Im Namen der Erleuchtung

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    • Im Namen der Erleuchtung

      Hallo @all,

      seit einiger Zeit beschäftigt mich, dass in den Westen, nach Europa, (traditionell vorhandene derzeitige Religion = christlich)
      immer wieder sogenannte Meister und andere Lehrer bishin kommen, welche unser vorhandenes traditionelles Wissen hier relativ von oben herab
      als sehr begrenzt abtun und an sich als minderwertig gegenüber den asiatischen Erkenntnissen und Wegen (welche mich nach wie vor sehr interessieren und beschäftigen) darstellen,
      vor allem dann, wenn eine echte Auseinandersetzung mit unserer Kultur inklusive Verständnis, gar nicht stattfand;
      dies erweckt dann den Beigeschmack, als würden hier nur bei uns Fehler gemacht auf den religiösen, spirituellen und ähnlichen Wegen,
      ( d i e Kirche, die Inquisition, Kindesmissbrauch, Macht ...)
      während anderswo alles Bestens scheint.

      Dem ist keinesfalls so. Menschen sind überall Menschen.

      Bei Dostojewskis "Schuld und Sühne" spricht der Hauptprotagonist Raskolnikov vom "außergewöhnlichen Menschen", dem scheinbar alles erlaubt sei,
      (in diesem Buch bishin zum Mord, es kommt allerdings im Lauf der Handlung zu Einsicht und Gesinnungswandel). Doch ursprünglich existiert in Raskolnikov
      eine Einstellung, durch eine Art über den Dingen zu stehen, alles zu dürfen.


      Dieses findet sich für mich wieder in den vielen Fällen von Missbrauch jeder Art, mit der bei genauerem Hinsehen viele Weise, Wissende und Lehrer ("Meister")
      mit ihren Mitmenschen umgehen. Nicht nur unsere Kirchen hier hatten ihre dunkle Seite, das war im Osten auch nicht anders.
      Im indischen Bereich läuft sehr viel meines Erachtens einfach über innere Kräfte und Druck, interessant so nebenbei der (leider nur englische) Film "Kumare'",
      in welchem jemand ohne jegliches Wissen in den USA erfolgreich Guru spielt und wird (eine Doku), die Sache nach einiger Zeit schließlich klärt.
      Im tibetischen Bereich wurde oft ziemlich brutal und ausbeutend weltliche Macht ausgeübt mit manchmal sehr harten körperlichen Strafen und Folterungen,
      analog der Situation hier (und war auch gleichzeitig das Schlimmste, die religiöse Oberhoheit nicht anzuerkennen).

      Diese Meinung, nur bei uns wäre vieles von Menschen missbraucht brutal (v.a. im Mittelalter) im im Osten (Yoga, Buddhismus usw.) sei alles besser,
      ist schlichtweg naiv.
      Wogegen ich mich wehre, sind solche einseitige Sichtweisen,
      welche derzeit bei uns durch geschickte Wortwahl diverser östlicher Missionare im Westen offensichtlich verbreitet sind
      so wie früher hier die Verdammung von allem was nicht "christlich" ist oder umgekehrt christliche Botschafter die eigene Religion in anderen Ländern
      idealisert darstellten.

      Da und dort existieren und existierten viele Schichten der Realität, Kultur und religiöser/spiritueller Praxis nebeneinander.

      Einzelne Fehler widerlegen nicht das Ganze.
      Die Übertretung einer Person mindert nicht den Wert einer Lehre (die ja auch für diejenigen da ist, welche es nötig haben).

      Im verlinkten Video geht um offensichtlich regelmäßigen sexuellen Missbrauch, gepaart auch mit Gewalt (Schlägen)
      und dem ersten Eindruck vermittelnd an die Betroffenen, dies sei ja nun etwas besonders "spirituell" Erhebendes gewesen.
      (leider nur auf Englisch)

      link



      Es gibt auch sehr viele Vorfälle im Bereich von Yoga, Hinduismus. Von all denen, die in den Westen gingen, ist es eher so, dass sich einige wenige
      auch an das selber gehalten hatten, was sie anderen lehrten, in dem Sinne, dass sie kein Doppelleben führten.

      Meine Version des tibet. Totenbuches kaufte ich von einem anderen Autor.

      Hier äußert sich der derzeitig inkarnierte Kalu Rinpoche, daß er nicht an Mönchstum glaubte (mittlerweile lehrt er)
      da er im Alter von 12 von anderen Mönchen sexuell missbraucht wurde, zusätzlich wollte ihn u.a. auch jemand umbringen.
      Leider nur auf Englisch.

      link


      Ich fühle in mir kein Recht, moralisch oder ethisch zu verurteilen,
      jedoch interessiert mich sehr wohl, was in manchen Fällen dahintersteckt,
      zumal manche dieser "erhabenen" Menschen, welche alles glauben zu dürfen, auch gleichzeitig tatsächlich über "Wissen" verfügen,
      allerdings da Freiheit des Willens (selbst im Falle einer angenommenen Erleuchtung) existiert, dies für sich gebrauchen,
      somit aber auch sehr wohl im klaren sein dürften, was sie da tun.

      Es gibt katholische und christliche und hinduistische oder tibetische oder islamische
      Heilige, Weise, Vollendete und Philosophen, Praktiker und Idealisten mit sehr ehrlicher und konsequenter Gesinnung
      und genauso andere, welche Macht, Sexualität und Religion, Riten, Zeremonien missbrauchen.
      Reinheit kann sich überall finden, und ein Misthaufen herum ebenso.

      Da hier im Westen eine grundsätzlich duallistischere Denkweise besteht, stellen wir uns vor, jemand ist entweder - oder.
      In asiatischen Ländern gibt es viele Wissende, welche gleichzeitig tiefe Erkenntnisse und Heilungskräfte real in sich tragen oder trugen,
      und dennoch viele Handlungen dann nicht in Ordnung waren. Buddha Boy hat jahrelang unbeeindruckt an seinen Plätzen meditiert,
      saß u.a. unter gefilmter Aufsicht 48h praktisch bewegungslos bei jedem Wetter ohne Essen und Trinken im Freien
      (alleine das ist schon eine großartige Leistung), doch wenn in seinem Umfeld etwas nicht stimmt ...


      Die Reinheit von Seelen (in jedem Wesenskern für mich vorhanden) oder auch Essenz einer Lehre oder Praxis bleibt für mich durch die Taten einzelner unberührt.
      Nichts spricht gegen eine genaue Betrachter verschiedener Weltbilder und Lebensphilosophien und Religionen,
      oder gegen ehrliche konsequente Praxis egal welcher Ausrichtung.

      Es gibt diesen Satz aus dem Neuen Testament von Jesus über die Pharisäer im Sinne von "Werdet nicht wie sie, aber tut, was sie Euch sagen".
      Ziemlich ähnlich hat sich einmal ein Yogi geäußert. Eine interessante Vorgangsweise ist für mich das Feststellen von Gemeinsamkeiten oder Parallelen,
      inklusive der Unterschiede, oder wie verschiedene Praktiken unabhängig von lokaler Gegebenheit da und dort funktionieren oder helfen können.

      Positive Beispiele im Westen an Heiligen gibt es genug, von Therese von Avila bis Franziskus,
      im Osten Meister/innen welche ihr Ziel verwirklicht hatten und oft auch religionsübergreifend anerkannt wurden
      wie Andandamayi Ma und viele andere
      oder einfach menschlich jener tibetische Mönch, welcher nach dem Erdbeben 2010 letztlich 170 KInder aufnahm

      link


      viele Grüße

      Christoph

      Bewusstheit schafft Heilung


      "Der wahre Zweck des Menschen ist die höchste Bildung seiner Kräfte zu einem Ganzen"
      Wilhelm von Humboldt (1767 - 1835)
    • Lieber Christoph,

      schön geschrieben und schöner Thread.

      Warum in den östlichen Religionen und Weisheitslehren hier bei uns selten Fehler gesehen werden hat wohl mehrere Gründe.
      Zum einen übernehmen wir hier die östlichen Weisheiten und Lehren oft unvollständig und wandeln sie so um, dass sie in unser kulturell geprägtes Welt-und Denkmuster und auch zu unserem Leben passen. Was "da drüben" passiert sehen wir ja gar nicht. Und welche Fehlannahmen in östlichen Weisheiten stecken, können wir ebenfalls nicht erkennen, wenn wir sie modifiziert und nicht in ihrer Ganzheit übernehmen. Ein harmloses Beispiel ist Yoga, das hier etwas völlig anderes ist und "abgehackt" praktiziert wird.
      Zum anderen findet in diversen Kreisen auch ein gewisser Gurukult statt, wie es bei Osho der Fall war (womit ich nicht seine Lehren kritisiere, ich meine das wertneutral). Solche Gurus haben Macht und die Menschen, die diesen Gurus hörig sind, verschließen ihre Augen. Dann gibt es natürlich auch die boomende New Age Welle, die sich ein paar Körnchen der östlichen Lehren herauspickt und in ihre eigenen Lehren verbackt (das Wort gibt es gar nicht, aber Du weißt was ich meine), das führt mit Sicherheit auch dazu, dass Menschen glauben der Osten sei viel weiter, als das Christentum.
      Und nicht zuletzt bieten die östlichen Lehren den Menschen etwas, was die Kirchen versäumt haben. Sie bieten ihnen Lehren, in denen sie sich wiederfinden und Möglichkeiten ihr Leben zu verbessern. Diese Fernöstliche Welle ist wohl auch nicht zuletzt dadurch ausgelöst worden, weil die Kirchen es verpasst haben mit der Zeit zu gehen, von ihrer Kanzel runterzukommen, den Moralfinger in die Hosentasche zu stecken und mit den Menschen auf Augenhöhe zu sprechen. Es gibt natürlich auch Ausnahmen, wie Anselm Grün oder David Steindl-Rast.

      Ich persönlich kann mit dem Christentum-außer mit Jesu Lehren- überhaupt nichts anfangen. Ich beschäftige mich sehr viel mit dem Buddhismus. Das hat aber nichts mit etwaigen Skandalen zu tun, sondern dem Weltbild, den Hierarchien und den Denkmustern, die im Christentum stecken. Ich zähle ein paar Beispiele auf, sonst wird es zu lang: Die Erfindung von Moral (versus Ethik), die Erfindung von Sünde und der Erbsünde, das Bild eines strafenden Gottes, Moralisierung von Sex, das polarisierende Denken von Gut und Böse usw. Ich bin davon überzeugt, dass das Christentum Jesu ein anderes war.

      Liebe Grüße
      Shiva
    • Hi,

      c light schrieb:

      immer wieder sogenannte Meister und andere Lehrer bishin kommen, welche unser vorhandenes traditionelles Wissen hier relativ von oben herab
      als sehr begrenzt abtun und an sich als minderwertig gegenüber den asiatischen Erkenntnissen und Wegen


      :denk: Inwiefern verdient jemand, der sich abwertend über andere Traditionen äußert die Bezeichnung "Meister" "Lehrer"oder ähnliches?

      c light schrieb:

      Diese Meinung, nur bei uns wäre vieles von Menschen missbraucht brutal (v.a. im Mittelalter) im im Osten (Yoga, Buddhismus usw.) sei alles besser,
      ist schlichtweg naiv.


      :top: :top2:

      Shiva Shakti schrieb:

      Ich bin davon überzeugt, dass das Christentum Jesu ein anderes war.


      Das Christentum Jesus? Jesus war Jude! Und hatte wohl kaum die Absicht, eine neue Religion zu gründen - genauso wenig wie Luther.
      "Das Christentum" entstand erst später .... und noch später die "christliche Kirche".

      ..... und mal so nebenbei .... aus welcher Gegend kommen doch gleich die abrahamitische Religionen :denk: also Europa war das nicht. ;)
      If Nothing goes right,
      Square Up!
      and
      Circle left!
    • @ c light:
      nice Thread
      :top2:

      @justy:
      Nun, zumindest kann man das Christentum als hier gewachsene Religion betrachten......und so kennen wir
      auch vieles von dem, die diese Religion mit sich bringt. Zum Wohle des Lebens - und auch zum Schaden.

      ----

      Die anderen nach Deutschland "importierten" Religionen....die sind nicht hier gewachsen. Es gibt nur wenige
      Leute, die wirklich bereit sind, so tief in "Importlehren" einzutauchen, dass sie diese auch verinnerlichen.
      Tjo - und wenn man sich dazu entscheidet, Moslem oder Buddhist zu werden, so gibt es am Anfang oft
      einen gewissen "missionarischen" Eifer. Soll heißen: Selbst, wenn man die negativen Ausprägungen seiner
      Religion tatsächlich kennt, geht man damit nicht unbedingt hausieren. Später sind zumindest einige Leute,
      die einen spirituellen oder religiösen Weg ernsthaft gehen durchaus bereit, sich auch kritisch damit
      auseinanderzusetzen. Doch kritische Auseinandersezung mit einer Religion erfordert die tiefe Kenntnis
      derselben....und das schränkt den Kreis möglicher Austauschpartner schon mal ziemlich ein. Noch dazu
      - und das gilt für die Mehrheit: Religion kann blind machen......eine kritische Auseinandersetzung mit
      der eigenen Religion ist meist gar nicht erwünscht. Weder von den Religionsführern - noch vom
      lammfrommen Gläubigen.

      Doch geht es in der Masse wirklich um importierten Religionen? Wird hier nicht sowieso meist nur mit
      Fragmenten dieser Religionen gearbeitet?
      Die Eso-Szene schnappt nach hier und dort - heute Reiki, morgen Yoga, danach Aura-Soma und im
      kommenden Jahr wird man Schamane oder.....vielleicht lieber doch etwas anderes, was der Trend
      gerade hergibt ?
      Viele der Spirituellis in Europa haben das typisch europäische Konsumverhalten auf alle Bereiche ihres
      Lebens - inklusive der Spiritualität übertragen. Wurzellos und auf der Suche nach Heilung wird aus
      allen Richtungen aufgesaugt, was für einen passend und gut erscheint..... Meist in irgendwelchen
      Seminaren und meist ziemlich unkritisch und auch unreflektiert. Dafür kann man sich dann die
      Wohnzimmerwand über dem buddhistischen Schrein mit Zertifikaten tapezieren, die alle möglichen
      Abschlüsse belegen...... New Age bzw. Multikulti - für manchen Religion, schmeißt alles in einen Topf
      und heraus kommt gequirltes Halbwissen.

      Seminare..... Selten wird ein Seminarleiter, der sich von dem, was er macht, auch finanzieren muss, die
      negativen Aspekte seiner Lehren besonders hervorheben. Alles ist gut und alles ist besser als bei anderen.
      Es siegt - wenn auch gut versteckt - kommerzielles Interesse über wahre Wissensvermittlung.

      Gurus......
      Meine Erfahrungen mit solchen Leuten sind nicht sehr groß. Doch eins weiß ich:
      Sollte sich ein spiritueller Lehrer negativ über andere Glaubensrichtungen äußern, dann hat er den
      falschen Job. Und sollte ein spiritueller Lehrer anfangen zu missionieren, hat der Personalchef bei Gottens
      bei dessen Einstellung wohl einen verdammt schlechten Tag gehabt.
      Von den Leuten, die ich für weise halte, wird im allgemeinen eher abgeraten, sich eines fremden Glaubens zu
      bedienen, sondern angeraten, sich mit den eigenen religiösen Wurzeln zu beschäftigen, daraus das Gute zu
      schöpfen und genau das zu leben.
    • justy schrieb:

      Das Christentum Jesus? Jesus war Jude! Und hatte wohl kaum die Absicht, eine neue Religion zu gründen - genauso wenig wie Luther.
      "Das Christentum" entstand erst später .... und noch später die "christliche Kirche".


      Ok, ich schmeiße das Christentum und die "christliche Kirche" in einen Topf, die Kirche sieht sich als irdische Vertreter Gottes, in dessen Namen sie "seine" Lehren verbreitet. Seine Lehre ist das Christentum.
      Welche Absichten Jesus hatte weiß ich nicht, ich kenne ihn nicht, vermutlich hatte er nicht die Absicht sich als Guru einer neuen Religion feiern zu lassen. Dennoch gibt diese Religion vor, aus seinen Lehren entstanden zu sein. Ich wollte damit missverständlich ausdrücken, dass das was Jesus gelehrt hat, nicht das ist, was das Christentum heute lehrt.
      Ich für mich persönlich halte den Buddhismus für mich richtig. Ich behaupte nicht, er hat die Wahrheit für sich gepachtet und das Christentum ist für alle schlecht. Für mich stimmt das Weltbild und die entsprechende Manipulation, die die Kirche betreibt einfach nicht. Die Erfindung der Sünde ist meiner Meinung nach zum Beispiel ein kleinhalten der Gläubiger und selbst im Vaterunser, das selbst ich beherrsche verankert: Vergebe mir- armen, bösen, sündigen Etwas- meine Sünden. Jesus ist für unsere Sünden am Kreuz gestorben....ob er das auch so sieht??? Das Kreuz- ein Folterinstrument- als Symbol dieser Religion. Das Trennen in gut und böse, was unter Gut und Böse fällt definiert die Kirche und ist ist der Boden für Verurteilung.
      Für mich steckt in den Lehren der Kirche einfach viel Manipulation zum Zwecke einer kleinen Machtelite. Oder wie Peter Schellenbaum, homosexueller Theologe sagte: Sie predigen Liebe und leben die Intoleranz. Und wie gesagt, ich wüsste nicht wo der heutige! Unterschied zwischen Kirche und Christentum besteht, ich schmeiße es ehrlich gesagt in einen Topf, lasse mich aber gerne eines Besseren belehren.

      Liebe Grüße
      Shiva
    • Shiva Shakti schrieb:

      Unterschied zwischen Kirche und Christentum besteht, ich schmeiße es ehrlich gesagt in einen Topf, lasse mich aber gerne eines Besseren belehren.

      Mach es dir doch nicht so Schwer. Christentum wird abgeleitet von Christus was auch Erlöser bedeutet.

      Kirche bedeutet Gemeinde oder Gemeinschaftsversammlung. Wo hier auch die Versammlung von Gleichgesinnten steht, wie Religiös. Was auch Rückverbindung zu Göttlichen (Religion) bedeutet. Da fängt es schon an das die Übersetzungen der Schriften nicht eins zu eins sind. Auch die Sprache von damals ein anderes Verstehen hatte, wir in Europa das heutige Verständnis ist.

      Ich denke hier stellt sich die Frage ob wir überhaupt Gurus oder Religionsführer brauchen?


      Wolfsspur schrieb:

      Die Eso-Szene schnappt nach hier und dort - heute Reiki, morgen Yoga, danach Aura-Soma und im

      kommenden Jahr wird man Schamane oder.....vielleicht lieber doch etwas anderes, was der Trend

      gerade hergibt ?
      Sind es doch oft Menschen die auf der Suche sind, nach ihrer Erleuchtung oder Heilung. Und sind auf ihrer Suche gefangen. Was auch als Sucht gesehen werden kann. Manche laufen auch wegen Anerkennung zu den Lehrern(Gurus), um ihre Defizite auf diesen Weg vergessen zu machen. Doch nicht an sich zu Arbeiten, um in die eigene Heilung zugehen! Seinen Eltern,Freunden und Verwandten zu zeigen wie Toll doch man,sie ist.
      Und so auch für Gurus offen sind, die genau das Sagen was Sie hören wollen. Sie werden dann zu Opfer und glauben dann was ihnen erzählt wird. Es wird irgendwann nicht mehr Sondiert oder Gesiebt was sie zu Hören bekommen. Und die Gurus nutzen dies aus.

      justy schrieb:

      Das Christentum Jesus? Jesus war Jude! Und hatte wohl kaum die Absicht, eine neue Religion zu gründen - genauso wenig wie Luther.

      "Das Christentum" entstand erst später .... und noch später die "christliche Kirche".
      Das hat sich über Jahrhunderte Entwickelt, wo oft eigene Interessen im Vordergrund lagen und die Angst der Menschen und dessen Aberglaube ausgenutzt wurden. Und in Europa von Beginn an die Obrigkeit die Macht der Kirche inne hatte. Und nur die eigenen Interessen im Mittelpunkt waren. Wie heute beim Kapitalismus es ist. Macht, Habgier und Rechthaberei diese Menschen leiten.

      Doch zur Rückverbindung zum Göttlichen brauchen wir da jemanden der uns sagt was Richtig oder Falsch ist? Wo jeder doch den Göttlichen Funken in sich trägt und da die Verbindung zu Göttlichen direkt besitzt.

      Wer weiß besser was uns Gut tut als unser Schöpfer !
    • Roti schrieb:

      Shiva Shakti schrieb:

      Unterschied zwischen Kirche und Christentum besteht, ich schmeiße es ehrlich gesagt in einen Topf, lasse mich aber gerne eines Besseren belehren.

      Mach es dir doch nicht so Schwer. Christentum wird abgeleitet von Christus was auch Erlöser bedeutet.

      Kirche bedeutet Gemeinde oder Gemeinschaftsversammlung. Wo hier auch die Versammlung von Gleichgesinnten steht, wie Religiös.


      Lieber Roti,

      danke für die Erklärung. Die Kirche lehrt das Christentum von daher finde ich- so lange man vom heutigen Christenrum redet- eine Trennung überflüssig. Natürlich ist die Kirche eine Institution, das Christentum in instutionalisierter Form. Man kann natürlich fragen was haben die heutigen Lehren noch mit den Lehren Jesu und den alten Entwicklungen des Christentums zu tun? Das ist dann wieder ein anderes Kapitel. Christoph schreibt über die heutige Zeit. Das heute auf das Christentum geschimpft wird und nicht gesehen wird, dass es Fehler auch in den östlichen Weisheitslehren und ihren Meistern gibt. Was ich- wie gesagt- genauso sehe. Wie Wolfsspur richtig schreibt, kann man Fehler nicht sehen, wenn man nicht informiert ist/ Halbwissen besitzt.
      Ich könnte jetzt fragen von was ich denn erlöst werden soll? :-) Von Sünden^^ Wobei ich bei Dir bin, dass Sprache damals und heute ganz anders verwendet wurde/wird. Sünde bedeutet ursprünglich nur den Weg verfehlen. Die Kirche hat dann erst viel später definiert, dass Sex vor der Ehe eine Sünde ist usw. und, dass Sünden im Dies- und Jenseits ein "Strafbestand" sind. Aber ich bringe den Faden in eine völlig andere Richtung. Die Lehren des Christentums sind ein anderes Thema.

      So, jetzt habe ich mit dem Zitieren Schwierigkeiten...


      Nein, wir brauchen keine Gurus, aber Lehrer. Ich kann da nur von mir reden: Der Buddhismus ist ganz anders, als mein kulturelles Denken. Es ist leichter gesagt, als getan immer die eigene Wahrheit zu erkennen und abzuwägen, was nehme ich an, was stimmt für mich nicht und wogegen setze ich mich innerlich nur zu Wehr, weil ich es in meiner Kultur anders gelernt habe. Im Buddhismus heißt es zum Beispiel, alle Menschen besitzen Buddhanatur und das sogenannte Böse existiert nur in dieser dualistischen Welt. Für mich gibt es schwarze Seelen, die sich weiter entwickeln können, was aber nichts daran ändert was ihre jetzige Natur ist und nach dem Tod sein wird, daher kann ich diese Sicht nur zum Teil für mich annehmen. Die Frage ist, ob das meine intuitive Wahrheit ist oder mein dualistisches westliches Denken? Da muss ich hin- und wieder meinen Weg suchen und lernen zu differenzieren.

      ja, für manche ist Spiritualität ein Weg, um das Ego zu befriedigen.

      Ich finde den Titel des Threads sehr schön: Im Namen der Erleuchtung...Ein Mensch, der noch auf dem falschen/destruktiven Weg ist, den erkenne ich nicht als Weisen an, unabhängig davon wie richtig- für mich- seine Lehren sein mögen und mit welchen Erklärungen er sein Handeln und Sprechen versucht zu legitimieren.

      Liebe Grüße
      Shiva

      Das war ein Satz mit X.....ich gehe nochmal üben^^.

      @Shiva Shakti:
      Edit Ilaya - Zitat als solches kenntlich gemacht. Es fehlte lediglich der Code für das Zitatende.
      :winke:

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Shiva Shakti ()

    • Hm... :denk:
      nun kreise ich schon eine kleine Weile um den Threat, lese gute Antworten und doch...

      Lehrer, Meister, Gurus werden, aus meiner Sicht gemacht... sie entstehen nicht aus sich selbst heraus.

      Dabei ist es erstmal egal um welche Religionsrichtung es sich handelt. Jede hat so ihre Helden, Heiligen und Führer.

      Religionen werden von Menschen "gemacht"... und darum menscheln sie halt auch gewaltig, mit allem was dazu gehört.

      Auch unterliegen sie dem Wandel der Zeit, werden angepasst nach gerade vorherrschender Gesellschaftsform, Wissen-schafts-stand.

      Und sie haben ihren Sinn ... aus meiner Perspektive ... nicht in der „Erleuchtung“ (zumindest nicht so wie ich sie verstehe).
      Menschen, die wir als „erleuchtet“ bezeichnen oder heilig haben eines gemeinsam... sie haben aus tiefsten Herzen ihre innere Wahrheit gelebt, ungeachtet der gesellschaftlichen Normen oder auch ungeachtet der Folgen. Sie sind auch keinen Fahnen gefolgt um zur Erleuchtung oder zur Heiligkeit zu gelangen. Sie waren sie selbst aus tiefstem Herzen. Sie haben ihr Leben nicht danach ausgerichtet „was andere sagen“.... dadurch haben sie ge-leuchtet und Menschen, die das sehen nennen sie er-leuchtet.

      Religionen sind die spirituelle Suche nach.... und wenn sich eine Suche erhalten will, darf sie das Ziel nicht erreichen.


      Erleuchtung ist das Etikett das manche einem, für sie erstrebenswerten, Zustand aufkleben und vor lauter Streben vorwärts drängen - immer wieder folgend dem, was uns diesen Zustand schnellstmöglich verspricht.
      So eilen sie so schnell wie möglich den Weg entlang, so das sie rechts und links nicht mitbekommen was wirklich ist, geschweige denn stehen bleiben und ehrlich, wahrhaftig in sich schauen.
      Und kaum meinen sie dazu sein, merken sie das es eine Fata Morgana war.

      Und da... oh da schwenkt einer die Fahne. da geht es dann lang zumindest eine Zeit lang bis eine hübschere Fahne kommt, oder eine die einen leichteren schnelleren Weg verspricht, oder bis ich merke das es wieder eine Fata Morgana war.

      Dies ist ein Zeichen unserer Zeit, das genauso eine Entwicklungsstufe charakterisiert wie ... na eben die Kirchengeschichte oder die Geschichte anderer Religionen.

      Und ist es wirklich ein Unterschied ob auf der Fahne - Himmelreich - Nirwana oder, oder... oder Erleuchtung steht?

      Alle haben eins mehr oder weniger intensiv gemeinsam: weg von... hin zu.
      Und damit unterscheiden sie sich von denen, auf die sie sich berufen.


      So weit meine philosphierenden Gedanken dazu.
      Schade das mein englisch nicht reicht für die Videos.


      Liebe Grüße

      Arthemesia
      Es ist nicht die Aufgabe eines anderen Menschen mich zu lieben wie ich bin... es ist meine.
    • :ot:
      Da reicht mir der Danke-Button nicht... :anbet:
      es sind solche Beiträge wie z.B. der von Arthemisia oder Wolfsspur, weshalb es sich für mich lohnt, hier im Forum zu sein. :top2:

      Sorry für OT, mußte sein. :)
      Worte sind nur Worte,
      und wo sie so gar leicht und behende dahin fahren, da sey auf deiner Huth,
      denn die Pferde, die den Wagen mit Gütern hinter sich haben,

      gehen langsameren Schritts.
      ~Matthias Claudius~
    • Hallo @all,
      ziemlich umfangreiches Thema, ich möchte daher erst einmal einzelne Teile herausgreifen
      Teil 1

      Shiva Shakti schrieb:

      Ein harmloses Beispiel ist Yoga, das hier etwas völlig anderes ist und "abgehackt" praktiziert wird.
      Yöga und Buddhismus und anderes sind mittlerweile ein Millionengeschäft. Wir haben heute auch bessere Möglichkeiten, uns zu informieren.
      Jener "Lehrer" aus Beitrag 1 im ersten link wurde wegen Missbrauch von einer ehemaligen Schülerin auf 10 Millionen Dollar verklagt,
      was wohl auch einiges über die Kontostände des ehemaligen Klosterinsassen aussagt.
      Der Fall endete mit einem Vergleich ...

      justy schrieb:

      Inwiefern verdient jemand, der sich abwertend über andere Traditionen äußert die Bezeichnung "Meister" "Lehrer"oder ähnliches?
      Solche Menschen praktizieren in ihrer Jugend oft sehr intensiv, sind enthusiastisch, fleißig, interessiert und vorbildhaft und erreichen somit eine bestimmte Stufe,
      und erhalten dann bestimmte Titel, Auszeichnungen, Würden, Authorisierungen, welche ihnen dann später, wenn das vorhandene Wissen zu sehr selbstbezogengen Zwecken eingestzt wird, niemand aberkennt.
      Bis zu einem gewissen Grad sind sie auch Meister.
      Grundsätzlich erlaubt, solange jemand auf diesem Planeten lebt, das Gesetz des freien Willens jedem, egal welche Erkenntnis oder Form von Liebe oder Weisheit erreicht wurde, wenn es unbedingt gewünscht ist, sich wieder in neue, neuerschaffene Untiefen zu begeben.


      Tatsächlich existiren viele dieser Lehrer mit seelischem Doppelgesicht.
      Das ist, was mich persönlich stört.Wenn jemand in den Westen kommt, und selbst wenn er geweihter Mönch ist, und zu seinen Schülern erhlich sagt, er hält das so nicht mehr aus (z.B sexuell und sich eine Freundin sucht, die er respektiert), ist das für mich zumindest etwas vollkommen anderes.

      justy schrieb:

      Das Christentum Jesus? Jesus war Jude! Und hatte wohl kaum die Absicht, eine neue Religion zu gründen
      Jesus hatte diese Absicht einer Kirchengründung ganz klar ausgesprochen (siehe NT). Das Christentum unterscheidet sich vom Judentum unter anderem durch den Universalitätsgedanken "Gehet hin in alle Welt", welcher den Gedanken eines einzelnen auserwählten Volkes ersetzte und in eine ganz andere Richtung brachte.
      Jeus war jüdischer Herkunft, doch gab er seinen Jüngern keinerlei Anweisungen, jüdische Festen, Riten, Traditionen, spezifische Schriftkenntnis aller anerkannten religiösen Texte usw. fortzuführen, und wenn, dann kam es im Lauf der Zeit zu Umdeutungen, z.B. das Paschafest wurde später Ostern.

      justy schrieb:

      "Das Christentum" entstand erst später .... und noch später die "christliche Kirche".
      Und manche dazukommende Einflüsse entstanden auch viel früher - z.B. die antiken griechischen, oder wurden aus dem römischen, germanisch-keltischen Bereich und anderen übernommen.

      Wolfsspur schrieb:

      nice Thread
      Danke

      Wolfsspur schrieb:

      Doch kritische Auseinandersezung mit einer Religion erfordert die tiefe Kenntnis
      derselben....und das schränkt den Kreis möglicher Austauschpartner schon mal ziemlich ein. Noch dazu
      - und das gilt für die Mehrheit: Religion kann blind machen......eine kritische Auseinandersetzung mit
      der eigenen Religion ist meist gar nicht erwünscht. Weder von den Religionsführern - noch vom
      lammfrommen Gläubigen.
      Hervorragend beschrieben. Und vor allem - wenn du dann einmal in den "inner circle" vorstößt, bist du bereits so verbunden und beeinflusst,
      dass es im Fall eventueller Probleme gar nicht so einfach ist, schnell auszusteigen.
      Ein guter Freund, der auch verschiedene Erlebenisse hatten, welche ihn zur Abkehr von seinem Lehrer bewogen - auch um den Grad der Beeinflussung einmal zu verbildlichen, welcher in östlichen Meisterreligionen so läuft,
      meinte "Was der Meister will, dass du es nicht siehst, nimmst du auch nicht wahr, selbst wenn es direkt vor dir geschieht."

      Wolfsspur schrieb:

      Viele der Spirituellis in Europa haben das typisch europäische Konsumverhalten auf alle Bereiche ihres
      Lebens - inklusive der Spiritualität übertragen.
      In Indien bildet sich mittlerweile teilweise unter wohlhabenderen Gruppen eine Art "Mittelschicht" (vorsichtig formuliert) heraus,
      dort läuft es dann genauso wie bei uns.

      Wolfsspur schrieb:

      Von den Leuten, die ich für weise halte, wird im allgemeinen eher abgeraten, sich eines fremden Glaubens zu
      bedienen, sondern angeraten, sich mit den eigenen religiösen Wurzeln zu beschäftigen, daraus das Gute zu
      schöpfen und genau das zu leben.
      Das sehe ich etwas weiter, wenn die eigenen Wurzeln nicht das aufzeigen können, wonach gesucht wird, ist es sinnvoll, woanders zu suchen.
      Die Frage ist dann, wie du sehr gut beschreibst, wie komme ich sowohl an relevantes Wissen, als auch gleichzeitig in der Fülle der Möglichkeiten zu Orientierung?

      Shiva Shakti schrieb:

      Die Erfindung der Sünde ist meiner Meinung nach zum Beispiel ein kleinhalten der Gläubiger und selbst im Vaterunser, das selbst ich beherrsche verankert: Vergebe mir- armen, bösen, sündigen Etwas- meine Sünden.
      Würde machen dieser doppelgesichtigen Lehrer meines Erachtens sehr gut tun, von solch einer Einstellung ein wenig zu übernehmen.
      Die einen tragen Sünden, die anderen Karma. Und so mancher rostige Käfig wird eben durch einen verschönerten goldenen ersetzt,
      und nach einiger Zeit stellt sich (in manchen Fällen) heraus, dass der goldene Käfig auch Rost ansetzt, und unter manchen rostigen Stäben des ersteren
      goldene Elemente verborgen sind.

      Roti schrieb:

      Doch zur Rückverbindung zum Göttlichen brauchen wir da jemanden der uns sagt was Richtig oder Falsch ist? Wo jeder doch den Göttlichen Funken in sich trägt und da die Verbindung zu Göttlichen direkt besitzt.
      Richtig, allerdings ist das vielen nicht klar, und wird auch nicht immer hingewiesen.

      viele Grüße

      Chrisotph

      2.Teil folgt

      Bewusstheit schafft Heilung


      "Der wahre Zweck des Menschen ist die höchste Bildung seiner Kräfte zu einem Ganzen"
      Wilhelm von Humboldt (1767 - 1835)
    • Liebe Arthemisia und auch @all

      auf deinen hervorragenden Beitrag möchte ich gerne als Ganzes ohne Einzelzitate eingehen, auch nochmal mit Ergänzung zu dem sehr interessanten Beitrag von Wolfspur.
      Meines Erachtens haben Heilige, Weise, Wissende einfach eine Art Vorbild- und Inspirationsfunktion für andere,
      auch um die Gedanken erst einmal auf bestimmte Ziele, Möglichkeiten, Ideenkreise zu lenken,
      und aufzuzeigen, dass es real möglich ist, verschiedene Erfahrungen, ethische Ziele, Erkenntnisse
      und anderes zu erreichen.

      Es gibt viele Menschen, welche heutzutage sich auf die Suche machen, mehr oder weniger ernsthaft, manche einfach schon von vornherein
      eher experimentell und die ganz verschiedene Formen von Praktiken durcheinandergemischt ausprobieren (Sinnhaftigkeit dessen?)
      Andere suchen sehr ernsthaft und konsequent, dazwischen alle Variationen.

      Wie schon oben im Zitat von Wolfspur angesprochen von ihm und mir, es ist nicht immer leicht, an tiefes Wissen zu kommen,
      angepriesen wird immer das jeweilige Eso- oder sonstig Angebot als sehr gut, und sich da erst einmal zu orientieren braucht
      Erfahrung und/oder Hilfe(n).

      Genau deswegen würde ich jene, welche in relevanten Positionen tätig sind, etwa jenen Autor zum tibetischen Totenbuch, bitten,
      sich einmal klar zu sein und auch zu berücksichtigen, was für Seele ihnen da folgen. Das sind keine unverletzlichen, fertig geformt und sich abgrenzend könnende
      reifen Persönlichkeiten, sondern Menschen, welche stark dem Einfluss ihrer Lehrer ausgesetzt sind und dem anhängen.
      Gerade ihnen gegenüber ist eine besonders verantwortungsvolle und vertrauensvolle Haltung nötig,
      und nicht das Gegenteil. Somit wünsche ich mir, dass jene Lehrer, seien es welche aus dem hinduistischen, buddhistischen Bereich,
      oder aus anderen Richtungen, auch für ihre Verantwortung einstehen, begreifen dass auch für sie im "Namen der Erleuchtung" die
      gleichen ethischen Spielregeln gelten, welche sie anderen lehren.

      Dies auch weil sie doch entwickelt genug sind, um zu wissen, was sie anrichten, insofern sie sich spezifisch mit dem Leben, der Entwicklung der Seele,
      bzw. Erkenntnis, Befreiung von Leiden und all diesen Aspekten sehr lange beschäftigten und über entsprechendes Wissen verfügen.
      Jemand der z.B. ein tibetisches Werk kommentiert und herausgibt, weiß sehr wohl, warum mit einer Seele etwas passiert,
      was für welche Handlungen an Wirkungen aufgrund von Ursachen wie beispielsweise
      eigene enge Schülerinnen zu missbrauchen, zurückkommt und all diese Abläufe.

      Wenn schon östliche Lehrer im Westen tätig sind, wäre es auch wünschenswert, wenn die jeweiligen zuständigen religiösen Autoritäten,
      vom Dalai Lama über die diversen indischen Shankaracharyas und andere in manchen Fällen einmal Klartext sprechen würden,
      anstatt hinter vorgehaltener Hand vom Schaden, welcher der eigenen Lehre zugefügt wird durch Fehlverhalten Einzelner,
      gerade dann, wenn sich viele, welche sich auf den Weg begeben haben, etwas vollkommen anderes erhoffen als sie dann erwartet.

      Anfänger zu täuschen unter dem Zusätzlichen Einfluss von Riten, Kräften, Darstellungen und sich auf Lehren berufen,
      auf Dinge und Aspekte welche hier nicht leicht verständlich sind,
      gestützt durch die magischen und beeinflussenden Kräfte von Mantren, Kräften = in diesem Fall finde ich es nicht in Ordnung,
      den Suchenden dann die Schuld zu geben.
      Das ist für mich ein nicht berechtigter Umkehrschluss der Verantwortung.

      Weiters würde ich es adäquat finden, wenn diese gleichsam manchmal UFOs anderer Traditionen, welche wieder ein Umfeld von
      Handlungen, Riten, Verhaltensweisen, Umgangsformen und Praktiken und Lebensweisen um sich im Westen herum aufbauen, so wie es im Osten war,
      wenn diese aus ihrer Welt auch den Blick real in jene werfen, in welcher sie im Westen lehren.
      In einer Demokratie kann nicht nur ich versuchen, etwas wie Yoga, Buddhismus, Taoismus zu verstehen,
      ich darf die entsprechenden "Meister" (vorsicht Apostroph), wenn sie schon hier lehren wollen, auch
      zuerst einmal bitten, unsere Begriffe von Leben, Kultur, Kunst, Musik, und von all dem, was unser Leben prägt,
      zu verstehen versuchen, bevor sie mit ihren Lehren uns gegenüber loslegen und dies dann etwas Fremdes und Übergestülptes wird.

      Grundgedanke dieses Themas, und dies bitte in weiteren Beträgen zu berücksichtigen,
      ist, dass viele Aspekte sich sowohl in östlichen und westlichen Traditonen gleichermaßen finden,
      wie Umgang oder Missbrauch von Macht oder Sexualität
      oder der Differenz von Lehren und Handlungen,
      genauso wie es überall sehr ethisch orientierte Weise, Heilige, Erkennende und interessante Philsophien gibt.
      Somit der Fingerzeig auf die großartige Überlegenheit der eigenen Lehre gegenüber jeweils "anderen"
      nur ein Teil der Wahrheit ist, da wäre es doch wünschenswert, dies auch demsprechend dies vorzuleben



      viele Grüße

      Christoph

      Bewusstheit schafft Heilung


      "Der wahre Zweck des Menschen ist die höchste Bildung seiner Kräfte zu einem Ganzen"
      Wilhelm von Humboldt (1767 - 1835)
    • Braucht der Mensch denn Heilige, Wissende, Lehren und Lehrende um Erleuchtung zu finden? :denk:

      Ich habe ein Lieblingsbuch......Herman Hesses Siddhartha.
      Es erzählt die Geschichte eines besonderen Weges.
      Siddhartha lehnt das Dogma ab und macht nicht die Erkenntnis!
      sondern die Liebe und das Erleben der Einheit zu seinem Mittelpunkt.

      Wissen läßt sich weitergeben,(ist aber "hören..sagen")
      Weisheit ist gelebtes Erfahren jedes Einzelnen und läßt
      sich nicht weitergeben,
      aber sie läßt mich wachsen.
      Jede Wahrheit ist nur halb, denn das Gegenteil ist ebenso wahr.
      Das Leben ist Täuschung und Wahrheit,
      Leid und Erlösung.

      Brauche ich Lehrer ,Lehren , Religionen.....Weise oder Heilige,
      die mir aufzeigen wie "Leben geht"

      Das Leben selbst ist mein großer Lehrer, ich kann von ALLEM lernen und mich ent..wickeln.
      Den Weg finde ich IN und MIT mir selbst.


      Liebe Grüße.......weißes Reh ;)


      Edit justy
      nicht gekennzeichnetes Zitat gelöscht - Copyright
    • Guten Abend

      c light schrieb:

      Solche Menschen praktizieren in ihrer Jugend oft sehr intensiv, sind enthusiastisch, fleißig, interessiert und vorbildhaft und erreichen somit eine bestimmte Stufe, und erhalten dann bestimmte Titel, Auszeichnungen, Würden, Authorisierungen, welche ihnen dann später, wenn das vorhandene Wissen zu sehr selbstbezogengen Zwecken eingestzt wird, niemand aberkennt.


      Lieber Christoph, meine Frage war eigentlich mehr philosophisch - rhetorisch gemeint und bedurfte keiner Antwort.

      c light schrieb:

      Jesus hatte diese Absicht einer Kirchengründung ganz klar ausgesprochen (siehe NT).


      Ich schrieb "Religion". Innerhalb einer Religion kann es ja durchaus verschiedene Kirchen geben - ist das Christentum ja gerade ein gutes Beispiel und im Judentum auch nicht anders. :)

      c light schrieb:

      Jeus war jüdischer Herkunft, doch gab er seinen Jüngern keinerlei Anweisungen, jüdische Festen, Riten, Traditionen, spezifische Schriftkenntnis aller anerkannten religiösen Texte usw.....

      Jesus war ein jüdischer Wanderprediger, die ersten " Christen " waren Juden, die in Jesus den schon lagen erwarteten Messias ( griechisch: Christos, latinisiert Christus ) sahen.
      Was mich viel eher interessieren würde, gab es ihnen Anweisung es nicht zu tun?
      Muss ich einen, seine Glauben täglich praktizierenden Menschen explizit darauf hinweisen, das auch nach meinen Dahingehen weiter zu tun?

      c light schrieb:

      Und manche dazukommende Einflüsse entstanden auch viel früher - z.B. die antiken griechischen, oder wurden aus dem römischen, germanisch-keltischen Bereich und anderen übernommen.

      Das ist völlig richtig. Aber was hat das jetzt mit dem Ausgangspunkt meines Zitates zu tun?

      Liebe Grüße
      Jens-Uwe
      :winke:
      If Nothing goes right,
      Square Up!
      and
      Circle left!
    • Hallo c light,

      danke für deine Antwort.

      c light schrieb:

      Meines Erachtens haben Heilige, Weise, Wissende einfach eine Art Vorbild- und Inspirationsfunktion für andere,


      Ja... doch wer macht sie dazu?
      Es gibt den Ausspruch: Der Schüler macht den Lehrer...
      Wenn jemand von einem anderen lernt ist der Lehrer, ob er will oder nicht, ob er sich seiner Verantwortung bewußt ist oder nicht.

      Ein Heiliger wird erst nach seinem Tod heilig gesprochen, wird durch sein Leben wie er es lebt zum Vorbild, zur Inspiration.
      Er lebt voll und ganz sich selbst, das kann eine Lehrtätigkeit beinhalten, muß es aber nicht.

      Wie kommen Menschen aus den östlich geprägten Religionen dazu hier zu lehren?
      Sie werden gerufen... direkt oder indirekt.
      Es wird Ihnen ein Bedarf signalisiert und hier treffen sie auf eine Ihnen fremde Mentalität...
      Wenn mich jemand als Lehrer ruft... dann gehe ich davon aus, der er es ist der etwas verändern will... nicht ich es bin der meine Lehren anpassen muß.

      Gerade genau durch diese versuchte Anpassung kommt es zu einer Oberflächlichkeit, die auch der Tiefe einer gewachsenen Religion, einer Glaubensrichtung nicht gerecht wird und gar nicht werden kann.
      Wir denken nicht wie Inder, Tibeter, oder, oder....

      c light schrieb:

      auch um die Gedanken erst einmal auf bestimmte Ziele, Möglichkeiten, Ideenkreise zu lenken,
      und aufzuzeigen, dass es real möglich ist, verschiedene Erfahrungen, ethische Ziele, Erkenntnisse


      Das ist in den seltensten Fällen die Intension .... wenn es so wäre, würde ich diesen Menschen einen Missionar nennen.




      Ich stimme dir gerne zu, das ein echtes Vertiefen in eine Religion mit ihren Facetten ein gründliches Studium erfordert.
      In unserer Instand-Welt ist dies sicher nur selten gegeben.
      Ja, auf dem Eso- Markt tummelt sich viel, sehr viel... doch wer braucht da Hilfe?
      Erfahrungen sammele ich durch erleben, nicht durch den Ratschlag anderer.

      Wer bin ich, darüber zu urteilen welche Erfahrungen mein Nächster braucht um zu seiner individuellen Lebensgestaltung zu kommen?
      Vielleicht braucht er 2 Fata Morganen der Erleuchtung, vielleicht 20 um seine Kritikfähigkeit wachsen zu lassen.
      Vielleicht braucht er auch Umwege und Irrwege.
      Vielleicht braucht er es zu straucheln, aus dem seelischen Gleichgewicht zu kommen um sich neu zu orientieren?
      Vielleicht ist genau das seins, was ich für Humbug halte....

      Du erwähnst das tibetanische Totenbuch ... für wen ist es geschrieben?
      Der Autor schrieb aus seiner Mentalität, aus seinem Glauben, aus seinem Erleben.... hätte er auf Millionen verschiedener Menschen mit verschiedenen Hintergründen, aus verschiedenen Glaubensrichtungen und noch verschiedener Mentalitäten Rücksicht genommen... was hätte er dann schreiben sollen?
      Ich gebe zu, ich habe es im Schrank stehen, angefangen und weg gelegt... als für mich nicht passend.
      Ich kenne jemand der es eifrig studiert hat und voller Wissen daraus ist und ganz angetan.

      c light schrieb:

      Somit wünsche ich mir, dass jene Lehrer, seien es welche aus dem hinduistischen, buddhistischen Bereich,
      oder aus anderen Richtungen, auch für ihre Verantwortung einstehen, begreifen dass auch für sie im "Namen der Erleuchtung" die
      gleichen ethischen Spielregeln gelten, welche sie anderen lehren.


      Ich verstehe diesen Wunsch, doch wie fair ist er?
      Wir rufen hier nach den Lehrern fremder Kulturen und wollen dann, das sie sich hier unserer Auffassung von Verantwortung beugen?
      Ein Mensch aus Tibet, Indien, Nepal, oder.... hat eine andere Einstellung zum Leben, andere Lebensumstände als wir hier und kann darum auch nur auf seine Art Verantwortung übernehmen.

      Alles, wo wir etwas aus einem Kontex umpflanzen wollen ohne dem Kontex Beachtung zu schenken... kann nur in die unvollständiges Stückwerk sein.
      In der Spiritualität und im Umgang mit Energien kann der Schuß nach hinten los gehen...

      Wenn ich Schamane werden will muß ich auch lernen wie das Volk zu denkt, dessen Schamanismus ich erlernen will.
      welche Grundgedanken dem zu Grunde liegen etc.


      c light schrieb:

      Dies auch weil sie doch entwickelt genug sind, um zu wissen, was sie anrichten,


      Wirklich????????

      Wissen ist nicht gleich Weisheit.
      Wissen ist nichts was zwangläufig gelebt wird... sonst dürfte kein Arzt rauchen und kein Lehrer Alkohol trinken (und doch sagen Statistiken das in den Berufssparten die Raten sehr hoch sind)
      Wissen ist unabhängig vom seelischen Reifegrad.


      c light schrieb:

      Dalai Lama über die diversen indischen Shankaracharyas und andere in manchen Fällen einmal Klartext sprechen würden,


      Stimme ich dir zu... doch ehrlich... wer hört denn den Klartext?
      So manche Passagen, die ich vom Dalai Lama gelesen habe sprechen eine klare und deutliche Sprache... unter anderem empfiehlt er jedem in den Religionen seines Kulturkreises seinen spirituellen Weg zu gehen.


      c light schrieb:

      Das ist für mich ein nicht berechtigter Umkehrschluss der Verantwortung.


      Schuld und Verantwortung sind, für mich, verschiedene Qualitäten.

      Ein Lehrer, der lehrt was er weiß, kann, für gut und richtig befindet, nach bestem Wissen und Gewissen... handelt für mich verantwortlich.
      Ein Lehrer, der absichtlich seinen Schülern Schaden zufügt, ihm versucht seine Lehre aufzuzwingen... handelt für mich verantwortungslos und schuldhaft.
      Ein Schüler, der sich seinen Lehrer wählt, der sich freiwillig einer fremden Mentalität anschließt ... steht in einer Eigenverantwortung für seine Entscheidung und auch für sein Mangel an Wissen über die Mentalität, die dieser Lehre zu Grunde liegt.



      Soweit noch ein paar Gedanken zu diesem wichtigen Thema... unter dem "Namen der Erleuchtung" sammelt sich viel.


      liebe Grüße

      Arthemesia
      Es ist nicht die Aufgabe eines anderen Menschen mich zu lieben wie ich bin... es ist meine.
    • Liebe Weißes Reh,

      auch für mich war Siddharta immer wieder ein inspirierender Text,
      vielleicht auch, weil er sehr überlegt an einer möglichen Schnittstelle zwischen verschiedenen Denkweisen angelegt ist
      (der letztere Teil am Fluß wirkt einfach anders, und hat mehr mit Taoismus als Buddhismus zu tun).

      Wenn Menschen ihre eigene Wahrheiten leben, stellen sich verschiedene Probleme erst gar nicht.

      Jedoch - und somit zu den von dir und Arthemisia angesprochenen Funktionen
      oder Nicht-Funktionen von Heiligen, Weisen, Vorbildern =
      der Punkt liegt darin, dass Siddharta um sein inneres Ziel zu erreichen, das Treffen mit Gotama als notwendige Voraussetzung in der Erzählung
      benötigt, um auf dieses Ziel entsprechend hingewiesen zu werden, und auch um daraus seine eigene Schlüsse zu ziehen.
      So ist diese Geschichte angelegt.

      Dass ich nicht unbedingt Lehrer benötige im Sinne von einweihenden Meistern, an welche ich meine Verantwortung abgebe,
      vertrete ich hier schon lange, allerdings kenne ich kaum jemand, der behaupten kann, alles in sich alleine gefunden zu haben.


      Liebe Arthemisia,

      dein Beitrag ist für mich sehr idealisierend, zeigt so mit einen Teil der Realität auf, bzw. gibt es zuviele Gegenbeispiele, um auf alles genau
      einzugehen (z.B. haben Buddha bis Jesus von sich aus entschlossen, zu lehren, und waren sich ihrer Meisterschaft, ihres Wissens und der
      Vorbildfunktion bewusst, es bedurfte keiner Schüler, welche sie im Nachhinein zu Lehrern machten, Jesus hat manche selber zu sich gerufen)

      Wenn du aus der Forderung, indische, tibetische, buddhistische Lehrer mögen die Kulturen verstehen, in welchen sie lehren,
      eine "Anpassung" der Lehre dieser Menschen machst, so forderst du ganz genau das, was der tibetische Buddhismus und das Christentum unter anderem tatsächlich
      praktzierten, wie du ja weißt (mit Vor- und Nachteilen), und es besteht ein Unterschied, ob ich ein Umfeld verstehe, in welchem ich agiere, oder ob jemand
      angeommerweise seine Lehre verwässert, das sind zwei ganz verschiedene Aspekte, die du - aus welchen Gründen verstehe ich nicht - vermischt.

      c light schrieb:

      Somit wünsche ich mir, dass jene Lehrer, seien es welche aus dem hinduistischen, buddhistischen Bereich,
      oder aus anderen Richtungen, auch für ihre Verantwortung einstehen, begreifen dass auch für sie im "Namen der Erleuchtung" die
      gleichen ethischen Spielregeln gelten, welche sie anderen lehren.
      Wenn es um Themen wie "Verwirklichung", ethische Entwicklung, gelebte und erfahrbare Erkenntnis geht,
      ist es doch das Mindeste, zumindest die eigenen Spielregeln zu leben.
      Es wird dann lächerlich, wenn solche Weisheitslehrer, selbst wenn diverse Vorwürfe wie Missbrauch, nur allzu offenkundig werden,
      dies stets weiterführen (ist meist so derzeit, gibt genug Beispiele, auch Inder beschweren sich darüber vor Ort),
      und auch gar nicht vorhaben, da etwas zu ändern oder Einsicht zu zeigen oder sich gar einmal zu entschuldigen.


      Der Wunsch, dass Lehrer diejenigen Regeln, welche sie im Namen von Verwirklichung usw. anderen lehren, selber leben, ist äußerst fair.
      Also wenn du denen glaubst, die etwas anderes handeln als sie selber lehren, mein Weg ist das nicht und zeigt für mich auf, dass
      keine Glaubwürdigkeit vorliegt (eben mein Weg).

      Auch der Arzt weiß sehr genau, was er macht, wenn er raucht, genau darum geht es. Er weiß es.
      Genau davon schrieb ich, er kennt die Konsequenzen. Der Versuch, jemanden der die Wege der Seele studiert und lehrt,
      egal ob Schuld oder Verantwortung freizusprechen, bedeutet ja nur, dass
      derjenige schleunigst erst einmal an sich selber arbeiten sollte,
      anstatt sich hier im Westen als großer Wissender verehren zu lassen. Genau wie du schreibst - unabhängig vom seelsichen Entwicklungsgrad
      hat er das entsprechende Wissen über die Vorgänge und Folgen (zumindest aus der jeweiligen Weltsicht heraus).

      Das Nichteingehen auf die jeweiligen missionierten oder zu belehrenden Kulturkreise - die zersörerischen Konsequenzen haben ja die christlich missionarische
      Tätigkeit gezeigt, und ich sehe eben, dass viele Lehrer aus Asien kommen und immer so nebenbei zu verstehen geben, etwas Besseres als die
      hier traditionellen Kirchen zu bieten zu haben - und machen genau die gleichen strukturellen Fehler.
      Das ist eines der Grundthemen dieses threads.

      Natürlich stehen wir alle in Eigenverantwortung, wenn ich mich jedoch in ein System/Religion/Philosophie/Praxis begebe,
      in dem - so wie in den asiatischen Traditionen - der Meister das Um- und
      Auf in der grundsätzlichen Sichtweise nun einmal ist (Ausnahmen bestätigen die Regeln),
      sieht das grundsätzlich anders aus mit der Verantwortung, auch wenn natürlich derjenige, des sich wohin begibt, dies erst einmal ganz selbstständig entscheiden sollte
      ("sollte", denn es existieren auch Wege der Manipulation, aus denen wiederum herauszukommen sind auch eigenverantwortliche Lernprozesse der Seele)
      Doch wenn einmal solch einem Meister folgt, kennen manche dieser Sorte sehr viele Methoden und Tricks, von welchen ein newcomer keinerlei Ahnung haben kann,
      und kaum Chance, dies zu durchschauen - da ja alles angeblich im Namen der Erleuchtung erfolgt -
      um aus den Verantwortlichen brave Marionetten zu machen.

      viele Grüße

      Christoph

      edit: Das sogenannte Weisheitslehrer, welche Meschen bishin zu höchsten Formen der Erkenntnis zu führen vorgeben, ganze Mengen
      an traumatisierten kaputten Seelen hinterlassen, lässt sich nicht beschönigen, oder dass es oft um Macht, Geld, Erfolg geht,
      die Leute niederdrücken und abhängig machen mit Gefühlen, womöglich etwas falsch gemacht zu haben (alles wie die entsprechenden Vorwürfe zur Kirche)
      und hätte das nicht derart um sich gegriffen,
      gäbe
      es keinen Grund für diesen thread,

      Ich halte mich bewusst mit konkreten
      Beispielen und allzuvielen Fingerzeigen da oder dorthin zurück,
      alles unschwer zu recherchieren.

      Achtung Humor allgemein : zwischendurch lässt noch die erste
      jüdische >< Kirche
      (das sind die mit den spitzen Fangfragen) grüßen
      Humor Ende

      Bewusstheit schafft Heilung


      "Der wahre Zweck des Menschen ist die höchste Bildung seiner Kräfte zu einem Ganzen"
      Wilhelm von Humboldt (1767 - 1835)

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von c light ()

    • Hallo lieber c- light,

      erlaube mir ein kleines Schmunzel.... und den Gedanken... verflixtes Spiegelgesetz ;).

      Gestern, beim Verfassen meines Beitrags dachte ich: Du idealisierst, c light.

      Heute hälst du es mir, freundlich aber bestimmt vor... *lach.

      Das ist okay, denn es ist sicher auch richtig. Klar hätte ich die Welt gerne nach meinem Idealen entsprechend... ist sie aber nicht (ich selber bin es übrigens auch nicht ;))
      Und wie sagt Bryon Katie... sinngemäß... Streite nicht mit der Realität, du verlierst immer ;)


      c light schrieb:

      Wenn du aus der Forderung, indische, tibetische, buddhistische Lehrer mögen die Kulturen verstehen, in welchen sie lehren,
      eine "Anpassung" der Lehre dieser Menschen machst,


      Hm... wo habe ich mich so missverständlich ausgedrückt das du das entnehmen könntest?

      c light schrieb:

      Wenn es um Themen wie "Verwirklichung", ethische Entwicklung, gelebte und erfahrbare Erkenntnis geht,
      ist es doch das Mindeste, zumindest die eigenen Spielregeln zu leben.


      Dem habe ich, lieber c light, anscheinend nicht deutlich genug, zugestimmt tue es hier mit ausdrücklich nochmal.
      Das wäre eben ein Ideal.

      Das dem aus verschiedenen Gründen nicht so ist... zeigt das Leben.

      c light schrieb:

      Der Wunsch, dass Lehrer diejenigen Regeln, welche sie im Namen von Verwirklichung usw. anderen lehren, selber leben, ist äußerst fair.


      Hm... ich denke hier handelt es sich um ein Missverständnis.
      Dieser Wunsch ist fair, keine Frage...
      was ich nicht als fair empfinde, Menschen anderer Kulturen mit unseren Massstäben zu messen und zu verurteilen.

      Und ja, ich habe und hatte Lehrer, mehr als einen, die nicht leben was sie lehren.... das hat mich nicht am Lernen gehindert, sondern mir vieles aufgezeigt.
      Vor allem den Unterschied zwischen Theorie und Praxis.
      Ein Satz, den ich in so manchen beratenden Gesprächen weitergebe ist:
      Glauben sie bitte nicht, das ich das alles immer so lebe wie ich es ihnen erzähle... ich bin Mensch und auf dem Weg.
      Glaub mir, die meisten sind dankbar für diesen Satz, fühlen sich weniger schuldig wenn es nicht so geht... und ich darf Mensch sein ---- Schüler und Lehrer gleichzeitig.


      c light schrieb:

      Das Nichteingehen auf die jeweiligen missionierten oder zu belehrenden Kulturkreise - die zersörerischen Konsequenzen haben ja die christlich missionarische
      Tätigkeit gezeigt, und ich sehe eben, dass viele Lehrer aus Asien kommen und immer so nebenbei zu verstehen geben, etwas Besseres als die
      hier traditionellen Kirchen zu bieten zu haben - und machen genau die gleichen strukturellen Fehler.
      Das ist eines der Grundthemen dieses threads.


      Nun, da liegt bei mir ein Mangel an Erfahrung vor.
      Infolgedessen habe ich deinen Eingangsthreat auch nicht so interpretiert.
      Vielleicht hätten mir die Videos über deine Intension mehr Aufschluß gegeben, jedoch auf Grund mangelhafter Englischkenntnisse habe ich sie mir nicht angeschaut.
      Das tut mir leid.


      Mehr begegnet mir die Variante:

      Menschen, die in andere Religions- und Kulturkreisen reisen, weil sie glauben da mehr Heil zu finden als hier.
      Ich kenne auch so einige, die mit viel Aufwand dafür sorgen, das Lehrende aus anderen Ländern hier her kommen um hier zu lehren.
      Und ich kenne auch Menschen, die durch das ganze Land reisen, um hier und da die "ihren" Lehrer zu treffen.
      Es gibt Menschen, die Lehren hinterlaufen... die Vertreter dieser Lehren zu Lehrern küren (welche dann mit diesem Thron nicht umgehen können und ihre Macht missbrauchen).

      Sie alle versprechen sich... die Erleuchtung und laufen allen Lichtlein hinterher, statt ihr eigenes inneres Licht anzuzünden.

      Das ist die Perspektive, aus der ich auf deinen Threat gesehen habe.
      Nun, bedauerlicher Weise habe ich dein Thema damit verfehlt.

      c light schrieb:

      edit: Das sogenannte Weisheitslehrer, welche Meschen bishin zu höchsten Formen der Erkenntnis zu führen vorgeben, ganze Mengen
      an traumatisierten kaputten Seelen hinterlassen, lässt sich nicht beschönigen, oder dass es oft um Macht, Geld, Erfolg geht,
      die Leute niederdrücken und abhängig machen mit Gefühlen, womöglich etwas falsch gemacht zu haben (alles wie die entsprechenden Vorwürfe zur Kirche)
      und hätte das nicht derart um sich gegriffen, gäbe es keinen Grund für diesen thread,


      Hm.... ich würde gerne diesen traumatisierten Seelen gerne die Hand reichen... ohne die Lehrer dafür zu verdammen, das sie fehlbare Menschen sind.
      Was nicht heißt, das sie nicht die strafrechtlichen Konsequenzen für ein sträfliches Vorgehen zu tragen hätten.
      Ein weites Feld... da es auch heute noch Kriege, Mord und Totschlag im Namen der Erleuchtung gibt, die aus dieser Perspektive gesehen, für mich dazu gehören.


      In der philosophischen Betrachtung dieses Themas, könnte ein Verlassen des Opfer-Täter Kontexes zu anderen Erkenntnissen führen, denke ich gerade so vor mich hin. :)



      Liebe Grüße

      Arthemesia
      Es ist nicht die Aufgabe eines anderen Menschen mich zu lieben wie ich bin... es ist meine.
    • Lieber Christoph und @ all:

      Weißes Reh schrieb:

      Braucht der Mensch denn Heilige, Wissende, Lehren und Lehrende um Erleuchtung zu finden? :denk:
      nein, denn Buddha Shakyamuni sagte ja: Es gibt viele Wege zur Erleuchtung. Für mich kann ein Landwirt, der gerade sein Feld bearbeitet oder eine Mutter mit 4 Kindern wesentlich erleuchteter sein als ein Anhänger einer buddhistischen kineage, welcher stundenlang am Tag meditiert und letztendlich doch nichts begreift...

      Ich erlebte persönlich die Auswüchse von Guru-Hörigkeit und Unterwürfigkeit, die möglich sein können, was mich erschrecken ließ ... ich erlebte auch das Schlechtreden anderer Religionen durch Gurus... dabei sagte doch der Dalai Lama, man müsse niocht die Wurzeln seiner Herkunftsreligion verleugnen oder seine Religion ändern/wechseln, um ein guter Buddhist zu sein...

      Religionen sind für mich Hilfsmittel, ein Tool... die man nicht unbedingt braucht um Erleuchtung erfahren zu können... und oftmals auch ein Konstrukt, das mit dem ursprünglichen Grund-Gedanken nur noch wenig gemein hat... siehe katholische Kirche (Auslöschung des ursprünglichen Reainkarnationsglaubens...zeitenschrift.com/artikel/rein…e-der-kirche#.Vabe0fnAldg)
      Isa = Jesshua steht für mich persönlich dem Buddhismus näher als man meinen könnte... nicht umsonst wird er in alten Schriften tibetischer Klöster im Himalaja erwähnt...


      youtube.com/watch?v=UD46t10-JHY

      armin-risi.ch/Artikel/Theologie/Ging_Jesus_nach_Indien.html


      Auch Gurus haben Fehler, sind menschlich und oftmals auch übergriffig, was Freiheit und Selbstbestimmung ihrer Anhänger anbelangt... im Anspruch Lehrender und Wissender zu sein... Das hat für mich mit Religion und Erleuchtung nicht mehr viel zu tun... und kann deshalb auch kein Weg sein, dem ich folgen mag...

      Und keine Religion hat davon abgesehen die eine Weisheit allein für sich gepachtet... sondern sie ist uns bereits natürlicherweise geschenkt, so wir sie hören mögen... und können...Der Schlüssel dazu ist compassion...(ein Begriff welcher sich im Deutschen nicht wirklich treffend übersetzen lässt...) Leitet mich mein Herz, brauch' ich keinen Guru... ist vielleicht ganz nett und für viele faszinierend gerade auch im Rahmen innerer Halt- und Orientierungslosigkeit... (anders kann man sich Guru-Faszination und Dogmen-Gläubigkeit hier im Westen wohl nicht erklären) kann aber nie die alleinige Wahrheit sein... Alles was fanatisch ist ist definitiv too much...

      Offenheit, Freiheit im Rahmen innerer Grenzen und Bodenständigkeit eine Haltung des Namaste ohne zu erwarten, sich einfühlen können in die Situation anderer mit dem Blick hin auf's Ganze... und mich dabei auch noch selbt lieben und auch zurücknehmen können im Rahmen und in der Akzeptanz und Integration meines eigenen Lebensthemas, das Ganze im Blickfeld wahrend sehen können... ist meines Erachtens eine Möglichkeit auf dem Weg zur Erleuchtung... abgesehen davon dass ein Teil von uns längst schon leuchtet... auch innere Strahlkraft genannt oder auch Shen in der Chinesischen Medizin weil wir Teil dessen sind...


      Herzgruß -
      schwertfee :aikido:
      "You have to go beyond your ears. Listen with your eyes."

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    • Weißes Reh schrieb:

      Braucht der Mensch denn Heilige, Wissende, Lehren und Lehrende um Erleuchtung zu finden? :denk:

      Ich sage dazu: JA
      Es gibt 12 Weltreligionen, wenn man genau hinguckt, hat jede von diesen das Liebesprinzip enthalten.
      Egal wo am Erdball ich geboren bin werde ich (ein paar Ausnahmen)in einer Religion erzogen, vergleichbar einer sozialen oder ethischen Bildung. Gut oder schlecht ist für einen spirituell Suchenden bei dieser Grundbildung dann von Bedeutung wenn das Erwachen des Liebesprinzip im Einzelnen einsetzt. Dem Threadthema folgend >der Weg zur Erleuchtung< zur Weisheit angetreten wird. Denn dann ist Selbstveranwortung angesagt, kein Meister, Lehrer oder Guro wird mir diese Selbstverantwortung abnehmen.
      Das Liebesprinzip kann ich auch in einer Religion leben. Ich gehe sogar soweit zu sagen: mancher Seelen-Inkarnationsauftrag kann nur in einer Religion gelebt werden
      Ich erwähne da mal die Mutter Theresa und die katholische Kirche. Mutter Theresa steht für mich als das Prinzip der Gnade für diese Welt. Wo sonst hätte sie es besser leben können als aus einer Religionsgemeinschaft heraus, die sich hinter das Prinzip des Leidens stellt und aus dem materiellen Reichtum heraus aggiert. Ist irgendwie ein Paradoxon das mit dem Reichtum der Kirche und dem Dogma den Armen in Indien zu helfen oder? Und als Mary Theres so ihr Einweihungsnahme damals als junge Ordenschwester, sie es wohl begriffen hat, wie das ist mit dem Liebesprinzip.
      Sie ist eine >neue Heilige<. Pu, und was wird da gegen sie geschimpft, braucht ihr ja nur das netz anklicken. Na ja und die Katholen haben eine >Heilige< mehr, das Etiket können sie sich anheften.

      Was gibt es da für mich raus zu sehen:
      Wie gesagt ein Paradoxon. Da ich persönlich sehr viel mit Sterbebegleitung und auch Schwerkranken zu tun hatte (habe), sehe ich den Atriput der Gnade. Wer anderer mag was anderes sehen.
      Für mich ist sie aber die >Mary Therese<, das Mutter Therese belasse ich bei der Kirche.
      Na ja und ich hatte zu dieser Frau immer großen inneren Bezug und bei mir im Behandlungszimmer geht sie so manchmal ein und aus, die >Mary< (hab sie nicht gerufen, sie war plötzlich da, sie sei eine Kumara, so sie sich mir mitteilte).
      Rosenwetter
      ***
    • Liebe Rosenwetter,

      "Mary" Therese ist ein hervorragendes Beispiel, welche sehr viel von ihren eigenen Werten tatsächlich auch lebte.
      Sie genoß in Indien hohes Ansehen und Respekt, auch ihre Schwestern, anders als Christen oft sonst.
      Zwar durfte ich sie selber in Asien nicht mehr begegnen, doch von anderen weiß ich glaubwürdig, dass sie durch ihre Präsenz
      nach einer Begegnung manches Leben auch "umgedreht" hat = Irrtümer wieder in die Richtung gebracht, allerdings so, dass diese Personen
      auch auf dem adäquat richtigen Weg dann bleiben konnten.

      Liebe schwertfee,

      schwertfee schrieb:

      nein, denn Buddha Shakyamuni sagte ja: Es gibt viele Wege zur Erleuchtung. Für mich kann ein Landwirt, der gerade sein Feld bearbeitet oder eine
      Mutter mit 4 Kindern wesentlich erleuchteter sein als ein Anhänger einer buddhistischen kineage, welcher stundenlang am Tag meditiert und letztendlich doch nichts begreift...
      das wäre einen thread wert, würde ev. sehr umfassungsreich. Buddha kannte vermutlich die damals üblichen Praktiken, Riten, Meditationsmethoden,
      und hatte somit auch manchen direkten oder indirekten Lehrer, bevor ihm klar wurde, dass es in seinem Fall darum ging, sich daran zu halten, wie
      du es hier beschreibst.
      Niemand wird in eine vollkommene tabula rasa hineigeboren, lehrende Einflüsse gibt es immer.
      Doch ist es auch interessant, dass jene Weisen, welche sehr große Entwicklungssprünge gemacht hatten, dass auch im meisterbetonten Asien
      dies oft ohne allzudirekten Einfluas eines Lehrers (selbst wenn es einen offiziellen "Meister" gab) erfolgte.


      Wie Arthemisia schreibt über das eigene innere Licht

      Arthemesia schrieb:

      Sie alle versprechen sich... die Erleuchtung und laufen allen Lichtlein hinterher, statt ihr eigenes inneres Licht anzuzünden.

      Das ist die Perspektive, aus der ich auf deinen Threat gesehen habe.
      Nun, bedauerlicher Weise habe ich dein Thema damit verfehlt.

      Liebe Arthemisia,

      danke :-)
      für deinen sehr ausgewogenen Beitrag. Du hast das Thema finde ich sehr wohl auf den Punkt getroffen - aus der Sicht (wie auch andere schon)
      nach einer Lösung, nach den stimmigen Grundgedanken.
      Ich wollte einfach erst einmal mehr aufzeigen

      Arthemesia schrieb:

      Hm....
      ich würde gerne diesen traumatisierten Seelen gerne die Hand reichen...
      ohne die Lehrer dafür zu verdammen, das sie fehlbare Menschen sind.
      Was nicht heißt, das sie nicht die strafrechtlichen Konsequenzen für ein sträfliches Vorgehen zu tragen hätten.
      sehe ich genau so. Das war der Weg von Rodion Raskolnikow in Dostojewskis Roman.

      Alle, welche Übergriffe begehen, können auch als Seelen gesehen werden,
      welche die Kraft zur Umkehr oder Korrektur in sich tragen, umso eher geschieht es dann auch.

      Du hast vollkommen Recht, besser die Opfer-Täter Perspektive zu lassen, dann wird es außerdem weniger moralinsauer.
      So verstehe ich auch den Beitrag von Wolfspur oder den Hinweis (in einem anderen thread) von justy auf den Seelenplan.


      Von meiner Seite kein Grund, zu idealisierend zu sein.

      Um Menschen glauben zu machen, das schrittweise Aufgeben von immer mehr
      Aspekten der Freiheit führe zu Befreiung, bedarf es einiges.
      Da wird mit Mantren gearbeitet, Gottheiten welche Menschen anziehen, mit der Interpretation
      traditioneller Schriften (welche den Meister scheinbar immer in seinem Tun bestätigen), mit dem Blick auf die schon "weiter entwickelten"
      erfahreneren Schüler, deren Weg anscheinend Erfolg verspricht,
      Notfalls auch mit glatten Lügen (ist leider so),
      mit dem Gefühl, diverse Übergriffe seien eine besondere Würdigung des Meisters,
      oder eine Kundaliniaktivierung als tantrisch sexuelle Einweihung (durch den Mönch, der andere zu Mönchen weiht beispielsweise),
      mit den Erfolgen des Lehrers bisher, den oft vorhandenen hellsichtig-telepathischen Kräften die scheinbar den richtigen Weg zeigen,
      und vielen anderen Tricks.
      Eine Frau, mit welcher ich sprach, meinte, sie sei in einem Art Trancezustand gewesen (dh. versetzt worden,
      klar wer soviele gebündelte Kräfte nach jahrelangem Üben hat,
      kann die auch für andere Zwecke einsetzen).

      Menschen werden schrittweise innerlich immer mehr geknebelt und abhängig gemacht im Glauben, das sei der Weg zur Befreiung.

      Was vielen nicht immer klar ist, wenn nun Aspiranten, welche einen bestimmten Weg lange genug verfolgen, bis sie nahe genug dem "Meister" sind,
      der dann ganz andere Dinge macht als von ihnen erwartet, und es kommt zum Bruch - welchen inneren Halt haben diese dann, wo holen sie ihre Kräfte her
      da sie nun dringend innere Hilfe benötigen?
      = dh. sie selber arbeiten vorerst, da sie keine andere haben, oft mit genau jener Philosophie, Praktiken, Denkweise
      weiter, welche sie nun annahmen und davon so enttäuscht, geschockt, traumatisiert oder unterdrückt wurden.

      Für mich schwer zu verstehen, dass Menschen auch zwei Seiten gleichzeitig darstellen könnnen.
      Sowohl viel Wissen, Heilkräfte, hilfreiche Informationen oder Unterstützungen in wichtigen Lebenssituationen
      und danach ganz andere Dinge betreiben, will alldings beide Aspekte sehen.

      Idealisierung ist nicht angesagt, eher das Gegenteil, egal ob ich mir ansehe
      den aktuellen Stand der Vergewaltungsvorwürfe gegen den Gründer von Bikram Yoga,
      oder ein Video vom nächsten von "Buddha Boy" blutig geschlagenen Rückens - da gab es schon etliche Polizeieinsätze,
      auch die Berichte der - wegen angeblicher Hexerei gegen ihn - von seinen Vertrauten im Dschungel gefangengenommen und misshandelten Frauen, z.B. Dharma Dara,
      ich dachte ich (zumindest fast schon) Boddhisattva hätte da eine andere Einstellung und Wahrnehmung als diese,
      auch hier berichtet überrigens Dharma Dara sehr glaubhaft, sie dachte anfangs, das sei ein [lexicon]Test[/lexicon], eine Prüfung welche sie quasi besonders
      anerkennen würde, eine Gnade,
      oder der aktuelle Stand der Gerichtsverfahren um den indischen Modeguru "Nithyananda" (Geld, Sex, Vergewaltigungen ...)
      der schon 2010 einen großen Skandal lieferte, doch die Inder liefen ihm in Massen nach,
      und
      und
      und ...

      Die diversen "Meister" haben auch einen Ruf zu verlieren, daher muss natürlich auch ordenlich - nun nicht unbedingt Schadensmagie gemacht werden,
      einfach sogenannter "Schutz" - der auch Wirkungen zeigen kann, solange jemand innerlich angebunden ist.

      Es gibt auch Hetz-HPs, welche generell alles versuchen, das aus dem Bereich von innerem Wissen und Anwendung kommt,
      den Leuten madig zu machen, die sind meistens dann am einseitigen, unsachlichen und oft gehässigen oder verhöhnendem Stil erkennbar.

      Natürlich gibt es auch die vielen anderen, und alle Kräfte können auch heilsam eingesetzt werden.
      Ich hatte auch Lehrer getroffen, welche mir wichtige Erkenntnisse vermittelten.

      Grundsätzlich

      Arthemesia schrieb:

      Sie alle versprechen sich... die Erleuchtung und laufen allen Lichtlein hinterher, statt ihr eigenes inneres Licht anzuzünden.
      Eben

      von meiner Seite hier zum Thema auch erst einmal genug.

      Auch da ich davon ausgehe, dass die real hier
      im onlineboard Teilnehmenden user offensichtlich klar genug sind, ihre eigenen Wege zu erkennen



      viele Grüße

      Christoph

      @c light:
      Edit justy - Zitate repariert.
      Bitte benutze zum Zitieren die Zitieren - Funktion.
      Hier findest du eine gute Anleitung und in diesem Thema kannst du üben.
      Gruß justy

      Bewusstheit schafft Heilung


      "Der wahre Zweck des Menschen ist die höchste Bildung seiner Kräfte zu einem Ganzen"
      Wilhelm von Humboldt (1767 - 1835)

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    • Vielen Dank schwertfee

      schwertfee schrieb:

      Isa = Jesshua steht für mich persönlich dem Buddhismus näher als man meinen könnte... nicht umsonst wird er in alten Schriften tibetischer Klöster im Himalaja erwähnt...

      Das wollte ich auch ansprechen. Im Buch "War Jesus in Kashmir?" trägt der Autor eine Menge Indizien zusammen, die dafür sprechen, das Jesus einmal in seiner Jugend (Was passierte in der riesigen Lücke in der Bibel im Alter zwischen 14 und 30?) und evtl. sogar nach seinem vermeintlichen Tod am Kreuz in Indien war.
      Ich persönlich halte es für sehr überzeugend, dass er in der bereits tausend Jahre alten buddhistischen und hinduistischen Kultur geeignete Lehrer fand und dann mit seinen Erfahrungen als Wanderprediger nach Israel zurückkehrte.
      Eine starke Motivation könnte für ihn auch die Suche nach den verlorenen Stämmen Israels gewesen sein. (Noch heute gibt es in bestimmten Regionen Kaschmirs Kulturkreise, die sowohl äußerlich als auch in ihrer Sprache starke Ähnlichkeiten mit der jüdischen Kultur aufweisen)

      Genauso halte ich auch heute den kulturellen und spirituellen Austausch für sehr wichtig. Doch habe ich es auch so erlebt, dass durch die fehlenden Wurzeln in der eigenen Kultur alles exotische perfekt und viel besser/interessanter wirkt.