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Das Licht

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DAS LICHT

Das Licht ist ein schöpferischer Akt der grossen Natur. Es grenzt das Dasein vom Nichtsein ab, das Zeitliche vom Ewigen, das Reale vom Vergänglichen. Das Licht ist der erste Akt des Erwachens der lebendigen Natur. Unter „erwachen" aber ist zu verstehen: Der Übergang vom unbegrenzten Zustand der Natur zum begrenzten, vom Überbewusstsein zum Unterbewusstsein. Die Physiker definieren das Licht als eine Reihe von Schwingungen, die sieben Farbtöne enthalten, nämlich rot bis violett. Diese stellen die obere und untere Grenze für die Äusserung des Lichtes in der physischen Welt dar. Oder besser gesagt: Es sind die Grenzen, innerhalb welcher der Mensch für das Licht empfänglich ist. Besteht das Licht aber tatsächlich nur aus Schwingungen? Sicher nicht! Die Schwingungen äussern sich als Elemente des Lichtes aber sie sind nicht das Licht selbst. Der Körperbau des heutigen Menschen ist noch viel zu wenig entwickelt um das Licht richtig aufnehmen zu können. Es wird noch lange dauern, bis der menschliche Körper soweit entwickelt ist, dass er die lebendigen Erscheinungen in der Natur in ihrer wirklichen Art erfassen kann. Der hochentwickelte Mensch wird euch über die Herkunft des Lichtes folgendes sagen: Das Licht, das der gewöhnliche Mensch aufnimmt, besteht aus Vibrationen, die aus dem kosmischen Raum zur Erde kommen und sich während der Annäherung an die Erde derart verändern, dass sie eben dieses gewöhnliche Licht bilden. Dieses Licht ist aber, nur ein schwacher Abglanz jenes anderen Lichtes, das hinter einer Art Energien höherer Ordnung liegt und etwas Vernünftiges darstellt. Für den Sehenden ist in der lebendigen Natur alles Licht. Alle Dinge der Erde, alle Mineralien, Gewächse, Tiere, Menschen sind nichts anderes als Licht in seinen verschiedenartigen Äusserungen. Für den Sehenden ist das Licht nichts Totes, es besteht für ihn nicht nur aus Schwingungen. Das Licht kommt aus dem Leben.

Die Äusserung der Liebe bringt Leben, die Äusserung des Lebens aber Licht. Merkt euch deshalb: Das grosse Prinzip des Lebens hat das Licht erzeugt. Das Licht aber hat alle bestehenden, lebendigen Formen erzeugt. Es ist der Hauptschaffende aller schöpferischen Arbeit. Darum heisst es: Gott ist Licht. Seinem Wesen nach ist Gott nicht Licht, aber er erzeugt Licht und äussert sich im Lichte. Sein Geist bringt das volle Licht. Für die Seele ist Gott ein unauffassbares Licht ohne Schatten. Sie fasst seine Einheit in der Äusserung des Lichtes auf. Dieses Licht aber äussert sich in verschiedenen Graden. Daher unterscheidet sich das Licht, das in der physischen Welt wirkt von dem Lichte, das in der geistigen Welt wirkt und von dem Lichte, das in der göttlichen Welt wirkt. Damit der Mensch das geistige Licht auffassen und verstehen kann, muss er das geistige Schauen verstehen. Dann wird sich vor ihm eine grosse Welt öffnen, in welcher das Licht herrscht. Dieses Licht ist lebendig und vernünftig, und alle grossen Mystiker, die es in sich tragen, sehen die unsichtbare Welt. Sie sehen sie vibrierend in den weichsten, zartesten, herrlichsten Farben, die ihre Seele erfüllt, gleich einer lebendigen Kraft. Daher ist für den Sehenden das Licht tausendmal realer als diese Welt. Das Licht, das der gewöhnliche Mensch auffassen kann, ist nur ein Abglanz dieses Lichtes. 'Das lebendige Licht' ist der grosse Erschaffer der menschlichen Gedanken, Wünsche und Gefühle. Es ist die Hülle des menschlichen Geistes, des menschlichen Verstandes. Ohne dieses Licht kann niemand denken und fühlen. Das Licht erklärt alle Dinge. Es treibt den Verstand zu logischer Überlegung.

Ohne Licht gibt es weder Aktivität des Verstandes noch organische Äusserung. Der Entwicklungsgrad aller Wesen hängt von der Quantität und der Qualität des Lichtes ab, das sie besitzen. Dies bezieht sich besonders auch auf den Menschen. Ein Mensch unterscheidet sich vom anderen nur durch den Grad seines Lichtes. Nach der Güte und Menge des Lichtes, welches der Mensch auffasst und äussert, wird sein Charakter, seine Intelligenz und seine geistige Entwicklung eingeschätzt. Den Menschen erkennt man am Lichte seines Lebens. Kommt er zur Welt, so erkennt man an seinem Lichte, woher er kommt und was für ein Leben er führen wird. Hat dieser Mensch den Willen Gottes getan, so wird er bei seinem Eintritt in die geistige Welt von einem solchen Licht, einer derartigen Freude und Seeligkeit erfasst, dass er glaubt, die ganze Welt gehöre ihm. Wohin er auch blickt sieht er Licht, ein Meer von Licht, Licht ohne Schatten, ein ununterbrochenes, grenzenloses Strahlen.

Die Offenbarungen des vernünftigen Lebens zeichnen sich durch die Erscheinung des Lichtes aus. Der Grad der Vernunft wird durch den Grad des Lichtes bestimmt. Je üppiger das Licht, das von einem vernünftigen Menchen ausgeht, je strahlender, intensiver, weicher und zärtlicher, dieses Licht ist, je stärker es das Leben beleuchtet und je inhaltsreicher es das Leben macht, umso intelligenter ist sein Träger. Von diesem Standpunkt aus betrachtet, beweist das Licht, welches im Raume existiert, die Existenz einer hohen Vernunft in der Natur. Alle leuchtenden Körper, welche wir im Raume sehen, sind lebendige, vernünftige Wesen, welche ihr Licht ausstrahlen. Das Licht der Sonne ist ebenfalls nur das Resultat einer Menge vernünftiger Wesen, die ihre Gedanken in Form von Licht ausstrahlen. In seinem Wesen ist auch der Mensch Licht. Alle guten Menschen leuchten und alle schlechten, welche den Sinn des Lebens verloren haben, sind dunkel. Von ihnen gehen nur Schatten aus. Alle Menschen haben Sterne. Dies ist nicht nur eine Redensart, sondern eine Wahrheit. Das ganze Leben des Menschen hängt von seinem Stern ab. Seine vergangenen und zukünftigen Existenzen hängen ab und werden abhängen vom Licht seines Sternes. Dieser Stern ist der Schatz seines Lebens.

Als Christus zur Erde kam, kam sein Stern mit ihm. Aber nur die drei Weisen aus dem Morgenland konnten ihn sehen.

Wenn Christus wieder zur Erde kommt, wird sein Stern zehnmal heller sein, als vor zweitausend Jahren. Wiederum wird er aber nur für diejenigen sichtbar sein, die für das göttliche Licht aufnahmefähig sind. Denn Christus wird als ein inneres Licht in den Verstand und in die Herzen kommen. Dieses Licht wird die Menschen gegenseitig anziehen und sie innerlich eins machen. Diese Menschen werden Menschen des Lichtes, Menschen mit Sternen sein.

Solche Menschen mit Sternen waren seinerzeit die Apostel.

Als Christus auferstand, erschienen viele Sterne. Es sind jene feurigen Zungen, von welchen im Evangelium gesprochen wird. Diese Sterne strahlten sowiel Licht aus, dass eine Verbindung zwischen der sichtbaren und der unsichtbaren Welt zustande kam, zwischen den Aposteln und den leuchtenden, vernünftigen Wesen, den „Bewohnern des Himmels". Wird eine Seele von diesem Licht erleuchtet, so wankt und zweifelt sie nicht mehr. Es ist der höchste Moment, den ein Mensch erleben kann. Ein edles Gefühl voll Zärtlichkeit entsteht in ihm, das ruhig und ununterbrochen strahlt. Dieses Gefühl ist ebenso wonnig als intensiv, es hat eine derartige innere Macht und Kraft, dass sein Träger dadurch unbesiegbar wird.

Willst du das Licht verstehen, so musst du den Weg des Lichtes gehen. Das Licht besucht nicht nur Königsschlösser, es kommt auch auf schmutzige Plätze. Wenn aber das Licht, das so hoch steht, herabkommt und seine Hände mit den Sünden der Menschen beschmutzt, um wieviel mehr müssen die Menschen auf der Erde dies tun. Das Licht lässt sich durch nichts zurückhalten. Es dringt in die geheimsten Winkel, durchleutet und belebt sie. Das ist Demut. Vom Lichte muss der Mensch die Demut lernen.

Hast du nicht die Demut des Lichtes, so ist nichts von dir zu erwarten. Sei wie das Licht! Es geht überall hin, geht durch alles, aber bleibt nirgends. Es lässt nichts von sich zurück. Es geht ständig um die Welt. Unendlich gross ist das Herz des Lichtes! Folge dem Weg des Lichtes! Es ist der Weg ohne Staub. Geht auf deinem Wege, den du wandelst beständig dein Stern auf, so bist du auf dem Wege des Lichtes. Geht auf deinem Wege dein Stern unter, so bist du auf dem Wege der Finsternis.

Hast du den Sinn deines Lebens verloren, so suche das Licht! Das, was beständig leuchtet, ohne zu erlöschen, ist die Wahrheit. Halte dich an das, was leuchtet, die Weisheit! Sie wird dir Wissen geben. Das Wissen aber, wird dich in das schönste Gewand kleiden, in das Gewand des Lichtes. Denn das Licht ist das Gewand des Wissens. Willst du ungreifbar sein, so werde wie das Licht; Das Licht ist ungreifbar. Willst du stark sein, werde wie das Licht, denn das Licht ist stark. Es ist stark und lebendig. Liebe das Licht und sei frei!

Peter Deunov (Beinsa Douno)

www . beinsadouno . org

*Links erst ab dem 30. Posting erlaubt : Sora*
20.10.2007 17:36
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