Eckardt Tolle ist in Deutschland

  • Ok, ich bin halt spät. :D


    Dass es Eckart Tolle gibt, und ein Buch namens "The Power of Now", das wusste ich irnzwie schon immer


    -- naja, frühestens seit 1997, als es rauskam, und da hab ich bestimmt nichts davon mitbekommen --


    also, gefühlt wusste ich es schon immer. X)


    Doch damit beschäftigt hatte ich mich nicht, denn wenn ich Herrn Tolle im Vorbeistreifen begegnete, auf YouTube oder in Zeitschriften, wirkte er auf mich betulich, bisschen spießig und banal.

    Was mal wieder zeigt, wie weitab von der Wirklichkeit alles ist, was ich über die Welt denke. :irre:


    Ich bin da immer nur von Bildern und Überschriften ausgegangen. Und dann hab ich ENDLICH mal was von ihm angehört.


    :palm2: Wow.:sun:


    Ich hab mich - gefühlt auch schon seit immer - seit meiner späten Kindheit mit Spirituellem beschäftigt, mit allem Möglichen, ich zähls jetzt nicht auf - bei Tolle finde ich alles wieder, was mich je berührt und überzeugt hat. Nur, bei ihm ist es so klar, wie ich es nirgendwo anders gefunden habe. Klar, einfach, umsetzbar: JETZT. Hier und Jetzt.


    Ich vermute, das liegt daran, dass er seine Erleuchtung erlebte, ohne, dass er irgendeiner Schule oder Religion angehört hat. Was er lehrt ist frei von jeder Theorie, frei von jeder alten, überlieferten Struktur, und darum, finde ich, ist es so einfach, direkt und so klar. :<3:



    Warum habe ich ihn nicht schon viel früher-


    Ach, das Warum ist nicht wichtig. Wichtig ist das Wozu. Hier und Jetzt habe ich bei Tolle genau das gefunden, was ich zur Zeit sehr sehr gut gebrauchen kann.


    Ich hole den Faden zu ihm jetzt wieder aus der Versenkung, weil ich stark das Gefühl habe, dass die Übungen und Anleitungen und Erkenntnisse von E.T. zur Zeit besonders wichtig für uns sind (vgl. Eine Neue Erde, auf deutsch zur Zeit auf Youtube zu finden). Wir leben in SEHR interessanten Zeiten, und ich weiß - das ist kein Glaube und schon gar keine Hoffnung (dazu besteht auch wenig Anlass...), das ist ein Wissen: Ich weiß, dass wir als Menschheit nur überleben, wenn wir den Wahnsinn, der uns beutelt, in uns selbst heilen. Es ist nicht "die Welt" da draußen, die andern, die das Problem sind. Heilung kommt durch heile Menschen, die strahlen, die wirken. DAS ändert die Realität. Selbst ins Hier & Jetzt einzutretem wo Heilung ist, DAS ist unser Job jetzt. Jede und jeder einzelne hat damit zu tun. Nichts anderes kann uns helfen.


    Wenn wirs nicht schaffen, mei. Dann halt nicht. Hier und Jetzt haben wir trotzdem sehr viel zu tun.


    Üben ist wie atmen - einüben, ausüben.


    :sun:

  • Liebe Vetch,


    zurück von einer Beerdigung 255 Km weit weg, mit späteren netten Begegnungen,

    werde ich Dir heute antworten.

    das liegt daran, dass er seine Erleuchtung erlebte, ohne, dass er irgendeiner Schule oder Religion angehört hat.

    er sprach davon, eine große Krise gehab zu haben,

    er wollte zur Uni und ihn überkam eine endlose Schwere.

    Er hätte sich auf eine der Bänke in dem Park bei der Uni gelegt und wollte sterben ...

    Dann hatte er den Traum, der auch bei TanteWiki steht.

    Als ich ihn, diesen kleinen zerbrechlichen Menschen in Karlsruhe,

    neben dem riesigen Blumenstrauß sitzen sah,

    wußte ich was er mit der Stille ... meint ... sagen will ...


    auf dem Nachhauseweg hörte ich wunderbare Klänge (Fantasie/Vision ???)
    eine nie gehörte Klangfolge, die mich ruhig und konzentriert fahren ließ.

    Das war ein Tolle's Erlebnis. Eckhart Tolle  über die Stille, er spricht deutsch
    Sein Vortrag in München 2002: "Finde die Stille in Dir"

    kannst Du an vielen Orten bestellen.


    Herzliche Grüße
    kerstin

  • Was mich bei ihm fasziniert, ist die Sache mit dem "Schmerzkörper". Immer klarer wird mir anhand meines eigenen Lebens, dass und wie sehr körperlicher und seelischer Schmerz zusammenhängen.

    Diese Idee (er hat ja viele Konzepte geschaffen, obgleich er wahrscheinlich abstreiten würde, ein Konzept gehabt zu haben oder ihm gefolgt zu sein), dass es einen Körper gibt, in dem der biografische Schmerz abgelagert, gespeichert, gefüttert oder aufgelöst werden kann... sehr faszinierend.

    Die Philosophie als solches... jo, wer's mag.

    Seine Stimme kann ich persönlich übrigens gar nicht leiden. (ich habe mehrfach versucht, Youtubes von ihm zu hören, aber diese Stimme... es geht echt gar nicht!)

    Lesen durchaus, aber hören... uahhh, nein.

    Aber trotzdem, wers mag und da andere Resonanzen erlebt: Viel Spaß!

  • Was ich mit "Konzepten" meine, ist zum Beispiel das mit dem Schmerzkörper.

    Auch die Behauptung, der Zugang zum Formlosen sei nur jenseits des Verstandes möglich. Das ist genauso eine Behauptung/ein Konzept, wie zum Bsp. die, dass es eine Methodik gibt, zum Erwachen zu kommen.

    Es gibt verschiedene Ekstasen/Wege, das Alles ist eins zu erleben. Was er beschreibt, ist einer von mehreren. Unterschiedliche Seelen brauchen verschiedene Wege, um dahin zu kommen. Aber das bedeutet weder, dass er unrecht hätte (hat er nicht), noch, dass er recht hätte (hat er auch nicht, nicht im Sinne eines "so und nicht anders ist es").

    Wo ich mich fundamental abgestoßen von fühle, ist sein Umgang mit persönlicher Geschichte/Biografie. Wer hinter seinen Thesen steht, mag das jetzt für eine Ego-Rebellion halten (ist es vielleicht auch), aber wer so oft wie ich erlebt hat (bei sich und anderen) das gerade das Erzählen von Geschichte heilsam ist (und zwar nicht zur Re-Konstruktion des Ego, sondern zum Lösen von Blockaden, damit Heilung, Ganzheit fließt und spürbar wird), die kann nicht mehr glauben, dass das Erzählen, Aufrechterhalten oder Haben einer Geschichte das ist, was uns in den Mustern hält. Da widerspreche ich vehement - und zwar aus Erfahrung, nicht aus theoretischen Erwägungen.

    Die Verkörperung von Geschichte kann uns krank sein und bleiben lassen, das "die eigene Geschichte sein", ja. Das "eine Geschichte haben" nicht. Denn: was ich habe, bin ich nicht. ;) Und da bin ich bei ihm, dass die Identifikation das/ein Problem ist. Der Vorgang des Sprechens, des Erzählens von Geschichte/n ist allerdings wesen-tlich für das soziale Wesen Mensch, das mündliche Überlieferung kennt seit alters her.

    Der Unterschied liegt m.E. darin, ob ich (m)eine Geschichte mir selbst erzähle und dadurch ein Bild von mir erschaffe,mit dem ich mich zwar identifiziere, aber nicht identisch bin oder ob ich es ohne Wertung einem anderen Gegenüber erzähle und ob im Prozess des Erzählens und des nicht wertenden, empathischen Hörens die Geschichte sich selbst und mich wandelt.

    Dieser Wandlungsprozess kann das sein, werden oder anstoßen, was wir Heilung nennen.

  • Eckhard Tolles Beschreibung des Schmerzkörbers. 


    liebe Kirsten,

    Der Vorgang des Sprechens, des Erzählens von Geschichte/n ist allerdings wesen-tlich für das soziale Wesen Mensch, das mündliche Überlieferung kennt seit alters her.

    ja, Tolle ist einen oder mehrere Schritte voraus.
    Er lehrt, dass ich meinen Schmerzkörper akzeptieren kann,

    und somit in mein Leben integrieren,

    aber aus meiner Erfahrung gibt es Schritte dazwischen.

    Das könne Gespräche und Berührungen (sprachlich wie körperlich) sein.

    Wenn ich zu Dir käme und meinen Geist bisher nur von TV-Soaps genährt habe,

    ist ein Vortrag über einen Schmerzkörper und das Akzeptieren dieses ... vielleicht unangebracht.


    Aber auch wenn ich mein Leben nur in Mathematischen Formeln gelebt habe,
    wäre der Vortrag für mich nicht zu fassen ...


    wir Menschen brauchen einen persönlichen Einstieg.

    Das Gespräch und das Erzählen unserer Geschichte könnte einer sein,

    oder vielleicht auch eine andere Lehre, die mir erzählt, dass ich auch mein Körper bin ...


    what ever ... Du und ich hatten schon so viele Begegnungen in unserem Leben,

    dass unser Weg auch wieder ein völlig individueller ist. ;)

    herzliche Grüße

    kerstin