Schwan gerettet

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Schwan gerettet

      Heute, kurz vor der Aufstehzeit, träumte ich:

      Ein wei0er Schwan steckt mit den Füßen so tief im Schlick fest, dass er sich nicht befreien kann.
      Der Wasserarm - stehendes, nicht fließendes Wasser - steht mit dem Meer in Verbindung,
      denn in regelmäßigem Abstand steigt/fällt der Wasserspiegel.
      Schwan kann sich nicht rühren, reckt den Hals, um den Kopf über Wasser zu halten.
      Ich beobachte.
      Was macht der Schlamm mit den Schwimmfüßen? bleinen die Schwimmhäute heil?
      Ich sehe die Füße im Schlamm stecken - alles in Ordnung, keine Verletzung.
      Schwan ist ruhig, zeigt keine Panik, ist nicht ergeben, sondern eher gelassen.
      "Jetzt sollte ein Mensch kommen, den Schwan befreien" denke ich.
      Ichselbst sehe zu, handle nicht - ist selbstverständlich, denn ich bin zwar dabei, aber nicht körperlich anwesend.
      Ein Mensch kommt, ein Mann, mittleren Alters, kein Junge, kein Jugendlicher, ein Erwachsener ist es.
      Er nähert sich dem Schwan, hat eine Art Sackhaube dabei, die er dem Vogel über den Kopf ziehen will/wird,
      damit der sich nicht wehrt und den Mann und sixh selbst verletzt.
      Schwan ist jetzt ängstlich, senkt Hals und Kopf unter Wasser, um sich zu verbergen.
      Das Wasser ist vom Schlick bräunlich gefärbt aber klar:
      ich sehe den langen auf den Schlamm gedrückten Hals deutlich.
      Schwan wird den Kopf heben müssen, um nicht zu ertrinken.
      Füße des Mannes stehen nahe dem Vogel, er sinkt nicht ein, wartet ab.
      Schwan hebt den Kopf, des Tuch hüllt Kopf und Hals ein.
      ------------- Schnitt ---------------------
      Der Mann fährt weg, er ist froh gestimmt/zufrieden.
      Die Sonne scheint, kurze Ärmel. - Hör ich ihn vor sich hinpfeifen?
      Hinten im Auto, in einem Nest aus Decken, das den gesamten Körper einhüllt, der Schwan.
      Kopf ist frei. Er reckt den Hals, sieht sich um. Gelassen, keine Panik.
      Das Auto fährt los. Wohin? Ist egal, alles ist, wie es sein soll.
      Ich wache auf.
      *****************

      Meine Gedanken beim Aufwachen:
      Ich bin Schwan, bin Schlick, bin Retter, bin Beobachtende ohne Handlungsmöglichkeit.
      Bin gelassen und heiter.
      Aber: Wieso konnte ich die eigentliche Rettungsaktion nicht beobachten?
      *****************

      Nachdenklich grüßt aus OWL
      AlteEule
      (°V°)
      Ich habe von tausend neuen Wegen geträumt. Ich bin aufgewacht und meinen weitergegangen.
      (Chinesisches Sprichwort)

      Ich bin der wichtigste Mensch für mich, denn: Ohne mich kann ich nicht leben!

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von AlteEule ()

    • Liebe Alte Eule,
      zu den Traumdeutern gehöre ich normal nicht, Seele redet mit mir anders. Dennoch fühle ich mich von dem, was Du da schreibst, ziemlich angesprochen, so dass ich Dir gerne das, was mir so kommt, mitteilen mag. Ohne Anspruch auf tiefenpsychologische Deutung. Nimm, was Du gebrauchen kannst.

      AlteEule schrieb:

      Ein wei0er Schwan steckt mit den Füßen so tief im Schlick fest, dass er sich nicht befreien kann.
      Für mich haben Schwäne mit Schönheit, mit Anmut, vor allem aber auch mit Treue (sie sind monogam) zu sich selbst und (einem) anderen zu tun.
      Im Schlick stecken = Hilfe brauchen, die Befreiung kommt nicht von alleine.

      AlteEule schrieb:

      Der Wasserarm - stehendes, nicht fließendes Wasser - steht mit dem Meer in Verbindung,
      denn in regelmäßigem Abstand steigt/fällt der Wasserspiegel.
      Eine "stehende", nicht fließende (fließend = lebendig?) Gefühlssituation.
      Trotz dieser schwierigen (Einzel)Situation ist der Schwan aber mit dem Großen Ganzen verbunden.

      AlteEule schrieb:

      Schwan kann sich nicht rühren, reckt den Hals, um den Kopf über Wasser zu halten.
      Ohnmacht, Stillstand (nichts tun können), aber mit dem Kopf über Wasser bleiben (nicht aufgeben)

      AlteEule schrieb:

      Ich beobachte.
      Du bist da und präsent.

      AlteEule schrieb:

      Was macht der Schlamm mit den Schwimmfüßen? bleinen die Schwimmhäute heil?
      Ich sehe die Füße im Schlamm stecken - alles in Ordnung, keine Verletzung.
      Du siehst, dass die Grundvorraussetzungen gegeben sind, um sich zu befreien - auch, wenn dazu Hilfe gebraucht wird?

      AlteEule schrieb:

      Schwan ist ruhig, zeigt keine Panik, ist nicht ergeben, sondern eher gelassen.
      Kann mit der Situation umgehen, trotz der Ohnmacht. Die Situation ist "im Großen Ganzen" drin, ist nicht außerhalb davon, (deshalb?) gibt es im Schwan auch diese Gelassenheit, denn auch der Schwan ist - trotz der situativen Ohnmacht - ganz in sich und ganz bei sich.

      AlteEule schrieb:

      "Jetzt sollte ein Mensch kommen, den Schwan befreien" denke ich.
      Es braucht - sagt der Verstand? - einen befreienden Impuls von Außen, etwas Artfremdes, "größer als man selbst", das hier helfen kann. (Ein Mensch hat hier Möglichkeiten, die der Schwan nicht hat. Für mich ist das eine wunderschöne Beschreibung der Bitte um Hilfe an das, was größer ist als man (wir) selbst. Eine Kapitulation, die kein Aufgeben ist. Sondern ein Sich - Anheimgeben.

      AlteEule schrieb:

      Ichselbst sehe zu, handle nicht -
      Du bist. Der innere Zeuge, der Beobachter, der nicht verstrickt ist. Das ist wie an der Nabe vom Rad sein. Einerseits wirbelt alles (die Speichen) aber im Zentrum selbst ist es still. Präsenz.

      AlteEule schrieb:

      Ein Mensch kommt, ein Mann, mittleren Alters, kein Junge, kein Jugendlicher, ein Erwachsener ist es.
      Er nähert sich dem Schwan, hat eine Art Sackhaube dabei, die er dem Vogel über den Kopf ziehen will/wird,
      damit der sich nicht wehrt und den Mann und sixh selbst verletzt.
      Die Befreiung kommt, aber nur wenn man sich ohne zu sehen, was geschieht, einlässt. Kopf muss hier Kontrolle abgeben, sonst Verletzung. Kein Aufbegehren, aber auch kein Aufgeben.

      AlteEule schrieb:

      Schwan ist jetzt ängstlich, senkt Hals und Kopf unter Wasser, um sich zu verbergen.
      Angst, sich vor der Hingabe/Anheimgeben verstecken.

      AlteEule schrieb:

      Das Wasser ist vom Schlick bräunlich gefärbt aber klar:
      Situation färbt auf Gefühle ab, in der Grundsubstanz stimmt es aber (s. auch Verbindung zum Meer geblieben).

      AlteEule schrieb:

      Schwan wird den Kopf heben müssen, um nicht zu ertrinken.
      Eigeninitiative erforderlich. Auch normal, selbst Jesus hat die Leut' gefragt: "Willst Du gesund werden?" den Kopf heben muss der Schwan selber.

      AlteEule schrieb:

      Füße des Mannes stehen nahe dem Vogel, er sinkt nicht ein, wartet ab.
      Das, was größer ist als wir, sinkt nicht ein, bleibt bei uns, hat Zeit, hat Geduld, bis wir (Schwänchen) soweit sind.

      AlteEule schrieb:

      Schwan hebt den Kopf, des Tuch hüllt Kopf und Hals ein.
      Aktives Anheimgeben.

      AlteEule schrieb:

      Der Mann fährt weg, er ist froh gestimmt/zufrieden.
      Es ist ja auch Freude, helfen zu können, wo man es darf.

      AlteEule schrieb:

      Hör ich ihn vor sich hinpfeifen?
      Auch das wohl eher ein Ausdruck von Zufriedensein, Akzeptanz dessen, wie es ist?

      AlteEule schrieb:

      Hinten im Auto, in einem Nest aus Decken, das den gesamten Körper einhüllt, der Schwan.
      Er ist befreit, aber noch nicht erneut in seinem Element. Geschützt für den Moment, aber auf der (Durch)Reise. Noch nicht am Ziel.

      AlteEule schrieb:

      Kopf ist frei. Er reckt den Hals, sieht sich um. Gelassen, keine Panik.
      Nein, warum auch? Er kann schauen, ist fürs Erste "gerettet" und "im Schutz". Das Neue muss noch nicht da sein, bzw. erkennbar sein. Sich umsehen könnte "Neugier" und "Perspektive erkunden" sein?

      AlteEule schrieb:

      Das Auto fährt los. Wohin? Ist egal, alles ist, wie es sein soll.
      Etwas Neues beginnt, Ziel (noch) unbekannt, aber es ist ein sich der Bewegung /Fahrt anvertrauen dürfen, es lenkt die Fahrt ja doch letzten Endes das, was größer ist, als das, was hinten im Wagen sitzt.
      Für mich ein Traum des Glaubens, des vertrauens, des Sich- Anheim-Stellen-Dürfens. Aber vielleicht erlebst Du ihn anders? - und bestimmt gibt es weitere Dinge, die ich nicht erkennen kann.
      Nichtsdestotrotz, danke, dass Du das mit uns teilst. Ein schöner Traum, ein vertrauens-würdiger Traum
      LG
      Panther-Adler
      Sachen gehen in Scherben, wenn die Scherben das Wirkliche besser treffen als das Heile. (Susanne Riedel)
    • Liebe Alte Eule,

      da ich es auch gerade mit Vögeln in Träumen zu tun habe, gebe ich dir meine Gedanken zu deinem Traum mal wieder.

      Zuerst kam mir beim Schwan im Schlick die Verbindung zum Lotus in den Sinn. Vogel wie Blume sind Symbole der Reinheit. Auch der Lotus wurzelt im Morast, der sein Nährboden ist. Dein Schwan steht auch sicher im sumpfigen Boden, seine Füße (Wurzeln)sind nicht verletzt.

      Seitenarme von fließenden Gewässern haben für mich eher eine positive Bedeutung: Sie sind ideale, geschützte Brutstätten für Vögel!

      Der Schwan ist auch ein Seelenvogel und war bei den Kelten Symbol für die Lichtgöttin Brigid.

      Aus Jeanne Rulands "Krafttiere" noch ein paar Sätze zum Schwan:
      @Erdherz
      Edit Wolfsspur: Zitat gelöscht.
      Verstoß gegen das Urheberrecht. Fehlender Link zu einer Freigabequelle. Fehlender Zitatrahmen.
      Bitte Boardregeln beachten. (Nr.7)


      Vielleicht hat dein weiblicher Anteil lange genug im Schlick gehegt und gepflegt und bekommt erst mal etwas Angst, wenn dein männlicher Anteil plötzlich daherkommt und das "Produkt" dahin bringt, wohin es hingehört und sich entfalten möchte ?

      Alles Liebe
      Erdherz
      "Denke nicht nur mit deinem Kopf, denke mit deinem ganzen Körper."
      Eckhart Tolle
    • @Wolfsspur
      Sorry für den Lapsus mit den Urheberrechten

      In ganz eigenen Worten:
      Schwäne symbolisieren innere, seelische Schönheit, die ins Leben kommen möchte. Sie helfen auch alten (Liebes-)Schmerz und Trauer zu überwinden und in wiedergefundener Reinheit die Seelenidentität aufleben zu lassen.
      So wie die Seele den irdischen Morast für ihre Entwicklung gewählt hat, um daran zu wachsen und zu erwachen, so steht der Schwan letztendlich für Verwandlung (s. auch das Märchen vom hässlichen Entlein - das nicht wusste, was in ihm steckt: ein Schwan!) Die Seele verliert sich auch gelegentlich im Schlick, sieht nur noch den "Schmutz" und nicht das Entwicklungspotenzial, das sich manchmal erst unmerklich, dann aber auch plötzlich entfaltet.

      Herzlich
      Erdherz
      "Denke nicht nur mit deinem Kopf, denke mit deinem ganzen Körper."
      Eckhart Tolle
    • Liebe Alte Eule,

      irgendwie überträgt sich diese gelassene Heiterkeit schon nur beim Lesen deines Traumes.

      Und ich schmunzle so vor mich hin, weil ich immerzu an das Märchen vom hässlichen jungen Entlein denken muss, und dabei hier ja eine alte Eule vor mir habe, die sich in einen Schwan gewandelt von einem mittelalten Mann retten lässt... da ist ein Zauber...

      Das Zaudern und die Angst, ob sich der Schwan, wie Panther-Adler so schön formuliert, anheimgeben mag. Die Ruhe und Zuversicht des "Retters". Die Gelassenheit der Beobachterin. Die dann doch, nur durchs Zusehen, sich wandeln lässt vom Beobachteten. Das Geschehenlassen. Liebe geschehen lassen. Und nach der Befreiung (von dem, was abgestanden ist?) folgt ein neuer Aufbruch ins Unbekannte.

      Es ist ein Zauber: Die Rettung geschieht dir. Der Wandel ist so innerlich und tief. Den Zauber nicht stören durch zu viel Denkarbeit.

      Für mich der Kristall: Tiefe. Stille. Vertrauen. Liebe. Seele. Und irgendwie Verschmitztheit (...verliebt in das Leben?)...

      Hoffe, ich habs ein bisschen rüberbringen können?!
      Birkenfrau

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Birkenfrau ()

    • Liebe Ulla!

      Der Traum ist ein Diagnose Traum und es ist sehr wichtig, sich nicht in Einzelheiten zu verlieren.

      Es geht um einen Schwan, der stecken geblieben ist,
      es geht um einen Menschen, der den Schwan retten kann,
      und es geht um Ulla, die in Bezug auf dieses Thema gar nichts macht (kennt sie wahrscheinlich von sich :winke: ;) )
      Trotzdem klopft das Leben an die Tür und ein Mann macht Unmögliches möglich.... :knuddeln:


      AlteEule schrieb:

      Ich bin Schwan,
      Ja

      AlteEule schrieb:

      bin Schlick,
      ja, mit dem seit Jahrzehnten gleichen Verhalten :knuddeln:


      AlteEule schrieb:

      bin Retter
      Nein, nicht die Spur.
      Du machst - wie üblich - gar nichts.


      AlteEule schrieb:

      bin Beobachtende
      Ja, seit einer halben Ewigkeit

      AlteEule schrieb:

      ohne Handlungsmöglichkeit
      Muskeln, die nie oder extrem selten genutzt werden, erschlaffen, versagen ihren Dienst.

      AlteEule schrieb:

      Bin gelassen und heiter.
      Verstehbar - das Leben hört nie auf, an deine Türe zu klopfen.


      AlteEule schrieb:

      Aber: Wieso konnte ich die eigentliche Rettungsaktion nicht beobachten?
      Weil Du bist jetzt konsequent jede "Rettung" vermeidest, deshalb hat deine Seele auch keine sinnlichen Bilder dafür :spiegel1:

      Manche Träume sind wie Engel :spiegel1:
      Nicht lieb, nicht nett, aber voller Leben :knuddeln:

      Ganz liebe Grüße
      Advaita
    • Ihr Lieben,

      ich danke euch allen dafür, dass ihr mir zeigt, was euch an diesem Schwanentraum auffällt.
      Ich denke darüber nach,
      sehe manche Traumsequenz im Nachdenken erneut.
      Manches Gefühl, für das ich keinen Begriff hatte, ist nun klarer.

      Noch eine Ergänzung:

      AlteEule schrieb:

      Der Wasserarm - stehendes, nicht fließendes Wasser - steht mit dem Meer in Verbindung,
      denn in regelmäßigem Abstand steigt/fällt der Wasserspiegel.
      Schwan kann sich nicht rühren, reckt den Hals, um den Kopf über Wasser zu halten.
      Ich beobachte.
      Das passiert mehrmals - es vergehen also viele Stunden in diesen kurzen Traummomenten, doch immer ist es zeitloser Tag.

      Und immer die Gewissheit, dass Schwan das aushält. Ruhig erträgt.

      **************
      Vielleicht habe ich das etwas knapp formuliert:

      AlteEule schrieb:

      Was macht der Schlamm mit den Schwimmfüßen? bleinen die Schwimmhäute heil?
      Ich sehe die Füße im Schlamm stecken - alles in Ordnung, keine Verletzung.
      Ich weiß im Traum, dass es "eigentlich" nicht möglich ist, dass ich die Schwimmfüße sehen kann - sie sind tief in den Schlick eingesunken.
      Und doch: ich sehe genau, in welcher Position sie versunken sind, einer gespreizt wie zum Vorwärtslaufen (der rechte), der andere in der Bewegung des nach vorne Zurückkommens (der linke).
      In der Bewegung festgehalten.
      ****************
      Ich werde mich weiter erinnern!
      Nochmals Dank euch allen und lieben Gruß

      AlteEule

      ****************
      ****************

      Gerade sehe ich, dass auch Advaita geschrieben hat.
      Danke auch dir!
      Manches trifft mich, trifft auf den Punkt, der weh tut ...

      Will sehen, ob und was ich ändern kann!
      Wo es schmerzt, ist ja noch Leben drin!

      Herzliche Grüße
      AlteEule (Ulla)
      Ich habe von tausend neuen Wegen geträumt. Ich bin aufgewacht und meinen weitergegangen.
      (Chinesisches Sprichwort)

      Ich bin der wichtigste Mensch für mich, denn: Ohne mich kann ich nicht leben!

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von AlteEule ()

    • Hab's überschlafen:

      advaita schrieb:

      ja, mit dem seit Jahrzehnten gleichen Verhalten

      advaita schrieb:

      Nein, nicht die Spur.
      Du machst - wie üblich - gar nichts.

      advaita schrieb:

      Ja, seit einer halben Ewigkeit
      das ist alles zutreffend - jedoch ausschließlich,
      wenn es um Gefühle, Gefühlsäußerungen, geht.

      Es wird einen Grund geben, der mich so zaudern lässt,
      der mir sagt:

      "dein Gefühl ist lächerlich",
      "keiner will wissen, was gerade DU dazu meinst"
      "misch dich nicht ein in Dinge, die dich nichts angehen"
      "schau DU lieber zu"

      Mit dem Kopf ist das sicher nicht zu lösen.

      Nochmals herzlichen Dank an euch alle.

      Ich bin auf dem Weg...
      :winke:
      Lieben Gruß
      AlteEule (Ulla)
      :winke:
      Ich habe von tausend neuen Wegen geträumt. Ich bin aufgewacht und meinen weitergegangen.
      (Chinesisches Sprichwort)

      Ich bin der wichtigste Mensch für mich, denn: Ohne mich kann ich nicht leben!
    • Liebe Ulla!


      AlteEule schrieb:

      Will sehen, ob und was ich ändern kann!
      das ist nach meiner Meinung nach der falsche Ansatz, und wird aus meiner Erfahrung sehr oft gewählt.
      Es geht weder um Entscheidung, noch um Handlung, noch um Umsetzung, es geht schlicht um Wahr-Nehmung von dem, was ist, was ich bin.
      Wir gehen sehr oft frühschnell in Entscheidungen, weil wir nicht spüren wollen, was ist, worunter wir leiden.

      Die Träume sind von einer bewundernswerten Direktheit.

      Sie sagen:

      • Du weißt nicht, dass Du ein Schwan bist, und willst es auch nicht wissen.
      • Du weißt nicht, dass Du im Schlick des Alltags steckts, und willst es auch nicht wissen.
      • Du weißt nicht, dass Deiner Seele in bestimmten Bereichen das Wasser bis zum Hals steht, und willst es auch nicht wissen.
      Die Szene ist so eng, so beängstigend, so surreal, das die Psyche einen Kunstgriff machen muss, um zu überleben: Ein "Prinz" holt sie ins Leben zurück, weil Ulla innerseelisch und außerseelisch nichts macht:


      AlteEule schrieb:

      Ein wei0er Schwan steckt mit den Füßen so tief im Schlick fest, dass er sich nicht befreien kann.
      Eine Horrorsituation für jeden von uns - einfach nur ganz real vorstellen.




      AlteEule schrieb:

      Schwan kann sich nicht rühren
      so stelle ich mir Hölle vor....


      AlteEule schrieb:

      reckt den Hals, um den Kopf über Wasser zu halten
      Die drei Beschreibungen reichen, um eine absolut dringliche Änderung bewusst zu machen.


      AlteEule schrieb:

      Ich beobachte.
      Das ist Dein Verhalten und Deine Realität im Augenblick.

      Im Alltag würde man jeden von uns wegen unterlassener Hilfeleistung zur Rechenschaft ziehen.


      AlteEule schrieb:

      "Jetzt sollte ein Mensch kommen, den Schwan befreien" denke ich.
      Genau so ist - der Traum sagt, du weißt ganz genau, was ansteht, machst es aber in alter Tradition nicht.


      AlteEule schrieb:

      Ich selbst sehe zu, handle nicht


      Jetzt kommt die Zärtlichkeit und der Überlebenswillen der Seele.


      AlteEule schrieb:

      Ein Mensch kommt, ein Mann, mittleren Alters, kein Junge, kein Jugendlicher, ein Erwachsener ist es.
      Er nähert sich dem Schwan, hat eine Art Sackhaube dabei, die er dem Vogel über den Kopf ziehen will/wird,
      damit der sich nicht wehrt und den Mann und sixh selbst verletzt.

      AlteEule schrieb:

      Hinten im Auto, in einem Nest aus Decken, das den gesamten Körper einhüllt, der Schwan.
      Kopf ist frei. Er reckt den Hals, sieht sich um

      AlteEule schrieb:

      Es wird einen Grund geben, der mich so zaudern lässt,

      Ja, glaube ich auch.
      Ich will mir aber nicht vorstellen, was dieses altbekannte Zaudern von dir für den Schwan heißt, wenn der Märchenprinz nicht kommt.

      AlteEule schrieb:

      Mit dem Kopf ist das sicher nicht zu lösen.
      Deshalb:

      AlteEule schrieb:

      Er nähert sich dem Schwan, hat eine Art Sackhaube dabei, die er dem Vogel über den Kopf ziehen will/wird,
      damit der sich nicht wehrt
      Es wäre aus meiner Erfahrung und aus meiner Sicht der Dinge für dich sehr sinnvoll und heilsam, dich von den eindrücklichen und drängenden Bildern Deiner Seele berühren zu lassen, als zu erklären und zu rechtfertigen, was und warum etwas nicht geht.


      Dir für deinen Weg alles Gute!
      Liebe Grüße
      Advaita
    • Liebe Ulla,

      als meine Kinder in der Waldorfschule waren,
      bekam ich auch eine neue Sicht auf die Volks-Märchen ...
      die scheinbar eine ähnliche Struktur der Träume hegen.

      Die Prinzessin und der Prinz sind eine einzige Person ... also ich, Du, er, sie, es ...

      Rapunzel sitzt im Turm,
      "gehütet" von der Zauberin.
      Ihre ganze Kindheit verbrachte sie hier und wurde erwachsen.

      Sie singt (auch unsere Höckerschwäne singen beim Flug, so dass wir aufsehen)
      und der Sohn des Königs hört die liebliche Stimme ... sie verzaubert ihn dadurch ...

      Der Turm beherbergt keine Leiter,
      die "hütende" Zauberin klettert an dem Zopf Rapunzels zu ihr hoch,
      das sieht der Prinz und tut ihr gleich ...
      Rapunzel erschreckt und dennoch angezogen legt sie ihre Hand in seine.

      Rapunzel schmiedet den Plan, dass er die nächsten Male Seide mitzubringen hätte,
      damit sie daraus eine Leiter flechten könnte.

      Sie will aus dem Turm heraus ... obwohl sie nichts anderes kennt.

      Einige Zeit kommt er Abends weil die "Hüterin" am Tag kommt.

      Dann wird Rapunzel wieder zur "Macherin" sie Fragt ihre Hüterin:
      "warum ist der Prinz leichter als Ihr?"

      Damit verrät sie ihn ...

      Die "Hüterin" zeigt nun ihr wahres Gesicht und wird zur Zornigen,
      und schneidet die goldenen Haare ab.

      Und verschleppt die junge Frau in die Wüste.

      Der "goldene Turm" wird nun zum Platz der Rache,
      in dem die "Alte" dem Prinzen ihn verhöhnt
      und er aus dem Fenster springt und sich in der Hecke (auch sie hütete das Kind)
      das Augenlicht verliert.

      Blind tappt er durch die Welt ... auf der Suche ...

      Nun wird er zum Agierenden ... er sucht und findet ...
      Hier im Märchen seine Rapunzel,
      in Deiner Geschichte Dich als Schwan ...

      Im Märchen wechselt nun wieder die Macht zur Frau,
      die den Prinzen durch zwei ihrer Tränen heilt ...

      In Deinem Traum, stülpt Dir der Prinz den Sack über und bettet Dich in Decken ...

      Als ich @advaita s Post las, kam mir beim Lesen Rapunzel in den Sinn.

      Dieses Märchen begleitet mich in meinem Leben schon länger.

      Besonders bei Ideen.

      • Zuerst waren sie nur im Kopf .... grübel ... wie kann das realisiert werden ... goldener Turm
      • dann kam der Verstand dazu: "Ey, lass es lieber im Kopf, das funz nie!" ... Hüterin
      • Ein anderer InnerAnteil Meinereine meinte "Wenn Du das so oder so machst .." Gesang wird gehört
      • Das hörte der Verstand ... "Ey alda, jetzt ist gar nicht die Zeit/Geld dazu!!!" Entdeckung und Fall aus dem Fenster ...





      Es dauert eine sehr lange Weile, bis der weiblich kreative Anteil
      und der männlich strukturierte Anteil meiner Selbst sich zu diesem Thema wieder finden.

      Meist ist das Nachts ... in der Ruhe des Innens und Außens ...
      Oder unter der Dusche ... wenn die Tränen dem Animus die Augen öffnen.

      Was Du daraus machst ... ist absolut Deine Sache liebe Ulla :heart:

      :heart: Herzlichen Dank für die Inspiration :heart:

      HerzGruß
      kerstin
      ... alles hat seine Zeit ...
    • Ihr Lieben alle,

      In diesem Traum, von dem ich weiß, dass ich träume, denn:
      "ich bin zwar dabei, aber nicht körperlich anwesend"

      kann ich nicht aktiv werden.


      Doch wenn es stimmt, was @advaita schreibt:

      advaita schrieb:

      Der Traum ist ein Diagnose Traum ...
      dann lebe ich zur Zeit als träumende, klarsichtige, handlungsunfähige Beobachterin meines eigene Lebens.

      Ich werde den Traum/mein Dasein im Leben ändern.

      Will erleben, was passiert.
      **************
      Liebe @kerstin
      danke auch dir für deinen märchenhaften Beitrag

      immer wieder neue Aspekte ...
      *******************
      Liebe @Panther-Adler, liebe @ate, liebe @Erdherz, liebe @Birkenfrau,

      eure Beiträge empfinde ich als hilfreich, spüre euren Worten nach und danke euch herzlich!

      AlteEule (Ulla)
      Ich habe von tausend neuen Wegen geträumt. Ich bin aufgewacht und meinen weitergegangen.
      (Chinesisches Sprichwort)

      Ich bin der wichtigste Mensch für mich, denn: Ohne mich kann ich nicht leben!

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von AlteEule ()

    • Lieebe Ulla und hallo zusammen,

      ich finde, das widerspricht sich gar nicht.

      Das, was advaita sagt, bedeutet allerdings (nach meinem Verständnis) was anderes.
      Aber der Reihe nach:

      AlteEule schrieb:

      "ich bin zwar dabei, aber nicht körperlich anwesend"
      Das ist ein Hinweis darauf, dass das, worum es in dem Traum geht, ein so "heißes Eisen" für Dich ist, dass Du (derzeit) nicht handeln, sondern Dir das Thema "nur" von außen anschauen kannst.
      Für den Schwan wird es langsam aber echt eng, der braucht wirklich Hilfe.
      Diagnosetraum in dem Fall heißt nur: Da wird etwas aufgezeigt.
      Es geht nicht darum (den Fehler mache ich auch gerne mal), dann sofort zu handeln, aktiv zu werden, zu tun.
      Sondern: Das bild/die Bilder wirken zu lassen. Das "tut" dann von innen, zumindest bei mir - und dann werden die Schritte im Außen klar- ohne die Überhastung des "Sofort tuns". Das Aktionistische fehlt dann da.
      Jetzt schreibst Du, Ulla:

      AlteEule schrieb:

      das ist alles zutreffend - jedoch ausschließlich,
      wenn es um Gefühle, Gefühlsäußerungen, geht.
      Ja. Also, hast Du gelernt, dass Dein Gefühl, Deine Wahrnehmung nicht zählt. Womöglich sogar, dass dem nicht zu trauen ist, weil es gar nicht stimmt oder alles ganz anders ist.
      Es gibt viele Menschen, liebe Ulla, die mehr wahrnehmen und fühlen und sehen und hören und riechen und schmecken, als das, was offensichtlich ist.
      Wenn sie dann darüber reden, ist das den Eltern oder anderen erwachsenen oft unangenehm, gerade dann, wenn es stimmt- und wenn es etwas ist, das verborgen werden soll.
      Dann bekommen Menschen schnell ihre Wahrnehmungen, ihre Gefühle, etc. ausgeredet. Das kann sehr passiv machen, was schade ist, denn oftmals enthalten diese wahrnehmungen und Gefühle wichtige Hinweise - zum eigenen Glück , wie auch zur Hilfe für andere.
      Ich vermute, dass Dir sowas ähnliches passiert ist - und dass es Situationen in Deinem Leben gibt, wo Dein Gefühl schon längst weiß, dass Du feststeckst. Solange du Dein Gefühl aber noch mißachtest "schau DU lieber zu" kommst Du da nicht raus.
      Was also tun?
      Zunächst: Anerkennen, dass es so ist. Das ist das, was Advaita Dir geraten hat. Anerkennen, dass es so ist, ohne sofort handeln zu wollen, ohne überhaupt wissen zu müssen, wie.
      und wenn du Dir selber da helfen magst, dann habe ich auch eine Idee, speziell für Dich (Das würd ich auch niemand anderem so sagen, Dir wohl, das ist jetzt Kirsten -an Ulla-spezifisch):

      Geh in Deinem Raum und setz Dich her und ruf Dir die Eule und Dein anderes Krafttier (Du kannst das, verkopf Dich nicht über wie, Du kannst das) und dann bittest Du sie, Dir zu helfen (gerade auch das andere Tier) und dann gehst Du her zu Deinen Aromen und stellst sie Dir hin, machst die Augen zu und ziehst blind.
      Und dann nimmst Du das und nutzt das mal 6 Wochen lang, so, wie's dir kommt, wie die Tiere es Dir zeigen werden. Das wird noch nicht in die große Veränderung führen, aber es wird Dich in die Lage versetzen, mit den Gefühlen klarzukommen, die es auslöst, festzustecken- und auch das anzuerkennen. Und die Gefühle, die das auslöst, die geben Dir dann die Kraft zum Handeln.
      Ohne Aktionismus, aber klar und unmißversrtändlich.
      Manchmal gibt's nicht nur einen anderen Herbst, (um eins deiner hier veröffentlichten Gedichte zu zitieren), manchmal gibt's auch einen anderen Frühling.
      :knuddeln:
      Kirsten
      Sachen gehen in Scherben, wenn die Scherben das Wirkliche besser treffen als das Heile. (Susanne Riedel)
    • Liebe Alte Eule,

      da ich dich nicht persönlich kenne, kann ich nur mit eigenen Erfahrungen vergleichen und versuchen, mich einzuspüren. Also unter diesem Vorbehalt noch ein paar Gedanken.

      Die beiden Sätze, die du unter das Zitat von Advaita geschrieben hast, berühren mich. Ich höre ein wenig Resignation darin. Vielleicht täusche ich mich oder projizieren Eigenes...?

      Ich kann dieses Feststecken und auch die Handlungsunfähigkeit, glaube ich, gut nachvollziehen. Was Advaita mit Sicherheit nicht gemeint hat, ist: "Auf, hopp! Faulenze nicht rum, spring gefälligst über deinen Schatten!"

      Du schreibst: "Ich werde den Traum/mein Dasein im Leben ändern."

      Das geht nur, wenn ma sich selbst spürt, annimmt und liebt, so wie man gerade ist. Auch wenn man feststeckt. Wenn ich dir das schreibe, versuche ich mir gleichzeitig, diese Wahrheit auch selbst zu verdeutlichen, weil ich daran auch immer wieder scheitere. Es geht nicht in erster Linie ums Tun, sondern ums Spüren.

      Ein Seelenvogel, der sich in einen Seitenarm zurückgezogen hat, sucht zunächst Schutz. Wovor? Welches Gefühl muss er in Ruhe verinnerlichen? Vielleicht führt das zu den Ereignissen, die das Gefühl hervorgerufen haben. Nehmen wir mal an es ist das Gefühl Angst. Angst lässt uns erstarren - man steckt fest, das Wasser steht einem bis zum Hals. Aus Hilflosigkeit geht man eventuell innerlich auf Distanz. Erst mal beobachten! Nur kein Schnellschuss! Das ist so menschlich und nachvollziehbar. Da gibt es nichts zu Verurteilen! Vielleicht will die Angst gesehen, gespürt werden. Wohin hat sich der pfeifende Mann, der Mitgefühl, Handlungsfähikeit und Unbefangdnheit symbolisiert in dir zurückgezogen? Er ist ja da!

      Vielleicht änderst du wirklich mal deinen Traum mit aktiver Meditation? Frage den Schwan, was ihn in diese Lage gebracht hat. Frage ihn, was er sich von dir wünscht. Spiele mal durch, du bist der Mann, der den Schwan rettet. Wie fühlt sich das an? Kannst du mit seiner Leichtigkeit wieder Freundschaft schließen? Fühlst du dich sicherer, wenn du "ihn" wieder mit ins Beraterteam holst?

      Nur ein paar Anregungen. Selbstliebe ist nun mal keine leichte Aufgabe. Aber mit müssen und sollen und rationalen Überlegungen allein, bleibt sie unerreichbar.

      Lass dich mal ersatzweise drücken :knuddeln: und dann schaffen wir es irgendwann auch ganz allein (was man ja sowieso nie ist ;) )

      Herzliche Grüße
      Erdherz
      "Denke nicht nur mit deinem Kopf, denke mit deinem ganzen Körper."
      Eckhart Tolle
    • Liebe Kirsten,
      danke für's Erinnern - ich werde den Raum aufsuchen
      - ein anderer Frühling - vielleicht ...

      Liebe Erdherz,
      auch dein Rat der aktiven Meditation ist stimmig für mich.

      Habt alle einen sonnigen Tag

      :sonne: :winke:

      AlteEule (Ulla)
      Ich habe von tausend neuen Wegen geträumt. Ich bin aufgewacht und meinen weitergegangen.
      (Chinesisches Sprichwort)

      Ich bin der wichtigste Mensch für mich, denn: Ohne mich kann ich nicht leben!