Schlechtes Gewissen

  • Moin zusammen,


    was macht Ihr, wenn Ihr ein schlechtes Gewissen habt? Wie geht ihr damit (und mit Euch, wenn Ihr eins habt) um?


    Neugierige Grüße,
    Kirsten, die grad sehr von ihrem gepiesackt wird

    Sachen gehen in Scherben, wenn die Scherben das Wirkliche besser treffen als das Heile. (Susanne Riedel)

  • Selbst lasse ich nichts mehr "stehen", sondern gehe ins
    Gespräch und kläre, was zu klären ist.
    Ist eine Sache erstmal verhärtet, dann fällt es immer
    schwerer, sich zu erklären und es lastet einem auf der
    Seele (oder im Magen).
    Grüßle ate :hach:

    ~~~> "pure awareness" <~~~

  • Hello...


    Gestern hatte ich seit langem ein Gespräch mit einer mir lieben Freundin, sie wohnt weiter weg, so dass wir "eigentlich" regelmäßig telefonieren. Das letzte Jahr war das irgendwie nicht so und ich war auch pampig deswegen, so dass wenn wir telefoniert hatten, ich sie kurz gehalten habe. Ich bildete mir auch irgendwie ständig ein, sie kann oder will mir nicht folgen, im Gespräch. Es fühlte sich zäh und falsch an.


    Jedenfalls höre ich an ihrer Stimme dass etwas nicht stimmt und spreche sie sofort (wie das unsere Art ist) darauf an. Und sie erzählt unter Tränen, dass ihr Traum von einem Kind nun gänzlich gestorben sei, da sie wg. des Krebs für die nächsten fünf Jahre Tabletten nehmen muss, die bei einem Kind schwere Schäden am Hirn verursachen würden.


    Da ich aus eigener Erfahrung weiß wie groß der Schmerz ist, wenn der Hammer der Kinderlosigkeit gefallen ist, war ich sehr emphatisch und habe sie getröstet. Auch ich musste weinen. Es tat mir sehr leid für sie.


    Plötzlich kam es mir und ich fragte "Was´n für ein Krebs????" :denk:


    Als ich fragte lief es mir schon eiskalt den Rücken hinunter und das schlechte Gewissen die Beine hinauf und griff nach meinem Herz so derart, das ich kurz Stöhnen musste. Es tat schrecklich weh.


    Und sie plappert im lockeren Ton so dahin, dass sie mir doch von dem Knoten in der Brust erzählt hatte, letztes Jahr, im Januar?! Sie eine OP deswegen hatte usw. Ja, ja, ja, sage ich, dass weiß ich doch alles, aber sie meinte doch der wäre ohne Befund gewesen????


    Nein er war bösartig, sie hatte eine Bestrahlung, war auf Kur und müsse nun diese scheußlichen Tabletten einnehmen.


    Ich war ganz still und weinte. Wann? Wann hatte sie mir das erzählt? Warum kann ich mich nicht daran erinnern? Warum war ich nicht richtig für sie da? Was um alles in der Welt ist denn los mit mir?


    Und sie hat sich schon gewundert. Dachte ich sei böse auf sie. War zutiefst traurig, weil ich mich nicht besser gekümmert hatte. Wir haben beide so geweint. Das schlechte Gewissen hat mich fast erstickt und ich entschuldigte mich aufrichtig im Sekundentakt. Mir war so speiübel.


    Letztes Jahr, war mein Jahr des Ausruhens, des Atmens, des sich treiben lassen. Nichts tun, außer das Nötigste. Keine Baustellen, keine Schmerzen, kein Seelenkram. Treiben lassen im Alltag. Den Sommer genießen, viel Biergarten mit wunderschönen Abenden. Lustig war es und heiter. Locker und einfach. Ich habe es so sehr genossen.


    Habe ich nicht hingehört? Habe ich es überhört? Habe ich sie kurz gehalten, dass sie erst gar nicht dazu kam es mir so zu sagen, dass es bei mir ankam? War ich so egoistisch, weil es mir endlich gut ging und ich das genießen wollte?


    Was wenn es schlimmer um sie bestellt gewesen wäre? Was wenn sie sterben hätt müssen?


    Ich habe es nicht gewusst! Aber ich bin mir sicher, rückblickend, wollte ich es gar nicht wissen. Schuldig.


    Das schlechte Gewissen kroch mir aus den Ohren. Und ich habe es ihr genau so geschildert. Und sie kennt mich zu gut, als dass sie davon ausgehen müsste, dass ich sie belügen würde als ich sagte "Es tut mir so leid. Ich hab dich lieb."


    Ich weiß nicht ob dir das hilft?


    Sahne

  • Ihr habt ja recht, mit dem Klären.
    Manchmal ist's nicht ganz so leicht, wenn's einem das "Das tut man nicht" dazwischen schiebt.
    Nö, tut man auch nicht.
    Was, wenn ich mir mit dem, was "man nicht tut", selber was schuldig bleibe?
    Gefühle scheren sich manchmal 'nen Deibel um Moral...
    Aber Klären ist wohl doch das Richtige.
    Danke.
    LG
    Kirsten

    Sachen gehen in Scherben, wenn die Scherben das Wirkliche besser treffen als das Heile. (Susanne Riedel)

  • Liebe Kirsten,


    Klären ist auch bei mir erste Wahl.
    Allerdings kläre ich zunächst in meinem Innern,
    ich spüre erstmal nach,
    ob das "schlechte Gewissen" aus anerzogenem "das darfst, sollst kannst du doch nicht ..."
    oder
    aus echtem inner-eigenem Unbehagen entstanden ist.


    Falls es anerzogen ist, eine Nacht drüber schlafen und dann entscheiden, was wie zu tun ist
    Falls es echt ist, ebenfalls zur Ursachenklärung drüberschlafen und danach mit dem Gegenüber das klärende Gespräch suchen.


    Soweit die Theorie - es gelingt mir nicht immer, die Unterscheidung klar zu treffen ...


    Lieben Gruß


    Ulla (AlteEule)

    Ich habe von tausend neuen Wegen geträumt. Ich bin aufgewacht und meinen weitergegangen.
    (Chinesisches Sprichwort)


    Ich bin der wichtigste Mensch für mich, denn: Ohne mich kann ich nicht leben!

  • Danke. Einfach mal grad so.
    Wer Chancen bekommt, sollte die nutzen, nicht wahr? ;)


    Ich hab... die Klärung auf den Weg gebracht.


    Meine innere Klärung... mei, das ist gegen ziemlich viel, was mir als "richtig" beigebracht worden ist.


    Ich hab keine Ahnung... ich... Himmel nochmal, mich hat's erwischt. Und zwar so richtig erwischt.


    Nun sind Verliebte selten zurechnungsfähig - und wie das alles gehen soll, weiß ich auch nicht.
    Aber vielleicht hat das Leben nen eigenen Plan.


    Ich fühl mich grad wie 18 - aber nicht mal da war das so wie jetzt.

    Sachen gehen in Scherben, wenn die Scherben das Wirkliche besser treffen als das Heile. (Susanne Riedel)

  • liebe Kerstin,


    für mich kommt es drauf an, mit wem ich´s zu tun hab.
    Handelt es sich um eine nahe stehende Person ist für mich das klärende Gespräch
    sehr wichtig und mich zu entschuldigen, wenn ich was verbockt habe.


    Das kann dann auch ein innerer Dialog mit mir selbst sein, wenn ich mich mir selbst
    gegenüber nicht gut verhalten habe.


    Wenn es eine Person ist, die mir nicht wichtig ist, wo aber dennoch was Blödes gelaufen ist (zB. mal im Auto)
    entschuldige ich mich im Geiste bei ihr.


    Für mich ist beim schlechten Gewissen das oberste Gebot, dass ich mit mir wieder ins Reine komme.
    Das ist dann auch meine Treibkraft für alle weiteren Handlungen.


    Liebe Grüße,
    Julia


    Nachtrag- hat sich überschnitten mit Deinem letzten Beitrag :-) egal :-) Hach schön, wenn Du verliebt bist :-)

    ~ ich spüre, also bin ich ~

    Einmal editiert, zuletzt von Julika ()

  • Liebe Julia,
    Jaha... einerseits. Aber wenn's da nicht nen Haken bei gäb, hätt ich ja nun kein schlechtes Gewissen. ;)


    Bloß, das suchste Dir ja auch nicht aus. So, "Bumm, jetzt verlieb ich mich mal grad." So isses dann ja auch nicht.
    Aber meine Güte, was für ein Mann!
    Und ich wusste gar nicht, dass ich mich so... dass es mich so erwischen kann. Immer noch.
    Ich dachte, ich wär vernünftig. Und hätte gelernt, mein Herz vor neuer Verletzung zu schützen.
    Aber dagegen war ich niucht gewappnet.
    LG
    Kirsten

    Sachen gehen in Scherben, wenn die Scherben das Wirkliche besser treffen als das Heile. (Susanne Riedel)

  • ...du hast ein schlechtes Gewissen, weil du dich verliebt hast?


    Das ist doch eines der wunderbarsten Gefühle schlecht hin. Genieße es und lass dich treiben von dieser Blumen gesäumten Energie :rosa:


    Gruß Sahne

  • wenn's da nicht nen Haken bei gäb

    ich habe mir noch mal Gedanken gemacht. Genau darüber.


    Egal was der Mensch da mit sich bringt, kannst du gegen deine Gefühle für ihn nicht an. So ist das mit Liebe oder Verliebt Sein nun mal. Da wird man wahrlich nicht vorher gefragt ob das denn nun passend sei. Nehmen wir an, dieser Mensch ist nicht frei? Oder ein Vorgesetzter? Oder viel jünger? Oder wesentlich älter? Egal, kannst du nichts dafür, das es dich erwischt hat.


    Und so lange du nicht zur Tat geschritten bist, heißt jemanden vorsätzlich verletzt hättest, weil du z.B. die Bindung desjenigen nicht respektierst, ist alles gut. Da braucht es kein schlechtes Gewissen für ein wahrhaftig gutes und ganz bodenständiges Gefühl.


    Schwierig ist es für dich trotzdem alle mal.


    Sahne :denk:

  • du hast ein schlechtes Gewissen, weil du dich verliebt hast?

    Ja. Oder besser gesagt: Nein. Nicht, weil ich mich verliebt hab', sondern, weil die Situation ist, wie sie ist.
    Das Gefühl der Verliebtheit ist schön, aber die Umstände sind's nicht.


    Ich mein, man kann sich in sehr absurden Situationen verlieben.
    Ich hab Menschen nie für Besitz gehalten (und mich erst recht nicht "besitzen" lassen), aber so Dinge wie "Treue" oder "Vertrauenswürdigkeit", doch, das bedeutet mir schon was. Und vor dem Hintergrund find ich das grad gar nicht toll. Das mag mancher jetzt altmodisch, moralisch oder sonstwie finden, aber ich bin so.
    Aber der hat mich aus den Schuhen gehauen - und zwar auf allen Ebenen. Das ist so: "Wow! So jemanden gibt's?! in echt?! Ohne, dass gleich das Licht im Saal angeht und alles nur geträumt war?"

    Was is´n los hier?

    Anerzogene Moralvorstellungen, die sind hier los. Und Angst. Weil ... uiuiui... da kommt mir jemand richtig nah. So ganz- und ohne Filter. Huh... Halt ich das aus? Hält der das aus? So ohne Hintertürchen, was noch offen bleiben kann?

    Glückwunsch, wie wäre es, das Gefühl einfach zu genießen

    Wenn mein Verstand kurzzeitig mal die Klappe hält, kann ich das sogar. Leider plappert er sehr viel - und überträgt andaueernd alte Erfahrungen auf Neuland.


    LG
    Kirsten

    Sachen gehen in Scherben, wenn die Scherben das Wirkliche besser treffen als das Heile. (Susanne Riedel)

  • Nehmen wir an, dieser Mensch ist nicht frei?

    Er schon. Ich nicht.

    Oder viel jünger?

    Ein paar Jahre sind das schon. Aber Altersunterschiede haben mich nie sehr interessiert. In keiner Richtung. Und er ist definitiv ein Mann und kein Bub. Also, da steht nix zu befürchten.

    Leider plappert er sehr viel - und überträgt andaueernd alte Erfahrungen auf Neuland.

    ... und deswegen bin ich jetzt (erstmal) still. Bringt ja auch nix, das Ganze zu zerreden.
    LG
    Kirsten

    Sachen gehen in Scherben, wenn die Scherben das Wirkliche besser treffen als das Heile. (Susanne Riedel)

  • bin ich jetzt (erstmal) still

    Stille ist gut, hat mir hier mal jemand erklärt. Sich gehen lassen, nicht handeln und warten. Durchlaufen hat sie gemeint.


    Ich wünsche dir eine gute Lösung. Eines noch: wenn du nicht frei bist, was berührt der Mann dann, was du jetzt vermisst? In welche Lücke konnte er rein? Und kannst du dafür noch etwas tun? Oder ist es vorbei?


    Viel Kraft für die Findung von ganzen Herzen. und erzähle bei Zeiten wennst wieder magst.


    Gruß Sahne

  • Liebe Kirsten (sorry, hab sonst glaub immer Kerstin geschrieben),


    als ich mich in meinen jetzigen Ehemann verliebt hab, war ich in der Geschlossenen- ich hatte mir vorgenommen mal Männer-Pause zu machen- mindestens zwei Jahre und schwupps war da dieser wundervolle Mann, mit dem es sich allein wie ein Geschenk des Himmels anfühlte, einfach nur neben ihm im Auto zu sitzen und nichts zu reden. Einfach nur sein mit ihm. Ich hätte mit ihm ans Ende der Welt fahren können...so schön es auch war, es sorgte bei mir für Todesangst. Reden, reden, reden und nochmal reden über meine Ängste, Gefühle und Verwirrungen- zunächst mit anderen, dann mit ihm war für mich die einzige Lösung.


    Sei lieb gegrüßt Du Verliebte,
    Julia

    ~ ich spüre, also bin ich ~

    Einmal editiert, zuletzt von Julika ()

  • In welche Lücke konnte er rein?

    Wieso "Lücke"? "Lücke" würde bedeuten, da wäre etwas "unvollständig", als hätte etwas "gefehlt" oder würde etwas "fehlen". Das empfinde ich so nicht.
    Den Anspruch habe ich so gar nicht. An eine Beziehung. An einen anderen Menschen. An mich. Nein.
    Ich bin in mir vollständig. Mit oder ohne meinen Partner. Mit oder ohne "ihn".
    Vollständig in sich sein braucht keinen anderen. Weil da keine Lücke ist.
    Es gibt keine Lücke, die gefüllt werden kann (oder muss) durch meinen Partner, durch den, in den ich mich verliebt hab oder einen anderen.
    Es ist wunderschön, wenn da jemand ist. Es ist eine Ausdehnung, eine Erweiterung, das ja. Aber es ist nicht das Füllen einer Lücke in mir. Weil ich auch ohne Partner vollständig in mir bin.
    So war das aber schon immer. Klar vermisse ich in Zeiten, wo ich allein bin, manchmal ein Gegenüber, klar fehlt mir mitunter Nähe. Aber eine Lücke, die nur von einem?(bestimmten?) anderen Menschen gefüllt wrden kann? Nein.
    War noch nie so. Ich kann sehr gut (Eremit im human design, Wassermann- Venus in der Astrologie oder warum?) allein mit mir sein. Lieber allein, als mit einem, wo's nicht passt, nur um nicht allein zu sein. Ein Mann, der immer da ist, immer um mich rum ist, wär mir zuviel. Auch das übrigens schon seit immer. Brauch ich nicht, will ich nicht und kann ich nicht. Dazu bin ich zu selbstbezogen und zu freiheitsliebend auch.
    Dass es nur einen Menschen gibt, den ich lieben kann/darf/soll, hat sich auch nie wahr angefühlt - für mich. So nach dem Motto: "Es gibt Mr. Right und den muss man nur finden."
    Jede Beziehung ist in sich vollständig. So, wie sie ist. Es gibt nicht den einen Menschen/die euine Beziehung, die alles abdeckt, ein Leben lang.
    Von daher: Welche "Lücke"? Dahinter steckt ja (unausgesprochen) die Vorannahme, die Beziehung mit meinem Partner sei nicht vollständig und nur deshalb (und durch das, was da fehlt), könne ein anderer hereinkommen.
    So nach dem Motto: "Wenn eine Beziehung "in Ordnung" ist, dann kann "so etwas" (= sich in einen anderen Menschen verlieben) nicht passieren."
    Das halte ich für eine Überfrachtung von Beziehung und einen viel zu hohen Anspruch.

    Sachen gehen in Scherben, wenn die Scherben das Wirkliche besser treffen als das Heile. (Susanne Riedel)

  • Weil's mir grad auffäl lt Sahne :


    Das sind meine eigenen Empfindungen. Es kann gut sein (s. Dein eigener, anderer Faden) dass Du das anders empfindest/erlebst.
    Ich fiinde das völlig in Ordnung - und sage damit nicht, dass das, wie es für mich ist, "so ist" in dem Sinne, dass es allgemein gültig wäre.


    Das ist es nicht - und muss es auch nicht.
    Ich hatte allerdings tats#chlich nie diese romantische Voorstellung vom Prinzen für ein ganzes, langes Leben...
    Vielleicht ist das untypisch, weiß ich nicht.
    Ich glaube, nein, ich weiß, auch, dass es sehr tiefe seelische Verbindungen geben kann.
    Ich empfinde mich tatsächlich aber als ein vollständiges Ich, nicht als jemand oder etwas, was "komplettiert" werden muss.
    Und ich glaube auch nicht, dass die Länge/Dauer einer Beziehung etwas mit ihrem "Erfolg" zu tun hat. Nach dem Motto: "Wenn eine Beziehung endet, ist sie gescheitert, weil "gute" Beziehungen "eigentlich" ein Leben lang halten "sollten".
    Meine "Kriterien" (wenn man das so nennen mag) für eine "gute Beziehung" sind andere.
    Außerdem... wie sag ich das jetzt? Puh...
    Also. Meine Hingabe, das, wo ich die Zeit bei vergeß und die Schmerzen und all das, das ist Begeisterung. Immer gewesen. Wenn ich begeistert und fasziniert bin (von einem Menschen, einer Sache, einem Projekt, einer Frage, einer Beobachtung, etc). kann ich echt alles vergessen: Schmerz, Müdigkeit, Hunger, Angst, Verletztheiten... Das ist dann zwar nicht weg, aber es tritt beiseite, verstehst? Und dann engagier' ich mich, begeistert und hingebungsvoll.
    Und dann zähl ich nicht. Ob mich grad ein, zwei oder drei Menschen, Projekte oder Fragen begeistern, das ist egal. Darüber denke ich nicht nach dann. Das ist auch so, wenn ich liebe. Nicht immer, aber es kann so sein. Das ist dann loyal, aber nicht zwingend monogam. Wobei ich da nie ein Geheimnis draus gemacht hab', wenn's so war. Da hat's immer (von meiner Seite zumindest) offene Karten gegeben.
    Muß keiner verstehen, muss keiner genauso machen. Ich hab monogam, seriell monogam und offene Beziehung gelebt. Von daher schockt mich da nicht sonderlich viel.
    Aber das hier hatte ich echt nicht auf'm Zettel. So wirklich gar nicht. Ist ne andere Liga.

    Sachen gehen in Scherben, wenn die Scherben das Wirkliche besser treffen als das Heile. (Susanne Riedel)

  • Hallo zusammen,
    Ein schlechtes Gewissen habe ich immer dann, wenn ich einen meiner Werte verletzt habe.
    Seit ich mir bewusst gemacht habe welche Werte ich habe und ob es meine sind oder übernommene (Elternhaus/Gesellschaft) fällt es mir leichter hinter den Auslöser des schlechten Gewissens zu kommen und damit auch den Umgang damit zu bestimmen.
    Das Bitten um Verzeihung steht dann an, wenn ich mit dem was ich gesagt/ getan habe einen anderen Menschen geschadet oder missachtet habe. Da Menschen zu achten, zu respektieren und wertzuschätzen einen sehr hohen Wert für mich darstellt. Hier ist der 2. Schritt für mich... mir selbst zu verzeihen.
    Manchmal widersprechen sich die Werte in mir...
    Gibt es in verschiedenen Lebenssituationen verschiedene Prioritäten. Da heisst es auch manchmal das schlechte Gewissen auszuhalten und im Feuer stehen zu bleiben.
    Klärung strebe ich dort an wo Missverständlichkeiten sind. Dort wo ich ein schlechtes Gewissen habe ist selten Klärung notwendig, sondern Selbstverantwortung.


    Also meine erste Frage bei schlechtem Gewissen: Welchen Wert habe ich verletzt?


    Liebe Grüße
    Arthemesia

    [align=center]Es ist nicht die Aufgabe eines anderen Menschen mich zu lieben wie ich bin... es ist meine.