Das "Binnen I" , das Sein und das Bewusstsein

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    • Das "Binnen I" , das Sein und das Bewusstsein

      Die Beiträge im Thread von Stachelturm zeigen auf, dass hier offenbar einige User darüber diskutieren möchten, ob und/oder warum Frauen sicch beiu männlichen Formen von Substantiven - wie zum Bsp. "Moderatoren" ;) mitgemeint fühlen (sollen) oder auch nicht, während Männer sich im umgekehrten Fall (ModerartorInnen) benachteiligt fühlen - das war zumindest die These.
      Ob und inwieweit das Sein das Bewußtsein bestimmt (oder ob es umgekehrt ist) und inwieweit Sprache das Sein und Bewusstsein beeinflußt (und umgekehrt), könnt Ihr gerne hier diskutieren.

      Mein persönlicher Senf (oder Ketchup) zu dem Thema: Ich konnte mit diesen Diskussionen noch nie was anfangen, weil mir persönlich, obwohl als "behinderte Frau" doppelt benachteiligt, solche Zuordnungen relativ egal sind.
      Ich selbst sehe mich als Mensch in einem weiblichen Körper, der schon immer starke Verbindungen zu Eigenschaften und Verhaltensweisen hatte, die gesellschaftlich als "männlich" angesehen werden.
      Ich bin früher (Jeans, Turnschuhe, Lederjacke, kurzes Haar, ungeschminkt, neutralfarbige Brille, Stimme eher tief für ein Mädchen/eine Frau) oft für einen Jungen/jungen Mann gehalten worden. Gestört hat mich das nie, gleichzeitig hatte ich auch nie das Gefühl, im falschen Körper "gelandet" zu sein, obwohl mich im Laufe der Jahre etliche Leute fragten, ob ich transsexuell sei.
      Ich für mich bin Mensch im weiblichen Körper, fühle mich weder als Frau, noch als Mann. Deswegen fühle ich mich von "Moderatoren" nicht diskriminiert, von weiblichen Wortformen auch nicht automatisch angesprochen/gemeint.
      Ich bin ein im weiblichen Körper inkarnierter, seelisch zu beiden Prinzipien (männlich und weiblich) zugehöriger Mensch.
      Soweit mein persönlicher Ketchup, mehr wird dazu von mir nicht kommen - und jetzt wünsch ich Euch allen fröhliches Diskutieren.
      Herzlich,
      Panther-Adler
      Sachen gehen in Scherben, wenn die Scherben das Wirkliche besser treffen als das Heile. (Susanne Riedel)
    • Hallo liebe alle ( männlich und weiblich ;) ),

      ich hatte ja auch mit dem Scherz, ich sei eventuell etwas androgyn angedeutet, dass ich kein Problem habe z. B. als "Kunde" angesprochen zu werden (würde ein Mann als "Kundin" angeredet, würde ich das allerdings als etwas schräg empfinden).

      Nur ein kurzer Gedanke dazu: Wäre wirklich die Sprache in erster Linie ausschlaggebend für Gleichbehandlung Mann - Frau, dann dürfte es im englischsprachigem Raum ja keine Probleme damit mehr geben! Ein Artikel, keine unterschiedlichen Endungen! Und? Da wird genauso diskriminiert, belästigt, abgewertet - und es gibt sicher genauso viele Männer und Frauen dort, die das zum Kotzen (sorry, aber das ist es halt) finden.

      :mond: Gute Nacht
      Kerstin
      "Denke nicht nur mit deinem Kopf, denke mit deinem ganzen Körper."
      Eckhart Tolle
    • Liebe Mit-Menschen hier,

      bei diesem Thema bin ich mir uneins:

      Die Verwendung von "männlichen" Pluralformen stört mich eher selten,
      da fühle ich mich mitgemeint. :D

      Mich irritiert es (so dass mir meine Irritation auch selbst auffällt),
      wenn eine Frau im Gespräch wörtlich sagt:

      "ich bin der Nutzer dieses xy"
      "ich bin Kunde hier"
      "hier hat jede sein Recht auf ..."

      Dann denk ich: "wieso redet sie so?"
      und kann es nicht verstehen.

      In diesem Sinne:
      allen Mitgliedern hier (m/w!)
      ein sonniges Wochenende
      :sonne:
      AlteEule
      (°Y°)
      Ich habe von tausend neuen Wegen geträumt. Ich bin aufgewacht und meinen weitergegangen.
      (Chinesisches Sprichwort)

      Ich bin der wichtigste Mensch für mich, denn: Ohne mich kann ich nicht leben!
    • Guten Abend,


      Panther-Adler schrieb:

      dass hier offenbar einige User darüber diskutieren möchten, ob und/oder warum Frauen sicch beiu männlichen Formen von Substantiven - wie zum Bsp. "Moderatoren" mitgemeint fühlen (sollen) oder auch nicht, während Männer sich im umgekehrten Fall (ModerartorInnen) benachteiligt fühlen - das war zumindest die These.

      Nun ja, im Deutschen gibt es das wunderbare "generische Maskulinum"

      Wikipedia schrieb:

      Das generische Maskulinum wird dann gewählt,wenn das natürliche Geschlecht unwichtig ist oder männliche und weibliche Personen gleichermaßen gemeint sind. Das Maskulinum ist hier neutralisierend bzw. verallgemeinernd (‚generisch‘).

      Es hat also nichts mit Benachteiligung zu tun, sondern mit Rechtschreibung.
      Auch bin ich der Meinung, das es dringendere Aufgaben in der Gleichbehandlung der Geschlechter ( z.B. § 218, Wehrpflicht ) gibt als eine gendergerechte Schreibweise. Ist die Ungleichbehandlung auch aus dem Bewusstsein verschwunden, wird sich das auch sprachlich ausdrücken.


      Erdherz schrieb:

      Wäre wirklich die Sprache in erster Linie ausschlaggebend für Gleichbehandlung Mann - Frau, dann dürfte es im englischsprachigem Raum ja keine Probleme damit mehr geben! Ein Artikel, keine unterschiedlichen Endungen! Und? Da wird genauso diskriminiert, belästigt, abgewertet

      :top: :top2: :top:

      Panther-Adler schrieb:

      Ob und inwieweit das Sein das Bewußtsein bestimmt (oder ob es umgekehrt ist) und inwieweit Sprache das Sein und Bewusstsein beeinflußt (und umgekehrt), könnt Ihr gerne hier diskutieren.

      :) Meiner Meinung und Erfahrung nach geschieht so etwas wechselseitig

      Allerdings ist es mit der Spreche immer ein eigenes Ding - "von oben" verordnete Sprachregulierungen haben es sehr schwer sich im allgemeinen Sprachgebrauch durchzusetzen.
      :winke:
      If Nothing goes right,
      Square Up!
      and
      Circle left!