Druiden?

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    • Hallo!
      Beim Durchsehen des Forums habe ich als Neuling bisher nur peripher etwas über Druiden gefunden. Vielleicht nicht verwunderlich, da die naturreligiöse Szene sich doch meist fern von der New-Age-Szene hält, was ich allerdings noch nie verstanden habe. Ich selbst bin seit Jahren nicht nur schamanisch sondern auch druidisch tätig (die Überschneidungen sind groß, man könnte einen Bereich des Druidentums sogar als keltische Form des Schamanismus bezeichnen) und würde mich freuen, hier ein paar weitere Meinungen zum Druidentum kennenzulernen. Falls ihr Fragen habt dürft ihr mir die natürlich auch stellen.

      Liebe Grüße
      Losgann
    • Vielen Dank, Isirius!

      Firion: Gar nicht so einfach, eine so allgemeine Frage zu beantworten, ohne einen Roman zu schreiben. :cooldancer:
      Zuerst einmal: Da Vieles über die Praxis der antiken Druiden in Vergessenheit geraten ist, gibt es heute eine Menge verschiedener Richtungen und Auslegungen im modernen Druidentum, die sich aber alle irgendwie auf die Inspiration der alten Druiden stützen. Wesentlich für mich ist nicht der Begriff, sondern ob dieser Weg für mich funktioniert. Ich bin Mitglied im OBOD (Order of Bards, Ovates and Druids), einer englischen Druidenvereinigung, die einen Fernkurs in den drei Graden anbietet. Der OBOD vermittelt eine Philosophie, die sehr lebens- und naturorientiert ist, Rituale und Zeremonien zu den Jahreskreisfesten und anderen Anlässen und bestimmte Energieübungen, um wieder stärker in Einklang mit sich selbst und der Natur zu kommen. Inwieweit sich jeder auf Gruppenaktivitäten einlässt ist individuell verschieden. Ich selbst war mal aktiver in der Hinsicht, habe aber das letzte Jahr über eher für mich allein praktiziert. Auch die Theologie ist individuelle Sache, wichtiger als der Glaube an eine bestimmte Gottheit (oder gar keine) ist die gemeinsame Praxis und der Bezug zur Natur. Es gibt auch Druiden, die stärker daran interessiert sind, das antike Druidentum zu rekonstruieren, aber das ist nicht wirklich mein Ding. Für mich muss es im Hier und Jetzt funktionieren und das tut es. Manche wie ich betonen die schamanischen Aspekte des Druidentums (Geistreisen, Krafttiere, Arbeiten mit Energie, Zauberei), andere eher die zeremonielle oder priesterliche Seite.


      Ich hoffe ich konnte zumindest ansatzweise deine Frage beantworten.
    • Hi Losgann!

      Um ehrlich zu sein: ich habe eine sehr ambivalente Haltung gegenüber Druiden. Mir ist leider mal in einem anderen Forum vor Jahren ein abschreckendes Beispiel eines recht bekannten "Druiden" überm Weg gelaufen, das leider Sachen behauptete, die so nicht stimmten. Damit war das Thema Druidenorden erstmal für mich abgehakt, zumal die "Linie" ja zumindest offiziell spätestens ab den iroschottischen Wandermönchen nicht mehr fortgeführt wurde.

      Trotzdem: ein anderer Teil von mir findet es klasse, wahrscheinlich sind es die keltischen und mit den Elfen verbundenen Anteile. Wenn sich da ein neues Druidentum bildet - klasse! Hätte ich Geld - mich täte der Fernkurs sogar reizen. Weil ich das Gefühl habe, die Druiden waren sehr "allumfassende" Leute, und das gefällt mir sehr.

      Grüßle,
      Road Man
    • Hey Road Man,

      ja, schwarze Schafe gibt's überall. Ich könnte dir sowohl bei den Druiden, als auch bei Schamanen, Wiccas oder New Agern genug Leute nennen.

      Linien sind so eine Sache. Hört sich immer gut an, wenn man behaupten kann in einer ungebrochenen Tradition zu stehen, aber eigentlich sagt das wenig über die Qualität einer solchen aus. Der OBOD ist gerade mal 50 Jahre alt und aus einem anderen Orden entstanden, der auf die Revival-Bewegung des späten 18ten Jahrehunderts zurückgeht. Ist mir aber eigentlich ziemlich schnuppe. Ich finde es ist immer wichtig, dass ein spiritueller Weg organisch und flexibel ist und auf das schaut, was ist, nicht auf das, was mal war, auch wenn Wurzeln sicher nicht unwichtig sind. Ich ziehe aber die Verwurzelung in der Erde, dem Kosmos und seinen Kreisläufen einer Verwurzelung in Dogmen und Regeln vor, und gehe davon aus, dass die alten Kelten ähnlich gedacht haben. Deswegen hänge ich mich auch nicht an Begriffen wie Druide oder Schamane oder irgendeinem Anspruch von "historischer Authentizität" auf. Solange ich selbst als Person authentisch bin, bin ich glücklich und zufrieden, und bediene mich all der Dinge, die sich als hilfreich erwiesen haben, ob es nun eine druidische Meditation, ein Krafttiertanz oder eine Bachblütenmischung ist.

      Ich habe mal gedacht, einer "reinen" Tradition zu folgen sei die Lösung, aber wenn man dann feststellt, dass es die reine Lehre ohnehin nicht gibt und Alles sich gegenseitig befruchtet, hat sich das Thema eigentlich erledigt. Das Druidentum, insbesondere wie es vom OBOD gelebt wird, kommt meiner Lebenseinstellung aber am nächsten, daher fühle ich mich dort zuhause; wahrscheinlich, weil es einerseits sehr erdig, andererseits sehr philosophisch orientiert ist, und es wirklich keine Dogmen gibt. Das macht mir die Leute dort auch sehr angenehm.

      /|\
      Losgann
    • Hallo Losgann,

      selber habe ich durchaus meine Meinung zu diesem Thema.
      Und die Grundzüge Dieser werde ich Dir gerne darstellen:

      Zum ersten gibt es für mich kein "-tum". Denn dieses "-tun" wurde mit der Erstürmung der entsprechenden Insel in antiker Zeit durch die Römer "ausgelöscht".
      Zum zweiten herrscht immer die Meinung vor, dass Kelte und/oder Druide ein und dasselbe seien. Auch hier sage ich: "Nope!" Druiden mögen wohl die Hoheprister bei so. keltischen Stämmen gewesen sein, nur konnten Diese auch ohne "Kelten" existieren.
      Zum dritten: Ich unterscheide durchaus zwischen schamanischen und druidischen Praktiken. Es mag da ja bis zu gewissen Punkten Gemeinsamkeiten geben, nur endet der "Schamane" dort, wo "Druide" "weitergeht". Auch verlasse ich, wenn ich mich Druide nenne, die "Augenhöhe im Kreisgedanken", denn als Druide habe ich Werkzeuge magischer Art zur Verfügung, welche einem Schamanen aufgrund des "Kreisgedankens" weniger in den Sinn kämen. Dies klingt wohl ein bißchen elitär (und soll wohl auch so sein, denn Druiden waren zumindest in der Antike die "Elite" ihrer Gesellschaft).
      Zum vierten: Der OBOD hat durchaus Einiges herausgefunden, was Damals insbesondere geomantische Dinge anging, in einigen anderen "Disziplinen" erweist sich dessen Wissen als weniger komplett. Nur: Wer kann von sich heute schon behaupten, absolut komplett zu sein?
      Zum fünften: Ich hänge der Ansicht an, druidisches "von Mund zu Ohr" weiterzugeben und mich so der Sicht der antiken Tradition anzunähern. Und von daher gibt es zwar schamanisches Wissen durchaus als "Fernausbildung", druidisches Wissen "nur" direkt vor Ort.

      Mit dem Segen der Göttin!
      /I\
      Wolfgang :winke:
    • Danke Dir Wolfgang,
      Du sprichst mir aus der Seele!

      Kannst Du Dir vorstellen, geweiht zu sein, indem Du Fragebögen
      ausfüllst und ankreuzelst?
      Was hat das mit einer Druidenweihe und deren Vorbereitung zu tun?
      Geschweige denn mit druidischem Lernen.

      Der Schamane geht zum Platz,
      der Druide IST der Platz.

      Ich war schon da.....

      LG
      Isirius
      Ohne Ziel ist kein Weg der richtige!!!
    • Ach weißt du, Isirius... Ich finde das mit den Weihen ist heute auch kein wirklicher Garant für eine gute Ausbildung mehr. Ich habe meine Erfahrungen mit Kreisen gemacht, wo viel Wert auf Initiation gelegt wird (viele davon haben kein wirkliches Geheimwissen zu bieten) und bin auch selbst in eine Tradition initiiert worden. Von einem Lehrer zu lernen ist natürlich toll, kann aber auch gehörig in die Hose gehen.
      Ich habe viel in persönlicher Ausbildung gelernt aber eben auch im diesem Fernkurs, und kann nur sagen, dass es für mich auf die Erfahrung ankommt, nicht darauf, auf welchem Weg diese zu mir kommt.


      @Wolfgang: Du sprichst da viele berechtigte Punkte an. Mir fehlt gerade die Zeit dazu, ausführlich darauf einzugehen, aber das hole ich später nach.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Losgann ()

    • Hi Losgann,

      dann warte ich doch noch etwas auf Deinen nächsten Beitrag.
      Ich selber empfinde natürlich auch etwas, wenn ich etwas "erlesen" darf, nur kommt denne ja das "Überprüfen", ob dies für den eigenen Weg stimmig ist. Und genau Das macht dann die Erfahrung aus...

      Isirius:
      Eine Weihe kann ich mir ohne eine entsprechende Vorbereitung und Ausbildung ohne persönlichen Kontakt kaum vorstellen.
      Allerdings gibt es eine "Selbstweihe", wie Phillip Carr-Gomm sie in Druid Craft schreibt, welche durchaus den Sinn hat, die eigenen Sinne für "den Pfad des Druiden" zu öffnen... Nicht mehr - nicht weniger.

      Und:
      Ich war auch schon da! ;)

      /I\ Wolfgang :winke:
    • Hallo Losgann!

      1) Herzlich willkommen im Forum :knuddeln:

      2) Ich erlebe Dich in Deinen zwei Threads Vorstellung und Druiden sehr authentisch, stimmig, offen und neugierig.
      Ein feiner neuer Input in unserem Forum!

      3)

      Isirius schrieb:

      Kannst Du Dir vorstellen, geweiht zu sein, indem Du Fragebögen
      ausfüllst und ankreuzelst?
      Was hat das mit einer Druidenweihe und deren Vorbereitung zu tun?
      Geschweige denn mit druidischem Lernen.


      Ich für mich bin überrascht von dieser Sichtweise und Assoziation. :denk:

      Ich empfinde - von dem, was ich bisher gelesen und "aufgenommen" habe - Losgann als erwachsenen, reifen Mann, der erfolgreich im Leben steht, eine feine, liebevolle Beziehung führt, künstlerisch überaus begabt ist und der schon sehr lange auf dem Weg der Spiritualit unterwegs ist.

      Ich tue mir unendlich schwer mir vorzustellen, dass so jemand, der so lieben, so zeichnen, so malen, sich so ausdrücken, sich hinterfragen und einbringen kann, irgendwelche kopierten Zettel bezieht, Fragebögen ausfüllt und dann glaubt, er sei ein Druide.

      Ich habe es so verstanden, dass er vielseitig interessiert ist und sich aus England Informationen und Wissen über einen bestimmten Zweig der Spiritualität bezieht.
      Sehr wahrscheinlich eine Quelle unter vielen, wer noch nie Infos aus Bücher und co bezogen hat, der werfe den ersten Stein..... :spiegel1:

      Die Haltung in der Spiritualität, zu glauben, man wisse, wie der einzige richtige Weg sei, und man selber sei natürlich auf dem "einzig richtigen Zug" kann sehr schnell an die eigenen Grenzen führen. :spiegel1:

      Mir fällt dazu eine kleine Weisheitsgeschichte ein, die ich aus der Erinnerung so gut wie möglich wiedergebe:

      Ein Bischof trifft auf einer seiner Missionsreisen auf einer Insel drei Fischern, die sich Christen nennen.
      Sie sind sehr motiviert und engagiert, kennen aber nicht einmal das Gebet des Herrn. Sie beten auf ihre Art einfach: „Wir sind drei, du bist drei, sei uns gnädig!“
      Der Bischof ist entsetzt.
      Eindringlich lehrt er sie die einzig stimmige Version des Gebets und bringt ihnen nachdrücklich das Vaterunser bei.
      Dann machte er sich erleichtert auf die Weiterreise.
      Er ist mit seinem Boot noch nicht weit gekommen, da sieht er die drei Fischer aufgeregt über das Wasser zu ihm laufen.
      Sie steigen zu ihm ins Boot und bitten ihn nachdrücklich, ihnen die einzig stimmige Version des Gebets noch einmal zu wiederholen, sie befürchten, schon wieder etwas nicht exakt ausgedrückt zu haben.
      Der Bischof war sehr kleinlaut geworden und sagte nur: "Geht nach Hause und betet weiterhin auf eure Art: Wir sind drei, du bist drei, sei uns gnädig!“

      LG
      Advaita
    • advaita schrieb:

      Die Haltung in der Spiritualität, zu glauben, man wisse, wie der einzige richtige Weg sei, und man selber sei natürlich auf dem "einzig richtigen Zug" kann sehr schnell an die eigenen Grenzen führen.

      Da stimme ich Dir zu.

      Für jeden gibt es nur einen Weg, nämlich seinen persönlichen und eigenen.

      Aber schon alleine Druiden als keltische Schamanen zu bezeichnen, nungut...seine Meinung.
      Schamanen sind der Stufe des Baden sehr ähnlich.
      Das ist lediglich der erste Abschnitt auf dem Weg zum Druiden.
      UND..Das ist eben nur ein winziger Teil dessen, was Druiden sind.
      Ohne Ziel ist kein Weg der richtige!!!
    • Holla!

      Ich muß da jetzt doch mal kurz was sagen, weil ich Schamane bin, allerdings nur ein kleiner (1,65 m, ich darf mir das also rausnehmen, so zu tönen). *g* Das Druidentum kenne ich zwar nicht, aber vom Barden weiß ich so ungefähr, dass die sich mit Gesang und Poesie beschäftigt haben. Korrigierts mich da bitte, wenn ich falsch liege. Aber ich seh´ das "von innen her" a bissl anders. Zwar denken Schamanen "kreishafter" und nicht so elitär, aber auch da gibt es gewisse Initiationsriten, Stufen und Spezialgebiete. Und wer glaubt, Schamanisieren hat nur mit bissl Reisen und Geister herbeitrommeln zu tun: ich mach mal eine Verbindung zum Hexentum, und das nannte man nicht umsonst "Kunst".

      Das wurde schon mal an anderer Stelle erwähnt, aber bitte mal "Schamanen im Blinden Land" anschauen. Druide ist zwar was anderes, aber gefühlt ist der Schamane zumindest von den Grunddisziplinen her nicht so weit weg: Singen, Geister beschwören, Schauspielern, Kenntnisse in Medizin, Rezitation der alten Mythen, Sozialarbeit etc.

      So, das wars dann auch schon. Gut Nacht!
      Road Man
    • Nur ganz kurz, zum Rest schreibe ich morgen was:
      Ich schrieb, dass man EINEN BEREICH des Druidentums als keltische Form des Schamanismus bezeichnen könnte, Isirius. Genauer lesen bitte, bevor du über meine Aussagen herfällst.
    • Mittlerweile haben sich so einige Beiträge gehäuft, auf die ich gern eingehen will.

      Zu Wolfgang:
      Zum ersten Punkt: Druidentum ist ein Begriff, mehr nicht. Das antike Druidentum ist ausgelöscht worden, aber es gibt seit dem späten 18. Jahrhundert eine moderne Bewegung, die den Namen für sich angenommen hat. Ob das Ganze berechtigt ist, oder ob man einen anderen Begriff hätte wählen sollen kann man diskutieren, es ändert aber nichts daran, dass diese Leute sich heute Druiden nennen. Und von diesem Druidentum spreche in, in Ermangelung eines anderen Begriffs.
      Zu Punkt 2: Sehe ich genau so.
      Zu Punkt 3: Wie bereits oben geschrieben, ich sehe einen gewissen Bereich des Druidentums als schamanisch an. Darüber hinaus gibt es noch andere Betätigungsfelder von Druiden.
      Ich teile nicht die Ansicht, dass Schamanismus zwangsweise die Weltsicht des Kreisgedankens beinhaltet (das auch zu deiner Aussage, Road Man); ebenso muss heutiges Druidentum nicht zwangsweise elitär sein.
      Überhaupt glaube ich nicht, dass man von dem Schamanismus sprechen kann. Auch Schamanismus ist ein Sammelbegriff, den sich westliche Anthropologen haben einfallen lassen. Ich weiß nicht, ob die angeblich schamanischen Kulturen damit alle so glücklich sind. Vielleicht hätte man auch das Druidentum in denselben Topf geworfen, wenn es noch in seinem ursprünglichen kulturellen Zusammenhang existieren würde. Wer weiß das schon, aber für unwahrscheinlich halte ich es nicht.

      Zum vierten: Ich glaube es hat niemand behauptet komplett zu sein, also ist Alles im grünen Bereich. :sonne:
      Zum fünften: Da verstehe ich deine Unterscheidung von Druide und Schamane nicht ganz.
      Warum findest du Fernausbildungen im Schamanismus plausibel, im Druidentum aber nicht? Interessiert mich wirklich.


      advaita schrieb:

      Ich habe es so verstanden, dass er vielseitig interessiert ist und sich aus England Informationen und Wissen über einen bestimmten Zweig der Spiritualität bezieht.
      Sehr wahrscheinlich eine Quelle unter vielen, wer noch nie Infos aus Bücher und co bezogen hat, der werfe den ersten Stein..... :spiegel1:


      Danke, Advaita! Dankedankedanke. Ich hätte es nicht besser sagen können. :freunde:
      Ich erlebe in Foren oft das Phänomen, dass Menschen auf Einzelaussagen festgenagelt oder reduziert werden, als sei es das einzige, was sie je getan oder gesagt hätten (oder noch sagen könnten). Jeder Forenbeitrag ist immer eine Momentaufnahme und reflektiert selten die komplette Person dahinter, ihre Geschichte und ihre Ausbildung. Ein einzelner Post reflektiert meist nicht einmal Alles, was man zu dem Thema zu sagen hat, sondern bildet lediglich eines Ausgangspunkt.

      Ich finde es schade, dass mein ursprünglicher Post nicht zu einem offenen Austausch von Ideen und Fragen geführt hat, sondern zu einer schnellen Abstempelung einer neuen, vielleicht ungewohnten Ansicht. Ich weiß, was ich aus dieser Erfahrung lernen kann und ich wünsche jedem Beteiligten dasselbe, aber ich halte eine Fortsetzung der Diskussion an dieser Stelle für wenig sinnvoll. Danke euch allen!

      Liebe Grüße
      Losgann

      Edit Road Man
      Ich hab´ das Zitat vom Advaita kenntlich gemacht. ^^
      Bitte benutze zum Zitieren die Zitieren - Funktion.
      Hier findest du eine gute Anleitung und in diesem Thema kannst du üben.
      Gruß Road Man

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Losgann ()

    • Losgann schrieb:

      Beim Durchsehen des Forums habe ich als Neuling bisher nur peripher etwas über Druiden gefunden. Vielleicht nicht verwunderlich, da die naturreligiöse Szene sich doch meist fern von der New-Age-Szene hält, was ich allerdings noch nie verstanden habe.

      OK. Also zurück zum Ausgangspost. Meiner Meinung nach hat Druide nichts mit Religion zu tun, oder mit naturreligiöser Szene.
      Religion ist lediglich dazu da, Menschen zu manipulieren und zu lenken.
      Ich unterscheide Religion und Glaube.
      Glaube ist individuell, Religion nicht.

      Druiden lehren und lernen über das Wort von Mund zu Mund. Deshalb wenig in Foren, weil wie Du schon sagtest, es sind Momentaufnahmen.
      Außerdem fehlt Mimik, Gestik und direktes Gegenüber.
      Ohne Ziel ist kein Weg der richtige!!!
    • Jo, bevor ich mich in meine Mittagsmeditation *g* verabschiede:

      Was den Schamanismus angeht: der ist tatsächlich ebenfalls ein Sammelbegriff. Die Ethnologen haben im Grunde das sibirische "shaman" auf alle Leute, die mit Trance, (Tier)Geistern und Seelenflug arbeiten, draufgeschüttet. *g* Die einzelnen Ethnien geben ihren Schamanen unterschiedliche Namen: Jhankri, Mara-a-Kame oder was auch immer. Übrigens haste mit dem Kreisgedanken nicht so ganz unrecht, also Korrektur meinerseits: Schamane kann ja auch nicht jeder werden, und man hat als solcher schon eine Sonderstellung (in alten Kulturen geachtet, in der Postmoderne geächtet, solang man nicht den typischen LUL-Indianertypus raushängen läßt *hähä*).

      So, um das Ganze in eine konstruktivere Bahn zu lenken: Auch die Druiden arbeiteten sehr wahrscheinlich mit der Anderswelt, veranstalteten Rituale und Jahreskreisfeste und waren in Politik und Rechtswesen recht aktiv (zumindest wenn man den alten Quellen glauben darf). Auch die Ausbildung war teilweise lange und heftig, und manche Schamanenanwärter sind ebenfalls mit 10, 15 Jahren dabei. Betrachtet man den Schamanen/Häuptling-Typus, den es bei manchen indigenen Völkern noch gibt, wirds wirklich arg verschwommen mit den Grenzen. Soweit ich weiß, war das Druidentum institutionalisierter, vielleicht ritueller orientiert und mehr einem Priesterorden ähnlich? Weiß ich nicht - ich schnapp mir halt meine Trommel und leg los, wenn was in der Richtung ansteht.
      Ich seh da durchaus noch Diskussionspotential, wenn auch nicht ganz uneigennützig. ;-) Die "Kelten" konnten es ja sehr gut mit den Feen und Elfen, und ich unterstelle den Druiden, dass sie in der Hinsicht auch ein ordentliches Standbein hatten. Und der Aspekt tät mich schon sehr interessieren.

      Grüßle,
      Road Man
    • Okay, dann will ich mal nicht über reagieren. Diskussion wieder aufgenommen. :)

      Isirius: Ich bin auch kein Freund des Begriffes Religion und sehe Druidentum in einem anderen Licht - als mystischen Weg, Spiritualität oder spirituelle Wissenschaft, je nach Ausrichtung, wobei ich hier mal den Aspekt als Gesetzeshüter vernachlässige, da der heute von anderen Leuten abgedeckt wird. Die meisten Druiden, die ich kenne, zählen sich aber irgendwie zur neuheidnischen Szene, die einige auch als naturreligiöse oder naturspirituelle Szene bezeichnen. Wie gesagt, ich bin damit auch nicht so glücklich, aber das ist meine bisherige Erfahrung. Du hast offenbar eine andere gemacht.

      Road Man: Ja, Druiden (und ich spreche damit für mich selbst und meine Sichtweise des Druidentums; andere mögen das wieder anders sehen) veranstalten Rituale und Jahreskreisfeste und arbeiten sowohl mit den Kräften der Natur als auch der Anderswelt, und kommen dabei natürlich auch mit Feen, Elfen und andere Naturgeistern in Berührung. Für viele gehören auch Magie und Divination zu dem Weg, aber das kommt wohl sehr auf die persönliche Ausrichtung an. Ich selbst habe einen starken Hang zu Allem, was mit außersinnlicher Wahrnehmung, Trance und Anderswelt zu tun hat, andere, die diesen Zugang vielleicht nicht so stark besitzen, konzentrieren sich eventuell mehr auf die Künste (okay, da bin ich auch dabei!) oder die gesellschaftliche Rolle als Priester und Ritualleiter.
      In unserer (also, OBOD) Ausrichtung der drei Grade wäre die nächste Entsprechung des Schamanen übrigens der Ovate, nicht der Barde, der sich mehr um die Kultivierung von Inspiration und überhaupt erst mal um die Öffnung für den Druidenweg kümmert. Themen des Ovatengrades sind Verbindung mit der Natur, Divination, Trance, Heilung, Magie. Ich weiß aber dass jeder Orden und jede Gruppen das etwas anders sieht, was ich nicht schlimm finde, solange das jeweilige System in sich stimmig ist und funktioniert.

      Gruß
      Losgann