Hypochondrie und Somatisierungsstörung

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    • Hypochondrie und Somatisierungsstörung

      Hallo zusammen,

      ich habe mich in diesem Forum angemeldet, weil ich ein Gefühl bekommen habe, hier einen neuen Weg zu finden, vielleicht ja auch Denkanstöße. Ich denke mein Text könnte jetzt etwas länger werden und ich hole etwas aus, aber ansonsten versteht es ja vielleicht keiner. Ich habe hier ein Thema über Lichtblitze die ich manchmal sehe veröffentlicht. Die Lichtblitze verunsichern mich, aber auch nur weil ich seit ich eigentlich denken kann an einer Hypochondrie leide. Ich bin jetzt 34 Jahre alt. Meine Mutter sagte neulich beiläufig zu mir, das ich schon erste Anwandlungen mit sechs sieben Jahren hatte. Dann war jahrelang Ruhe (sehr sensibel und feinfühlig war ich schon immer) die Ängste steigerten sich in meinem Jugendalter(plötzliche Angst vor Brustkrebs, Blinddarmentzündungen usw. ) Zum richtig starken Ausbruch ist es mit ca 26 Jahren gekommen. Zur Erklärung was Hypochondrie ist: Die Erkrankten haben schreckliche Angst an einer Erkrankung zu leiden und bilden sich eine Krankheit ein und rennen von Arzt zu Arzt. Wobei ich sagen muss, ich nicht der klassische Hypochonder bin, ich bin früher nie zum Arzt gegangen, aus Angst dieser könne mir eine schlechte Diagnose stellen, also bin ich mit der Angst tagtäglich rumgelaufen etwas ernsthaft krankes zu haben. Irgendwann habe ich die Angst vor Ärzten überwunden und dann fing die Rennerei an: HNO Arzt, Neurologe, Augenarzt, Internist, Orthopäde.... Alles ok. Ich habe sogar angefangen mir einen zweiten Hausarzt zu suchen, weil es mir vor dem einen schon zu peinlich wäre. Ich habe keine Angst vor einer bestimmten Erkrankung, sondern jeder Vorgang der sich im Körper bemerkbar macht, macht mir Sorge. So hatte zb im Winter durchs Radfahren meine Kniekehle zu überansprucht und ich war mir zu 100% sicher das Gefühl was ich dort spüre, ist eine Thrombose. Beim Husten tun mir die Rippen weh, dann ist das ein Rippenbruch, momentan habe ich ein Globusgefühl, so etwas wie einen Knoten im Hals, spiele mit dem Gedanken Schilddrüse (wurde neulich erst untersucht) manchmal sehe ich Blitze vor den Augen, denke das ist eine Netzhautablösung. Immer das schlimmste. Ich bin tagtäglich vor lauter Angst so angespannt, das mein Körper Symptome von sich gibt, alleine wegen der großen Muskelanspannung: Übelkeit, Schwindel, Sehstörungen, zittern, schwitzen usw usw.

      Meine Hausärztin riet mir irgendwann mich in eine Psychotherapie zu begeben um über meine Ängste zu sprechen, ich bin auch in einer gewesen und habe gelernt im Akutfall ruhig zu bleiben, ich habe gelernt mit meinem inneren Kind zu arbeiten und ich habe gelernt das diese Ängste tief aus meiner frühesten Kindheit kommen. Ich kann sie aber einfach nicht greifen, ich weiß nicht ob es sich schleichend als Kind entwickelt hat, oder ob es einen Auslöser gab. Was es auch ist, ich würde am liebsten sagen die Kindheit ist völlig egal und das was war, ich möchte verzeihen und vor allem endlich leben. Ich bin 34 Jahre und ich denke mein ganzes Leben zieht an mir vorbei. Es gibt Tage wie heute oder auch die letzten da ist alles relativ gut, dann stürze ich wieder völlig ab und laufe mit starken Panikattacken durch die Gegend. Meinen Alltag meistere ich dabei ganz normal und ausser meinen engetsen Angehörigen weiss niemand von meiner Erkrankung und ich behauptet auch das es mir niemand sonst anmerkt.

      Meine Therapeutin sagte damals, man kann lernen mit der Hypochondrie besser zu leben, aber man wird sie nie ganz heilen können. Damals und auch noch jetzt wenn ich mir den Satz durch den Kopf gehen lasse, macht mich das sehr traurig. Ich weine sehr viel, aus Angst, Wut Trauer und einfach nur Verzweiflung. Ich möchte endlich leben. Ich weiß das hier niemand Schnipp machen kann und alles ist wieder wunderbar. Aber ich wünsche mir so sehr ein ruhiges Leben, voller Vertrauen in meinem Körper. Ich bin für alles offen. Selbst wenn mir einer sagen würde, Du hast nur diese ganzen Symptome durch zb einen Lichtkörperprozess, ich würde es annehmen. Ich wünsche mir immer keine Symptome mehr zu spüren, weil mir alles Angst macht. Aber der Körper ist ja keine Maschiene.... Ja, dies fürs erste. Vielleicht gibt es ja jemanden, der einen Tip hat, oder jemanden der ähnliches Problem hat. Ich würde mich freuen.

      Liebe Grüße :heart:

      PS: Ich kopiere diesen Link noch in meinen anderen Thread rein, damit man den Zusammenhangt versteht.



      Ich habe diesen Text eben noch bearbeitet und möchte ergänzen: Hier ist jetzt das beste aktuelle Beispiel: Ich habe nun ca 20 Minuten diesen Text verfasst und habe dabei die ganze Zeit heruntergeschaut, ich habe den Kopf gehoben und nach vorne gestreckt, dabei hat es sehr laut geknackt im oberen Nacken. Irgendwo habe ich mal im Internet aufgefasst das wenn man sich von einem Arzt den Nacken einränken lässt, könne es zu einem Schlaganfall kommen. Nun spinnen sich meine Gedanken soweit das ich Angst habe es hat geknackt, ich bekomme nur auch einen Schlaganfall. Und wenn ich nicht aufpasse und mich reinsteigere spitzt sich das immer mehr zu. Genauso läuft es ungefähr ab.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Juli ()

    • Hallo Juli,

      ja fein, dieses dein Thema hier ist die Frage zur Antwort Lichtblitze.
      Wichtig, wie du selber auch erkannt hast, wahrzunehmen, dass es primär nicht um Krankheiten geht, welche ohnehin nicht diagnostiziert werden,
      da sie in deinem Körper nicht existent sind, sondern die Angst ist das Hauptthema. Bilder und Ahnungen von Erkrankungen lenken dich immer wieder davon ab,
      den Fokus auf der ursächlichen allgemeinen Angst zu halten. Die Gedanken verbinden sich mit den bildhaften Vorstellungen der Krankheiten,
      lenken dich davon ab, dass es um Ängste geht.

      Dass du eine Therapeutin aufsuchtest und dich damit auseinandergesetzt hast, finde ich sehr gut.
      Die Aussage, dass keine vollständige Heilung möglich sei, betrifft eben das System, mit welchem sie arbeitet.
      Es kommt - wie du wohl selber schon bemerkt hattest - allerdings im wesentlichen auf dich an.

      Diese Ängste halten dich davon ab, ein ganzheitliches, freudiges, sinnerfülltes und auch sinnliches Leben zu führen,
      in welchem du dein Potential entfalten kannst.

      Daher würde ich wirklich konsequent Schritt für Schritt alles mögliche tun/ suchen/ ausprobieren/ handeln,
      um aus dieser Situation herauszukommen
      in der Fülle alternativer und sonstiger Heilmethoden, die du selber suchen/ finden kannst,
      welche dir bei seriöser Vorgangsweise weiterhelfen können
      und welche gleichzeitig kein Widerspruch zu fachärztlicher Begleitung sein müssen.

      Dann kannst du deine Symptome und die Ursachen dahinter zwar nicht so loswerden, wie einen ungebetener Gast, welcher nachhause gesendet wird,
      doch analog dem Bild des Lichtes, sobald du es einschaltest, existiert die Dunkelheit von vorher nicht gleichzeitig,
      und gibt auch keinen dualistischen Kampf (ist hier bitte nur ein Bild, keine Gut-Böse Wertung).

      Solcherart könntest du dein Bewusstsein richten auf Aspekte wie

      1) mehr Selbstwertgefühl

      2) Gesundheitsgefühl

      3) und Verständnis der Gesetze (Spielregeln) der unsichtbaren Welt

      Nicht ständig an Krankheit(en) zu denken, sondern anstatt dessen sich so viel wie möglich mit allem zu beschäftigen,
      was gesund ist - speziell für dich - oder gesund macht, gesund erhält und darin bestärkt.

      zu 3) Die Regeln der unsichtbaren (geistigen, seelischen, oder sogen. spirituellen und magischen) Welten besagen,
      dass nichts ohne Grund auftritt. Auch wenn nicht stets detailliert erklärbar oder nachvollziehaber, verlaufen Ereignisse aufgrund der Folge von Ursache und Wirkung.
      Du bekommst nicht einfach ohne Grund eine Thrombose oder einen Schlaganfall, sonder wenn dies eintritt, existiert ein Grund,
      ohne Grund keine Folge und somit nicht einfach eine Krankheit wie aus dem "Nichts"
      (aber bitte nicht allzusehr sich in Gedanken von "karma" im Sinn von Anhäufung von Fehlern welche sich auswirken, denken, das hilft niemanden)

      Genauso kannst du andererseits dich mit diesen Spielregeln, welche sehr praktisch funktionieren, wofür auch immer du dich interessierst,
      in die gewünschte Richtung = Wahrnehmung eines ganzheitlichen und gesunden Lebens und der Entwicklung und Entfaltung dessen, was deine wirklichen
      Wünsche und Sehnsüchte sind,
      bewegen, in der Fülle der Möglichkeiten, welche du finden kannst

      viele Grüße

      Christoph

      Bewusstheit schafft Heilung


      "Der wahre Zweck des Menschen ist die höchste Bildung seiner Kräfte zu einem Ganzen"
      Wilhelm von Humboldt (1767 - 1835)
    • 1) @ Juli: herzlich willkommen im Forum :freunde:

      2) @ c light: vielen Dank für Deinen sehr feinfühligen und hilfreichen Beitrag :knuddeln:

      3) eine sehr gute, komprimierte Zusammenfassung für Interessierte findet man hier: :sonne:
      Angst, die Gesundheit zu verlieren – Angst vor eingebildeten Krankheiten: hypochondrische Störung

      LG
      Advaita
    • Hallo Juli sei im Forum :welcome:
      Für eine akute Hilfe bei Angstattaken umschließe ich meinen
      Zeigefinger lose mit der anderen Hand (egal welche Seite
      und egal wie lange).
      Das ersetzt jetzt keine Therapie, aber es hilft mir über manche
      Situation (auch Panik) hinweg.
      Vielleicht bringt dich mein Link dem Jin Shin Jyutsu etwas
      nächer:
      gesundheit-aus-eigener-hand.de/jsj_fingerwunder.htm

      (dies kann man auch beginnend mit dem Daumen mit jeden Finger
      so handhaben, das tut Körper & Geist gut).

      Grüßle ate
      ~~~> "pure awareness" <~~~
    • Hallo

      und Danke für Eure tollen Beiträge für mich :herz:

      Das Grundproblem ist ja, das ich das Vertrauen nicht in meinem Körper habe. Ich habe schon des öfteren gelesen (und ich selbst bin auch der Meinung) das gravierende Krankheiten nur entstehen, wenn wir nicht mehr in unserer Mitte sind, nicht nach unseren Wünschen leben und unser Gefühl ignorieren. (Grippe oder Herpes hat wohl jeder mal und zählt nicht dazu). Ich frage mich immer wieder, was gibt es, ob es ein bestimmtest Denkmuster, Verhaltensmuster oder was auch immer, damit man gesund bleibt, ohne sich Sorgen machen zu müssen? Wenn es so etwas wie ein Geheimrezept gäbe, dann hätte ich das Gefühl das ich endlich loslassen könnte. Das hört sich jetzt sicher ziemlich infantil an, aber das sind meine tiefsten Wünsche und Gedanken.



      LG
    • Hallo Juli,

      eine hundertprozentige Garantie des Gesundbleibens kann dir niemand geben, tatsächlich gibt es solche Menschen, welche kaum erkranken.
      Grundsätzlich gibt es sehr viele Systeme in Ost und West, welche sich damit befassen,
      (für mich ist innere seelische und geistige Freiheit übrigens auch wesentlicher Teil integrer Gesundheit).
      Wirklich Wichtig ist, deinen Weg zu wählen,
      und dann diesen auch aktiv und konsequent umzusetzen, und dabei zu bleiben,
      das ist eine Sache des Tuns.
      Die entsprechende Wirkung wird sich einstellen.


      Du arbeitest mit dem inneren KInd, das auszubauen auf jeden Tag für eine halbe Stunde,
      mit der einzigen Spielregel, dass dein inneres Kind immer vollkommen gesund ist und du dies wahrnimmst,
      und was immer Ihr miteinander macht, dient Eurer Gesundheit (da sich der Zustand des Inneren KIndes auf dich überträgt).
      Auch dass du dir das innere Kind in allen Details,
      bis in die einzelnen Körperteile, Zellen, Moleküle usw. möglichst bildhaft als
      vollkommen ideal gesund und frei von unnnötigen Ängsten vorstellst = vor allem fühlst.
      Und mit etwas eigener Kreativität, wenn es mal nicht geht, (z.B. es ist dir nicht möglich, eine bestimmte Stelle gesund wahrzunehmen) =
      dann anhand von Bildern gesunder Menschen (Fotos, Abbildungen) dies (den Zustand) in deinem inneren Kind sehen/übertragen.

      Eine Liste anlegen, "Was ist für mich 1) gesunde Ernährung 2) gesunde Bewegung 3) gesundes Denken 4) gesundes Sozialverhalten ..." und andere Punkte,
      welche dazugehören (vorher etwas überlegen)
      und dann pro Woche zu einem Thema auf einem großen Zettel oder in einem Buch mit Leerseiten (Computer ist in diesem Fall nicht so gut)
      alle wichtigen Ideen, welche kommen, sammeln.
      Alles dann, wenn du fertig bist mit den Themen, durchlesen und daraus klären sich verschiedene Gedanken, welche du dann weiter umsetzen kannst,
      und für dich persönlich wichtig sind.

      viele Grüße

      Chrisotph

      Bewusstheit schafft Heilung


      "Der wahre Zweck des Menschen ist die höchste Bildung seiner Kräfte zu einem Ganzen"
      Wilhelm von Humboldt (1767 - 1835)
    • Hi :)

      Das Problem bei der Hypochondrie ist, dass man mit seinen Annahmen meist näher an der Realität der Wahrscheinlichkeiten bestimmter Erkrankungen ist, als Menschen die nicht unter Hypochondrie (oder anderen Ängsten) leiden. Das menschliche Gehirn hat einen Mechanismus Wahrscheinlichkeiten von unangenehmen Ereignissen zu "verschönern" eben damit man nicht ständig in Angst lebt und der Verstand funktionsfähig bleibt. Diese rosa Brille ist also ein Überlebensmechanismus der völlig natürlich ist. Aber eben nicht realistisch.

      Bei Angststörungen fehlt zum einen diese rosa Brille, Wahrscheinlichkeiten werden realistischer eingeschätzt, aber es kann zeitweise auch ins Gegenteil umschlagen, d.h. dass Wahrscheinlichkeiten unangenehmer Szenarien als viel zu wahrscheinlich eingestuft werden und in sog. "Katatrophengedanken" ausarten. Für diese Katastrophengedanken gibt es gute therapeutische Strategien um diese zu vermeiden bzw. um mit ihnen umzugehen, wenn sie doch mal über einen hereinbrechen.

      Hypochondrische Gedanken sind immer auch Zwangsgedanken und damit nahe an einer Zwangsstörung. Hierbei ist der Inhalt der Gedanken eher sekundär es geht vielmehr um den Mechanismus, dass sich überhaupt gedankliche Zwänge entwickeln. Auch dem kann man gut mit psychotherapeutischen Strategien begegnen.

      Es würde vermutlich zu weit führen auf diese Strategien im Einzelnen einzugehen, dazu gibt’s ja auch gut Bücher und Therapeuten. Ich denke, man muss sich in erster Linie mit dem Gedanken anfreunden, dass man mit dieser Funktionsweise des Gehirns einfach leben und umgehen lernen muss. Manchen hilft eine gute Portion Fatalismus, andere befassen sich rational mit Wahrscheinlichkeiten, manche brauchen regelmäßige Untersuchungen oder lernen was über Medizin. Das muss man bisschen ausprobieren.

      Liebe Grüße,
      Sati
      if this is the solution I want my problem back

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Sati ()

    • mich irritiert, dass dies so früh auftrat. für mich kann es also nichts generell krankhaftes sein, sondern eher aus einem trauma herrührend, entstandene krankheit. für ein kleines kind kann ein trauma ganz leicht auch entstehen, wenn die mama sich mit der tante über irgendeine nachbarin unterhält die so furchtbar krank ist oder gar daran gestorben. im hochgefühl endlich mal was "interessantes" zum tratschen zu haben, wird dann auch gerne das puzzelnde kleinkind vergessen und alles - auch unwissend - im detail ausgeschmückt. wie die leiche dann aussah und wie sie vorher noch litt. nicht zu vergessen der arme ehemann über den dann noch geplaudert wird und der auch so leidet. die undankbaren kinder die am besten der blitz treffen soll, dürfen auch nicht vergessen werden. und schon haben wir ein kleinkind, welches sich vor leichen ekelt, angst vor krankheiten hat und sich ganz schlimm vor gewitter fürchtet!

      so in etwa stelle ich mir den ursprung dessen vor, was heute für dich zum problem wurde, liebe juli.

      nur zu gerne täusche ich mich. finde es wichtig, dass du darüber sprichst! das machst du übrigens sehr kontrolliert und deine schreiben wirken selbstreflektiert. ein großes lob an dich! du machst das wunderbar. weiter so...... bischen noch... du kommst weiter und ans ziel