Wirkung von Isoflavone

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Wirkung von Isoflavone

      Hallo,
      Weiß jemand über das Thema Bescheid?

      Die Albert-Schweizer Stiftung schreibt, das Isoflavone dem menschlichen Östrogen ähneln und deshalb den Hormonhaushalt beeinflussen können. Menschen mit einer Schilddrüsenerkrankung sollen deshalb z.B. Sojaprodukte (darin enthalten die Isoflavone) meiden. Es werden ja auch solche pflanzlichen Östrogene (Phyto-Östrogen heißt das glaube ich) zur Linderung von Wechseljahrs-Beschwerden genutzt.

      Ich hatte es vor einiger Zeit mit meiner Gynäkologin darüber, ob Sojakonsum den Hormonhaushalt beeinflusst. Ihre Antwort war: "Nein, das ist nur Phyto-Östrogen, das hat keinen Einfluss. Das können Sie unbedenklich konsumieren".

      Leider habe ich online keine wirklich eindeutige wirklich fachliche Aussage dazu gefunden. Einerseits würde ich sagen, das ich der Aussage der Ärztin glauben würde. Andererseits steht in der Packungsdichte z.B. von Schilddrüsen-Hormonen, das man kein Soja konsumieren soll. Deshalb bin ich etwas verwirrt aufgrund der unterschiedlichen Informationen.
      Liebe Grüße, Feder.
    • Woraus schlussfolgerst du, das ich das vor hätte?

      Auf meine Frage über die Wirkung von Isoflavone, wie sie z.B. in Soja in Form von Phyto-Östrogen enthalten sein sollen, lässt sich auch einfach so antworten.

      Es interessiert mich deshalb, weil ich die Antwort der Gynäkologin widersprüchlich zu den Angaben, wie es z.B. in der Packungsbeilage von Schilddrüsenhormonen steht, fand. Aber online fand ich keine aufschlussreichen fachlichen und eindeutigen Informationen darüber. Deshalb dachte ich, da meines Wissens z.B. Phyto-Östrogen von manchen als Pflanzliches Mittel z.B. gegen Wechseljahrs-Beschwerden genutzt wird, das hier Menschen sein könnten die sich mit dem Thema auskennen.

      Gerade wenn es um die Wirkung pflanzlicher Mittel/Inhaltsstoffe geht, habe ich die Erfahrung gemacht, das sich z.B. Heilpraktiker besser darüber auskennen als Schulmedizinische Ärzte.
      Liebe Grüße, Feder.
    • Hallo Feder,

      ich habe einige Jahre lang Rehasport für Frauen nach Krebs angeboten. Allen Frauen wurde von den jeweiligen Ärzten der Konsum von Soja- und anderen phyto-östrogenartigen Produkten abgeraten, da sich viele Krebsarten von Östrogenen ernähren. Außerdem haben die meisten Menschen (auch Männer) sowieso einen Östrogenüberhang, allein schon ernährungsbedingt, aber auch durch östrogenähnliche Substanzen, wie sie in Kunststoffen enthalten sind.

      Trotzdem wird Frauen spätestens ab den Wechseljahren von vielen Ärzten eine Östrogensubstitution empfohlen. Oft ohne auch nur einen Hormonspiegel erstellt zu haben. Es gibt meines Wissens gar nicht so häufig Indikationen dafür. Angeblich soll es manchen Migränepatientinnen helfen.

      Inzwischen wird aber auch von vielen Ärzten zur Vorsicht geraten und sogar eher eine Progesteronsalbe empfohlen - und zwar als vorbeugende Maßnahme gegen Krebs. Im Gegensatz zu Östrogen, dass der Körper auch in fortgeschrittenem Alter meist noch selbst ausreichend produziert, nimmt der Progesterongehalt dann ab. Soweit auch die Auskunft eines Arztes mir gegenüber, der dieser serienmäßigen Östrogenbehandlung von Frauen sehr skeptisch gegenüber stand.

      Liebe Grüße
      Erdherz
      "Denke nicht nur mit deinem Kopf, denke mit deinem ganzen Körper."
      Eckhart Tolle
    • Noch ein Nachtrag:

      smile.amazon.de/Hormonrevoluti…ords=die+hormonrevolution

      In dem Buch stehen viele Informationen und Zusammenhänge. Allerdings muss man wie so oft bei den amerikanischen Autoren beim Lesen etwas den Stöpsel ziehen und Luft raus lassen. Da ist viel 'Haleluja! ICH habe das Ei des Kolumbus entdeckt' dabei und manches wird dadurch zu monokausal betrachtet.

      Der Übersetzer, Dr. Jochen Armbruster, war übrigens der Arzt, bei dem ich damals in Behandlung war und von dem ich die Auskünfte erhalten hatte.

      LG
      Erdherz
      "Denke nicht nur mit deinem Kopf, denke mit deinem ganzen Körper."
      Eckhart Tolle
    • Feder schrieb:

      Woraus schlussfolgerst du, das ich das vor hätte?
      durch Dein Frage.....

      Erdherz hat recht, es wird tatsächlich davon mehr oder weniger davon abgeraten, das Krebspatienten Soja und andere phyto-östrogenartigen Produkten abgeraten wird. Vor allen wenn Hormonabhängig ist.....

      gruß
      manchmal wünsche ich mir die Gelassenheit eines Stuhles
      den der muss auch mit jedem Arsch klar kommen


      Wer Rechtschreibfehler findet darf sie behalten, ich habe noch mehr davon
    • Schade das nur aufgrund von Interesse direkt davon ausgegangen wird, man hätte vor etwas einzunehmen.

      Ob davon abgeraten wird, beantwortet mir leider auch nicht meine Frage, in wie fern es Wirkung/Einfluss auf den Hormonhaushalt hat. Je nachdem welchen Arzt man fragt, bekommt man da auch verschiedenste Antworten/Meinungen dazu.

      Ich wollte lediglich für mich informative Klarheit schaffen, da wie bereits mehrfach erwähnt, ich die Aussage der Ärztin und das Abraten im Zusammenhang mit manchen Medikamenten als widersprüchlich empfand.

      Andererseits kenne ich die Info mancher Mineralstoffe, wo manches bei Einnahme eines natürlichen/pflanzlichen Ursprungs vom Körper wieder ausgeschieden wird was zu viel ist. Somit wäre naheliegend, das künstliches/chemisches Östrogen (wie z.B. vielmals in der "Pille" enthalten) möglicher Weise für den Körper auch anders wäre (ggf. auch von der Intensität) als ähnlich wirkendes auf pflanzlicher Basis.

      Das sind aber alles nur Theorien, die sich, je nachdem auf welcher Seite man landet, auch gegenseitig zu widersprechen scheinen.
      Liebe Grüße, Feder.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Feder ()

    • Feder schrieb:

      Schade das nur aufgrund von Interesse direkt davon ausgegangen wird, man hätte vor etwas einzunehmen.
      hmmm, du interessierst Dich für dieses Thema aber nachfragen warum, ist so nicht erwünscht?

      Erdherz hat dir schon richtig geantwortet, wenn die für dich nicht richtig sind, ist es nicht unser Problem.....

      Tatsächlich wenn diese Östrogensubstitution mittel vom Arzt oder Apotheker empfohlen werden, wird nicht von einem hormonabhängiger Tumor ausgegangen..... sondern um die Wechseljahrbeschwerden zu dämpfen..... Es wird erst abgeraten wenn sich ein hormonabhängiger Tumor eingenistet hat...... dann wird abgeraten, da es echt kontraproduktiv ist, Antihormontabletten einzuwerfen und dann noch Phyto-Östrogen zu sich nehmen.

      Genauere Informationen können tatsächlich nur Ärzte oder Heilpraktiker dir geben.....

      übrigens ist dieses Forum keine Einbahnstraße, sondern ein gegenseitiges Geben und Nehmen....... Fragen und Antwort.

      gruß
      manchmal wünsche ich mir die Gelassenheit eines Stuhles
      den der muss auch mit jedem Arsch klar kommen


      Wer Rechtschreibfehler findet darf sie behalten, ich habe noch mehr davon
    • Hallo liebe Feder und zunächst ein herzliches Willkommen,

      ich will versuchen, dir deine Frage aus naturheilkundlicher Sicht zu beantworten. Hierfür sind mehrere Aspekte zu betrachten, da wir innerhalb der Physiologie des Menschen von verschiedenen Funktionskreisläufen, die wiederum verschiedenen Organen zugeordnet sind ausgehen und so hat jedes System wiederum einen Einfluss auf das andere System.
      Wir sprechen auch von Organ-Funktionskreisläufen. So gibt es zum Beispiel den Leberfunktionskreislauf, den Nierenfunktionskreislauf usw.

      Heutzutage sind unsere Organe und damit auch ihre Funktion vielfältigen Belastungen ausgesetzt wie zum Beispiel Schwermetallbelastung, Junk Foood, Stress, Umweltschadstoffe, Medikamenten- und Strahlenbelastung usw. usw. Die Funktion unserer lebenswichtigen Organe befindet sich bei vielen Menschen daher in einer Schwäche. Gerade Schwermetalle oder auch abgelaufene Virusinfekte (vor allem die Herpes-Viren-Gruppe und hier insbesondere EBV = Epstein Barr Virus) können die Schilddrüse stark belasten.

      Deine Frage in Bezug auf Hashimoto berührt wiederum 2 Aspekte: Zum einen handelt es sich bei Hashimoto um eine sogenannte Autoimmunkrankheit (der Organismus bildet aufgrund einer Verwechslung Autoantikörper und greift mit diesen körpereigene Strukturen an) zum anderen ist das endokrine System, auch Endokrinum oder Hormonsystem bezeichne, betroffen.

      Wichtig im Hinblick auf deine Frage ist auch, dass unterschieden werden muss zwischen Isoflavonen = naturidentische Hormonen (z. B. in Phytotherapeutika oder auch verschiedenen Lebensmitteln enthalten) und allopathischen synthetisch hergestellten Hormonen (z. B. Kontrazeptiva wie die Pille usw.).

      Biodidentische Hormone/Isoflavone sind dem Organsismus in ihren Strukturen bekannt, da natürlichen Ursprungs. Dies ist bei synthetisch hergestellten Hormonen nicht der Fall. Für den Organismus erscheinen diese oft wie ein Fremdstoff, eine unnatürliche chemische Substanz, die in der Natur so nicht vorkommt und deshalb oft Probleme bereitet. (z. B. Post Pill Syndrome, Polyzystisches Ovarialsyndrom usw...)

      Dies wollte ich zunächst nur zur Unterscheidung erwähnt haben.

      Um deine Frage jedoch ganz beantworten zu können, ist es erforderlich nun etwas tiefer in die gegenseitigen Abhängigkeiten der verschiedenen Funktionskreisläufe des menschlichen Körpers eintauchen.

      Aus der Naturheilkunde wissen wir, dass das Hormonsystem ganz eng mit dem Verdauuungssystem verbunden ist und dieses wiederum steht in enger Verbundenheit zum Funtkonskreislauf der Leber, welches unser wichtigstes Stoffwechselorgan ist. Ohne Leber keine Verdauung, ohne Verdauung kein Immunsystem und ohne Immunsystem kein Hormonsystem!
      Im Dünndarm sitzt unser wichtigster Teil des Immunsystems, die Peyer Plaque oder GALT (gut associatetd lymphatic tissue) genannt, welches wiederum ganz eng mit dem Hormonsystem verbunden ist, da Hormone maßgeblich daran beteiligt sind, Enzyme und Botensoffe zur Gewährleistung des Stoffwechsels zur Verfügung zu stellen, bzw. an ihr Erfolgsorgan zu bringen.Und das hormonsystem steht wiederum in engem Zusammenhang zum vegetativen Nervensystem sowie dem intramuralen Nevensystem.

      Um die aufgenommene Nahrung über Magen und Darm verdauen und assimilieren zu können bildet die Leber nebst ihren unzähligen anderen und vielfältigen Aufgaben hierfür die Galleflüssigkeit mit ihren Verdauungsenzymen für den Eiweiß- Kohlehydrat- und Fettstoffwechsel.
      Die Leber bildet des weiteren das Stearangerüst (wichtig zum Beispiel für alle Sexualhormone) wofür Cholesterin der wichtigste Baustoff ist.
      Wusstest du dass unser Gehirn hauptsächlich zum größten Anteill auch aus Cholesterin besteht und Cholesterin ebenso wichtig ist für die Doppellipidmembran all unserer Zellen? Medikamentöse Fettsenker sind also mit größter Vorsicht zu betrachten, da sie das empfindliche Stearangerüst stören.
      Zwischen Cholesterin und Östrogen besteht also ein wichtiger Zusammenhang, da Cholsterin notwendige Voraussetzung ist, um überhaupt Östrogene herstellen zu können.

      Zusätzlich steht die Leber wiederum in engem Zusammenhang zur Schilddrüse (Thyroidea). So wird eine Schilddrüsetherapie immer auch die Funktion der Leber stärken. Ist die Leber schwach wird auch die Schilddrüse schwächeln. So ist in der Labordiagnostik bei einer Unterfunktion der Schilddrüse meist ein erhöhter Cholesterinwert feststellbar und bei einer Überfunktion ist in der Regel der Cholesterinwert im Keller, also unterhalb der Norm.

      Es besteht also eine ganz enge Wechselbeziehung zwischen Darm - Magen - Leber (Cholesterin) und Hormonsystem. So beobachtet man zum Beispiel um die Zeit der Menstruation häufg ein anderes Stuhlverhalten und oft auch Verdauungsbeschwreden.

      Sojaprodukte sollen bei Hashimoto vor allem deshalb gemieden werden, weil sie einerseits Östrogen enthalten und andererseits auch sehr schwer verdaulich sind und aufgrund der oben dargestellten Zusammenhänge ein geschwächtes Hormonsystem noch mehr schwächen können, wenn zum Beispiel eine geschwächte Leber nicht genügend Verdauungssäfte bereitstellen kann. Darüberhinaus ist auch die industrielle Herstellung von Sojaprodukten kritisch zu sehen. (z . B. Anwendung von Gentechnik usw.)

      Exkurs:

      Ist die Leber schwach (feststellbar zum Beispiel über schulmedizinische Laborwerte oder auch die traditionelle Urinfunktionsdiagnose oder auch Augendiagnostik innerhalb der Naturheilkunde und anderem mehr) kann sie nicht genügend Galleflüssigkeit bilden. Der Gallensaft dickt ein.Es kommt zu Gallengangsdyskinesien = Krämpfen, weil die Bauchspeicheldrüse versucht über die Peristaltik den eingedickten Gallensaft ins Duodenum (Zwölffingerdarm) auszuschüten.
      Leidet der Patient an zu wenig Magensäure oder nimmt zum Beispiel Protonenpumpenhemmer ein, ist zu wenig Magensäure vorhanden, damit sich die Vatersche Papille öffenen kann, um die Gallenflüssigkeit in den Dünndarm zu entleeren, denn diese öffnet sich nur bei einem ausreichen hóhen Säurewert. Der Magen versucht nun über andere Zellen Säure zu bilden, die jedoch anders zusammengesetzt ist als die natürliche Magensäure. Es kommt zur Flaschgärung und die Fehlzusammensetzung der Säure greift die Magenschleimhaut an. Die Verdauungssäfte können sich nicht in's Duodenum entleeren und hiermit haben wir in Folge einen Rückstau der Verdauungssäfte in der Bauchspeicheldrüse mit einer Gefahr der Selbstandauung und einer chronischen Pankreatitis.
      Zudem wissen wir dass das Gewebshormon Gastrin, welches die Magensäure bildet, in enger Verbindung zum Histamin steht.

      Exkurs Ende

      Wichtig:

      Übrigens leiden die meisten Frauen in den Wechseljahren nicht an einem Östrogenmangel sondern vielmehr an einer latenten Östrogendominanz, das heißt Üstrogen ist in Relation jetzt im Überschuss vorhanden, weil Progesteron auf der anderen Seite zu wenig vorhanden ist.

      Zu viel Östrogen führt meist zu einer Unterfunktion der Schilddrüse, weil nun zu wenig T 3 und T 4 gebildet wird. Bei Hashimoto befindet sich die Schilddrüse zunächst meist in eienr Überfunktion und geht dann jedpch mit der Zeit in eine Unterfunkton über.

      Wird nun Östrogen auch in Form von Isoflavonen zugeführt, würde dies die Situation der Schilddrüse noch zusätzlich verschärfen, heißt man rutscht noch tiefer in die Unterfunktion mit all den bekannten Symptomen rein.

      Es besteht also sehr wohl ein Zusammenhang zwischen Isoflavonen und Hashmoto, weil alles und jedes auch immer eine Wirkung auf das Gesamtsystem und nicht nur auf einen umschirebenen begrenzten Bereich hat. (oft ein Fehldenken der Medizin) Natürlich wirkt es, weil alles letzlich in sich und durch sich auf das andere wirkt, so wie selbst auch eine Gurke Calcium enthält, auch wenn man dies nicht vermutet.

      :)

      Deshalb ist es angebracht bei Hashimoto mit Unterfunktion auch auf Phytoöstrogene zu verzichten. diese sind zum Beispiel enthalten in Yamswurzel, Brennesselsamen, Rotklee oder auch Sojaprodukten.
      Weitere Lebensmittel oder Heilpflanzen, welche viele Isoflavone enthalten, und man am besten bei Hashimoto Unterfunktion einschränkt bzw. vermeidet sind: Hopfen, vor allem Weißbier, Traubensilberkerze, Miso und Tofu, Granatapfel und weitere. :wurzeln:

      Die Antwort war ausführlich und es ist nachts. So ich hab' Zeit zu schreiben. :mail: Doch es war mir wichtig, weil oft die vielfältigen Zusammenhänge nicht gesehen werden. Das Endokrinum mit all seinen negativen Rückkopplungen und insbesondere in seiner untrennbaren Verbindung zum Immunnsystem ist kompliziert genug. Es gänzlich zu verstehen werden wir wohl nie ganz ergründen.



      Immer nur Gutes,
      schwertfee :aikido:
      "You have to go beyond your ears. Listen with your eyes."

      Dieser Beitrag wurde bereits 9 mal editiert, zuletzt von schwertfee ()