Hallo im Namen meines Pferdes

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    Edit Wolfsspur
    Auskopplung aus der Vorstellung von JJumper.
    Den Link unten im Text ausführbar gemacht und in Klarnamen geändert.
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    Sein Name ist Jumper (eigentlich Jolly Jumper, aber Jumper reicht =) ) und er ist im August 3 Jahre alt geworden. Er ist erst im April diesen Jahres zu mir gekommen und war bis dahin eigentlich immer gesund. Wir haben in den paar Monaten jedoch nun schon einiges durch :denk:
    Allerdings schränkte nichts von dem so ein, wie das jetzige Problem. Er schubberte sich plötzlich sehr stark an Mähne und Schweif, hatte blutige Stellen und war zu nichts mehr zu gebrauchen weil er fürchterlich darunter litt (natürlich!). Der Verdacht lag sehr nahe, dass es sich um das typische Sommerekzem handelt (eine allergische Reaktion auf den Speichel der Kribelmücke). Ich ergriff natürlich sofort alle nötigen Maßnahmen, zog in einen neuen Stall in dem die Haltungsmöglichkeiten für ihn nahezu perfekt waren, änderte seinen Futterplan, behandelte die betroffenen Stellen und hoffe, dass der Sommer endlich um geht, denn im Winter fliegen die Viecher nunmal nicht und der Dicke könnte sich erholen. Dem ist nun aber nicht so, denn auch trotz bitterer Kälte und Frost juckt er sich an Mähne und Schweif (die Viecher fliegen nur bis ca 5 Grad plus). Ich wusste also nun, dass es nicht mehr nur von den Viechern kommen kann und ließ einen Allergie [lexicon]Test[/lexicon] sowie ein Blutbild machen. Sein Zink Wert (Haut) sowie sein Selen Wert sind zu niedrig. Das lässt sich über ein Zusatz Futtermittel jedoch relativ schnell beheben. Beim Allergie [lexicon]Test[/lexicon] kam jedoch der Schock! Mein Pferd reagiert auf die Saisonalen, sowie auch auf die ganzjährigen Faktoren allergisch 8o
    Kurz um bedeutet dies, er ist auf Gräser, Pollen, Milben und jegliche Sporen (z.B. Schimmelsporen im Stroh) allergisch :umfall:
    Also hieß es wieder handeln.... ich habe ihn sofort umgestellt von Stroh auf Strohmehl damit die Schimmelsporen weitestgehend weg sind und ich wasche ihm sein Heu (Futtermilben) bevor er es zu fressen bekommt. Natürlich ist das nicht nur mit einem großen zeitlichen Aufwand, sondern vor allem mit einer psychischen Belastung verbunden denn ich möchte, dass mein kleiner ein Sorgen und vor allem aber juck-freies Leben führen kann :rolleyes:
    Naja, jedenfalls tauscht man sich unter Stallgenossen ja nunmal aus und jemand erzählte mir, dass er ein Pferd kenne, welches praktisch genauso viele Allergien hatte wie meiner und geheilt wurde. Das Zauberwort lautet Eigenurintherapie! Er sagte, die Besitzerin habe den Mittelstrahl aufgefangen, zum aufbereiten irgendwo hin gebracht und über ca 1 Jahr 2-3 mal die Woche den aufbereiteten Urin gespritzt. Das Pferd sei danach Symptomfrei durchs Leben gehopst. Nun habe ich mich natürlich gleich via goxxxx.xx auf die Suche nach Infos über diese Art der Bahandlung gemacht und folgendes in diesem Forum gefungen


    Homöopathie vs. Schulmedizin: Eigenurin-Therapie heilte meine Stute




    Also habe ich mir gedacht, dass hier bestimmt Leute zu finden sind, die mir etwas darüber erzählen können, mir Tipps geben können oder auch von Erfahrungen berichten können. Ich denke jedenfalls, dass das ganze sehr gut klingt, ich habe allerdings absolut keine Ahnung, an wen ich mich wenden kann denn die Behandlungsmöglichkeit scheint nicht sehr verbreitet (klar, wer hat schon Bock 8 Stunden im Stall auf Pipi-machen des lieben Vierbeiners zu warten =) ). Ich habe allerdings wirklich die Hoffnung, dass dies bei meinem Wallach helfen könnte :] Es wäre so großartig!!!
    Also - falls wer jemanden kennt, der jemanden kennt usw - ich bin um jeden Rat dankbar!
    Seid alle lieb gegrüßt
    Sandra und Jumper :)

  • hallo,


    ich gab damals meinem Hund (leckekzeme) Schwarzkümmelöl. Dabei stellte ich fest, das wir zwei sehr gut mit den Kapseln klar kamen. Es war natürlich nicht das Allheilmittel, aber es verschaffte ihm doch sehr viel Erleichterung.


    Alles gute für dein Pferd.


    achso ja herzlich willkommen


    gruß

    manchmal wünsche ich mir die Gelassenheit eines Stuhles
    den der muss auch mit jedem Arsch klar kommen


    Wer Rechtschreibfehler findet darf sie behalten, ich habe noch mehr davon

  • Hallo Sandra,


    auch Eigenurin ist kein Allheilmittel.


    Wie bei jeder anderen Therapieart auch, hilft nur das, was wirklich auf den jeweils individuellen Patienten passt.


    Dafür brauchst Du einen Therapeuten vor Ort, der Dein Pferd vorher mit Hilfe der für seine Therapieart üblichen
    Diagnose/Anamneseverfahren durchdiagnostiziert.


    Ich weiss, dass es sehr schwer und aufwändig ist, dafür einen geeigneten Therapeuten zu finden, da es leider gerade in der
    Tiernaturheilkunde mehr "Scharlatane", als wirklich solide ausgebildete Leute gibt.


    Plausibel und in schöne Worte gefasst erklären kann fast jeder - leider steckt da oft nichts hinter.


    Eventuell kann ich Dir zumindest einen Tip geben, in welche Richtung Du mal suchen kannst (sowohl, was die
    Therapieart als auch was die Therapeutensuche anbelangt).


    Dafür wäre es hilfreich, wenn Du noch mal folgend Fragen beantwortest:


    welche Rasse ist das Pferd?


    wie genau wird es konkret gehalten?


    was genau fütterst Du wann und wieviel (Rauhfutter, Krippenfutter, Zusätze, Leckerli etc.) ?


    Welche Ausrüstung verwendst Du (Decken etc.)


    Wie verhält sich Dein Pferd in der Gruppe mit anderen (Rangordnung etc.)


    Wie ist Dein Pferd im Umgang mit Menschen?


    Wie wird es gearbeitet?


    Dann wären Fotos hilfreich (Ganzkörperaufnahmen von allen Seiten und Nahaufnahmen dr Scheuerstellen)


    Außerdem lass mich doch mal bitte wissen, in welchem Teil von De. (grob) Din Ross steht ?


    LG
    Sunny

    ...sage niemals nie, denn nichts ist unmöglich...

  • Hallo und erstmal vielen Dank für die Antworten.
    Entschuldigung, dass ich erst jetzt antworte, bei mir ist im Moment alles ziemlich turbulent :O
    Zu den Fragen:
    Es handelt sich um einen Araber-Traber Mix. Im August 3 Jahre alt geworden.
    Er steht Momentan Nachts in einer Box mit Strohmehl als Einstreu. Am Tag kommt er 4-6 Stunden raus auf einen Einzelpaddock (ja ich weiß, nicht optimal, geht nur leider derzeit nicht anders). In der Herde ist er rangniedrig. Er geht jedem Streit aus dem Weg, zieht sich eher zurück. Auch im Umgang mit Menschen ist er rangniedrig =) Ich werde regelmäßig dafür gelobt wie brav er doch ist und dass man das von drei-jährigen garnicht kennt. Er ist sehr auf mich bezogen, folgt mir durch die Halle. Aber auch er hat seine Ausraster in denen ihm alles egal ist und er einfach nur buckelnd durch die Halle rast ;) Gearbeitet wird er noch nicht wirklich. Wir machen leichte Bodenarbeit, bisschen Führtraining, Anti-Schreck-Training usw. Kein Anreiten oder der gleichen. Derzeit longiere ich gaaaaanz langsam an. Aber Arbeit kann man das noch nicht nennen. Da ich privat gerade sehr eingespannt bin machen wir die nächsten 2-3 Wochen vermutlich erstmal noch weniger. Dann steht noch ein Stallwechsel an (der neue Stall ist noch nicht gefunden daher kann ich die Haltungsbedingungen noch nicht sagen) der aufgrund meines Umzuges nicht ausbleibt. Noch steht das Pferd in NRW in der Nähe von Düsseldorf. An Ausrüstung hat er noch nicht viel. Er trägt eine Regendecke und sein Halfter. Ab und zu einen Kappzaum aus Leder. Das wars.
    Ach ja- Futter!
    Also, er bekommt Morgens und Abends ein volles Heunetz welches ich Momentan nass mache um zu schauen ob dadurch die juckerei besser wird (Futtermilben). Ansonsten bekommt er ebenfalls Morgens und Abends eine ganz kleine Alibi-Hand Hafer. Am Abend zwei Becherchen Heucobs (trockenmasse) eingeweicht für seine Medikamente. Er bekommt eine Zinkkur und Selen da beide Werte im Minusbereich sind. Außerdem bekommt er Tropfen um die Leberwerte zu sinken welche laut Blutbild zu hoch sind.
    Da ich momentan leider nicht zu Hause bin kann ich keine perfekten Fotos machen. Allerdings habe ich eins auf dem Laptop und hoffe, es reicht für einen ersten Eindruck?
    Jetzt muss ich nur hoffen, dass das Bild auch hochgeladen wird =)
    Das Foto ist aktuell.
    So, ich hoffe ich habe erstmal alle Fragen beantwortet?
    Alles liebe,
    JJumper

  • Hallo JJumper,


    :-) ein wirklich schönes Pferd :)


    Das nachfolgende schreibe ich jetzt mal unter Vorbehalt, nur aufgrund meines Eindruckes - gesichert geht soetwas nur, wenn man den Patienten "kennt":


    als allererstes: ich denke mal, dass Du das "Ekzem" durch Medikament oder irgendwelche Therapien nicht in den Griff bekommen wirst.
    Wenn ich lese Araber/Traber, fast keine Arbeit, 3 Jahre und dann das Foto dazu sehe, dann würd ich spontan darauf tippen, dass die Ursache psychischer Natur ist.


    Gerade Araber haben ein sehr hohes Bewegungsbedürfnis und sind "geistig anspruchsvoll".
    Wenn sie sich "langweilen" bzw., unzufrieden mit ihren Lebensumständen sind, dann kommen sie häufig mit chron. Beschwerden (bei etwas älteren Tieren geht es dann auch gerne in Richtung Hufrehe/Verschlag und Co.) daher.


    Dass ihm etwas "auf die Leber schlägt", dafür sprechen ja auch Deine Laborwerte.
    Ob die Substitution von Zink und Selen wirklich etwas bringt oder u.U. sogar kontraindiziert ist, kann man nur vor Ort entscheiden.
    Man sollte sich aber bewusst machen, dass bei Pferden über 80% der SOLL Werte NICHT wissenschaftlich belegt sind und dass bekannt ist, dass sich
    die Werte bei unterschiedlichen Pferdetypen stark unterscheiden.


    Mein Araber hatte früher übrigens auch katastrophale Zink/Selen Werte und die Substitution führte dann zum richtigen Supergau, da er die künstlichen Zusatzstoffe überhaupt nicht vertrug.


    Ich bin damals völlig dvon abgegangen und habe stattdessen nachgeforscht, in welchen Nahrungsmitteln, die mein Pferd mag, diese Stoffe natürlich vorhanden sind und habe ihm die separat von der übrigen Fütterung angeboten.
    Er hat sie solange gefressen, wie er sie brauchte und dann verweigert.


    Wozu fütterst Du Hafer, wenn er nicht arbeitet?
    Eigentlich wäre sehr qualitätsvolles, kräuterreiches Heu in ausreichender Menge (2 kg pro 100 kg Körpergewicht) komplett ausreichend.
    Dazu dann Äste, Zweige, Laub von ungiftigen Gehölzen zum Knabbern - damit schaffst Du Beschäftigung und lieferst die Bitterstoffe, die Pferde um diese Jahreszeit brauchen.


    Wenn Du sowieso umziehst, würde ich mir überlegen, ob Du für Dein Ross nicht eine kleine, sehr gut geführte Offenstallherde findest.
    Dabei ist wichtig, dass dort vom Typ her mindestens ein Pferd mit dabei ist, dass die Pferde trockene Bereiche in den Ausläufen haben, alle Zugang zum Unterstand finden und dass kein Silo/Heulage, sondern ausschließlich Heu in sehr guter Qualität und ausreichender Menge gefüttert wird.


    Außerdem im Sommer keine "Rund um die Uhr" Weidezeiten, sondern nur stundenweise - ganztags vertragen Araber auf unseren fetten Böden selten auf Dauer.


    Ich würde versuchen, dass Du in Deiner Gegend einen guten TCVM Tierarzt oder einen guten TEVM oder anthroposophischen Therapeuten findest.
    Wenn die eine wirklich gute, seriöse Ausbildung haben (erfragen, wie sie es gelernt haben), dann seid ihr mit Eurem Problem da vermutlich am besten aufgehoben, weil


    diese Therapeuten immer die psychischen Komponenten in Diagnostik und Therapie mit einbeziehen.


    LG
    Sunny

    ...sage niemals nie, denn nichts ist unmöglich...

    2 Mal editiert, zuletzt von Sunny ()

  • Hi,


    erstmal Danke für das Kompliment - ich gebe es an ihn weiter :D
    Ich habe ja selber schon darüber nachgedacht ihn in einen Offenstall zu stellen. Vermutlich ist er mit seiner Box einfach unzufrieden. Dass es allerdings rein psychischer Natur ist denke ich nicht. Die Allergien sind ja nunmal da und auf etwas davon wird er wohl auch (vielleicht zusätlich) mit schubbern reagieren. Den Hafer bekommt er nur, weil es bei den anderen im Trog auch raschelt und damit kein Neid aufkommt, bekommt er seine 5 Körner und gut ist. Einmal in den Trog geguckt und er hats aufgefressen. Man kann also nicht wirklich davon sprechen, dass er Hafer bekommt :)
    Mit der Heulage/Silage hast du absolut recht! Er bekommt auch seit ich ihn habe streng nur Heu, trotz dass mir schon massig Leute gesagt haben die Silage sei ja so toll. Nein sorry, das frisst ne Kuh aber nicht mein Pferd! Also da bin ich streng! Genauso wie mit der 24 Stunden Sommerweide. Die gibt es nicht mehr!


    Ich bin damals völlig dvon abgegangen und habe stattdessen nachgeforscht, in welchen Nahrungsmitteln, die mein Pferd mag, diese Stoffe natürlich vorhanden sind und habe ihm die separat von der übrigen Fütterung angeboten.


    Er hat sie solange gefressen, wie er sie brauchte und dann verweigert.


    Darf ich fragen was du ihm da z.B. angeboten hast?



    Darf ich außerdem fragen wo du her kommst? Führst du einen Stall? Du klingst irgendwie so :top2:


    Liebe Grüße


    [team]@JJumper:
    Edit justy - Zitat als solches kenntlich gemacht.
    Bitte benutze zum Zitieren die Zitieren - Funktion.
    Hier findest du eine gute Anleitung und in diesem Thema kannst du üben.
    Gruß justy
     [/team]

  • Hallo JJumper,


    Also ich habe meinem Pferd damals Nüsse, Sesam, Gerste, Mohn, Feldsalat, Gurke, Petersilie, Bucheckern, Sonnenblumenkerne, Bierhefe, Dill, Zitronenmelisse, Löwenzahn Kohlrabi und Rettich angeboten (alles immer einzeln, roh, frisch - so dass er selbst entscheiden konnte, ob und wieviel er nimmt. )
    Außerdem frischen Ingwer und Radieschen - die allerdings aus anderen Gründen - hat er immer mal für ein /zwei Tage genommen.


    Bzgl. Psyche - das sollte man nicht unterschätzen. Hochgradige Allergien sind häufig zu nahezu 100 % auf psychische Ursachen zurückzuführen.
    Bei schwerem Asthma ist das bei Pferden wie bei Menschen sehr häufig die eigentliche Ursache bzw. der erste Auslöser gewesen.


    Ja, ich habe eine kleine Offenstallherde nördlich von HH. Allerdings nicht gewerblich/als Pensionsbetrieb - das ist privat.
    Ich nehme hier häufiger schwer kranke, ausdiagnostizierte Tiere auf und i.d.R. erholen sie sich super (meistens die Besitzer gleich mit, denn ich hatte bisher noch nie einen tierischen "Patienten", wo nicht auch der Besitzer seine ganz persönlichen Probleme hatte. )
    Überhaupt ist es sehr spannend, wie häufig die Tiere eigentlich ihren Besitzern eine Menge abnehmen und "ausbaden"
    ...nicht umsonst haben sich die Ägypter Heilkatzen gehalten......


    LG
    Sunny

    ...sage niemals nie, denn nichts ist unmöglich...