Der verlorenene Zwilling

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    • Liebe ate,

      danke dir und ich kenne das Mädchen schon etwas länger aus ihren Videos. Ohne jemanden nahe zu treten, aber ich habe so meine Sorgen mit dem Kind. Ich werde das Gefühl nicht los, dass sie stark vermarktet wird. Alles an ihr ist für meine Begriffe äußerst unnatürlich, gesteuert, obwohl ich ihre Aussagen auch unterstreichen kann. Vielleicht ist es mir so unheimlich weil sie noch so jung ist und nach meinem Empfinden lieber Flausen im Kopf haben sollte, als die Rettung der Menschheit?!

      Trotzdem sehr lieb von dir sich Gedanken um mich zu machen :knuddeln:

      Ganz liebe Grüße Sahne :zwinker:
    • Liebe Sahne,
      den letzten Satz fischte ich heraus:

      Sahne schrieb:

      hm.....bin ein wenig ausweglos in mir. Aber ich vertraue dem Prozess und es wird sich zeigen, welch nächsten Schritt ich zu gehen habe.
      Ziel ist es diese freiwillige Lebenslust dauerhaft einladen zu können.
      Meiner Ansicht führen alle Wege im Leben zueinander.

      Egal was ich suche, finde ich gerade das nicht, was mein Ziel ist, aber etwas anderes, was ich meinte vergessen zu haben.
      Dann freue ich mich riesig, dass ich das fand und der Grund des Suchens gerät zur Nebensache.

      Du kommst mir gerade in diesem Thema vor als wärst Du 38 Jahre jünger und hast Deine Lieblings Puppe verlegt.
      Suchst hier und da findest immer etwas Neues/Altes zum spielen, aber die alte Jungenpuppe nicht ... menno

      und dann kommt mir beim Lesen Deines Beitrags dieser Song und ich denke ...
      wir Frauen können alles sein, in jede Rolle schlüpfen,
      unsere maskuline Ader in Handwerk leben und daneben tänzelnd Socken stricken,
      jetzt Hier sein und einem Bruchteil einer Sekunde auf der anderen Seite des Globus mit einem ganz anderen Thema.

      Was viele männliche Artgenossen sehr verwirrt. :zwinker:
      Doch auch das haben wir im Leben gelernt, bei Gesprächen nicht adhoc das Thema zu wechseln nur weil es uns gerade in den Sinn kommt und wir zu dem Thema auf dem Tisch eine Verbindung sehen :zwinker:

      Ja, lebe alle Anteile in Dir und freu Dich wen Du alles entdeckst.
      Die Lebenslust könnte sich in einer dieser Anteile verstecken.
      Hast Du noch Spielzeug aus Deiner Kindheit oder von Deinem Partner ... Spielsteine, Holzeisenbahn oder Figuren aus ... was-weiß-ich ... spiel mit ihnen und wandere durch die Welt Deiner Kindheit.

      Bei mir war es vor Jahren die Brioeisenbahn meiner Kinder, die Anteile aus der Kindheit ins Bewusstsein zurück holten.


      Teilweise schmerzhaft aber auch viele sehr schöne Momente.

      Lebe Dich auf den vielen Ebenen, die Du bist :herbst: :heart:
      Herzgruß
      Kerstin
      ... alles hat seine Zeit ...
    • Oh so schön geschrieben liebe Kerstin, danke.


      kerstin schrieb:

      Spielzeug aus Deiner Kindheit
      nein leider nicht mehr, aber instinktiv habe ich die letzten Tagen viele Kinderbilder angeschaut und meine Kindheit damit durch wandert. War sehr Tränenreich und erleichternd, denn ich durfte erkennen, dass es da echt ein paar ganz nette Geschichten gibt und nicht alles schwarz war.

      Ich muss und dass muss ich wirklich in dieser Sache hier meinen Verstand ausschalten und mich treiben lassen. Diese Geschichte hat ihr eigenes Tempo und läßt sich von mir nicht steuern. Ich werde annehmen was kommt und mich darin so lange fallen lassen bis es von selber wieder geht.

      kerstin schrieb:

      als wärst Du 38 Jahre jünger
      Ich bin sehr verletzt und blank, wie als Kind damals, fühle mich schutzlos ausgeliefert, dem Begebenheiten und meinen Gefühlen. Ich versuche das Erwachsen zu händeln, merke aber das dass keinen Sinn ergibt?

      kerstin schrieb:

      Die Lebenslust könnte sich in einer dieser Anteile verstecken.
      Ja bestimmt, dieses Gefühl über Tage hinweg war herzzerreißend schön und so lebendig. Das beanspruche ich für mich.

      kerstin schrieb:

      Lebe Dich auf den vielen Ebenen, die Du bist
      Das ist gerade mein Problem. Ich weiß nicht was meines ist und was das andere. Das verwirrt mich gerade sehr. Ich fühle ganz bewusst zwei. Dieses war schon immer da, aber ich habe mal das eine mal das andere ausgelebt, aber eher unbewusst. Jetzt fühle ich diese zwei in mir so stark und bewusst, dass irritiert mich.

      Es braucht wahrscheinlich viel Zeit.

      Sahne
    • Hallo :winke:

      Ich experimentiere mit meinem Zwilling und es ist heilsam was ich tu.

      In jeglichen Situationen, in denen ich Mangel empfinde (und da gibt es echt viele habe ich herausgefunden :denk: ) erinnere ich mich dass ich jetzt weiß, dass es einen Zwilling gegeben hat und er bei mir ist, solange es gut ist für uns beide.

      Zum Beispiel diese grausame Einsamkeit die ich in mir trage, auch wenn ich unter Menschen bin und alles dafür gegeben ist, sich wohl fühlen zu können. Also wenn diese Einsamkeit in mir hoch kriecht, nehme ich mich zurück und sehe zwei Lichter in einer kuscheligen Höhle. Ich sage mir dann so etwas wie "Ach da bist du ja" oder "Schön das ich jetzt um dich weiß". Binnen weniger Momente kann ich fühlen wie die Einsamkeit geht und Trauer hoch steigt. Wenn ich die Möglichkeit habe lasse ich sie zu und weine.

      Oder ich fühle mich oft von einer Sekunde auf die andere sehr bedürftig. In wenigen Sekunden schlägt das zur Aggression um, wenn dieser Bedürftigkeit nicht sofort Folge geleistet wird. Ich kann dann sehr forsch werden, und verbal verletzend. Ganz schlimm ist es wenn mein Partner das nicht sofort riecht und reagiert. Der Arme...
      Da auch, sofort nehme ich mich zurück, wenn ich alleine bin nehme ich ein Kissen, wenn jemand anwesend ist wieder die zwei Lichter in der Kuschelhöhle, meinen Mann bitte ich mich kurz zu halten. Sofort beruhigt sich diese übertriebenen Bedürftigkeit. Immer im Bewusstsein, dass ich meinen Zwilling so sehr vermisst habe und all die Jahre keine Ahnung gehabt habe was mit mir los war.

      Oder das Verlangen dass jeder Mann und Frau die ich symphytisch finde mein-e beste-r Freund-in zu werden hat. Ich gehe auf aktuelle Menschen nun anders darauf zu. Ich sage mir ich habe meinen Zwilling gefunden, er ist bei mir und ich brauche ihn nicht mehr in anderen Personen zu suchen. Funktioniert so gut, dass mich eine ganz liebe Kollegin gefragt hat, ob alles gut sei mit mir, da ich anders wäre zu ihr.

      Mir bringen diese Experimente unglaubliche Erleichterung. Wie eine Entladung fühlt es sich jedes Mal an.

      Beim Essen auch. Ich bin satt und eigentlich nasche ich nach, so lange bis der Magen gegen die Bauchdecke spannt. Jetzt bin ich satt und sage meinem Zwilling das er diese Nahrung nicht mehr braucht und mir reicht es. Ich muss nun nicht mehr für zwei essen. Hilft! Ich muss auch nicht mehr naschen.

      Nur einige wenige Beispiele, wie ich mich mit dem Zwilling auseinander setze.

      Ach ja und gestern bin ich (45) zum ersten Mal seit gefühlten 35 Jahren mit einem Bob des Patenkindes den Berg runtergejubelt und habe mich gefreut über das Kind und den jubilierenden Zwilling in mir.

      Es dauert sehr lange und die Trauer darüber nimmt gar kein Ende. Immer wieder übermannt es mich und ich muss sehr weinen. Aber die Krämpfe dabei haben nachgelassen. Es heilt langsam. Es ist nicht zu erklären, was da alles in einem an Bildern im Inneren geschieht. Keine Worte dieser Welt vermögen zu erklären, was ich empfinde.
      Ich versuche hier so gut es geht mich zu erklären, aber jeder Weg wird bestimmt ein anderer sein. So Individuell wie der Mensch, denn es betreffen kann.

      Auch habe ich einen Namen "gefunden", denn meine Mutter erzählte mir immer, wenn ich ein Junge gewesen wäre hieße ich Thomas. Das sagte sie immer mit solch leuchtenden Augen, dass ich bis vor wenigen Wochen davon ausging, ein Junge wäre ihr lieber gewesen als ich. Und mein Leben lang hießen meine Kens, Thomas, und wenn ein Thomas sich in mich verliebt hatte, erklärte ich dem verdutzten jungen Männern immer, das es nicht mehr als zu einem Bruder reichen würde.

      Solche Sachen fallen mir wieder ein. Es ist eine unglaubliche Reise, die ich angetreten bin.

      Danke für das lesen meines Lebens.

      Sahne
    • Danke für's Teilen deiner Lebensgeschichte! :heart:

      Mir fällt dazu gerade noch etwas ein, das ich selbst häufig ergänzend zu den Visualisierungen wie du sie dir zur Hilfe vorstellst, gemacht habe. Es ist eine simple Übung, die ich aus der Kinesiologie und auch aus dem Jin Shin Jyutsu kenne. Es nennt sich ESR, steht für emotional stress release. Es hilft sowohl, wenn Emotionen wie Traurigkeit einen überkommen ohne zu unterdrücken, als auch, um deine helfenden Vorstellungen besser zu "verankern".

      Du legst einfach eine Hand quer auf die Stirn über die Stirnbeinhöcker zwischen Augenbrauen und Haaransatz und die andere hinten quer über die dickste Stelle des Hinterkopfs, so dass der Daumen den Schädelbasisrand berührt. Ich halte immer mindestens eine Minute, im Liegen mit Polster unterm Arm auch gerne länger. Kannst ja mal probieren, ob es für dich auch hilfreich ist.

      Alles Liebe :knuddeln:
      Erdherz
    • Danke @Erdherz

      Ich habe nochmal nachgedacht und es klingt seltsam, aber der Schmerz und die Trauer sind eine Wohltat. Kann das jemand verstehen? Denn generell vermeidet Mensch ja diesen.
      Aber es ist wohltuend. Vielleicht aus dem Grund, da ich jetzt weiß, das er all die Jahre keine Einbildung gewesen ist, sondern Tatsache und begründet?

      Er tut so weh der Verlust, aber die Gefühle darüber nun endlich ihrer Bestimmung zuzuführen ist eine Wohltat.

      Sahne :denk:
    • Liebe Sahne :herz: ,
      Tränen sind nicht nur das Ergebnis aus Trauer und Wut, Schmerz,
      nein auch beim herzlichen Lachen entstehen diese wunderbaren, salzigen Wassertröpfchen.
      Irgendwann und irgendwo las ich, dass mit den Tränen die Stress-Hormone oder -Substanzen
      aus unserem Körper heraus geschleust werden.
      So lasse ich meine eben auch fließen, wenn sie heraus wollen.
      Eine ganze Zeit ging das nicht, aber bei einer wunderschönen Veranstaltung in der Weihnachtszeit flossen einfach die Rinnsale und ein Tor hatte sich geöffnet.
      Bei der Situation mit dem Oberar... liefen diese Flüsschen erst im Zimmer meines Bruders.
      Die anerzogenen Konditionen bröckeln langsam aber stetig.
      Liebe Grüße Kerstin
      ... alles hat seine Zeit ...
    • kerstin schrieb:

      Die anerzogenen Konditionen bröckeln langsam aber stetig
      Darüber habe ich mir jetzt noch lange Gedanken gemacht und möchte sagen, dass meine Vorbilder die ganz Kleinen sind, welche noch nicht die Sprache gefunden haben um sich Äußern zu können. Die brüllen einfach wenn sie wütend sind oder schreien sich die Kehle aus dem Hals wenn das Bäuchlein drückt.

      Derzeit haben viele Frauen in meinem Umfeld Kinder bekommen und ich kann beobachten wie peinlich es ihnen ist, wenn das Kleine einfach unartig zu schreien beginnt. Was für einen Zirkus sie veranstalten, bis hin zur Flucht, wenn das Kind nicht einfach nur still sein möchte.

      Wie dumm wir doch konditioniert werden über all die Jahre! Schrei nicht rum, halt die Füße still, lauf hier nicht rum, sing nicht so laut, hier darf man nur flüstern usw. Mir ging das als Kind gewaltig auf die Nüsse und ich habe stets alles extra gemacht.

      Wie soll man denn auf seine Kosten kommen, wenn man stets bemüht sein soll die wahren Gefühle zu verbergen, sich zu verbiegen und an sich zu halten? Warum soll der Mensch nicht der Überforderung freien Lauf lassen sollen? Wer stellt denn bloß zum Schaden aller so bescheuerte Gesetzmäßigkeiten auf?

      Du hättestt dem so richtig vorheulen sollen, damit genau SO ein Mensch mal versteht oder spürt, was er mit seiner ignoranten Art bei anderen bewirkt. Warum nicht? Heulen wir doch einfach das nächste mal drauf los!!! Wie die Kleinen. Die Großen können sich ja dann schämen, wie sie es immer tun und an ihren Gefühlen ersticken.

      Wenn mich jemand verletzt, dann sage ich sofort "Das hat mich jetzt verletzt." Und wenn ich zu Tränen gerührt bin, dann weine ich. Mir egal.

      Das zu lernen hat einige Jahre gedauert, aber so bin ich authentisch und mein Gegenüber kann Grenzüberschreitungen sofort wahrnehmen.

      Neulich stand ich an Weihnachten in Passau unter all den Turis im Dom und er ist überwältigend schön und mir wurde die ganze harte Arbeit der Menschen bewusst, die ihn über Jahre einst erbaut hatten. Das hat mich so berührt, dass ich einfach zum weinen anfangen hab müssen. Ich konnte es nicht aufhalten. die Gegenwart aller Ahnen und Menschen die nicht mehr leben, war so präsent, dass es mich überrollt hatte.

      Allen Glotzern habe ich einfach frech zugezwinkert.

      Sahne :zwinker:
    • Melde mich mal wieder zum Thema....

      Es ist ein sehr langsamer Prozess und meine Ungeduld leidet emmens. Aber die Angelegenheit, ein dummer Begriff für so etwas Feinstoffliches, hat ihr ganz eigenes Tempo.

      An den einen Tagen gerät alles in Vergessenheit, an anderen klage ich wieder an, und dann gibt es so wundervolle Momente des Verstehens, sich ganz nah sein und loslassen können.
      Alles in allem komme ich mir mit meinen Gefühlen wie ein bunt gemischter Kaugummiautomat vor der, wenn man sich einen rausdrehen möchte, alles andere mächtig herumwirbeln lässt.

      Völlig entspannt hat sich von meiner Seite aus das Gefühls Verhältnis zu meiner kleineren Schwester. Die unangebrachte Erwartungshaltung an sie ist vollkommen aufgelöst und das entspannt mich ungemein. Ich kann sie jetzt ganz natürlich sein lassen wer sie ist, meine Sorgen die ich immer um sie hatte sind weg. Auch die Erwartungshaltung an andere und der ständige Drang alles und jeder müsse mein aller bester engster Vertrauter sein, ist aufgelöst. Ebenso unglaublich entspannend.

      Was sich hartnäckig verhält ist das langweilige herumsitzen in meinem Leben. Also ich bin sehr aktiv, aber in mir ist alles immer noch eher ein Totgefühl als lebendiges Wasser. Es hat eben seine ganz eigene Dynamik, ein Lernprozess. Der Alltag ist immer noch mega anstrengend und ermüdet mich sehr.

      Sahne schrieb:

      über den ganzen Tag konsequent gleich viel Energie da für mich
      Das war die erste Reaktion, als ich mit dem verlorenen Zwilling bewusst in Kontakt getreten bin. Also das existiert! Auch für mich. Das war sehr beeindruckend, denn ich kenne keine konsequente Energie über den Tag verteilt. Die Schwankungen sind extrem und extrem auslaugend. innerlich bin ich genervt und kurz vorm ausrasten. Höflich und freundlich zu sein, ist ab einem gewissen Punkt am Tag Schwerstarbeit und das will ich auch so, denn niemand kann etwas zu meiner Geschichte. Ich liebe es ein guter Geselle zu sein. Aber wenn es einfach fließen dürfte so wie diese Tage nach dem Erstkontakt, das wäre mal ein guttuender Gewinn.

      Auf dann... ich melde mich wieder.

      Euch unten in den Tälern und Städten einen wunderbaren sonnigen, dem Frühling sehr nahen Tag. Hier oben in den Bergen ist es ebenso sehr sonnig aber noch viiiiiel Schnee.

      Servus Sahne :sonne: