Zwischen dort und hier oder: Auswirkungen einer schamanischen Reise

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    • Liebe Kirsten!

      Panther-Adler schrieb:

      Es geht um MEINE KRAFT.. und darum, sie zu leben. Und wenn ich diese Kraft machen lasse, wird sie sich irgendwie ihren Weg bahnen. Und mich dahi9n bringen, wo sie hin will und ich hin soll und wo es passt.
      Die Kraft kommt vom Leben - und das Leben ist eine selbstorganisierende Kraft.
      Genau so ist es!


      Panther-Adler schrieb:

      Immer wieder will ich diese Kraft lenken, steuern
      und kontrollieren...

      Panther-Adler schrieb:

      Ich glaube, es geht darum, mich dieser Kraft anzuvertrauen
      Ich glaube, ich würde sagen: Es geht darum, sich dem LEBEN anzuvertrauen, in dem diese KRAFT waltet....


      Panther-Adler schrieb:

      Eigentlich hat meine Intuition mich immer so geführt, dass ich ihr "blind" vertrauen kann.
      Schöner kann man es nicht sagen.



      Panther-Adler schrieb:

      Immer wieder will ich diese Kraft lenken, steuern, aber das muss ich gar nicht.
      Vielleicht war das dein Überlebensgarant in Deiner Kindheit, inzwischen kann es ganz anders sein.....

      Dir für Deinen Weg von Herzen alles Gute!
      Liebe Grüße
      Advaita
    • Das ist alles recht spannend, gerade.
      Ich habe diese Woche noch zwei Einladungen zu Vorstellungsgesprächen bekommen, ohne da allzuviel für tun zu müssen.
      Die haben mein (anonymisiertes) Profil bei der Arbeitsagentur gesehen, ihre Stellen gezeigt, bekundet, dass sie Unterlagen zugeschickt bekommen haben möchten. Dann haben sie die bekommen und jeweils recht rasch reagiert.
      Mit Umzug wäre das jeweils verbunden, aber wer sollte mir da was reinreden?
      Die, wo ich das Gespräch bereits hatte, haben sich noch nicht wieder zurückgemeldet - was in sich ja auch ne Message ist.
      Die, die sich jetzt gemeldet haben, zahlen für dieselbe Arbeit im selben Stundenumfang im übrigen ca. 200 - 300 € brutto mehr. Was zwar nicht die Haupttriebfeder ist, aber durchaus eine interessante Feststellung.
      Ich guck mir das alles mal an, auch, wie sich das so anfühlt, hinfahren, Städte gucken, Atmosphäre schnuppern, könnt ich da wohnen, arbeiten, leben? Fühlt es sich "stimmig" an? Pasen die Teams?
      Und dann horch ich mal, was meine Intuition mir so flüstert. Wird sich die nächsten 2-3 Wochen entscheiden, schätz ich.
      Klarheit erschafft Form
      Form schafft Klarheit

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Panther-Adler ()

    • Das Leben purzelt... durcheinander und quer.

      Ich habe ja ein Vorstellungsgespräch absagen müssen, weil ich diese blöde Influenza hatte. Das wäre einfach nicht gegangen.
      Als ich wieder gesund war, war die Stelle besetzt.
      Heute früh hat mich dann der Mensch angerufen, man würde wieder suchen. Ob ich nicht vorbeikommen möge. Das wäre sogar hier, also ohne Umzug.

      Die, wo ich das Gespräch hatte, haben mich jetzt gefragt, ob ich mir vorstellen könne, bei ihnen zu hospitieren.
      Hospitieren? Für einen Job zur Beratung Schwerbehinderter? Ich? Äh, Entschuldigung... was genau wollen die durch eine Hospitation rausfinden, was Ihnen meine Zeugnisse, mein Lebenslauf und ich im Vorstellungsgespräch nicht mitteilen konnten?
      Ob ich ins Team passe? Dazu muss ich nicht hospitieren, dazu hätten sie an das Vorstandsgespräch eion Schnuppergespräch fürs Team anschließen können, wenn sie denn gewollt hätten.
      Wer seinen Mitarbeitern traut, kann das durchaus so tun. Hospitieren... ich bin weder Schüler, noch Praktikant, noch Berufsanfänger, noch themenfremd. Also bitte...
      Klarheit erschafft Form
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    • Liebe Kirsten,

      Panther-Adler schrieb:

      ... was genau wollen die durch eine Hospitation rausfinden, ..
      eine Frage würde dies klären ... ;)
      Außerdem, nur mal so angedacht, haben "Hospitieren" und "Hospital" (= Krankenhaus) die gleiche Wurzel ....

      Hab du einen schönen Abend!
      :winke:
      Herzlich grüßt aus OWL
      Ulla (AlteEule)
      Ich habe von tausend neuen Wegen geträumt. Ich bin aufgewacht und meinen weitergegangen.
      (Chinesisches Sprichwort)

      Ich bin der wichtigste Mensch für mich, denn: Ohne mich kann ich nicht leben!
    • Liebe Ulla,

      AlteEule schrieb:

      eine Frage würde dies klären ...
      Natürlich. ;) Und deshalb werde ich heute nachmittag in einem Telefonat diese Frage auch stellen.

      Liebe Ate,

      ate schrieb:

      Also hatte deine Influenza recht, es wäre dann doch nicht "deins" gewesen,
      Das habe ich jetzt nicht verstanden? Wie meinst Du das?
      Die Stelle ist ja wieder unbesetzt - und sie möchten, dass ich mich doch vorstellen komme - halt jetzt.

      Insgesamt gesehen... hm... ich werds mal der Intuition/dem Instinkt überlassen, wo's mich hin führt.
      Ich hab mich gestern halt ein bißchen verletzt gefühlt von diesem Vorschlag der Hospitation, weil ich irgendwie dachte: "Zweifeln die jetzt an, dass ich, als jemand mit Psychologiestudium, Coachingausbildung, lebenslang eigener Behinderung plus einigen Jahren Beratungs- und Personalauswahlerfahrung (ich hab ja auch schon mit entschieden, wer wofür eingestellt wird und wer nicht) Menschen mit Schwerbehinderung und ihre Angehörigen beraten kann?!?" Das hat wehgetan.
      Aber letztlich hat mir da nur mein eigener Gedanke wehgetan. Ich weiß ja gar nicht, ob das der Grund ist.
      Panther-Adler
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    • Liebe Kirsten,

      Worte in bestimmten Zusammenhängen,
      können in meinem Kopf explodieren und meine Sicht vernebeln.

      Das ist wie bei Trigger-Punkten, die auf Druck fürchterlich schmerzen können.


      Panther-Adler schrieb:

      Aber letztlich hat mir da nur mein eigener Gedanke wehgetan.
      Welches alte GedankenMuster, wurde da bedient, um zur Oberfläche zu kommen?

      Bei mir sind es ab und zu diese "Selbstzweifel-Zwerge",
      die auf solche Worte eine lebhafte Diskussion entfachen.

      Nun glaube ich ja, dass jeder Mensch auf verschiedene Worte
      im Bezug auf die eigene Person so heftig reagiert.
      Einmal getriggert bleibt der Schmerz eine ganze Weile.


      :denk: gerade denke ich darüber nach,
      wie es wäre, wenn ich zu einer Hospitation eingeladen würde?
      Hmm, jede Praxis arbeitet ein wenig anders,
      aber unter Aufsicht meine eigene Weise an Patienten zu arbeiten,
      mit jemanden diskutieren müssen ... sehe ich grenzwertig ... wobei von außen betrachtet,
      kann es auch den "Geist" dieser Praxis/Klinik/Institut ganz anders beleuchten.

      :denk: Andersherum, wie wäre es wenn ich auf eine Bewerbung antworte ...
      würde ich das Wort :kitzeln: "Hospitation" vermeiden ...
      eher eine Probezeit ausmachen ... weil den Umgang mit Patienten, sehe ich dem Patienten an.

      Herzlichen Dank für das bewußt-machen dieser Gedanken- und Wortspiele.

      Ganz liebste Grüße
      Kerstin
      Bitte sieh das Leben als Geschenk
      und
      die Menschen um uns und Dich
      als zarte Geschöpfe,
      die es verdient haben in diesem kurzen Leben
      Liebe- und Respektvoll behandelt zu werden.
    • Liebe Kerstin,
      das mit den Triggerpunkten ist eine Beschreibung, mit der ich in Zusammenhang mit dieser Situation viel anfangen kann.
      Ich hatte jetzt noch ein Telefongespräch, ein längeres, bei dem klar wurde, dass (und wo) es im Vorstellungsgespräch ein Mißverständnis gegeben hat.
      Und ich glaube, dass es auch dieses Mißverständnis war, was für mich dieses "verschommene" Gefühl ausgelöst hat. Dass ich das nicht "greifen" konnte, ist auch klar, denn mir war ja nicht bewusst, was da "angekommen" war. Insofern bin ich froh, dass wir das eben klären konnten.
      Das war auch nochmal eine wichtige Rückmeldung, wie ich offensichtlich manchmal wirke , vor allem, wenn ich ein wenig nervös bin. Von daher: Wichtiges Feedback!
      Wir haben jetzt beide Seiten nochmal Bedenkzeit (also, die wollen Bedenkzeit haben und ich hab ja dazu gesagt). zumindest eins meiner noch ausstehenden - mittlerweile drei - Gespräche wird nämlich während dieser Bedenkzeit stattfinden.
      Wobei für mein Gefühl steht meine Entscheidung schon. Da werd ich jetzt mit meinem Bauch gehen- und der sagt: "Hak's ab, da kommen noch drei andere Gespräche."
      Ich muss mich da jetzt nicht dran klammern, nur, weil ich in der engeren Wahl bin.

      kerstin schrieb:

      eher eine Probezeit ausmachen .
      Die hat man eh. Also, selbst, wenn ich die Stelle hätte, hätte ich 6 Monate Probezeit, in der beide Seiten ohne Angabe von Gründen kündigen können. Und das wird durchaus auch bei, bzw. von Menschen mit Behinderung gemacht.
      Der Kündigungsschutz ist zwar ein engerer, aber solche Sachen gibt's. Und ich finde das auch richtig so. So wenig, wie ich "Quotenfrau" sein mag, mag ich "Quotenbehinderte" sein. Entweder was machen und wo sein, weil's passt oder nicht. Ich seh auch das ganze Allgemeine Gleichstellungsgesetz (AGG) auch als "Antidiskriminierungsgesetz" bekannt, sehr kritisch.
      Teilweise nutzt es. Teilweise richtet es aber auch nur Unfug an.
      Ich bin 2014 mal für ne Stelle ein paar hundert Kilometer durch Deutschland gefahren. Die Stelle hat mich wirklich interessiert/gereizt, deshalb war ich froh über die Einladung. Der Punkt war nur: Das war ein Träger des öffentlichen Dienstes - und der Typ hat mich nur eingeladen, weil ich ihn hätte verklagen können (was ich in keiner Weise vorhatte), wenn er mich nicht eingeladen hätte. Das hat er dann - während des Gesprächs- auch durchblicken lassen. Und es war - danke Antidiskriminierungsgesetz- eine der diskriminierendsten Erfahrungen, die ich auf dem Arbeitsmarkt gemacht habe.

      kerstin schrieb:

      Welches alte GedankenMuster, wurde da bedient, um zur Oberfläche zu kommen?
      "Es reicht ja eh nie!" - "Egal, was ich mache, wie ich bin, es reicht ja eh nie." Das ist so das, was hochkommt.
      Liebe Grüße zurück,
      Kirsten
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    • Liebe Kirsten,


      ist es wirklich der Gedanke, der weh getan hat?

      Panther-Adler schrieb:

      "Es reicht ja eh nie!" - "Egal, was ich mache, wie ich bin, es reicht ja eh nie." Das ist so das, was hochkommt.
      Ist da nicht ein ganz anderes Gefühl darunter, das mit Vertrauen zu tun hat. Warum tut dieser Hospitationsvorschlags weh? Weil du genügend überzeugende "Beweise" deiner Fähigkeiten vorlegen kannst und man dir trotzdem nicht einfach so vertraut?

      Panther-Adler schrieb:

      "Es reicht ja eh nie!"
      Das ist das Gefühl. DEIN Gefühl! Also, wen wundert's, dass andere dieses Gefühl (scheinbar) bedienen? Vertraust DU DIR SELBST... einfach so? Auch ohne dass du im Geist erst alles an Qualifikationen, Begabungen, Erfahrungen aufzählst?

      Panther-Adler schrieb:

      Es geht um MEINE KRAFT (oder die, die mir geliehen/gegeben/anvertraut ist) und darum, sie zu leben.

      Panther-Adler schrieb:

      Die Kraft kommt vom Leben - und das Leben ist eine selbstorganisierende Kraft. Ich vergess das immer wieder...
      Du hast dir deine Fragen doch schon selbst beantwortet! Du weißt längst, wo es hakt, jetzt ist die Umsetzung dran. Sonst kannst du noch dutzende Qualifikationen erwerben und wirst immer wieder erkennen "Es reicht ja eh nie!"

      Panther-Adler schrieb:

      Immer wieder will ich diese Kraft lenken, steuern, aber das muss ich gar nicht.
      Ich glaube, es geht darum, mich dieser Kraft anzuvertrauen und mich von ihr führen zu lassen.
      Anstatt dem, was du wirklich BIST (Kraft bzw. das Leben SELBST) zu vertrauen (weil das auch beängstigend ist), versuchst du zu liefern, zu beweisen und wunderst dich, dass andere dein So-sein nicht erkennen und reagierst überempfindlich auf diesen Mangel an An-Erkennung.

      Gestern habe ich meinen drei Dreizehnjährigen im Yoga genau das zu erklären versucht. Nämlich wahre Stärke, Souveränität ausstrahlen, ohne immer kämpfen und sich (lautstark) präsentieren zu müssen. Da sind mir auch jetzt erst wieder einige Kronleuchter aufgegangen - längst nicht alle! Man kann es auch "in seiner Mitte sein" nennen - Kraft, die aus einer stillen Präsenz entspringt. Als Beispiel habe ich meinen alten Andalusier genannt. Er ist seit 10 Jahren Invalide (Sehnenabriss). Er würde aufgrund seiner Beeinträchtigung jeden Kampf mit den anderen gesunden Pferden verlieren. Er ist dennoch der unangefochtene Chef. Er kämpft nicht. Wenn er von A nach B will, gehen die anderen selbstverständlich aus dem Weg. Wem die letzten Bissen Heu gehören? Keine Frage! Ihm! Nach dem Yoga ging ein sehr zurückhaltendes Mädchen noch zu ihm ans Gatter und die beiden hatten anscheinend ein stilles Zwiegespräch. Das war ein sehr beeindruckender Moment...

      Nein, ich habe dich NICHT mit einem Pferd verglichen ;) und nein, das wäre auch nicht wirklich vorteilhaft, sich genau so zu verhalten - bloß nicht! :D (aber in seiner Herde und für seine Gattung passt es)

      :winke: Herzlich
      Kerstin
      "Denke nicht nur mit deinem Kopf, denke mit deinem ganzen Körper."
      Eckhart Tolle
    • Liebe Kerstin,

      Erdherz schrieb:

      ist es wirklich der Gedanke, der weh getan hat?
      ja, weil er es war, der mir in dem Moment bewusst wurde.
      Natürlich war der Gedanke nicht die Ursache, sondern

      Erdherz schrieb:

      Ist da nicht ein ganz anderes Gefühl darunter
      ein Gefühl von Frustration/Vergeblichkeit,Trauer, aber zu dem hatte ich in dem Moment, als ich das schrieb, keine Verbindung. Der Gedanke war das, was mir bewusst wurde. Das Gefühl wurde durch den Gedanken ausgelöst und wenn ich dem Gedanken nachgehe, komme ich in Verbindung zu diesem Gefühl.

      Erdherz schrieb:

      Weil du genügend überzeugende "Beweise" deiner Fähigkeiten vorlegen kannst und man dir trotzdem nicht einfach so vertraut?
      Ja. Nur einfach so Vertrauen bekommen, nur einfach so "ausreichen".
      Ich habe immer und immer wieder diesen Beweisdruck erlebt. "Beweise, dass Du xy wirklich kannst/bist."
      Kein: "Du bist, so wie Du bist, einzigartig und dadurch, dass Du da bist, schon genug."

      Erdherz schrieb:

      Das ist das Gefühl. DEIN Gefühl!
      Das ist ein Glaubenssatz. Es ist der Glaubenssatz eines ziemlich jungen Kindes.

      Erdherz schrieb:

      Du hast dir deine Fragen doch schon selbst beantwortet! Du weißt längst, wo es hakt, jetzt ist die Umsetzung dran. Sonst kannst du noch dutzende Qualifikationen erwerben und wirst immer wieder erkennen "Es reicht ja eh nie!"
      Stimmt. Der Weg da raus bedeutet, mich selber nicht länger durch die Brille meiner Eltern zu betrachten. Sondern mich selber anzuerkennen.

      Erdherz schrieb:

      Nein, ich habe dich NICHT mit einem Pferd verglichen
      Ich zeig Dir mal meinen Überbiß und frag Dich dann, ob Du Dir da ganz sicher bist. ;) *feix* Aber wiehern kann ich nicht.
      Herzlich,
      Kirsten
      Klarheit erschafft Form
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    • Hallo Kirsten,

      ich hatte noch eine Kleinigkeit (?) bei dem Pferdebeispiel vergessen...

      Erst noch kurz ein paar Gedankenblitze und Ergänzungen.


      Panther-Adler schrieb:

      Das ist ein Glaubenssatz. Es ist der Glaubenssatz eines ziemlich jungen Kindes.
      Das habe ich gemeint und verkürzt ausgedrückt. Das Gefühl des Kindes ist in diesem Glaubenssatz einzementiert.


      Erdherz schrieb:

      jetzt ist die Umsetzung dran.
      Das klingt wieder nach Anstrengung, aber das Gegenteil wäre die Lösung. So-sein und die Leichtigkeit einladen, die das Leben auch sein kann, wenn man ihm vertraut.


      Panther-Adler schrieb:

      Stimmt. Der Weg da raus bedeutet, mich selber nicht länger durch die Brille meiner Eltern zu betrachten. Sondern mich selber anzuerkennen.
      Ich habe in unserem kurzen pn-Austausch geschrieben, dass ich mir selbst vertraue und etwas nicht beweisen muss - das floss so in die Tastatur. Beim Korrekturlesen wollte ich es schon löschen. Mir wurde aber plötzlich klar, dass es so stehen bleiben möchte.
      Wenn ich versuche, jemandem meine Fähigkeiten zu beweisen, spiele ich eine Rolle. Mein "Ich" findet es wichtig, sich darzustellen und zu behaupten und plötzlich ist die Welt voller Konkurrenten und anstrengend. Nur keine Kontrolle an etwas Numinoses, das man nicht (be-)greifen kann, abgeben. Immer schön selbst die Zügel in der Hand behalten - dann gilt man als stark. Beim Durchlesen habe ich aber gemerkt, dass die Anstrengung gar nicht mehr da ist. Kürzlich habe ich noch geschrieben, es sitze immer noch tief, beweisen zu müssen, ich sei nicht blöd (vermurkstes Frauenbild aus der Kindheit). Dieser Satz hallte danach immer mal wieder in meinem Kopf. Ich habe gelauscht - und ihn hallen lassen. Bis vor kurzem hätte ich versucht erst mal den Glaubenssatz zu löschen/zu ersetzen und nach den Ursachen zu bohren, um mit eigenen Techniken oder fremder Hilfe Heilung zu erreichen. Anstrengend! Das kam aber nicht mehr. Den Satz in Kopf und Körper spüren, seine emotionale Ladung wahrnehmen, zu wissen, da gibt es Ursachen - ja, das schon. Aber kein Kampf, keine "Methodik". Stehen lassen. Fühlen. Plötzlich war es, als rieselte dieses Thema wie durch eine Eieruhr. Ich war nur der Beobachter. Mir bildlich vorzustellen, dass ich bisher (und in anderen Angelegenheiten immer noch) in der oberen Hälfte der Eieruhr stehe und mit den Füßen auf den Sand stampfe, damit er schneller abläuft, oder diverse Schippchen ausprobieren (könnte ja sein, dass man an dem Loch nachhelfen müsste ;) ), hat mich nur noch amüsiert. Das hat wohl mit wachsendem Vertrauen ins Leben, in meinen eigenen unendlichen Wesenskern zu tun - ausbaufähig, aber mit jedem gespürten und zugelassenem Mal ermutigender.

      Und jetzt nochmal zum Gaul: Nero war früher der absolute Fighter. Schwere Kindheit - nur wer kämpft, überlebt. Mit dieser Prägung kam er aus Spanien und hat mich oft an den Rand der Verzweiflung gebracht. Die gereifte Souveränität, die er jetzt meisterlich lebt, hat er erst entwickelt, seitdem er behindert ist! Vorher hat er jedem Widersacher ein Loch in den Frack gebrannt - und sah dabei selbst oft aus wie ein Flickenteppich! Er nutzt seine Intelligenz und sein ausgeprägtes soziales Gespür (hier wären Vergleiche zulässig :top: ), um zu führen, die Jungen zu erziehen, zu beschützen und Konflikte zu schlichten. Was glaubst du, wie stolz ich auf mich bin, dass ich allen, die vor 10 Jahren gesagt haben, "Bring den zum Schlachter", die Stirn geboten habe! Wegen seiner Behinderung hat er seine Meisterschaft erlangt. Du kannst ein sieben Monate altes Baby drauf setzen (habe ich gerade erst gemacht, nebst Mama), aber er würde jedem Eindringling, der seine Kameraden bedroht den Kopf abbeißen! Er hat offensichtlich irgendwie verstanden, dass es diese Umstände sind, die das Beste aus ihm hervorgeholt haben. Diese Ruhe und (ich nenne es jetzt menschlich) Dankbarkeit strahlt er sehr stark aus - das überzeugt alle!


      Liebe Grüße
      Kerstin
      "Denke nicht nur mit deinem Kopf, denke mit deinem ganzen Körper."
      Eckhart Tolle
    • Ich mach mich gleich mal auf die Socken - morgen hab ich das nächste Gespräch.
      Will mir noch'n bißchen die Stadt begucken und bin morgen abend wieder zurück. Werde berichten, wie's war. Im Moment bin ich insgesamt recht gelassen.
      Mal sehen, wie's wird.
      :winke:
      Kirsten
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    • Bin jetzt wieder zurück, ziemlich groggy, aber was ich gesehen habe, gefällt mir sehr gut!
      Nette Vorgesetzte und mit dem Teil vom Team, der heute da war, hab ich mich auch unterhalten können/ dürfen. Inklusive freundlichem Hund, der mich offenbar auch mochte.
      Auch von der Stadt und der Infrastruktur her hatte ich einen guten Eindruck. Ich bin außer durch die Fußgängerzone auch noch durch ein Naherholungsgebiet gestromert, was ich vom möglichen Arbeitsplatz aus erreichen könnte und habe mich unter eine Eiche gesetzt und Zwiesprache gehalten (nach dem Vorstellungsespräch). Sehr kraftvoller Baum. Mein Rücken ist seitdem schmerzfrei und entspannt sich.
      Insgesamt gesehen eine offene Stadt, glaub ich. Warm, bißchen konservativ, aber auch der "Nicht-Durchschnitt" kann da gut sein, glaub ich. Also nicht so eine Atmosphäre, wo alles, was anders ausschaut, anders redet oder sich anders bewegt, sofort schräg angeguckt wird.
      In den Eingemeindungen drum herum gibts besrtimmt auch kleinere, "dörflichere" Strukturen, wenn man da das Richtige erwischt, kann das bestimmt nett sein - und wer will, hockt sich in den erstaunlich barrierefreien ÖPNV (besser als Bonn) und hat dennoch ein paar Minuten später Stadtfeeling.
      Doch, das taugt mir, das hat Lebensqualität. Also, wenn die mich möchten, dann mache ich das sehr gerne! Kein Vergleich mit Stadt und Arbeitgeber 1.
      Grüße,
      Kirsten
      Klarheit erschafft Form
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    • Liebe Kirsten,

      hört sich super an - drück Dir die Daumen.

      Auch Deine Beschreibung von der Stadt, sehr interessant.



      Tief verwurzelt stand die Alte Eiche nun..

      denn Sie hatte in all den Jahren viel zu tun..

      Menschen erzählten ihr die Sorgen - von heute und auch morgen.

      Kraftvoll nimmt er manchen Schmerz - und es öffnet Dir das Herz.

      Gedanklich schreibt manches auf - und so nimmt es seinen lauf.

      Greift man irgendwann darauf zurück - bringt es einem vielleicht das

      ersehnte Glück.


      Tina, heute etwas poetisch :)
    • Liebe Tina,
      danke, icxh hab mich auch gefreut. Das Gedicht trifft es gut, wenn auch nicht ganz, denn die Eiche ist ein Eichen-Teenie, die ist vielleicht 30-35 Jahre alt, geschätzt. Wenn ihr nichts passiert, steht sie noch, wenn wir längst weg und unsere Probleme von heut längst gelöst (oder als aufgabe mitgenommen?) sind.
      In gewisser Weise durchaus gut, rückt es doch die Probleme des Alltäglichen in eine andere Perspektive.
      Wenn es nichts ist, über das (oder dessen Folgen) ich in 5 Jahren nicht immer noch traurig oder froh sein kann, dann ist wohl auch eher keine wichtige Angelegenheit.

      Liebe Kerstin,

      Erdherz schrieb:

      Ich habe in unserem kurzen pn-Austausch geschrieben, dass ich mir selbst vertraue und etwas nicht beweisen muss - das floss so in die Tastatur. Beim Korrekturlesen wollte ich es schon löschen. Mir wurde aber plötzlich klar, dass es so stehen bleiben möchte
      Ich hatte die Parallele durchaus bemerkt beim Lesen. *schmunzel*

      Erdherz schrieb:

      Ich habe gelauscht - und ihn hallen lassen.
      ~ Echo.

      Erdherz schrieb:

      Den Satz in Kopf und Körper spüren, seine emotionale Ladung wahrnehmen, zu wissen, da gibt es Ursachen - ja, das schon. Aber kein Kampf, keine "Methodik". Stehen lassen. Fühlen.
      Körperecho. Ja. Mein Bild ist nicht das mit der Sanduhr (ich habe ein anderes), auf das ich wohl gerade stärker eingetunt bin, aber ja, kommt an.

      Erdherz schrieb:

      Bis vor kurzem hätte ich versucht erst mal den Glaubenssatz zu löschen/zu ersetzen und nach den Ursachen zu bohren, um mit eigenen Techniken oder fremder Hilfe Heilung zu erreichen.
      Vor meinem inneren Auge entstehen gerade andere Bilder, aber egal. Ich sag erstmal nur, wenn ich Deine Zeilen lese, kommt was an bei mir und das formt sich in eigene Metaphern. Ich glaube, zu verstehen, was Du meinst. Ob das so ist, könnt ich nur prüfen, indem ich beschreibe, was ich wahrnehme. Aber jetzt gerade möchte ich diese Wahrnehmungen, diese inneren Bilder nicht beschreiben. Nicht wegen Dir, sondern weil ich glaube, dass ich denen die Kraft nähme, wenn ich da jetzt drüber rede.

      Erdherz schrieb:

      Das Gefühl des Kindes ist in diesem Glaubenssatz einzementiert.
      Wichtiger Hinweis, danke.
      LG
      Kirsten
      Klarheit erschafft Form
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    • Hi Kirsten,

      freue mich für dich, dass es gestern so hoffnungsvoll gelaufen ist. Das mit der Eiche ist beeindruckend. Dein Rücken hat da wohl was von der Kraft der Eiche mitbekommen. In meinem Baumengelbuch schenkt die Eiche Energie und Dynamik und führt zu Erfolg und Gelingen. Sie ist Mars zugeordnet, Gott des Ackerbaus (Früchte ernten wäre ja wünschenswert) und Beschützer von Haus und Hof (für einen eventuellen Umzug auch ganz brauchbar). Gutes Omen! Wir haben hier eine viele Jahrhunderte alte Esskastanie, das ist mein Kraftbaum.

      Ich übersetze selbst alles immer in eigene Bilder, wenn es drauf ankommt. Das ist so auch tiefgreifender. Wollte auch nicht lehrmeisterlich daher kommen, dazu bin ich selbst noch auf zu vielen Baustellen unterwegs (ich schwelge nur allzugern in Tiergeschichten ;) )

      Gerade vorhin war ich wieder in der "Eieruhr" am stampfen wie Rumpelstilzchen, weil ich geglaubt hatte, jemand hätte mich über's Ohr gehauen (da flippe ich leider völlig aus). Anstatt mal durchzuatmen, habe ich gleich die Keule geschwungen und hinterher gemerkt, dass ich etwas falsch verstanden habe. :box:
      Jetzt muss ich mal schauen, wie ich aus der Nummer rauskomme - gibt 'ne kleine Reise nach Canossa :anbet:

      Schönes Wochenende
      Kerstin
      "Denke nicht nur mit deinem Kopf, denke mit deinem ganzen Körper."
      Eckhart Tolle