Die "richtige" Art Träume zu deuten

  • Hallo


    Mich würde mal interessieren welche Vorgehensweise ihr benutzt, man lernt ja nie aus.


    Also ich benutze eher die intuitive Methode, versuche beim Lesen oder Zuhören den Sinn regelrecht zu" erschnüffeln", was bedeutet dass in erster Instanz der Verstand ausgeschaltet bleibt und ich auch keine Traumlexika benutzen würde.

    Ich versuche also zuerst ein Gefühl für den Traum zu bekommen, freie Assoziationen, innere Bilder, Energien, das wahrzunehmen was vielleicht hinter den Zeilen stehen könnte, was aber von der Person nicht immer sprachlich so gut ausgedrückt werden kann.


    Welche Gefühle weckt der Traum beim Träumenden ?

    Was sind seine eigenen ersten Deutungen, das ist oft nicht unwichtig zu erfragen ?


    Erst danach würde ich mich den Fakten des Traumes zuwenden, bin aber erst zufrieden wenn die Ersteindrücke, die intellektuellen Eindrücke und das was ich über den Charakter der Person weiss ein stimmiges Bild geben.


    Nun ist das Unterbewusstsein sehr vielschichtig und damit nie absolut akkurat deutbar, egal wie eindeutig die Symbole erscheinen, sind sie doch nur in einem persönlichen Gesamtkontext gut interpretierbar.


    Auf der einen Seite nehme ich Träume zwar sehr ernst, auf der anderen Seite lege ich viel Wert darauf gleichzeitig mehrere Interpretationswege spielerisch zu erforschen.


    Im Endeffekt bleibt die Deutungshoheit der Träume doch beim Träumenden selbst und unterliegt seiner Selbstverantwortung was er damit macht oder ob es für ihn nur flüchtige Seifenblasen bleiben.


    Ich benutze den gleichen Weg auch für andere Lebensfragen, erst spüren, dann erst weiter nachforschen.


    Nun kenne ich Menschen, die für alles Karten legen, auch für Traumdeutung, das funktioniert für mich nicht gut, auch andere Divinationssysteme würde ich dafür nicht benutzen, aber wenn es für diese Menschen gute Ergebnisse bringt, würde ich die Methode akzeptieren.


    Wichtig scheint weniger der Weg, sondern ob er zum Ziel führt.


    Bin mal gespannt wie ihr das handhabt und wie flexibel ihr sein könnte wenn der Träumer eure Definition vielleicht sogar ablehnt, würdet ihr eine neue Deutung versuchen ?


    Bei mir würde das davon abhängen ob tatsächlich neue Elemente hinzukommen.


    LG


    ^^

    Besser als die Wahrheit kennen, ist die Wahrheit lieben. Konfuzius :heilig:

    Einmal editiert, zuletzt von brigid ()

  • Liebe Lesende und Schreibende,


    was ist richtig und wo geht die Deutung von Träumen anderer Menschen in die eigene Richtung?


    Hier im Unterfaden von Träume, Traumdeutung und Traumsymbole, Astralreisen

    gibt es einen am Beginn festgepinnten Beitrag von advaita, da schreibt er:



    Einfach mal so intuitiv einen Traum für einen mir unbekannten Menschen adäquat zu deuten,

    halte ich für extrem schwer, da meine eigenen Bilder, die der anderen Person meist überdeckt.

    advaita schreibt weiter, welche Informationen er braucht, um einen Anhangspunkt für die Deutung zu haben:

    Es ist mühsam, die einzelne Beiträge der Fragenden zusammen zu suchen, um sich ein Bild zu machen.


    Und ich glaube, dass ich meinen Geist leeren muss, um an die Geheimnisse des Seelenlebens einer anderen Person zu kommen, weil mein Verstand sehr findig ist, um für mich zu interpretieren.

    Intellektuell komme ich an Träume nicht heran, das ist eine ganz andere Ebene.


    Wenn ich selbst einen Traum deute, kenne ich die Person persönlich und finde meist die Sprache und die richtigen Worte, um das Geträumte in klärender Weise, wieder dem Geist zurück zu führen.


    Liebe Grüße

    Kerstin

  • Ich deute Träume spontan, ohne fest stehende Begrifflichkeiten, Bücher und Regeln. Ich vermeide es außerdem den Beiträgen eines Users hinterherzulesen, weil das den Blick auf -den Traum- durch Vorurteile bewölkt.. Ein Traum ist, meiner Meinung nach, für sich eine vollständige Entität. Und als solche ist er (der Traum) durch aus betret- und lesbar.


    "Lesbar" meine ich im übrigen wortwörtlich so denn, meiner Meinung nach, ist ein Traum eine Art "Niederschrift" einer ziemlich holistisch erscheinenden "Sprache Höherer Ordnung" die sich nicht an feststehenden Begrifflichkeiten orientiert sondern an den Verbindungen/Metaphern.

    Entsprechend müßig ist es, meiner Meinung nach, nach irgendwelchen feststehenden Begriffen und Symbolen zu schauen (Das und das Symbol bedeutet das und das) weil begrifflichen Traumsymbole nicht die Botschaft sind sondern nur den Untergrund darstellt auf welchem die Botschaft in... sagen wir mal "Verbindungssprache" niedergeschrieben ist. Dieser Untergrund ist der Träumer selbst. ---> Was auch ganz gut erklärt warum ein Träumer seine Träume nicht versteht. Das verhält sich etwa so wie mit einem Blatt Papier das auch keine Kenntnis darüber hat welche Worte auf ihm stehen, weil es nicht auf sich selber drauf schauen kann.


    Wenn man etwa versucht Träume nach Symbolen und Begriffen zu zerhacken, dann tut man kaum mehr als das die einzelnen Buchstaben eines Textes (den man nicht versteht) zu analysieren, statistisch auszuwerten, nach Hierarchien zu ordnen etc.

    Aber all das wird einen nicht weiterbringen denn die Buchstaben "B" und "I" und "E" und "R" jeder für sich genommen haben keine Bedeutung. Erst im -Kontext- (Verbindung) ergebren sie ein Bild. Und zwar das Bild einer (für manche Leute) wohlschmeckenden goldgelben Flüssigkeit die gerne Abends genossen wird. Dieses Bild wird man in den einzelnen Buchstaben und ihren Analysen und Statistiken nur schwerlich erkennen.


    Träume sind die lebendige Sprache der Geister. Und das ist eine wirklich eine sehr, sehr erstaunliche Sprache.

    LG

    2 Mal editiert, zuletzt von kyo ()

  • Wer mich in mit seiner Art, mit Träumen umzugehen, sehr fasziniert, ist Norbert Teupert, aber ich kann nicht behaupten, auch nur ansatzweise durchdrungen zu haben (weder emotional, noch geistig), was und wie der das macht. Ich bin im auch nie persönlich begegnet, weiß nicht, ob der überhaupt noch lebt.

    Aber das, was ich von ihm gelesen habe, an Vorgehensweisen, das hat mich sehr fasziniert (und tut es noch). Ich lese Teupert nur viel zu selten, was hauptsächlich daran liegt, dass jeder Absatz bei mir Assoziationen, Gedanken, Farben, Gefühle, usw. hervorruft, so dass ich mit einem Absatz Teupert lesen gut und gern einen halben Tag beschäftigt sein kann, einfach, was seine Art, zu schreiben und zu beschreiben, bei mir und mit mir ganzviel auslöst und macht und tut und bewirkt. Der hat, ich glaube, 12 oder 13 Bücher geschrieben. Ich habe nur 2 gelesen, bisher, aber gelesen und verstanden sind zwei Paar Schuhe, von umgesetzt mal völlig zu schweigen.

    Teupert ist da also für mich so eine Art theoretischer Unterbau (theoretisch deshalb, weil ich ihn nicht kenne, ihm nie die ganzen Fragen stellen konnte, die sein mit Träumen leben und arbeiten bei mir auslöst), Jung natürlich, (Teupert ist Astrologe, Jung Psychologe) und - auf ganz praktischer Ebene- Advaita.

    Persönlich kenn ich keinen von denen, Jung ist eh tot, bei Teupert weiß ich es nicht, Advaita ist quicklebendig, wir kennen uns aber auch nicht live.

    Ich hab da gar nicht eine Art, es ist ja nichts, was ich ständig tue. Und meine eigenen Träume kann ich nicht deuten, das geht so gut wie nie, ich kann einfach nicht neutral auf mich selber schauen. Und Deutung ist aus meiner Sicht nur aus der Neutralität und Metaperspektive heraus überhaupt möglich.

    ... und wenn ich's nicht wieder tu'!

  • Hey


    Es gibt ja immer Unstimmigkeiten darüber was nun die Wahrheit einer Deutung ist und ob es nur eine Wahrheit geben kann.


    In letzter Zeit werde ich da immer pragmatischer, also entweder dem Empfänger bringt es wirklich einen Erkenntnissprung oder eben nicht. Oft entsteht die Heilung einer Situation ja nur genau darin Bewegung in etwas zu bringen, einen Zugang zu neuem Denken, Fühlen oder Ansporn zum Handeln zu bekommen.


    Also entweder habe ich die Fähigkeit jemandem raus zu helfen was vielleicht ein überholtes Dogma ist und er erlangt dadurch, sei es Inspiration, Befreiung oder auch nur eine neue Information oder eben nicht.


    Kerstin, da du den Beitrag eines bestimmtes Users erwähnt hast, den ich im übrigen sehr geschätzt habe für seine freundliche Art und Kompetenz...er hatte mir mal eine Warnung über eine Person gegeben, die sich später als absolut richtig herausgestellt hat, die Wahrheit war also da... gleichzeitig konnte oder wollte er aber nicht begründen wie er zu dieser Schlussfolgerung gekommen war und auch die ausgesprochene Empfehlung war rein pragmatisch nicht umsetzbar, weshalb ich es nicht annehmen konnte.


    Eine gute Deutung scheint irgendwie zu sein wie zwei Zahnräder, die ineinander greifen müssen, damit sich der Mechanismus bewegt.



    Liebe Grüsse

    Besser als die Wahrheit kennen, ist die Wahrheit lieben. Konfuzius :heilig: