Kann ich ausschließen, daß ich mich täusche?

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    • Sekundenweise wundersame Restpathologien

      Liebe Arthemesia,

      vielleicht bist Du als im Umgang mit "Heilung" Erfahrene gerade dabei, bei mir ein Syndrom von pathologisch übermäßigem Pacing festzustellen. Das tut mir irgendwie gut. Der Nachdruck in Deinen Worten ist von solcher Art, daß ich vergesse, warum ich keine Resonanz auf das bekomme, was ich ursprünglich teilen wollte, und ich denke stattdessen an folgendes Zitat:

      XXX
      Mit den Steinen, die ich werfe, scheine ich mich selbst zu treffen, ich gebe Dir Recht. Beinahe zwei Tage habe ich vor allem über Deine Worte nachgedacht. Viele mögliche Antworten an Dich oder Vertiefungen meiner eingeschränkten Sichtweisen kamen mir in den Sinn, und manchen bin ich länger als eins zwei Minuten nachgegangen. Obwohl ich Vegetarier bin (wahrscheinlich spürt man bereits, wie mein Nervensystem darunter gelitten hat, aber ich nehme es mit Humor), finde ich in folgenden Worten eine Beschreibung meines beinahe scheiternden Kommunikationsversuches:

      XXX
      Ich kann allerdings trotz meiner Überlegungen keinen Liebesmangel finden. Mein Glück scheint mir vollkommen genug, und meine inneren Straßen zu Gott lebendig. Du bestätigst es mir und ich bin deswegen froh, wenn ich davon ausgehen darf, daß unsere Worte hier ihr Ziel erreichen, während sie vielleicht den sekundenweisen Charakter von geworfenen Steinen oder Muschelschalen verlieren. Ich komme zu dem Schluß, das meine Formulierungen vielleicht tatsächlich, wie Du es schreibst, durch meine Unvollkommenheit zustandekommen - auch ich nenne sie, da meine Unvollkommenheit sich jeder Bewertung entziehen muß, denn nur ein Vollkommener könnte sie bewerten: Das eigenschaftlose Absolute.

      Deine Worte haben also in mir wieder zu einem tieferen Annehmen dessen geführt, was als kleines Abbild der großen Wirklichkeit hinter meinen beschränkten Sichtfenstern ankommen muß. Dafür danke ich Dir. Allein die Minuten, etwas nicht gleich zu verstehen, für die bin ich dankbar. Ich knacke dann, wie bei einer Nuß, meine inneren Schalen, bis ich dazu komme, was Deine Worte für mich bedeuten können, wenn ich mich auf solche Weise nach ihnen und nach innen zu richten versuche, wie es für alle gut ist. Meine persönliche, subjektive Erfahrung ist es, je weiter ich Deine Worte mit nach innen nehme, desto schwerer scheint es, die Dichte von Gottes Liebe noch im Wahrnehmbaren Nachvollziehen meiner Mitmenschen zu finden, aber ich kann Dir nur ehrlich versichern, daß ich Deine Worte genau an diesen inneren Ort, an das "Gottheitsabsolute" in mir mitnehme, soweit ich es als sterblicher Mensch erreichen kann. Ich bin froh, daß Du mir die Gelegenheit dazu gibst.

      Wie andere Menschen auch, finde ich es eher in der Theorie leicht, im Konzept-Denken, mein göttliches und mein menschliches Wesen zu verschmelzen. Deswegen stelle ich mich darauf ein, daß jede neue Begegnung von mir denselben schwierigen Prozeß inneren Nichtvergessens der Spannung zwischen dem "Gottheitsabsoluten" und dem eigenschaftslosen Absoluten verlangt.

      Einmal, als ich mit meiner Tante und meinem Cousin und einigen anderen Verwandten in Richtung des italienischen Dörfchens in Dresden lief, kam es mir in den Sinn, mit meinem Cousin einen liebevollen Schabernack zu treiben. Ich nahm seine Art und Weise zu gehen auf, um mit ihm einen Dialog herzustellen. Er war in sich versunken, wie ich es auch von mir damals schon kannte, und ich wollte auf diese Weise meine Sympathie zu ihm ausdrücken, wenn das natürlich auch etwas unbeholfen war. Vielleicht war es aber auch von einer spielerischen Reife, die erwachsene Menschen kaum mehr kennen, und für die manche Menschen nur aus dem Grunde beurteilt werden, daß sie sich diese behalten haben. Meine Tante brachte mir damals, ich war vielleicht fünfzehn, bei, was Pacing ist. Wenn ich heute mit Gleichaltrigen oder älteren Menschen versuche, diese Art von Resonanz, von Gesprächsangebot, herzustellen, muß ich, frei nach Monthy Pythons "Silly Walk", den wir auch mal mit der Schule auf der Bauhausbühne in Dessau nachgespielt haben, "die komischsten Gangmuster" aufnehmen. Es tut mir leid, wenn mir das schlecht glückt, und wenn Du Dich in manchen Dingen, die ich sagen werde, angegriffen fühlst ... mit Mühe, aber mit zärtlicher Liebe behalte ich einen vor der Ernsthaftigkeit der aus dem "Gottheitsabsoluten" gesehenen Gottabwesenheit auf dieser Erde schwankenden Humor aufrecht: Mein weicher Kern hat aber keinen Schutz mehr, und er kann Dir nichts tun... er ist ganz und gar verletzlich, und liebt einfach, selbst wenn er in manchen Gebieten, auf die sein Echo trifft, und das mag gern auch nur in mir selbst stattfinden ... so ist, wie er ist.

      In meiner Verletzlichkeit finde ich aber auch so viel Seligkeit, daß ich wahrnehmen kann, an wessen "Schale" ich vorbeifließe. Wenn dann jemand zu mir sagt "Du bist aber hart / kantig / .... heute", dann weiß auch ich, was ich wahrnehme, und kann mich nicht mehr, selbst bei gutem Willen, "irren lassen" ...

      Einige Deiner Fragen habe ich nicht beantwortet, weil auch ich es vermeiden möchte, vor mir selbst Dinge zu intellektualisieren, und, wie Ursus nach meiner Meinung richtig schreibt, mein Wesen durch Gedanken zu zerpflücken: Das ist etwas, was nur andere für mich tun können, und ich führe das lieber meiner zugegebenermaßen vegetarischen Verdauung zu, als es nur ständig im Mund zu behalten, bis es anstrengt. Vielleicht kann Gott beurteilen, ob ich Deine Worte gründlich gekaut habe, bevor ich sie zur Aufnahme des Besten in mein Nahrungssystem überführe: Und vielleicht teilst auch Du, daß ich manche Fragen anders als intellektuell oder im Rahmen der lesenden Wahrnehmung zu beantworten versuche. Es muß ja, wie Du mir auch spiegelst, nichts Schlimmes sein, wenn bestimmte Spannungen inszeniert werden, weil wir verlernt haben, Liebe direkt bzw. ohne Verlust zu tauschen. Wenn ich mir bewußt mache, mit welcher Aufrichtigkeit Du mich daran erinnerst, daß es eine Liebe in mir gibt, die meiner Weichheit nicht zum Opfer fällt, wenn Resonanzphänomene auftreten, dann können Du und ich, wenn Du es auch möchtest, als Beispiele für liebevolle Kommunikation der Zukunft vorangehen: Irgendwie müssen doch Bedeutungen, die wir noch nicht kennen können, weil sie einfach neu sind, Zugang zu von uns meisterlich beherrschten Systemen finden?

      Es fällt mir so schwer, mich noch angegriffen zu fühlen: Aber die Liebe, mit der wir antworten, scheint Grund für heftige Wehmutserinnerungen zu sein ... gerade die Heiler sollten die Liebe auch fühlen, von der sie sprechen, und ich kenne das innere Anheben in mir, aber auch "Gottes Hand auf meiner Schulter" ...

      Liebe Grüße
      Orvonton

      p.s. Wenn Du aber wirklich der Meinung bist, ich spreche aus anderen Beweggründen als der Liebe, etwa der Selbstprofilierung, dann sei eingeladen, Dein Licht in jeden Winkel meiner Persönlichkeit zu leuchten - laß uns wie Gott sein, der jeden Teil seines Wesens offenbart und zu teilen bereit ist. Wenn wir Menschen in uns wirklich die göttliche Persönlichkeit kennenlernen wollen, so geht es gerade darum, das Versteckte miteinander zu teilen, was die meiste Liebe braucht: Ich bete für uns, daß es fortan nicht einmal mehr einen unterbewußten Angriff erfahren möchte.

      @Orvonton:
      Edit Justy
      Zitate auf Grund fehlender Quellenangabe entfernt

      Es wäre auch schön, wenn es mal wieder zurück zum Thema ginge

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Orvonton ()

      Beitrag von Adlerin ()

      Dieser Beitrag wurde gelöscht, Informationen über den Löschvorgang sind nicht verfügbar.
    • @Orvonton,

      Orvonton schrieb:

      Wie andere Menschen auch, finde ich es eher in der Theorie leicht, im Konzept-Denken, mein göttliches und mein menschliches Wesen zu verschmelzen. Deswegen stelle ich mich darauf ein, daß jede neue Begegnung von mir denselben schwierigen Prozeß inneren Nichtvergessens der Spannung zwischen dem "Gottheitsabsoluten" und dem eigenschaftslosen Absoluten verlangt.
      dieser Absatz hat mich zum Denken gebracht.
      Ebenfalls Deine Überschrift:
      "Sekundenweise wundersame Restpathologien" -Denkst Du schon bald Gott zu sein? - Bezug: Threadtitel: Kann ich ausschließen, dass ich mich täusche? - lach -

      Ich beschäftige mich intensiv mit der Kabbalah und dort wird der Name Gottes nicht ausgesprochen, paralell dazu gibt es die 72 Namen Gottes.
      Die 72 Namen Gottes sind göttliche Eigenschaften, solche die auch wir in uns entwickeln können um zum "ICH BIN" vorzudringen.

      ICH BIN wäre dann so ich dies jetzt zerpflücke "gottheitsabsolut" aber nicht "eigenschaftslos absolut".

      Das Ziel zum "Gottheitsabsoluten ist zwar erreichbar, so Jesus als Mensch das vorlebte, aber für michmeinereiner doch sehr hochgegriffen - so wähle ich für mich die Übersetzung für einen, auch meinen dieser Gottesnamen dem - EHYEH ASHER EHYEH - mit - ICH BIN, DICH ICH SEIN WERDE -, darin ist die Spannung die Du im obrigen Zitat ausdrückst, für mich beiseite gelegt ist.
      Ich begebe mich damit in die Demut, denn eigenschaftsabsolut kann ich als Mensch nicht sein.
      Auch Jesus hat vom Vater gesprochen, das Gebet "Vater Unser" sagt das aus. Mit "Unser" stellt er sich auf unsere Stufe. Auch war er keinesfalls eigenschaftslos, hier trifft der Titel Gott zu.

      @ dem "eigenschaftslosen Absoluten" steht das Wort "Gott" eigentlich nicht zu.

      Wir, die einen spirituellen Weg versuchen zu gehen, wissen aus "Erfahrung" heraus, dass es dieses Ur....gibt und in unserer Unwissenheit, sagen wir Gott.
      Dem Ur.......Worte anzuhängen, wäre schon wieder Gedankenzuordnung, auch Ur ist eine Begrifflichkeit/ Adlerin hat im post das mit Sprache und Worten sehr schön geschrieben.

      Ich bin Verfechter des Begriffes: Aus dem Quell der Liebe und des Lichts für dieses Ur....
      LIEBE IST;
      und LICHT REDET NICHT, ES LEUCHTET

      Gott und Götter beziehen sich auf unsere Dimension, haben Eigenschaften. Den 72 Namen Gottes sind Elohims zugeordnet, das sind
      72 Schöpfergötter. Die allgemeine Meinung, die Götter wurden in der Zeit von Moses abgeschafft, stimmt unter genauerem Hinschauen so nicht.

      L.G.Rosenwetter

      Leider habe ich momentan sehr wenig Zeitkappazität um hier regelmäßig mitzuposten, schaffe es aber doch mitzulesen. Danke für den thread.
      ***
    • Hallo Orvoton,

      gerne antworte ich dir und sollte ich dich in irgendeiner Weise mit meinen Worten verletzt haben, so bitte ich dich dafür ausdrücklich um Verzeihung.
      Das du dich verletzt gefühlt haben könntest ... diese Überlegung entsteht aus deinen Worten über Verletzungen.
      Das Gleiche gilt auch für das Angegriffen sein... da du diesen Begriff immer wieder aufgreifst... keines meiner Worte ist als Angriff gedacht, sondern nur als Ausdruck meiner Sichtweise und Hinweise wo du Antworten finden kannst.
      Denn letzlich tragen wir alle Antworten in uns, auch du die auf deine Eingangs gestellten Fragen.

      Orvonton schrieb:

      Ich kann allerdings trotz meiner Überlegungen keinen Liebesmangel finden.


      :) das glaube ich dir... weil Überlegungen (Gedanken) Liebe nicht finden.
      Es geht (mir) auch nicht um Mangel an Liebe, sondern um die Fokkusierung der Aufmerksamkeit und die Annahme das sich Gedanken- und Gefühlsreichtum an der Vielzahl oder Komplexität der Worte zeigt.

      Orvonton schrieb:

      auch ich nenne sie, da meine Unvollkommenheit sich jeder Bewertung entziehen muß, denn nur ein Vollkommener könnte sie bewerten: Das eigenschaftlose Absolute.


      Diesen Satz kann ich so nicht nachvollziehen. Für mich ist es schon eine Bewertung etwas (Eigenschaften) als Unvollkommen/Vollkommen zu bezeichnen. Es ist teilend, damit nicht absolut, nach meinem Verständnis.
      Es ist "was es ist"... und die Liebe sagt: "Liebe was ist".

      Orvonton schrieb:

      die Dichte von Gottes Liebe noch im Wahrnehmbaren Nachvollziehen meiner Mitmenschen zu finden,


      kannst du, für dich annehmen das Gottes Liebe, in jedem/allem in gleicher Dichte vorhanden ist?
      Es ist unendlich vielmehr als wir Menschlein für wahr nehmen können.
      Wir Menschen können bei jedem anderen exakt soviel davon wahrnehmen, wie in uns selber wahrnehmen.

      Orvonton schrieb:

      Vielleicht kann Gott beurteilen, ob ich Deine Worte gründlich gekaut habe,


      kann er bestimmt :)... ich bin übrigens auch Vegetarier ;)

      Orvonton schrieb:

      Es fällt mir so schwer, mich noch angegriffen zu fühlen:


      Und warum möchtest du das denn fühlen?

      Orvonton schrieb:

      dann weiß auch ich, was ich wahrnehme, und kann mich nicht mehr, selbst bei gutem Willen, "irren lassen" ...


      Dieses Zitat möchte ich zum Anlass nehmen, um auf justy aufmerksamen Moderationshinweis... zum Thema zurück... zu kommen.

      Nimm diese, deine Aussage, beziehe sie auf deinen Threattitel.
      Es gibt Momente, da spürt man (ich) die Wahrheit dessen, was man (ich) wahr-nimmt.
      und wie du diese Gefühe selber oben beschreibst... das ist das wie ich fühle im Kontakt mit meiner Geistführung, mit anderen... nicht mit menschlichen Augen sichtbaren Wesenheiten.
      Dieser Kontakt entzieht sich, durch die Tiefe des inneren Wissen, dem Zweifel.


      Die Komplexität des Wahrgenommen in Worte zu transportieren ist mir nicht möglich.
      Worte benutzten einen bestimmten Ausdruckskanal... egal ob viele oder wenige... diese Art der Informationen einen anderen, sehr viel Vielfältigeren.
      Geschriebene Worte beschränken den Ausdruckskanal noch, so das auch noch so komplexe Wortegebilde die Botschaft nicht vollständig transportieren können.
      Und nicht selten verschleiern und verändern sie mehr, als sie zum Ausdruck bringen.
      Schließlich läuft jedes Wort das wir äußeren durch unser Bewußtsein mit all seinen Gefühlen und Erfahrungen.

      Für mich ist das so, werde ich aufgefordert etwas "in Worte zu fassen" so bedient sich meine Führung, einfacher prägnanter Sätze.
      Klar und auf den Punkt gebracht, liebevoll und doch sehr deutlich... da gibt es nichts mehr zu hinterfragen.


      Meine Art ist es durch Nachfragen... Antworten aufsteigen zu lassen (in mir und anderen), die der eigenen inneren Wahrheit entsprechen.
      Durch deinen, oben zitierten, Satz hast du in dir das Gefühl gefunden, welches ich hier für mich beschrieb:

      Arthemesia schrieb:

      Zitat von »Orvonton« Meine Frage an Euch ist, wo Ihr nach solchen Fragen zu angenehmer und befriedigender Sicherheit in Euren Wahrnehmungen gekommen seid,


      In den Zeiten in dem ich mir selbst wirklich vertraue.



      Liebe Grüße

      Arthemesia
      Es ist nicht die Aufgabe eines anderen Menschen mich zu lieben wie ich bin... es ist meine.
    • Ich möchte mich Arthemesia anschließen.

      Suche nicht, sondern VERTRAUE. Alles ist IN DIR. Wenn Du auf Deine Führung vertraust, DIR SELBST-vertraust, dann öffnen sich die Türen von alleine. :heart:



      Liebe Grüße



      Claudia

      Beitrag von Orvonton ()

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    • Kleiner Einschub zu den vergleichbaren Quellen, und ganz zur ursprünglichen Fragestellung des Themas inkl. Titel gehörig
      der Geist der Erkenntnis, Geist der Weisheit, Geist der Einsicht, Geist der Gottesfurcht usw.
      1) NT link
      2) röm. kath. (Firmunterricht etc, also durchaus ein "traditional" ) link

      Weiters nach wie vor die Ansicht, dass hier nur Überprüfung eigener Wahrnehmungen und deren Entwicklung und
      konstante oder veränderliche Variabilität
      einer Erkenntnis näher führt, insofern Qualitätsmerkmal primär die individuelle Spontaneität (dieses Wort hat viele Bedeutungen, hier ist
      das direkte unbeeinflusste Hervortreten aus der Tiefe dem eigenen Inneren gemeint) ist im Gegensatz zum gewollten Adaptieren der
      Wahrnehmungen und deren Interpretation an vorgegebenen Normen von außen.

      Christoph

      Bewusstheit schafft Heilung


      "Der wahre Zweck des Menschen ist die höchste Bildung seiner Kräfte zu einem Ganzen"
      Wilhelm von Humboldt (1767 - 1835)

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    • Grüß Dich, Orvonton, -ta oder von mir aus auch ,-tiae (ganz wie's beliebt)

      Orvonton schrieb:

      Mit Deinen Fragen kann ich viel anfangen, ich empfinde sie wie Gefäße, in die ich hineinfließen kann.

      Wenn sie denn genug Fassungsvermögen haben, sei es mir willkommen.

      Orvonton schrieb:

      Von dieser Perspektive aus, in der Form, die ich annehme, wenn ich in Deine mit Worten aufgeschriebenen Gedanken hineinfließe - auch wenn ich sie mehrmals lesen muß, um mir den Sinn zu erschließen - kann ich neue Dinge sehen, und es hilft mir, mein Innenleben mitzuteilen. Ich finde es toll, daß Du die Realität als etwas Anfaßbares in den Raum stellst und auch die Frage nach ihrer Natur, dem "Wie" ... Wie ist sie eigentlich ?!


      Zuerst mal: Warum, bitte, sollte es Dir besser gehen als mir? :D Also, wenn ich Deine Worte mehrfach lesen und fünfmal um die Ecke denken muß, um mitzukommen, dann darf es ja nun auch umgekehrt so sein. *find* Zweitens: Inwieweit ein Innenleben oder ein Geistesweg, der der Mystik nahe kommt, nun nach außen mit-teilbar sein muß (oder auch sein sollte) da bin ich mir nicht sicher. Die Antworten finden sich von selbst, wenn die Fragen gestellt werden. Ob das Stellen der Fragen hervorgerufen werden muß? Meiner Ansicht nach: Nein, aber das mögen manche anders sehen. Ansonsten. Realität ist erlebbar- und dadurch ist sie, in gewissem Sinne, immer auch konkret. Selbst dann, wenn sie subjektiv ist und sich ausschließlich im Geist der Person, zu der sie gehört, abspielen würde. Auch Gedanken oder Ideen sind konkret, wenn auch ursprünglich fluid.

      Orvonton schrieb:


      Nehmen wir einmal an, daß das Ursprüngliche Ich, Gott, die Liebe, die unendlich reife Liebes-Persönlichkeit hinter dem physischen Urknall - daß dieses Ursprüngliche Ich sich über alles vollbewußt ist. Es hat in sich Kinder geschaffen, die sich verschieden bewußt über diese Herkunft sind, und sich verschieden tief mit diesem "Ich" identifizieren oder auf verschiedenen Ebenen Zugang dazu haben.

      Dann wäre, so denn die Geschichten stimmen, Jesus vermutlich so eine Art "Prototyp voll verantwortlicher Gotteskindschaft." (Nein, ich verliebe mich jetzt nicht in diesen Begriff und seine Konnotationen. *grins*)

      Orvonton schrieb:

      Diese Möglichkeit, daß wir uns selbst dort orten, wo wir oft funktionieren und manchmal sehr stark mit uns selbst interagieren, ist eine Grundvoraussetzung für Gespräche mit und über Gott hinter und im Anderen (Mitmenschen).

      Möglicherweise, ja. Möglicherweise nein. Es kommt wohl darauf an, ob dieser Austausch erkennend oder sensual erlebt wird. Wobei uns hier im Forum nur der erkennende Weg bleibt, was nicht heißt, dass es den sensualen nicht gäbe. Und ob für letzteren die Verortung so zwingende Voraussetzung ist, wie Du es beschreibst? Vermutlich nicht. Denn sonst wäre der Kontakt mit dem, was "dahinter" ist, ausschließlich dem bewusst Erkennenden möglich - und das ist ja nun erwiesenermaßen nicht der Fall. (alles ist belebt, auch ohne das Bewusstsein über das Belebtsein äußern zu können und mit allem kann kommuniziert werden).

      Orvonton schrieb:

      Was wir hier erleben, zähle ich zur subjektiven Realität, wie auch Du sie beschreibst.

      Ich auch.

      Orvonton schrieb:


      Nehmen wir an, der Mensch, den ich gerade beschrieb, der auch im Moment hier schreibt, das bin ich, nur mal zum Beispiel. Dadurch, daß ich Dich in diese Perspektive mitnehme, bist Du in der Lage, Dich in diesen Moment hineinzuversetzen.

      Nein. Das funktioniert auch ohne, dass Du mich in diese Perspektive mitnimmst. Das ist weder zeit- noch raumspezifisch. Alles, was dazu nötig ist, ist das Erkennen, Lesen und Abrufen der entsprechenden Energiesignatur. Und dazu musst Du mich nicht einladen. Bei entsprechender Übung ist das kein Problem. Remote viewing funktioniert zum Bsp. so. Ist wie ein Plattenspieler: Wenn die Nadel in der Rille sitzt, läuft das entsprechende Stück.

      Orvonton schrieb:

      Natürlich kannst Du wählen, wie deutlich Du Dir das vorstellst, und ob Du den Fünfeuroschein der hier zufällig liegt, oder das Gitarrenplektrum, von dem ich Dir erzähle, oder meine aufgeregte Freude darüber, mich auszutauschen - in Dich aufnimmst, Dir lebhaft gefühlsmäßig vorstellst oder nur als Information (logisch) registrierst: Jedes Gemüt hat bereits hier eigene Vorlieben, Gewohnheiten und trainierte Mechanismen, die den meisten Menschen verständlicherweise höchstens halb bewußt sind. Dadurch allerdings, daß ich Dich jetzt "vorschlagsweise" hier in meinen Kopf mitgenommen habe, in meine "subjektive Realität", ist objektiv nicht abstreitbar, sobald Du dies liest, daß wir eine kollektive Realität haben.

      Wird dadurch, dass Du DEINE Realität mit mir teilst, die erlebte Realität automatisch zur gemeinsamen? Das würde nur passieren, wenn ich Teile dessen, was Du teilst, mit in meine Realität nehme (und dort belasse, also sie entweder assimiliere oder integriere). Die höchste Wk für geteilte Realität wäre m.E., dass wir beide die Realität des anderen sehen und daraus eine neue, gemeinsame Realität erwächst und/oder wir sie schaffen. (Oder ist das dann schon transzendierend? :denk: )

      Orvonton schrieb:

      Damit, daß ich diese Dinge so deutlich aufschreibe, möchte ich Dir zeigen, wie ernst ich Deine Worte nehme, und wie ich mir wirklich persönlich vorstelle, wie Du die Welt siehst und was das mit mir macht.


      Ich hatte diesen Zweifel nicht. Eher den, ob ers nicht den ein oder andern überfordertn könnte, der oder die es dann allein aus dieser Überforderung heraus als "arrogantes Geschwätz" abtun könnte. Wobei, selbst wenn: Seis drum. Ein gute Übung für (meinen) Anteil weiblichen Narzissmus, dem es egal werden kann, was andere Leute denken. :D

      Orvonton schrieb:

      Jetzt stelle ich mich einer schwierigeren Aufgabe. Ich versuche, mir vorzustellen, was es in Deiner subjektiven Realität bedeuten könnte, eine von Dir als "transzendente Realität" beschriebene Sichtweise auf unsere gemeinsame Wirklichkeit, in der wir hier schriftlich einen Dialog führen, anzunehmen.

      Stopp, Sisiphos! Hier verrennst Du Dich und mutest Dir eine Aufgabe zu, die unmöglich gelingen kann: Da meine subjektive Realität sich ständig ändert (ich bin noch nicht tot, dann habe ich kein Gehirn mehr, aber erst dann, und jenes produziert die Wahrnehmungen) ist es schier unmöglich, von außen zu sehen, was sie transzendieren könnte/würde. Entschuldige bitte, aber hier muß und wird jeder scheitern, der diese Realitäten als nicht statisch betrachtet.
      Grüße,
      Adlerin

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Adlerin ()

    • Veränderte Wiedereinfügung nach korrekter Beanstandung durch Ilaya

      Liebe Rosenwetter,

      ja, diese Extase können wir sogar nicht nur einzeln empfinden, wenn wir sie, wie hier, als Kommunikation begreifen. Ich muß zugeben, ich empfinde eine gewisse Extase, während ich hier mit Euch schreibe, denn nach einer tiefen Bauchgefühlstimme in mir ist das etwas Einzigartiges. Es ist die tiefe Wahrheit selbst, die in uns miteinander spricht, während ein unbeachteter Teil unseres sterblichen Verstandes der Meinung ist, daß wir das Kommende schon längst hinter uns haben werden :-) ... und, ja, Rosenwetter, Deine Worte bringen mich im selben Gedankenzug an dieses Ziel. Wenn die Extase sich auch auf ein liebevoll-diszipliniertes Alltagsmaß zurückzieht, denn wer ständig nur grinst wird erfahrungsgemäß mit anstrengenden Fragen belegt ;-) ... aber, das muß ich auch zugeben, sie verschwindet nie völlig. Trotzdem habe ich das Gefühl, daß etwas Zusätzliches in den Vordergrund tritt, wenn man ernste Gespräche über die endlichen oder schwerer berührenden Prozesse des sterblichen Verstandes (Schleifen) führt. Womöglich könnten sich Menschen ausgeschlossen fühlen, die wir nicht als extatisch wahrnehmen? Wir arbeiten an unserer Wahrnehmung *prost* :) ...

      ****

      Liebe Ursus,

      ich danke Dir für Dein konstruktives Mitdenken und Deine themenbezogenen Fragen.

      ja, ich habe darüber nachgedacht, wie ich mir sicher sein kann, ob ich mich täusche. Ich gebe gern zu, daß eine gewisse Neugier darüber mitschwang, wie andere Menschen Phänomene innerhalb ihres lernenden, sterblichen Gemüts, aktiv-mitschöpferisch zum Göttlichen Selbst-Ich hinführen und auflösen. Ich muß auch zugeben daß ich trotz meines schwachen Charakters mit der Vielzahl der Lernebenen eine gewisse Sicherheit im Umgang mit diesen Fragen fühle.

      Warum habe ich dem nachgespürt? Das ist auch eine gute Frage. Weißt Du, eine meiner Lieblingsfragen ist tatsächlich, wie sicher sich jemand ist, der sich sicher ist. Das, was der Kurs in Wundern "geistige Schau" nennt, was wir Urantianer eine "Verbindung mit dem Sohnkreislauf" nennen, kurz, das direkte und durch den Verstand ungeblendete geistige Wahrnehmen ist etwas sehr Assoziationsaufstöberndes auf diesem Planeten. Anderswo mag es normal und Standard sein, hier wird man dafür verurteilt, daß man es "erfahrungsgemäß zu kennen" glaubt. Gerade, weil wir in einem Zeitalter leben, wo zunehmend "Die Engel unter den Menschen, halb träumend, ihre heute noch schlafenden Flügel entfalten", ist es so nötig, daß wir die verstaubten Statuen und Statuten um ihr Bett für den Moment ihres Wachwerdens vorbereiten. Wenn wir uns nicht sicher sind, daß unser für sie vorbereitetes Essen ihrem lange schlafenden Körper Kraft gibt, schlafen sie vielleicht ein weiteres Jahr?

      Ich wollte wissen, wie der Stand ist. Die Antworten, die ich hier bekomme, ... das ist spannend. Wie Menschen mich, und vielleicht zu einem Teil damit auch sich, wahrnehmen. Wer von uns sich wie nah an dem, was passiert wahrnimmt. Auf anderen Welten ist das ein unschätzbares Geschenk: Ich bin mir sicher, daß es Wesen gibt, die sich darum reißen würden, live und in Farbe mit uns zu reden, und trotzdem möchte ich manchmal mit ihnen tauschen, einfach weil es so anstrengend und scheinbar ohne präsent wahrnehmbares Ziel ist: Absolutes Chaos in der Orientierung, Worte als teilweiser Totalersatz für Bedeutung und die tiefe Möglichkeit geistigen Gesättigtseins durch diese. Trotzdem scheint der Faden auch für andere seine Bedeutung zu behalten, und das freut mich sehr sehr tief.

      Ich schätze Deinen Kommentar, weil ich zu spüren glaube, daß Du Dir die Frage ein bißchem auf die Art gestellt hast, wie ich es erhofft habe, und wie ich sie mir in diesem Atemzug auch gleich selbst noch einmal stelle. Dabei gehe ich aber durch Deine vorgeschlagenen/veränderten Gedanken hindurch:

      Je wir hinspüren, desto mehr kommt an, wo unser Verstand vielleicht täuscht ...
      ... genau hier. Während wir es zerlegen, zerpflücken, aus-denken ...


      Während ich kurz versucht war, mit meinem sterblichen Verstand den wenigen Gedankenvorschlägen als Antwort auf meine tiefere Frage zu begegnen, die mich irrezuführen schienen - ich begann, auf eine Weise zu zweifeln, die jene wenigen liebesbewußten bereits gelegten Schienen in mir nicht zu erkennen schienen - so schien mir's - .... begegneten mir Deine Zeilen, ohne zweiten Gedanken, einzig durch die mit ihnen in uns allen verbundene innere Bewegung, wie eine direkte Verbindung zwischen Seele und Geist (Präsenz). Der Verstand wurde durch Dein Beleuchten dieses Phänomens einfach ausgeschaltet. Obwohl von Dir hier nur "Worte" stehen hat Deine Bereitschaft, an meiner Selbstinfragestellung auch innerlich Teilzunehmen, etwas wichtiges gezeigt und ausgelöst: Sie hat mir geholfen, wahrzunehmen, daß das Gute in mir vorher nicht geteilt sondern eher "beassoziiert" war. Das ist keine Absage an die erfolgten Annäherungen: Es ist ein tiefes Eingeständnis meiner Unsicherheit, obwohl ich glaube, daß ich über recht viel Erfahrung in geistiger Navigation verfüge. Es ist eher so, daß ich es mit der viel selteneren Vergewisserung der Richtigkeit meines Gefühls viel leichter habe, das "Gedankenzerpflücken" im trotzdem-voll-bleibenden Rahmen meiner Präsenz geistig "zu überleben". Andere hauen ab oder kollabieren, weil sie sich natürlich eingestehen müssen, daß sie sterbliche Gedanken denken, und das ist für alle schwierig. Wir fürchten schließlich, tatsächlich sterblich zu sein, und darin scheint uns das Ziel der Furcht noch real. Aber sterbliche Gedanken sind ihrem Namen nach endlich, und das ist ja das schöne, wir unterhalten uns hier von Wesen zu Wesen, von unsterblich zu unsterblich, und dürfen über die eben kurz abgestreiften ...

      während wir 'es' zerlegen, zerpflücken, aus-denken ...

      ... Gedanken denken. Hätte ich mich nicht mit meinem geistigen Apparat in die Gefühls-Gedanken bzw. Gemütsnetzwerke vieler Menschen begeben, würde ich jetzt nicht in Deiner Fragestellungsstimmung das bemerken, was Voraussetzung für das Teilen über Sicherheit (Wo täusche ich mich noch?) ist. Es zeigt mir persönlich aber auch, wie sicher ich mich als Mensch fühlen kann, wenn ich nur viel weiß. Dafür habe ich auch Sati schätzen gelernt, die in solchen Sitationen einfach ihre Gefühle verteidigt, gerade weil Intellektualisierer ihre eigene Verletzlichkeit (Unwissen über die Tiefe ihrer auf Einfühlsamkeit wartenden Nachrutschpersönlichkeit) wesentlich schlechter fühlen. Dabei gehen sie (tierisch gesehen versuchen sie, zu dominieren) über etwas hinweg, worin die Schwächeren tatsächlich die Stärkeren sind. Auch, wenn weniger "mehralsnurrationalisierende" Leute übrig bleiben, uns hier zu spiegeln, hier beginnt das Interessantere, denn wenn wir die süße Liebesemotion nicht bei den gesprochenen Gedanken fühlen, sind wir getrennt, und das müssen sich die chronischen Gesprächsdominierer (*sichselbstandienasefaß*) wirklich im Nachhinein bewußt machen, wenn sie sich nicht von Dialogen wie diesen hier berühren lassen, fehlt ihnen das Wesentliche zu ihrem Wissen. Wissen ist - möglicherweise - nur einer der sieben mentalen Hilfsgeiste:

      Die Worte fehlen uns, um diese sieben mentalen Hilfsgeiste angemessen zu charakterisieren. Sie dienen den niedrigeren Ebenen des erfahrungsmäßigen Verstandes, und man kann sie in der Reihenfolge der evolutionären Stufenbewältigung wie folgt beschreiben:

      1. Der Geist der Intuition — rasche Wahrnehmung, die primitiven physischen und eingeborenen reflexmäßigen Instinkte, die Orientierungsfähigkeit und andere Selbsterhaltungsgaben aller Verstandesschöpfungen; der einzige Hilfsgeist, der so weitgehend in den tieferen Ordnungen tierischen Lebens wirkt und der einzige, der in umfassender funktioneller Berührung mit den unterweisungsunfähigen Ebenen des mechanischen Verstandes steht.
      2. Der Geist des Begreifens —[...]
      3. Der Geist des Mutes — [...]
      4. Der Geist des Wissens — [...]
      5. Der Geist des Rates — [...]
      6. Der Geist der Anbetung — [...]
      7. Der Geist der Weisheit — [...] Weisheit ist der Gipfel aller intellektuellen Leistung. Weisheit ist das Ziel einer rein mentalen und sittlichen Existenz.

      Quelle: urantia.org/de/das-urantia-buch/schrift-36-die-lebensbringer


      "Echter geistiger Glaube (wahres sittliches Bewusstsein) [...] verharrt trotz aller gegenteiligen Beweise der Logik unbeirrbar
      im Glauben an Gott und widersteht erfolgreich allen anderen intellektuellen Sophistereien. "

      Quelle: urantia.org/de/das-urantia-bu…ur-der-religion

      Copyright-Nachweis:urantia.org/de/copyright-und-…ung-von-zitaten
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      Ich danke Dir noch einmal, daß Du durch Dein Gefühlsbekenntnis dazu beigetragen hast, daß ich mich nicht im Intellektualisieren verirre: Hier werde ich mich sicher noch oft täuschen, und das ist mir jetzt noch einmal bewußt geworden. Dann muß ich erstmal Schluß machen für heute. Der Faden ist sehr interessant - an dieser Stelle auch nochmal danke an alle für die rege Beteiligung, aber ich MUSS heute noch was Musik machen :) ...
    • Täuschung? - "Stimmt so."

      Liebe Adlerin,

      nach unglaublichen Endjahresexzessen und in liebevoller innerer Annäherung an meine Fähigkeit zum Widerstand gegen:
      • meine Einsicht,
      • mein Bekennen
      • ... und meine Demut
      ... - hier ein Versuch der kreativen Interaktion mit Dir: vimeo.com/56653241 (Folge 2 lädt noch und ist dann da gleich nebenan) ...

      Liebe Mods: Das Material, zu dem hier verlinkt wird, ist sämtlich von mir erstellt und damit (C) Copyright 2012 by Orvonton. Hoffe, das ist jetzt OK so :)

      Ansonsten erstmal ein typisch-unbeholfenes Danke gegenüber Deinem mich erreichenden und geglücktem Versuch, mehr als mein Erscheinungsbild hinter meinen Worten zu sehen. Ich finde es auch sehr gut, wie Du durch meine "Ablenkungen" navigierst - dort, wo ich mich fürchte, gesehen zu werden, aber Du Dich nicht. Das muß doch letztendlich zu mehr Gott unter uns Menschen führen, wenn wir in unserem Kern und als das, was wir wirklich sind, sogar voneinander, von uns Menschen, und nicht nur von ihm gesehen werden. :hüpfen:

      Clemens / Orvonton
    • Lieber Clemens,
      ich komme im Augenblick nicht dazu, das alles an einem Stück zu hören - geschweige denn, zu kommentieren.
      Zwei Dinge aber vorweg: Danke, dass Du Dir die Mühe gemacht hast. Ich werde das hören - aber dazu brauch ich Zeit und Ruh. Und zum Antworten nochmals. Da muß ich mir dann noch überlegen, wie.

      Zweitens: Nein, das Glasperlenspiel meint das Glasperlenspiel. Nix "Vier gewinnt" und nix Murmelbahn.

      Hesse, Clemens. "Das Glasperlenspiel" von Hermann Hesse. Genau das meinte ich damit- und das, wofür es steht. Ich kann Dir für Deine Suche nur raten: Lies das Buch.
      Und wenn Du kannst, lies alles, was Du finden kannst, von und über Dag Hammarskjöld.
      Sein spirituelles Tagebuch zuvorderst einmal, aber nicht nur.
      Beide Männer (oder alle drei, wenn man die Figur von "josef Knecht" im Glasperlenspiel mal nicht rein fiktiv nimmt) könnten Dich etwas lehren über was es sein könnte, ein medialer Mann zu sein. Oder anders formuliert: Ein Mystiker und medialer Mann zu sein.
      Ich kann das nicht, ich bin eine Frau, wenn auch zugegeben, eine ebenfalls mediale. Und ohnehin keine Mystikerin, wenn auch manches mich reizt. Und ich kann nur meins parallel in den Raum stellen. Aber was ein medialer Mann sein kann, wird er nur bei medialen Männern finden.
      Der Musiklehrer im Glasperlerlenspiel... er wird Dir vermutlich auch noch mehr zu sagen haben, als ich aus seinen Worten je entziffern könnte.
      Aber meine Antworten werden ebenfalls kommen, nur dauert es noch. (Und Du brauchst sie weniger dringend, als die der Männer, um Deine eigenen zu finden).
      Grüße,
      Adlerin
    • Grüß Dich, Lichtnatur des C. :) ...

      Deine Antwort ist nun schon vom 17. Dezember. Darf ich trotzdem noch was sagen?

      Wir hatten uns sicher noch nicht darüber unterhalten, wohin innere Geschichten gehen können, wenn "alte" Worte neue Bedeutungen umreißen müssen. Würde mich jemand fragen, welche Bedeutungen in uns bekannten Worten *noch* stecken können (Unbekannte, aber existente Bedeutungen zum "bekannten" Wort "Geist" z.B.), die von zukünftiger Wichtigkeit sind - sollte ich schweigen? Damit spielerisch und menschlich - nicht nur streng nach Lexikon - umzugehen, ist eine meiner Eigenarten. Es tut mir Leid, wenn das dazu führen muß, daß wir, Du und ich, uns schlechter verstehen. Leider liebe ich die mir trotz des natürlichen Unverstandenbleibens gebliebene liebevolle Spielerischkeit (auch nicht "richtig" im Sinne üblicher Verwendung, but it gets meanings across) in ausgedrückter Verbalgedankensprache zu sehr, als daß ich mich der Polizei nicht stellen würde ;-) ...

      Dein erster Punkt 2) stimmt völlig. Gebe ich Dir Recht. Da ist immer auch ein *(wahrscheinlichgrößereralsmirliebist-)Anteil* von mir dabei. Kommunikation ist dann, daß wir *Anteile* vergleichen und Brücken bauen, falls wir es wollen, aber dabei ist auch nötig, daß beide Kommunikationspartner die Farbtöne und Geschmacksnuancen der "himmlischen Bedeutungsdüfte" und "Gourmetgekochten Wortkompositionen" mit "valid as mutual: pass on to spiritual brain" bewerten. Ich gebe gern zu, daß ich da vor den Augen meines Schöpfergottes entschieden gestört bin. Ich kann einfach nicht unkreativ mit Sprache umgehen. Bzw., wenn ich es tue (Ich habe das wider Erwarten doch schon öfter mal probiert!!) führt das dazu, daß die Leute mich noch ungerner erriechen und verspeisen wollen. Was ist meine Alternative? Ich frag lieber nicht: Rhetorische Fragen werden auch manchmal behandelt, als wären sie ernst gemeint: Daran erkennt man zum Beispiel, *wie gut* man verstanden wird, besonders dann, wenn sie *sehr* ernst beantwortet werden. Deshalb stimme ich Deinen Gedanken über Natürlichkeit und Humor durchaus zu, auch wenn ich dabei sehr ernst bin.

      Weißt Du, manchmal geht es mir so, daß ich ein Gespräch beginnen wollte, und jemandem zeigen muß, daß ich ihn gar nicht angreifen *wollte* ... meine Distanz zu Menschen halte ich oft aus dem Grund, daß Nähe freiwillig sein muß - auch für sie. Die Art, in der sie Nähe suchen, "zwingt" sie oft zur Reibung mit mir - etwas, was außerhalb *meiner* Freiwilligkeit liegt. Ich betrachte es als ein Zeichen von Liebe, wenn jemand mit mir Streit sucht, der von innerer Unklarheit angetrieben wird, und dem Wunsch nach Erkenntnis. Dabei denke ich trotzdem an das Sinn-Zitat mit der Schulmeisterei... Du bemerkst sehr gut an mir: ich ärgere mich, so gut bemerkst Du mich dort: Ich komme in Versuchung: Intellektuelle Sophisterei. Daß Du es bemerkst, hat sehr wohl mit mir zu tun: Du bemerkst, daß ich mich schäme, und daß ich es vertusche. Vor Gott, der in Dir lebt, möchte ich das bekennen, daß ich ein Argument als Schild nahm, um nicht ganz andere, dahinter verborgene (verbogene?) Gefühle mit Dir zu teilen, der Du sie vielleicht ohne Probleme hättest schätzen, fühlen und feedbarken können ... Ehrlichkeit währt am längsten, und Gott vergibt sofort... deswegen fühle ich meine Scham nun auch nicht (sehr viel) länger, obwohl ich weiter ehrlich zu Dir bleibe: Nichts kann der Liebe im Weg stehen, ist es nicht so?

      Dadurch, daß ich Dir meine Gefühle offenlege, und Dich einlade oder auch Dir erlaube, mich in mein Inneres zu begleiten, was oft genau so wie hier geschrieben oder ähnlich funktioniert, und manchmal ganz anders, ... dadurch weißt Du, was wir voreinander auflösen dürfen und müssen, und daß wir miteinander längst darüber einig sind, daß wir beide Gottes Kinder, also Brüder, und ohne Angriff voreinander sind.

      Eine unserer Schwestern hat mir gestern erzählt, daß sie sich manchmal mit ihrem Mann streitet. Durch den Gedankenjustierer bekam ich ein inneres Bild. Streit: Das ist es, was sich abreiben muß, wie eine Schale, damit das innere der geistigen Frucht, mein Inneres, zu der Deinen durchkommen kann. Nur wenn wir einander wirklich seelisch berühren - Wenn ich meine Wortgourmet-Schürze endlich ablege - dann wirst Du vielleicht auch genießen, was ich Dir mit ehrlicher Mühe und mit bestem Bestreben, mit "gekochter und mundgeschenkter Liebe" anbiete. Aber mancher Koch wäre vielleicht auch ohne einen gewissen Hochmut in der Etepetetegesellschaft nicht überlebensfähig? Die Schwester und ich, wir kamen zu einem Bild: Streitthemen sind wie Mondsatelliten um unser wahres Inneres, die Sonnen. Manchmal, wenn wir uns täuschen, sagen wir zueinander: Du hast gar kein LICHT! Und dabei hätten wir sagen müssen: "Ich kann Dein Licht nicht sehen, denn wir beide schauen auf die Pink-Floyd-Seite des Mondes"... und nur für den Fall, daß wir ein anderes Beispiel geben sollten, das in dieser Geschichte aber bereits enthalten ist: "The Dark Side of The Moon" ... nicht jeder kennt sich dort aus ... ist ein berühmtes und trotzdem sehr gutes Album der Band Pink Floyd. Die Schwester und ich, wir waren sehr erleichtert. Plötzlich gab es gar nichts wirklich "Böses" mehr, sondern nur noch "Monde" ... wir verloren, für ein paar Sekunden, sämtliche Projektionsflächen ... warum nicht? Wenige Menschen sind so wirklich böse, daß sie miteinander kein Doppelsonnensystem eingehen würden: Die meisten, und da nehme ich mich nicht aus, haben einfach nur Angst ... Angst, andere mit ihren "falschen Worten" zu verletzen, aber auch Angst, der eigenen inneren größe, dem Schein der dunkelsten, der verstecktgehaltensten aller Sonnen, ehrlichen und "geistig-gefühlsechten" Ausdruck zu verleihen ... würden wir uns sehr in unserer Nähe zur Wirklichkeit täuschen, C_Light, wenn wir diese Gedanken für wenige Augenblicke einmal gemeinsam denken würden? Vielleicht ja, vielleicht nein, ... was sind das für Menschen, die kein Vielleicht kennen?

      Hier stimme ich Deinen Gedanken über die "gemeinsame Harmonie des Wandels" völlig zu, und ich habe viel darin von Dir gelernt. In Dir sehe ich eine angenehme, verwandte Schärfe des Intellekts, aber ich fühle auch, welche Teile in mir nicht würzig genug sind, damit Du sie als Teil der geistigen Kochkunst herausschmeckst, und manchmal will ich gerade über diese Dinge reden. Es ist zwecklos, so zu tun, als ob man etwas kann: Jeder findet seinen Meister. Einmal habe ich dem Freund einer Freundin ein Flamencogitarrenstück vorgespielt. Ich kam mir sehr wunderbar und sehr begabt vor, weil er mir zuhörte. Viele Menschen, vor allem auch ich, glauben, daß sie etwas *sind*, wenn sie etwas *darstellen*. Das Blöde war, daß der Typ am anderen Ende der Leitung "richtig(!)" spielen konnte. Ich habe mich sehr geschämt. Und gleichzeitig war ich unheimlich motiviert, zu üben! Noch tiefer war allerdings das Gefühl der Erleichterung: Von einem wirklichen Vorbild kann man auch lernen, Unwirklichkeit abzulegen ...

      Durch mein Hiersein und Deinen vollkommenen Spiegel sehe ich die Unvollkommenheit und Unanwendbarkeit meines geistigen Größenwahns, der mich wie ein Käfig umfangen hält. Vieles daran werde ich noch lange behalten, und ich bin von solcher Art gestrickt, daß ich selbst solche Worte nur zum *Schein* spreche, damit ich Jene leichter finde, die mich *im Unscheinbaren* längst überwunden haben.

      Gern möchte ich meine trockene, unfruchtbare Sprache ablegen oder weiter verbessern und erfrischen. Vielleicht kann ich all diese Dinge nur mit Euch teilen, weil ich ebensogut wie Ihr "in meine eigene, verkrampfte Haut" schlüpfen kann? Ein weiterer Jemand, dem wir den Titel "Meister" gegeben haben, war mir hierin gerade gestern wieder ein Beispiel ...




      Wie es immer seine Gewohnheit war, gebrauchte der Meister Gleichnisse und Symbole, als er dieses Erinnerungsmahl einsetzte. Er benutzte Symbole, weil er gewisse große geistige Wahrheiten auf eine Weise lehren wollte, die es seinen Nachfolgern schwer machen würde, seinen Worten genaue Auslegungen und bestimmte Bedeutungen beizulegen. Auf diese Weise versuchte er, kommende Generationen davor zu bewahren, seine Lehre zu zementieren und das, was er geistig gemeint hatte, in die toten Ketten der Tradition und des Dogmas zu legen. Bei der Einsetzung der einzigen Zeremonie oder des einzigen Sakramentes im Zusammenhang mit seiner gesamten Lebenssendung trug Jesus große Sorge, die Bedeutung seiner Botschaft mehr anzudeuten, als sich auf genaue Definitionen festzulegen. Er wollte des Einzelnen Vorstellung von göttlichem Kontakt nicht durch die Schaffung einer präzisen Form zerstören; ebenso lag ihm die Absicht fern, die geistige Vorstellungskraft des Gläubigen durch formale Eingrenzung zu beengen. Er versuchte vielmehr, die wiedergeborene Seele des Menschen auf den freudigen Schwingen einer neuen und lebendigen geistigen Unabhängigkeit in die Freiheit zu entlassen.


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      Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von Orvonton ()

    • Ergänzung und Zusammenfassung

      Liebe Leute.

      Alles in Allem scheine ich nicht auf eine Weise zur Kommunikation in der Lage zu sein, die sich ausreichend-unanstrengend beidseitig anfühlt. Dabei habe ich komischerweise nicht das Gefühl, in starker Weise einer Selbsttäuschung oder sogar einem unterbewußten Ersatz für diese erlegen zu sein. Das bringt mich zu interessanten Gedanken über diese Realität.

      Ihr habt mir in diesem Thread sehr geholfen, mir meiner Positionen unsicherer bzw. sicherer zu werden, beides, wo es angemessen ist. Allerdings ist das so schlimm, daß ich jetzt echt grinsend durch die Kante laufe. Tut mir leid, aber reden ... geht jetzt nicht mehr ;-) ... denn ... ich fühle mich so real!

      Also, wir sehen uns wieder, in einem Land, wo man anders als durch Worte kommuniziert :) ... alles gute Euch auf Eurer ewigen Reise!

      Liebe Grüße
      Euer Orvonton


      p.s. Die Zitate, die Justy weiter oben in guter Absicht gelöscht hat, darf ich hier zur nachträglich besseren Übersicht und nach Rücksprache mit ihm sowie nach Aufklärung über die korrekte Form durch Ilaya wieder einfügen ...
      Im Inneren der Auster gibt es keine Schale aufzubrechen.

      (C) by Orvonton
      Manche Steine [wirft man ins Wasser] und sie sinken nie zum Grund. Sind solche Steine nicht wie die Worte der Menschen?

      (C) by Orvonton
    • Hallo Orvonton :winke:

      Orvonton schrieb:

      Also, wir sehen uns wieder, in einem Land, wo man anders als durch Worte kommuniziert
      sorry , soviel Text von Dir mit soviel Worten , erschlägt mich :aufgeb: :umfall:

      Finde das Land, wo die Botschaft ohne viele Worte geht :knuddeln: ;)

      Liebe Grüße Heidi

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Heidi Mertens ()

    • hallo Overton,

      Orvonton schrieb:

      Also, wir sehen uns wieder, in einem Land, wo man anders als durch Worte kommuniziert ... alles gute Euch auf Eurer ewigen Reise!

      wir sind alle "hier und jetzt" in diesem Land: es heißt: VISION der LIEBE und der von Dir in diesem thread oft zitierte Jesus hat das vorgelebt.
      Und nachdem Du uns auf die "ewige Reise" alles Gute wünscht und Du Dich so "real" fühlst (ich versteh das so wir sind noch nicht so weit?), werden wir uns in unseren Ansichten niemals treffen.
      L.G.Rosenwetter
      ***