemlich bald hieraus zurück ziehen.


    Mach, wie Du magst- vielleicht ist ja auch noch was für Dich dabei jetzt.


    zu dem zitat :
    jetzt betrachtet , fühle ich bei dem gedanken an meinen vater , nur den verlust den ich seit seinem tod "ertrage bzw. ignoriere" .zumindest die meiste zeit ,sofern ich an ihn denke.
    was immer wieder mal der fall ist.


    Und diesen Verlust zu fühlen, gehört für mich zum Loslassen dazu. Wenn ich Gefühle ignoriere, werden sie chronisch, zumindest bei mir. Wenn sie mir nicht bewusst sind, ist es anders. Aber ich persönlich hab keine guten Erfahrungen damit gemacht, Gefühle, die mir bewusst sind, dauerhaft auf Eis zu legen. Da kriegen die nur Gefrierbrand von und hast Du sowas schopn mal gesehen? Schmeckt nicht und ist auch kein so toller Anblick, find ich.


    mir persönlich bringt der gedanke nicht sehr viel trost, das es ihn gegeben hat, oder in einer anderen form jetzt gibt.


    Okay. Gibt's was anderes, was Dich trösten könnte? Oder geht's grad nicht um Trost, sondern um was anderes?


    er ist nicht mehr "aktiver teilnehmer " an meinem leben, so wie ich nicht mehr an seinem.


    Hm... Gibt es etwas, was Dir als Beweis gelten würde (sprich: was Du gelten lassen könntest), dass er immer noch ein Interesse an Dir hat? Aktiver Teilnehmer, nein, das nicht. Er wird jetzt hier nicht mit Dir die Sachen tun, die ihr zusammen getan habt. Aber es würde mich sehr wundern (vorausgesetzt, ihr hattet kein ganz mieses Verhältnis zueinander, aber so wirkt das nicht auf mich, was Du schreibst), wenn er nicht Anteil nehmen würde, auf seine Art. Nicht unbedingt durch Beeinflussung (das hier ist Dein Spiel, Mann), aber ich glaube, das es ihm nicht egal ist.


    meine schwester und ich kommen damit klar so gut es eben geht.bei meiner mutter verhällt es sich da schon etwas anders.


    Ok.


    in einem so engen kreis wird mir dann nach einer weile bewusst , ( klingt ausgelutscht sorry aber...) das ein teil von mir mit ihm gestorben ist und nie wieder zu mir zurück kommen wird.


    Das Kind-Sein ist in gewisser Weise vorbei, das ja. Und er ist nicht mehr ausschließlich Dein Vater, seine Seele umfasst jetzt möglicherweise mehr. Aber der Teilaspekt seiner Seele, der Dein Vater war, wird immer Dein Vater sein. Daran ändert sich nix.


    was mittlerweile auch der fall ist , wenn ich mich umsehe in meinem freundes- und bekanntenkreis.
    " haste mitbekommen? der vater von xy ist gestorben."
    ich mag nicht viel mit diesem vater zu tun gehabt haben.
    aber es reichen bilder der erinnerung an diesen menschen und meine verbindung zu seinem kind und mir schiesst es wie ein pfeil in mein herz, das dieser freund nun ähnliches verkraften muss , wie ich .


    Und auf die Idee, hinzugehen und miteinander Zeit zu verbringen, kommst Du nicht? Sowas muß nicht in Trübsal blasen münden. Aber weißt Du, es kann manches Mal einfach nur verdammt gut tun, wenn da einer ist, dem Du nix erklären brauchst, weil er aus dem Herzen weiß: "Ich weiß, was Du grad erlebst." Auch das kann Verbindung sein, hier, nicht erst "drüben".


    und auch dann fühle ich wieder diese ohnmacht und trauer.


    Es wird mit der Zeit weniger- wenn es nicht verleugnet wird. Und dieses wortlose "wissen, wie's ist...", kann sehr viel Trost sein. Für beide Beteiligten. Kein billiger, das nicht. Es erfordert schon ein bißchen Mut, sich mit seinem Verlust zu zeigen.
    Aber sieh mal, was entstehen kann... Wenn sowas schon hier in einem Thread unter Fremden geht - was ist dann erst unter Freunden möglich, unter Leuten, die sich vertrauen?


    und ein weiteres stück meines lebens vergeht dabei.


    Eine vielleicht etwas harte Antwort jetzt, aber: Das tut es täglich. Täglich vergeht ein Stück Leben. Ist nur die Frage, wie, oder? Und da könnte Gemeinschaft evtl. einen Unterschied machen - oder nicht?


    klingt sehr egoistisch,oder?


    Nein, normal.


    will ich dieses gefühl halten? nein ich will es nicht.


    Wer will das schon? Ich auch nicht, Mann. Meine Erfahrung ist, dass ich schneller von einem Gefühl zum anderen komme, wenn ich sie erlebe. Eins nach dem anderen. Wenn ich sie verdränge, bleiben sie länger. Ist zumindest bei mir so.


    kann ich es vermeiden? ich denke nicht.


    Und wenn, wozu? Wäre das überhaupt erstrebenswert? Was hättest'n davon?


    sind diese ganzen eindrücke und gefühle überhaupt "ich"? ja das bin ich.


    Und das ist auch gut so! - denk ich.
    Grüße,
    Kirsten

  • Das versteh ich jetzt nicht. Du hattest ggü. den Angehörigen ein schlechtes Gewissen, weil Du für die Toten gebetet hast? Warum? Oder dachtest Du, dass die Angehörigen nun mitbeten "müssen"- und hattest deshalb ein schlechtes Gewissen?

    Und wenn ich auf deine Frage ehrlich antworte - wird es bei dir als wirres Zeug ankommen .
    Eine Seele die die Welt verlässt sendet manchmal Signale aus .


    Es ist ein kurzer intensiver Impuls - oder anders gesagt , eine kurze Mitteilung .
    Ein Mensch der den Ruf einer Seele spürt und folgt begibt sich eine andere Wahrnehmung .


    Ich z.B. wurde im Hotelzimmer wach - bin aufgestanden ins Bad gegangen auf Klo gestiegen und habe durch ein stecknadelgroßes Loch im abgedunkelten Badezimmerfenster geschaut. Ein erste Schreck - doch er war ganz schnell weg ..


    Ich habe den Ruf einer Seele wahrgenommen,obwohl ich persönlich gar nicht gerufen wurde.
    Ich bin unendlich dankbar das ich die sterbenden auf ihrem Weg begleiten durfte .
    Ich brauchte nichts machen .
    Und habe einfach "nur " in tiefer liebe gebetet .



    Was ich gelernt so gelernt habe ist .
    Das der Mensch sterben kann - bevor die Seele geht.
    Es ist wie ein aufleuchten wenn diese Verwandlung geschieht ,
    Es ist eine bewegende Erfahrung, von Angst keine Spur .
    Es ist Stille und Wachsein und wird zu einen tiefen Frieden...
    Hat was von Heil sein oder ganz werden.

  • danke ilaya. der post kam ja fast noch "pünktlich".
    er ist nun nummer 91. er hätte als nummer 90 kommen sollen.
    wunderbar.


    es stimmt schon alles.
    ein satz den mich zb. nervt: " es ist wie es ist".
    aber es stimmt.
    jemand der vom schicksal überzeugt sollte sich wohl etwas anders verhalten.
    aber das kann ich eben noch nicht.
    dagegen streubt sich etwas in mir . X(

  • Und wenn ich auf deine Frage ehrlich antworte - wird es bei dir als wirres Zeug ankommen.


    Vermutest Du. ;)


    Eine Seele die die Welt verlässt sendet manchmal Signale aus .


    Bekannt. Also, kenne ich.


    Es ist ein kurzer intensiver Impuls - oder anders gesagt , eine kurze Mitteilung .
    Ein Mensch der den Ruf einer Seele spürt und folgt begibt sich eine andere Wahrnehmung .


    Ja. Kann ich mir sehr gut so vorstellen. (Und was soll mich daran nun verwirren, bitte? Erklär's doch gleich so, dann hätte ich gewusst, was Du meinst.)



    @ Tom: Ich glaube nicht, dass der Glaube an einen Lebensplan einen hindern muß, Gefühle zu haben. ;) Das eine ist äußere Realität: "ES ist, wie es ist." und die innere kann anders sein. Gleichzeitig- und das ist gar nix Schlimmes.


    Für meinen Omkel zum Beispiel wünsche ich mir z:B., dass es einfach nicht mehr lange dauert. Nahrung geht nicht mehr (nur noch so künstliches Ernährungs-Astronautenzeugs), ansonsten Infusionen und Schmerzmittel. Kopfnicken, Kopfschütteln, mal ne Handbewegung oder ein (ganz leichter) Händedruck. Mehr ist nicht mehr, mehr geht kaum noch.
    Ich hoffe, es endet bald. So ist es für alle Beteiligten... anstrengend. Hochgradig anstrengend.
    Andererseits: Es ist, wie es ist. Beides, gleichzeitig.


    du möchtest angenommen sein in deiner Trauer, deinem Kummer um Menschen, die dir nahe stehen....
    Hier ist eine Gemeinschaft von Menschen, die sich genau diese Thematik auf die Fahne geschrieben haben.


    ok.


    Und, Kirsten, du weißt das du angenommen bist... nicht von allen, aber von vielen.
    Nicht alle schreiben und doch spüre ich, wenn ich in deinem Threat lese sehr viel Berührtheit von deinem Erleben.
    Aus dieser Berührtheit wächst Mitgefühl. Dieses trägt dich mit... durch die Zeit der Trauer, der Hilflosigkeit und der Wut... ja, manchesmal faucht die Pantherin ganz schön.


    Ja.


    Als ich deine letzten Posts las... kam mir das Bild.. das du etwas ganz Großartiges gibst, deinen sich verabschiedenden Angehörigen...
    Als du vom Krankenzimmers deines Onkel schriebst... dachte ich... Kirsten... die Würde,
    die liegt im Inneren und wenn du sie siehst, dann spiegelt sie sich in deinen Augen und er kann sie auch sehen.
    Dazu bedarf es keiner Worte, keinem Umfeld sondern nur fühlende Augen.
    Dieses Geschenk machst du jedem einzelnen dieser Menschen, alleine energetisch durch die Art, wie du hier schreibst... ist dir das bewußt?
    Damit gehst du den Schritt aus der Hilflosigkeit, in die Hilfe, die Begleitung.


    Das war mir *so* nicht klar. Danke, fürs Dranerinnern.


    Wer selber schon an dieser Schwelle stand, weiß das dahinter etwas Schönes, Wunderbares liegt... erinnerst du dich daran?


    Jain. Nein, ich ereinnere mich nicht so, dass ich die Erinnerung in Worte fassen kann. Geht nicht, dazu war ich zu klein. Das war in der Zeit VOR den Worten, dass ich "dort" war.
    Andererseits: Ja, ich werinnere mich. Nicht mit Worten. Aber mit Fühlen. Das ja. Kann ich nicht erklären, aber ist so. :pardon:


    Kannst du diese Erinnerung in die Gedanken an diese Menschen fließen lassen?


    Ja, manchmal. Nicht immer, aber manchmal.


    Es heilt dich und gibt dir bei aller Trauer, bei allem Schmerz, die Ruhe und Geborgenheit und den Trost, der darin liegt.
    Es geht nicht darum den Tod zu verdrängen, den Schmerz, die Wut, die Trauer ... aber wenn wir den Blick auf das "dahinter" richten wird der Weg dadurch leichter.


    Ich komme dem langsam näher, wieder. Arrggghhh... ich krieg das grad viel weniger in Worte, als ich möcht'. Weil da sind keine Worte. Aber ganz viel Fühlen.
    Liebe Grüße,
    Kirsten

  • Liebe Kirsten :knuddeln:
    Du bist so nah an Deinem Onkel , so gefühlsmässig nah :liebe: Das spürt er energetisch im Herz :heart:
    Und wenn es für Dich noch so schmerzhaft ist, dass Du zusehen musst...ohne helfen zu können....dass der Körper Deines Onkels sich verabschiedet und der Todesengel schon wartet-...nehme seine Seele war , die mit dir spricht, solange Dein Onkel "noch da ist" Er bleibt doch , auch nach dem Menschentod :knuddeln:
    Heidi :heart:

    Einmal editiert, zuletzt von Heidi ()

  • Heidi...,
    ich nehme ihn wahr, glaub mir. Ich kann Dich an der Stelle nur bitten, glaub es mir. Er hat zum dritten Mal in seinem Leben - mit Jahren Ruhe dazwischen und immer andere Arten- Krebs - und diesmal... diesmal ist es einfach genug. Kein nochmaliges Überwinden. Es reicht jetzt.
    Für ihn wird es Befreiug sein, schätze ich. Er ist müde- und es ist gut.
    Er selbst glaubt halt, dass mit dem Tod alles vorbei ist. Ich werde da keine Diskussionen anzetteln. Er wird selbst erleben, wie es für ihn sein wird.
    Für mein Gefühl ist jetzt alles zwischen "wenigen Tagen und wenigen Wochen" möglich.
    Gute Nacht (im doppelten Sinne, auch für ihn),
    Kirsten

  • Liebe Kirsten :knuddeln:


    Er selbst glaubt halt, dass mit dem Tod alles vorbei ist. Ich werde da keine Diskussionen anzetteln. Er wird selbst erleben, wie es für ihn sein wird.


    Nicht diskutieren und kämpfen, weil Du es in Liebe meinst:knuddeln: sag es ihm von Deiner Herzensenergie....das Herz sendet auch Mitteilungen in den Raum, auch ohne Worte :heart:
    Heidi :heart:

  • Liebe Heidi,
    Liebe und Engagement müssen sich nicht ausschließen...
    :heart: und Auseinandersetzung mit = Handeln für (oder gegen, aber ich bevorzuge für)
    :knuddeln:
    Kirsten

  • ... mein Onkel konnte heute morgen gehen. 56 ist kein Alter, sagt man, aber für ihn bin ich einfach froh, dass es vorbei ist.


    Hey, Du alter Zyniker, ;) ich wünsch Dir "Gute Reise" und obwohl Du nie geglaubt hast, dass es weitergeht, ist da das Gefühl in mir, dass "das Empfangskomitee" da war. Ich hab wieder mal von Oma geträumt letzte Nacht, da wusste ich, dass bald Zeit ist. Sie war da und noch zwei Leute, die ich nicht kenne, aber Du vermutlich.
    Falls Du den M. irgendwo triffst, grüß ihn von mir - wahrscheinlich spielt ihr irgendwann wieder Tischtennis, was? (Und die Rückhand lerne ich DOCH noch, ätsch!) ;)
    Mach's gut - und es stimmt nicht: Es muß nicht alles über Willenskraft laufen. Da hast Du Dich geirrt.
    Für Euch reicht Gedankenkraft aus... Erhol Dich gut - und mach Dir keine Sorgen. Vielleicht gibts nicht immer Zufriedenheit zum Abschluß, aber... das gehört dann dazu.
    Viel Spaß mit Pink Floyd in Deinem Himmel!
    Der Wuschelkopf

  • alles gute dir und deiner familie .


    shine on you crazy diamond

  • Unser Leben ist ein Rätsel und ein Geheimnis bleibt der Tod.
    Schicksal und Fragen -Warum, warum?
    Das Schicksal gibt uns keine Antwort.
    Das Schicksal bleibt und das bleibt stumm.


    Liebe Kirsten,
    Möge Euch die Erinnerung an euren Onkel im Leben begleiten :sonne: und in schwierigen Zeiten wie ein wärmender Sonnenstrahl erfreuen.
    Alles Liebe
    Xella

    Einmal editiert, zuletzt von Xella ()

  • So viel Liebe in Deinen Worten, Kirsten. :heart:


    Danke für diese Worte - in all ihrer Tiefe.


    Ich zünde ein Licht an ...


    Ursus

  • Tom, der Titel passt, er hat ihn geliebt. Danke! Einer seiner absoluten Lieblingstitel war das.
    Vor allem der zweite Teil (das Ding hat ja 9) geht mir seit gestern im Kopf herum...


    Nur ausschnittweise (wg CR).


    Nobody knows where you are (Keiner weiß, wo Du bist. )
    How near or how far (Wie nah oder fern)


    und die letzten Zeilen von part 2:


    Come on you boy child, (Na los, Junge, mach schon)
    You winner and loser, (Du Gewinner und Verlierer)
    Come on you miner for truth and delusion, and shine (Du Schürfer [im Berg] nach Wahrheit und Illusionen)
    and shine (und leuchte)


    Das war er wirklich. Er war kein Strahlemanntyp mit Zahnpastalächeln und er hat auch ein paar Mal richtig Sch...e gebaut. Auch das war so. (Was wahr ist, muß wahr bleiben, auch wenn über Tote nicht schlecht geredet werden soll.)
    Aber er war- und in dem Sinne ist er mir echtes Vorbild, weil ich wenige kenne, die das so konsequent gelebt haben- jemand, der sich und anderen nichts vormachen (lassen) wollte.
    Das hat ihn manchmal hart gemacht, rebellisch nicht immer nur im guten Sinne. Er hat sich (nicht anderen, aber sich) damit manchmal weh getan.
    Lieber gar nichts glauben, gar nichts für wahr nehmen als was Falsches, was, was nicht 100% sicher sein kann.
    Aber dieses Nichtwissenkönnen so konsequent zur Haltung zu machen, ist auch -auch wenn mir das nicht ganz leicht fällt, zuzugeben- eine Haltung, für die er meinen Respekt hat.
    Herausfordernd, ja, aber eben auch eine, die zur Klarheit ermutigt.
    Ich bin so nicht, mir wäre eine solche Haltung zu ... ja, schutzlos. Hm... na, jedenfalls passt der Titel.
    Und Liebe? Ich schätze, zu Lebzeiten hätte er das jetzt für sentimental gehalten (ja, hättest Du- auch wenn es Dich gefreut hätte - was Du nieee gezeigt und ich trotzdem gewusst hätte), aber ich glaube, Du hast recht, dass das Liebe war. Nein, ist. Es war schon komisch mit uns beiden, irgendwie. Mit meinem Vater kam er ja nie so klar, die haben das auch nicht ausgeräumt bekommen, soweit ich das jetzt gemerkt hab. Aber er und ich war merkwürdig. Als Kind fand ich den total toll, als ich älter wurde, hab ich manches irgendwie nicht so ganz kapiert und mich gefragt: "Was macht der da - und wieso?" und als Erwachsene? Wir haben uns selten gesehen, aber wenn, dann war da nie ein Problem, anzuknüpfen.
    Liebe?
    Müßte irgendwie eine distanzierte Form davon gewesen sein... aber schon, ja. Ich hätte es eher gegenseitigen Respekt genannt, ja. Bissel rauh, aber irgendwie schon da. Viele Worte über Gefühle haben wir zusammen nie gemacht, beide nicht. Ich glaub, das kam uns beiden unpassend vor. Aber wir haben das trotzdem gewusst, dass das so ist.
    Kirsten

  • Liebe Kirsten :knuddeln:


    Es war und ist weiterhin energetische Liebe zwischen Euch. Das "Komische" zwischen Euch war eure energetische Liebe , die da war, obwohl Vater mit Bruder nicht klarkamen.


    Und das Merkwürdige zwischen euch Beiden ....ist nur so merkwürdig , weil Ihr Beiden ....die sich immer wiederholenden Ahnenlinienmuster... durchtrennt habt :feuer:



    Du hast recht, das das Liebe war. Nein, ist. Es war schon komisch mit uns beiden, irgendwie. Mit meinem Vater kam er ja nie so klar, die haben das auch nicht ausgeräumt bekommen, soweit ich das jetzt gemerkt hab. Aber er und ich war merkwürdig.


    Alles ist gut, und alles hat jetzt Frieden. Ihr Beiden, Du und Dein Onkel, habt so eure Nähe gesucht und wahrgenommen...also Hut ab vor Euch Beiden :top2:
    so klasse euer beiderseitiger Mut, sich zu begegnen :heart:


    Heidi

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  • Liebe Heidi,


    Es war und ist weiterhin energetische Liebe zwischen Euch.


    Heidi, das ist schon klar. *schmunzel* Aber es gibt Leute, denen mensch das anmerkt und Leute, wo das nicht so ist. Und es gibt Leute, da spürst Du gleich eine Herzlichkeit zwischen. Das war bei uns nicht so.
    Hat sich zum Schluß hin zum Teil verändert, aber ich glaube, auch da war es nicht so richtig sichtbar. Also, ich glaub nicht, dass mein Vater das begriffen hat, zum Beispiel.
    Der hat gemeint, ich soll im Gespräch mit meinem Onkel keine Themen erzwingen. Als ob ich das gemacht hätte... oder hätte machen müssen. Die Themen lagen doch rum. Und irgendwann ging reden ja eh nicht mehr. Was hätt ich da erzwingen sollen? Dass man aber auch da sitzen und gar nichts sagen kann, das hat mein Vater schlicht nicht ausgehalten.
    Der wollte immer was TUN- aber Du kannst nix tun manchmal.
    So richtig viel geredet haben wir eh nicht, ich konnt ja auch nicht dauernd 180 km fahren, wie denn? Und als ich die Entzündungen bekam, hätt' ich nen Deibel getan, hinzufahren. Aber wir hatten unseren Abschied. Ich hab wochenlang nachts ganz viel geträumt - und ich hatte untypischerweise bei den Entzündungen hohes Fieber (dauert normal ewig, dass ich überhaupt welches kriege). Ich hab energetisch da Präsenz gezeigt, auch dann, wenn ich nicht vor Ort war, ja. Aber ich habe da nichts gesteuert. Dazu war ich viel zu schlapp, zu kaputt und zu fertig- obwohl er natürlich viel mehr auf dem Spiel stehen hatte und kränker war. Aber 39,4 (morgens, abends noch etwas mehr) hatte ich zwischendurch an einem Tag auch und das war dann schon... unspaßig. Und das war der Tag, wo er richtig abgebaut hat- ab da haben ein paar Leute gesagt, er sei "verwirrt". Was auch stimmt, wenn man es auf Fakten bezieht, da hat er Sachen gesagt, die - rein faktisch- zusammenhanglos waren.
    Aber das Interessante war, dass er danach emotional viel mehr "da" war, mehr, als ich ihn je erlebt habe. Zum Teil auch ganz schön grantig (da hat er dann Tabletten ausgespuckt, statt sie zu schlucken und versucht, um sich zu schlagen und solche "Scherze".) Für meinen Vater war das der Overkill, sowas geht gar nicht. ("Der verweigert die Behandlung.") - Na und? Und wenn schon, in dem Moment gehts nicht um korrekte Umsetzung von Plänen...
    Hätte es mein Vater allerdings hingekriegt, sich auf die Emotion einzulassen, wäre mein Onkel ruhiger geworden. Das meinem Vater zu erklären, hab ich zwar probiert, aber da hätt ich auch Ballett tanzen können. *achselzuck*


    Das "Komische" zwischen Euch war eure energetische Liebe , die da war, obwohl Vater mit Bruder nicht klarkamen.


    Ach, das war irgendwie Konkurrenz zwischen den beiden, immer schon. Keinen blassen Dunst, worum. Ist aber auch deren Sache. Vielleicht klären sie's, wenn mein Vater auch "drüben" ist. Glücklicherweise hat keiner von denen Söhne, da können die das zwischen sich lassen.


    Und das Merkwürdige zwischen euch Beiden ....ist nur so merkwürdig , weil Ihr Beiden ....die sich immer wiederholenden Ahnenlinienmuster... durchtrennt habt


    Glaub ich nicht so ganz... das Ding mit dem "Wer ist der größere/stärkere/klügere Bruder?" ist deren Baustelle.
    Was bei meinen Onkel bei mir fasziniert hat, war glaub ich, mein Umgang mit "Hilfe brauchen" und so. Das hat er schon angesprochen mir gegenüber, am Anfang. Ich glaub nicht, dass er das mit anderen so intensiv gemacht hat. Weder mit seinen Geschwistern, noch seiner Frau, den Töchtern oder der Enkelin. Das war mein Part, glaub ich.


    Alles ist gut, und alles hat jetzt Frieden.


    Zwischen ihm und mir ja, da geh ich mit. Aber weiß Gott nicht zwischen allen. *schnaub* Schön wärs... ist aber nicht so. Und auch *das* ist nicht meine Baustelle. Da grenze ich mich ziemlich deutlich ab, beobachte das Schauspiel, schüttel den Kopf, mach :ohmann: und geh weiter meiner Wege.
    Was meins war, hab ich getan.


    Ihr Beiden, Du und Dein Onkel, habt so eure Nähe gesucht und wahrgenommen...also Hut ab vor Euch Beiden
    so klasse euer beiderseitiger Mut, sich zu begegnen


    Ach Heidi... und warum muß dazu erst gestorben werden? Ich stell mir lieber nicht vor, was möglich wäre an Leben, wenn sowas gejt, solange noch Zeit ist. DAS bedaure ich wirklich. Ich hätte ihn gern früher so kennen gelernt. Aber gut... ist jetzt nicht mehr zu ändern. Höchstens noch für die, die noch leben... und da tut sich was, zumindest teilweise. Zum Beispiel zwischen meiner Mutter und mir.
    Grüße und :knuddeln:
    Kirsten

  • .... und es geht weiter- könnt einem sonst ja langweilig werden :rolleyes:


    Jetzt ist die Oma gefallen, zweimal. Gebrochen ist nichts, aber es wird wohl neurologische Untersuchungen (EEG) geben, ob jetzt neue Schäden seit dem Schlaganfall da sind. Sie verliert wieder Gewicht (was zwischendurch gestoppt war) und schläft sehr viel.
    Jo, ich denke mal, das geht jetzt da wieder weiter... langsamer zwar als es bei meinem Onkel gewesen ist... aber das Thema "Sterbeprozess" ist nicht vorbei.
    Mein Gott, ich hätte gerne etwas PAUSE, wenn ihr das Wort da drüben kennt, ja?! Falls es noch nicht aufgefallen sein sollte, bin ich MÜDE.und hab Entzündungen .. also, wenn ihr mich da mit durchschickt, dann gebt mir bitte auch die Kraft, da selber durchzukommen, ohne zusammenzuklappen.
    Müde Grüße,
    Steinadler