Verhalten meiner Tiere in einer schweren Zeit

  • Ich muss das einfach mal nieder schreiben.


    zu unserem Haushalt gehören zwei Hunde, zwei Katzen und zwei alte Familienponys.

    Vor einiger Zeit, musste ich für meine Mutter den Krankenwagen rufen,.

    Es war auf einem Sonntag. Was für uns Harmlos begann, entpuppte sich am Dienstag, als unheilbar.

    Meine Mutter bekam Nachmittags gegen halb vier die Diagnose.

    Ich war gerade zu Hause angekommen und versuchte auf der Couch zu entspannen, als unsere Hündin von draußen reinkam sich vor mir hinsetzte und herzzerreißend anfing zu weinen.

    Kurz darauf rief mich auch schon meine Schwester an, ob ich ins Krankenhaus kommen könnte.

    Der zustand meiner Mutter verschlechterte sich rapide.

    Donnerstags, lagen plötzlich alle Tiere (natürlich nicht die Ponys) bei mir in Der Wohnstube und alle guckten mich an. Ich hatte das Gefühl sie warten auf etwas. Ich überlegte noch. Wir waren spazieren gegangen, das Spaßprogramm hatte auch stattgefunden, futter hatten sie auch. ich hatte noch überlegt, was wollen die von mir?

    Während sie so da lagen, klingelte das Telefon. Es war das Krankenhaus. Ein Arzt sprach mit mir über den Zustand meiner Mutter und wir sollten entscheiden, wie weiter vorgegangen werden soll. Es gab keine Aussicht auf Besserung.

    Wir beschlossen mit meiner Mutter an diesem Abend, das keine weiteren medizinischen Maßnahmen ergriffen werden sollten.

    Freitag morgens ging ich mit den Hunden spazieren, dabei gehe ich dann auch zu den Ponys. Beide Ponys kamen freudig angaloppiert und bremsten dann abrupt ab. Sie blieben ca 5m vorm Zaun stehen und kamen nicht dichter. ich musste die Äpfel und Wurzeln übern Zaun schmeißen. Eines der Ponys starte die ganze Zeit rechts über meine Schulter und die Hunde heulten leise. ich drehte mich sogar um, weil ich dachte hinter mir steht jemand, aber da war niemand.

    An diesem Abend schliefen in meinem Bett, zwei Hunde und zwei Katzen. Ungewöhnlich ist, das die Hunde und Katzen sonst einen großen Bogen umeinander machen und die hUnde vorm Bett und nicht im Bett schlafen. Ich dachte noch, toll und wo soll ich liegen? Überraschenderweise, hat es mich aber nicht gestört, ganz im gegenteil. ich fühle mich sehr wohl und es war angenehme.


    Morgens um 6 Uhr rief das Krankenhaus an, meine Mutter war in der Nacht eingeschlafen. Die Tiere haben seit dem nie wieder bei mir geschlafen, aber sie wussten, dass ich sie brauche, bevor ich es wusste.

  • Liebe Sturmwind,


    zuerst mein herzliches Beileid und viel Kraft dir!
    Sichtlich ist deine Mutter zur Verabschiedung bei dir vorbei gekommen, und die Tiere haben sie bemerkt.

    Das mag auch ein Trost sein, dass wir jemanden nicht wirklich verlieren, nur auf dieser Ebene nicht mehr sehen oder hören, oder wenn, dann oft nur durch Mittler wie deine wunderbaren Tiere.


    :winke:

    Lucia

    ***
    Pretty words are not always true; true words are not always pretty.

  • Liebe Sturmwind,


    mein herzlichstes Mitgefühl für Dich und die Deinen.

    So wie Lucia es beschreibt, habe ich es beim Lesen auch vernommen.

    Deine Tiere standen Dir und Deiner Mutter bestimmt auch sehr nah

    und bildeten so die Brücke zwischen Euch.

    Im Bewusstsein was alles passieren kann,
    nachdem unsere Eltern die Augen für immer schließen,

    wünsche ich Dir Kraft, Umsicht, Geduld, Ausdauer und gute Berater

    in allem was um diesen Verlust noch auf Dich zukommt,

    auch wenn Du schon einen großen Teil erledigt hast. :<3:


    Herzliche Grüße

    Kerstin