Empathie und oder das Tragen für....

  • Einen wunderschönen Moment ihr da :sonne:


    Gestern ist mir aufgefallen, das ich durch meine stark ausgeprägte Empathie dazu neige Gefühle und Gedanken anderer unbewusst zu tragen oder im Moment zu übernehmen. Zum Beispiel im Kino saß ich neben einer Frau und die Filmmusik begann und mir wurde furchtbar weinerlich ums Herz und wenige Momente später schluchzte ich mit der mir Unbekannten den ganzen Film über um die Wette. Es war ein sehr berührender Film und ja ich neige zu Tränen, aber ich habe aus tiefsten Herzen heraus schluchzen müssen. Sogar mein Mann war sehr verwundert und ich flüsterte die ganze Zeit, dass ich es einfach nicht abstellen kann. Erst nach ein paar Tagen später kam es mir in den Sinn, ob ich nicht stark mit der Frau mitgefühlt hatte? Quasi in ihrer Energiesuppe gesessen hatte.


    Ein anderes mal fiel mir eines Tages auf, dass ich mich mit dem Kauf eines Traktors beschäftigte???? :ohmann: Im Netz verglich ich Modele und Preise. Meinem Mann erzählte ich dass so nebenbei, weil ich es urkomisch fand, da ich echt kein Interesse an solchen Maschinen habe und er meinte verwundert: "Ach du auch?" Und er sagte das er sich seit Wochen damit herumschlagen würde, sich einen Traktor kaufen zu wollen und nicht gewusst hatte wie er mir so eine Ausgabe schmackhaft machen solle. Völliger Quatsch, denn er brauchte tatsächlich so eine Maschine als Unterstützung auf unserem Hof. Gekauft!


    Wenn ich arbeite, sind die Menschen welche mich in Anspruch nehmen sehr verwundert über das was ich sage, da es "exakt" ihre Gedanken widerspiegelt oder ihr Problem darstellt. Ich habe mir da noch nie Gedanken gemacht darüber, das ist halt so. In den Familienaufstellungen sind die Therapeuten auch immer ganz fasziniert von mir und meiner "Gabe" mich hineinfühlen zu können.


    In meiner Arbeit kommt mir das bei der Aufnahme der Patienten sehr zugute. Innerhalb weniger Augenblicke kann ich unbewusst fühlen mit wem ich es zu tun habe und reagiere dementsprechend. Was hin und wieder zu großen Augen führt. Fast schon ertappt fühlen sich manche von mir :hospital:


    Also das kommt mir seit gestern irgendwie alles sehr bewusst durch den Sinn. Ganz seltsam, wie plötzlich etwas im Raum steht und man es zum ersten mal sieht, obwohl es schon sehr lange ein Teil von einem zu sein scheint :denk: als würde jemand den Vorhang lüften.


    Also was mich jetzt daran so sehr beschäftigt ist, das unbewusste Tragen der Gefühle und Gedanken anderer bei mir bis dato so unbewusst geschah, und welche Schutzmaßnahmen ich ergreifen kann, um das in Zukunft abzuwenden bzw. bewusst einzusetzen?


    Und ergeht es einigen von Euch ebenso?


    Ich denke ich bin die letzten Jahre etwas zu offen daliegend durch die Welt marschiert, was zu diesem hohen Energieverlust führen kann, denn ich täglich durchmache. Also nicht alles kann dann dem verlorenen Zwilling zugetragen werden? Und ich habe da den Verdacht, das ich einen gewissen Schwermut meines Partners übernehme, den er nicht tragen will, da er sich sonst darum zu kümmern hätte?


    Vielleicht hat jemand von Euch ein paar erhellende Gedanken für mich zu diesem Thema übrig? :idee: Das würde mich freuen. Und vielen Dank für das sich Zeit nehmen.


    Liebe Grüße Sahne :zwinker:

  • :freude::hüpfen: Hurra mein Thema liebe Sahne :hüpfen::freude: ,


    Empathie ... ja --- :]
    Tragen für ... nein :nein:
    aber im Team bei neuen Aufgaben auch jaaaaa :]


    Wir Menschen sind mit Spiegelneuronen ausgestattet, die uns als Kinder lächeln lassen,
    wenn die Mama oder der Papa sich über uns beugt und lächelnd spricht.
    Diese Spiegelneurone sollen für unsere Empathie verantwortlich sein.


    Mit Geschwistern, im Kindergarten/Schule, durch die Arbeit mit oder an Menschen bauen wir diese Fähigkeit aus,
    und dann kann es zu solchen von Dir beschriebenen Situationen kommen, wobei bei dem Film wohl die "Frauengruppen Dynamik" mitspielt.
    Mit vielen von uns kannst Du in Kino gehen und die Tränen fließen in Strömen, während der Körper von Schluchzen geschüttelt wird,
    aber dann trägst Du wie ich auch nur die Sentimentalität oder Schwere aus Deiner oder ich aus meiner Erfahrung.


    In meiner Arbeit als Krankengymnastin hat mir immer der Begriff geholfen: Schweigepflicht
    Also wenn eine noch so schlimme Geschichte auf dem Tisch beweint wurde,
    wusch ich diese mit dem Händewaschen nach der Behandlung wieder ab
    und ließ diese bei dem Patienten oder in der Kabine die gelüftet wurde.


    Der Begriff: professionelle Distanz
    ist/war mir zu schwammig ... nein, so hätten meine Hände und Worte/Stimme nicht helfen können,
    aber das Leid zu tragen, nein das brauche ich nicht.


    Bei Partnern oder Kindern kann einem schon mal der gleiche Schmerz in die Glieder fahren,
    doch das ist das Zeichen STOP: :stop: , das gehört nicht zu mir!
    Vielleicht, so empfinde ich es, ist dieses Mitfühlen (gleicher Schmerz) die Warnung unseres körperlichen Anteils,
    hier Abstand zu wahren, um sich selbst zu schützen.



    Bei Neuen-Ideen ist es klasse am gleichen Strang zu ziehen und neue Fäden aus der eigenen Erfahrung einzuflechten.
    Das Arbeiten im Team braucht das Mittragen und Verändern von fremden Ideen, um diese weiter zu entwickeln.




    Und ergeht es einigen von Euch ebenso?

    Ja, nur trage ich der anderen Leid nicht.



    Ich denke ich bin die letzten Jahre etwas zu offen daliegend durch die Welt marschiert, .......


    Und ich habe da den Verdacht, das ich einen gewissen Schwermut meines Partners übernehme, den er nicht tragen will, da er sich sonst darum zu kümmern hätte?

    Wenn Du in die Schwermut des Gefährten übernimmst, ist das wie wenn Du mit ihm, wenn er Alkoholiker wäre Alkohol trinken würdest ...
    Oder ... er trägt einen Fels ... und Du trägst den Gleichen.


    Du spürst den Fels, aber das ist nicht Deiner ... Du kannst ihm vorschlagen einen Fachmenschen zu engagieren, den Fels zu zerschlagen, aber beim Mittragen gehst Du kaputt.


    Das ist bei seelischen Felsen schwerer als bei echten, denn für den echten haben wir tolle Geräte.
    Manchmal kommt aber auch ein Helfer ins Leben geschneit, der gerade diesen seelischen Felsen löst ...


    Liebe und Wertschätzung, Lob und Zuversicht läßt Felsen schrumpfen.


    Nun wünsche ich Dir einen schönen Tag,
    und jedem anderen, der/die bis hierher las auch :heart:
    Herzliche Grüße
    Kerstin

    ... alles hat seine Zeit ...

  • Was Du beschreibst, liebe Sahne, ist keine Empathie. Das ist Medialität.


    Was Empathie ist und was nicht, findest Du hier, meiner Meinung nach hervorragend beschrieben (immer wieder: Danke, Rick!):
    worldempathy.org/index.php?opt…og&id=2&Itemid=17&lang=de
    Was Du beschreibst, ist das Verschmelzen mit einem anderen Bewusstsein. Das ist keine Empathie (Einfühlung), sondern Medialität, aufgrund einer Ich-Grenze, die etwas dünner/poröser ist als bei anderen.

    Und ergeht es einigen von Euch ebenso?

    Ja, schon immer. In meiner Familie war das überlebenswichtig, das zu können.
    Ich setze das beruflich auch immer wieder ein - und es hilft den anderen oft genug.
    Allerdings bin ich glücklicherweise auch ein sehr rationaler Mensch, so dass ich mich einigermaßen abgrenzen kann (wenn ich mein eigenes Bedürfnis nach Ruhe und Alleinsein ausreichend beachte und erfülle).
    Die Kombination von starker Emotionalität und vorhandener Medialität wirkt sich oft eher ungesund aus, in dem Sinne, dass sie psychisches und körperliches Ungleichgewicht und Instabilität erschaffen kann.
    LG
    Kirsten

    Sachen gehen in Scherben, wenn die Scherben das Wirkliche besser treffen als das Heile. (Susanne Riedel)

  • Hurra mein Thema

    freut mich :hüpfen: und vielen Dank für deine Worte.


    Tragen für ... nein

    Es gibt aber sehr wohl die Dynamik das Menschen für Menschen, insbesondere in einem Familienverbund, für einander tragen können. Es gibt sogar Suizide die begonnen werden mit dem Hintergrund dass einer sich umbringen möchte, aber der andere dafür an seine Stelle tritt. Oder ein Suizid wird begonnen um nachzufolgen....


    In sehr engen und intensiven Beziehungen werden die Felsen gemeinsam getragen, weil es für einen zu schwer sein kann. Das ist eine stille Übereinkunft und führt zwangsläufig zu

    beim Mittragen gehst Du kaputt

    Liebe und Wertschätzung, Lob und Zuversicht läßt Felsen schrumpfen

    Stimmt. Ich denke es ist nicht wirklich sein Felsen. Eher etwas von weit hinten, seit Generationen getragenes und wenn ich medial 8o wäre oder bin, dann würde ich es quasi nicht mittragen sondern einfach transportiert bekommen aus der Ahnenreihe vielleicht?


    Wenn ich das jetzt so richtig verstehe Panther-Adler ?

    Verschmelzen mit einem anderen Bewusstsein

    ...kann ich ja dann auch mit jemanden der bereits verstorben ist?

    In meiner Familie war das überlebenswichtig, das zu können

    Da teilen wir nicht die gleiche Geschichte, aber vielleicht das Selbe in einer Art....


    Wenn ich so nachdenke :denk:


    Wusste ich binnen weniger Momente, wer oder was im Raum gerade Gutmensch war oder Opfer, bis hin zu den Gefühlen. Als Kind nutzte ich das um mich aus der Schusslinie zu bringen. Ich wusste immer ganz genau, wann es besser war zu schweigen oder (mein Gott) geht das auch über eine Distanz? Denn ich trödelte ganz bewusst den einen oder anderen Tag vom Schulweg heim, weil ich wusste was mich erwartet. Viele Tage waren gut, und da war dann dieser einen Moment in mir, der mich Gänseblümchen pflücken hat lassen oder Schmetterlinge beobachte, Hauptsache nicht heim. Ich nannte das bisher Instinkt.


    Werden nicht alle Kinder so "geschult", wenn es zu Hause nicht sicher ist?

    Ich setze das beruflich auch immer wieder ein

    Ja das tue ich ebenso unentwegt, aber halt nicht bewusst, denn ich kenne es nicht anders. Also ich ging dann mal schön unbewusst davon aus, das dass so ist, bei jedem Menschen?! Ich weiß gar nicht warum es mir jetzt auf einmal so aufgefallen ist und mich dazu auch noch beschäftigt.


    Es wird leicht durcheinander gerade, und wahrscheinlich gehört alles zusammen ;) und ich denke das zu sein, ist ein großer Teil davon, warum ich anders bin? Warum ich nicht dazugehöre? Warum die mich immer so seltsam angucken, wenn ich zum labern anfange?


    Jemand meinte zu mir es sei ein wenig unheimlich mit mir befreundet zu sein, weil ich hineinschauen würde. Aber ganz ehrlich, ich schlage niemanden vor den Kopf, wenn ich etwas sehe/fühle. Denn ich bin ja davon ausgegangen, dass ich net ganz richtig bin, mit meiner Gefühlswelt. Auf gut deutsch, ich habe einen an der Waffel?


    Und das geht oft so schnell das ich nicht mehr identifizieren kann, was meins ist und was zur Verwirrung gehört, heißt das das dann zu jemanden gehört.


    Vor einer Woche ging es beim Griechen los. Die Frau am Nachbarstisch war gewaltig sauer auf ihr männliches Gegenüber. Rein äußerlich hat man ihr das nicht angesehen, aber holla hatte die eine Stink Wut. Das war so schlimm für mich, dass ich meine Gesellschaft darum bat, einen anderen Tisch einzunehmen. Erklären konnte ich das nicht, tat ich auch nicht. Allen war der Aufwand total peinlich vor dem Wirt "Du schon wieder!" waren meine Erntesätze :pardon:


    Aber ich empfinde das als sehr belastend. Es lenkt mich ungemein ab, von dem was ich eigentlich machen möchte. Es kann so schlimm werden, dass ich mich auf das Gespräch nicht mehr konzentrieren kann, weil ich bei diesen fremden Gefühlen bin.


    Mein Mann sagt immer schon dazu "Tust du schon wieder Zeitung lesen?" Das geht über den ganzen Raum. Ich muss nicht hören können, was andere miteinander sprechen, ich fühle es...... :rolleyes: ......um was es geht.

    Das ist Medialität

    Reicht das Bewusstsein darüber um Schutzmaßnahmen zu ergreifen?

    aufgrund einer Ich-Grenze, die etwas dünner/poröser ist als bei anderen.

    Ist Medialität und Hochsensibilität ein Unterschied?


    Ich-Grenze, kenne ich nicht. Ich bin immer irgendwie alles, der ganze Raum, das Volksfest, die Oper, der Tumult, die Umweltverschmutzung, die Gedanken und Gefühlswelt anderer. Ich bin ein Gemisch aus all dem, und obwohl ich mich als einsamsten Menschen der Welt empfinden kann, könnte ich nicht beschreiben wo meine Ich-Grenze ist.


    Ich sitze Meter weit von meiner Chefin weg und denke auf einmal an Schwangerschaft. Ich schaue sie an und frage "Bist du schwanger?" und sie sagt ganz ruhig "Nein." und ich "Du lügst." Da war sie in der zweiten Woche, erzählt sie mir im Anschluss total verwundert und wie ich den darauf gekommen sei. Aber in der Regel behalte ich diese "empfangenen" Gefühle für mich.


    Es fühlt sich für mich so an, dass wenn ich den bewussten Umgang damit verstehe, es ein Talent oder eine Gabe sein kann?


    Danke für eure Gedanken dazu.
    Liebe Grüße und noch ein schönes Wochenende :abheben:
    Sahne :sonne:

  • Abgrenzung kann man lernen und - imho - sollte man auch.


    :)

    Gesundheit ist der größte Reichtum.
    Zufriedenheit ist der wertvollste Schatz.
    Liebe ist der beste Freund des Herzens.
    Und all das steht dir zu.
    ***
    "lucia@geistertrommel.de"

    ***
    Pretty words are not always true; true words are not always pretty.

  • Liebe alle,


    ein spannendes Thema, besonders die Abgrenzung Empathie – Medialität interessiert mich jetzt doch besonders.


    Ja Panther-Adler, ich hab den Link gelesen, aber wie genau würdest du unterscheiden und sind das deiner Meinung nach eher fließende Übergänge oder siehst du eine scharfe Grenze?


    Aus meiner Wahrnehmung heraus empfinden sich die meisten Menschen häufig empathischer als sie dann bei genauerem Hinsehen sind. Wenn ich das analytisch mit dem Human Design (HD) betrachte, so kann ich sehr gut eingrenzen, wo ein Mensch besonders offen ist und wo er eben doch nur sein eigenes lebt und auch nach außen projiziert und von dort zurückgespiegelt bekommt, als scheinbar Fremdes.


    Die Offenheit/Empathie kann Gefühle betreffen (ich fühle, wie du fühlst), den Gesundheitszustand (mir geht es so, wie es dir geht), das allgemeine Energielevel (ich habe soviel Energie wie du), den Druck und Stress (ich hab Stress, weil du ihn hast), die Willenskraft (ich will, was du willst), die Gedankenwelt anderer (ich denke, wie du denkst) , ihr Ausdrucks- und Handlungsvermögen (ich spreche/handle so wie du). Das ist jetzt natürlich alles sehr grob vereinfacht dargestellt.


    Im HD ist es aber ganz klar abgegrenzt, wie diese Offenheit funktioniert, nämlich über Aurakontakt. D.h. ich spüre, wenn ich neben jemanden sitze z.B. wie ist der drauf, hat der Druck, ist er gesund. Das alles würde ich nicht als Medialität bezeichnen, sondern tatsächlich als Einfühlung, je nach dem, was an Antennen und Sendern unmittelbar da ist. Da ist es dann z.B. auch hilfreich, wenn man so wie Sahne das tat, sich einfach in eine andere Ecke setzt, um aus dem Wirkkreis der Energien des anderen herauszukommen.


    Medialiät finde ich so ein großes Wort. Empathiefähig sind wir alle auf die ein oder andere Art und Weise, und auch da ist der korrekte Umgang damit schon sehr wichtig. Denn wenn ich mich z.B. mit Gefühlen identifiziere, die gar nicht meine sind, dann trage ich auch automatisch und unbewusst Dinge, die nicht meins sind. Hilft weder mir noch dem anderen. Im Gegenteil, wo ich offen bin, nehme ich nicht nur auf, sondern verstärke zusätzlich. Zum Beispiel gibt jemand, der Gefühle anderer aufnimmt, diese auch noch verstärkt wieder raus. Darum sind die emotional offenen auch meist die, die als sehr emotional gelten. Dabei sind sie nur spiegelnder Verstärker ihrer Umwelt.


    Medialität empfinde ich anders, vielleicht als konkreter, z.B. konkrete Inhalte, womit sich ein anderer gerade auseinandersetzt, Daten aus seiner Vergangenheit z.B., und auch über die Ferne. Das sind dann Sachen, die ich so über das HD nicht erklären kann, weil die auf einer anderen Ebene liegen. Außerdem ist Medialität eigentlich sowas wie eine Spezialisierung, eine Fähigkeit, die auch genutzt werden will, so jedenfalls in meinem Verständnis. Wie seht ihr das?


    Medialität muss anders funktionieren als die reine Konditionierung über den direkten Kontakt, z.B. über das, was das wissende Feld genannt wird. Das sieht man ja in den Aufstellungen schön. Da ist nur einer, der Teil eines Systems ist, der bringt aber die gesamten Informationen mit, und Stellvertreter haben dann in diesem Rahmen Zugriff darauf. Da ist aber zumindest auch wiederum prinzipiell jeder dazu fähig...


    Natürlich, um einen möglichst klaren Spiegel zu haben, also für klare Wahrnehmung, muss ich halt meine Themen bearbeiten und integrieren, und ich muss mir auch besonders darüber klar sein, wo ich Energien aussende und Verantwortung dafür übernehmen. Weil ich sonst doch immer wieder verzerrt wahrnehme und vielleicht im Außen beim anderen Dinge lösen will, die aber tatsächlich einzig und allein meins sind und der andere nur mein Spiegel.


    Zumindest muss ich mir dessen bewusst sein, das ich evt auch verzerre. Und wenn ich noch nicht klar habe, was nun meine Themen sind und was nicht (mehr), dann lande ich vielleicht in einem Konglomerat wie Sahne, wo sich Eigenes und Fremdes vermischen und ein großes Infomationsmeer ergeben, das auch mal schnell überfluten kann. Da ist es dann schön, wenn das eigene Wahrnehmungs-Potential durch sauberes Integrieren der eigenen Themen geschliffen und geschärft werden kann. Aber das ist auch Arbeit, die viele Menschen nicht machen werden.


    In dem Sinne ist es gerade für jeden, der therapeutisch arbeitet, sei es durch empathisches Einfühlen im direkten Kontakt, oder aber auch über wissende Felder aller Art, doch ungemein wichtig, sich darüber bewusst zu sein, wo man gerade energetisch steht und ob‘s Eigenes oder Fremdes ist. In dem Sinne ist die Grenze zwischen Empathie und Medialität doch wieder fließend, oder?


    Dass wir aufgrund eigener Geschichten natürlich auch Resonanzen haben und, wenn wir eigenes erfolgreich aufgearbeitet haben, genau in diesen Bereichen dann hilfreich sein können, das ist auch Fakt.


    In deinem Fall, Sahne, würde ich einfach schauen, wo bin ich denn empathisch, und welche Methoden und Werkzeuge habe ich, um aus dem Zuviel an Wahrnehmung auch mal auszusteigen, und wie kann ich mit innerer Hygiene sozusagen lernen, zwar deutlich wahrzunehmen, aber nicht mehr ständig alles mitzutragen.


    Denn genau das blinde Mittragen hilft eben nicht. Es ist ein Automatismus, der dich von deinem eigenen Leben ablenkt. Wenn du therapeutisch arbeitest, nutzt du deine Offenheit und Medialität, und danach muss es auch ganz klar ein, dass der andere die Verantwortung für seins wieder zurücknimmt. Sonst landest du in Zuständen, die dir nicht guttun und die letztlich deinem Hilfreichseinwollen auch entgegenstehen, weil es dich ausblutet. Das ist dann einfach deine Pflicht, bei dir aufzuräumen, und das Ergebnis wird eine noch viel schärfere Wahrnehmung sein, aber begrenzt und ohne mitzutragen.


    Und auch und gerade in persönlichen Beziehungen ist das noch mal viel wichtiger. Empathie und Mittragen ist nicht Liebe, siehe Panthers Link. Das wird allzu häufig verwechselt. Wachstum ist nur möglich, wenn du dem anderen seine Themen lässt und dich beizeiten auch mal aus dem Dunstkreis des anderen verabschiedest und dein Ding machst. Ohne dem wirst du nie erfahren, was nun deins ist und was nicht, einfach weil du immer nur in der Wir-Suppe mitschwimmst.


    Hey, danke für das Thema, ich bin gespannt auf weitere Bereicherungen! :)
    Einen schönen Sonntag in die Runde
    Anke Birkenfrau

  • Hi Sahne,

    Verschmelzen mit einem anderen Bewusstsein.

    ...kann ich ja dann auch mit jemanden der bereits verstorben ist?

    Ja, sicher. Die haben dann dann zwar kein Gehirn mehr (wie wir hier), aber Bewusstsein durchaus. Im übrigen ist diese Kommunikation von Bewusstsein zu Bewusstsein durch gegenseitige Verschmelzung (und Anreicherung) meiner Meinung (und bisherigen Erfahrung) nach das, wie Kommunikation "drüben" funktioniert.

    In sehr engen und intensiven Beziehungen werden die Felsen gemeinsam getragen, weil es für einen zu schwer sein kann. Das ist eine stille Übereinkunft

    Nein. In emotional gesunden Beziehungen passiert genau das so nicht.

    geht das auch über eine Distanz?

    Ja. Als meine Kindergartenfreundin starb, war ich gerade in Frankreich. Als ein anderer Freund in einem Flugzeug saß, das wenige Minuten später ohne Überlebende abstürzen sollte, hockte ich in meiner Studentenbude und fing plötzlich aus tiefstem Herzen an zu beten, wie nie zuvor und sehr selten danach.
    Ja, sowas geht über die Distanz - wenn man entweder verbunden genug oder (zu?) offen ist.Ich habe es gehasst, sowas zu merken, ohne was machen zu können. Was hab ich gebeten, mir das wegzunehmen. Hat die drüben bloß leider nicht gejuckt - mit solchen "Flashs" muss ich heut noch (gelegentlich Gott sei Dank nur) klarkommen.

    Wusste ich binnen weniger Momente, wer oder was im Raum gerade Gutmensch war oder Opfer

    Gruppen kann ich auch fast sofort einschätzen, ja. Bei mir ist das Saturn in Löwe in 11, keine weiteren Fragen.

    Werden nicht alle Kinder so "geschult", wenn es zu Hause nicht sicher ist?

    Doch. Und Du wirst bei den meisten, die diese Fähigkeit behalten, auch finden, dass es nötig war, diese "Satellitenschüsseln" draußen zu haben. Bei meiner Mutter war (und ist, ich bin heut nur nicht mehr da, um den Blitzableiter zu spielen) es entscheidend wichtig, wann's wieder mal losgeht. Und dann ist man besser NICHT da, vermittelt - oder wehrt sich knallhart. Was ich alles drei auch gemacht hab, je nach Situation halt. Eine Frage des psychischen Überlebens, ohne verrückt zu werden.

    ich ging dann mal schön unbewusst davon aus, das dass so ist, bei jedem Menschen?!

    Hab ich auch lange gedacht. Die Farben, die ich schon sehe, seit ich 3 war, die sieht doch jeder, gell? Und was die bedeuten, dass das mit Stimmung zu tun hat, ist doch sonnenklar! Nö, ist es nicht. ;) Hat aber ewig gedauert, bis ich das geschnallt hab.
    Ich hab früher oft Menschen einfach beobachtet und dann so ganz arglos von den Farben erzählt und was die bedeuten. Heidewitzka, hab ich Ärger bekommen! Also hab ich nix mehr gesagt. Aber die Farben sind geblieben, bis heut. Und nein, das ist nicht die Aura. Das sind einfarbige geometrische Flächen, meist Rechtecke. Und je nachdem, wo (am Körper) die sind oder wie groß die sind, bedeuten die verschiedene Sachen.
    Aber da geht's mir wie Dir, in der Form und der Farbe steckt viel Info, viel schneller, als man bräuchte, das alles verbal zu sagen.

    und ich denke das zu sein, ist ein großer Teil davon, warum ich anders bin? Warum ich nicht dazugehöre? Warum die mich immer so seltsam angucken, wenn ich zum labern anfange?

    Teilweise, ja. Aber Evolution ohne Mutanten gibt's nicht, gab's nie. Ich werd's nie vergessen: Auf einer Reise sah ich mal in einer Höhle ein verhutzeltes Männchen. Er knallte die ganze Zeit Feuersteine aneinander, andauernd. Ähnlich wie heute autistische Menschen bestimmte Dinge dauernd wiederholen. Die anderen in der Höhle fanden ihn reichlich seltsam, er ging nicht jagen, er sammelte nix, er hockte nur da und schlug diese Feuersteine aneinander. "Was machst'n Du da?" - "Siehste doch." "Warum machst'n das?" "Weiß nich- aber is cool!" und dann irgendwann "Zosch" :feuer:
    Danach war dann etwas hm, "angesehener", sagen wir mal.

    Aber ganz ehrlich, ich schlage niemanden vor den Kopf, wenn ich etwas sehe/fühle.

    Mache ich auch selten. Ungefragt schon gar nicht. Aber so mancher Satz fließt einfach ein, ob in Geschriebenes oder Gesagtes. Wer mich so trifft, sagen wir beim Bäcker, sieht das auch nicht.

    Auf gut deutsch, ich habe einen an der Waffel?

    Hast Du nicht. Du hast nur ne Skala mehr am Radio offen. Was trotzdem nicht heißt, dass der Sender immer justiert ist. Das knarzt und rauscht schon auch. Also, ich geh bei mir nicht davon aus, dass alles, was ich wahrnehm, auch noch stimmt.

    Jemand meinte zu mir es sei ein wenig unheimlich mit mir befreundet zu sein, weil ich hineinschauen würde.

    ... und andere werden Dich grad deshalb lieben. "ich brauch mal Hilfe beim Sortieren..." aha.. dann erzähl mal und ich guck mal, was vorbei kommt.

    Und das geht oft so schnell das ich nicht mehr identifizieren kann, was meins ist und was zur Verwirrung gehört, heißt das das dann zu jemanden gehört.

    Das ist Training. Und teilweise auch Schutz. Ich gehe zum Bsp. prinzipiell dann zu Buffets, wenn nicht (mehr) viele davor stehen. Dann hör iich nämlich auf MEINEN Bauch und nicht drauf, was mein Nebensteher essen will.
    Aber es ist auch normal, weil in diesen kurzen Splits viel mehr Info steckt. Wenn ich das alles verbal kriegen müßte, lieber Gott... ein Bild 10 Minuten oder sowas. Über die Farben und Symbole geht's VIEL schneller.
    Das mit dem Restaurant... haja. ;) Mein Partner überlässt's mittlerweile mir, wo wir uns hinsetzen - der weiß, warum. ;) Da gab's genug Schoten, wobei der auch medial ist, nur anders. Der kriegt eher die Energie von Plätzen und Pflanzen mit. Auch Tierkommunikation ist mehr seins als meins.
    Aber so Chakren, Menschen und so, das ist eher mein Gebiet, dann.


    Reicht das Bewusstsein darüber um Schutzmaßnahmen zu ergreifen?

    Reicht das Tragen eines Helms, um keinen Fahrradunfall zu haben?
    Es gehört schon dazu, zu lernen. Sich mit den Gepflogenheiten vertraut zu machen. Ich bin da auch längst nicht soweit, längst nicht fertig. Aber ich bin mittlerweile auch davon weg, es nicht mehr haben zu wollen. Ich habe mich sehr lange und sehr ausdauernd (ich kann zäh sein) dagegen gewehrt.
    Es ist bei aller Schönheit auch Belastung, es ist aber - bei aller Last - auch schön.
    Wovor willst Du Dich denn schützen? Davor, zu sein, wie Du bist? Es ist eine Eigenschaft, nicht mehr, nicht weniger.

    Ist Medialität und Hochsensibilität ein Unterschied?

    Weiß ich nicht, weil ich mich mit Hochsensibiltät nicht befasst hab. Dieser ganze Hype vor einigen Jahren hat mich sehr abgestoßen. Von daher, keine Ahnung. Dass Mediale ihre Empfindlichkeiten haben, das ist sicher so, ist doch die Ichgrenze weniger fest als bei anderen. Aber ob dann jetzt jede/r Hochsensible auch medial ist? Keine Ahnung, echt nicht.

    Ich-Grenze, kenne ich nicht.

    Genau. ;) Normalerweise haben Menschen so im Abstand von 80 cm bis 1m (etwa) ihre Grenze. Wenn ihnen da jemand reinlatscht, wird das (außer bei nahestehenden Menschen) als unangenehm empfunden.
    Mediale Menschen können das nicht so genau definieren, die Grenze ist weiter, dünner, durchlässiger.

    Es fühlt sich für mich so an, dass wenn ich den bewussten Umgang damit verstehe, es ein Talent oder eine Gabe sein kann?

    Das ist auch so. Allerdings eine, die eher für andere als für einen selber da ist. Bei sich selber spielen immer Ängste und Wünsche rein, die ich umso weniger hab, je weniger ich jemanden kenn'.
    LG
    Kirsten
    P.S.: Anke... später. Wird mir zuviel sonst.

    Sachen gehen in Scherben, wenn die Scherben das Wirkliche besser treffen als das Heile. (Susanne Riedel)

  • Ihr Lieben,


    sorry ich hatte eine komplizierte Woche gehabt :kopfhau:


    Ich fühle mich nicht medial, denn das macht mir mächtigen Respekt, obwohl ich weiß dass ich gewisse Anlagen habe, welch andere nicht bzw. keinen Zugang haben. Ich bin ja nicht ohne Grund wer ich bin. Wahrscheinlich ist das mitunter das Thema in mir, diese Anlagen zuzulassen, damit sie sich endlich mal entfalten können. Großes ? denn irgendwie bin ich verkopft, denke ich.


    Also das ich einfach nur furchtbar emphatisch veranlagt bin schmeckt mir besser :crazy: Trotzdem wird mir durch das schreiben mit euch bewusst, dass ich mich damit beschäftigen sollte A das zum einen bewusster einzusetzen und B ob ich es überhaupt an den Mann bringen will, denn C wegmachen geht irgendwie nicht. Je mehr ich mich verleugne desto stärker wird es und vor allem unkontrollierter.


    Es ist wie ein zu teures Auto, dass vor meiner Tür steht. Ich bräuchte es nur zu fahren, da es mir gehört, aber aus mir unerfindlichen Gründen bestaune ich es immer nur wieder mit großen Augen. Nach dem Motto "Scheixxe Mann! Das gehört tatsächlich mir?!".
    Und falls ich mal eine Fahrt im Auto meiner Anlagen unternehme, bin ich verwundert das ich dieses Auto blind steuern kann und ganz genau fühlen kann was richtig und was gerade nicht angebracht ist.


    In mir zu diesem Thema ist ganz tief verankert: Wer oder was bin ich dass ich denke das ich mit dem was ich zu geben hätte, wichtig für irgendwer wäre?!


    Gott, das treibt mir die Tränen in die Augen, echt. Da bin ich verletzlich, mein einer von ein paar wunden Punkten wahrscheinlich.


    Es ist auch mit der Unsicherheit des Vertrauens gekoppelt, denn ich bin Autodidaktin. Alles was ich tatsächlich kann, habe ich zum einen erfahren, weil ich es selber ganz dringend benötigt hatte für mich und meine Geschichte und zum anderen habe ich mich bis zur Selbstauflösung reingekniet um das eine oder andere verstehen zu können und durch eine jahrelange Praxis, quasi auch für mich zu beweisen, dass es solche "Dinge" auch gibt.
    Alles habe ich mir durch Bücher und Experimente selber beigebracht oder dadurch erwachen lassen? Egal! Aber niemals war ich bei einem Lehrer/Meister der bestätigt hätte, das ich dass auch richtig mache.


    Wobei Richtig im Auge dessen liegt, bin ich überzeugt, das dass was einem hilft seine Berechtigung hat!


    Wenn ich emphatisch bin, und bitte nicht über meine Naivität lachen!, dann bin ich einfach nur ein feinfühliger Mensch. Damit kann ich gut leben......
    Wenn ich aber medial wäre, dann empfinde ich es als eine Auf-Gabe die ich an den Menschen weiter zu geben habe. Das macht Druck......



    Allerdings eine, die eher für andere als für einen selber da ist


    Vor kurzem las ich bei jemanden darüber, das dass worüber man sich am meisten den Kopf zerbricht, die Herz-Angelegenheiten sind, welche man unbedingt nachzugeben hat, damit man in sein Potenzial bzw. in seine Bestimmung kommen kann.


    Ich zerbreche mir seit Jahren den Kopf darüber, was mit mir nicht stimmt. Also jetzt erst wird mir bewusst, das ich unbewusst seit Jahren versuche einen Weg zu finden damit umgehen zu können. Die meiste Zeit versuche ich ungeschickt zu lenken, damit bei den Menschen keine Fragen aufkommen in Richtung was los sei oder wie ich das oder das wahrnehmen könne, wenn sie doch rein garn nichts wahrnehmen, als ein Restaurant voller essender Menschen. Und ich verdammt noch mal mich einfach nicht neben dem oder dem setzen möchte, weil ich die überschwappende Energie als Belästigung empfinde, mal ganz höflich ausgesprochen.


    Mein Gott was ist nur los, ehrlich, ich könnt grad kotzen. Entschuldigt bitte meine Wortwahl.


    Warum hat man nur eine solche Angst, sein Ich fließen zu lassen? Warum nur? Ich verstehe es nicht. Mein Rat an jemand anderen wäre, sei Bäcker, wenn du fühlst das du das beste Brot auf Erden machen kannst. Sei Kindergärtnerin, wenn du Zugang zu den Kurzen hast usw. Denn es ist doch so einfach, man sollte sich nur dafür entscheiden wollen, können.


    Dazu kommt, das ich ganz genau fühlen kann, dass alles seine Endgültigkeit besitzt. In Anbetracht dessen, bin ich ganz gerne auf einem Null Bock Kurs unterwegs. Aber ich habe im Urin, das ich eine uralte Frau werden könnte (rein aus den Anlagen der Ahnen heraus) und in Anbetracht dessen, sollte ich einer Aufgabe nachgehen, die mich erfüllt, für mich Sinn ergibt, ich davon leben kann und auch noch Menschen etwas geben könnte dabei. Ansonsten wird es ein furchtbar langes und zähes und graues Leben werden.


    Wenn da nicht immer dieses Aber wäre.....


    Danke für eure Zeilen und Zeit. Das hilft mir immer sehr weiter.


    Gruß Sahne :denk:?(

  • Hallo Sahne,
    das Thema Abgrenzung ist bei mir eines der zentralen Themen überhaupt.

    Warum hat man nur eine solche Angst, sein Ich fließen zu lassen? Warum nur?

    vielleicht aus der Angst heraus in den rauen Gewässern der abgelehnten Gefühle der anderen einfach unterzugehen, zu verschwinden?


    Du fragst nach Möglichkeiten der Abgrenzung.
    Das sind meine Taktiken:
    Mir hilft es sehr, mich jeden Morgen an mein höheres Selbst zu wenden und es um einige Dinge zu bitten rund um die Auflösung der Themen, die bei mir aktuell sind, z.B., dass ich, wenn dann nur so , wie es für mich richtig ist, beeinflusst werde von meiner Umwelt oder auch, dass ich mich heute bestmöglich abgrenze - es ist eine lange Liste, die sich immer wieder ändert, aber ich fahre sehr gut damit. Das stärkt die Verbindung zu mir selbst und das Bewusstsein zu meinen Themen und das ist die Grundlage für Abgrenzung nach meinem Erleben.


    Eine andere Sache ist, dass ich immer, wenn ich irgendwohin gehe, davor mein höheres Selbst bitte, die Räumlichkeiten, in denen ich mich befinden werde, so wie es für mich richtig ist, zu klären und die Begegnungen, die ich dort haben werde, vorbereiten zu lassen- ganz allgemein. Dadurch erlebe ich alles für mich stimmiger und weniger anstrengend. Mache ich jetzt seit 2004 so und der Unterschied ist schon merklich, wenn ich es mal vergesse.


    Wenn ich merke, ein Gefühl schwappt in mich hinein, welches sich nicht nach mir anfühlt entscheide ich innerlich: "ich lasse mich von nichts und niemand negativ beeinflussen und ich lasse alles laufen, wie es laufen soll"- das hilft mir sehr. Es ist ein Schutzschild.


    Eine weitere Hilfe des Abgrenzens ist für mich, mich selbst besser zu kennen, damit ich Fremdes von Eigenen überhaupt erst identifizieren kann. Da war die Psychotherapie das A und O. Und der Nestbau- so wichtig ist es, heimzukommen in die eigenen vier Wände mit dem Gefühl: das ist meins, hier kann ich mich erholen, loslassen und Kraft tanken.


    Was mir auch hilft, ist, immer, wenn ich unsere Wohnung verlasse, mein höheres Selbst zu bitten, diese bis zu meiner nächsten Ankunft dort in den für mich richtigen Zustand zu bringen. Dann komme ich heim, ich mache die Tür zu und ohne Scherz: alles ist gut.



    Vielleicht hilft Dir ja das ein oder andere auch.


    Habt alle ein stimmiges Wochenende :neo:


    Sei lieb gegrüßt,
    Julika

    ~ ich spüre, also bin ich ~

  • Danke @Julika,


    aber jetzt hast du mich erwischt, denn was bitte ist mein Höheres Selbst? :denk:


    Ich bin Mensch und dann ist meine nächste Anlaufstelle Gott. Also ich habe hier im Forum wohl gesehen, dass es darüber schon einiges gibt, aber an mir vorbei gelaufen ist. Ich kann mir darunter gar nichts vorstellen. Bin aber neugierig, wenn du damit gute Erfahrungen gemacht hast. Bitte erkläre es mir, wenn du Zeit dafür hast.


    Es gibt ja jede Menge hilfsbereite Energien, wie zB. für manche die Engel oder die Reisenden mit ? in Kontakt treten können. Darin fehlt mir jegliche Erfahrung.


    Ich habe gelernt dass es für mich Sinn macht sich an meine Lichtwesen zu wenden, wer oder was das darstellt entzieht sich aber meiner Kenntnis. Vor ein paar Jahren hatte ich eine Begegnung in einer Hypnose von drei mächtigen Herren von der anderen Seite oder Oben oder???. Seit dem kann ich für mich eine Art Berechtigung für diese einräumen, denn das war sehr beeindruckend und real. Und ich konnte mit ihnen artikulieren. Wirklich sehr abgefahren.


    Auch hat mir eine Schamanin bestätigt, das sehr viele Schutzbefohlene der anderen Seite mir zur Verfügung stehen würden. Zitat: "Meine Güte. Der ganze Raum steht voll für Sie Sandra!


    Mich überfordert das ein wenig, weil ich schwer nachvollziehen kann, was ich nicht einmal in der Lage bin zu fühlen. Von Sehen wollen wir jetzt gar nicht einmal sprechen.


    Es geht darum, dass ich emphatisch bin und medial sein könnte und alles für mich in die richtige Bahn leiten sollte, damit ein bewusster und vor allem gesunder Umgang damit möglich sein kann. Und ob ich meine Gabe für den Menschen ausleben möchte?


    Dabei ist mir jede Hilfe recht und ich scheue nicht, alles auszuprobieren. Bitte, ich habe schon so vieles erlebt, was tatsächlich geschehen ist und ich aber irgendwie nicht auf meine Platte bekomme, weil meine Augen sehen können, mein Gefühl mir die Wahrheit nahe bringen möchte, aber mein Verstand perfektioniert ist im Ausschalten.


    Es ist wie ein Seilziehen in mir. Warum das so ist kann ich nicht erklären. Ich bewundere jeden Menschen, der sich seiner Gaben oder seiner Erfahrungen als Begebenheiten, als Gegeben hin geben, es annehmen kann und es somit akzeptiert, das es ist wie es schein zu sein.


    Irgendwie hört es doch nie auf zu wachsen, alles......


    Sahne :sonne:

  • ok. ich habe ein wenig für mich recherchiert, was das mit dem höheren Selbst auf sich hat. Es tut mir leid, aber das ist für mich wie über Gott stellen. Ich bin ein Kind Gottes und bestimmt als solches göttlich zu betrachten, aber ich bin nicht höher gestellt als dieser eine Gott. Ganz klare Einstellung in mir. Bitte jeder mag das für sich entscheiden, aber so ist das für mich.


    Ich habe so viele Jahre gebraucht um das für mich zu verstehen, das es nur diese eine Anlaufstelle für mich gibt und das ist Jesus.


    Ich habe vertrauen in diese Energie und wende ich mich an ihn, erhalte ich. Nur bin ich nicht jemand der sein Zepter gerne aus der Hand gibt, soll heißen ich bin noch davon überzeugt, dass ich auf dieser Erde meinen Eigenanteil zu erfüllen habe, in dem dass ich lerne zu verstehen, was mich betrifft, was mich ausmacht und was ich damit zu tun habe. Also wenn irgendetwas in diesem Universum einen Plan darüber hat wer oder was ich bin und welches meine Aufgabe zu sein hat, dann ist es ganz klar Jesus!


    Vielen lieben Dank dir Julika, du hast mich ein ganzes Stück weit nach vorne gebracht. Meine Kraft und mein Gebet ist einzig ihm gewidmet. Bestimmt gibt es Boten und Helfer von ihm gesandt, aber ganz sicher auch die von der anderen Seite, welche ebenso raffiniertes Werkzeug besitzen und nutzen um uns vom Pfand abzubringen.
    Da habe ich meine Erfahrungen gemacht und glaube mir, das war nicht fein. Mir sträubt es alle Haare bis zum Kopf hinauf.


    Das höhere Selbst ist nicht mein Ansprechpartner. Es tut mir leid, wenn ich dir damit vielleicht zu Nahe treten sollte. Das ist nur meine Einstellung und sollte dich nicht verletzen.


    Trotzdem vielen lieben Dank für deine Zeilen, denn auch sie haben mir sehr geholfen.


    Liebe Grüße Sahne :sonne:

  • Hallo liebe Sahne,

    Da habe ich meine Erfahrungen gemacht und glaube mir, das war nicht fein. Mir sträubt es alle Haare bis zum Kopf hinauf.

    da habe ich auch schon so meine haarsträubenden Erfahrungen gesammelt - als ich das überwunden hatte war für mich klar: ab jetzt zählt meine Wahrnehmung, nicht mehr die der anderen. Eine wichtige Lektion.
    Da es mir immer ein Anliegen ist, dass meine Bitten an mein höheres Selbst zum Wohle des Ganzen ausgeführt werden und ich das auch immer betone in meinem Gespräch zum höheren Selbst, ist es für mich in keinster Weise ein Stellen über Gott. Das liegt mir komplett fern. Für mich ist mein höheres Selbst der Teil in mir, der den besseren Überblick hat als ich über das, was gerade in meinem Leben geschieht- es sorgt für mich im Sinne Gottes, gibt mir die Energien, die ich brauche und ist für mich da. Ich habe noch nie recherchiert, wie andere das höhere Selbst definieren. Mein Erleben ist einfach: es ist da für mich, es ist etwas Göttliches, etwas, das eine starke Verbindung hat zu mir und auch zu Gott. Es fühlt sich für mich an wie eine Kraft, die da ist, um mir zu helfen im Sinne Gottes. Der Kontakt zu ihm ist für mich so unendlich wichtig.


    Aber klar- wenn es sich für Dich nicht stimmig anfühlt, dann ist das so und es verletzt mich auch nicht.
    Alles ok. Wenn Dich mein Geschriebenes trotzdem etwas weitergebracht hat, dann ist das doch schön.


    Bei mir ist auch noch eine Frage offen: warum sich nicht direkt an Gott wenden, warum an Jesus oder das höhere Selbst? Gott ist ja schließlich die Quelle von allem.
    Aber das gehört vielleicht in einen anderen Fred. Es ist bei mir Gewohnheit, mich bei den meisten Bitten an mein höheres Selbst zu wenden. Ich werde mich heute mal immer direkt an Gott wenden und schauen, was passiert.

    ~ ich spüre, also bin ich ~

  • Danke Julika, schöner Dialog mit dir :freunde:


    also ich habe die Bibel nicht mehr ganz inne, stelle ich sie auch sehr in Frage, aber ist es wohl so das Jesus, Gott und Heiliger Geist eins sind. Laut Bibel führt der Weg zu Gott über Jesus, welcher für uns gestorben ist. Wenn ich mit ihm spreche, habe ich in Gedanken die Dreifaltigkeit. Ich denke an das Ganze, bildlich für mich eine gigantische leuchtende Kugel spuckend voller Energie, Sonnen gleich. Aber ich gehe davon aus, das es ihm oder dieser Energie scheiben egal ist, wie wir es taufen. Ich habe fühlen gelernt, das alleine die Hin Bewegung zu dieser Energie, etwas in mir bewegt und somit kann ich bewegen.


    Mein Glauben ist fern aller Religionen, finde ich ihn nicht, in den für ihn gebauten Häusern, sondern stets in der geschaffenen Natur rund um mich herum. Im Schönen, Lachen, Kinderaugen oder der Natur entdecke ich ihn immer wenn es mich stark berührt.


    Wobei ich die ganz alten Kirchen um ihrer Energie wegen sehr zum schätzen gelernt habe.



    das gehört vielleicht in einen anderen Fred

    Nö du. Es gehört dazu. Mein Anliegen ist ja mich zu finden. Und meine Überzeugung ist dass dies alleine im Leben nicht zu schaffen ist. Und ich fragte ja auch nach Schutzmöglichkeiten. Diesen erhalte ich wiederum von Gott, wenn ich darum bitte.


    Manchmal habe ich so etwas nicht auf dem Schirm, obwohl ich es weiß. Erst im Gespräch mit anderen könnte ich mir :ohmann: so was von.....
    Dann wird auf einmal wieder alles ganz klar in mir ich nehme meinen roten Faden auf und gehe ein Stück weiter, bis wieder etwas dazu kommt, das ich "neu" entdecke das in mir wieder mal Fragen aufstellt. Es ist ein Prozess. Ich bin ein ewig dahin fragendes Wesen. Die Warum Phase hat wohl nie geendet bei mir :D


    Ein Prediger den ich im Netz verfolge meint dazu, es nimmt erst dann ein Ende, wenn wir aufhören die Bestimmten zu sein. Erst wenn wir ihm vertrauen, das er es gut mit uns meint, erst wenn wir den Weg gehen wollen, der für uns angedacht ist, erst dann werden wir unsere Bestimmung leben können.


    Das ist schwer für mich, mangels Vertrauen zu jeglichem. Und ich habe eine übergroße Portion an Ungeduld. Beides macht es mir echt schwer dazusitzen und zu vertrauen dass schon alles seinen Weg gehen wird.


    Wenn mir dann eines Tages das oben beschriebenen wie Schuppen von den Augen fällt und ich mir denke auweia, das musst du aber mal in den Griff bekommen, dann entferne ich mich von ihm, weil ich das Zepter übernehme. Da fehlt mir dann gänzlich das Vertrauen. Fällt mir gerade so auf beim schreiben :denk:


    Empathie oder Medialität?.... die Frage die bleibt ist, das dass was ich unbewusst getan habe, mir bewusst geworden ist und ich jetzt dastehe und mich frage, wozu ist das gut und wer oder was kann es brauchen? Und ob ich ein Träger der Emotionen anderer dadurch sein kann, denn so fühlt sich das eine oder andere an.


    Ach und zu Gott noch etwas; wir waren in Passau in der Inn Stadt und dort gibt es einen Einstig zu einem Gebetsgang steil über gefühlt tausend Treppen, bis in die Kirche Maria hilf hinauf. Jeder Stufe wird und habe ich gebetet Maria hilf. Das war sehr beeindruckend, hatte ich diese Maria irgendwie nicht wirklich auf meinem Radar bei der ganzen Gott Sache die mich seit Monaten beschäftigt.


    Oben angekommen fühlte ich mich plötzlich tatsächlich angekommen. Sehr merkwürdig und schön zugleich. Ich weiß es natürlich nicht, und wie ein jeder folge ich dem, was mir gut tut. Was nicht gleichsam bedeuten muss, dass es auch richtig ist. Ich glaube das erfahren wir alle erst zum Ende unserer Reise?
    Jedenfalls fühle ich dass alles was mit der Energie Gott zu tun hat einen ordentlichen Bums hat. Und ich habe ja jetzt viele Jahre des Suchens hinter mir, aber erst seit ich dort gelandet bin, kann ich beobachten dass wenn ich mich ihm zuwende, es ruhiger wird. Und wenn ich abdrifte wird es wieder so hungrig in mir. Die vielen Fragen kommen wieder auf und die tausend Möglichkeiten dazu. Das macht mich alles kirre.


    Viel zum nachdenken.... Gruß Sahne

  • Hallo Sahne,

    Ich fühle mich nicht medial,

    macht nix. ;) Ich persönlich bin mir - aus verschiedenen Gründen - bei Dir relativ sicher, dass Du es trotzdem bist. Nun bin ich kein Gott (Gott sei Dank) ;) und Du darfst das alles selbstverständlich anzweifeln, trotzdem: In meiner Wahrnehmung bist Du's.

    denn das macht mir mächtigen Respekt,

    Das ist doch auch gut so! Du, wer da Mittler ist, hat Zugang zu allem, was lebt. Da tät' man schon gut dran, ein bißchen Respekt zu haben, nein?

    Es ist wie ein zu teures Auto, dass vor meiner Tür steht. Ich bräuchte es nur zu fahren, da es mir gehört, aber aus mir unerfindlichen Gründen bestaune ich es immer nur wieder mit großen Augen. Nach dem Motto "Scheixxe Mann! Das gehört tatsächlich mir?!".

    Ja, aber du hast noch keinen Führerschein. Das wär der nächste Schritt jetzt, denk ich. Lernen, welche Arten es gibt und wie es sich zeigt (bei Dir) und wozu es gut ist.

    Wer oder was bin ich dass ich denke das ich mit dem was ich zu geben hätte, wichtig für irgendwer wäre?!

    Du bist Du. Um in Deiner Sprache zu antworten: Ein Gotteskind, das mit dem, was es ist, kann und nicht kann (ja, auch damit) andere Gotteskinder ergänzt in dem, was sie können und nicht können. Ein gegenseitiges Dienen, wenn Du es so nennen willst.

    enn ich aber medial wäre, dann empfinde ich es als eine Auf-Gabe die ich an den Menschen weiter zu geben habe. Das macht Druck......

    Das stimmt aber so auch nicht. Schau, es ist wie... Musikalität. Wenn einer ein Instrument spielen kann, muß der dann auf die Bühne damit? Oder darf der nicht einfach so, für den Hausgebrauch, Musik machen und sich dran freuen dabei?
    Der Druck entsteht durch Deinen Glaubenssatz, Außergewöhnliches leisten zu müssen. Musst Du nicht.
    Schau, ich bin völlig normal. Also, nein, durch den Rolli bin ich es natürlich nicht. :D Aber steht bei mir irgendwo auf der Stirn: "Achtung-medial!"? Nein. Steht es am Türschild der Behörde, wo ich arbeite? Nein. Sieht es mir irgendwer an, in der Eisdiele, an der Bushaltestelle, beim Bäcker, im Arztwartezimmer? Nein. Trotzdem fließt es in viele Dinge ein, die ich tue, bzw. in die Art, wie ich es tue. Und das geschieht ganz still.
    Das einzige, was mal kommt, ist sowas wie: "Du hörst aber auch das Gras wachsen." oder "Sag mal, kannste mal Deine Antennen einfahren?!?" Damit hat es sich dann. Ich bin ein Hinz und Kunz unter Hinz und Kunz, baue die Medialität in mein Leben ein, wo's passt und kann mir im Leben nicht vorstellen, seltsam gewandet durch die Gegend zu schweben und jemals meinen Lebensunterhalt von diesen Wahrnehmungen abhängig zu machen, bzw. zu bestreiten. Neverever.

    Warum hat man nur eine solche Angst, sein Ich fließen zu lassen?

    "Man" hat sich an der Stelle von sich selbst entfernt. Deshalb kennt "man" sich nicht und deshalb kann "man" nicht sich selber sein.
    So einfach - und so schwer. ;)

    Aber ich habe im Urin, das ich eine uralte Frau werden könnte (rein aus den Anlagen der Ahnen heraus) und in Anbetracht dessen, sollte ich einer Aufgabe nachgehen, die mich erfüllt, für mich Sinn ergibt, ich davon leben kann und auch noch Menschen etwas geben könnte dabei. Ansonsten wird es ein furchtbar langes und zähes und graues Leben we

    Moment, Moment, Moment. Das wird es nur dann, wenn DU Dir den Druck machst, "unbedingt" eine "Berufung" finden zu müssen, die Du "unbedingt" zu erfüllen hast.
    Wenn Du uralt wirst, ist es doch wunderschön. dann kannst Du noch lange Weisheit sammeln gehen. Und dann wirst Du stets das tun, was anliegt, "ein Atemzug, ein Besenstrich" und Du wirst in das ein oder andere hineinwachsen und das kann dann für Dich und andere sehr heilsam sein.
    Grüße,
    Panther-Adler

    Sachen gehen in Scherben, wenn die Scherben das Wirkliche besser treffen als das Heile. (Susanne Riedel)

  • Ach ich liebe deine Art Gedanken auseinander zu pflücken um sie sortiert wiederzukäuen, echt Frau Panther-Adler.



    In meiner Wahrnehmung bist Du's

    Gut. Ich gucks mir aus dieser Sicht an.



    Lernen, welche Arten es gibt und wie es sich zeigt (bei Dir) und wozu es gut ist.

    Das war auch mein Gedanke und der Weg auf den ich mich machen werde, denn so unkontrolliert ist es manchmal eher eine Belastung als Segen.

    Außergewöhnliches leisten zu müssen. Musst Du nicht

    Ja das weiß ich, aber irgendwie empfinde ich eine Art Mitwirkungspflicht den Mitmenschen gegenüber, denn es wäre eine Gabe die zum Guten eingesetzt werden kann und somit für den einen oder anderen eine hilfreiche Begleitung. Es ist wie ein Chirurg, der nicht schneiden will. Das wäre verschenkt.



    ich bin völlig normal

    :brueller: entschuldige bei allem Respekt, aber das bist du wirklich nicht. Normal im Auge der Gesellschaft sind die welche eben normal sind. Aber ich verstehe schon was du meinst. Normal im Außen....



    Und das geschieht ganz still.

    Ja das tut es bei mir auch. Ich mache da auch keinen Hokuspokus drum. Aber es fällt dem einen oder anderen schon auf, das etwas anders ist bei mir und meinem Verhalten und dem Umgang mit allem.



    "unbedingt" eine "Berufung" finden zu müssen, die Du "unbedingt" zu erfüllen hast

    Ja da sind wir nun bei einem Knack Punkt in meinem Sein. Denn meine Prägung ist ein Denkmal zu hinterlassen, du verstehst was ich meine. Und das was ich mir erarbeite ist, dass ich mich treiben lassen möchte und des Weges nur aufnehme wozu ich bereit bin. Doch die Prägung bereitet mir immer wieder ein schlechtes Gewissen, weil ich nicht bereit bin an einem Denkmal zu feilen. Es ist schwer, den mein Vater lebt noch und das ist gut so, aber er beeinflusst mein Sein in dem er mir beim Leben zusieht und ich genau weiß über was er dabei wie denkt. Und wenn er seine Unzufriedenheit über mich mir zu erkennen gibt, und das geschieht auf eine ganz unsichtbare Art und Weise, dann setzt mich das aus dem Reflex heraus mächtig unter Druck. Ich muss mich dann zurücknehmen und mich auf mich besinnen und das was ich für mich will. Das ist Arbeit, jedes Mal aufs Neue.


    Mein Vater kann bis heute nicht verknusen, das mein Talent die Intelligenz ist und ich diese in seinen Augen ungenutzt verrotten lasse, da ich nicht studiert habe, wo er dachte, das meine Fähigkeiten liegen. Ich bin quasi dumm, weil ich nicht bewiesen habe das es nicht so ist. Bewusst ist mir das, aber tief liegt es trotzdem. Da kann ich in der Situation schwer aus der Haut. Erst im Nachgang wird mir das bewusst und ich kann es ändern, mein Verhalten meine ich dazu.



    "ein Atemzug, ein Besenstrich

    So wird es gemacht.



    Danke dir. Gruß Sahne

  • Liebe Sahne,
    nur kurz:

    Mein Vater kann bis heute nicht verknusen, das mein Talent die Intelligenz ist und ich diese in seinen Augen ungenutzt verrotten lasse, da ich nicht studiert habe, wo er dachte, das meine Fähigkeiten liegen.

    :crazy: ja, genau, das machen Eltern gern, weil sie uns aus ihren Augen sehen ...
    wichtig ist, die eigenen Fähigkeiten, Talente und die Liebe zu etwas ...
    für sich selbst zu erkennen und zu leben.
    Häufig kommen dann noch einige andere hinzu. :heart:


    Liebe Grüße
    Kerstin

    ... alles hat seine Zeit ...

  • sich selbst zu erkennen

    Liebe Kerstin so ist es. Aber eben weil ich das seit Jahren pflege ist es für meinen Vater besonders schwer. Obwohl er auch Momente des Stolzes erleben kann, das freut mich immer wieder für ihn. Ich bin das bunte Kind, das man nicht unter Kontrolle bringen konnte :zwinker:

  • Liebe Sahne,

    Ach ich liebe deine Art Gedanken auseinander zu pflücken um sie sortiert wiederzukäuen

    Tät ich's anders können, tät ich's anders tun. ;) Aber is schon recht, ich weiß, was Du meinst, glaub ich.


    denn so unkontrolliert ist es manchmal eher eine Belastung als Segen.

    Wohl wahr. Für mich ändert sich das erst langsam, seit ich lerne, mich ganz bewusst zu fokussieren. Was mir mal besser, mal schlechter glückt.


    aber irgendwie empfinde ich eine Art Mitwirkungspflicht den Mitmenschen gegenüber, denn es wäre eine Gabe die zum Guten eingesetzt werden kann und somit für den einen oder anderen eine hilfreiche Begleitung.

    Jedes Talent, jede Gabe kann konstruktiv oder destruktiv eingesetzt werden. Das ist unabhängig davon, was es ist. Mitwirkungspflicht? Mir sträubt sich das Adlergefieder oder die Panther - oder die menschlichen Nackenhaare bei dem Wort.
    Ich - für mich - sehe das eher als "freie Mitarbeit". Als Zwang kann und mag ich das weder betrachten, noch tragen - auch wenn es, gerade in schamanischen Kulturen (von denen wir hier keine sind) und Kontexten oft anders gelehrt und erlebt wird.
    Ich für mich find das auch weniger belastend so, sähe ich es anders, wäre die Gefahr groß, zu denken, es (alles, was aus den Wahrnehmungen entsteht) hinge gänzlich von mir ab. Böse Falle für mich - auch wenn es natürlich eine Verabntwortung gibt in dem, was ich wie tue. Da ich aber gelegentlich eh zur Überverantwortlichkeit neig (und dann weitermach', bis ich körperlich oder psychisch vor Erschöpfung z'sammbrech), taugt mir das mit der Pflicht an der Stelle überhaupt nicht.

    Es ist wie ein Chirurg, der nicht schneiden will.

    Er soll ja. Aber was nützt die Gabe, wenn der Mensch damit überfordert ist? Was nützt die Gabe, wenn sie nicht zur Mitmenschlichkeit führen würd, sondern zur Selbstaufopferung? Von der Versuchung, das "bessere Andere" zu sein, mal ganz abgesehen? Nee, ich hab keine Lust, mir von einer Verpflichtung die Lebensfreude rauben zu lassen. Wo soll denn das der Himmel sein? Wo steckt denn da der "Himmel" drin, wenn er uns überfordern würd'?

    Das wäre verschenkt.

    ach, echt? ;) Seit wann ist das Göttliche Statistiker? Wird da die Anzahl & die Menge gemessen? Ist es nur dann "wert", wenn es viele erreicht? Wenn es "geglaubt" wird? wenn es "stimmt" und "bewiesen" werden kann? Zählt "Gott" die Menge? Oder vielleicht doch die Wirkung? Und kennen wir die überhaupt? Weiß ich, was wirklich gut ist? Was wirklich nottut? Oft genug nicht, oft genug öffnet mich grad ein ehrliches "Ich weiß es (auch) nicht" für das, was dann fließen kann/mag. Wenn ich aber schon voller "Meinung" bin, bin ich kein Kanal mehr.

    entschuldige bei allem Respekt, aber das bist du wirklich nicht.

    War ich auch nie. Affe mit grünem Schwanz, immer gewesen, in mehrfacher Hinsicht. Aber wir wissen beide, dass ich das auch nicht gemeint hab. ;)

    Aber es fällt dem einen oder anderen schon auf, das etwas anders ist bei mir und meinem Verhalten und dem Umgang mit allem.

    Joa. Wer's merken soll, merkt's.

    Es ist schwer, den mein Vater lebt noch und das ist gut so, aber er beeinflusst mein Sein in dem er mir beim Leben zusieht und ich genau weiß über was er dabei wie denkt. Und wenn er seine Unzufriedenheit über mich mir zu erkennen gibt, und das geschieht auf eine ganz unsichtbare Art und Weise, dann setzt mich das aus dem Reflex heraus mächtig unter Druck.

    Manchmal enttäuscht man, einfach weil man so ist, wie man ist, Erwartungen. Das muss gar nicht absichtlich sein. Es passiert, einfach durchs Sein, durchs bloße Existieren manchmal schon. Was willst dann machen? Dein Sein opfern und still und heimlich wieder aus der Inkarnation schleichen, kaum dass (oder bevor) Du sie angetreten hast? Oder ist das dann vielleicht die Frage an die Ent-täuschten, ob sie ihre Täuschung aufgeben mögen? Und falls sie sich dazu entscheiden, das nicht zu tun, sondern an der Fehlwahrnehmung festzuhalten (was ja auch erlaubt ist, es darf NEIN zum Sosein gesagt werden), wessen Aufgabe ist es dann, sich NICHT beschämen zu lassen? Da bist mittendrin in der alttestamentarischen Schöpfungsgeschichte, aber sowas von...
    LG
    Panther-Adler

    Sachen gehen in Scherben, wenn die Scherben das Wirkliche besser treffen als das Heile. (Susanne Riedel)

  • Meine Herren ist das jetzt bunt hier geworden. Ich muss mich erst mal zurecht finden. Aber Danke Kerstin und Team, an dieser Stelle. Ihr habt bestimmt jede Menge Arbeit vollbracht und schlaflose Nächte:top:



    sehe das eher als "freie Mitarbeit".


    Als Zwang kann und mag ich das weder betrachten, noch tragen

    Diese beiden beschäftigen mich jetzt sehr, denn es hängt tatsächlich damit zusammen, dass ich tief programmiert bin mich über Leistung zu definieren. Anscheinend ist das ein Thema das fest in mir verankert ist und ich nicht gewillt bin es zu befolgen. Ich muss leisten, denn nur über die Leistung bin ich, aber was ich bin reicht nicht und wird nie reichen. Und alles was mit mir und der Leistung zu tun hat ist wertlos.


    Tatsächlich, ist es so in mir :schnifel:

    Ist es nur dann "wert", wenn es viele erreicht?

    In meiner Welt ja. Aber in mir stellt sich etwas quer. Ich will dem nicht entsprechen. Ich benötige das Denkmal nicht, auch nicht muss ich etwas hinterlassen oder einen Stempel setzen, bla bla bla.....

    Zählt "Gott" die Menge?

    Nein ich denke nicht. Ich habe eine getrübte Vorstellung von ihm und der Weg zu ihm ist steinig in mir, da mir mal wieder Vertrauen fehlt. Aber auch hier habe ich die Tendenz, dass wenn ich nur ganz brav bin, viel leiste, immer im Sinne des Ganzen, werde ich VIELLEICHT gesehen? Du merkst, alles hübsch kaputt in mir.


    Die Empathie oder Medialität ist eine Gabe, welche ich anscheinend in die Wiege gelegt bekommen habe und durch meine Geschichte ausgebaut habe, ausbauen habe müssen. So wie du weiter oben beschreibst, um überleben zu können (vor allem als Kind). Sie jetzt bewusst zu erfahren, setzt alte Strukturen frei, mich unter Druck und somit blockiere ich. Einen Weg zu finden das eine zu verstehen, damit das andere fließen kann ist eine Aufgabe.

    Damit ich die Gabe sein lassen kann, was sie ist und einfach nach Bedarf mir zu Wege mache und nicht, weil ich mich unter Beweis stellen muss.

    Das bringt Ruhe und Kraft in die Angelegenheit und ich könnte es in Ruhe in mir wachsen lassen, oder auch nicht, wie es halt kommt. Aber ich muss kein großes Ding daraus machen. Muss keinen Erfolg damit dokumentieren, sondern es einfach als gegeben leben.

    Dein Sein opfern

    Ich bin wer ich bin. Und wer ich bin ist ein Teil von dem was ist. Und alles was ich bin, trägt zu allem Ganzen dazu. Und was ich geben kann, wird gebraucht werden. Nicht von allen, wenn es nur einer ist, dann ist es gut. Mein Sein ist mein Weg, mich dem zu öffnen, dem zu vertrauen und in Liebe zu leben, ist meine Aufgabe.


    Das weiß ich. Es sein zu lassen wie es ist, ein gigantischer Berg an Überwindung. Die inneren Schranken sind mächtig. Aber ich gehe davon aus, das mein Bewusstsein, vor allem durch deine und eure Hilfe darüber wächst und somit alles in Arbeit ist, sich entfalten zu können, zu dürfen.


    Vielen Lieben Dank ihr Gutmenschen hier in diesem Forum:freunde:

    Sahne