Schlechtes Gewissen

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    • Arthemesia schrieb:

      Also meine erste Frage bei schlechtem Gewissen: Welchen Wert habe ich verletzt?
      Diese Fragestellung finde ich super hilfreich in Sachen schlechtem Gewissen (für mich)!

      nur am Rande: ich hab oft ein schlechtes Gewissen bzw. Schuldgefühle wegen allem Möglichen, komme aber inzwischen schon gut damit klar, es zu lösen, indem ich innerlich die Fronten für mich kläre- oft ist dann das Ergebnis "nein, ich bin nicht für ALLES verantwortlich" und kann es inzwischen dann auch gut loslassen.

      @Panther-Adler warum nochmal hast Du ein schlechtes Gewissen- Du hast Dich verliebt, lebst bereits in einer Partnerschaft (?) und da kommen Dir alte Moralvorstellungen in die Quere von wegen "das macht man nicht", obwohl Ihr mit offenen Karten spielt ?

      Offene Begegnung hab ich auch 10 Jahre gelebt.
      ~ ich spüre, also bin ich ~
    • @Julika:

      Julika schrieb:

      warum nochmal hast Du ein schlechtes Gewissen- Du hast Dich verliebt, lebst bereits in einer Partnerschaft (?) und da kommen Dir alte Moralvorstellungen in die Quere von wegen "das macht man nicht", obwohl Ihr mit offenen Karten spielt ?
      ich sagte, ich habe in das Modell einer offenen Beziehung gelebt. Allerdings war das nicht in dieser, sondern in einer zurückliegenden Partnerschaft.
      Gegenüber jenem früheren Partner hätte ich da kein schlechtes Gewissen gehabt.
      Mein jetziger Partner und ich leben in einer sehr komplizierten, eher "schweren" Beziehung.
      Und wenn etwas gefehlt hat, wenn man von Fehlen reden will, dann Leichtigkeit. Die hatten und haben wir eher selten miteinander. Nicht nie, aber selten.
      Das ist mit diesem anderen Menschen anders.

      @Arthemesia:

      Arthemesia schrieb:

      Also meine erste Frage bei schlechtem Gewissen: Welchen Wert habe ich verletzt?
      Loyalität.
      Fragt sich nur, wem gegenüber. ;) Man kann ja sowohl sich selbst als auch anderen gegenüber illoyal sein.
      Vielleicht hat sogar die eine Form mit der anderen zu tun...
      Sachen gehen in Scherben, wenn die Scherben das Wirkliche besser treffen als das Heile. (Susanne Riedel)
    • Liebe Kirsten,
      Was bedeutet für Dich Loyalität... wie weit geht sie, wann darf sie enden, weil sie einen anderen Wert verletzt? (Z. B. Freiheit, Selbstbestimmung, Selbstachting, Liebe, Aufrichtigkeit... etc.).
      Unsere Werte sind wichtige Wegweiser, jedoch nicht grenzenlos.
      In meiner Weltsicht gibt es nur eine Loyalität... Wer sich selbst gegenüber nicht loyal ist ( sich verrät), der ist es dann auch nicht dem anderen gegenüber.

      Liebe Grüße
      Anita
      Es ist nicht die Aufgabe eines anderen Menschen mich zu lieben wie ich bin... es ist meine.
    • Liebe Anita,

      Arthemesia schrieb:

      Wer sich selbst gegenüber nicht loyal ist ( sich verrät), der ist es dann auch nicht dem anderen gegenüber.
      Das ist mir klar.
      Ich sagte doch: Fragt sich nur, wem gegenüber. ;) Das Zwinkern deutete bereits an, dass die Frage rhetorisch ist.
      LG
      Kirsten
      .
      Sachen gehen in Scherben, wenn die Scherben das Wirkliche besser treffen als das Heile. (Susanne Riedel)
    • Sahne schrieb:

      was berührt der Mann dann, was du jetzt vermisst?
      ich denke das jeder Mensch in einer Beziehung etwas mit sich bringt, was dem anderen fehlt. Ich denke nicht, dass das bewusst abläuft. Zum Beispiel habe ich diesen Human Design Test für meinen Mann und mich gemacht und überall dort wo ich offen bin ist er fest und umgekehrt. Meine Schwächen sind seine Stärken und umgekehrt. Wo er ein Zahlengenie ist, bin ich die Künstlerin. Wo er kalkuliert und Pläne erstellt, bin ich die Risikobereite.

      In der Nummerologie deckt er die Zahlen mit seinen Geburtstagszahlen ab, wo ich keine oder schwache habe. So etwas meinte ich. Was bringt der Mann mit, was dir fehlt?


      Panther-Adler schrieb:

      Ich bin in mir vollständig
      Und dass, bei allem Respekt, setze ich in Frage. Niemand ist vollständig in sich. Wir weisen von Natur aus Lücken auf, die gerade ein Partner (siehe oben) mit seinen Anteilen füllen kann und wird, wenn man es denn zulassen kann.


      Panther-Adler schrieb:

      Aber es ist nicht das Füllen einer Lücke in mir
      Hm...das sehe ich ganz anders. Ich bin ein sehr wertvoller Mensch, aber mein Partner macht mich unbezahlbar. Wenn ich das mal so pro Phan ausdrücken darf.
      Wenn der Andere nichts mit sich bringt, was wir nicht gut gebrauchen können, was hätten Allianzen für einen Sinn?

      Wenn jeder Mann und Frau für sich ganz alleine gut zurecht kommt, wozu gibt es das Gefühl verliebt sein denn dann?

      Verliebt sein ist nichts weiter als eine Täuschung vor Tatschen und eine Tarnung vor dem was ist. Durch das Verliebt sein wird etwas zueinander gebracht, was sich ergänzen kann oder soll.


      Panther-Adler schrieb:

      Lieber allein, als mit einem, wo's nicht passt, nur um nicht allein zu sein.
      Da bin ich bei dir. Das meinte ich auch nicht. Ich denke wirklich, dass der Mann in den du dich verliebt hast, etwas für dich mitbringt, was du nicht hast. Er hat eine Währung im Gepäck, das dich anspricht.


      Panther-Adler schrieb:

      meine Güte, was für ein Mann!
      Ja! Was für ein Mann.

      Was hat dieser Mann das dir fehlt?

      Panther-Adler schrieb:

      Welche "Lücke"? Dahinter steckt ja (unausgesprochen) die Vorannahme, die Beziehung mit meinem Partner sei nicht vollständig und nur deshalb (und durch das, was da fehlt), könne ein anderer hereinkommen.
      Ich denke ja. Das denke ich tatsächlich. Nicht weil dein jetziger Partner ein unguter Mensch ist. Das ist er ganz bestimmt nicht, ist er mit dir zusammen. Du bist eine ganz außergewöhnliche Frau, das setzt einen außergewöhnlichen Partner voraus.

      Aber beschränken wir uns auf das was ich vermute und meine Erfahrung ist. Dann hat der Mann etwas was dir fehlt. Eine oder mehrere Zahlen in der Nummerologie, oder Stärken wo du Schwächen hast und dies auch umgekehrt.

      Ich bin überzeugt das kein Mensch in sich ganz ist. Dafür haben wir unsere Stärken und Schwächen ja.

      Ich hoffe man kann mich verstehen auf was das ich hinaus möchte.

      Ich fragte was er berrührt was du vermisst und gerade lese ich

      Panther-Adler schrieb:

      Mein jetziger Partner und ich leben in einer sehr komplizierten, eher "schweren" Beziehung.

      Panther-Adler schrieb:

      Das ist mit diesem anderen Menschen anders.
      Da ist doch schon etwas was er hat, was dir fehlt?

      Sahne
    • Liebe Sahne,

      Sahne schrieb:

      ich denke das jeder Mensch in einer Beziehung etwas mit sich bringt, was dem anderen fehlt.
      Im Sinne einer Ergänzung, ja. Das bedeutet trotzdem nicht, dass der eine den anderen braucht, um er/sie selber zu sein.
      Eine Eiche ist eine Eiche und eine Buche ist eine Buche. Beide sind Bäume und können wunderbar in ein und demselben Wald stehen und den Wald zu einem schönen Mischwald machen (den es nicht gäbe, wenn da nur Eichen oder nur Buchen stehen würden). Aber die Eiche braucht keine Buche, um eine Eiche zu sein - und die Buche braucht keine Eiche, um eine Buche zu sein.
      Beide sind in sich ganz, mit dem jeweiligen Potenzial, eine vollendete Eiche oder Buche zu sein.

      Sahne schrieb:

      Niemand ist vollständig in sich
      Doch, jeder und alles. Weil alles und jedes die Blaupause und das Bestreben hat, sich zu vollenden. Deswegen gibt es Individuation, deswegen gibt es auch stets ein Ich. Das löst sich nicht auf, sondern wird von Leben zu Leben originaler und einzigartiger und im wahrsten Wortsinne individueller und immer mehr so, wie es seit seinem Ursprung anlegt und gedacht war.

      Sahne schrieb:

      Ich denke nicht, dass das bewusst abläuft.
      Muss es ja auch nicht. Man braucht kein (kognitives) Bewusstsein, um sich zu vollenden. Eine Menge Lebewesen haben das nicht und wachsen und entwickeln sich und differenzieren sich zu ihrer Vollkommenheit aus.

      Sahne schrieb:

      Wir weisen von Natur aus Lücken auf, die gerade ein Partner (siehe oben) mit seinen Anteilen füllen kann und wird,
      Das sehe ich anders. Wir sind keine Mängelwesen. Es gibt Dinge, die sind in uns angelegt - und andere, die sind es nicht und werden es, auch nach tausend Leben, nie sein. Ein Ahorn bleibt ein Ahorn und wird kein Delphin. Dennoch sind alle Lebewesen in einem großen, sich ergänzenden Netz. Und wir brauchen diese Ergänzung, damit das Netzwerk Leben/Schöpfung Bestand hat, ohne zu reißen.
      Aber das jeder bestimmte Stäärken hat und bestimmte Schwächen, das ist kein Fehler und kein Mangel. Das ist gewollt. Weil nur dadurch überhaupt ein wunsch und ein Bedürfnis existiert, zum Bsp. Gemeinschaften zu suchen und zu bilden.
      Wenn es nicht um diese Gemeinschaftsbildung gehen würde, könnten wir genauso gut als Einzelwesen im Kossmos existieren. Tun wir aber nicht.
      Zur Ergänzung brauchen wir einander, aber wir brauchen einander nicht, um wir selber zu sein.

      Sahne schrieb:

      wozu gibt es das Gefühl verliebt sein denn dann?
      Oh, vielleicht einfach, weil es SCHÖN ist? Weil es uns an unsere Würde, unsere Schönheit, unsere Macht und Einzigartigkeit (da ist sie wieder, die Individualität) erinnert? Vielleicht einfach, weil wir uns nach und nach immer mehr erweitern? Immer mehr Dus in uns aufnehmen können, auch mit unserem Ich immer mehr Teil anderer werden können, statt fragmentiert zu bleiben? Individuell und doch verbunden? Weil wir immer mehr zu einem Wir zusammenwachsen, dabei aber trotzdem nicht dauerhaft verschmelzen, sondern in unserer Eigen-Art erkennbar bleiben?

      Sahne schrieb:

      Verliebt sein ist nichts weiter als eine Täuschung vor Tatschen und eine Tarnung vor dem was ist.
      Das erlebe ich gerade sehr anders. Sehr, sehr anders. Für mich ist es gerade... die Erinnerung an Würde, Schönheit, Kraft und Macht. Ja, auch die.
      Weil es ein sehr nmachtvolles Gefühl ist. (Okay, Mond-Pluto Konjunktion Venus MUSS sich vielleicht so anfühlen, wann trifft man darauf schon einmal?! Nicht sooo oft, nicht soo gradgenau...)

      Sahne schrieb:

      Ich denke wirklich, dass der Mann in den du dich verliebt hast, etwas für dich mitbringt, was du nicht hast.
      Ja, natürlich. Aber etwas nicht zu haben, weil es nichtnicht angelegt ist in einem, das ist etwas anderes als "lückenhaft zu sein". Niemand trägt alles in sich. Jeder immer nur das, was angelegt ist, in ganz eigener, aber noch nicht vollendeter Form.

      Sahne schrieb:

      Wenn der Andere nichts mit sich bringt, was wir nicht gut gebrauchen können, was hätten Allianzen für einen Sinn?
      Aus meiner Sicht? Es erhält die Schöpfung, die (ebenfalls aus meiner Sicht) zum jetzigen Zeitpunkt weder abgeschlossen, noch vollendet ist und treibt sie individuell und kollektiv dazu, sich zu entfalten.

      Sahne schrieb:

      Das denke ich tatsächlich.
      Darfst Du gerne. ;) Fühlt sich für mich dennoch unstimmig/unwahr an. Mein Bauch/Instinkt/Körpergefühl sagt: "Nee." :pardon:

      Ansonsten bin ich nicht ungewöhnlicher /einzigartiger/individueller als jeder andere auch.
      Der Unterschied ist, dass ich in diesem Leben von Beginn an dazu gezwungen war, mich mit Anderartigkeit und damit Individualität, auseinander zu setzen.
      Weil ich das musste und tat, empfinden heute andere, die Schlüsse, die ich daraus ziehe, als außer - oder ungewöhnlich.
      Aus meiner Sicht ist es so, dass wenn jede/r ganz authentisch das eigene Anderssein wieder mit reinbringt in das Ganze, dass dann ein ganz großes Wir entsteht, ohne dass das Ich sich darin auflöst. Einheit in Vielfalt. Gleichwertigkeit ohne Gleichartigkeit.
      Dann kämen wir einer Vollendung der Schöpfung, einem "und Gott/Göttin/Schöpfer sah, dass es gut war" in aller Ergänzung wesen-tlich näher.
      Liebe Grüße,
      Kirsten
      Sachen gehen in Scherben, wenn die Scherben das Wirkliche besser treffen als das Heile. (Susanne Riedel)
    • Panther-Adler schrieb:

      Moin zusammen,

      was macht Ihr, wenn Ihr ein schlechtes Gewissen habt? Wie geht ihr damit (und mit Euch, wenn Ihr eins habt) um?

      Neugierige Grüße,
      Kirsten, die grad sehr von ihrem gepiesackt wird
      Es kommt darauf an.

      Wenn die Hausarbeit ewig liegen bleibt, eine fällige Überweisung auf den letzten Drücker erledigt wird oder andere Dinge dieser Art, dann habe ich ein schlechtes Gewissen weil ich es oft hinauszögere anstatt es gleich zu erledigen. Das schlechte Gewissen plagt mich weil ich weiß, dass diese Sachen erledigt werden müssen und es eigentlich kein großer Akt ist. Ich schaffe es auch immer kurz vor knapp, allerdings wäre ich gerne disziplinierter.

      Wenn ich ein schlechtes Gewissen habe, weil ich scheiße zu einer anderen Person war, kommt es darauf an wie nah ich dieser Person stehe, wie sehr sie sich verletzt fühlt und was ich verbockt habe. Eine Entschuldigung oder Aussprache kommt meist zu Stande, ob danach der Kontakt weiter besteht zeigt sich im Laufe der Zeit. In wenigen Fällen habe ich oder die andere Person den Kontakt komplett abgebrochen. Breche ich den Kontakt aus schlechtem Gewissen ab, liegt es daran dass ich mir meinen Fehltritt nicht verzeihen kann und die andere Person nicht unnötig mit eventuellen zukünftigen Fehltritten belasten möchte. Wenn nette, hilfsbereite Menschen völlig unverschuldet irgendetwas in mir antriggern und ich in einem schwachen Moment irrational, überzogen und verbal verletzend reagiere z.B. Sowas hängt mir lange nach. Die Erkenntnis die ich aus diesen Erfahrungen mitnehme: Manchmal ist die ehrlichste Wiedergutmachung, die andere Person in Ruhe zu lassen. Keine perfekte Herangehensweise, nur meine.
    • Fehler gehören dazu, weisen sie doch auf Fehlendes hin. Perfektion gibt es - in meinem Weltbild- sowieso nicht.
      Wenn schon Vervollkommnung, dann nur, um die bestmögliche Version von mir selber zu werden.
      (Wer und was immer das sein mag- ich bin ihr noch nicht begegnet). ;)
      Sachen gehen in Scherben, wenn die Scherben das Wirkliche besser treffen als das Heile. (Susanne Riedel)