Heilung / Arbeit mit dem inneren Kind

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    • Heilung / Arbeit mit dem inneren Kind

      So ... ich hoffe, ich bin in dem Unterbereich damit richtig.
      Falls nicht, Thread bitte verschieben.

      Mich würde mal interessieren, wer mit dem inneren Kind arbeitet, Heilarbeit mit dem Kind arbeitet - generell die Prozesse inneres
      Kind wahrnimmt?

      Auf welche Weise setzt ihr euch mit dem inneren Kind in Verbindung?
      Was im konkreten tut ihr?
      Spielt ihr mit dem inneren Kind gemeinsam? Oder was auch immer ...

      Würde mich freuen, von euren Erfahrungen zu lesen!

      Kreoa :zwinker:
    • Hallo Kreoa,

      es ist schon einige Jahre her, die Arbeit damit. Und bei mir war das eine sehr intensive Zeit, welche aber eines Tages zu einem Abschluss führte. Geblieben ist das Bewusstsein dass es dieses innere Kind wohl gibt, aber leben und entscheiden tut die erwachsene Frau. Das habe ich sehr wohl dieser Arbeit zu verdanken.

      Dank dieser Arbeit, habe ich ein sehr gutes Gefühl bekommen, wenn etwas in mir getriggert wird, was eben mit dem kleinen Mädchen wohl noch zu tun hat. Was die Arbeit damit betrifft, nehme ich sie dann bei Seite, ganz bewusst und erkläre ihr/mir innerlich, dass ich jetzt erwachsen bin und dies für uns entscheiden werde, so dass sie sich entspannen kann, klein bleiben darf, ohne Verantwortung zu übernehmen, da ich dass nun für uns beide tun kann.

      Ich weiß nicht wie es bei anderen Menschen ist, ich erlebe ein Thema sehr intensiv und so lange wie dieses Thema Zeit und Raum benötigt. Dann ist es abgehandelt und ich kann es an Acta legen. Weiter geht es zum nächsten Thema.

      Ich habe bei dieser Arbeit für mich erfahren, dass es wichtig ist ein Bewusstsein für dieses Programm Inneres Kind zu haben, es aber genauso wichtig ist, einen Weg zu finden aus diesem Programm auszusteigen, so dass ich heute sagen kann ich bin tatsächlich erwachsen. Das Thema inneres Kind gehört so eben nicht mehr in mein Leben. Ich habe es abgearbeitet.


      Kreoa schrieb:

      Auf welche Weise setzt ihr euch mit dem inneren Kind in Verbindung?
      Mein Weg war die Familienaufstellung als Solo, mit der Arbeitsanleitung eines sehr guten Buches. Ich habe über zwei Jahre hinweg mit Papier am Boden gearbeitet und alleine. Das war sehr dramatisch und hinterher erst hatte ich verstanden, dass dem eine Therapeutische Begleitung nicht geschadet hätte. So bin ich halt im wahrsten Sinnes des Wortes durch die eigenen Hölle gewatet.


      Kreoa schrieb:

      Was im konkreten tut ihr?
      Es gab ein Papier für mich als erwachsenen Frau und eines für die Kleine. Dazu noch wechselweise Familienangehörige. Mitunter bin ich Stunden auf der Kleinen gestanden und habe mir die Seele aus dem Leib geschrien, vor lauter Überforderung angesichts der familiären Situation. Ich habe gewimmert und mich selber gehalten und gewiegt. Es war sehr schlimm, da ich verstand, dass ich mich nicht nur so alleine fühlte, sondern tatsächlich war, obwohl immer genug Erwachsene vorhanden waren.

      Es kam erst Heilung ins "Spiel", als die Erwachsene die Kleine zu schützen begann. Es dauerte ein Jahr, bis die Kleine Vertrauen hatte, dass dies überhaupt möglich sein könnte. Das war, jetzt wo ich Dir darüber schreibe, wirklich sehr beeindrucken, bin es ja ich, also die Kleine sowohl als die Große. Aber dieses Gefühl der Abspaltung war unglaublich dominant.

      Später rat mir meine Therapeutin ich solle ein Kissen als die Kleine immer dann in den Armen wiegen, wenn ich wieder diese Überforderung spürte. Das war sehr seltsam und heilsam.

      Kreoa schrieb:

      Spielt ihr mit dem inneren Kind gemeinsam? Oder was auch immer ...
      Nein! Denn ich bin erwachsen. Ich sage wo es lang geht, ich entschiede meinen Alltag und ich schütze uns. Wenn ich auf die Ebene des Spielens gehen würde, bin ich ja auch wieder nur klein. Ich verstehe das Innere Kind bei mir als einen Teil der Vergangenheit, wo die Umstände dazu geführt hatte, dass dieses Kind in all seinen Bedürfnissen nicht satt wurde. Nicht satt werden hat können. Heute ist es satt, geschützt und ausreichend geliebt. Ich habe kein Bedürfnis damit zu spielen.

      Es ruht, als ein Teil von mir in mir. Geborgen in einem Wickel aus Liebe und Licht.

      Kreoa schrieb:

      Mich würde mal interessieren, wer mit dem inneren Kind arbeitet, Heilarbeit mit dem Kind arbeitet - generell die Prozesse inneres
      Kind wahrnimmt?
      Warum? Bist Du gerade selber in der Arbeit damit? Das würde mich jetzt interessieren.

      Gruß Sahne
    • Danke, Sahne, für deine ausführlichen Beitrag und deine Offenheit.

      Ja, ich arbeite nun auch schon länger mit dem inneren Kind.
      Ich habe dazu ein Buch hier und versuche auch die Tipps meiner (ehemaligen) Heilpraktikerin umzusetzen.

      Das mit dem "Aufstellen" halte ich ähnlich wie du, nur dass ich kein Blatt Papier, sondern kleine Figuren dafür nehme.

      Ich bin gewiss schon weitergekommen,
      doch noch nicht durch.

      Darum wollte ich mir hier ein wenig Inspiration und Info holen!
    • Gerne...ich wünsche Dir gutes vorankommen und heilende Auswirkung. Es ist nicht einfach dies alleine zu machen, da man nicht reflektiert genug für seine Situation von einst ist. Aber mit viel Geduld, Liebe und den Glauben an die Heilung hat man viel Energie im Popo so dass dem ein guter Ausgang für beide bereitstehet. Der Großen und der Kleinen in Dir.

      Sahne :winke:
    • Hallo Kreoa,

      der Begriff "inneres Kind" wird unterschiedlich interpretiert.
      Für mich ist es mein Persönlichkeitsanteil der sich bis zum 6 Lebensjahr entwickelt hat. Die ersten 3 Jahre sind dabei die tiefer prägenden.

      Ich mag den Begriff "Arbeit" nicht in Verbindung mit dem inneren Kind.
      Alleine dieses Wort bringt uns oft in eine angespannte Grundhaltung, die auf Leistung/Ergebnis ausgerichtet ist.

      Auch das Wort Heilung benutzte ich in diesem Zusammenhang ungerne, denn es impliziert das etwas krank oder kaputt ist und somit nicht okay wie es ist.

      Ich spiele am liebsten mit meinem inneren Kind, frage um seine Meinungen, lobe es viel.

      Meine Kontaktaufnahme geht erstmal über: Zeit nehmen, empfangsbereit zu sein, tatsächlich spielen was ich als Kind gerne gespielt habe, malen.
      Mutiger ist mein inneres Kind geworden durch loben. - abends 10 Sätze aufschreiben ich lobe mich für und Neues ausprobieren. Dinge tun, die ich noch nie getan habe.
      Das setzt viel kreative Energie frei.

      Wichtig ist für mich: wie nehme ich "die Kleine" in mir im Alltag wahr und ernst?
      So darf sie alle Gefühle fühlen ohne Kritik zu befürchten oder analysiert zu werden.
      So wie bei Kindern üblich ist das nach wenigen Minuten bis zu 20 Min. vorbei, was danach kommt sind Gedankenkonstruktionen, die das Emotionsrad am Laufen hält.

      So weit ein kleiner Einblick in meine Umgehen mit meiner Kleinen in mir.

      Liebe Grüße

      Arthemesia
      Es ist nicht die Aufgabe eines anderen Menschen mich zu lieben wie ich bin... es ist meine.