Anouk Claes Umgang mit archaischer Angst - Höhlenübung

  • Hallo!
    Anouk Claes hat ein faszinierendes Buch geschrieben, dass ich inhaltlich nur empfehlen kann:
    Angst - Beschützer rund um die Uhr: Wie Sie Ihren Ängsten wirkungsvoll begegnen


    Sie beschreibt darin den Umgang mit zwei Hauptformen der Angst:


    1) Die Angst aus der Steinzeit - in Bezug zu unserem Reptiliengehirn


    2) Die zweite, bekannte Angst


    Zur Angst aus der Steinzeit kommt man willentlich nicht hin, kann nicht mit ihr mit Worten kommunizieren.
    Der einzige Kommunikationsweg, des es gibt, ist das Visualisieren und Wirken Lassen von Bildern, ganz gleich, was das kritische Tagesbewußtsein auch davon haltet.


    Mi der zweiten, bekannten Angst kann man kommunizieren, sie Gestalt werden lassen, wie einen Freund / Freundin, die einem vor etwas schützen will.


    Höhlenübung zum Umgang mit der Angst aus dem Reptiliengehirn:


    Es geht darum, sich die Bilder so plastisch wie möglich innerlich vorzustellen, zu visualisieren, unabhängig davon, was wir selber persönlich darüber denken.


    Ausgangssituation ist ein typisches Steinzeit Geschehen.


    Man sitzt in einer Höhle, in einem Pelz gekleidet, auf einem dicken Fell.


    Man sitzt in der Mitte.


    Man sitzt im Kreise einer Gruppe - ob Männer, Frauen, Kinder oder gemischt ist egal.


    Rechts ist der Eingang der Höhle.


    Vor dem Eingang der Höhle, aber noch in der Höhle, sitzen 20 bis 30 starke Menschen / Männer, die bewaffnet den Höhleneingang bewachen.


    Hühner, noch im Fellkleid, liegen als Nahrung an der linken Höhlenwand gestappelt.


    Man hat beides - die Nahrung und den bewachten Höhleneingang im Blick.


    Wer will, kann sich zusätzlich ein Feuer vorstellen - mehr als die angegebenen Details ist nicht nötig und wirksam.


    Dieses Bild einfach regelmäßig für ein paar Minuten visualisieren, bis der Körper auf die Infos via archaische Bilder reagiert.


    Sehr oft nimmt man ein tiefe Entspannung, ein von Innen heraus feines Gefühl war, dass der Gegenpol zur auslösenden Reptilienangst ist.


    LG
    Advaita

  • Danke. Die Szene ent "stand" sofort beim Lesen, das Wirken kommt noch.
    Gut' Nacht,
    Panther-Adler

    Sachen gehen in Scherben, wenn die Scherben das Wirkliche besser treffen als das Heile. (Susanne Riedel)

  • Danke, advaita,
    für diesen Bericht, den ich leider jetzt erst entdeckt habe.


    Ich habe heute einen etwas törichten Versuch unternommen, mich meinen Steinzeitängsten (Angst aus dem Reptiliengehirn) zu stellen und zusätzlich noch einige Wunde Punkte aus den vergangenen Jahren zu berarbeiten.


    Das war sehr blauäugig und etwas viel auf mal, habe ich dann aber rasch bemerkt.


    Nun musste ich doch gerade etwas über meine Naivität schmunzeln. - Schön, wenn man das noch kann.


    Ich werde es man eine Nummer kleiner ausprobieren und mich zunächst mit der von Dir beschriebenen Übung beschäftigen.


    ... und was die Wunden Punkte angeht ... Da nehme ich doch lieber mal wieder die Finger aus den Wunden und bohre nicht mehr einfach allein rum.



    Danke

    Einmal editiert, zuletzt von Eirashand ()

  • Hat jemand einen Tip zum Umgang mit Platzangst aus beiden Perspektiven ?


    Perspektive 1 : man kriecht wo rein, wird verschüttet, steckt fest oder ähnliches und alle Erfahrung endet (Game Over : restart ? Press Y/N).
    Perspektive 2 : etwas kriecht in mich rein, und ich kann es nicht aus mir entfernen (krabbelnde, kratzende Insekten im Ohr/Parasiten die im Körper leben zB. sich durch das Gewebe fressen).

  • Hallo Wolfgang,
    Beim Lesen kam bei mir sofort die Frage auf, ob die Ursache , der Ursprung der Angst bekannt?


    Einfach so Tips geben, ist, so meine langjährige Erfahrung eher schwierig.


    Lg Shirana

  • Hallo Shirana.


    Keine Ahnung, ich habe das schon selbst versucht zu ergründen.
    Mir ist nie etwas derartiges widerfahren. Vielleicht in einem Traum, aber da kann ich mich auch an nichts erinnern.

  • Mir fällt gerade ein, es könnte doch eine Urangst von der Geburt her sein, wenn man durch den Geburtskanal gepresst wird.
    Das erklärt zu mindest eine der Perspektiven.

  • Hallo Wolfgang,
    jetzt mal ganz unesotherisch:


    Alles was wir gesehen oder erlebt haben, ist wie ein Eindruck in unserer Psyche.


    Wenn Dir als Kleinkind beschrieben wird, wie eine Ohrwurm in Dein Ohr kriecht,
    um dort Schaden anzurichten ist es, wie die das Erlernen, dass der Himmel blau ist.


    Wenn Du dann noch Horrorfilme in der Jugend anschaust,
    in denen böse Insekten in Leiber kriechen und sie zerfleischen,
    dann kann das von Deinem Seelenleben immer genommen werden,
    wenn Du Dich fürchterlich ekelst ... oder eben das Gefühl empfindest,
    welches Du beim Schauen der Bilder hattest.


    Zum Verschütten habe ich die Idee:
    Du brauchst nur mal als Kleiner Mensch in Deiner Sandkiste gaaaanz tief gebuddelt haben,
    und dann kam Mama oder Oma oder sonst wer, hat Dich am Arm herausgezerrt,
    und Dich ausgeschimpft, wie Du das hätten tun können,
    weil Du ja hättest durch den Sand hättest verschütten können.


    Dazu kommen dann noch Erlebnisse ähnlicher Art,
    wenn Du dabei warst, wo Du dann demjenigen davon abhieltest soooo tief zu graben,
    oder auch quer zu graben.
    Vielleicht auch hier noch die Verstärkung durch Filmbilder, die es ja in rauen Mengen gibt.


    Unterschätze die Macht der Bilder in Film und Internet nicht,
    sie greifen direkt in Dein Seelenleben ein.


    Und aus ein wenig Wind (Anschauen einer Lawinendoku im Netz)
    kann der Sturm der Luftnot über Dich kommen,
    je nach dem, wie Du gestrickt bist.


    Hier ist dann für mich der Punkt gekommen,
    wieder in mein Bewusstsein zu gehen
    und mich und meinen Atem zu spüren.


    Danach hilft auch das archaische Bild der Höhle,
    geschützt und warm, satt und zufrieden.


    Herzliche Grüße
    Kerstin

    ... alles hat seine Zeit ...

  • Liebe Kerstin,


    ja, die Kraft der Bilder, welche sich verinnerlichen, ist sehr stark
    und determiniert Vieles mit.


    LIeber Wolfgang und @'all

    Mir fällt gerade ein, es könnte doch eine Urangst von der Geburt her sein, wenn man durch den Geburtskanal gepresst wird.

    das sehe ich anders, denn ansonsten wären wohl alle Menschen - mit wenigen Ausnahmen wie die Kaiserschnittgeborenen und jene, welche sich als "walk ins" bezeichnen, betroffen.


    Meines Wissens arbeiten Leute wie Anouk Claes sehr bewusst, und gehen zuerst einmal von einer Prädisposition zu einem Symptom aus,
    sei es genetisch oder in diesem Fall eher seelisch und andere Aspekte,
    und dann von einem auslösenden Ereignis, einer Erfahrung, welche allerdings auch in ein bestimmtes Umfeld eingebettet ist,
    z.B. lang anhaltender Stress, innere Ängste, Unsicherheiten, Verzweiflung oder Selbstzweifel,
    oder auch - siehe oben - unangepasster Medienkonsum, welcher nicht mehr von der Seele verdaut werden kann.


    Dieses Ereignis muss dann aber noch immer nicht problematisch werden, insofern es die Innenwelt nach einiger Zeit nicht mehr wesentlich berührt. Dh. es kommt bei solchen Thematiken auch noch ein Festhängen an diesen Bildern, bedeutet dass diese sich ständig wiederholt melden, und Frau Claes kann soetwas hellsichtig wahrnehmen = die Erfahrung verursacht eine traumatische Prägung, welche nicht mehr weggeschoben werden kann, und es brechen aus tieferen Schichten des Unbewussten Aspekte hervor als massive Störfaktoren, welche vom "ich" nicht mehr bearbeitet werden können, bei C.G. Jung gibt es beispielsweise den Begriff eines "Einbruchs", darin steckt sowohl der Bruch mit der bisherigen Konstanz der gewohnten Erfahrungswelt, aus auch das einbrechen von etwas, das nicht zur rechten Zeit am rechten Ort für die Seele auftaucht, Frau Claes schreibt von einem nicht mit diesen Ängsten kommunizieren können.
    Es kommen somit mehrere Aspekte zusammen, um das auslösende Ereignis oder die Erfahrung der gesunden Bilderwelt der Seele,
    welche durchaus einiges verarbeiten kann, wirkmächtig zu stören.


    Der Fokus bei dieser Übung, welche mir aus dem Buch bekannt ist, liegt im praktischen Umgang = Auflösung, Harmonisierung.


    viele Grüße


    Christoph


    Bewusstheit schafft Heilung



    "Der wahre Zweck des Menschen ist die höchste Bildung seiner Kräfte zu einem Ganzen"
    Wilhelm von Humboldt (1767 - 1835)