Die Frau im Blumentopf

  • Guten morgen,


    diesmal brauche ich wohl bei einigen Traumsymbolen einen Schubser - kriege das alleine nicht ganz rund. Da mischt sich teilweise etwas Heilendes mit altem Schlammassel, den ich nicht klar erkennen kann...


    Mir ist auch nicht der vollständige Traum in Erinnerung, nur Bruchstücke:


    Sieht aus wie ein Messegelände mit den unterschiedlichsten Angeboten. Was für den Kopf, Vorträge wie in Hörsälen, was musisches für's Gefühl ist dabei und ein Wellnessbereich mit Bädern und Sauna, dem ein - noch physischer! - Bordell angeschlossen ist, das von einigen Männern auch genutzt wird. Andere wollen nur baden. Auf dem Rand eines Beckens sitzt ein "Gebilde", dass ich erst für eine lebende Blume halte. Goldgelb leuchtende, lange Tentakel - wie ein Polyp oder sowas ähnliches. Dann sehe ich aber, dass es die Haare einer Frau sind, die sich darunter versteckt! Ich nehme nur ihren Kopf wahr und schaue nun von innen in die "Haare". Es sieht aus, als wäre in den Haaren eine Lampe, die diese transparenten Tentakel-Haare noch goldgelber aufleuchten lassen. Ich nehme die Frau als "Flüchtling" wahr, die nicht entdeckt werden will.
    Ich werde von einem Mann mit einfältigen Sprüchen "angebaggert" und gehe...


    Da ist ein schon teils zerbrochener Tonkrug mit Erde, der wie eine alte Amphore am Boden liegt. Plötzlich formt sich aus der Erde ein Frauengesicht. Jemand (?) hilft der Frau aus dem Krug und entschuldigt sich, dass er sie nicht früher gesehen hat. Sie erwidert ruhig: " Ich hatte dich schon gerufen!". Sie erwähnt noch, die Menschen seien hier (in diesem Land?) so hart (sinngemäß - weiß nicht mehr das genaue Adjektiv)


    Ich bin an einem Ausstellungsstand. Ein Schwarzafrikaner stellt wunderschöne Steinkunst aus - kein Glitzerkram, sehr erdige, rötliche Steine ähnlich wie Sandstein in teils symbolischen Formen (kann mich an die - sehr europäische - Lilie erinnern). Wir schauen uns lange still an und ich frage mich, ob er mich auch "hart" wahrnimmt...


    Ich entschließe mich, eine entspannte musische Veranstaltung zu besuchen...


    Soweit der Traum.


    Das Messegelände enthält eindeutig verschieden Daseins- und Aktionsebenen: intellktuelle, emotionale und physische Angebote.
    Die Frau im Bad und ebenso die im Tonkrug sind eher körperlos. Kopf und Haare bzw der Kopf, der sich aus der Erde formt (nachdem sie aus dem Tonkrug heraus kam, ist sie für mich präsent, aber irgendwie nicht mehr sichtbar).
    Die beiden Frauenköpfe sind das, was ich vor allem mit meinen möglichen "blinden Flecken" und gleichzeitig auch mit Heilkraft in Verbindung sehe - da fehlt mir aber was!


    Den flirtenden Mann lasse ich einfach stehen. Der Afrikaner berührt mich mehr (weil es um Selbst- und Fremdwahrnehmung geht?)


    Die Entscheidung, eine musische Veranstaltung zu besuchen, hat eventuell mit dem Wunsch nach Entspannung zu tun. Wenn es zu intellktuell wird, oder tiefe Gefühle nicht mit der Beißzange zu greifen sind, empfinde ich das als sehr wohlwollend: eingestehen, da geht grad nix, erst mal chillen, dann schau'n wir mal...


    Meine ???? betreffen vor allem die Frauengestalten und den Afrikaner mit den Symbolsteinen.


    Liebe Grüße :winke:
    Erdherz

  • ...zu den Frauen kam noch was:
    Die Erklärung, es könne mit zuviel Kopflastigkeit zu tun haben, dass ich nur Köpfe wahrnahm, kam mir zwar, ist aber zu platt. Das weiß ich auch so. Da bräuchte mein Traumbewusstsein keine Verrenkungen machen, um mir das zu stecken.


    Die erste Frau im Bad, also Wasserelement, könnte den Gefühlskörper symbolisieren. Sie war ängstlich, wollte versteckt bleiben - das deutet auf emotionale Inhalte hin, die noch nicht im Bewusstsein angekommen sind. Die Haare waren aber sehr fühlend, wie Antennen und Licht schien durch - könnte sein, dass da bald was ans Licht will (seelische Wunden, Gefühle, die noch auf der "Flucht" sind?).


    Die zweite versinnbildlichte dagegen mehr die "alte Weise", die zwar ganz und gar Erde ist und doch zugleich auch sehr geistig ist (wurde "unsichtbar"). Sie hatte gerufen, macht aber niemandem Vorwürfe, dass es wohl etwas länger gedauert hat.


    Zur stilisierten dreiblättrigen Lilie habe ich gerade etwas überraschendes gelesen: von wegen europäisch! Die würde bereits im antiken Ägypten (zu dem ich definitiv einen Bezug habe) zu rituellen Zwecken genutzt, nämlich, um den "göttlichen Duft" zu verbreiten.


    Ägypten...afrikanischer Kontinent...ein Afrikaner mit steinernen Lilien... :denk::denk::denk: Da fehlt immer noch das :ohmann: und das :idee:
    LG Erdherz

  • Nimm den anderen Traum mit dem grünen Raum noch dazu (die gehören m.E. zusammen) und das Thema "Manipulation " & "blinder Fleck" könntest Du auch noch dazu nehmen. Vielleicht kommst Du dem gemeinsamen Nenner(den ich persönlich da wahrnehme, aber das ist meine Interpretation) dann näher.
    :winke:
    Kirsten

    Sachen gehen in Scherben, wenn die Scherben das Wirkliche besser treffen als das Heile. (Susanne Riedel)

  • So, jetzt hab' ich's! :freude:
    :danke: an ate für den Link in Kerstins Sommersonnenwend-Thread - der hat mir erheblich auf die Sprünge geholfen.


    Darin findet sich auch der Hinweis auf die Sonnengöttin SOL (es gab ursprünglich auch Sonnengöttinnen), von der ein Bildnis oder was ähnliches in Bath im südlichen England ausgestellt ist. Eine Sonnengöttin im Bad also! Auch die Göttinnen wurden oft rituell gemurkst z. B. geköpft - Kopf mit goldenen beweglichen Haaren, ohne Körper. Das Jahr ist über den Zenit, Sonnengötter/-göttinnen werden beseitigt. Den natürlichen Zyklen kann niemand entfliehen - auch wenn ich sie als Flüchtling wahrnehme. Nützt alles nix, das Jahr geht weiter. Das Wasserelement drückt Angst vor diesen Prozessen aus - verständlich - und verbindet gleichzeitig mit dem Gegenpol: dem Winter, dessen Element das Wasser ist und mit dem Tod als Bestandteil des Lebens als Ganzes und der Voraussetzung für den ganzen Zyklus Geburt - Tod - Wiedergeburt. Täglich, jährlich usw....



    Schon beim Vergleich Erlebnispark (eher kindliche Szenerie - Kinder als Hauptakteure, emotionale Ausdrucksweise) und Messegelände (Spielplatz für Erwachsene, auf dem es physische, gefühlsbetonte und intellektuelle Angebote gab) war mir klar, dass die Träume zusammenhängen.



    Es gibt einen persönlichen Teil des Traums und einen allgemeinen, eher mythischen Anteil, der vielleicht nicht nur für mich bestimmt war. Den gebe ich jetzt einfach mal mit dem "mythischen Teil" der Erläuterung an wen auch immer das berührt als Geschenk von :heart: weiter.



    Also die dreifache Göttin alter Mythen kommt zunächst in ihrem kindlichen Gewand und bewohnt den "grünen Raum", der an den Frühling, den Maibaum etc. erinnert. Sie sieht das Licht von "oben" einfallen - wie aus der Ferne. Sie bietet die Liebe als Heilung an.



    Die gereifte Sonnengöttin des Mittsommers hat das goldgelbe Licht in den Haaren, aber nicht verinnerlicht, denn sie ist noch voller Angst vor dem Wandel in Richtung dunklere Jahreszeit und Tod. Das erfordert Reinigungsprozesse (Bad).



    Die "alte Weise" jedoch bleibt gelassen in der Erde, im Tonkrug, bis man ihren Ruf vernommen hat und sie zum Vorschein kommt. Wo ist ihr Licht? Sie wurde, sobald sie aus der Erde kam, "unsichtbar", was für mich ein Ausdruck des Seelenlichts darstellt, das für menschliche Augen meist im Unsichtbaren bleibt. Sie weiß, ihre Zeit wird kommen und nie vergehen, denn so wie alles zu Erde wird, verbindet in der alten TCM Sicht- und Darstellungsweise die Erde alle anderen Elemente in ihr zugeordneten Zwischenräumen.



    Bis dahin ein bzw. zwei "Sommernachtsträume", mit überwiegend kollektivem Inhalt - wer auch immer das so sehen und empfinden möchte...



    Bleibt noch der Afrikaner und die Liliensymbolik. Das ist der persönliche Teil, deswegen stand ich da besonders auf dem Schlauch! :brille: Auch darauf hast du, liebe ate, mich mit der pn-Frage nach meinem Mineralstoffhaushalt gebracht! :knuddeln:



    Muss ich nachher weiter machen, jetzt ist erst mal Arbeit dran.



    Bis denne :winke:
    Erdherz

  • Habe es gerade noch mal nachgelesen: der abgetrennte goldene Kopf der SOL ist in Bath ausgestellt.


    Wenn ich es so in Sprache fasse, verstehe ich immer noch hier und da ein paar Aspekte. Deswegen ist das jetzt meine Art, das was in den Träumen steckt, selbst zum Vorschein zu bringen, um es nutzbar zu machen. Funktioniert in dem Fall besser, als die Interpretationen anderer zu lesen - auch wenn ich dafür immer dankbar bin, wenn es mit Herz geschrieben ist. Klingt seltsam aber diesmal bedanke ich mich bei denjenigen, die sich zurückgehalten haben - aus welchen Gründen auch immer! Jeder ist in seinem eigenen Film und spielt gleichzeitig anderswo "Nebenrollen", meist ohne zu ahnen, was, warum und wieso.


    Ich hatte mich am nächsten Morgen, nachdem ich den "grünen Raum" Beitrag geschrieben hatte, gefragt, was es mit mir macht, wenn keine Antworten kommen. Es blieb auf der Gefühlsebene völlig ruhig. Beim zweiten Traum war schon deutlicher: Finde es selbst! Ich war dann beruhigt, dass ich unbeeinflusst weiter spüren durfte, denn das Bild setzt sich aus vielen Puzzleteilen langsam zusammen, die ganz aus meinem persönlichen Background auftauchen. Da ist die langjährige Beschäftigung während des Studiums mit Mythologie und Heidentum ein Reservoir, Auseinandersetzungen mit dem philosophisch-mystischen Überbau des Jin Shin Jyutsus ( Abk. JSJ) sind impulsgebend und etliche persönliche Erfahrungen.


    Das Auftauchen mythologischer Inhalte führe ich darauf zurück, dass sich Situationen in ähnlichen Angelegenheiten gerade überall zu wiederholen scheinen (im analogen wie digitalen Leben), die ich aber anders wahrnehme und auch anders löse als vor einiger Zeit, was wiederum für mich Hinweis ist: ein Zyklus (einer von vielen im Leben) ist beendet, verschiedene Inhalte werden nochmal zusammengefasst und "überprüft" und dann darf etwas Altes gehen und Neues kommen. Das ist für mich eben ein spiritueller Prozess und wie sicher jeder weiß, sieht man dann alles Dazugehörige zum aktuellen Thema unterm Vergrößerungsglas. Das gehört für mich aber auch in ein Heiler Forum, denn im Alltag ist dafür oft kein Raum.


    Jetzt wurde ich gefragt, wie es um meinen Mineralstoffhaushalt steht - mit Verweis auf die Hautfarbe des Afrikaners im Traum. :hä::bahnhof:
    Zuerst hielt ich das für zu banal :denk: , dann kam :ohmann: der Moment und dann endlich :idee: dieser!
    Dazu muss ich etwas ausholen:


    Ich war gerade letzte Woche zur Besprechung des Blutbildes bei der Doc. Sie war begeistert. Durch die Nahrungsumstellung, die ich inspiriert durch das Buch von A. William vorgenommen hatte und gleichzeitig schon viermal die Schilddrüsenhormone runtergesetzt hatte, waren entgegen allen Lehrmeinungen sämtliche Blutwerte besser geworden und die Antikörperwerte hatten sich auf weniger als die Hälfte - das ist schon sensationell! - reduziert. Alle Werte bis auf einen: Eisenmangel! Gleichzeitig war mein Kreislauf unerklärlicherweise unterirdisch.


    Ich musste den Traum nun farblich umsortieren: Sommer normalerweise nach TCM rot, hier goldgelb wegen des Sonnenbezugs. Das wäre eigentlich (TCM) die Farbe des Erdelements, das sich hier aber mit brauner Erde, roten Sandsteinsymbolen und einem maximal pigmentierten Afrikaner zeigt. Reicht aber noch nicht aus.


    Wir hatten bei den JSJ-lern mal eine hitzige Diskussion über die Zuordnung der Tiefen (Ebenen der Schöpfung von seelisch bis physisch) zu Körpersubstanzen. Ich kann es nur anreißen, sorry, das wäre hier zu komplex. Laut deren Skripten (viel Geheimnistuerei) geht das von der 1. Tiefe bis zur 5. schichtweise nach innen bis zu den Knochen. Zur 5. Tiefe gehört das Herz. Die 6. Tiefe aber, die der Seele, kam in diesem Modell nicht vor. Das ließ mir wochenlang keine Ruhe und ich habe immer wieder in der Auseinandersetzung auch die unangenehme Seite des "Tigers" (chin. Sternzeichen) durchblitzen lassen - und mich tierisch verausgabt. Immer wieder kam ich auf das Blut und seinen noch festeren Bestandteil als Kalzium (Knochen), das Eisen. Ich kürze ab. Ich fand nach fruchtlosen Gefechten genau diesen Bezug im Buch einer Mystikerin und wusste, meine Impulse waren richtig, die Wege zur Erkenntnis zeitweise "suboptimal"! ;)


    Rot bezieht sich also auch auf das Blut, ebenso die Erde, die Eisen speichert und schwarz sind z. B. "Blutsteine" wie Hämatit. Gleichzeitig haben die Farben Bezug zur Seelenebene - das empfinde ich schon lange nicht mehr als Widerspruch. Der rote Sandstein als Lilie bringt diesen Zusammenhang deutlich zum Ausdruck.


    Die Frau aus dem Tonkrug erwähnt, die Menschen seien "hart" und das ist ohne Urteil. Sie und der Afrikaner und die Frage, ob er mich auch als "hart" wahrnimmt, drücken den positiven Aspekt von "hart" aus = Seele sein im Körper. Wir reden oft von der harten Wirklichkeit in weltlichen Bezügen, die der Seele ist dagegen eher schwammig. Hart kann (negativer Aspekt) heißen, den Ruf der Erdfrau nicht zu hören und den Wesenskern, die Seelenwirklichkeit nicht vollkommen anzuerkennen - das kann sich in der blockierten Form auch durch eine harte urteilende Haltung sich selbst oder anderen gegenüber äußern. In diesem Sinne zeigt mein Eisenmangel, dass ich nicht "hart genug" bin, der Seelenwirklichkeit noch teils befangen begegne. Ihre, im Körper als Blut und Eisen verankerte Substanz, noch nicht genug nähre. Die dreifache Lilie hat auch einen nährenden Bezug und verbindet Irdisches mit Seelischem.


    Der JSJ Ausflug war hoffentlich nicht zu verwirrend, er gehört aber zu meinem Hintergrund, deswegen musste ich mir das selbst nochmal klar machen.


    Danke für's Lesen, Schweigen, Rolle übernehmen, damit ich Muster prüfen konnte und an ate, die mir gezeigt hat, wie Verbindung ohne "Ladung" Infos zuspielen kann, selbst wenn man gar nichts dergleichen (Link) beabsichtigt hat :kuss2:


    Herzlich
    Erdherz