Abschied einer Krähe

  • Gestern verließ uns die Jungkrähe, die unseren kleinen Garten für etwa zwei Wochen In Anspruch nahm. Sie war noch nicht flügge und humpelte ein wenig von hier nach dorthin, die meiste Zeit über von ihren Eltern oder Geschwistern beobachtet. Wir sahen zu, daß wir uns um den Garten nur so notwendig als möglich kümmerten, da während unserer Anwesenheit von oben über den Dächern meist heftiger Protest erfolgte.


    Eine Freundin von uns, Veterinärmedizinerin, sah sich den Vogel kurz an und meinte er wäre kräftig genug durchzukommen. (Ich habe auch von anderen offiziellen Stellen erfahren, daß es nicht gut ist Krähen zu "helfen", also sie zu füttern u.dgl., das übernehmen die erwachsenen Krähen.)


    Aber es regnete ständig. So weit ich beobachten konnte unternahm die junge Krähe keine Mühen irgendwo unterzukommen, obwohl es ein paar Gelegenheiten dafür gab. Also saß sie einige Zeit im Freien, im Regen, am Tag, in der Nacht oder humpelte mal hierhin, mal dorthin, quer über unser Gemüsebeet. Am liebsten aber ließ sie sich dort nieder.


    Vor zwei Tagen frohlockten wir, da sie etwas gewachsen war. Das Federkleid war auch prächtiger und sie wurde zwischendurch von einer etwas älteren Krähe besucht. Diese saß meistens neben ihr oder in einem natürlichen Versteck unterhalb einer Hecke. Es war mittlerweile wieder trocken und wir rechneten schon bald mit ihrer Abwesenheit.


    Doch es kam anders. Sie lag gestern reglos neben dem Tomatenbeet und die übrigen Krähen, die uns immer beschimpft hatten, waren nicht mehr da.


    Ein Freund schrieb mir später per sms: Die Krähe bringt uns die Magie und das Mysterium des Lebens. Sie lehrt uns, daß etwas altes sterben muß, bevor Veränderung geschehen kann. Tod als Möglichkeit zur Veränderung – wir hätten einen Lehrer bei uns gehabt...


    Ich finde diesen Gedanken schön, da wir uns an die Krähe schon mehr gewöhnt hatten als geahnt.

  • Moin!


    Erinnert mich an eine Geschichte, die ich vor ein paar Jahren erlebte:


    Damals war ich in einer Beziehung, die nicht wirklich schön war, so richtig wußte ich nicht, wie das weiter gehen sollte. Als ich eines Tages von meiner Praxis nach Hause ging, lag vor mir eine tote Jungkrähe. Die war wohl gegen das Fenster des meiner damaligen Praxis gegenüberliegendem Hochhauses geknallt. Gleich daneben war eine etwas schummrige Bar. Da bin ich rein, habe lautstark um eine Plastiktüte gebeten, bin mit der raus, habe das arme Vieh eingesammelt und dann zu Hause auf Geheiß der Geister im Garten begraben.


    Zwei Tage später beendete die damalige Freundin die Beziehung. Das war zuerst Scheiße, aber es stellte sich als gut raus.


    Gruß,
    Road Man

  • Mir springt ebenfalls die Frage ins Auge, was die Krähe dem Auge des Betrachters wohl sagen möchte.


    Die Traufe scheint allmählich vorbei und es ist Zeit das gewohnte Territorium /Rückzugsgebiet zu verlassen.


    Das Universum spricht deutlich ....


    Wow

  • Hallo


    @ Soulgate wie habt ihr sie beigesetzt?


    Da es ja auch weiße Krähen gibt wollte ich mal Fragen ob es da irgendwelche Unterschiede gibt?


    Das Universum spricht schon deutlich nur hören ``wir``immer zu?


    Liebe Grüße
    :spielen: Snow

  • Gibt es, Firion.
    Gescheckt, gepunktet usw.
    Rein weiß sogar in zwei Varianten....als Mutation mit dunklen Augen und als Albino mit roten Guckern.....
    Schau mal hier.
    :winke:


  • Mit Unterschiede meinte ich übrigens die Botschaft ;)


    Ich wußte damals auch nicht das es welche gibt und wurde eines besseren belehrt .Es gibt sogar weiße Bären und Bisons.


    Liebe Grüße
    Snow

  • Uff, das is ja mal interessant.


    Aber ehrlich gesagt wär ich lieber draußen geschockt worden als im Tierpark


    die schwarzen Krähen find ich persönlich rein optisch schicker