Anstrengung

  • Ich hatte gestern eine sehr eindringliche und doch so schlichte Erkenntnis. Auch mal wieder was, das wir alle hier sowieso 'wissen' - ja, ich behaupte wirklich ALLE: Dass schnell, leicht und billig niemals wirklich was bringt. Dass wir uns anstregend müssen, wenn wir zur Meisterschaft kommen möchten - egal auf welchem Gebiet.


    Und doch: in der Zivilisation -- alles in mir sträubt sich, das Wort "Kultur" in diesem Zusammenhang zu verwenden -- in der Zivilisation, in der wir aufgewachsen sind und die uns geprägt hat, bekommen wir, meist unbewusst, eine ganz andere Erwartungshaltung vermittelt.


    Ich habe das bei mir gestern bemerkt, als ich einen Text einer spirituellen Lehrerin las, in dem sie sinngemäß sagte, geistige Transformation erfordere Anstrengung. (Vergesst die 'geistige Transformation' geich wieder, darum gehts hier nicht.)


    Ich hab erst gar nicht verstanden, warum diese Aussage mich so erfreut hat.
    Dann kam ich drauf:
    Ich habe so viele Anleitungstexte schon gelesen und gehört, wo's heißt Es ist ganz einfach, leg los! Meditieren, Visualisieren, Kontemplation, Yoga, etcpp. Mach einfach, es ist ganz leicht, du kannst das, jede und jeder kann das.


    Und wenn ichs dann überhaupt nicht konnte, war ich total frustriert und dachte, ich wär halt unbegabt, es wär vergeblich, ich könnte es einfach nicht und würds auch niemals lernen, weil ungeeignet.


    Wie ermutigend, wirklich ermutigend finde ich dagegen diese Aussage:
    Wenn du Erfolg möchtest, dann musst du dich anstrengen und viel üben, und es wird dauern. Häng dich rein und bleib dran.
    DAMIT kann ich was anfangen. Wenn ich dann nicht gleich Erfolg habe, dann weiß ich, dass es nicht daran liegt, dass ich was falsch mache, oder es nie lernen werde, oder ich mich nicht genug anstrenge und sowieso nen Versager bin.
    Ich weiß, dass es daran liegt, dass ich erst am Anfang bin und zu üben habe. Geduld und Ausdauer sind gefragt, und das sind zwei wirklich schöne Kräfte.


    Ach, und wie oft hab ich selber Blödsinn verzapft, wenn ich andern was vermitteln wollte und sagte "Das ist ganz einfach."


    Etwas Neues anzufangen, etwas zu lernen und zu üben ist (meistens) überhaupt nicht einfach, sondern es braucht Hingabe und Anstrengung.


    Und das ist überhaupt nicht schlimm.


    Was dagegen ganz falsch ist, ist diese verhängnisvolle Gleichsetzung von


    EINFACH & LEICHT = GUT


    und


    SCHWER & ANSTRENGEND = SCHLECHT


    Ich behaupte, diese falschen Verknüpfungen wurden in fast allen von uns angelegt und werden täglich verstärkt. Z.B. durch Reklame. So wird Konsum gefördert und wir werden träge und mutlos gehalten.


    Jaja, sagt mein Gefährte der Studienrat (ja, wirklich). So isses in der Schule auch, alles soll einfach und leicht sein und Spaß machen...
    STOP!
    Da ist sie wieder, die verhängnisvolle Verknüpfung von Anstrengung = Elend .
    Lernen muss wirklich Spaß machen, sonst funktioniert es nicht gut (vgl. dazu Gerald Hüther). Deswegen kann (muss und wird) es trotzdem anstrengend sein.


    Anstrengung macht Spaß!


    Natürlich nicht jede Art der Anstrengung. Wenn sie mit ungesunden Schmerzen verbunden ist, ist sie unheilsam. Genauso schlimm - oder noch schlimmer und leider allgegenwärtig in der Zivilisation ist sinnlose und/oder fremdbestimmte Anstrengung. Sowas macht tatsächlich keinen Spaß. Und wird andererseits als Tugend, als Disziplin missverstanden.
    Gesunde Disziplin ist was ganz anderes. Ich achte z.B. immer disziplinierter auf meine Innere Stimme und folge ihr auch immer disziplinierter. Das ist nicht einfach. Doch sehr befriedigend und lohnend. Und es hat zur Folge, dass ich in den Augen der zivilisierten Normalität immer undisziplinierter erscheine.


    Eya. Was war da jetzt so bahnbrechend neu dran, o Vetch?
    Nicht viel---für mich war neu, dass ich sehr deutlich erkenne, wie tief ich von der Zivilisation geprägt bin. Wie oft ich doch, obwohl ich intellektuell was ganz anderes weiß, glaube, dass manche Dinge einfach und schnell gehen müssen.
    Ich bin echt froh, dass ich jetzt mal begriffen habe, dass in Wahrheit vieles Gute schwer und anstregend ist und lange Zeit braucht. => Ich muss nicht alles sofort können, ich darf in Ruhe üben. Und Spaß dabei haben.
    Wie SCHÖN!


    :)

  • Liebe Vetch,
    das was Du schreibst hat sich auch bei mir in der letzten Zeit verändert und ist an's Licht gekommen.
    Dabei ist mir aufgefallen: "schwer" + "leicht" ist ein Bewertung unseres Verstandes!
    Was sagt das Herz?
    Ich bin zu dem Schluß gekommen: das es ist wie es ist!


    Schwer und Leicht kommt auch durch den Vergleich mit Anderen zu stande und vergleichen mit Anderen ist meist nicht gut.
    Ich habe das für mich so gut es ging aufgelößt und sehe es als > mein Weg <!
    Ob ich da schnell vorann komme oder nicht, ist eigentlich egal. Ich gehe vorran weil ich mich einmal zu der Absicht entschlossen habe diesen Weg zu gehen. Wichtig ist sicher dass man sich dann davon nicht abbringen läßt.
    Konkurenz... höher, schneller, weiter..... Was es ja auch in der "spitituellen Scene gibt, sollte man "drauf scheißen" (mit verlaub)
    Wenn ich bei mir achtsam schaue, komme ich auch durch jeden Versuch und auch durchs Scheitern weiter.
    Ich habe gelern, dass für die geistige Welt vor allem deine Absicht zählt. Nicht zweifeln sondern daran fest halten!


    Ich muss gestehen, das das der Prozess, oder die Umstellung und Abtrennung vom gesellschaftlichen Mainstream schon was gedauert hat. Diese Wert von Konkurenz wurden mir ja über 50 Jahre eingebläut.

    Du bist der Himmel.

    Alles andere- ist nur das Wetter.

    ~ Pema Chödrön -

  • Die Aussage:


    es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen, stimmt.......


    es ist leicht wenn ich es kann, es ist schwer wenn ich damit anfange und üben muß um sagen zu können : es ist leicht.....



    Ich antworte immer wenn mir jemand sagt, "es ist ganz leicht" komm mit zum Bogenschießen oder Klöppeln oder sonst was, es ist ganz leicht......

    manchmal wünsche ich mir die Gelassenheit eines Stuhles
    den der muss auch mit jedem Arsch klar kommen


    Wer Rechtschreibfehler findet darf sie behalten, ich habe noch mehr davon

  • Stimmt zwar generell so, liebe Vetch, wie du es beschreibst, aber trotzdem kenne ich auch Situationen/Phasen, da war es am anstrengendsten, sich nicht anzustrengen. Gerade wer so gerne "Macher" ist, tut sich oft damit schwer, mal loszulassen und dem Strom zu folgen, zu vertrauen. Wenn Vertrauen auf dem Lehrplan steht, bekommt man häufig Herausforderungen, die darin bestehen, nicht eigene Kräfte und Fähigkeiten zu mobilisieren, sondern sich vom Leben tragen zu lassen, um irgendwo anzukommen, wohin man mit Anstrengung nicht gekommen wäre, oder dieses Ziel überhaupt nicht auf dem Schirm gehabt hätte.


    Wenn ich mich zu sehr anstrenge, frage ich mich auch, ob ich einfach nur alles kontrollieren will und ob eine umfassendere Intelligenz mich blockt, weil ich etwas anderes nicht sehen und mich nicht in diese Richtung navigieren lassen will - z. B. aus Angst vor Veränderung. Wenn ich meinen Kurs dann korrigiere, kommt die Leichtigkeit als "Zauber des Anfangs" ins Spiel (auch wenn dann wieder im nächsten Schritt Arbeit ansteht).
    Anstrengung ist nicht gleich Anstrengung. Wenn ich dem Herz folge, fließt mir trotz Anstrengung immer auch genug Kraft zu. Will ich ums verplatzen meinen Dickkopf durchsetzen, dann powere ich mich aus.


    Die Lösung für mich ist, mich für beides zu öffnen: für Anstrengung dort, wo ich eine Aufgabe nur so zufriedenstellend lösen kann und für Leichtigkeit, wenn das Leben mir etwas schenken will.


    Herzliche Grüße :heart:
    Erdherz

  • Liebe Vetch,


    von Anstrengung kann ich als Autodidaktin aber mal ein Wörtchen mitreden :zwinker:


    Was habe ich nicht gebüffelt um die ganze Geschichte mit diesem Mond zu verstehen. Ich habe nur wenige gute Bücher zu diesem Thema, aber diese wurden über bestimmt vier Jahre zerlegt, bis sich das ganze erschlossen hatte und mir ins Blut ging. Heute antworte ich beinahe frei, muss gar nicht mehr nach gucken und kann viel Wissen abgeben. Weil ich mich angestrengt habe es zu verstehen, um es nutzen zu können. Am liebsten nutze ich dieses Wissen nun für Haus, Hof, Garten und Gesundheit.


    Das verhält sich mit allem was mich begeistert, z.B. Grabovoi, Zahlenkunde, Quanten, Familienaufstellungen usw. Alles ist bis aufs Kleinste von mir zerlegt und analysiert. In erster Linie ob ich das überhaupt gebrauchen will und wenn ja, das ich es auch ja gut kann, ohne gravierende Fehler zu machen, die mir oder der Familie evtl. schaden könnten.


    Heute wo ich beinahe allen überflüssigen Eso Kram losgelassen habe und mich einzig der einen Quelle widme, fällt mir auf, dass das nicht so einfach ist.
    Ich bete mal eben kurz und schwupp ist mir geholfen. Nein! Ich merke dies bedarf zum einen einer aufrichtigen inneren Einstellung und das richtige mit Herz transportierte Wort. Das Denken mit ihm vermag einer gewissen Übung. Ich bin überzeugt in ein paar Jahren wird sich das bezahlt machen. Wobei ich meine, sofort gehört zu werden, aber nicht alles was ich sage im Gebet entspricht meiner inneren Wahrheit. Eher dem Verstand. Aber das muss man auch erst einmal verspüren können. Und das gelingt gut über die Anstrengung der Wahl des richtigen Wortes im Gespräch mit ihm.


    Auch in der Ehe ist eine Anstrengung nur erstrebenswert, wobei die Waagschale zu beachten ist. Mein Mann und ich reden unter uns sehr gerne über unseren Stolz darüber, das wir unsere Ehe, wie sie nun auf ihren festem Fundament steht, hart erarbeitet hatten und immer noch tun. Von nix kommt da einfach nix.


    Meine erste Socke zu stricken dauerte über ein ganzes Jahr. Ich wollte es unbedingt ganz alleine verstehen ohne dass mir ein "Strickprofi" dabei geholfen hätte. Und heute stricke ich wie eine Weltmeisterin all mögliche Socken :D Ja Anstrengung macht Spaß :top2:


    Trotzdem, und da bin ich nun bei Erdherz, ist es unheimlich wichtig, dass es auch mal leicht und einfach fließen darf. Gerade bei mir und meinem aktuellen Thema bin ich angehalten nichts durch Anstrengung zu erzwingen. Ich lasse mich damit treiben, bin sehr aufmerksam und lausche in mir ganz genau hin. Ich reagiere sanft und lasse wirken. Es ist ein ganz besonderer Prozess, auch mit viel Schmerzen und Tränen, aber alles in sich schlüssig.


    Wobei unterm Strich :denk: wird es anstrengend sein, das über die Zeit die es nun braucht (auszu-) halten. Die Anstrengung liegt hier, in der nicht vorhandenen Geduld und meinem Temperament mal wieder alles in einer Affen Geschwindigkeit zu erledigen, betont zu ignorieren.



    Mei, was du wieder für interessante Gedankengänge hast :top: ich bin ein Fan von dir.


    Gruß Sahne :sonne:

  • Ohh, so viel Input. Wie schön!


    Ich kann mit euren Posts sehr viel anfangen und fühl mich darüber hinaus inspiriert. Danke!



    Das hab ich alles noch mal zitiert, weils mir so gut gefällt. Aaaamen! :D


    Nur ersetze ich für mich in dem Text "leicht" und "schwer" mit "gut" und "schlecht". Warum - das kommt demnächst untendrunter. :)



    Auch in der Ehe ist eine Anstrengung nur erstrebenswert, wobei die Waagschale zu beachten ist. Mein Mann und ich reden unter uns sehr gerne über unseren Stolz darüber, das wir unsere Ehe, wie sie nun auf ihren festem Fundament steht, hart erarbeitet hatten und immer noch tun. Von nix kommt da einfach nix.


    Was du hier ansprichst, finde ich noch mal besonders passend, weils auch eins von den Dingen ist, die uns ganz verquer und unheilsam einprogrammiert wurden und werden.
    Fast jede Art von Schmachtschnulze, sei's in der Musik, in Filmen, Büchern, Zeitschriften etc. erzählt uns, wenn wir nur den Richtigen/die Richtige gefunden haben, dann wär alles gut, und leicht und schön und toll. Und wenns nicht leicht und gut und schön und toll ist, dann isses halt noch nicht der/die Richtige.
    Ich hab meinen Gefährten über ne Online-Plattform kennengelernt ("Gleichklang", ich mach gerne Werbung für die), und was mich als Erstes für ihn einnahm, war dieser Text auf seinem Profil:
    "...da nach dem Verliebtsein bekanntlich die "Arbeit" anfängt, wünschen wir uns Toleranz, Achtsamkeit und Respekt voneinander zu lernen, damit echte und innige Liebe wachsen kann..."
    Jo, und damit sind wir nun beschäftigt, mit dieser "Arbeit". Lohnt sich. Und wenn wirs nicht täten, wären wir nicht mehr zusammen. :)



    Stimmt zwar generell so, liebe Vetch, wie du es beschreibst, aber trotzdem kenne ich auch Situationen/Phasen, da war es am anstrengendsten, sich nicht anzustrengen. Gerade wer so gerne "Macher" ist, tut sich oft damit schwer, mal loszulassen und dem Strom zu folgen, zu vertrauen.


    Ja klar. :) Eine Grundregel des Lebens lautet: Es gibt keine Absoluten Wahrheiten - nicht hier in unserer 3-D Welt.
    Wie du ganz richtig scheibst, kann Loslassen und Leichtigkeit auch ganz schön anstrengend sein, und außerdem ist Anstrengung auch kein Wert an sich. Sie ist weder gut noch schlecht. Kommt immer, immer auf den Zusammenhang an, Set, Setting und Dosis. :)


    Mir gings ja nicht darum, das Lob der Anstrengung zu singen.
    Ich hab das gepostet, weil mir aufgefallen ist, dass ich mir wegen meiner Programmierung oft nicht erlaubt habe (vertrauensvoll schreibe ich das in der Vergangenheit), mir Anstrengung überhaupt zu erlauben, weil die Zivilisation und ich mir selbst vorgegaukelt haben, dass alles ganz einfach und leicht gehen müsse.


    Die Lösung für mich ist, mich für beides zu öffnen: für Anstrengung dort, wo ich eine Aufgabe nur so zufriedenstellend lösen kann und für Leichtigkeit, wenn das Leben mir etwas schenken will.


    Genau! Wie schön!


    Anstrengung ist nicht gleich Anstrengung. Wenn ich dem Herz folge, fließt mir trotz Anstrengung immer auch genug Kraft zu. Will ich ums verplatzen meinen Dickkopf durchsetzen, dann powere ich mich aus.


    Sehr gut gesagt, finde ich. Das passt gut zu dem, was Burkhard geschrieben hat, und ihr beleuchtet, finde ich, einen weiteren Aspekt der Sache:


    Dabei ist mir aufgefallen: "schwer" + "leicht" ist ein Bewertung unseres Verstandes!
    Was sagt das Herz?
    Ich bin zu dem Schluß gekommen: das es ist wie es ist!


    Verstand und Herz - aye.


    Es ist, so seh ich das, eine Aufgabe des Verstandes, zu bewerten, abzuwägen, zu unterscheiden.


    Wobei, so wie ich das sehe, sind "schwer" und "leicht" keine Bewertungen des Verstandes. Wie du schreibst, Burkhard: Es ist wie es ist. Schwer, anstrengend, einfach, leicht - das sind Manifestationen, die der Körper spürt, und auch das Herz.
    Der Verstand kommt ins Spiel, wenns darum geht, diese Manifestationen zu bewerten mit angenehm, lästig, grässlich, schön etc.
    Der Verstand führt uns dann weiter, wenn wir uns von ihm führen lassen, wenns um Strategien der Vermeidung oder Verstärkung geht.
    Der Verstand kann uns dann auch das Herz schwer machen und die Wahrnehmung des Herzens trüben und seinen Kanal zur Quelle ganz eng und schmal machen.


    Der Verstand - der Intellekt - ist ein so wunderbares Werkzeug, doch so wie ich das zur Zeit sehe, hat er keinen Draht zur Quelle. Der Draht zur Quelle führt über das Herz. (Dazu passt, finde ich, die PCS-Tarot-Karte "Die Liebenden". Warum? Ich linke der Einfachkeit halber zu nem alten Post von mir, Was ist das Ego? - zu lesen ab "Zur Illustration")


    Und doch ist das Herz auch nicht die Instanz, die uns allein führen soll.


    Herz und Verstand, so sehe ich das zur Zeit, sind die Kräfte, die unseren Wagen ziehen - gemeinsam. Eine schöne Illustration dazu finden wir auf der Tarotkarte Der Wagen von Pamela Colman Smith. Die beiden Sphingen repräsentieren in dem Zusammenhang Herz und Verstand, die so oft in verschiedene Richtungen ziehen. Die Kunst des Wagenlenkers (die Seele... der Wille... das heile Ego... setze ein, was für dich stimmig ist) besteht darin, diese beiden Kräfte in eine Richtung ziehen zu lassen.
    Bei vielen Wagen - bei vielen Menschen - ist eine Sphinx stärker als die andere, oder eine ist ganz verkümmert und zieht nicht mit. So fährste bestenfalls in in anstregendem Zickzack (und das ist nicht die schöne Art der Anstrengung, die ich im ersten Post meinte...) oder schlimmstenfalls im Kreis.


    Ja, und wie ziehen Herz und Verstand in eine Richtung?


    Im Tarot wie ich es kenne - so wie's die meisten kennen - wird der Verstand repräsentiert durch die Schwerter. Sehr passend. Ein Schwert - oder auch ein Messer - ist ein Werkzeug. Wer es kunstvoll gebrauchen möchte, muss üben (Anstrengung... :) ). Es kann trennen und abschneiden. Es kann verletzen und als Zwangsmittel missbraucht werden.
    Doch der Verstand, so seh ich das, SOLL unterscheiden und abwägen und bewerten. Bloß eben nicht nach Maßstäben, die lebensfeindlich sind. Und was uns in der Zivilisation beigebracht wird, was wir als 'normal' zu akzeptieren gerlernt haben, ist sehr sehr oft leider absolut lebensfeindlich und unheilsam. So wird er Verstand wird als Werkzeug missbraucht, das uns erklärt, es gäbe "keine Alternative", es gäbe Sachzwänge, wirtschaftliches Wachstum sei das allerwichtigste, etc.pp.


    Doch wenn der Verstand nicht auf alles hört, sich nicht alles einverleibt und reproduziert, was ihm von außen eingetrichtert wird, indem er stattdessen das Herz hört und sorgsam prüft und auswählt, dann bewegt sich unser Wagen entlang unseres Weges.


    Ich antworte immer wenn mir jemand sagt, "es ist ganz leicht" komm mit zum Bogenschießen oder Klöppeln oder sonst was, es ist ganz leicht...


    Hehe. Genau! :heart:



    wg. Copyright: Die kleine Triskel hab ich selbst gemacht, und wer will kann sie gerne verwenden.

  • Dass wir uns anstregend müssen, wenn wir zur Meisterschaft kommen möchten - egal auf welchem Gebiet.

    Hm... wenn es das Ziel ist, ein Meister zu werden (egal, auf welchem Gebiet), dann magst recht haben. Wenn nicht, wird die
    Aussage doch arg frag-würdig. Der Frage würdig - aber ich stell die jetzt nicht und verschon Dich :D (Steinböcke klettern halt gern - auch durch karges Gebirge - da sind sie daheim.)


    Ich mach grad die Erfahrung, dass es da langgeht, wo's leicht ist - da, wo's selbstverständlich ist, zu sein. Also gerade das "da, wo es leicht ist, da geht's lang". Was weiß Gott nicht heißt, sich andernorts nicht anzustrengen - im von Dir beschriebenen Sinne.
    Aber was sein soll, kommt auch mal leicht daher...

    Sachen gehen in Scherben, wenn die Scherben das Wirkliche besser treffen als das Heile. (Susanne Riedel)

  • Ajooo, klar!

    Mir gings ja nicht darum, das Lob der Anstrengung zu singen.
    Ich hab das gepostet, weil mir aufgefallen ist, dass ich mir wegen meiner Programmierung oft nicht erlaubt habe (vertrauensvoll schreibe ich das in der Vergangenheit), mir Anstrengung überhaupt zu erlauben, weil die Zivilisation und ich mir selbst vorgegaukelt haben, dass alles ganz einfach und leicht gehen müsse.

    Und oh, ich MAGS, wenns leicht und einfach geht. Nur, manches braucht halt Anstrengung, und das ist auch oft gut.



    :)

  • Ihr Lieben,


    das Wort "Anstrengung" ist für mich zu stark einschränkend.
    Ich liebe es, ein Ziel zu haben und es anzustreben.
    Ziele und Ergebnisse fallen nicht vom Himmel und sind schwupps plötzlich da, ganz ohne mein Zutun.


    Für mein Verständnis
    muss ich etwas tun, mich selbst einbringen, um (m)ein Ziel zu erreichen.


    Ob dieses "Tun" anstrengend ist? Anstrengung sein muss?
    Manchmal beschränkt sich dieses "Tun" darauf, "dem Geschehen seinen Lauf zu lassen",
    manchmal beschränkt sich dieses "Einbringen" darauf, mich zurückzunehmen,

    manchmal sehe ich das Ziel und gehe Schritt für Schritt folgerichtig und anstrengungslos, immer weiter übend mäandernd darauf zu,
    manchmal "strample ich mich ab", erschöpfe mich in - vergeblicher - Anstrengung,
    bis ich schließlich die Anstrengung loslasse, durchatme, ... , andere Wege finde ...
    **********
    Bleibt ihr fröhlich!
    Es grüßt
    AlteEule (°V°)



    Ich habe von tausend neuen Wegen geträumt. Ich bin aufgewacht und meinen weitergegangen.
    (Chinesisches Sprichwort)


    Ich bin der wichtigste Mensch für mich, denn: Ohne mich kann ich nicht leben!

  • Ihr Lieben,


    ein musikalischer Mensch lernt ein Instrument ... wann wird das Lernen anstrengend ?


    Ich hörte ein Kind Klavier üben und fand es entspannend, weil das Kind die Teile des Stückes, die virtuoser waren, im ganzen wiederholte und so ein neues Musikstück formte. :heart:


    Das lehrte mich, das was ich gerne mache im Spiel zu üben.


    Eine Sportart, eine Arbeit, ein besonderes Tun ... mit Ziel, was macht das anstrengend ???
    Ist es nicht so, dass dieses Ziel in einer gewissen Zeit erreicht werden soll?

    Wer schafft den Druck zur Anstrengung ?
    Die erlernte Kondition?
    Also
    Das EGO oder der Verstand, die uns in Verhaltensweisen anerzogen wurden?
    Es ist völlig egal wer diese Er-Ziehung durchführte, sie zu durchschauen ist wichtig,
    und diesen vielleicht blinde Fleck zu beleuchten, wodurch diese Sache anstrengend ist.


    -Ein anderes Thema der Anstrengung sind für mich, die auferlegten Tätigkeiten.
    Das kann auch ein sinnfreien Fach in der Ausbildung sein, welches aber in den Statuten steht,
    oder eine Aufgabe, die keiner machen wollte, die aber getan sein muss, um Gefahr abzuwenden.


    Es gibt noch eine Menge anderer Beispiele von Menschen auferlegten Anstrengungen,
    die meisten können beendet, oder an Spezialisten abgegeben werden.


    -Noch ein anderes Beispiel ist die Astrologie.
    Es gibt Zeiten, da fällt das Leben leichter,
    und andere in denen die Aufgaben schwerer/anstrengend sind.


    Gestern hörte ich einen Vortrag von der Astrologin Silke Schäfer.
    Nach ihren Angaben kommen gerade auf die Krebse und Steinböcke 2019 große Aufgaben zu,
    die die Familie betreffen, Altes soll geklärt werden und befriedet.


    Ja, da sehe ich mich schon mittendrin in diesem Klären ... doch weiß ich im Grunde nicht genau, wie das gehen soll ...
    Und das finde ich anstrengend.


    Blinde Flecken zu beleuchten ist in Gesprächen leichter.
    Da braucht es kompetente Menschen als Gesprächspartner


    und nicht einen der sagt, "Ja, das ist eben so."
    oder "Der Herr Jesus wird alles schon richten."


    Herzliche Grüße
    Kerstin

    ... alles hat seine Zeit ...

  • Blinde Flecken zu beleuchten ist in Gesprächen leichter.
    Da braucht es kompetente Menschen als Gesprächspartner

    Ja, Gespräche, Aussprache, Ansprache, Diskussion sind hilfreich und nehmen manchem anstrengenden Tun etwas von seiner Schwere.


    Lieben Gruß
    AlteEule (°V°)

    Ich habe von tausend neuen Wegen geträumt. Ich bin aufgewacht und meinen weitergegangen.
    (Chinesisches Sprichwort)


    Ich bin der wichtigste Mensch für mich, denn: Ohne mich kann ich nicht leben!


  • Ich habs von zu Hause so mitbekommen, dass Anstrengung notwendig ist und dass manche Dinge auch erst dann an Wert gewinnen wenn ausreichend Anstrengung und Arbeit investiert wird. Das tut mir zwar nicht immer gut, allerdings hat es auch was wertvolles, weils mich vor totalen Durchhängern schützt. Freude oder Passion ist bei der Form von Anstrengung nebensächlich, d.h. ich muss anderweitig für Ausgleich sorgen um die Batterien wieder aufzufüllen.


    Anders erlebe ich es, wenn Wille und Freude mit der Anstrengung einhergehen. Wenn ich an einer Sache arbeite auf die ich wirklich Bock habe, dann ist das auch anstrengend aber anders. Ich kann abends total müde und erschöpft ins Bett fallen und bin trotzdem total zufrieden mit mir und der Welt ohne dass ich mich ausgelaugt fühle. Diese Form der Anstrengung speist einen irgendwie schon während der anstrengenden Tätigkeit mit Energie.


    Wo es bei mir bisher immer schief lief, wenn ich mich für andere anstrengen wollte oder dachte ich müsse mich anstrengen um liebenswerter zu sein o.ä. Wenn ich am Anfang einer Tätigkeit schon an das Resultat und die Reaktionen der Anderen denke, anstatt den Prozess zu genießen, weiß ich eigentlich meistens schon welche Mechanismen wieder in mir greifen.


    Manchmal überwiegt das eine, manchmal das andere. Dass Anstrengung auch Genuss bedeuten kann, musste ich erst lernen bzw. muss ich immer wieder lernen. Auch dass einfach & leicht manchmal wirklich gut ist, genauso wie schwer & anstrengend manchmal schlecht für mich ist. Manchmal, nicht immer.