weibliche Energie und männliche Energie

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    • Nur ganz kurz (wenig Zeit): Ich habe inzwischen auch das Video zu zwei Frauenrollen von Teal Swan gefunden, das mich tief berührt hat. Und ich hab beide Videos auf mich wirken lassen. Für mich sind sie sehr stimmig. Sehr.
      Wobei ich den 'neuen' Mann und die 'traditionelle' Frau in den Videos nicht als 'so sind richtige Männer, so sind richtige Frauen" verstehe, sondern als die Essenz zweier Polaritäten.
      Ich - kann nur für mich sprechen - trage beides in mir, und auch viel von den m.E. durch die unheilsame Normalitätstrance unserer Gesellschaft pervertierten Gegenparts. Die zu heilen, die Essenz zu leben - beide - damit kann ich viel anfangen.

      :)
    • Liebe Nachdenkliche,

      noch einmal zusammengefasst:
      1.

      AlteEule schrieb:

      die Frage nach "männlicher" und "weiblicher" Energie hat mich sehr irritiert.
      Meiner Ansicht nach ist Energie ohne Geschlecht. Energie ist Energie.
      2.

      Arthemesia schrieb:

      ich stimme dir zu, liebe Eule ... Energie hat kein Geschlecht.
      Für mich sind die verschiedenen Ausdrucksformen, wie die uns innewohnenden Energien Anwendung finden.
      4.

      Panther-Adler schrieb:

      Echt? Warum denn? In vielen Tierarten gibt es diese Unterscheidung, zum Teil sogar bei Pflanzen.
      Liebe Kirsten,

      Energie an sich ist weder männlich noch weiblich.
      Das Vorhandensein von Energie zeigt sich in unterschiedlichen Erscheinungsformen,
      auf "männliche" und/oder "weibliche" Art.
      (Auch bei Tieren und Pflanzen ist es so ;) )

      Menschen neigen dazu, Zusammenhänge "vereinfacht" auszudrücken ...
      ich denke, mit dem Zitat Artemesias ist auch meine Irritation geklärt.


      Bleibt alle fröhlich!

      :winke:
      Herzlich grüßt aus OWL

      Alte Eule (°V°)
      Ich habe von tausend neuen Wegen geträumt. Ich bin aufgewacht und meinen weitergegangen.
      (Chinesisches Sprichwort)

      Ich bin der wichtigste Mensch für mich, denn: Ohne mich kann ich nicht leben!

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von AlteEule ()

    • Hallo ihr Lieben,

      ich sehe das ebenso wie alte Eule. Als alles ist Energie.

      Ich denke typisch weiblich oder männlich ist, weil wir seit Generationen ein Verhalten anerzogen bekommen haben, dass dem Geschlecht in dem wir wohnen zu dienen hat.
      Wenn es aber Reinkarnation gibt (was ich nicht weiß, aber fest davon überzeugt bin) war ich bestimmt das eine und andere mal ein Mann. Das bedeutet ich kann jetzt und hier aus beidem schöpfen, wahrscheinlich eher unbewusst.

      Für mich ist es schön, wenn ein Mann seine derzeitige "Rolle" leben kann und sich erarbeitet wie er denn als Mann wirken möchte. Ebenso kann ich aus eigener Erfahrung sprechen, dass ich optisch einem Vollweib gleiche, aber innerlich immer ein Junge war und mich als Kind bis weit ins Erwachsenen Alter auch so verhalten hatte.

      Das innere Weib zu locken, es nach außen auszuleben, war eine jahrelange Arbeit. Heute passt Optik mit Innen zusammen. Ein sehr schönes und unglaublich erfüllendes Gefühl. Nicht desto trotz ist es mir jederzeit möglich, den Kerl in mir abzurufen, wenn kein Mann in der Nähe sein sollte. Wenn mich dabei mein eigener Mann ertappt :ohmann: gibt es schelte von ihm, weil ich sonst immer die "Tussi" mime :zwinker:

      Wenn ich ihm aber erkläre, dass er auch kochen kann, es aber nie zu tun braucht, weil ich das mache, ist wieder alles im Lot.

      Ich finde es sehr spanenden sich darüber Gedanken zu machen.

      Gruß Sahne
    • Hallo liebe Alle,

      wenn ich es mir aus den alten Traditionen her ableite, gibt es erst mal nur Energie, Qi, Ki, Prana..., die sich in yin umd yang aufteilt oder wie immer man die Polaritäten benennt. Da wir alle als Seelen aus dieser Quelle kommen, sind wir erst mal reine Energie. Da wir uns aber für eine Welt entschieden haben, in der wir unsere Erfahrungen über Polaritäten machen (die wir dann gerne in Dualitäten verwandeln, weil uns das Wissen um unseren gemeinsamen Ursprung abhanden gekommen ist), gibt es unterschiedliche Gewichtungen bzgl. yin und yang - und leider auch Bewertungen, die sich kollektiv und individuell festhaken.

      Wenn ich dann noch berücksichtige, dass ich mehrere Körper habe, die unterschiedlich yin oder yang dominiert sein können, wird es langsam kompliziert. Mein weiblicher Körper kann beispielsweise ein sehr yang betontes Mentalfeld haben - z. B. auch aus anderen teils männlichen Inkarnationen herrührend. Ein Mann kann auf der emotionalen Ebene sehr yin geprägt sein usw. Dass es Unterschiede in der Polarität yin- yang gibt, lässt sich nicht leugnen, weder beim Menschen, noch sonstwo in der sichtbaren und unsichtbaren Welt.

      Individuation bedeutet letztendlich, den jeweils anderen oder verdrängten Pol zu heilen und zu integrieren. Wir sind grundsätzlich auf Androgynität angelegt. Interessant, dass die ganze Geschlechterthematik in den letzten Jahren in alle Lebensbereiche einwirkt. Da scheint es dringenden Bedarf zu geben...

      Achtung Scherz!: Ich gebe morgen für die Kindergärten der drei umliegenden Orte den Sankt Martin - also spontane Geschlechtsumwandlung. Sollte mich das in eine ernsthafte Identitätskrise stürzen, melde ich mich hier und schreie um Hilfe! :spiegel3: :neo:

      :heart: Erdherz
      "Denke nicht nur mit deinem Kopf, denke mit deinem ganzen Körper."
      Eckhart Tolle

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Erdherz ()

    • Liebe Erdherz,

      deinen ersten beiden Absätzen kann ich ja gut folgen. Dann schreibst du:

      Erdherz schrieb:

      Individuation bedeutet letztendlich, den jeweils anderen oder verdrängten Pol zu heilen und zu integrieren. Wir sind grundsätzlich auf Androgynität angelegt.

      - und jetzt frag ich mich: Wie bist du zu diesem Schluss gekommen? Individuation bedeutet, den Gegenpol zu integrieren? Also in deinem Beispiel müsste die Frau jetzt körperlich männlicher auftreten und mental weiblicher werden? Warum und wozu? Bedeutet Individuation denn, dass ich nur „ganz“, also männlich + weiblich, ein richtiges Individuum bin? Und wenn ich z.B., obwohl mental männlich angelegt, nicht meine mental weibliche Seite entwickle, stecke ich in meiner Entwicklung fest und verdränge den anderen Part?

      Wenn du das in etwa so meinst, möchte ich dir gerne widersprechen. Mein Astrologielehrer hat damals sowas gesagt wie: Es gibt in manchen Astrologie-Kreisen die Annahme, dass, wenn ich z.B. einen Haufen Löwe-Aspekte habe, aber nichts im Stier, dass dann meine Lebensaufgabe darin bestünde, den Stier in mir zu entwickeln, um „ganz“ zu werden. Es könnte nicht ferner liegen. Du kannst nur werden, was du schon bist. Die Linde wird auch nicht zum Ahorn. Wenn du so stark Löwe angelegt hast, dann sei das auch. Entwickle das. Wenn du nichts im Stier hast, kannst du die Stier-Qualitäten nicht erzwingen. Sie kommen dann eher von außen in dein Leben. Weil es sie natürlich gibt. Aber verlange nicht von dir, zum Stier zu werden, wenn du es gar nicht sein kannst. Das suggeriert dir immer, dass du (als Löwe) nicht richtig bist, wie du bist.

      Und er hat verdammt recht. Es gibt hier gar keine Verdrängung des Stiers, die man erlösen müsste. Die Stier-Qualitäten sind schlicht nicht da. Genausogut ist es sinnlos und sogar eher krankmachend, wenn ich einem mental sehr strategischen Menschen dahin berate, er möchte doch mal rezteptiv sein und die Dinge einfach geschehen lassen. Andersrum natürlich genauso, wer rezeptiv und aufnahmefähig ist wie ein Schwamm, wird sich mit reinen Strategien und starrem Fokus schwer tun. Und das ist doch in Ordnung. Da gibt es nichts zu reparieren.

      Warum sollte ich als Frau jetzt das Männliche integrieren? Oder als Frau mit starken männlichen Aspekten weiblicher werden? Und so weiter. Es erschließt sich mir einfach nicht, was daran gut sein soll. Wenn wir Frieden und Liebe auf der Welt wollen, können wir nur bei uns starten. Und das heißt, ich schließe erst mal Frieden mit meinem Sosein und versuche nicht die ganze Zeit, eine andere zu sein, zu scheinen, zu werden. Es ist ein unsinniger Kampf.

      Ich sehe es eher so, dass Individuation bedeutet, dass ich das, was in mir angelegt ist, wie ein Bildhauer hervorhebe, ausfeile, präsenter mache. So werde ich erkennbar. Und das, was ich nicht bin, darf gerne von außen zu mir kommen und bekommt auch seinen Platz. Aber eben nicht in mir...

      Das letzte, was du ansprichst, die scheinbar immer stärker werdende Androgynität, ist ein sehr zweischneidiges Schwert. Die klassischen Rollen lösen sich auf. Die Umwelt ist durch Gifte verseucht und voller Xenoöstrogene. Viele Lebewesen in den Gewässern verweiblichen schon derart, dass Fortpflanzung ein Problem wird. Dass Fortpflanzung beim Menschen ein kritischer Punkt ist, der noch lange nicht seinen Höhepunkt erreicht hat, zeichnet sich ab. Auf der Metaebene ist es mir wurscht, ob wir statt Milliarden nur noch Millionen sind.

      Aber jede Fruchtbarkeit bedarf der Polaritäten. Wenn sich Grenzen auflösen und eins werden, dann mag das in mancherlei Hinsicht sogar begrüßenswert sein. Aber Neues entsteht nur durch Dualität und Grenzen, die aneinanderreiben. Grenzen lösen sich auf im Moment der Befruchtung, ansonsten werden sie gewahrt. So wie dieser Faden, der kann nur fruchtbar sein, wenn verschiedene Standpunkte und Sichtweisen Platz haben, Ausdruck finden. Ansonsten schwimmen wir alle in derselben Suppe, die wir einander noch bestätigen, und mir wär das ehrlich gesagt zu langweilig.

      So, das war mein Hoch auf die Polarität, die Dualität und das, was aus ihr entsteht.

      Dann hoff ich jetzt für dich, dass sich der Bart ( :denk: hat der überhaupt einen?) morgen nicht dauerhaft in dein Gesicht integriert :D

      :winke: Birkenfrau

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Birkenfrau ()

    • Hallo Birkenfrau,

      habe leider nicht so viel Zeit, aber da lässt sich einiges auch in Kürze (hoffentlich) klären.

      Nein, du hast mich völlig missinterpretiert.

      Du schreibst: "Du kannst nur werden, was du schon bist."

      Birkenfrau schrieb:

      Du kannst nur werden, was du schon bist.

      Genau darum geht es. Nur: Sehe ich mich in erster Linie als Menschen in einer von Dualitäten bestimmten Welt, dann muss ich zu den Schlüssen kommen, die du ziehst.
      Das tue ich aber nicht. Ich definiere mich vor allem als Seele, die vorübergehend einen Körper in einer materiellen Welt mit Dualitäten als Lernfaktoren bewohnt, um sich an SICH SELBST zu erinnern. Nebenbei gibt es noch Aufgaben, die mit der Existenz hier verbunden sind, die die eigenen Belange überschreiten, aber das gehört zunächst mal nicht hier her.
      Ich beziehe mich hierbei auf Jahrtausende alte Überlieferungen (Veden und andere mystisch-philosophische Linien, die sich heutzutage in den Schriften von z. B. A. A. Bailey und der modernen Aufarbeitung von Gunda Scholdt und anderen Autoren und in Heilsystemen wie dem Ayurveda, dem Jin Shin Jyutsu usw. wieder finden). Für mich gibt es universelle Gesetzmäßigkeiten, die ich auch aufgrund eigener Erfahrungen nicht mehr in Frage stelle.

      Den Begriff der Individuation habe ich zunächst mal C. G. Jung entlehnt. Da geht es grob verkürzt um die Bildung einer ganzheitlichen Persönlichkeit.

      In der spirituellen (ich höre schon die Säbel im Hintergrund rasseln :D ) Psychologie geht es darüber hinaus nach der Entwicklung des Persönlichkeitsbewusstseins, das die sog. niederen Körper (also physisch, ätherisch, emotional und mental) umfasst, um die Verwirklichung des Seelenbewusstseins - also 'back to the roots ', zur Quelle, zur Energie jenseits von Dualität. Dies wir meist mit dem Begriff 'erwachen' beschrieben. Ich kenne Menschen, die in diesem Sinne 'erwacht' sind und die in ihrem menschlichen Dasein genau so männlich oder weiblich sein können, wie jeder andere auch. Also, mach dir keine Sorgen um meinen Bart und die Haare auf den Zähnen behalte ich gerne ;)

      Liebe Grüße
      Erdherz

      @Erdherz
      Edit Kerstin: Zitat ergänzt
      "Denke nicht nur mit deinem Kopf, denke mit deinem ganzen Körper."
      Eckhart Tolle
    • Hallo Erdherz,

      ich habe dich eben nicht interpretieren wollen, darum meine Nachfragen. Ich habe den Sprung, wie du von Polarität/Dualität zu Verdrängung und dann wieder Ganzhitlichkeit/ Individuation durch Integration des Gegenpols gelangst, nicht verstanden. Vielleicht magst du da noch mal ein Beispiel geben, das das veranschaulicht, was du meinst?

      Wenn ich C.G.Jung folge, und das bin ich mal, aber das ist sehr lange her, dann kann ich das Thema Individuation sehr gut verstehen und gehe immer noch d‘accord damit: „Die Individuation ist daher ein Differenzierungsprozeß, der die Entwicklung der individuellen Persönlichkeit zum Ziele hat.“ (Jung, C. G.: Psychologische Typen, Ges. W. Bd. 8, Walter, Olten 1971 a, S. 477f ) „Niemand ist vollkommen [...]. Niemand kann es sein. Es ist eine Illusion. Das einzige, was wir tun können, ist bescheiden danach zu streben, uns selbst zu erfüllen und möglichst vollständige menschliche Wesen zu werden, und das ist schon anstrengend genug" (Jung, C. G.: Über Grundlagen der Analytischen Psychologie -.Die Tavistock Lectures 1935, Fischer, Frankfurt 1975, S. 141).

      In diesem Faden geht es aber vorrangig um den differenzierten Ausdruck weiblicher und männlicher Anteile der einen Universalenergie. Wenn du jetzt mit Ganzheit ebenfalls auf Jungs Konzept anspielst, dann will ich nur sagen, dass mich dieses Konzept um Anima und Animus noch nie wirklich überzeugt hat. Irgendwas fehlt mir da zum Verständnis, und vor allem fehlt mir der praktische Nutzen.

      Was mir aber auffällt:

      Erdherz schrieb:

      Ich definiere mich vor allem als Seele, die vorübergehend einen Körper in einer materiellen Welt mit Dualitäten als Lernfaktoren bewohnt, um sich an SICH SELBST zu erinnern.
      Die Betonung legst du auf die Seele, die ja an sich geschlechtslos ist und ein Fragment der Ursprungsganzheit ist und sich doch im Prinzip immer an diesen Ursprung erinnert. Warum braucht die Seele dafür dann irdische Leben? Nur um sie zu überwinden?

      Ist es nicht genau diese Spaltung in das Irdische, Dunkle, Materiellen, Niedere (schreibst du selbst), ja: Weibliche, und in den Gegenpol des Seelisch-Geistigen, Hohen, Himmlischen, Männlichen, das über viele Jahrhunderte und über den Weg der meisten Religionen (also der Leute, die angeblich den Auftrag haben, unsere Seele wieder mit dem Ursprung zu verbinden), uns genau diese Spaltung zwischen den Geschlechtern gebracht hat? Die Abwertung des Weiblichen als niedrig, als ein zu überwindendes Übel, im besten Falle als Durchgangsstation? Dualität eben nicht wertfrei und gleichwertig, sondern bewertend, beurteilend?

      Meine These ist, dass wir als Menschheit dieses Leben in diesem Körper nicht genug würdigen. Die Schönheit, nicht nur Bewusstsein zu sein, sondern Bewusstsein in Form, in Materie zu sein, das ist etwas ganz Besonderes. Wir benutzen unsere Körper als Vehikel und sind uns seines tiefen Dienstes nicht bewusst. Wir beurteilen unsere Körper, verformen, misshandeln ihn. Selbst-Liebe? Wo? Es ist unser Körper, unser körperliches Leben, das vergänglich ist, und genau darin liegt all seine Schönheit...

      Für mich bedeutet Ganzheit, wenn ich auch meinem Körper, diesem unbekannten Wesen, den Raum und die Freiheit lasse, die er braucht, um seinen Bedürfnissen zu folgen. Ich als Seele diene also auch meinem Körper, und das sogar zunehmend lieber. Und dann ist es keine Frage mehr, ob ich jetzt mental eher logisch-männlich bin und körperlich ein zyklisch-weibliches Wesen. Das genau ist dann meine – vorübergehende – Ganzheit. Aber vielleicht hat das der alte Jung und auch du so gemeint. Der Körper ist mein unbekanntes, unbewusstes Wesen. Zum Glück - ich als Verstand und Seele besitze nämlich nicht die Intelligenz, das Leben in ihm zu steuern.

      Liebe Grüße
      Birkenfrau

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Birkenfrau () aus folgendem Grund: Hier war beim Hochladen ein Leerzeichenfressmonster unterwegs. Sowas! Falls ihr noch fehlende Leerzeichen entdeckt, dann denkt sie euch bitte dazu ;)

    • Hallo Birkenfrau,

      danke für dein Nachfragen. Ich habe mich da sicher immer noch nicht verständlich genug ausdrücken können, auch deswegen nicht, weil ich natürlich selbst noch viele Erkenntnislücken habe.


      Birkenfrau schrieb:

      Ist es nicht genau diese Spaltung in das Irdische, Dunkle, Materiellen, Niedere (schreibst du selbst),

      Birkenfrau schrieb:

      Die Abwertung des Weiblichen als niedrig, als ein zu überwindendes Übel, im besten Falle als Durchgangsstation?
      Woraus liest du das denn?

      Würde ich im naturwissenschaftlichen Sinne von nieder- oder hochfrequent schreiben, käme keiner auf die Idee, darin etwas Bewertendes zu sehen. Du gibst hier deine Überzeugungen aufgrund unzähliger und zwangsläufig auch schmerzhafter Erfahrungen, die wie bei jedem, der/ die schon länger auf der Erde herumirrt vorhanden sind, wieder. Ohne Beulen kommen wir hier nicht durch.

      In physikalischen Begriffen wird es vielleicht deutlicher, dass die niederen Körper von mir keineswegs abgewertet werden. Nehmen wir an, es gibt diesen Ursprung, der weit jenseits alle Polaritäten und erst recht Dualitäten liegt. Gehe ich dann davon aus, es gibt einen "Masterplan" und der beeinhaltet, dass Seelen sich entschließen, Polarität zu erfahren. Dann erfolgt die Schöpfung vom Feinstofflichen (hochfrequent) hin zu immer dichteren (niederfrequenten) Ebenen, denn nur dort ist Polarität erfahrbar. Der Plan umfasst aber auch bereits den Rückweg - und hier kommen dann die Missverständnisse auf: augenzwinkernd ausgedrückt, könnte man sagen, wir haben (mal wieder) das Kleingedruckte im Inkarnationsvertrag nicht gelesen: Sobald du einen Fuß auf diese Erde setzt, um Polarität und auch Dualität zu erfahren, kommst du aus der Nummer nicht mehr raus, wenn du nicht bereit bist, die Erde mitzunehmen!

      Eine meiner grundlegendsten Überzeugungen, die auch in meinen Beiträgen, kleinen Geschichten usw. immer wieder durch scheint, ist:

      Ohne absolute, bedingungslose Liebe zur Schöpfung und somit auch zum eigenen Körper, ist der Rückweg zur Quelle versperrt!

      Wir sind uns also in dem Punkt völlig einig. Trotzdem fließt die Interpretation von Abwertung immer wieder sofort ein, sobald das Wort Spiritualität auftaucht. Das liegt m. E. daran, dass gerade diejenigen, die so sehr die Gleichwertigkeit des Weiblichen betonen, vielleicht noch innerlich sehr zerissen sind und die Jahrtausende alten hierarchischen Strukturen noch wirksam sind. Es kommt mir vor, wie jemand, der zitternd durch den dunklen Wald läuft und dabei das Mantra zitiert: "Ich habe keine Angst,... ich habe keine Angst,...ich habe keine Angst...".

      In unserem Herzen soll sich gemäß einigen Überlieferungen (erstmals 1920 auf naturwissenschaftlichem Weg entdeckt; ich suche demnächst den Link) die 5. Herzkammer befinden, die ein androgynes Abbild eines Menschen beeinhaltet. Unser "wahres, göttliches Selbst"?

      Ich hatte angedeutet, es gibt Belange, die darüber hinausragen, die Erde einfach nur als Spielplatz anzusehen und für die Erprobung individueller Fluchtwege in geistige Gefilde zu benutzen wie ein Trampolin. Da du danach fragst, gehört es wohl doch hierher:

      Birkenfrau schrieb:

      Warum braucht die Seele dafür dann irdische Leben? Nur um sie zu überwinden?
      Es gibt für mich eine übergeordnete Polarität nämlich die von Geist und Materie, also sozusagen das Grundmuster von weiblich und männlich. Der Begriff Polarität besagt bereits, dass es hier erst mal keine Wertung gibt. Ich bin von C. G. Jung auch innerlich wieder abgezweigt, da fehlt mir noch einiges, gerade im Hinblick auf sein Frauenbild - auch wenn Animus und Anima schon in die richtige Richtung weisen.

      Vielleicht gelingt es mir am besten, meine tiefste Überzeugung in Bildern zu schildern:

      In allen Kulturen, religiösen Überlieferungen, Mythen und dergleichen kommen Bäume oder der Weltenbaum oder auch der Nabel der Welt vor. Wenn ich mich als Baum wahrnehme (und das tue ich inzwischen täglich), dann habe ich Wurzeln in der Erde und als menschliches Wesen strebe ich nach Wachstum: ein stabiler Stamm, eine schöne Baumkrone... wie der Weltenbaum verbinde ich in einer vertikalen Achse Himmel und Erde. Gleichzeitig wachse ich immer weiter: IN BEIDE RICHTUNGEN! Meine Wurzeln breiten sich aus, vernetzen sich, kommunizieren und ebenso tut das meine Baumkrone in der geistigen Welt. Aus Sicht der Seele betrachtet sind jedoch meine Wurzeln in einer Quelle jenseits aller Polaritäten und meine irdischen Wurzeln sind die wachsende Baumkrone, die ich hier zu entwickeln habe. Die Erde letztendlich zur Quelle mitzunehmen (Aufstieg der Erde) bedeutet, sie ebenfalls von Polarität und Dualität in einen Zustand zu bringen, der zum Wohle der gesamten Schöpfung und in Einklang mit dem göttlichen Plan ist. Aus diesem Grund wird in einigen mystischen Schriften unser menschliches Verständnis von oben und unten, höher und niedriger, Baumkrone und Wurzeln auch buchstäblich auf den Kopf gestellt, was ich sehr mag.

      Sich als Baum wahrzunehmen, seine Mittlerrolle zwischen Himmel und Erde, Geist und Materie usw. anzunehmen, bedeutet für mich, dass sich ein Standpunkt, eine Persönlichkeit entwickelt hat (so nehme ich Bäume wahr), die nicht mehr rastlos hin und her saust, nach Religionen, Philosophien, Gurus etc. sucht, die sie "in den Himmel" bringen, sondern es ist ein Ankommen und bedingt eine Effizienz hinsichtlich des individuellen Seelenplans, die anders (ab-wertend, trennend...) nicht zu erreichen ist und die respektvollste Art ist, die Erde und jegliche Körperlichkeit zu würdigen.

      Ein schönes Wochenende allen. Bin erst Montag wieder online.

      Herzlich
      Erdherz
      "Denke nicht nur mit deinem Kopf, denke mit deinem ganzen Körper."
      Eckhart Tolle
    • Liebe Erdherz,

      Erdherz schrieb:

      Woraus liest du das denn?
      Nicht unbedingt aus deinen Posts. Das bezieht sich eher auf die letzten zwei Jahrtausende, in denen Religion als Institution zur Menschenmanipulation, ähm... ich mein‘ Seelenrettung, benutzt wurde. Gut, das ist hier nicht Hauptthema, schneidet aber das Thema männmlch-weiblich an.


      Birkenfrau schrieb:

      Ist es nicht genau diese Spaltung in das Irdische, Dunkle, Materiellen, Niedere (schreibst du selbst), ja: Weibliche, und in den Gegenpol des Seelisch-Geistigen, Hohen, Himmlischen, Männlichen, das über viele Jahrhunderte und über den Weg der meisten Religionen (also der Leute, die angeblich den Auftrag haben, unsere Seele wieder mit dem Ursprung zu verbinden), uns genau diese Spaltung zwischen den Geschlechtern gebracht hat? Die Abwertung des Weiblichen als niedrig, als ein zu überwindendes Übel, im besten Falle als Durchgangsstation? Dualität eben nicht wertfrei und gleichwertig, sondern bewertend, beurteilend

      Erdherz schrieb:

      Du gibst hier deine Überzeugungen aufgrund unzähliger und zwangsläufig auch schmerzhafter Erfahrungen, die wie bei jedem, der/ die schon länger auf der Erde herumirrt vorhanden sind, wieder.
      Das ist jetzt deine Interpretation. Ich würde das einfach als Fakt sehen. Schau dich um, in den kirchlichen Institutionen, und vor allem auch in der Eso-Ecke, das ist nichts anderes als schon die letzten zweitausend Jahre auch, bloß mit mehr Einhörnern. Ich hör immer nur Seele, und ahne, nein, ich weiß, dass die, die dieses Wort fast wahllos gebrauchen, damit von ihren Problemen ablenken und/oder spirituellen Fortschritt vorgaukeln, um sich erhabener zu fühlen.

      Natürlich haben wir alle diesen Kern in uns, der sich zurücksehnt, aber wenn das auf Kosten des Körpers geht, und das geht es leider sehr oft, dann tut mir das innerlich weh. Die Seele geht nicht verloren, dieses Leben kommt so aber nicht wieder.

      Erdherz schrieb:

      Trotzdem fließt die Interpretation von Abwertung immer wieder sofort ein, sobald das Wort Spiritualität auftaucht. Das liegt m. E. daran, dass gerade diejenigen, die so sehr die Gleichwertigkeit des Weiblichen betonen, vielleicht noch innerlich sehr zerissen sind und die Jahrtausende alten hierarchischen Strukturen noch wirksam sind.
      Spirituell ist für mich übrigens kein Reizwort. Wir sind alle Kinder des Spirits, ob wir‘s wollen oder nicht. Spiritualität sollte jedoch nicht als Schild missbraucht werden, hinter dem ich mich vor dem Leben verstecke.

      Mein Wunsch ist eine Emanzipation des Menschen an sich, jenseits der Geschlechtergrenzen und -Rollen, über die alten Dogmen, die wie Gedankengefängnisse wirken. Dann transzendiert sich der Männlich-Weiblich-Gegensatz von allein. Und zwar ohne(!) dass sich die individuellen Unterschiede auflösen müssten. Wir können die Dualität auch feiern, statt uns immer drüber erheben zu wollen.

      -
      Dein Bild vom Baum ist schön und ich glaube, dich da zu verstehen.

      Dann schreibst du:

      Erdherz schrieb:

      Die Erde letztendlich zur Quelle mitzunehmen (Aufstieg der Erde) bedeutet, sie ebenfalls von Polarität und Dualität in einen Zustand zu bringen, der zum Wohle der gesamten Schöpfung und in Einklang mit dem göttlichen Plan ist.
      Warum soll die Erde zur Quelle? Will sie das? Ist sie nicht längst da? Wohin aufsteigen? Höhere Frequenzen? Sind die „höheren“ Frequenzen denn nun doch wieder „besser“? Oder nicht? Was ist denn nun genau das Problem an der Dualität? Wer bewertet hier? Ich lese oder spüre hier einen Widerspruch, immernoch.

      Und, nimm das nicht persönlich, aber das stößt mir halt in der Eso-Ecke auch immer auf: Diese Anmaßung zu meinen, man wüsste, wie die Entwicklung der anderen oder sogar des ganzen Planeten jetzt auszusehen habe - dabei werden einfach die eigenen Wünsche auf das Außen projiziert. Ich kenne „den göttlichen Plan“ nicht, kann ihn nicht kennen, genauso wenig, wie eine Hautzelle von mir weiß, was ich gerade denke. Ihre Aufgabe ist, meine Außengrenze stabil zu halten. Nicht mehr, nicht weniger.

      Wenn ich also meine eigenen Wünsche nicht reflektiere und mir meiner eigentlichen Motivation nicht bewusst bin, schade ich mit Sicherheit mehr als ich nütze. Bewusst und achtsam mit der Erde und ihren Ressourcen umzugehen auf einer praktischen, alltäglichen Basis ist bitter nötig und eine Frage der Achtung für Mutter Natur, die uns all die Ressourcen schenkt.

      Aber die Idee, die Erde müsste jetzt irgendwohin „aufsteigen“ (Und warum nicht absteigen? Wenn das doch gleichwertig ist? Worte haben Macht?!), die Dualität hinter sich lassen (Warum sollte sie nicht in der Dualität bleiben?), find ich einfach nur schräg. Und das spiegelt genau das wieder, was ich oben angekrittelt habe: Die „männliche“ Arroganz des „Geistigen“ über die „materielle“ Welt der Erde, die sich jetzt bitte aus ihrer materiellen, also immer dualistischen Welt zu erheben habe. Und du unterzeichnest das und bezeugst gleichzeitig, dass weiblich-männlich, geistig-materiell gleichwertig ist. Wenn es das wäre, gäbe es keinen Grund, dass die Erde aufsteigen möge, oder? Würde es nicht reichen, Kraft unseres Spirits das Leben in der Form, in der Dualität, zu feiern, eben weil es so kostbar und nie mehr wiederholbar ist? Ist nicht das "Erwachen"?

      Die Krönung: Ich als Mensch mit einer doch immer eingeschränkten Sichtweise soll all diese großen und komplexen Entwicklungen nicht nur sehen, sondern auch verstehen und vorausschauend steuernd eingreifen? Die Erde ist mit Sicherheit nicht von mir abhängig, nur andersrum…

      Es ist ein Ablenkungsmanöver, eine Täuschung. Das Paradies kommt nicht hierher. Zumindest nicht so, wie es all die Hoffnungsvollen glauben...

      So... also Haare auf den Zähnen kann ich auch :D
      Dir ein schönes Wochenende!

      Anke Birkenfrau


      P.s.: Dennoch - und da treffen wir uns wahrscheinlich wieder - zählt jeder Einzelne. Weil es Rückkopplung gibt und eben doch alles mit allem zusammenhängt. Ja, es macht einen Unterschied, sogar für den Planeten, was der Einzelne tut, denkt, fühlt, wofür er sich öffnet und wofür nicht. Der Punkt ist, jeder kann nur an dem Punkt seiner Entwicklung beginnen zu wirken, wo er halt gerade ist. Ich bin auf der Erde, in diesem Jahrtausend, und ich wirke jetzt, mit den Qualitäten und Fähigkeiten, die mir gegeben wurden. Mehr zählt nicht. Und das reicht doch schon. Immer noch mehr zu wollen ist meines Erachtens. „spiritueller“ Größenwahn...
    • Liebe Birkenfrau,

      vom Tablet aus, deswegen ohne Zitiermöglichkeit.

      Ich widerspreche dir in deinen Aussagen nicht. Ich sage auch nicht, was für dich die richtige Weltanschauung ist. Ich beantworte jetzt auch nicht deine Fragen - kann es sicher auch nicht.

      Ich frage dich nur einiges als Antwort auf die Energie, die mir beim Lesen entgegen kam.
      Vielleicht interpretiere ich auch nur wieder...

      - Auf wen oder was bist du wirklich wütend? Mir kam Wut entgegen. Ich fühle aber, dass ich nicht gemeint bin.

      - Täuschst du dich vielleicht bzw. machst dir etwas vor, übertüncht etwas mit deinem Emanzipierungsgedanken? Worin besteht dein Ablenkungsmanöver? Wertest du das materiell Weibliche vielleicht selbst geringer als das geistig Männliche? Das tue ich nicht, komme aber mit Argumenten nicht wirklich zu dir durch. Muss ich auch nicht.

      - Ist die "Eso-Ecke" schlechter als die Zwangspsychologisierungs- oder Rationalisierungsecke? Ist das weniger wertend? Sind das wirklich "Spinner"? Sind diejenigen, die mit sog. gesundem Menschenverstand punkten (noch) tatsächlich diejenigen mit der realistischeren Weltsicht?

      - Was ist an der Esoterik (abgesehen von dem Missbrauch dieses Begriffs) so bedrohlich?

      - Was bricht da an Schmerz oder Ohnmacht durch, wenn du von den Hoffnungsvollen schreibst, die an ein Paradies glauben (- das immer da war und ist, aber mit der Geisteshaltung der Dualität nicht erfahrbar ist)?

      - Welche Befürchtungen redet der eigene Verstand einem ein, wenn man sich wertfrei diesem Thema nähert? Vielleicht könnte etwas innerlich zusammenbrechen oder an die Oberfläche kommen? Muss nicht sein, wenn die Zeit für schmerzhafte Themen noch nicht reif ist.

      Ich lasse dir doch deine Weltanschauungen. Ich beschreibe nur meine eigene, mit der ich täglich bessere, einfühlsamere Erfahrungen mit mir, der materiellen wie der geistigen Welt mache.

      Und... ja: Deine Hautzelle weiß was du denkst...und noch viel mehr als das....

      Herzlich
      Erdherz
      "Denke nicht nur mit deinem Kopf, denke mit deinem ganzen Körper."
      Eckhart Tolle
    • Liebe Erdherz,

      schade, dass du nicht auf das Thema antwortest. Deine Fragen sind zum Teil interessant, allerdings auf der persönlichen Ebene angesiedelt, und ich befürchte, das, wenn ich mich darauf einließe, hätte das so ziemlich null mit dem Threadthema hier zu tun.

      Nur zur Klarstellung:

      Erdherz schrieb:

      Auf wen oder was bist du wirklich wütend? Mir kam Wut entgegen.
      Nein. Eher Engagiertheit, auch mitunter HItzigkeit. Ich kann bei manchen Themen innerlich sehr mitgehen. Das ist eben meine Empfänglichkeit und Berührbarkeit (mein yin, um mal beim Thema zu bleiben) - und das drückt sich mitunter auch aus (mein yang). Zweifelsohne gibt es auch viele für andere Menschen wichtige Theman, die mich aber wenig oder nicht berühren. Dann halte ich meinen Schnabel. Oder wenn zu einem Thema bereits aus meiner Sicht alles Relevante gesagt ist, dann füg ich dem auch nichts mehr hinzu.

      Aber nur, weil mich ein Thema berührt und bewegt, heißt das nicht, dass hier Traumata, Wunden, Blindheit lauern. Ich könnte mit dir auch gerne über das Thema pferdegerechte Reitweisen diskutieren. Da könnte ich mich ebenso wild reinreden, und doch würde keiner auf die Idee kommen, dass ich hier einen Stellvertreterkrieg für persönliche noch nicht verarbeitet Schmerzen führe, die z.B. aus meinem letzten Leben als gepeitschtes Militärpferd stammen und die jetzt dringend bearbeitet werden müssten. Ergo: Das sind für mich „esoterische“ (pardon) Totschlagargumente, die ich so nicht gelten lasse.

      Erdherz schrieb:

      Täuschst du dich vielleicht bzw. machst dir etwas vor, übertüncht etwas mit deinem Emanzipierungsgedanken? Worin besteht dein Ablenkungsmanöver? Wertest du das materiell Weibliche vielleicht selbst geringer als das geistig Männliche?
      Ich habe geschrieben: Emanzipation des Menschen an sich. Damit meine ich den Ursprung des Wortes emancipatio: etwas aus der Hand nehmen, etwas frei lassen. Früher waren das die Söhne, die vom Vater frei gegeben wurden, zu anderen Zeiten Leibeigene. Was ich meine ist: Sich von zuviel Nebelkerzen auf der mentalen Ebene befreien. Selber denken und selber spüren, was für einen gut ist. Und dann reden wir halt über persönliche Entscheidungen, die nur entstehen können, wenn ich mir auch der Propaganda und Konditionierung, der ganzen Außeneinflüsse bewusst bin. Jenseits(!) von Geschlechtergrenzen.

      Nein, ich denke nicht in weiblichen Kategorien. Ich sehe mich in erster Linie als Mensch. Dass ich dennoch auch ein Teil der weiblichen Linie bin, ist noch kein Merkmal für psychische Knechtschaft. Auch bin ich keine Emanze wie du vielleicht annimmst. Auf den Kampfplatz dürfen sich andere stellen. Aber als Angehörige des weiblichen Geschlechts sehe ich so einige Unstimmigkeiten, die es – immer noch – gibt. Ich kämpfe nicht mit Gewalt dagegen. Doch sich darüber glasklar bewusst zu sein ist meines Erachtens zwingend notwendig, um intelligent mit dem, was ist, umzugehen.

      Erdherz schrieb:

      Das tue ich nicht, komme aber mit Argumenten nicht wirklich zu dir durch. Muss ich auch nicht.
      Nein, musst du nicht, diese Forum ist freiwillig. Es wäre für mich aber schön gewesen, deine Sichtweisen und Argumente genau von dir bekräftet und begründet zu sehen, um Widersprüche aufzulösen und so das Thema zu bereichern.

      Erdherz schrieb:

      Ich lasse dir doch deine Weltanschauungen. Ich beschreibe nur meine eigene, mit der ich täglich bessere, einfühlsamere Erfahrungen mit mir, der materiellen wie der geistigen Welt mache.
      Das sei dir völlig unbenommen. Und so wie der Spruch gilt "Wer heilt, hat recht", so sehe ich das auch hier: Wenn es für dich funktioniert, ist es doch gut.

      Erdherz schrieb:

      Und... ja: Deine Hautzelle weiß was du denkst...und noch viel mehr als das....
      Widerspruch: Das Ganze ist mehr als die Summe der einzelnen Teile. Hierarchien gibt es nicht nur im menschlichen Gefüge und sind nicht per se schlecht. Sie sind, weil nötig und sinnvoll, auf allen Ebenen des Seins angesiedelt. Und deswegen ist die Hautzelle dennoch nicht dümmer, schlechter oder unnützer als der Gesamtorganismus.

      Über Esoterik, Hoffnungsvolle und Hausfrauenpsychologie gern in einem anderem Faden.

      Viele Grüße :winke:
      Anke Birkenfrau
    • Liebe Birkenfrau,

      ich antworte natürlich gerne noch auf einige Fragen bzgl. des Themas. Brauche dafür aber erst mal etwas Ruhe. Die letzten Tage waren ziemlich turbulent.

      Meine Fragen waren wie oben beschrieben als Resonanz zu verstehen, die ich ganz subjektiv gespürt habe, wenn ich dich lese. Auch wenn ich dich in drei Fragen direkt angesprochen habe, war das mehr allgemein gemeint, etwas mal aus einer anderen Perspektive anzuschauen. Natürlich habe ich nicht erwartet, dass du in diesem Faden darauf im Detail antwortest. Das war mir spontan einfach erst mal wichtiger als Argumente auszutauschen.

      Es gibt vieles zum Thema männlich - weiblich, was noch aus meiner Sicht interessant wäre. Z. B. sind in der TCM yin und yang keine feststehenden Kategorien, sondern definieren sich immer in Relation zueinander.

      Auch das Thema "wilde Frau" gehört noch hierher: die Perscht, die Holle, die Göttin Kali uvm., die in den Mythen und Initiationsriten der Welt überall vorkommt und die man definitiv nicht als passiv, empfänglich, umsorgend etc. definieren kann.

      Liebe Grüße
      Erdherz :winke:
      "Denke nicht nur mit deinem Kopf, denke mit deinem ganzen Körper."
      Eckhart Tolle
    • Neu

      Liebe Birkenfrau und alle Mitleser,

      erst mal das für mich Wichtigste vorweg: Ich lese dich sehr gerne und respektiere dich ohne wenn und aber. Das versuche ich bei jedem, aber bei dir muss ich mich dafür wirklich nicht bemühen und erst mal Widerstände in mir aus dem Weg räumen.

      In Threads, die wie dieser bei vielen Lesern an geballten inneren Ladungen rühren - nicht umsonst erwähnst du mehrmals die zweitausendjährige abendländische und damit christliche Prägung - ist es oft schwer, auf diesem mittelbaren (schreibenden, zeitverzögertem) Weg, sich zu verständigen und über Kontroversen hinaus eine Verbindung aufrechtzuerhalten, die Grundbedingung für fruchtbaren Austausch ist. Ich versuche also immer wieder neu, selbst emotionale Ladung vorm Schreiben zu erkennen und zu vermeiden, nehme es aber niemandem übel, wenn umgekehrt da was rein rutscht. Das ist eine der für mich schönsten Blüten spiritueller Öffnung, dass ich nicht mehr alles persönlich nehme und mich und meine eigenen Defizite liebevoller annehmen kann.


      Birkenfrau schrieb:

      Über Esoterik, Hoffnungsvolle und Hausfrauenpsychologie gern in einem anderem Faden.
      Habe ich sowieso vor, wobei ich Begriff zwei und drei nicht verwenden werde, da in ihnen schon Wertung mit einfließt.

      Ich greife jetzt aus deinen letzten beiden Beiträgen Fragen/Aussagen heraus und versuche anhand von eigenen Beispielen oder Bildern meine Sicht klarer darzustellen. Und wenn ich nach deinen Motiven/Emotionen etc. frage (tust du ja völlig zu Recht umgekehrt auch), dann hat das etwas mit meiner persönlichen Rezeption deiner Worte zu tun und der Resonanz, die sie bei mir auslösen - das geht alles durch meinen individuellen (Erfahrungs-)Filter, der auch noch hier und da verrußt ist und hat keinen Anspruch auf: So isses. Basta!


      Birkenfrau schrieb:

      Eher Engagiertheit, auch mitunter HItzigkeit. Ich kann bei manchen Themen innerlich sehr mitgehen. Das ist eben meine Empfänglichkeit und Berührbarkeit (mein yin, um mal beim Thema zu bleiben) - und das drückt sich mitunter auch aus (mein yang).
      Wenn ich mir an die eigenen Nase greife, ist Hitzigkeit bei mir immer ein sicheres Indiz dafür, dass eine emotionale Ladung hinter dem vordergründigen Thema versteckt ist. Sie entsteht durch Reibung! Reibung an inneren Widerständen auch gegen die ein oder andere Erkenntnis, die mich erschüttern könnte. Alles hat seine Zeit, deswegen gibt es für mich auch kein muss -jetzt -sofort mehr. Ich bin selbst lange genug und teils immer noch Expertin für's Schönreden eigener Wunden, Defizite und Widerstände gewesen, nur weiß ich inzwischen, dass mir die Ladung mit Ansage irgendwann um die Ohren fliegt, wenn ich auf die leisen Stimmen in mir nicht höre. Ich kann auch wunderbar mittels Sprache dann den Spieß umdrehen und aus meinen blinden Flecken eigene Tugenden oder die Borniertheit der Anderen basteln. Lass es vielleicht einfach mal so stehen und spüre, ob du dich da irgendwo auch wieder findest.


      Birkenfrau schrieb:

      Aber nur, weil mich ein Thema berührt und bewegt, heißt das nicht, dass hier Traumata, Wunden, Blindheit lauern.
      Genau das meinte ich zuvor: möglicherweise gibt es doch Wunden, die als "Empfänglichkeit..." umgedeutet werden und "Hitzigkeit" mit Engagement gleichsetzen.
      Da es hier um weiblich - männlich geht, war meine Empfindung, dass diese Wunden da genau zu suchen sind - und mir fällt wirklich nicht eine Frau aus meinem Umfeld ein, die das nicht in der ein oder anderen Weise betrifft. Wenn ich als Frau inkarniere, habe ich das Paket zweitausend Jahre Unterdrückung des weiblich-materiellen zwangsläufig mit dabei (kann auch Männer betreffen; ich vereinfache jetzt etwas)


      Birkenfrau schrieb:

      Das bezieht sich eher auf die letzten zwei Jahrtausende, in denen Religion als Institution zur Menschenmanipulation, ähm... ich mein‘ Seelenrettung, benutzt wurde.

      Birkenfrau schrieb:

      Schau dich um, in den kirchlichen Institutionen, und vor allem auch in der Eso-Ecke, das ist nichts anderes als schon die letzten zweitausend Jahre auch, bloß mit mehr Einhörnern. Ich hör immer nur Seele, und ahne, nein, ich weiß, dass die, die dieses Wort fast wahllos gebrauchen, damit von ihren Problemen ablenken und/oder spirituellen Fortschritt vorgaukeln, um sich erhabener zu fühlen.
      Ich könnte noch weitere Zitate hier einfügen, aber die beiden genügen, um dir meine Resonanz darauf zu erläutern. Da steckt für mein Empfinden einiges an Ironie bis Zynismus und vor allem Voreingenommenheit drin, die in deinen Beiträgen zu anderen Themen so nicht einfließt. Mit diesen Aussagen bekommst du selbstverständlich breite Zustimmung. Ich setze es wieder mit dem Thema hier in Verbindung mit dem Vermerk, dass wir in unserer Unterhaltung gerade jetzt Protagonistinnen sind, die stellvertretend für andere Lesende (männlich wie weiblich) (scheinbar?) sehr unterschiedliche Positionen vertreten:

      Zweitausend Jahre "Erhabenheit" des männlichen Prinzips über das weibliche - das erklärt mir die verständliche Ladung. Das wird ganz unbemerkt auf das Thema Spiritualität, Esoterik verschoben: Geistig/spirituell/esoterisch = männlich = abgehoben (was so schon mal nicht stimmt, aber das juckt das Unterbewusstsein der meisten Menschen nicht, das für solche Verschiebungen zuständig ist)


      Birkenfrau schrieb:

      aber das stößt mir halt in der Eso-Ecke auch immer auf: Diese Anmaßung zu meinen, man wüsste, wie die Entwicklung der anderen oder sogar des ganzen Planeten jetzt auszusehen habe - dabei werden einfach die eigenen Wünsche auf das Außen projiziert.

      Birkenfrau schrieb:

      Die „männliche“ Arroganz des „Geistigen“ über die „materielle“ Welt der Erde, die sich jetzt bitte aus ihrer materiellen, also immer dualistischen Welt zu erheben habe. Und du unterzeichnest das und bezeugst gleichzeitig, dass weiblich-männlich, geistig-materiell gleichwertig ist.
      Wenn ich zu einem Astro-Physiker gehe, erklärt der mir etwas über Urknall, Ausdehnung des Universums, eventuell darüber, dass sich dieser Prozess irgendwann umkehrt und alles wieder in einen Punkt zurückkehrt. Ich höre andächtig zu und respektiere, dass diese Person ein umfangreicheres Wissen hat als ich.
      Wenn ein Atomphysiker mir etwas über die sehr mystisch anmutenden "Verhaltensweisen" kleinster Teilchen erzählt...selbes Spielchen.
      Wenn mir ein Botaniker etwas über das Wunder der Pflanzenwelt erzählt...
      Jetzt kann jeder weitere Beispiele für asymmetrische Wissensweitergabe finden.

      Ist jemand in spirituellen Belangen sehr erfahren und benennt den Ursprung als "Quelle", Teilchen als Seelen, beschreibt den Prozess der Schöpfung und Ausdifferenzierung nebst der Rückkehr zum Ursprung mit Worten wie "Aufstieg" - schon gibt's Kampfgeschrei. Warum? Es gibt Menschen, die in meinen Augen einige Erkenntnisschritte weiter sind als ich das bin und von denen hole ich mir gerne Anregungen für meine eigene Entwicklung - alles entwickelt sich und ist permanent in einem evolutionären (Aufstiegs-)Prozess. Aufstieg von Dualität zurück über Polarität und die Gleichwertigkeit von männlich und weiblich, Geist und Materie zum Ursprung hin ist für mich ein teils logischen Gesetzmäßigkeiten folgender, teils (dort wo unsere derzeitigen Verstandesgrenzen überschritten werden) mystischer Prozess. Ich denke da inzwischen manchmal eher "asiatisch" in sowohl als auch und nicht abendländisch in entweder oder, deswegen existieren für mich viel Widersprüche gar nicht.



      Birkenfrau schrieb:

      Nein, ich denke nicht in weiblichen Kategorien. Ich sehe mich in erster Linie als Mensch.
      Ich hatte eine gegenteilige Frage gestellt:


      Erdherz schrieb:

      Wertest du das materiell Weibliche vielleicht selbst geringer als das geistig Männliche?

      Ein Beispiel: In vielen 5-Sterne Amazonrezensionen zu einem spirituellen Buch haben Menschen beiderlei Geschlechts über ihre Erfahrungen und Gefühle und über ihnen wichtige Erkenntnisse und Heilungsprozesse geschrieben...
      In 1-Sterne-Rezensionen kamen Redewendungen wie: Die 5-Sterne Bewertungen sind ja alle emotional. Jetzt mal etwas objektiv, sachliches dazu... mal mit dem Verstand betrachtet...

      Das ist die Arroganz des geistig-männlichen Prinzips über das weibliche!


      Frage: Was ist intelligenter (da kann man auch über unsere Definition von Intelligenz mal neu nachdenken)?:

      A: Ich fahre mit Tempo 100 auf eine Kurve zu, verlasse mich auf meinen Verstand (eher männlich assoziiert), der die Kurve kennt und meine Alltagssinne und knalle in der Kurve mit einem auf meiner Spur entgegenkommenden Fahrzeug zusammen.

      B: Ich fahre mit Tempo 100 auf eine Kurve zu, folge einer Eingebung, einem Gefühl (eher yin, weiblich), bremse ab und entgehe dem Unfall.


      Und warum ich in einer die "normalen" Belange übersteigenden Weise fest davon überzeugt bin, dass die Erde sehr wohl von uns - und vielleicht besonders von uns Frauen - abhängig ist, können wir ja an anderer Stelle weiter ausführen.

      Herzliche Grüße
      Erdherz :tee:
      "Denke nicht nur mit deinem Kopf, denke mit deinem ganzen Körper."
      Eckhart Tolle