"Nazarener Jüdin!"

  • Sonntag träumte ich einen eigenartigen Traum. Ich hatte einen Tag davor Psorinum M genommen, am selben Tag noch eine Eigenblutnosode in C15.


    Vor dem eigentlichen Traum gab es ein paar Vorträume. In einem war ich in einer Badelandschaft, aber natürlichen Ursprungs, ein Bach, mit vielen Kindern drin wie in einer Rutsche, drumherum grüne Wiese. Meine beiden Kleinen auch mittenmang, der 8jährige als Schwimmer machte mir keine Sorgen, aber um mein gerade 6jähriges Mädchen schon, da sie noch nicht richtig gut schwimmen kann. Habe sie gesucht und fand sie ein Glück am Ufer liegend, erschöpft.


    Eine andere Szene: Ich schaue einem Faschingsumzug zu, darin alles ältere Frauen, alle trugen ein Lachgesicht, wie eine Maske. Am Ende des Zugs war auch meine Mutter dabei und lachte, aber ihr Lachen war echt. Das hat mich sehr beruhigt. Außerdem begrüßte sie andere Zuschauer und schüttelte herzlich deren Hände.


    Dann der eigentliche Traum. Großstadt, Häuser, Steine, mein Partner auch da, aber ich sah ihn nicht, es war nur ein Wissen, er ist da. Ich gehe in eine sehr enge Gasse, ein LKW kommt auch noch um die Ecke reingebogen. Beim Abbiegen eckt er überall an den Hauswänden an.


    Dann ist da eine alte Frau, ca. 60-70 Jahre alt, dunkel aussehend. Sie ruft zu mir: „Nazarener Jüdin!“ und schubst mich eine alte Steintreppe hinab. Ich sehe von oben, wie ich auf dem Hintern Stufe für Stufe hinunterhopse. Das Zusehen tut schon weh. Ich trage eine Hose, Jeans oder so. Die Treppe besteht aus sehr großen grob gehauenen Feldsteinen, alle Kanten abgerundet von der Zeit. Während ich falle, denke ich, dass die Beschimpfung was mit dem Dritten Reich zu tun haben muss, mit einer Ahnin, einer Großmutter von mir, die ich gleichzeitig selbst bin.


    Als ein Absatz erscheint switche ich in meinen Körper, bring ihn unter Spannung, versuche mich gerade zu machen und mich an der gegenüberliegenden gemauerten Steinwand abzustützen, Halt zu finden. Aber keine Chance. Ich falle noch tiefer. Beim Runterschauen sehe ich das Ende und denke nur, zum Glück, gleich bin ich unten. Dann kann man von oben sehen, wie ich da liege, und mein Partner wird mich sehen und mir helfen.


    Als ich dort ankomme, geht die Treppe aber noch tiefer. Die Art der Steine wechselt von Absatz zu Absatz, mal steil, mal weniger, mal schmale Stufen, mal breite, mal kalkig, mal abgerundete bunte Steine. Und auch dann nimmt die Treppe kein Ende, sondern ich falle immer weiter. Im Fallen trage ich dann Rock oder ein langes Gewand. Ich breche mir nichts, bin nur von oben bis unten wie zerschlagen. Nach einer gefühlten Ewigkeit und vielen Absätzen später ist dann wirklich mal Schluss. Das da unten, wo ich bin, hat mit der Welt da oben nichts mehr zu tun. Ich schaue hoch, über mir ist alles dunkel, kein bisschen Licht dringt von oben rein. Niemand von da oben wird mich hier sehen oder finden.


    Aber: Ich habe Licht. Aus den Seitenritzen, durch dicke Steine hindurch dringt Tageslicht. Ich bin nicht unterirdisch, in irgendeinem Loch, sondern ebenerdig. Vorher war ich mehrere Stockwerke hoch, die nacheinander über die Jahrhunderte auf den alten aufbauten.


    Dann fange ich an, lauthals um Hilfe zu rufen. Ich erwache.


    Eigene Gedanken: Der Traum war weder beängstigend noch erdrückend. Die Sorge um meine Tochter und das Lachen meiner Mutter war viel stärker. Es fühlte sich an wie eine Zeitreise. Die erste Etappe habe ich im Traum mit der Zeit ab 1933 verbunden, aber es ging ja noch weit tiefer. Vielleicht hat mich diese Erbnososde dahin geführt, vielleicht war es auch die Kombination mit meinem eigenen Blut, wo ja auch die Ahnen noch mit drin stecken. Übrigens hatte ich ein paar Wochen zuvor unter Psorinum C200 einen sehr heftigen Traum, mit biographischen Inhalt, der sehr wichtig war und mir einen Teil meiner Kraft wiedergegeben hat. Da ging es letztlich um Verrat.


    Auffallend ist, dass in diesen Sequenzen nur Frauen auftauchen. Mein kleiner Sohn und mein Partner sind zwar in meinem Wissen da, aber sie tauchen nicht auf. Dafür meine Tochter, meine Mutter, Frauen mit gruseligem Maskenlachen, eine Großmutter/Ahnin, die ich selber bin, eine Alte, die mir den richtigen Schubs gibt...


    Nazarener hab ich gegoogelt. Klar, Jesus aus Nazareth. Aber der Wortstamm kommt weit häufiger vor und zwar laut Wiki in zwei Varianten. Einmal übersetzbar als Beobachter, Wächter, Beschützer (so wurde Jesus in der Prophezeiung angekündigt), und einmal als Talmus-Gelehrte, die sehr asketisch und streng lebten. Es gab in den ersten Jahrhunderten nach Jesu Geburt wohl auch Juden, die die Lehren Jesu miteinbanden, ohne sich aber als Christen zu bezeichnen.


    Also, was ist das für eine Geschichte? Ich habe in den letzten Generationen meines Wissens nach keine jüdischen Ahnen in meiner Familie. Ich bin vollkommen atheistisch großgeworden.


    Das Bild, wie ich „da unten“ bin, und "normal" wäre ja, wenn man irgendwo reingefallen ist, dass man hochschaut und sozusagen Licht am Ende des Tunnels sieht, das war ja genau andersrum. Der Ausgang, wenn es ihn denn noch gab, lag im Dunkeln. Ich dagegen hatte Licht. Hätte ich nicht gewusst, gerade runtergefallen zu sein, wäre ich nie auf die Idee gekommen, dass es nach oben raus geht. Das Rufen um Hilfe war nur die logische Konsequenz, denn so zerschlagen wie ich war, wäre ich die Treppe nie allein wieder hochgekommen. Aber seitwärts durch die Steinwand durch? Mit Hilfe?


    Hat jemand Assoziatinen, Ideen? Ich suche nicht nach einer „Deutung“ von Einzelelementen, die dann wild vermengt werden. Die Bilder sprechen ja für sich. Aber hat das jetzt persönliche Bedutung für mich oder war das einfach ein Abtauchen ins Kollektive? Ins Weibliche? Vielleicht weiß jemand noch mehr über die Nazarener Juden? Wurden damals Menschen, Frauen, eingemauert? Oder hatte jemand ähnliche Träume nach einer Nosode?


    :/Birkenfrau

  • Liebe Birkenfrau,

    Vielleicht hast du dich nur selbst von deinem integrativen Charakter getrennt und bist in eine radikalere Version deiner selbst geraten und der Traum wollte dich nur davor warnen, dass sich das verfestigt.


    Liebe Grüße

    Lillybe

  • Liebe Birkenfrau,
    ja ich habe mich entschlossen mal wieder in diesem Forum zu lesen :-).
    Bei deine Traum kommen mir diese Ideen:
    Du scheinst eine alte Seele zu sein.
    Nazarener ist hier sehr wichtig und was ist die Bedeutung! Die Verbindung zu Askese scheint mir wichtig.
    Bist du zu Streng mit dir? Kontrolierst du dich zu sehr? (mit dem Verstand?)
    Vielleicht solltest du mal locker was Leben ;) und Lachen wie deine Oma, auch wenn du bei anderen Masken siehst! Bleib echt!
    Dann bleibt dir der Sturz erspart!
    lieber Gruß
    Nahim


    PS.:

    Da habe ich spontan was geschrieben und nicht gewatet!

    Jetzt kommen mir noch ein paar Ergänzungen:

    Die Badelandschaft ist das Leben.

    Deine Tochter zeigt dir, dass es nicht immer leicht ist aber es ist zu schaffen.

    Deine Oma zeigt dir das WIE!

    Echt bleiben und das Leben genießen.

    Die LKW's in den engen Gassen des Lebens sind der ideologisch beladen Ballast den wir alle so mit füheren und das führt dazu das wir anecken.

    Wer sich dem Spiel des Lebens verschließt fällt die Treppe runter.


    Ein super Rat, den wir alle wohl brauchen.

    Danke für das Teilen.

    lieben Gruß

    Nahim

    Du bist der Himmel.

    Alles andere- ist nur das Wetter.

    ~ Pema Chödrön -

    Einmal editiert, zuletzt von Burkhard J. Nahim ()

  • Liebe Lillybe,


    Vielleicht hast du dich nur selbst von deinem integrativen Charakter getrennt

    Ich versteh hier nicht wirklich, wie du das meinst…


    und bist in eine radikalere Version deiner selbst geraten

    ... radikal find ich erst mal gar nicht schlimm, aber da ich Teil 1 des Satzes nicht verstehe...


    der Traum wollte dich nur davor warnen

    Naja, wie eine Warntraum fühlte sich das nicht an. Ich kenne Warnträume, und das war es hier eher nicht. Im Grunde fühlte es sich sogar eher wie eine Erinnerung an etwas Vergessenes und – weil dieses Vergessene zurückkam zu mir – auch wie ein Krafttraum an.


    Danke, dass ich mich durch deinen Beitrag etwas sortieren kann :)



    Lieber Burkhard Nahim,


    Die Verbindung zu Askese scheint mir wichtig.
    Bist du zu Streng mit dir? Kontrolierst du dich zu sehr? (mit dem Verstand?)

    Aaaalso, da hast du nicht unrecht. Das ist wohl etwas sehr Altes, Mitrgebrachtes. So ein innerer Anspruch „gut“ zu sein, whatever that means. Ich kenne das auch schon aus Kindheitstagen und Jugendtagen, dass ich da so auf der Suche war nach den „richtigen“ Werten, nach denen ich leben wollte. Oftmals hab ich mir dann damit selber im Weg gestanden bzw. mich in Mauern begeben, die eher Gefängnisse waren. Und ja, mein Verstand ist immer noch manchmal etwas starr, obwohl ich schon lange übe, das Leben nicht mehr einzusperren – oder auszusperren. Aber naja, wie das so ist mit alten Dingen, die sind tief verwurzelt. Eine vedische Astrologin sagte einmal zu mir: Du kommst aus der Härte und Strenge der großen Verantwortung und der vielen Arbeit, und jetzt ist es Zeit, biegsam und jung zu werden und die Leichtigkeit zuzulassen.


    Vielleicht solltest du mal locker was Leben ;) und Lachen wie deine Oma, auch wenn du bei anderen Masken siehst! Bleib echt!

    Hm , das war meine Mama im Traum, die ist ja auch schon ne Oma jetzt. Aber es stimmt, sie ist „echt“ im Ausdruck, und auch meine Tochter ist sehr „echt“.


    Dann bleibt dir der Sturz erspart!

    Wer sich dem Spiel des Lebens verschließt fällt die Treppe runter.

    Ich glaube, der Fall war total wichtig und notwendig. In dem Sinne sehe ich die Alte, die mich gestoßen hat, auch nicht als „böse“. Im Gegenteil, das war ne Hilfe zur Erinnerung. Ich bin während des Fallens ja auch mit meinem Körper in Verbindung gekommen. Gleichzeitig wurde alles, was ich war, komplett durchgeschüttelt und zerschlagen. Da blieb dann kein altes Muster mehr heile, wenn man so will.

    Und irgendwie ist es paradox: Während ich ins scheinbar Uralte hinunterfalle und mich erinnere, wird das alte Jetzt, dass ich noch die ganze Zeit bei mir habe, abgeschüttelt, bis ich schließlich keine Verbindung mehr zu dem "da oben“ habe. Plötzlich ist das da oben das Alte. So, wie es dann oben dunkel ist und ich im Hellen ankomme. Und das Alte, in das ich falle, die Erinnerung, ist das Neue hier. Hm....:/


    Die LKW's in den engen Gassen des Lebens sind der ideologisch beladen Ballast den wir alle so mit füheren und das führt dazu das wir anecken.

    Der LKW als zivilisatorischer Ballast... Der passt nicht in eine Umgebung mit Mauern. Also, entweder muss der LKW weg da, oder die Mauern müssen weg. Das ist auch so ein Thema hier: Ich bin als zweite Linie total gerne hinter der Mauer. Die Mauer ist Schutz, so kann ich meine Selektivität bewahren. Das Meiste ist halt nix für mich. Und doch, die Mauer kann auch Gefängnis sein. Und manchmal ruft das Leben und die Mauer ist entweder wie weg, oder manchmal wird sie auch „angefahren“ oder sogar eingerissen. Die Frage ist dann, ob ich bereit dafür bin.


    Und so sind auch diese vielen Steine und Stufen und Mauern wichtig, und am Ende bin ich da ganz unten wie eingemauert. Aber es dringt Licht durch, das Leben ist ja da. Und die Kraft ist hier: In dem Moment, wo ich realisiere, dass ich nicht mehr zurück ins Alte da oben kann, und wo ich realisiere, dass ich auch nicht alleine seitwärts durch die Mauern kann, weil durch den Sturz einfach noch alles durcheinander ist, in dem Moment kommt die Kraft in mich gefahren und ich rufe laut um Hilfe. Das war kein Ruf der Verzweiflung, das war der Ruf von Kraft und Bestimmtheit. Vielleicht war es ein Ruf an mich selber.


    Danke für deine Anregungen!

  • Liebe Anke,


    Du erzählst, dass Du Nosoden genommen hast und schon vorher von den Szenen am Fluss träumtest.


    Du suchst nach Gesundung und findest Deine junge Tochter im Sand ganz erschöpft liegen.
    Könntest Du das gewesen sein?

    So erschöpft vom Fluss des Lebens, mit den vielen Aufgaben und jetzt auf dem Weg etwas Neues zu probieren, und dabe noch nicht zu wissen, was das "Neue" mit Dir macht und ob es hilft?


    Die Szene des Fastnachtsumzug ist das Künstliche oder auch die festen Denkmuster,

    "Was Du nimmst Nosoden?" lachen die Masken Dich an,

    doch Deine Mutter gib Dir wieder das Zutrauen ... einfach auf Dich zu vertrauen.


    Die enge Gasse bietet Schutz und die große Dynamik des LKW lässt Dich wieder erstarren.

    Es braucht die starke, weibliche Dynamik, Dich aus der Starre in die Bewegung zu versetzen.


    Wo die Vergangenheit oder andere Ausgrenzung tatsächlich greifen ...

    ist wieder die Starre, in diesen Zeiten des Rassismus und der Angst.


    ... Du fällst ... tiefer und tiefer ... bist selbst die sich Bewegende im Tunnel der Zeit.


    Und wieder sind einengende Mauern, die Dir einst Schutz boten um Dich herum.

    ich glaube ich weiß warum Du die Nosoden nimmst,

    Du hattest irgendwann bei unserer Kommunikation ein Problem mit einem Organ erwähnt.

    Dazu passen auch die Nosoden ... und Mauern und dieses Organ haben vieles gemeinsam.


    Für mich ist dieser Traum, noch nicht beendet ... er könnte noch eine Fortsetzung haben.
    Die 5. Linie, die den Überblick behält braucht noch ihren Platz.

    Von Herzen alles Gute für Dich :<3:

    Kerstin

  • Liebe Birkenfrau,


    ich beziehe mich auf das Thema Verrat in deinem Traum, da ich deinen Traum als Verrat empfunden habe und meinte, dass du dich selbst von deinem integrativen Teil deines Charakters entfernt haben könntest.


    Grüße Lillybe

  • Liebe Birkenfrau (darf ich auch Anke schreiben?),

    um den Traum richtig zu deuten sind kronische und schwerwiegende Krankheiten sicher auch wichtig!

    Ohne alle Informationen geht das manchmal schlecht.

    gruß Nahim

    Du bist der Himmel.

    Alles andere- ist nur das Wetter.

    ~ Pema Chödrön -

  • ich beziehe mich auf das Thema Verrat in deinem Traum, da ich deinen Traum als Verrat empfunden habe

    Liebe Lillybe,

    Verrat kann ich in diesem Traum nicht entdecken. Keinen äußeren und keinen inneren.


    um den Traum richtig zu deuten sind kronische und schwerwiegende Krankheiten sicher auch wichtig!

    Ohne alle Informationen geht das manchmal schlecht.

    Nahim, ja richtig. Wobei es mir nicht um „richtige Deutung“ von euch ging, sondern um Anregungen. Das hat sich bis hierhin schon erfüllt, finde ich. Und alle Informationen hat niemand und braucht man m.E. dafür auch nicht. Sonst fragt der nächste noch nach nem Nacktbild, bevor er „deuten“ kann 8)


    Das „Mauerthema“ ist bei mir ein Lebensthema und direkt zu mir gehörig, als etwas Wichtiges und Wertvolles, und deswegen nicht nur als Ausdruck von Kranksein zu betrachten, siehe oben und unten.



    Liebe Kerstin,

    So erschöpft vom Fluss des Lebens, mit den vielen Aufgaben und jetzt auf dem Weg etwas Neues zu probieren, und dabe noch nicht zu wissen, was das "Neue" mit Dir macht und ob es hilft?

    Die Erschöpfung ist sicher auch ein altes Thema, ja. Beim Neuen geht es mir nicht so sehr darum, etwas „zu probieren“, sondern mehr ums Sein. Das Neue ist nichts Äußeres, sondern was ganz Inneres, etwas das schon immer da war, wenn du verstehst... Und deswegen stellt sich mir da auch nicht die Frage, was es mit mir macht oder ob es hilft. Ich bin vielmehr im Prozess des „Ichwerdens“ und beobachte mich dabei. So in etwa.


    Die enge Gasse bietet Schutz und die große Dynamik des LKW lässt Dich wieder erstarren.

    Die Gasse habe ich nicht als Schutz empfunden, und den LKW auch nicht als bedrohlich, auch wenn es sich für den Leser so anfühlen mag. Ich war Beobachterin, mit leichtem Staunen dabei.


    Es braucht die starke, weibliche Dynamik

    Ja, anscheinend :)


    Und wieder sind einengende Mauern, die Dir einst Schutz boten

    Mauern sind wichtig. Ich muss nicht alles in meinem Leben haben. Ich bin sehr dankbar für die Mauern. Sie können aber einengen, einsperren, aussperren. Manchmal gewollt, und manchmal ist das hinderlich. Aber deswegen sind Mauern nicht per se schädlich (das weiß zumindest jede 2. Linie...).


    ich glaube ich weiß warum Du die Nosoden nimmst,

    Ja, richtig, meine Haut. Und weil die sich langsam stabilisiert (unter anderem, weil ich vieles aus meinem Leben rausselektiert habe), hab ich mich da rangetraut. Dass sich dadurch sowohl körperlich als auch persönlich einiges deutlicher zeigt, damit hab ich ja gerechnet.


    Mauern und dieses Organ haben vieles gemeinsam.

    Na eindeutig :)


    Die 5. Linie, die den Überblick behält braucht noch ihren Platz.

    Naja, nicht ganz. Die 5 hat nichts mit Überblick zu tun, das wäre die 6. Die 5 ist die Projektionsfläche, die Fassade sozusagen. Wobei wir damit auch wieder bei der Haut wären.


    Für mich ist dieser Traum, noch nicht beendet ... er könnte noch eine Fortsetzung haben.

    DAS ist auch mein Gefühl...


    Ich danke dir sehr!

  • Liebe Anke,


    jetzt hast du es mit deinem Traum geschafft, dass ich trotz gegenteiliger Vorsätze wieder hier anwesend bin - auch wenn das nicht mehr so häufig sein wird, wie zuvor...


    Dein Traum hat mich so berührt, dass ich dir einfach meine Gefühle und Gedanken dazu mitteilen möchte.


    Die "Nazarener Jüdin", also du selbst, ist sie vielleicht die Freu, die mit der Tradition der Ahnen, mit der eigenen Vorstellung von Sicherheit bricht, sich aus der Komfort-Zone wagt - wenn auch nicht ganz freiwillig? Braucht es dazu die Ahnin, die sie schubst? Nimm den Nazarener Jesus mal als Symbol für den direkten Draht zum Göttlichen. Die "Jüdin", die diesem Pfad folgt, entfernt sich vom "Toraglauben", lässt wie Jesus selbst alle Bindungen hinter sich und lässt sich fallen...auch wenn es weh tut, hier und da ein Widerstand, eine Angst aufblitzt und Schrammen verursacht. Das Vertrauen ist bereits stark genug. Du purzelst die Treppenstufen durch Raum und Zeit...und kommst wo an? Bei dir selbst?. Die Verbindung zum Vertrauten ist gelöst, hier findet man dich nicht - auch die Sorgen, die "Masken", das Lachen der Mutter...alles im Dunkeln... Und dennoch wird sich zeigen, dass nichts verloren geht. Gemeinschaft, Authentizität und Intensität erwachsen mit dem Wandel hin zur Seelenwirklichkeit auf eine wundervolle Weise neu. Darauf kannst du bereits vertrauen, auch wenn alles noch wie ein Sturz nach unten aussieht.


    Ja, du hast recht: die Mauern brauchen wir noch lange. Wenn wir als "alte Seelen" wie Burkhard treffend schreibt endlich zu ahnen beginnen, dass unsere größte Angst nicht die vor der Dunkelheit, sondern die vor dem eigenen (göttlichen) Licht ist, kann das zuviel sein... Aber die Mauern haben Risse, das Licht leuchtet hindurch - DEIN LICHT!


    Was für ein wunderschöner, hoffnungsvoller Traum. Es gibt keine Eile. Lass dir alle Zeit, die du brauchst. Deine Haut heilt ebenso, wie deine Mauern immer so viel Licht durchlassen werden, wie du es gerade verträgst. Du kannst also voller Zuversicht diesen Traum weiter träumen...


    Ich freue mich für dich.

    Alles Liebe

    Erdherz

  • Liebe Anke,

    noch eine kleine Ergänzung zur weiblichen Dominanz in deinem Traum.


    Als wir letzten Sonntag - dem Tag deines Traums - die Nonnen in unserem Kloster besuchten, sagte die Äbtissin, sie feierten an diesem Sonntag den Tag der Dreieinigkeit!


    Das Mädchen hat bereits seit langem die Intuition, doch ihm fehlen noch Reife und Kraft, um sich in einer Welt, die seit Jahrtausenden das Weibliche missachtet 'über Wasser' zu halten: es liegt erschöpft am Ufer. Die Mutter in dir hat diese Reife: sie erkennt die Masken. Sie hat das Leid von 'lächle und halte die Klappe' erfahren und gemeistert.Sie kämpft nicht, sie leuchtet stattdessen von innen - das nennt man Selbstliebe! Die Alte, die dich schubst ist für mich die Weise 'Sophia', die dir zum richtigen Zeitpunkt den richtigen Impuls gibt.


    Geht man aus der rein christlichen Vorstellung heraus, dann wird die Dreieinigkeit oft so dargestellt: Der Wille - das göttlich-väterliche Prinzip, Liebe/Weisheit als das göttlich-mütterlich Prinzip, das 'Kind', das daraus resultiert, ist die göttlich-schöpferische Kraft/Intelligenz.

    Wir müssen nicht darüber reden, dass selbstverständlich Frauen auch Willenskraft und Männer ebenso Weisheit und Liebe in sich tragen. Du weißt das - nur für den Fall, dass das jemand rein feministisch falsch interpretiert.


    An Selbstliebe und der Weisheit der Hingabe geht letztendlich kein Weg vorbei, will man bei sich selbst ankommen.

    Dass sicher irgendwann im Traum oder 'realen Leben' auch die männlichen Protagonisten wieder auftauchen und dass es auch da noch einiges zu erlösen gibt und der Wille seine umfassendere Bedeutung einfordert, steht außer Frage. Dann wird das Kind auch nicht mehr erschöpft sein, sondern als reine Quelle der Freude und Inspiration in Erscheinung treten.


    Soweit wage ich mich mal mit dieser positiven Prognose aus dem Fenster...;)

    Alles Liebe

    Erdherz

  • Liebe Birkenfrau,


    für mich zeigt dein Traum den Ablauf einer Geburt,

    inklusive Vorgeschichte.

    Sehr lebhafte Bilder hast du mir gegeben!

    Danke dafür!


    Lieben Gruß aus OWL

    AlteEule (°V°)

    Ich habe von tausend neuen Wegen geträumt. Ich bin aufgewacht und meinen weitergegangen.
    (Chinesisches Sprichwort)


    Ich bin der wichtigste Mensch für mich, denn: Ohne mich kann ich nicht leben!

  • jetzt hast du es mit deinem Traum geschafft, dass ich trotz gegenteiliger Vorsätze wieder hier anwesend bin - auch wenn das nicht mehr so häufig sein wird, wie zuvor...


    Dein Traum hat mich so berührt, dass ich dir einfach meine Gefühle und Gedanken dazu mitteilen möchte.

    Hey liebe Erdherz, willkommen zurück :)


    Die "Nazarener Jüdin", also du selbst, ist sie vielleicht die Freu, die mit der Tradition der Ahnen, mit der eigenen Vorstellung von Sicherheit bricht, sich aus der Komfort-Zone wagt - wenn auch nicht ganz freiwillig? Braucht es dazu die Ahnin, die sie schubst? Nimm den Nazarener Jesus mal als Symbol für den direkten Draht zum Göttlichen. Die "Jüdin", die diesem Pfad folgt, entfernt sich vom "Toraglauben", lässt wie Jesus selbst alle Bindungen hinter sich und lässt sich fallen...auch wenn es weh tut, hier und da ein Widerstand, eine Angst aufblitzt und Schrammen verursacht. Das Vertrauen ist bereits stark genug. Du purzelst die Treppenstufen durch Raum und Zeit...und kommst wo an? Bei dir selbst?. Die Verbindung zum Vertrauten ist gelöst, hier findet man dich nicht - auch die Sorgen, die "Masken", das Lachen der Mutter...alles im Dunkeln... Und dennoch wird sich zeigen, dass nichts verloren geht. Gemeinschaft, Authentizität und Intensität erwachsen mit dem Wandel hin zur Seelenwirklichkeit auf eine wundervolle Weise neu. Darauf kannst du bereits vertrauen, auch wenn alles noch wie ein Sturz nach unten aussieht.

    Das ist gut geschrieben. Das werde ich noch weiter sackenlassen. So habe ich es noch nicht betrachtete, mit dem Bindungen loslassen, mit dem Brechen mit alten Mustern aus Generationen, mit dem Landen bei mir selbst. Das ist gut. Danke.


    dass unsere größte Angst nicht die vor der Dunkelheit, sondern die vor dem eigenen (göttlichen) Licht ist, kann das zuviel sein... Aber die Mauern haben Risse, das Licht leuchtet hindurch - DEIN LICHT!


    Was für ein wunderschöner, hoffnungsvoller Traum. Es gibt keine Eile. Lass dir alle Zeit, die du brauchst. Deine Haut heilt ebenso, wie deine Mauern immer so viel Licht durchlassen werden, wie du es gerade verträgst. Du kannst also voller Zuversicht diesen Traum weiter träumen...

    Hm, so betrachtet… Die Spalten in den Mauern, durch die Licht dringt… wie ich es gerade vertrage :D Da fühl ich mich erkannt.


    Und, apropos Licht durchlassen: Im ersten Traum, bei der C200, da hatte ich einen Raum mein Eigen, der war ganz hell, ganz durchflutet von Licht, das war neu. Dort gab es bestimmte Probleme, die ich hier nicht weiter ausführe, die aber etwas deutlicher zeigten, was mir schon länger schwante.


    Und vor wenigen Nächten war ich in einem riesigen Anwesen, das war nicht meins, das gehörte irgendwelchen Leuten seit Generationen. Ganz viele Räume, ein Park dran usw. Da habe ich einen Raum bewohnt, der war auch sehr groß und sehr hell mit vielen Fenstern und Terrasse nach draußen und, im Gegensatz zu dem Rest des Hauses, soweit ich es gesehen habe, auch modern. Fast schon kühl, aber nicht kalt oder steril. Ich fand den Raum jedenfalls schön. Die anderen Räume, die Treppenflure waren alle mit viel dunklem edlen Holz, schwere dunkelrote Teppiche und alles sehr alt. Gut gepflegt über Generationen, aber auch alt(backen). Wie in nem Schloss, nem Museum.


    In diesem Anwesen habe ich mich auf die Socken gemacht, die anderen Gebäudeteile zu erkunden. Da ging eine Treppe hoch, zu den Besitzern dieses Hauses. Es war aber nicht ratsam, da hochzugehen, die wollten das nicht. Ich habe es auch nicht gemacht. Stattdessen fand ich einen anderen Flur, eine Treppe ging hinab, wieder alles rotbeteppicht, mit dunkelbraunem Geländer aus gedrechseltem Holz, unten ein Absatz und nichts weiter, nur eine Treppe wieder hoch im selben Stil. Ich stiefelte zum nächsten Absatz, die Treppe machte dort kehrt. Ich ging aber nicht höher, denn auf dem Absatz lagen etliche graue Stoffbahnen, auf jeder Bahn war ein Gesicht zu sehen, ein japanisches Männergesicht. Das waren alles Krieger, Samurai. Ich hatte das Gefühl, ich kann da nicht rübersteigen, denn das dort sind Tote, die Knochen von toten Kriegern liegen da. Die haben sich geopfert... Dann bin ich aufgewacht.


    Also, Licht und Neues gibt es schon ne Menge, aber da sind auch wieder so viele uralte Dinge zugange...


    Das Mädchen hat bereits seit langem die Intuition, doch ihm fehlen noch Reife und Kraft, um sich in einer Welt, die seit Jahrtausenden das Weibliche missachtet 'über Wasser' zu halten: es liegt erschöpft am Ufer. Die Mutter in dir hat diese Reife: sie erkennt die Masken. Sie hat das Leid von 'lächle und halte die Klappe' erfahren und gemeistert.Sie kämpft nicht, sie leuchtet stattdessen von innen - das nennt man Selbstliebe! Die Alte, die dich schubst ist für mich die Weise 'Sophia', die dir zum richtigen Zeitpunkt den richtigen Impuls gibt.

    Das mit der Dreieinigkeit ist interessant (wobei der Traum schon am Pfingstsonntag stattfand). Mir war das ja auch aufgefallen: Tochter, Mutter, Großmutter, alle im Traum, z.T. in verschiedenen Bedeutungen. Letztlich sind wir alle Töchter, zumindest das, und manche von uns sind Mutter und Großmutter. Aber ich wage mal zu behaupten, selbst wenn nicht, so ist in uns immer das Potential für all das da. In den vielen Zyklen des Lebens sind wir alle mal im Frühling, mal im Sommer, mal im Herbst und mal im Winter. Jede Frau muss sich selber irgendwann auch nähren können, physisch, emotional, geistig, spirituell. Und es ist schön, wenn auch jede ihren geistigen Hafen erreicht und sich selber ein Zuhause ist, egal, was in der Welt drumherum passiert. Dass wir in vielen alten Traditionen die Weiße, die Rote und die Schwarze haben... ja, jedenfalls, das klingt tief an bei mir.


    An Selbstliebe und der Weisheit der Hingabe geht letztendlich kein Weg vorbei, will man bei sich selbst ankommen.

    Jup.


    Dass sicher irgendwann im Traum oder 'realen Leben' auch die männlichen Protagonisten wieder auftauchen und dass es auch da noch einiges zu erlösen gibt und der Wille seine umfassendere Bedeutung einfordert, steht außer Frage.

    Ja, nun sind es erstmal wieder unsichtbare Schlossbesitzer und halbsichtbare Samurai. Da werd ich bestimmt noch drüber nachgrübeln….


    Ich danke dir sehr für deine Zeilen!



    Liebe Alte Eule,

    für mich zeigt dein Traum den Ablauf einer Geburt,

    inklusive Vorgeschichte.

    magst du da noch was zu schreiben, wie du darauf kommst? Was erinnert dich an Geburt? Was wird da geboren?


    Herzliche Grüße

    Birkenfrau