Träume zur Zeit oft von meiner Mutter und einem Dach

    • Träume zur Zeit oft von meiner Mutter und einem Dach

      Vorgeschiche:
      Im Sommer 2015 starb meine Mutter unter seltsamen Umständen.
      (Meine Mutter war schwer krank und erholte sich nur langsam, stürzte dann aber und konnte nicht mehr hochkommen. Meine große Schwester - Krankenschwester und Unterrichtsschwester von Beruf - war zwar bei ihr, legte sie aber ins Bett. Am nächsen Tag röchelte meine Mutter und hatte Schaum vor dem Mund. - Hirnblutung. Nach einigen Tagen im Krankenhaus starb sie. - Meine Schwester hatte vorher noch bedauert, dass sie so leiden müsste und gemeint, es wäre doch sehr einfach, den Morphin-Tropf etwas aufzudrehen. - Als meine Mutter starb, war ich nicht bei ihr. - Meine Schwester war aber da und vereinbarte mit der Medizinerin, dass keine Obduktion notwendig wäre. - Meine Mutter wurde kurz darauf eingeäschert.)

      Danach folgte ein Familenstreit, der noch immer andauert. (Meine große Schwester hat von meinem Vater, der leider schon leicht dement ist, das Haus, Auto, Wertsachen bis hin zu den Möbeln, Geräten usw. bekommen und wir übrigen drei Schwesern sollen uns 2500 Euro abholen und unterschreiben, dass wir damit auch auf das erbe unseres Vaers verzchten, wenn er mal sterben sollte. Meine große Schwester hat auch ein Schreiben, indem unser Vater vergügt, dass wir über seinen gesundheitszustand keine Auskunft bekommen dürfen. Meine große Schwester darf darüber entscheiden, ob wir etwas über ihn erfahren.. - Eine meiner anderen Schwestern klagt jetzt.)


      Nun träume ich in der letzten Zeit häufiger von meiner Mutter.
      Zwei Traumversionen kommen immer wieder vor:

      1. Ich wohne in einem uralten und baufälligen Haus, von dem ich nur wenige Räume kenne, da ich gerade erst eingezogen bin.
      Da besucht mich meine Mutter.
      Zielstrebig geht sie auf eine Wand zu. Dort erscheint ein Ausgang. Sie läd mich ein, mit ihr hindurch zu gehen und wir beide stehen plötzlich auf einer großen maroden Dacherasse.
      Kurze Zet später klingelt es und mein Vaer steht wütend vor der Haustür. Ihm gefällt der Kontakt zu meiner Mutter nicht.

      2. Ich besuche meine Mutter in ihrem schönen Haus.
      Sie hat sich recht gut von ihrer schweren Krankheit erholt und mach sogar schon wieder Pläne. Ich freue mich, da sie einige Zeit lang sehr depressiv war.
      Wir haben in der kuscheligen Kammer unter dem Dach eine schöne Zeit mit guten Gesprächen.
      Da klingelt es an der Haustür und mein Vaer ruft hoch, dass meine Schwester gekommen ist.
      Beide tuscheln und ich merke, dass es ihnen nicht gefällt, dass ich mich so gut mit meiner Mutter unterhalte.
      Während ich versuche, meinen Vater zu beruhigen, geht meine Schwester hinauf zu meiner Mutter.
      Plötzlich ruft sie um Hilfe.
      Wir rennen dieTreppe hinauf und sehen meine Mutter.
      Sie hängt an einem Balken unter dem Dach.
      Meine Schwester nimmt meine Mutter ab und beseitigt die Spuren. - Es muss ja keiner sehen, was passiert ist. Das ist ja alles peinlich.

      Zwei sehr seltsame Träume.
      Doch vielleicht ist es ja einfach nur der Versuch, alles zu verstehen?
    • Liebe Eirashand!

      Das sind hochverdichtete Träume zu absolut wesentlichen Themen.
      Ich schreibe Dir in einem ersten Schritt meine ersten "Arbeits- und Zugangshypothesen" zu deinen Träumen auf.

      Die Träume haben für mich drei Teile.

      Den ersten Teil würde ich persönlich umschreiben mit: "Das Erbe meiner Mutter"

      Jeder von uns erbt immer positive und herausfordernde Aspekte unserer Eltern.
      Im ersten Teil geht es um den herausfordernden Teil:

      Eirashand schrieb:

      Ich wohne in einem uralten und baufälligen Haus, von dem ich nur wenige Räume kenne
      Es kann sein, dass so manches, was du in den letzten Jahren erleben, erleiden und durchleben musstest, dass "Erbe" Deiner Mutter ist.
      Das bezieht sich u.a. auch auf diese Stelle des zweiten Traumes:

      Eirashand schrieb:

      da sie einige Zeit lang sehr depressiv war.
      Im ersten Teil des Traumes kommt es nun zur Auseinandersetzung passive Teile in Dir (Mutter) und aktive Teile in Dir (Vater)
      Es geht meiner Meinung nach nicht primär um den realen Vater.

      Der Traum sagt jetzt:
      Du sollst für Dein Leben nicht den Lösungsweg der Mutter verwenden:

      Eirashand schrieb:

      Da besucht mich meine Mutter.
      Zielstrebig geht sie auf eine Wand zu. Dort erscheint ein Ausgang. Sie läd mich ein, mit ihr hindurch zu gehen und wir beide stehen plötzlich auf einer großen maroden Dacherasse.
      Du sollst aktiv sein und bleiben, kreativ tätig sein. Das teilt dir der "wütenden" "Vater" mit, der nichts davon hält, dass Du - vielleicht wie Deine Mutter - dich und Dein Leben ab und zu aus der Perspektive einer maroden Dachterasse anschaust:

      Eirashand schrieb:

      Kurze Zet später klingelt es und mein Vaer steht wütend vor der Haustür. Ihm gefällt der Kontakt zu meiner Mutter nicht.
      Die Seele ist immer wohlwollend und gnädig.
      Im ersten Teil zeigt sie dir, was Deine "Lebensaufgabe" ist.

      Im zweiten Teil darfst du erleben, wie es fein und passend gewesen wäre:

      Eirashand schrieb:

      Ich besuche meine Mutter in ihrem schönen Haus.
      Sie hat sich recht gut von ihrer schweren Krankheit erholt und mach sogar schon wieder Pläne. Ich freue mich, da sie einige Zeit lang sehr depressiv war.
      Wir haben in der kuscheligen Kammer unter dem Dach eine schöne Zeit mit guten Gesprächen.
      Der dritte Teil deines Traumes be-arbeitet und ver-arbeitet die "seltsamen" Umstände des Todes Deiner Mutter.
      Ich glaube, ich brauche dazu nichts näheres schreiben:


      Eirashand schrieb:

      Da klingelt es an der Haustür und mein Vaer ruft hoch, dass meine Schwester gekommen ist.
      Beide tuscheln und ich merke, dass es ihnen nicht gefällt, dass ich mich so gut mit meiner Mutter unterhalte.
      Während ich versuche, meinen Vater zu beruhigen, geht meine Schwester hinauf zu meiner Mutter.
      Plötzlich ruft sie um Hilfe.
      Wir rennen dieTreppe hinauf und sehen meine Mutter.
      Sie hängt an einem Balken unter dem Dach.
      Meine Schwester nimmt meine Mutter ab und beseitigt die Spuren. - Es muss ja keiner sehen, was passiert ist. Das ist ja alles peinlich.
      Dir auf Deinem Weg von Herzen alles Gute!
      Liebe Grüße
      Advaita
    • wow
      ...

      Das geht grad ganz tief, Advaita. Da musste ich grad erst mal tief durchatmen.
      Kein leichtes Thema für mich. Da kommt auch ganz viel aus der Kindheit wieder hoch.

      (Ich weiß, ich bin hier eigentlich viel zu freizügig mit meinen Gefühlen und Gedanken. Das sollte man im Internet nicht sein, aber es tut auch gut, Eure Eingebungen dazu zu lesen. Hier - in meinem Leben - denken ja viele Menschen, ich sei stark und taff. ... Naja, vielleicht mache ich mir da auch gern selbst etwas vor.)



      In der Nacht hatte ich wieder zwei Träume.
      Da ich sehr stark husten musste, wurde ich aus dem ersten Traum gerissen und als ich wieder einschlief träumte ich den zweien Traum.

      1. Traum
      Ich brach zusammen mit einer meiner Schwestern (die Schwester, die nun ihr Erbe einklagen möchte) beim Arzt meines Vaters ein.
      Wir suchten in der Praxis nach Unterlagen über meinen Vater, da wir nicht wußten, wie schwer er erkrankt ist und ob er überhaupt noch lebt.
      Meine große Schwester hatte ja dafür gesorgt, dass wir keinen Kontakt mehr zu unserem Vater hatten.
      Während wir in den Unterlagen wühlten, öffnete sich kaum merklich und sehr langsam eine Tür und ein Lichtschein traf uns ...

      * An dieser Stelle musste ich dann husten und wurde aus dem Traum geschleudert.
      Danach brauchte ich sehr lange, um wieder einzuschlafen, da sich die Gedanken in meinem Kopf überschlugen.
      Dann kam der zweite Traum.

      2. Traum
      Der zweite Traum begann so, wie im ersten Beitrag beschrieben.

      Eirashand schrieb:

      Ich wohne in einem uralten und baufälligen Haus, von dem ich nur wenige Räume kenne, da ich gerade erst eingezogen bin.
      Da besucht mich meine Mutter ...
      Wir gingen auch wieder auf die marode Dachterasse. Diesmal kannte ich aber den Weg. Der Ausgang war nicht mehr verborgen, sondern eine Glastür führte zur Terasse.
      Wir standen auf der Terasse und meine Mutter streckte ihre Arme aus und zeigte zu den anderen Dächern.
      Alle anderen Dächer und alle anderen Dachterassen waren hell und freundlich. Es waren auch viele Pflanzen zu sehen und die Sonne schien.
      Wir standen noch eine Weile zusammen ...

      * Dann klingelte leider mein Wecker.
      Dabei hatte ich mich gerade so über die anderen schönen Dachterassen gefreut und etwas Sehnsucht und Aufbruchstimmung in mir gespürt.


      ...

      Nun merke ich gerade, dass mich das alles doch sehr ...
      Ich gehe jetzt erst mal in den Garten ... durchatmen ...
    • Liebe Eirashand,

      das ist ja ein ganz schöner Klopper. Also die Vorgeschichte schon. Spontan fällt mir dazu ein, mit diesen Träumen, die jetzt hervorgerufen werden, so umzugehen, wie Carlo Zumstein das in seinem Buch Der schamanische Weg des Träumens beschreibt. D.h. du gehst - im Wachbewusstsein - absichtsvoll wieder an die Traumstellen, die ungelöst bleiben und "träumst" den Traum zu einem guten Ende. Ob du das in meditativer Stille oder mit einer schamanischen Reise machst, ob allein oder mit Hilfe, liegt dann bei dir.

      Es scheint aber offensichtlich, dass da einiges im Argen ist in deiner Familie. Du konntest nicht gut Abschied nehmen von deiner Mutter? Kannst du das irgendwie nachholen (Familienstellen, Jenseitskontakte, innerlich, Ritual...)?

      Was deine Schwester angeht, spüre ich bei dir Misstrauen. Wie gerechtfertigt das ist, da kann ich mir nichts anmaßen, das zu beurteilen. Dass sie als medizinische Kraft viele Dinge in die Hand genommen hat, finde ich verständlich. Gerade wenn man in diesen Berufen arbeitet, weiß man, was zum Ende hin alles schief gehen kann.

      Dass sie der Keil zu sein scheint, der eure Familie nach dem Tod der Mutter entzweit, ist eigentlich eine Tragödie. Aus welchen Bedürfnis heraus handelt sie, wie sie es tut? Alter Groll, oder schon immer Papas Liebling? Aber das ist ja alles verstrickt und lässt sich so nicht lösen. Mit dem Kontakthaben zum Vater und dem Erbe, das sieht nach Krallenzeigen aus. Wenn ihr anderen Schwestern zusammenhaltet, und sie in die Schranken weisen könnt...

      Irgendwie musst du in die Puschen kommen, ins Handeln, sonst lässt es dir keine Ruhe mehr.

      Ich wünsche dir viel Augenmaß und Bedachtsamkeit für die inneren und äußeren Auseinandersetzungen
      Birkenfrau
    • Birkenfrau schrieb:

      D.h. du gehst - im Wachbewusstsein - absichtsvoll wieder an die Traumstellen, die ungelöst bleiben und "träumst" den Traum zu einem guten Ende. Ob du das in meditativer Stille oder mit einer schamanischen Reise machst, ob allein oder mit Hilfe, liegt dann bei dir.
      Danke, Birkenfrau.
      Das ist eine schöne Idee.
      Im Augenblick habe ich diese Träume zur Seite geschoben, da ich grad mal wieder viel zu "verdauen" habe.

      Birkenfrau schrieb:

      Du konntest nicht gut Abschied nehmen von deiner Mutter? Kannst du das irgendwie nachholen (Familienstellen, Jenseitskontakte, innerlich, Ritual...)?
      In den letzten Monaten habe ich mich sehr mit meiner Mutter auseinander gesetzt - gezwungenemaßen. Es passierten seltsame Sachen und es war wie eine Art Kontaktaufnahme - als wenn ich mich mit ihr beschäftigen sollte.
      Deshalb habe ich mit einem Teil meiner Familie Gespräche geführt und ein Ritual durchgeführt. - Vielleicht kamen auch daher diese Träume?
      Die Verarbeitung beginnt wohl jetzt erst richtig ... ?

      ... Und es fällt mir noch etwas schwer, zu unterscheiden zwischen alten Verletzungen, neuen Verletzungen, Misstrauen, Traurigkeit usw.
      Das Kind in mir ist meistens noch zu verletzt.

      Zur Zeit "hüpfe" ich auf einem Bein zwischen meinen "Baustellen" (Ja, ich habe wieder einige "gesammelt" - *seufz*) hin und her oder ich verschiebe meine "Baustellen".
      Das geht immer eine Weile gut, bis ...?

      In 12 Tagen bin ich an der Ostsee. Dann werde ich mir den Kopf frei pusten lassen und mir Zeit nehmen für meine "Baustellen".
      Vielleicht kann ich mich dann auch um diese "Baustelle" kümmern ...?
      oder ...
      Vielleicht erst mal die kleinen Bröckchen entfernen, um am Ende den Berg abzutragen?

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Eirashand ()