Beiträge von Vetch

    Ob ein Medium überhaupt in der Wahrheit ist...


    Was ist denn Die Wahrheit?


    Allein das wäre einen eigenen Faden wert.

    Ein Begriff, der gerne und oft verwendet wird -- wie auch z.B. Gott, Ego, Liebe etc pp -- und unter dem sich so ziemlich jede und jeder was anderes vorstellt. Und doch tun wir fast alle so, als würden wir das Gleiche meinen.


    Wie ich verstehe, was hier mit "in der Wahrheit" gemeint sein könnte, löse ich für mich so:


    Ganz einfach. Sei es spirituelle Information, die ich in einem Buch lese, in einem Interview höre, auf YT finde, sei es die Aussage eines Orakels, das ich gefragt habe, oder die eines Mediums, das mir speziell oder der Menschheit allgemein was channelt --


    Vor einigen Wochen z.B. hat mich eine Frau angerufen, die ich genau einmal getroffen hatte, um mir eine wichtige Durchsage zu geben, die sie empfangen hatte. Sie konnte mir nicht sagen, von wem.


    Also, wann immer ich sowas bekomme, sei es von mir initiert und gewünscht oder, wie in obigen Fall, unerwartet und nicht bestellt, prüfe ich die Ausage darauf, obs bei mir andockt.


    Mein Intellekt meldet sich da natürlich auch immer zu Wort, und in der Regel warnt er mich. Er überlegt sich, was die Leute für Motive haben könnten, was dahinter stecken könnte. Dass ich manipuliert, belogen, ausgenutzt werden könnte.


    Jo. Den Verstand lasse ich also brabbeln, den kann ich (noch...?) nicht abstellen. Seine Meinung ist allerdings zunächst überhaupt nicht gefragt. Gar nicht.

    Der Verstand löst auch Emotionen aus (ich unterscheide zwischen Fühlen - aktives Herausfühlen zu etwas hin und Emotion - passives Reagieren auf etwas, das durch den Verstand gefiltert wurde - und natürlich Spüren, aktives Reagieren auf Eindrücke. Ganz schlicht gesagt. Auch nen eigenen Faden wert.)


    Ich prüfe die Aussage darauf, obs bei mir andockt. Ich spüre rein. Ich übe, Emotionen dazu nicht zu beachten, sondern sehr deutlich zu spüren, wahr zu nehmen.


    Da merke ich dann schon, ob eine Aussage - und was an ihr - für mich 'in der Wahrheit', sinnvoll, stimmig und heilsam ist. Wenn es so ist, dann nehme ich das an und arbeite/wirke damit.


    Ob das Medium seriös ist oder nicht, hat damit überhaupt nichts zu tun. Auch das ehrlichste Medium, von dem ich schon vieles Tolles angenommen habe, kann Dinge sagen, die nicht bei mir andocken, die ich nicht annehme.

    Und auch der irrste Psychopath kann mal was wirklich Sinnvolles raushaun, das mir weiterhilft.



    Will sagen:

    Die Verantwortung liegt ganz allein bei UNS, nicht beim Medium. Wir müssen immer prüfen - und zwar nicht das Medium, sondern jede Aussage. Sonst geraten wir in die Falle, dass wir ein bestimmtes Medium toll finden und alles ungeprüft annehmen, was dieses Medium sagt. Dabei geben wir Verantwortung ab. Oder wir lehnen kategorisch alles ab, was jemand sagt und verpassen dabei vielleicht Wichtiges.


    :)

    Sagt mal... muss zugeben, dass mir bei der Länge der Beiträge, die ich bei der Hitze und wg. meiner Ferne zum Thema nicht völlig verarbeiten kann/mag, bestimmt Wichtiges entgangen ist - ich hab das Bedürfnis daran zu erinnern:


    Das Thema heißt "Unterschiede zw. Channeln und Schamanismus" und nicht "was ist besser, VIEL VIEL toller, hilfreich und gut, und was ist völlig daneben, gefährlich und nicht ernst zu nehmen, Channeln oder Schamanismus?"


    So weit ich eine leise Ahnung von den beiden Praktiken habe: wie immer im richtigen Leben gibts bei beiden Richtungen Gefahren, Missbrauch, Manipulation und gleichzeitig sehr gute Leute, die Heilsames und Wichtiges wirken.


    Und wie unterscheidet sich das Wirken? Danke für die Beiträge, die sich DAMIT beschäftigen. Mehr davon, weniger von den andern. Mein Wunsch als Userin.



    :glxkx:

    Für mich geht es um eine Ehrverletzung - und zwar die von Christina von Dreien.

    Liebe Lillybe,


    die Christina wirkt auf mich wie eine, deren Ehre nicht leicht zu verletzen ist. "The true Self is very hard to offend", sagt Richard Rohr, 'das wahre Selbst ist sehr schwer zu beleidigen'.

    Entweder, sie ist authentisch oder auch nicht, jedenfalls ist es nicht nötig, dass du sie verteidigst.

    Sie hat dich auch nicht darum gebeten.


    Du verteidigst etwas anderes. Was?


    Und bitte, glaub mir, ich möchte dich nicht ärgern, nicht mit dir streiten. Ich frage das als Anstoß für dich, weil ich glaube, es ist wichtig.



    :palm1:

    Die "so Wicken" wuchern wundervoll in dem einem Pflanzenkasten, den ich gelassen habe - da drin wächst also Vonselbstgesähtes, und wir haben jeden Tag Besuch von der größten und schwärzesten Biene - oder was immer das genau ist - die ich je gesehen habe:


    2019:06:07 15:19:09 Wilde Hummel.jpg


    :lbn:


    edit:

    Scheint eine Holzbiene zu sein. Dass die mal nicht den Balkon frisst... :D

    :ktzchn: Die Shirts sind toll!


    Ich mag halt Amazon nicht und bestelle dort nicht mehr.

    Ich hab sie meinem Freund gezeigt, der bestellt viel dort. :argh:

    Wer weiß... :)

    aufklärende PDF damit ma weiß, dass das a Schaas is.

    Dann werd ich alles wieder ausreißen, was hier durch meine Schuld an einigen Orten in der Stadt und aufm Balkon wächst. lol



    In meinen Seedballs sind Kornrade, so Wicken, Ringelblume, Klee und andere Samen, die ich von Wildblumen gesammelt habe, deren Samen ich vor Jahren mal bei ner bio- und alte Sorten-Gärtnerrei bestellt habe. Leider hab ich den Namen vergessen.

    Wenn ich den noch finde, reiche ich den Link nach.


    :gb:

    edit 4. Juni 2019:

    Im Faden Tierwohl hat sich eine Unterhaltung zu diesem interessanten Thema entwickelt, die ich hierher verschoben habe.



    Tja, bei mir hier in der Stadt reichts derweil nur für Bienenblumen auf dem Balkon und Seedballs.

    Und Petitionen. Und viel viel weniger Plastikmüll seit ein paar Jahren. Und Veganismus.

    Letzten Winter haben wirs nicht mal übers Herz gebracht, diese Stinkwanzen in die Kälte rauszuschmeißen. Viele haben bei uns überwintert.


    Kleine und große und alberne und wichtige Dinge tun und LASSEN.


    Wir sind nicht hier auf der Erde, um perfekt zu sein. Und wir sind auch nicht hier, um uns gehen zu lassen und alles zu verschlingen.


    seufz


    :stzktz::palm1:

    Kyo, dieser Faden wurde gestartet, um Informationen über Flüche zu bekommen.

    Nun meine Frage, da ich dazu im weiten Internet nichts wirklich Brauchbares gefunden habe und nur hier einen kleinen Thread, wo jemand berichtete er wurde "beflucht".


    Was ist wichtig zu wissen über ausgesprochene Flüche? Hat jemand Erfahrungen in dieser Richtung?


    Es wurde nicht um Meinung zu oder Analyse der Situation gebeten. Ich erwähne das auch wegen deines Beitrags in dem von dir gestarteten Faden zu Schattenarbeit:

    Dieser Thread wurde nicht zum Diskutieren gestartet sondern zum Austauschen von Erfahrungen. So wie es auch im Titel steht. Eigentlich ein ganz einfacher Wunsch.

    Du möchtest Achtsamkeit und dass deine Wünsche respektiert werden. Am Schönsten und Heilsamsten wirkt sowas, wenn wir selber sind und tun, was wir uns von anderen wünschen. :)

    Liebe Leute,


    bitte zurück zum Thema Maria 2.0.

    Austausch zum Forum, wie sich UserInnen hier fühlen etc., sollen auch ihren Raum haben. Eröffne wer möchte dazu bitte ein neues Thema, z.B. im Kummerkasten.

    Danke :)


    Vetch in Modmodus

    Das Thema "Portaltage" kam in den nun folgenden 23 Posts so gut wie gar nicht vor, darum habe ich diese Beiträge, die sich größtenteils seufz mit dem Brand von Notre Dame beschäftigen, in einen neuen Faden verschoben.


    Bitte hier entlang: Der Brand von Notre Dame im April 2019


    Und nun zurück zu den Portaltagen...


    Der letzte war am 19. April 2019, nächste ist am 27. April 2019.


    :glxkx:

    Ah, hab grad geguckt, inzwischen sind auch die Goldenen Regeln mitsamt Kommentaren auf deutsch über den Link zu finden.

    (Noch mal: https://inayatiorder.org/rules-commentary-languages/ - ganz unten.)


    Ich hab eben in meinem Kalender gesehen, dass demnächst bei uns die sechste Regel ansteht, und ich hab noch gar nichts zur fünften geschrieben. Sie lautet:


    Erhebe keinen Anspruch auf das,

    was einem anderen gehört.


    Zu dieser Regel habe ich zum ersten Mal den Kommentar von Pir Zia gelesen. Wie es sich so fügt. Am morgen hatten der Oger der Gefährte und ich uns noch darüber unterhalten, wie toll es wäre, wenn wir in anderen Umständen aufgewachsen wären; in einer Sufi Familie z.B., so wie Idries Shah, was wir da alles schon jung erfahren und gelernt und geübt hätten-

    Jo, und genau davon schreibt Pir Zia. Er beginnt mit dem Begehren nach Materiellem, doch es geht nicht nur darum, bei dieser Regel. Auf dem "spirituellen Weg", wie er schreibt, begehren wir oft auch die Weisheit anderer, wünschen uns, genau so erleuchtet, weit, begabt, hellsichtig etc.pp. zu sein, wie andere, die uns grad beeindrucken.

    Also, ich neige jedenfalls dazu, und dieser Aspekt der Eisernen Regel N°5 erinnert mich daran, das ich genau die skills und items habe, die ich brauche für das Level im Lebensspiel, auf dem ich mich grad befinde. :boot:


    Also, das war bis jetzt der einzige Kommentar, den ich zu den Regeln gelesen habe, und ich kann ihn sehr empfehlen. :smug:


    Jo, und da ich das schreibe, fällt mir noch eine Zen-Geschichte ein, die dazu passt, finde ich. Here goes:


    Ein Meister hatte einen wunderbaren Schüler, der übte hingebungsvoll und war klug und weit fortgeschritten, und doch kam er nicht zum Satori, er erlangte die Erleuchtung nicht.
    Der Meister nahm diesen Schüler mit auf eine Reise. Und wie sie auf der Straße gehen, zeigt der Meister auf ein wunderbares Anwesen am Berghang in der Ferne und sagt:
    “Du bist als Findelkind zu uns ins Kloster gekommen und hast dich immer nach deinem eigenen Zuhause gesehnt. Dieses Anwesen dort ist dein Zuhause. Ich schenke es dir."
    In diesem Moment erlangte der Schüler die Erleuchtung.


    :palm1:

    Ah, Sufi Geschichten.




    Der Hoja, Nasrudin, erfindet den Zauberstab. Wow!


    Als erstes tut er was ganz Wichtiges. Er wedelt damit, und boings!, ein Patentamt materialisiert sich vor ihm.
    Er geht rein und sagt zum Beamten, der darin sitzt:
    "Ich habe grade den Zauberstab erfunden und möchte ihn patentieren lassen."
    Der Beamte guckt von den Akten auf, mit denen er beschäftigt ist. Er mustert Nasrudin mit einem abfälligen Blick und sagt
    "Guter Mann, Zauberstäbe gibt es nicht. Verschwinde, du Irrer, ich hab zu tun."
    Also verlässt Nasrudin die Amtsstube wieder, wedelt draußen mit dem Zauberstab, und das Patentamt verschwindet.



    :)

    Ajooo, klar!

    Mir gings ja nicht darum, das Lob der Anstrengung zu singen.
    Ich hab das gepostet, weil mir aufgefallen ist, dass ich mir wegen meiner Programmierung oft nicht erlaubt habe (vertrauensvoll schreibe ich das in der Vergangenheit), mir Anstrengung überhaupt zu erlauben, weil die Zivilisation und ich mir selbst vorgegaukelt haben, dass alles ganz einfach und leicht gehen müsse.

    Und oh, ich MAGS, wenns leicht und einfach geht. Nur, manches braucht halt Anstrengung, und das ist auch oft gut.



    :)

    Ohh, so viel Input. Wie schön!


    Ich kann mit euren Posts sehr viel anfangen und fühl mich darüber hinaus inspiriert. Danke!



    Das hab ich alles noch mal zitiert, weils mir so gut gefällt. Aaaamen! :D


    Nur ersetze ich für mich in dem Text "leicht" und "schwer" mit "gut" und "schlecht". Warum - das kommt demnächst untendrunter. :)



    Auch in der Ehe ist eine Anstrengung nur erstrebenswert, wobei die Waagschale zu beachten ist. Mein Mann und ich reden unter uns sehr gerne über unseren Stolz darüber, das wir unsere Ehe, wie sie nun auf ihren festem Fundament steht, hart erarbeitet hatten und immer noch tun. Von nix kommt da einfach nix.


    Was du hier ansprichst, finde ich noch mal besonders passend, weils auch eins von den Dingen ist, die uns ganz verquer und unheilsam einprogrammiert wurden und werden.
    Fast jede Art von Schmachtschnulze, sei's in der Musik, in Filmen, Büchern, Zeitschriften etc. erzählt uns, wenn wir nur den Richtigen/die Richtige gefunden haben, dann wär alles gut, und leicht und schön und toll. Und wenns nicht leicht und gut und schön und toll ist, dann isses halt noch nicht der/die Richtige.
    Ich hab meinen Gefährten über ne Online-Plattform kennengelernt ("Gleichklang", ich mach gerne Werbung für die), und was mich als Erstes für ihn einnahm, war dieser Text auf seinem Profil:
    "...da nach dem Verliebtsein bekanntlich die "Arbeit" anfängt, wünschen wir uns Toleranz, Achtsamkeit und Respekt voneinander zu lernen, damit echte und innige Liebe wachsen kann..."
    Jo, und damit sind wir nun beschäftigt, mit dieser "Arbeit". Lohnt sich. Und wenn wirs nicht täten, wären wir nicht mehr zusammen. :)



    Stimmt zwar generell so, liebe Vetch, wie du es beschreibst, aber trotzdem kenne ich auch Situationen/Phasen, da war es am anstrengendsten, sich nicht anzustrengen. Gerade wer so gerne "Macher" ist, tut sich oft damit schwer, mal loszulassen und dem Strom zu folgen, zu vertrauen.


    Ja klar. :) Eine Grundregel des Lebens lautet: Es gibt keine Absoluten Wahrheiten - nicht hier in unserer 3-D Welt.
    Wie du ganz richtig scheibst, kann Loslassen und Leichtigkeit auch ganz schön anstrengend sein, und außerdem ist Anstrengung auch kein Wert an sich. Sie ist weder gut noch schlecht. Kommt immer, immer auf den Zusammenhang an, Set, Setting und Dosis. :)


    Mir gings ja nicht darum, das Lob der Anstrengung zu singen.
    Ich hab das gepostet, weil mir aufgefallen ist, dass ich mir wegen meiner Programmierung oft nicht erlaubt habe (vertrauensvoll schreibe ich das in der Vergangenheit), mir Anstrengung überhaupt zu erlauben, weil die Zivilisation und ich mir selbst vorgegaukelt haben, dass alles ganz einfach und leicht gehen müsse.


    Die Lösung für mich ist, mich für beides zu öffnen: für Anstrengung dort, wo ich eine Aufgabe nur so zufriedenstellend lösen kann und für Leichtigkeit, wenn das Leben mir etwas schenken will.


    Genau! Wie schön!


    Anstrengung ist nicht gleich Anstrengung. Wenn ich dem Herz folge, fließt mir trotz Anstrengung immer auch genug Kraft zu. Will ich ums verplatzen meinen Dickkopf durchsetzen, dann powere ich mich aus.


    Sehr gut gesagt, finde ich. Das passt gut zu dem, was Burkhard geschrieben hat, und ihr beleuchtet, finde ich, einen weiteren Aspekt der Sache:


    Dabei ist mir aufgefallen: "schwer" + "leicht" ist ein Bewertung unseres Verstandes!
    Was sagt das Herz?
    Ich bin zu dem Schluß gekommen: das es ist wie es ist!


    Verstand und Herz - aye.


    Es ist, so seh ich das, eine Aufgabe des Verstandes, zu bewerten, abzuwägen, zu unterscheiden.


    Wobei, so wie ich das sehe, sind "schwer" und "leicht" keine Bewertungen des Verstandes. Wie du schreibst, Burkhard: Es ist wie es ist. Schwer, anstrengend, einfach, leicht - das sind Manifestationen, die der Körper spürt, und auch das Herz.
    Der Verstand kommt ins Spiel, wenns darum geht, diese Manifestationen zu bewerten mit angenehm, lästig, grässlich, schön etc.
    Der Verstand führt uns dann weiter, wenn wir uns von ihm führen lassen, wenns um Strategien der Vermeidung oder Verstärkung geht.
    Der Verstand kann uns dann auch das Herz schwer machen und die Wahrnehmung des Herzens trüben und seinen Kanal zur Quelle ganz eng und schmal machen.


    Der Verstand - der Intellekt - ist ein so wunderbares Werkzeug, doch so wie ich das zur Zeit sehe, hat er keinen Draht zur Quelle. Der Draht zur Quelle führt über das Herz. (Dazu passt, finde ich, die PCS-Tarot-Karte "Die Liebenden". Warum? Ich linke der Einfachkeit halber zu nem alten Post von mir, Was ist das Ego? - zu lesen ab "Zur Illustration")


    Und doch ist das Herz auch nicht die Instanz, die uns allein führen soll.


    Herz und Verstand, so sehe ich das zur Zeit, sind die Kräfte, die unseren Wagen ziehen - gemeinsam. Eine schöne Illustration dazu finden wir auf der Tarotkarte Der Wagen von Pamela Colman Smith. Die beiden Sphingen repräsentieren in dem Zusammenhang Herz und Verstand, die so oft in verschiedene Richtungen ziehen. Die Kunst des Wagenlenkers (die Seele... der Wille... das heile Ego... setze ein, was für dich stimmig ist) besteht darin, diese beiden Kräfte in eine Richtung ziehen zu lassen.
    Bei vielen Wagen - bei vielen Menschen - ist eine Sphinx stärker als die andere, oder eine ist ganz verkümmert und zieht nicht mit. So fährste bestenfalls in in anstregendem Zickzack (und das ist nicht die schöne Art der Anstrengung, die ich im ersten Post meinte...) oder schlimmstenfalls im Kreis.


    Ja, und wie ziehen Herz und Verstand in eine Richtung?


    Im Tarot wie ich es kenne - so wie's die meisten kennen - wird der Verstand repräsentiert durch die Schwerter. Sehr passend. Ein Schwert - oder auch ein Messer - ist ein Werkzeug. Wer es kunstvoll gebrauchen möchte, muss üben (Anstrengung... :) ). Es kann trennen und abschneiden. Es kann verletzen und als Zwangsmittel missbraucht werden.
    Doch der Verstand, so seh ich das, SOLL unterscheiden und abwägen und bewerten. Bloß eben nicht nach Maßstäben, die lebensfeindlich sind. Und was uns in der Zivilisation beigebracht wird, was wir als 'normal' zu akzeptieren gerlernt haben, ist sehr sehr oft leider absolut lebensfeindlich und unheilsam. So wird er Verstand wird als Werkzeug missbraucht, das uns erklärt, es gäbe "keine Alternative", es gäbe Sachzwänge, wirtschaftliches Wachstum sei das allerwichtigste, etc.pp.


    Doch wenn der Verstand nicht auf alles hört, sich nicht alles einverleibt und reproduziert, was ihm von außen eingetrichtert wird, indem er stattdessen das Herz hört und sorgsam prüft und auswählt, dann bewegt sich unser Wagen entlang unseres Weges.


    Ich antworte immer wenn mir jemand sagt, "es ist ganz leicht" komm mit zum Bogenschießen oder Klöppeln oder sonst was, es ist ganz leicht...


    Hehe. Genau! :heart:



    wg. Copyright: Die kleine Triskel hab ich selbst gemacht, und wer will kann sie gerne verwenden.

    Ich hatte gestern eine sehr eindringliche und doch so schlichte Erkenntnis. Auch mal wieder was, das wir alle hier sowieso 'wissen' - ja, ich behaupte wirklich ALLE: Dass schnell, leicht und billig niemals wirklich was bringt. Dass wir uns anstregend müssen, wenn wir zur Meisterschaft kommen möchten - egal auf welchem Gebiet.


    Und doch: in der Zivilisation -- alles in mir sträubt sich, das Wort "Kultur" in diesem Zusammenhang zu verwenden -- in der Zivilisation, in der wir aufgewachsen sind und die uns geprägt hat, bekommen wir, meist unbewusst, eine ganz andere Erwartungshaltung vermittelt.


    Ich habe das bei mir gestern bemerkt, als ich einen Text einer spirituellen Lehrerin las, in dem sie sinngemäß sagte, geistige Transformation erfordere Anstrengung. (Vergesst die 'geistige Transformation' geich wieder, darum gehts hier nicht.)


    Ich hab erst gar nicht verstanden, warum diese Aussage mich so erfreut hat.
    Dann kam ich drauf:
    Ich habe so viele Anleitungstexte schon gelesen und gehört, wo's heißt Es ist ganz einfach, leg los! Meditieren, Visualisieren, Kontemplation, Yoga, etcpp. Mach einfach, es ist ganz leicht, du kannst das, jede und jeder kann das.


    Und wenn ichs dann überhaupt nicht konnte, war ich total frustriert und dachte, ich wär halt unbegabt, es wär vergeblich, ich könnte es einfach nicht und würds auch niemals lernen, weil ungeeignet.


    Wie ermutigend, wirklich ermutigend finde ich dagegen diese Aussage:
    Wenn du Erfolg möchtest, dann musst du dich anstrengen und viel üben, und es wird dauern. Häng dich rein und bleib dran.
    DAMIT kann ich was anfangen. Wenn ich dann nicht gleich Erfolg habe, dann weiß ich, dass es nicht daran liegt, dass ich was falsch mache, oder es nie lernen werde, oder ich mich nicht genug anstrenge und sowieso nen Versager bin.
    Ich weiß, dass es daran liegt, dass ich erst am Anfang bin und zu üben habe. Geduld und Ausdauer sind gefragt, und das sind zwei wirklich schöne Kräfte.


    Ach, und wie oft hab ich selber Blödsinn verzapft, wenn ich andern was vermitteln wollte und sagte "Das ist ganz einfach."


    Etwas Neues anzufangen, etwas zu lernen und zu üben ist (meistens) überhaupt nicht einfach, sondern es braucht Hingabe und Anstrengung.


    Und das ist überhaupt nicht schlimm.


    Was dagegen ganz falsch ist, ist diese verhängnisvolle Gleichsetzung von


    EINFACH & LEICHT = GUT


    und


    SCHWER & ANSTRENGEND = SCHLECHT


    Ich behaupte, diese falschen Verknüpfungen wurden in fast allen von uns angelegt und werden täglich verstärkt. Z.B. durch Reklame. So wird Konsum gefördert und wir werden träge und mutlos gehalten.


    Jaja, sagt mein Gefährte der Studienrat (ja, wirklich). So isses in der Schule auch, alles soll einfach und leicht sein und Spaß machen...
    STOP!
    Da ist sie wieder, die verhängnisvolle Verknüpfung von Anstrengung = Elend .
    Lernen muss wirklich Spaß machen, sonst funktioniert es nicht gut (vgl. dazu Gerald Hüther). Deswegen kann (muss und wird) es trotzdem anstrengend sein.


    Anstrengung macht Spaß!


    Natürlich nicht jede Art der Anstrengung. Wenn sie mit ungesunden Schmerzen verbunden ist, ist sie unheilsam. Genauso schlimm - oder noch schlimmer und leider allgegenwärtig in der Zivilisation ist sinnlose und/oder fremdbestimmte Anstrengung. Sowas macht tatsächlich keinen Spaß. Und wird andererseits als Tugend, als Disziplin missverstanden.
    Gesunde Disziplin ist was ganz anderes. Ich achte z.B. immer disziplinierter auf meine Innere Stimme und folge ihr auch immer disziplinierter. Das ist nicht einfach. Doch sehr befriedigend und lohnend. Und es hat zur Folge, dass ich in den Augen der zivilisierten Normalität immer undisziplinierter erscheine.


    Eya. Was war da jetzt so bahnbrechend neu dran, o Vetch?
    Nicht viel---für mich war neu, dass ich sehr deutlich erkenne, wie tief ich von der Zivilisation geprägt bin. Wie oft ich doch, obwohl ich intellektuell was ganz anderes weiß, glaube, dass manche Dinge einfach und schnell gehen müssen.
    Ich bin echt froh, dass ich jetzt mal begriffen habe, dass in Wahrheit vieles Gute schwer und anstregend ist und lange Zeit braucht. => Ich muss nicht alles sofort können, ich darf in Ruhe üben. Und Spaß dabei haben.
    Wie SCHÖN!


    :)