Tor 60 oder der Umgang mit Beschränkungen und Begrenzungen aller Art – Ein Austausch

  • Aus aktuellem Anlass möchte ich auf das Thema der Begrenzung und Beschränkung eingehen, das sich im HD in Tor 60 wiederspiegelt.


    Tor 60 ist eines von neun Toren an der Wurzel. Das Wurzelzentrum ist, wie der Name schon sagt, unsere Basis, unser Fundament. Wofür? Fürs Überleben. Es ist der Motor, der uns antreibt, wenn unsere Existenz direkt oder indirekt bedroht ist. Ein Notfallmotor also.


    Evolutionär betrachtet ist das natürlich ein sehr wichtiges Zentrum. Kampf, Flucht, Verteidigung, notfalls auch Erstarren sind Strategien der Wurzel. Alles, was mit den Nebennieren zu tun hat, d.h. Adrenalin, Noradrenalin und auch Cortisol, also unsere Hormone fürs Stressprogramm, haben hier ihre Aufgaben zu erledigen.


    Was in der Urzeit Stress gemacht hat, ist sehr verschieden von dem, was dem modernen Menschen heutzutage Stress macht. Wer mehr darüber lesen mag, schaut gerne hier.


    Ohne diesen Druck hätten wir also keinen Antrieb, keine Energie unsere Existenz zu sichern. Ob wir uns nun mit dem Säbelzahntiger, einer Infektionskrankheit oder einer Pleitewelle auseinandersetzen müssen – alles das kann existenzbedrohend sein und erfordert Kraftanstrengung über das Normalmaß hinaus.


    Tor 60 ist hier nun ein ganz spezieller Druck, nämlich der Druck der Beschränkung. Ganz existentiell-materiell betrachtet sind dies auch materielle Beschränkungen. Der Gürtel muss enger geschnallt werden. Aber natürlich fallen auch andere Begrenzungen darunter, z.B. die Beschränkung unserer liebgewordenen Gewohnheiten und Selbstverständlichkeiten, wie es jetzt in der Coronakrise schon sehr deutlich wird.


    Tor 60 ist seit 17.02. durch den Langsamläufer Saturn aktiviert. Das bedeutet, dass dieses Thema ein langwieriges wird mit Auswirkungen, die alle betreffen. Saturn bringt immer die harten Lektionen. Das ist weder gemütlich noch nett, aber ein not-wendiger Lernprozess, der uns reifer zurücklässt.


    Es gibt also die Frage nach: Was ist die Beschränkung jetzt und wie gehen wir mit ihr um? Tor 60 ist Teil eines individuellen Kanals, dem Energieformat für Mutation schlechthin. Das ist also eine mutative Zeit mit schubartig explosiver Energiefreisetzung. Gleichzeitig besteht Saturn darauf, jetzt nicht lockerzulassen, sondern langsam und ausdauernd uns mit dem auseinanderzusetezn, was sich jetzt zeigt. Also, selbst wenn der Schub gerade nachlässt, der Druck der Existenzerhaltung bleibt weitgehend gleich.


    Jede Aktivierung in diesem individuellen Schaltkreis heißt aber auch, dass es Melancholie, Schwermut und auch Depression geben kann, im Einzelnen wie auch als Gesellschaftsthema. Depression wird es, wenn ich die Begrenzung nicht annehmen kann, also die Beschränkung, die von außen kommt, aber auch die innere Begrenzung durch die Schwermut, ablehne.


    Der erste Schritt bedeutet immer Annehmen, was ist. Erst von dieser Basis her kann ich weitergehen und mich fragen, was genau jetzt diese Situation mit mir macht, was sich da zeigt, und wie ich damit so umgehen kann, dass es mir nicht schadet. Not macht erfinderisch, sagten die Alten, und das ist das Kernthema hier. Der Druck der Begrenzung fordert uns auf, erfinderisch zu werden im Umgang mit ihr. Dann ist ihr auch zumindest ein Teil der Schwere genommen.


    Jeder Einzelne kann schauen, was der Druck dieser Begrenzung jetzt konkret an Altem nach oben holt. Das Symptom, was sich jetzt zeigt, deutet auf eine tiefere Ursache, die sich anzuschauen lohnt. Wir können unsere Begrenzung natürlich auch symptomatisch „behandeln“ und uns mit Netflix einfach solange ablenken, bis wir wieder in den Normalzustand zurückkehren können.


    Doch ob der kommt, ist fraglich. Das sind mutative Zeiten, d.h. gravierende Änderungen stehen vor der Tür und klopfen an. Wenn wir die Zeit jetzt verschlafen, werden wir durch noch massivere Begrenzungen noch unsanfter geweckt werden. Saturn bleibt bis Ende August in der 60, kehrt allerdings im November und Dezember zurück, teilweise begleitet von Jupiter. Vielleicht wird diese zweite Welle dann etwas leichter, weil wir uns schon ein bisschen besser auskennen.


    Ab 2022 tritt Pluto in die 60. Die Beschränkung wird ein unausweichliches globales Thema, das sich über mehrere Jahre streckt. Saturn ist nur sein Vorbote.


    Patentrezepte für den Umgang damit gibt es nicht, kollektive Strategien funktionieren immer weniger. Doch jeder Mensch verfügt über eine speziell ihm innewohnende Körperweisheit, die ihn auch in schwierigen Zeiten sicher navigieren lässt. Sich selber wirklich vertrauen zu können ist eine starke Währung, wenn die Wellen höher schlagen.

  • Da wir ja gerade längerfristig das Thema Beschränkung und Aufhebung von Beschränkung aka Lockerung in der Öffentlichkeit haben, würde ich euch hier gerne einladen, eure Erfahrungen in dieser speziellen Situation mit Corona, aber auch allgemein alles, was ihr persönlich mit dem Thema Beschränkung verbindet, miteinander zu teilen.


    Im Human Design haben wir ja die Hexagramme aus dem I Ging, die um das Tierkreiszeichen-Rad angeordnet sind. Jedes Hexagramm trägt sein eigenes Thema, seine eigene Rnergie. Hexagramm 60, die Beschränkung, ist verbunden mit den Themen der Begrenzung durch etwas Altes, das kann sogar genetisch sein, oder energetisch aus der Ahnenreihe, es kann aber auch einfach ein Thema sein, das schon sehr lange in uns schlummert und immer mal wieder aktiviert wird.


    Das interessante ist, dass Saturn dieses Hexagramm seit Februar aktviert, siehe obiger Post. Saturn als Langsamläufer und ab nächstem Jahr auch Pluto bringen das Thema auf eine kollektive Ebene. Das heißt, jeder von uns hat mehr oder weniger mit diesem Thema zu tun, es ist ein globales. Corona hat bereits einiges ans Tageslicht gebracht: Z.B althergebrachte Institutionen und Systeme, die schon lange nicht mehr rund laufen, zeigen uns, was schief läuft und zeigen wie durch ein Brennglas die hässlichen Seiten unserer Welt. Das, was nicht (mehr) funktioniert. In der Corona-Zeit hat die globale Gemeinschaft im Ganzen und jeder Einzelne sein persönliches Päckchen zugestellt bekommen.


    Da das Thema auch in den Folgejahren dominieren wird, ist es gut, den Finger auf die Wunde zu legen. Reines Ablenken oder Negieren funktioniert nicht auf lange Sicht. Das ist eine mutative Zeit, voller Veränderungen. Und immer, wenn sich viel verändert, das Alte wegbricht oder abstirbt, das Neue aber noch nicht da ist oder noch nicht stabil genug ist, ist eine Krisenzeit. Die unsere Mankos hervorholt, genauso aber unsere Stärken und Ressourcen aktiviert.


    Vielleicht habt ihr Lust, hier einfach zu einem Pool beizutragen, wie man mit Beschränkung umgehen kann. Von den Sichtweisen und Erfahrungen anderer zu lernen ist vielleicht der bessere Weg als der, sich in Zeiten von Ungewissheit an starren Meinungen festzuhalten. Ich würde mich sehr freuen.


    Was war oder ist in deinem Päckchen enthalten?

    Was ist das Thema, das dich am meisten betrifft oder betroffen gemacht hat?

    Was ist aufgetaucht aus der Vergangenheit, das jetzt noch mal angeschaut werden will?

    Wie gehst du mit dieser Einschränkung, Begrenzung um? Hast du neue Wege gefunden, darüber hinauszugehen?

    Not macht erfinderisch. Was hast du ganz anders gemacht, um mit der ungewohnten Situation umzugehen?

    Welche Prioritäten haben sich verschoben? Was ist angesichts von – auch materieller – Beschränkung wirklich wichtig für dich?

    Welchen Beschränkungen bist du schon anderweitig in deinem Leben begegnet und was hat das mit dir gemacht?

    Was lernst du dabei über dich selber?


    Um mal den Anfang zu machen:

    Wir haben als Familie auf den Lockdown relativ gelassen reagiert. Ich habe so ein bisschen generalstabsmäßig gleich zu Beginn mir die Kinder zur Brust genommen, dass wir jetzt gegenseitig mehr Rücksicht walten lassen müssen, dass jeder seine Aufgaben hat und auch praktisch mitanpacken muss, sonst droht Chaos und somit Stress.


    Das lief dann ganz gut, zumindest die ersten Wochen. Die Kleinen waren fast nur draußen, dem Wetter sei Dank, und haben miteinander gespielt. Der Große hat sein Ding gemacht und auch recht viel zum Beispiel beim Kochen geholfen.


    Ich habe deutlich gespürt, was mir sehr wichtig ist: Meine Arbeit machen zu können. Nur Kinder und Haushalt ist eine Begrenzung, die mich nicht dauerhaft glücklich macht. Aber nun fehlte der eigene Raum, auch zeitlich, alles war quasi Familie.


    Ich hab dann nach ner Woche inneren Frustes den Gartentisch hochgeschafft in meinen Schlafraum, damit ich auch mal die Tür zumachen kann, um konzentriert zu arbeiten, zumindest solange die Kleinen draußen sind. Das ist nicht schick und widerspricht allen Einrichtungs- und Feng-Shui-Regeln, aber: Es hat funktioniert. Ich konnte Readings geben, die gerade jetzt auch vermehrt nachgefragt wurden.


    Im zweiten Schritt habe ich mit meinem Partner eine Regelung getroffen, wodurch ich drei Tage pro Woche von allen häuslichen Pflichten befreit war, um meine Arbeit machen zu können. Das war ein sehr wichtiger und notwendiger Schritt. Dafür gab es dann kein gemeinsames Wochenende mehr, zumindest bis wir dann Anspruch auf Notbetreuung hatten.


    Unser Rhythmus hatte sich auch verändert, angepasst: Aufstehen, wenn man wach ist, Essen, wenn Hunger da ist (allerdings dennoch sehr regelmäßig), Mittagsschäfchen, wenn nötig. Eine ungewohnte und schöne Erfahrung von Entspannung, weil nichts von außen aufgedrückt wurde.


    Der Große machte seine Schulaufgaben, wenn ihm so war. Der Kleine hat sie meist nach dem Mittag gemacht und profitierte von seiner anfänglich hohen Motivation. Beide hatten und haben ein ganz schönes Pensum zu erledigen und mittlerweile ist die Luft total raus. Jetzt gehen sie maximal einmal die Woche für 4 bzw. 6 Stunden zur Schule und demnächst sind Ferien.


    Ich habe ein paar Sorgen, gerade was die Ausbildung des Großen angeht, der nächstes Jahr die Schule beendet. Aber mehr als ranlassen kommen kann ich erst mal nicht.


    Ich bin traurig, da meine Kleine eingeschult wird und das gesamte Vorschulprogramm jetzt ausfiel, inklusive kleiner Kita-Abschlussfahrt. Auch die Erzieherinnen sind sehr traurig darüber, dass diese doch wichtigen Rituale nicht stattfinden können.


    Ich weiß, dass die Probleme anderer Menschen zur Zeit teilweise ganz anderer Natur sind. Die Menschen in den Altenheimen und Hospizen, die nahezu allein dastanden und stehen. Die Ängste. Auch der wirtschaftliche Abschwung. Wir sind bis jetzt relativ unbeschadet da durchgekommen, und gerade das macht mich auch dankbar.


    Gleichzeitig erschrickt mich, was ich in den Medien und Kommentarspalten sehe. Ich habe irgendwann das fast ganz eingestellt, mich damit zu beschäftigen, weil das eine heftige mentale Angst-Kaskade in Gang setzt. Stattdessen: Spazierengehen, mit realen Menschen reden. Hier bei uns in der MV-Pampa waren zum großen Teil alle sehr entspannt, gerade auch die Alten und Gefährdeten. Gerade auch die Lehrer und Erzieher. Auch darüber bin ich sehr dankbar. Das real life ist eine gute Erdung für mich gewesen.


    So, jetzt ihr :)

  • Lieben Dank Birkenfrau... :) für Deine HD-Interpretation auch zum aktuellen Zeitgeschehen.


    All dies findet sich auch in so manchen astrologischen Deutungen zu dieser Situation (Corona) und deren damit einhergehenden Beschränkungen wieder.


    Um auch diesen Thread wieder wachzuschaukeln, beginne ich gleich bei den von Dir gestellten Fragen:


    Für mich kamen meine typischen Nicht-Selbst-Themen immer wieder und noch verstärkter zum Vorschein, die da wären, vieles selbst machen zu wollen/zu müssen. Verantwortung an andere abgeben, nicht weiterhin für sie zu tragen. Auch die Verantwortung für die eigenen Gefühle, Gedanken, mein Verhalten, Tun aber auch Unterlassen noch genauer zu erkennen, zu betrachten und zu wandeln, so dass es sowohl mir, wie auch anderen nicht (mehr) schadet, in ihrer Eigenverantwortung, Selbstbestimmtheit. Dies dann auch so klar zu kommunizieren, war für mich einer der Steine, die meinen persönlichen Rucksack erleichtert haben... ich dahingehend nun gelassener und zufriedener bin.


    Das war für den Rest meiner Familie anfangs nicht so einfach und es holpert immer noch das eine oder andere Mal. Hat für beide Seiten auch etwas unbequemes... für meine, es auszuhalten, wenn verärgerte Kommentare kommen, für die andere, dass ich mir einige viele Schuhe nicht mehr anziehe.


    Die Situation als solches hat mich persönlich weder körperlich, noch geistig-psychisch beschränkt. Im Gegenteil... eher meinen Horizont und auch meine Kreativität erweitert.

    Wie soll ich sagen... als Projektor mit Autorität: Projizieren aus dem Selbst... ich hatte von Anfang an und habe immer noch dieses ruhige Gefühl in mir, dass nicht das Virus die eigentliche Gefahr ist, sondern das was daraus gemacht wurde...

    Doch sehe ich mittlerweile im Gesamtzusammenhang all dessen, dass es in dieser Zeit "notwendig" ist, sich die Menschheit eine große Chance geben kann, um das Ruder in eine andere Richtung als bisher herumzuwerfen... mit Bewusstheit, Achtsamkeit, Authentizität, Integrität zur wahrhaften Nächstenliebe... vor allem auch gegenüber der Natur... doch dies wird ein steiniger Weg mit vielen Herausforderungen... und für die einen oder anderen wird es, wie Du es geschrieben hast:


    Wenn wir die Zeit jetzt verschlafen, werden wir durch noch massivere Begrenzungen noch unsanfter geweckt werden.

    Aus der Astrologie bezogen auf den Transit des Neptuns, durch sein eigenes Zeichen, die Fische, der aus meiner Sicht ebenso diese Zeitqualität mitträgt, habe ich diesen Satz gefunden:


    "Erst im Jahr 2025 wird Neptun das Tierkreiszeichen Fische wieder verlassen. Dann beginnt seine Reise durch den Widder. Wer einem Rausch erlegen sein sollte, wird spätestens dann mit einem Kater wieder aufwachen."


    ... dieser ist im Kontext in folgendem Text wiederzufinden, wen es interessiert:


    https://www.lebendige-astrolog…drausch-neptun-in-fische/


    Seitdem bin ich neben selbst Brötchen-Backen... und wie Muttern gekocht hat, auch zur Obst- und Gemüsegärtnerin geworden, habe alte Rezepte ausgekramt zum Einkochen. Gewürzsalze mache ich nun selber. Habe meine Nachbarn damit angesteckt, tausche mit ihnen Rezepte und Ideen aus auch hinsichtlich Gartengestaltung und Anbau. Gebe ihnen von Obst und Gemüse, auch zum Probieren von den Dingen, die ich eingemacht habe und bekomme auch von ihnen, was sie gekocht haben, von den Dingen, die ich ihnen gab. Besonders meine indische Nachbarin...:schmatz:


    Wir haben das Glück, dass uns persönlich von außen kein wesentlicher Druck entstanden ist, bzw. wir eben gelassen damit umgehen, um dem ganzen etwas die Luft und vor allem Priorität zu nehmen.


    Urlaube haben wir in den letzten 10 Jahren eh mehr in ausgedehnte Wochenendausflüge, Camping mit Wohnmobil verwandelt, seit wir unsere Hündin (Hope) haben. Haben uns die Jahre davor ausgetobt.


    Seitdem wird immer mehr, noch mehr als vorher hier ausgemistet, entrümpelt, verringert, dezimiert... alles weg, was jahrelang irgendwo Staub angesetzt hat und nicht mehr wirklich gebraucht wird oder gefällt... eine der ersten Schritte im Feng-Shui. Platz für mehr Raum im Raum...

    Vor allem wird jede Neuanschaffung gut überlegt bzw. geht bei mir schon automatisch ein innerer Schalter an, ob tatsächlich "notwendig" oder nicht... oder manches sogar "aus alt mach neu" aber auch "mach selbst" werden kann, somit wieder die Kreativität anregt.


    Alles erinnert mich ein bissel... an meine Kindheit, die ich sieben Jahre lang in der damaligen DDR verbracht habe.

    In dieser Zeit habe ich dort nicht wirklich etwas an materiellen Dingen vermisst... ich fühlte mich nicht im Konsum-Mangel, wie vielleicht manch anderer dort... auch ohne Bananen, denn die kannte ich ja (noch) nicht. Gut... durch die Verwandtschaft im Westen, kam dann einmal jährlich ein Paket... mit Kaffee, Schokolade (Nutella) und Nylon-Strumphosen für meine Mutter. Das war dann schon etwas Besonderes und wir teilten dies gern mit unseren Freunden dort.

    Es gab, was es gab und es war gut so... und besonders lecker war das Brot vom Bäcker... ofenfrisch und bis ich damit nach Hause kam, von beiden Seiten angeknabbert... :D

    Hach... könnte ein Buch über diese Zeit schreiben... voll Erfahrungen an und mit den Einfachheiten des Lebens und schöner, angenehmer Erinnerungen daran, was das Alltägliche betrifft. Doch weiß ich auch von deren Schattenseiten... die heute, besonders in dieser jetzigen Zeit an manchen Stellen wieder zu Tage treten...

    Von daher ist es für mich kein Thema, sollte etwas nicht zu bekommen sein an alltäglichen Waren. Auch hier kann Not erfinderisch und kreativ machen...


    Doch mein Fazit daraus... wer die einfachen kleinen Dinge im Leben schätzt - ein wahrhaftes Lachen, Freundlichkeit und Teilen, was da ist, lebt mangelfrei(er)... ist in Dankbarkeit und Liebe mit sich selbst und allem anderen.


    So... vielleicht habe ich ja dem einen oder anderen hier Lust gemacht... :winke:



    "Wenn kein Mensch mehr die Wahrheit suchen und verbreiten wird, dann verkommt alles Bestehende auf der Erde, denn nur in der Wahrheit sind Gerechtigkeit, Frieden und Leben!"


    Friedrich von Schiller, geb. am 10.11.1759

  • Liebe Elementezauber,

    ich danke dir sehr für deine Einblicke und Anregungen, ich kann da vieles gut nachvollziehen.


    Nun ist die eine 60er-Phase vorbei, die mit Saturn. Er hat sozusagen das Wegbrechen des Alten eingeläutet. Es ist ein heftiger Weckruf, global betrachtet. Pluto hat sich dieses Jahr das erste Mal vorgestellt, und schon ging es los mit Lieferengpässen usw. Ich habe wie du recht wenig Angst vor materieller Beschränkung; ich habe 9 Jahre DDR mitgemacht, und obwohl meine Mutter Dienstversammlung schwänzen musste, um von der einzigen Anoraklieferung eine Winterjacke für mich zu ergattern nach langem Anstehen, kann ich sagen: Gefehlt hat mir nichts, und ich war sogar frei: ich konnte ans Meer, an die Seen und ins Gebirge, meine Welt war groß genug. Wäre ich in diesem System älter geworden, dann wäre ich aber mit Sicherheit an seine Begrenzungen gestoßen, innerlich wie äußerlich, denn ich werde nicht gern gezwungen.


    Wir werden sicher die nächsten Jahre haarige Zeiten erleben. Sicher ist es gut, das Ganze sehr praktisch und pragmatisch anzugehen. Wo kann man sich selbst versorgen, mit welchen Menschen kann man auch ganz praktisch und lebensnah wirtschaften, wo schafft man noch was Praktisches an (Blackouts usw.), welche Heilmittel geht man auf der Wiese, im Wald oder im Internet noch sammeln.... Welche Bücher gehören noch ins Regal, welche Fertigkeiten möchte ich noch lernen?. Aber auch andersrum, wie du es beschreibst: Was kann weg, was lasse ich freiwillig los und was ist seit langem eh nur Ballast? Vor allem Ballast in der Seele, unerledigte Dinge, unausgesprochenen Worte, des Dankes, der Liebe... Nicht erst warten, bis wir gezwungen werden, all das zu tun, oder bittere Tränen zu weinen, weil es zu spät ist.


    Naja, jedem von uns wird schon noch auf den Zahn gefühlt werden. Wenn das Alte zerfällt und zerbröselt, es gleichzeitig eben aufgrund seiner Schwäche sich noch mal aufspielt und alle Kontrolle an sich reißt, an unseren Nerven und Ressourcen reißt, und das Neue ist noch nicht da, nur eine Ahnung, noch ganz frisch und verletzlich - das sind echte harte Übergänge, wo fast jeder Kompass versagt. Gut, wer sich selber navigieren gelernt hat, ǵut, wer keinen Zentnerrucksack auf dem Rücken trägt - und vor allem: Gut, wer die für ihn richtigen und passenden Menschen um sich rum hat, am richtigen Ort ist....!