Meine Empathie wird zu einer Belastung

  • für jeden empathischen menschen ist, die resonanz ein wichtiges thema, wie auch die eigene wertung, die man in situationen und menschen legt. das entscheidet wie man etwas wahrnimmt, wie stark man es fühlt, wie es eben andocken kann.


    natürlich gibt es situationen und menschen die wir auch so, ohne selbsteinfluss spüren, weil es eine wichtigkeit hat das wir sie spüren, z.b wenn wir arbeiten... schwierig wirds aber dann wenn ich meinen alltag nicht mehr leben kann. man muss sich auch mal eine pause gönnen, und man kann immer sagen, "nein ich will das jetzt nicht fühlen, es geht mich nichts an." und das "Es geht mich nichts an" - ist ein wichtiger satz. sich aus der verantwortung nehmen. denn wir sind keine samariter, die nonstop alles fühlen, und alles wahrnehmen müssen. jeder kehrt in erster linie seine eigene haustüre......oder es besteht eine resonanz die nicht wegdenk oder weglenkbar ist.....dann hat es seinen sinn, diese sachen zu fühlen.


    wie ist es mit deinem verantwortungsgefühl karmina... wir empathen neigen sehr dazu, das schicksal der welt auf unserem rücken zu tragen, und verharren in der sicht, das wir einfluss haben, helfen können usw usw.


    "nimm dich nicht allzu ernst, bzw. wichtig", lass mal los, und misch dich ein WENN DU das gefühl hast, nicht weil die von aussen kommende emotion dich dazu drängt.....


    mir hat das sehr geholfen.....vielleicht jedoch ist es bei dir ganz anders :)


    alles gut für dich :winke: :liebe:
    Nahlita

  • liebe karmina,


    es ist ein stückweit eine gabe. insofern eine lernaufgabe für dich. diese beinhaltet mehrere faktoren.


    das wichtigste ist punkt 1: was möchtest du mit dieser gabe anfangen? du hast sie, weil du sie haben möchtest... also... was möchtest du damit anfangen? wohin soll sie dich bringen? du stellst deinen lehrplan selbst auf.


    bist du dir dessen bewusst, dann kannst du auch anfangen zu arbeiten damit und es wird dir nicht mehr lästig sein. du wirst die hilfe auch bekommen die du brauchst. aber zuerst solltest du bereit dich erklären dafür.


    gruß anja

  • Liebe Karmina,


    bevor ich näher auf deine Frage eingehe, möchte ich dir sagen, dass du eine unglaublich wertvolle Fähigkeit besitzt. Die Fähigkeit das zu fühlen, was jemand anderer fühlt, ist zwar oft belastend und energieraubend, aber nur, solange du dich wehrst und die Gefühle der anderen nicht akzeptierst. Ich habe das was du beschreibst schon seit Jahren und in einem viel intensiveren Ausmaß. Habe mit Depressionen zu kämpfen gehabt und erst seit Kurzem eine Lösung für mich selbst gefunden: Akzeptiere es, denn nur die eigene Ablehnung bringt Schmerzen mit sich. Wenn du nun das Mädchen siehst, dass so verzweifelt ist und du die Verzweiflung spürst, dann akzeptiere das Gefühl, akzeptiere, dass diese Seele gerade verzweifelt sein möchte und, dass diese Seele genau diese Situationen braucht, um wachsen zu können. Es passiert nichts im Leben, was uns nicht etwas lehren sollte. Wir als Seelen suchen uns genau dieses Leben aus, um das zu lernen, was wir lernen sollten um frei zu werden. Ich habe lange die Emotionen abgelehnt mit Gedankenmustern wie "Ach das kleine Kind, dem muss geholfen werden, damit es nicht mehr verzweifelt ist" - ich denke also "die Situation und die Gefühle von dem Kind sind schlecht für die Seele und lehne sie ab indem ich mir etwas anderes für das Kind wünsche". Dass dieses Gefühl dem Kind aber etwas zeigen sollte (was ihm vielleicht noch nicht bewusst ist), vergessen viele oft. Als ich anfing diese Gefühle als nicht meinige zu identifizieren, zu akzeptieren und sie wieder abgab (an das Kind zurück), wurde die Belastung zu einer Bereicherung.
    Und jetzt nochmal zum Thema Resonanz: diese Fähigkeit hat meiner Meinung nach nichts mit Resonanz zu tun.


    Ich hoffe dass ich dir auch nach so langer Zeit noch wertvolle Tipps geben konnte.

    Einmal editiert, zuletzt von carlita4 ()