Reduktion auf das Wesentliche

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    • Reduktion auf das Wesentliche

      Hey Ihr da,

      seit vielen Jahren (ca. 10) entziehe ich mich nun schon sämtlichen öffentlichen Medien, wie TV, Radio und Schlagzeilen. Ich bin der Überzeugung, dass diese einen großen negativen Einfluss auf mein Denken und Handeln gehabt hatte. Und dass ich abgelenkt worden bin vom wesentlichen Sein, sprich dem was mich ausmacht, wer ich bin und worin meine Aufgaben bestehen.

      Dann kam Vetch mit ihrem Thread "Lebenszeit, Computerzeit" (ich würde das gerne verlinken, habe aber keine Ahnung wie das geht? Vielleicht mag ja eine bitte.... :pardon: danke!!! Lebenszeit- Computerzeit
      Das war eine Art wachrütteln, und ich habe die ganze Fastenzeit Internet gemieden, mit der Folge, dass ich gemerkt habe, dass ich auch dadurch mich zeit- und sinnlos in der Gegend herumgetrieben habe, und mich mit Dingen beschäftigte die gar nicht zu mir und meiner Situation gehören. Lediglich die Faszination darüber dass es noch dieses und jenes zu geben scheint, hat mich recherchieren und auf Trab sein lassen.

      Dazu kommt, dass ich seit gut zwei Jahren kein Buch mehr über XY gelesen habe, da auch dort ein großes Suchtpotenzial vorhanden war und ich aber trotz dem ganzen Wissen irgendwie nicht wirklich vom Fleck gekommen bin. Und lange Zeit dachte ich, ich habe mich auf völlig falschem Pfad bewegt und bin vom Kurs abgekommen.

      Mitnichten. Denn diese ganze "Stille" welche nun seit Monaten herrscht, haben mich erkennen lassen, was ich die vielen Jahre bereits "aufgeräumt" hatte. Ich habe all dem wissen, dass ich über Bücher inhaliert habe und umgesetzt viel zu verdanken, aber der Zeit gibt es nichts zu tun. Außer das erlebte wirken zu lassen und das was ich kann, also was ich Sandra tatsächlich in Erfahrung gebracht habe, zu praktizieren. Und zwar ausschließlich für mich.

      Ich bin in der Situation, dass ich nicht mehr zu verstehen brauche, als dass was ich verstanden habe. Ich muss jetzt gerade nichts mehr dazu lernen, weil das was ich kann völlig reicht. Ich bin gerade da wo ich stehe völlig richtig am Platz und die Kommunikation mit meinen Ahnen und Gott nährt mich ausreichend. Alles was ich tatsächlich weiß, ist ganz wenig, aber total ausreichend. Alles was ich von ganzen Herzen hoffe ist noch viel weniger. Aber total nährend.

      Vor ein paar Tagen war ich in meinem Lieblings-Buchladen und kam mit zwei Roman wieder raus :brueller: Den Smiley deswegen, weil das seit fast zwanzig Jahren nicht mehr stattgefunden hatte. Ich war total unfähig geworden, mich mit Alltäglichem zu beschäftigen, vor lauter Selbstfindung und haste nicht und könntest du nicht noch... Man könnte behaupten ich habe es übertrieben? Aber für mich war das alles immer ok.

      Warum ich das alles erzähle? Vielleicht weil es draußen einige Menschen gibt, die sich verlieren auf ihrem Weg und überfüttert sind an Informationen und dessen Möglichkeiten, so dass man ein wenig Betriebsblind wird. Und es gibt vielleicht Menschen die ebenso wie ich diese Blaupause nicht ganz registrieren und damit eine wundervolle Zeit an einem vorbeizieht, ohne das man in ihren Genuss gekommen ist. Ich empfinde es als eine Art Rast. Bis es sich ändert, aber wenn es sich ändern muss und nicht weil ich es gerade so will.

      Im kommenden Jahr bekomme ich endlich meinen kleinen Bauerngarten :herz: und in diesem Jahr hat sich die letzten Wochen etwas entscheidendes geregelt, was uns die nächsten zwei Jahre hier ordentlich beschäftigen wird (positiv). Wir sind gesund und genießen das, was wir erarbeitet haben. Es ist echt alles gut momentan und das darf auch mal sein. Aber dazu muss man es erst einmal erkennen.

      Danke an alle, denn dieses Forum hat in den letzten Jahren einen ganzen Teil dazu beigetragen.

      Alles Liebe für Euch
      Sahne :sonne:
      Edit Panther-Adler: Bitte schön, Link reingebastelt.
    • Liebe Sahne,
      auch diese Erkenntnis hat seine Zeit, wie alles im Leben.
      Nicht erstarren, sondern bewußt leben, dann bekommt man
      auch mit, wann sich etwas verändern will bzw. die Zeit
      dazu gekommen ist.
      Dein Beitrag trägt bestimmt für Einige zum Innehalten
      und Überdenken bei.
      Lieben Gruß ate :sonne:
      ~~~> "pure awareness" <~~~
    • Hallo Sahne,

      für mich ist das immer die Frage nach meinem Lebensfluss: Stimme ich mit dem überein, dann funzt's - mit oder ohne Bücher, Internet, Seminaren, Faulenzen in der Hängematte...
      Sobald ich etwas 'aus Prinzip' oder weil es gerade hip ist mache, kann es sehr anstrengend werden, im Sinne von zähflüssig, ineffizient und energieraubend. Klar, es gibt anstrengende Phasen, aber gerade in denen bewährt es sich, wenn man dennoch im eigenen Strom bleibt.

      Herzliche Grüße und alles Liebe
      Kerstin
      "Denke nicht nur mit deinem Kopf, denke mit deinem ganzen Körper."
      Eckhart Tolle
    • Da passt ein Satz von Lao Tse (der auch in der Übersetzung von Richard Willhelm inzwischen gemeinfrei ist):

      Wer das Lernen übt, vermehrt täglich.
      Wer den SINN übt, vermindert täglich.


      Ich habe gestern eine sehr intensive Erfahrung dazu gehabt, was ich alles vermindern möchte und wie wenig ich wirklich brauche und mag. Heute seh ich deinen Post. Ich denke, es liegt in der Luft: Es ist Zeit, dass wir uns entscheiden, wie wir leben möchten.

      :)
    • Danke @Panther-Adler :)

      Hallo Vetch :winke:

      so denke ich auch. Es sortiert sich gerade einiges ganz von alleine aus und auf der anderen Seite erkenne ich um einiges klarer, als noch vor kurzem, was ich bin, wo ich gerade bin und dass mein Mann und ich wirklich wundervolles verbracht haben. Und es reicht derzeit völlig aus. Wie Erdherz beschrieb ist alles im Fluss, aber bei mir hat es gedauert, bis ich ganz verstanden hatte. Bin halt ein Spätzünder :crazy:

      Kannst Du erzählen, was geschah?

      Lieben Gruß Sahne :sonne:
    • Heh, gut, ich erzähle, was geschah. X) Weiß allerdings nicht, obs rüberkommt, es wird im Erzählen arg ordinär und profan.

      Neulich war ich auf nem Fest unter reichlich Altrockern und- wie heißt die weibliche Version davon? Die waren auch da. Bzw. wir waren auch da. X)
      Es war in einem großen Garten, ein kleines privates Mini-Open Air, es spielten Bänds, es floss reichlich Bier und es gab als Klo einen Verschlag mit Plastevorhang drumrum und drin Holzbretter und ein Loch.
      Da kauerte ich des Abends öfters und fands erstaunlich erträglich.

      Und gestern hockte ich neben der Toilette im Badezimmer und schrubbte mit neuongelbem Giftzeugs Urinflecken von der Plasteklobrille und dachte mir: So richtig fieser eklig widerlicher Schmutz entsteht dort, wo wir versuchen, in der Welt geordnete, supersaubere Orte abzutrennen. Die müssen wir dann mit viel Aufwand instand halten. Und dabei erzeugen wir Müll und Müll und Müll. Und hässlich ist es auch.


      Ehrlich? Ich find das Loch im Boden mit den Brettern ästhetischer als die Plastikklobrille.

      Profan und ordinär. Doch die Erkenntnis, die sich darüber bei mir reingeschlichen hat, löst sich davon und weitet sich aus in mir. Es hat wenig bis nichts mit "Klo" zu tun, das war nur der sehr deutliche Auslöser.

      Ich guck mich um in der Welt: Das meiste, was Menschen der westlichen Zivilisation mit Maschinen herstellen, verpacken, andern verkaufen, mit Aufwand, müllerzeugend und giftverspühend pflegen und instand halten, anhäufen, wegwerfen-
      all das ist in meinen Augen HÄSSLICH. Seelenfressend hässlich. Und giftig. Und ungesund. Und lebensfeindlich. Und überall um mich rum (ich lebe in der Stadt).
      Ich frag mich, wie ich das so lange still ertragen habe. Dass ich das als normal hinnehmen konnte. Das ist vorbei.
      Der erste Schritt ist nur in mir, ein inneres Nein. Nein. Nein. zu allem Unnötigen.

      Ich hab das ↑ jetzt durchgelesen und festgestellt, dass es mir absolut nicht gelungen ist, in Worte zu fassen, worin meine Erkenntnis wirklich besteht.
      Und das tote Ferkel hab ich gar nicht erwähnt.

      Das gehört auch dazu. Worte sind ein schönes Werkzeug, doch Wahrheit liegt woanders. Worte können bestenfalls Wegweiser sein.


      Weiß noch, wie ich vor sehr vielen Jahren eine Verfilmung von Andersens Schneekönigin gesehen habe, da kommt das Mädchen Gerda zur Erdmagierin in die Hütte und fragt "Warum ist es bei dir so schmutzig?"
      Die Magierin sagt "Erde ist nicht schmutzig."


      .
    • Also ich kann es schon gut nachvollziehen, was du vermutlich mitteilen wolltest, Vetch.
      Mit unserer schönen neuen Hochglanz-sauber-Welt habe ich schon länger Probleme. Es widert mich z. B. an, wenn ich im Radio Werbung höre, in der Fleisch für Spottpreise beworben wird, die noch weit unter den Preisen für Hundefutter liegen! Da muss ich sofort ausschalten, weil es mich tief traurig macht, wenn ich an das Leid der Tiere nur denke, die als Billig-Wegwerfprodukt vermarktet werden. Man könnte das ändern - auch ohne, dass jeder gleich Vegetarier oder Veganer wird. Stattdessen wurden gerade die Gesetze verschärft, um diejenigen härter bestrafen zu können, die (illegal) Bilder von Missständen in der Massentierhaltung machen und verbreiten! Wir sollen das Grausame nicht sehen. Wir sollen konsumieren ohne nachzudenken. Weil es "wirtschaftlich" ist, weil Mensch so kontrollierbarer ist. Im alten Rom waren es 'Brot und Spiele', die die Menschen bei Laune hielten, allzuviel hat sich da noch nicht getan bis beute. Volle Supermarktregale bis abends um 22.00 h - was danach mit den Lebensmitteln passiert, ist egal. Immer das neueste Handy und nicht merken, dass es nicht wirklich zufrieden macht....oh je, ich werde fatalistisch :denk:

      Dann muss ich mich immer wieder selbst am Schopf packen und daran glauben, dass ich etwas ändern kann, wenn ich selbst andere, mitfühlendere Signale in die Welt setze. Habe gerade neulich ein bekanntes Zitat des Dalai Lama wieder gelesen - sinngemäß: Wenn du glaubst, du bist zu klein, um etwas zu bewirken, versuche mal zu schlafen, wenn eine Mücke im Raum ist!

      Deswegen: Ich freue mich, dass ich das viele "Unkraut" im Hof nicht bewältige (die Vorbesitzer erledigten das mittels Giftspritzchen), weil ich so die Sonnenblume in den Ritzen erst entdeckt habe, die Vögel dort "ausgesät" hatten und sie selbstverständlich wachsen lasse!
      Ich freue mich, weil ich gestern Abend bei einem Fest der Lebenshilfe und Zoar (Hilfsorganisationen für geistig behinderte Menschen) so viele Menschen lachend und zufrieden gesehen habe. Abends gab Max Mutzke ein Konzert (ne, kein Rocker, liebe Vetch ;) ), es war schönes Wetter, der Schlossplatz war gut besucht und alle nahmen gerne Rücksicht auf zwei geistig behinderte Frauen, die selbstvergessen tanzten. DAS war wesentlich! So oft wie möglich auch das Schöne, die Geschenke des Lebens, den Fluss des Lebens auch mal ohne an Plastikmüll zu denken wahrnehmen, gehört für mich auch zu einem neuen Bewusstsein.

      Schönes Wochenende
      Kerstin
      "Denke nicht nur mit deinem Kopf, denke mit deinem ganzen Körper."
      Eckhart Tolle
    • Ja Vetch,

      wie Erdherz bin ich da auch ganz mit Dir. Mein Vorteil ist, dass ich auf dem Land leben und der Ort nicht an ein Dorf oder gar eine Neubau Siedlung angebunden ist. Wir leben hier in einem einsamen Weiler auf dem Berg. Und als wir den Hof kauften, waren wir die ersten "Neuen" seit 150 Jahren. Also alles hübsch eingeschlafen mit uralten Verhaltensregeln. Das schafft zwar auch die eine oder andere Hürde, aber nichts im Vergleich mit einem Leben in der Siedlung oder gar Stadt.

      Hier stört es keinen wenn man seine Kleidung so lange trägt bist kein Platz mehr für Flicken sind. Oder man nur drei T-Shirts hat. Das ist super angenehm.

      Da wir ein Denkmal bewohnen, musste ich mich im Laufe der Sanierung stark mit alternativen Putz und Hausmittel auseinander setzen, denn es wäre Sinn frei, ökologisch hochwertiges Baumaterial zu verbauen um dann mit giftigen Stoffen zu putzen z.B.

      Neulich waren drei Münchner über zwei Tage bei uns. Das war extrem. Ich hatte das Gefühl die hatten die U-Bahn gleich mit gebracht. Sie waren fahrig und gestresst, unruhig im Blick und Gestik. Das war unheimlich zu beobachten. Dieser Unterschied zu uns. Denn hier läuft, so wissen wir jetzt, alles um etliche Gänge langsamer und bedächtiger.

      Diese Zwei Tage z.B. habe ich so bewusst wahrgenommen wie Vetch die WC Situation. Das war so ein erwachen Momente. Wir haben sehr geschätzt, dass es so ruhig ist bei uns und doch im Vielen sehr stark reduziert, auf das Nötigste.

      Es ist derzeit tatsächlich so, dass uns im Bezug auf solche Dinge viel bewusst wird. Ich kenne mich mit der Stellung von Planeten usw. nicht aus, aber vielleicht ist es gerade so eine besondere zeit für solches.

      Vetch schrieb:

      Worte sind ein schönes Werkzeug, doch Wahrheit liegt woanders.
      Da sprichst Du mir aus dem Herzen. Es ist oft so schade, gerade hier im Forum. Ich liebe es hier zu lesen und zu schreiben, aber immer wenn ich mein eigenes lese, denke ich, das es dass nicht wirklich auf den Kopf getroffen hat :pardon:

      Erdherz schrieb:

      zwei geistig behinderte Frauen, die selbstvergessen tanzten.
      Zu mir kam regelmäßig eine Gruppe aus der Behinderten Werkstatt in das Geschäft und während die drei Betreuerinnen im Geschäft herumgingen und sich besprachen was oder wie, war ich mit der Gruppe beschäftig. Ich zeigte ihnen einfache Bastel Sachen oder an Weihnachten knackten wir Walnüsse. Nie war die Zeit im Laden reicher und gefüllter mit etwas, als zu diesen Momenten. Ich kann das gar nicht in Worte fassen. Mich hat das immer sehr erfüllt. Es war einfach. Ihre Welt war einfach. Stress, dann schreie ich. Lustig, dann lache ich. Schmerz, ich weine. Punkt.

      Ich bemerke das ich mich oft viel zu wichtig in meiner Welt nehme. Solche Menschen erden mich und lehren mir Demut und beeindrucken mich. Darum liebe ich die Arbeit in der Klinik so sehr, die ich seit vier Jahren tun darf.

      Es ist wichtig bewusst zu sein und zu reduzieren, wo es geht. Viel zu vieles ist dem Glauben daran geschuldet, aber nicht seiner Wahrhaftigkeit. Seit Jahren versuche ich meine Überzeugungen und Bequemlichkeiten zu überdenken und in Frage zu stellen, ob es denn immer och zuträglich ist, wie es ist.

      Gruß Sahne :sonne:
    • Danke für eure Antworten.

      Ich hab das von Erdherz gestern schon gelesen und konnte nicht antworten, weil mich so aufgewühlt hat, was sie im ersten Absatz ihrer Antwort geschrieben hat. Ich zitiere es nicht, weil es mich - und andere vielleicht auch - dann wieder aufwühlt.

      Ich übe, die Balance zu halten zwischen hingucken und mich schützen. Es wäre nicht heilsam, wenn ich gelähmt und depressiv aufs Entsetzliche starrte.

      Erdherz schrieb:

      ich [kann] etwas ändern [...], wenn ich selbst andere, mitfühlendere Signale in die Welt setze.
      Aye, eya, yea!


      Ich habe auch deswegen nicht geantwortet, weil mir so viel durchden Leib und den Kopf ging, und ich zu müde war und es zu 'wirr' war, um es in Worte zu fassen.

      Die Kommunikation funktioniert trotzdem oft, auch übers Internet. ich denke (und spüre :) ), das liegt daran, dass wir hauptsächlich über was ganz anderen kommunizieren und in Verbindung sind.
      Schwingungen. Die übertragen sich unmittelbar, und wir wissen dann voneinander und was gemeint ist.
      Das funktioniert natürlich nicht bei allen und nicht immer. Z.B. Leute, die die ganze Zeit in Händis, auf Reklameplakate, auf Bildschirme etc. starren und die verinnerlicht haben, dass Information nur über Symbole (Sprache - Buchstaben und Wörter) durch die Augen und - weniger - durch die Ohren zu uns kommt, solche Leute bekommen nicht viel mit. Und es gibt sehr viele davon. Ich übe, keine davon zu sein.


      :)
    • Ja, diese Verbundenheit ohne Worte ist etwas sehr Intensives. Ich spüre es auch so, dass hier im Forum in dieser Hinsicht einiges im Hintergrund geschieht. Auch hat alles, wie ate oben schreibt, seine Zeit und entfaltet sich dann, wenn es eben dran ist. Wir geben uns gegenseitig ohne Worte Impulse und Jede/r hat seine/ihre Projekte zu knacken, aber es gibt auch gemeinsame "Nüsse".

      Manchmal sehe ich es so, als würden alle, die gerade verbunden sind, auf einer anderen Seinsebene wie in einem Kreis stehen. Darunter auch Wesen, die momentan gar nicht verkörpert sind. Jeder hat Anteil an dem, was mit dem Anderen gerade geschieht, kann unterstützen oder sich inspirieren lassen.

      Wie Vetch und Sahne beschreiben, glaube ich auch, es gibt Menschen, die deswegen in unser Leben treten, weil sie in ihrem jeweiligen Kreis der Verbundenheit gerade Aufgaben zu lösen haben und wir vielleicht gerade einen Funken beisteuern können. Genauso, wie es andere Gruppen geben mag, die wiederum die eigene Gruppe zeitweise berühren. Es ist wie ein Tanz. Jeder tanzt für sich, aber auch in einem Kreistanz mit denen, die gerade ähnliche Probleme lösen und darüber hinaus verbinden und trennen sich Kreise um Kreise um Kreise. Das Schöne an dieser Vorstellung ist, dass man in Richtung Demut gelenkt wird: es gibt kein "oben" und "unten". Man wird aus diesem "ich bin schon weiter" geholt - das passt nicht zu diesem Tanz der Seelen. Diejenigen, die vermeintlich einiges noch nicht verstanden haben, dienen ja auch meiner Erkenntnis, was wesentlich ist. Trotzdem ist es legitim und oft sehr vorteilhaft, sich von bestimmten Kreisen auch mal fern zu halten, wenn es einem nicht gut tut.

      Ich schwelge so'n bisschen rum. Mit den Planetenstellungen befasse ich mich auch nicht, aber irgendwer hat auf Turbo geschaltet. Es kommt Vieles (nochmal!) hoch. Oft merke ich, es ist gerade besser, die Klappe zu halten (bzw. die Hände in der Hosentasche zu lassen ;) ) und abzuwarten. Vieles klärt sich von alleine. Bin einige Male mitten in der Nacht mit einem bestimmten Traumsymbol wach geworden, frage mich 'häh??', und bevor ich nur ansatzweise analytisch denken kann, bekomme ich eine druckreife Antwort, die absolut stimmig ist und schlafe wieder ein. Daran kann ich mich dann morgens erinnern, ansonsten wäre es weg. Das taucht dann mit Brief und Siegel im Alltag auf und nur durch Traum - nächtlicher Deutung von keine Ahnung welchem Anteil - und Alltagserfahrung erschließt sich wieder etwas und ich versuche mitzufließen. Einfach vertrauen und spüren. Was stimmig ist, ist gut.

      Wir wohnen vermutlich ähnlich wie du, liebe Sahne, in einem Denkmal direkt am Berghang und am Wald. Dadurch laufen die Uhren oft gefühlt ganz anders. Anscheinend brauche ich das z. Z. besonders. Auch wenn es sehr wichtig ist, dass in den Städten viele tolle Menschen für Veränderung sorgen - auf meiner to do Liste scheint das nicht zu stehen. Ich mache Eiertänze noch und nöcher, um nicht in die Stadt zu müssen. Vertrage ich grade gar nicht - auch wenn es gute Gründe für 'ne kleine Spritztour :motorrad: in die Stadt gäbe (Grüße nach MA und LU :winke: )

      Herzlich
      Kerstin
      "Denke nicht nur mit deinem Kopf, denke mit deinem ganzen Körper."
      Eckhart Tolle
    • Ja es ist momentan nicht leicht zurecht zu kommen, mit der Gesellschaft. Da ich mächtig am loslassen bin, ist alles andere einfach zu viel. zu viele Ampeln, Autos, Fahrräder, Kinder, mürrische Gesichter, Ärger an der Kasse, schimpfen am Steuer usw. Ich nehme gerade alles überempfindlich wahr, fast zum durchdrehen. Ich bin sowieso hypersensibel, aber gerade ist es beinahe unerträglich.

      Wenn ich in die Stadt fahre, verabschiede ich mich so von meinem Mann: "Ich fahre dann mal in den Wahnsinn."
      ich liebe es eigentlich in die Stadt zu fahren. Ein Café und zwischen den Zeilen der Gesellschaft lesen. Aber momentan ist es von allem zu viel. Ich sehe zu viel Ignoranz, Langweile, Frustration, Überforderung, Hektik und Stress usw. Als würde es mich etwas angehen. Aber das tut es nicht, trotzdem verspüre ich alles zu hautnah.

      Ich hatte das als junge Frau schon mal so schlimm. Heute bin ich wo ich wohne und leben darf sehr gut für so etwas aufgehoben, denn es herrscht absolute Stille und Natur um mich herum. Was ich da empfinde nenne ich Weltenschmerz.

      Ob man will oder nicht, so bald man etwas wahrnimmt, kristallisiert es sich zu einem Weltenschmerz. Man wird dessen so stark bewusst, das es einem im ganzen Körper weh tun kann. Bei mir jedenfalls so.

      Zu den Münchner habe ich gesagt, sie sollten des Öfteren mal einfach nur die Klappe halten und sich im englischen Garten in den Rasen legen und den Bäumen und Vögel lauschen, anstatt sich nach einem hektischen Arbeitstag auch noch ins gesellschaftliche Abendprogramm zu werfen. Das tagtäglich brennt einen irgendwann aus. Es gibt so viel Energieräuber in einer Stadt, auf einen bewussten Ausgleich zu achten würde Gutes in einem bewirken.

      Das muss ich selbst hier auch tun und jetzt habe ich bei Gott genug Grün um mich. Na ja ich will nicht besserwisserisch sein, aber ich sehe einfach zu viele Menschen welche im Gesicht eine merkwürdige Ausdruckslosigkeit besitzen.

      Sahne :denk:
    • Sahne schrieb:

      Ich kenne mich mit der Stellung von Planeten usw. nicht aus, aber vielleicht ist es gerade so eine besondere zeit für solches.
      Was wir im Moment haben und kürzlich hatten, ist, dass Uranus das Zeichen nach 7 Jahren gewechselt hat. Wer sich anschauen will, was Uranus im Stier so machen kann, kann ja mal 77-84 Jahre von heut zurückrechnen.
      Interessant, dass viele hier darauf saturnisch (Reduktion) re-agieren.
      Ist nicht meins, ich reagiere grad eher ausdehnend, erweiternd, sammelnd (Jupiter), aber da läuft der Uranus auch grad hin (in meinem Horoskop).
      Von daher: Nein, es ist nicht zwingend allgemein so. Aber es ist hier in diesem Forum wohl für viele grad so.
      Viel Spaß beim weiteren Reduzieren für die, für die das grad die stimmige Reaktion ist.
      Kirsten
      Sachen gehen in Scherben, wenn die Scherben das Wirkliche besser treffen als das Heile. (Susanne Riedel)
    • Ich sehe Reduzieren mit Ausdehen.einhergehen.

      Das Künstliche, Wahnsinnige, das ich hinter mir lasse, macht Raum für Leben in mir, und das dehnt sich aus. Bzw, möchte sich ausdehnen. (Bei mir persönlich offenbart sich Angst, die dabei stört. Sehr alte Angst, hab ich den Eindruck, die ich auch SEIN LASSEN muss, damit sie sich auflösen kann - aber das wär ein anderer Faden.)


      :)
    • Hallo Sahne,

      jetzt antworte ich mal auf deinen letzten Beitrag mit dem Weltenschmerz.

      Ich erlebe gerade das Gegenteil und ich schreibe das in der Hoffnung, dass es Mut macht, nicht weil ich glaube, ich hätte mir das irgendwie "erarbeitet" oder so.
      Es fühlt sich eher wie das an, was Kirsten mit "ausdehnend" beschreibt. Aktivitäten reduzieren wo immer möglich, das ja, entschleunigen auch, Reize reduzieren, um intensiver das Einfache zu erleben, das besonders. Aber gerade darin finde ich die Ausdehnung. Mich über Kleinigkeiten (oder mies gelaunte Mitmenschen) ärgern, engt mich ein. Irgendwas in mir hat einfach so, ohne Anstrengung und Strategie entschieden, Mensch ärger' dich nicht, sonst ändert sich nix. Klappt nicht bei allen Themen, da kriege ich es aber mit Bemühen um Besserung erst recht nicht hin.

      Beispiele für diese veränderte Art, wie die Welt mir begegnet, gibt es viele. Mir begegnen überall nette Leute, ich werde spontan von wildfremden Menschen angesprochen und es ergeben sich ganz viele herzliche Momente. Das war auf dem Fest so, am See, auf der Straße, beim Einkaufen - überall. Umgekehrt sprudelt das auch aus mir selbst heraus, ohne dass ich "nett" sein will. Wenn ich z. B. stinkedreckig in staubigen Stiefeln von der Weide komme, mit verstruwelten Haaren und T-Shirt auf dem der Speiseplan der Pferde von Möhre bis rote Beete nebst Sabber abzulesen ist, kann ich einer Frau im Garten ein Kompliment über ihr schönes Sommerkleid zurufen, einfach weil es mich selbst freut, wie perfekt es zu ihr passt. In solchen Momenten entsteht etwas Besonderes, das sich über ein Lächeln, ein "Dankeschön" mitteilt und das ist ganz wunderbar.

      Habe weiter oben ja schon geschrieben, es gibt schlimme Zustände, die mich enorm mitnehmen, wenn ich daran denke. Ich glaube aber daran, dass jeder Moment, in dem man sich von Herzen freut, mit sich und der Welt eins ist, auch etwas bewirkt - auch wenn ich nie erfahre, auf welches Wesen mein Herzfunke vielleicht auf völlig unerwartete Weise tröstend trifft, an welchem Ort vielleicht ein Mensch plötzlich beginnt, anders zu fühlen, Hass sich auflöst oder was auch immer. Jeder freudige, friedvolle Impuls dehnt sich aus und kann irgendwo etwas, das eng und abgrenzend, verächtlich oder gar grausam ist, verwandeln. Ich stelle mir vor, es ist so und glaube daran. Naiv? Vielleicht aber auch die Realität, die man jetzt erst entdeckt...

      Vielleicht wird ja auch jemand in dem Moment davon berührt, in dem der Weltenschmerz wieder dominieren will :sonne: wäre schön!
      :winke: Kerstin
      "Denke nicht nur mit deinem Kopf, denke mit deinem ganzen Körper."
      Eckhart Tolle

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Erdherz ()

    • ... gerade las ich in unserer Zeitung, dass Friedrich Liechtenstein über-, übermorgen im Theater auftritt.
      Im Interview mit dem Blatt sprach er über sein Hab&Gut.

      Er bewohnt eine möblierte 1-2 Zimmer Wohnung und besitzt 2 Anzüge,
      ich denke eine Kaffeemaschine ... wenn er Kaffeetrinker ist ... hat er auch.

      Zur Landliebe :
      Meist lebe ich gern in der Stadt.
      In dem Vorort stecken (für mich spürbar) meine Wurzeln.
      Oder sind es nur die Erzählungen und Geschichten,
      die die Verwandten verlauten ließen der Grund für dieses "Wissen"?

      Manchmal wünsche ich mir auch Sonntägliche Stille im Alltag,
      da merke ich dass meine Gedanken bei den Aufgaben weilen und
      nach Lösungen Ausschau halten.

      Das ist dann auch die Zeit, in der mein Lächeln gefriert.
      Das Für und Wider im Kopf ...
      nach dem mein Bruder versucht hat die Scheibe seiner Balkontür mit einem Stein einzuschlagen ...
      Wie lange akzeptiert das die Mietergemeinschaft in dem Haus noch?

      Ist dann das Wesentliche erreicht, wenn ich ihn in einem Heil unterbringe?
      Nur weil ich dann meine Ruhe habe, aber er kann dann seine Freundin nicht mehr sehen.

      Irgend wo aufs Land zu ziehen, wäre ein Rückzug aus der Verantwortung.

      Zu den Gestirnen:

      Lilith ... Uranus ... Saturn ...
      Von Lilith erfuhr ich von der Astrologin Silke Schäfer.
      In Ihren "Betrachtungen zu den Vollmonden" erwähnte sie auf ihrer Youtube Präsenz schon häufiger Lilith
      und ich fragte mich, wer das sei,
      und warum sie nun eine (laut Tante Wiki) sumerische Göttin in mein Weltbild integrieren will.

      Dieser Name "Lilith" kam mir in der letzten Woche häufiger unter die Augen,
      und so fragte ich eine astrologisch versierte Freundin (sie war auch mal hier präsent)
      und sie schrieb, dass das auch ein Aspekt im Horoskop sein kann und
      je nach dem in welchen Haus sie ihren Einfluss geltend macht,
      sind die Aufgaben im Leben andere.

      Bei mir traf genau auf den Nerv : wie gehe ich mit familiären Aufgaben um?

      Da geht es meines Erachtens, um Verantwortung übernehmen.
      Diese Verantwortung gegenüber den Menschen, die mit meinem Bruder im Haus leben.
      Sie haben die offen stehende Haustür, den Gestank aus der Wohnung,
      das Fehlverhalten eines Mitmieters zu ertragen, der eine besondere Stellung in diesem Haus hat.

      Ihn auf das wesentlichste zu reduzieren ... ???
      Weil er nicht mehr gesellschaftlich adäquat reagiert ... ???
      Er bemerkt nicht mehr, dass seine Hose um die Knöchel hängen und seinen Gang reduzieren.


      Fazit:

      Ja, ich lebe gern in dieser Stadt.
      Ja, meine Aufgaben nehme ich an und löse diese möglichst adäquat.
      Auf das wesentliche reduziere ich mich im Urlaub :zwinker:


      Liebe Grüße
      ... alles hat seine Zeit ...
      :tanzen:
    • Hallo liebe Kerstin,

      für mein Gefühl ist da sehr, sehr viel Wesentliches in den schwierigen Aufgaben, die du zu bewältigen hast - und dir dann auch noch die Zeit zu nehmen, dieses Forum weiter zu führen, das ist schon bewundernswert.
      Ich kleckere nicht so oft mit dem Honig-Pott durch die Gegend, weil es manchmal falsch aufgefasst wird, aber du hast es sicher verdient, mal einen groooßen Löffel abzubekommen!

      Sowohl in dein ständiges Abwägen um das Wohl deines Bruders (und der Mieter und wem sonst noch alles), als auch in deinem Herzblut für diesen Ort im Netz scheint sehr viel Wesentliches, scheinst DU SELBST immer mit durch. Sei stolz auf dich! :sonne:
      Das musste mal raus.

      :knuddeln: Kerstin
      "Denke nicht nur mit deinem Kopf, denke mit deinem ganzen Körper."
      Eckhart Tolle
    • Erdherz schrieb:

      Mensch ärger' dich nicht
      Das ist etwas, was ich seit vielen Jahren konsequent durchziehe. Alles, aber auch alles, was ich nicht im Griff habe bzw. beeinflussen oder regeln kann, lasse ich los. Mittlerweile braucht es nur wenige Sekunden und ich kann führt mich ganz klar fühlen, ob das was an mich herangetragen wird, auch tatsächlich mit mir zu tun hat und oder ob es, wenn es mich ärgert ich darauf so viel Einfluss nehmen könnte, dass ich etwas aktives zu tun habe. Wenn das nicht der Fall ist, lasse ich es sofort los.

      Das funktioniert im Arbeitsleben aber nur bedingt, denn ich bin im Service Bereich unserer Klinik und muss jeden Menschen dort abholen wo er gerade steht. Da geht das gar nicht, und um so schlechter geht es mir an manch Tagen, weil ich zu empfänglich bin und emphatisch. Aber auch da bin ich gerade in Arbeit um für mich einen besseren Rahmen zu gestalten, damit ich meine Arbeit machen kann, aber besser geschützt bin.

      Der Weltenschmerz war als junge Frau mein täglicher Begleiter, da ich mich so ziemlich auf alles und jeden tief eingelassen hatte. Heute fühle ich ihn nur noch selten und das ist gut so. Ich habe gelernt mich zu schützen, das ist ein sehr wichtiger Bestandteil geworden.

      Erdherz schrieb:

      Jeder freudige, friedvolle Impuls dehnt sich aus
      Das ist ein wunderbarer Gedanke, an den ich nur all zu gerne glauben will. Bin ich überzeugt davon, aber wissen tu ich es leider nicht. Ich hoffe es und kann behaupten ein durchwegs positiver Mensch zu sein. Das erste was man von mir kennenlernen wird, ist immer ein aufrichtiges Lächeln, Hilfsbereitschaft und Hingabe.

      @kerstin

      Seit ich hier im Forum dabei bin, lese ich Dich so gerne und bin stets berührt durch Deine Zeilen und dessen Inhalt. Ich kenne Dich gar nicht, aber in allem schlägt viel Sinn für das große Ganze herüber. Ich verstehe es jetzt nicht wirklich die passenden Worte zu finden. Aber ich liebe die Art, wie Du über Deinen Bruder erzählst und aus ganzem Herzen versuchst seine Welt zu verstehen. Das macht Dich zu einem besonderen Menschen.

      Ich habe viel mit demente Menschen zu tun und ihren Angehörigen. Und es gibt einige, welche es mit unglaublicher Kraft und Anstrengung in einer unglaublichen Liebe schaffen, sie zu begleiten. Und dann gibt es auch diese Menschen, welche selber daran beinahe zugrunde gehen, weil es einfach zu viel sein kann. Ich empfinde sehr viel Respekt und Achtung vor allen Beteiligten.

      Ich weiß nicht wo man solche Kraft herholen kann. Aber auf meine Art bitte ich jemanden darum, dass diese Quelle nicht versiegt, solange sie gebraucht wird.
      Für alle Menschen, die sich selber reduzieren, damit sie einen anderen Menschen nicht aufzugeben haben, weil sie fähig sind mehr als zu lieben.

      Sahne