Dekubitus
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Dekubitus |
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Gestern erzählte mir ein Kunde, dass sein kranker Vater im Pflegeheim ist und aufgrund seiner Bettlägerigkeit einen Dekubitus bekommen hat. Der Kunde empfand dies als normal gegeben. Fast jeder dort hätte einen. Das ist eben so.
STOP ! Kein Mensch muss einen Dekubitus haben. Es ist ein Skandal, dass hier keine Abhilfe geschaffen wird. Ich empfinde diesen Umstand als schwere Körperverletzung.
Es gibt Würfelmatratzen. Dort kann man Wüfel in den Bereichen herausnehmen, wo die Haut empfindlich wird und sich rötet. Somit liegt der Patient in diesem Bereich nicht auf. Wenn diese Bereiche regelmäßig mit Neobalistol ( jedoch nicht wenn die Wunde bereits vorhanden ist - hier muss dann der Hautarzt ran - und zwar jeden Tag ) eingerieben wird, entsteht kein Dekubitus. Wichtig ist aber auch, dass sehr kranke Menschen alle 2 - 3 Stunden einen Lagerungswechsel erhalten und immer trocken liegen.
Alte und kranke Menschen haben ein Recht auf Unversehrtheit.
Dies ist ein unschönes Thema. Aber mir kam gestern wieder die Suppe hoch. Meine Mutter war 5 Jahre lang ein Schwerstpflegefall. Sie konnte nichts, aussser ihrem rechten Arm bewegen. Aber sie hatte keinen Dekubitus. Daher weis ich, dass es möglich ist. Die Schwestern vom Pflegeheim in Lüneburg haben es mir vorgemacht. Allerdings waren dort auch 2 ausgebildete Schwestern auf 6 Zimmer, d.h. für 12 Patienten.
Ich möchte mit diesem Beitrag die Menschen wachrütteln. In unserne Pflegeheimen muss sich was ändern. Die Bewohner haben ein Recht auf Unversehrtheit und ordnungsgemäße Pflege sowie Betreuung.
__________________ Ich bin so wie ich bin, und ich bin bereit, auch alle
anderen so sein zu lassen, wie sie sind.
(Esther & Jerry Hicks - The Law of Attraction)
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06.03.2008 08:07 |
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Liebe Lykke,
da stimme ich dir vollkommen zu. Leider sieht die Praxis anders aus und nicht immer sind die Schwestern schuld, denn wenn das Verhältnis Schwestern / Patienten nicht stimmt, kommt man fast, d.h. die pflegebedürftigen Pat. nicht an einen Dekubitus vorbei.
Als ich mit meiner ersten Tochter schwanger auf der Tokolysestation lag--ich durfte nicht aufstehen--aber mich natürlich schon im Bett bewegen, da bekam sogar ich einen Ansatz eines Dekubitusses. Da ich es sofort bemerkte, konnte sofort reagiert werden. Da ich nicht aufstehen durfte, saß ich halt viel im Bett und alleine das kann einen D. verursachen.
Die Haut von alten Menschen ist leider von Haus aus weniger durchblutet und da geht es sehr schnell. Ich kann nur allen Angehörigen empfehlen, beim Besuch im Pflegeheim beim Kommen und beim Gehen die Patienten umzulagern. Das kann ganz schnell erlernt werden.
Generell läuft in der ganzen Krankenpflege nicht alles so, was zum Wohle des Pat. ist.
Aber nochmals erwähnt: Natürlich hast du recht, alte und kranke Menschen haben das Rcht auf Unversehrtheit ihres Körpers--aber das ist leider nicht immer gewährleistet.
Alles Liebe
Moquita
__________________ Glücklichsein und Liebe wird niemals weniger, wenn es mit anderen geteilt wird. :>)SARVA - ANTAH------------------ALLES IST IN UNS
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06.03.2008 11:06 |
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Hallo Lykke,
meine Mutter lebt sei nunmehr über fünf Jahren in einem Pflegeheim. Gottseidank ist sie noch nicht bettlägerisch, bis Dezember konnte sie mit Hilfe eines Rollators noch laufen, seit Dezember sitzt sie in einem Rollstuhl....
Das Heim in dem sie lebt ist unter Trägerschaft der Caritas.
Meine Schwiegereltern leben seit einem Monat in einem Heim der AWO.
Auch sie sind noch nicht bettlägerisch, aber meinem Schwiegervater geht es mehr als schlecht, er stirbt auf Raten, und die Bettlägerischkeit ist nur noch eine Frage der Zeit......
Warum hole ich so weit aus?
Nun, ich stimme Deinem Beitrag völlig zu, und ich habe ein wenig Einblick in den Alltag des Pflegepersonals.
Ich möchte hier eine Lanze brechen für die Not der Altenpfleger/innen.
Denn ich habe wahrgenommen, dass sie fast alle sehr darunter leiden, den Patienten nicht die Fürsorge geben zu können, die iihnen eigentlich gebührt!
Ich betrachte das Problem als ein Gesellschaftliches.
In der Tat werden die Personalschlüssel derart eng, dass das noch vorhandene Personal hilflos überfordert ist.
Es läuft darauf hinaus, dass Pflegeheime zu "Verwahranstalten" mutieren, und das kommt vom Sparzwang, dem die Einrichtungen von Seiten der Träger unterworfen sind.
In früheren Zeiten genügte es, wenn ein Krankenhaus/Pflegeheim kostendeckend arbeitete.......
Aber seit diese Einrichtugen weitgehend privatisiert wurden und somit den Gesetzen der freien Wirtschaft folgen, geht es um Gewinn.
Sie müssen Gewinn machen, und sparen am Personal, denn in diesem unserem Lande sind die Lohnnebenkosten ja ins Uferlose gewachsen.
Und da liegt meines Erachtens der Hund begraben!
Das Pflegepersonal selbst ist in der unangenehmen Lage, ständig überfordert zu sein, und dass so viele Menschen die in diesem Bereich tätig sind, ein Burnout Syndrom entwickeln, kommt nicht von ungefähr!
Hier ist unsere Gesellschaft gefragt, die durchaus bereit ist, Unsummen in das Inganghalten der Wirtschaft zu pumpen und sich in unsinnigen Subventionen zu verlieren, während alle Bereiche in denen es um das wichtigste Gut der Gesellschaft geht - den Bereich Menschsein - sträflich vernachlässigt werden.
Als da wären die Bereiche "Erziehung und Bildung", "Gesundheit und Medizin" und last not least "Der Mensch im Alter"!!!
Als ich vor mehr als fünf Jahren für meine Mutter dieses Heim auswählte, da dachte ich, nunja die Caritas ist ein seriöser Träger und als Wohlfahrtsverband über jeden Zweifel erhaben.....wie sehr ich mich doch irrte!
Ich führe tagtäglich einen Kampf gegen Windmühlen, und sei es nur dass ich fast einen Anwalt einschalten musste, um meiner Mutter das Fenster erneuern zu lassen. (Es regnete rein, war undicht. Und zwar in einem Maße, dass bei einem ganz normalen Regenschauer die Fensterbank so überschwemmt wurde, dass eine haushaltsübliche Wolldecke (!), auf der Fensterbank ausgelegt, die Wassermassen nicht mehr aufnehmen konnte. Es dauerte 6 Monate bis das Fenster ausgetauscht wurde, und vier Treffen mit dem Heimleiter sowie zwei nette und hernach zwei böse Briefe an die Caritas. Erst die Androhung des Einschaltens der Heimaufsichtsbehörde wirkte.......)
Derweil bekam meine arme Mutter bei jedem Gewitter Vollpanik.
Nein, das war kein Dekubitus. Aber Atembeklemmungen, durch sehr leicht zu vermeidende Ängste, das ist auch ein Mißstand............
Die Gesellschaft tanzt derweil ums goldene Kalb.....
Die meisten Pflegekräfte denen ich begegnet bin, schlittern am Rand ihrer Kräfte dahin und wissen sehr genau um die Mißstände, ohne sie wirklich beeinflussen zu können!
Goldfee
__________________ Schaffe Frieden in Deinem Herzen, dann wird die Welt Dir folgen.
Lichtinsel
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06.03.2008 11:24 |
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ich als krankenschwester in lehre, erlebe oft die unterschiede von der moral die vermittelt wird und die möglichkeiten die tatsächlich da sind. ehrlich gesagt, ist die pflege die letze anlaufstelle die fehler macht, oder diese gerne tut. die überlastung und das abschieben der gesellschaft von verantwortung auf diese alleinige berufsgruppe ist enorm. selbst menschen mit helfersyndrom begegnen dem wollen nach hilfe und der eigenen unfähigkeit...man stumpft ab "kann man doch e nichts machen" beobachte ich bei vielen die eigentlich ein reines herz tragen.
es ändert sich, die rebellen in meiner klasse nehmen zu und auch ich, erfülle nicht mehr ungehindert meine lernaufgaben nur zum schein um gute noten für meine moral zu bekommen. wenn ich bei anleitungen ein zimmer eine stunde versorge, wo ich in normalzeit höchstens 20 min. hätte. sparen sparen sparen......regeln nichts als regeln.......die menschenwürde wird oft durch einfache überlastung übergangen, aber die wut die dabei hochkommt gilt oftmals anderen. der dekubitus hier ist nur ein minimum dessen was man tagtäglich zu sehen bekommt und nur ein minimum der menschenwürde die man verletzt empfindet.
dennoch gibt es auch in meinem beruf unglaublich schöne momente, aber ich verstehe was du sagst
nahlita
__________________ Die Liebe ist & beinhaltet Erfüllung!
Nichts ist unantastbarer als die Seele eines einzelnen, ihr die Freiheit zu schenken ist das größte Teilen - sodass jeder aus sich selbst heraus strahlt
~Ich/Wir sind Schöpfer!!~
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11.03.2008 00:45 |
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Krankenschwestern und Pfleger ist nicht nur ein Beruf sondern eine Berufung. Wo wären wir, wenn es diese Engel nicht gebe. Die Krankenschwester sowie der Pfleger sind die wichtigsten Bezugspersonen bei einem Schwerstkranken. Sie verdienen in jeder Hinsicht meine Hochachtung, denn ich könnte diesen Job nicht machen.
Mein Groll richtet sich gegen das System. Ich frage mich, wieso kann ein Hotel erstklassigen Service rund um die Uhr auf einem sehr hohen Level bieten und dabei günstiger sein als ein Pflegeheim. Warum ist in einem Hotel alles möglich, aber in einem Pflegeheim herrscht Notstand. Wo liegt der Fehler in der Kalkulation ?
__________________ Ich bin so wie ich bin, und ich bin bereit, auch alle
anderen so sein zu lassen, wie sie sind.
(Esther & Jerry Hicks - The Law of Attraction)
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11.03.2008 06:56 |
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Nun, DAS ist denke ich der Zeitfaktor.
Auch wenn ein Zimmerservice mal gerufen wird, er muss nicht jemanden in regelmäßigen Abständen umdrehen, er ist auch nicht die einzige Ansprache es Gastes, muss diesem weder helfen sich zu waschen noch auf die Toilette zu gehen.......
Ich denke dass man das schlicht nicht vergleichen kann.
Die HOtels hätten auch ein Problem wenn der Zimmerservice jeden einzelnen Gast füttern müsste.....
__________________ Schaffe Frieden in Deinem Herzen, dann wird die Welt Dir folgen.
Lichtinsel
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11.03.2008 08:40 |
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Anja unregistriert
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goldfee muss echt lächeln weil ich ne ausbildung machte als restaurantfachfrau und später im altenheim arbeitete... das ist wirklich kein vergleich!!
wurde eingestellt da eine sich permanent krank meldete aber im schwimmbad ständig gesichtet wurde. es wurde gehofft (da privat) diese offensichtlich nicht kranke frau entlassen zu dürfen. nun das arbeitsgericht entschied gegen sie und ich musste klar wieder gehen. ein arbietsplatz doppelt bezahlen war nicht drin
hab viele schöne erfahrungen mitgenommen und würde das heute gerne wieder tun.
aber dekubitus.. ja den sah ich auch.. an der hüfte so tief, dass man das weiß der knochen sah... schlimm!!!! ich hätte gerne geholfen. ich liebe alte menschen
es wurden alte binden gewaschen und in unsrer pause neu aufgerollt um sie wieder benutzen zu können... das war ein kampf der ersparnis ja und ich könnte nicht behaupten, dass die besitzer oder betreiber in saus und braus gelebt hätten. sie haben einfach versucht das irgendwie zu bewältigen.
bekam einen blumenstrauß als sie den prozess verloren und ich somit wieder gehen musste, glaub das war schon mords luxus
ich bewerb mich heute noch wenn wer gesucht wird im altenheim.
nur sind halt gelernte kräfte angesagt und das bin ich nicht... ich hab sie nur lieb und schau nach besten kräften, dass es ihnen an nichts fehlt
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11.03.2008 12:16 |
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Werbung
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Ein Zweibettzimmer bringt im Monat Euro 9.700,00 zzgl. Sondenkost, Arzte, Therapien, Wäsche, Verbrauchsmaterial etc. Hiefür werden die Patienten morgens und abends gewaschen, mit Sondenkost versorgt, Medikamente gereicht, alle 2.5 Stunden gelagert, Protokolle geführt und kurze Gespräche mit den Patienten gehalten. Lifter und Rollstuhl muss der jeweilige Patient auch selber mitbringen, dito Spezialmatratze, Ernährungssonde, Inhaliergerät, Oxymeter etc. Das stellt das Pflegeheim nicht zur Verfügung.
So, und wenn ihr das jetzt hochrechnet, wieso kann dann nicht ausreichend Personal eingestellt werden ?
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(Esther & Jerry Hicks - The Law of Attraction)
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Lykke: 11.03.2008 20:40.
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11.03.2008 20:38 |
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Lykke, das frage ich mich allerdings auch.....
ich sagte ja nur dass der Hotelvergleich hinkt.
Es ist ein Skandal ohne Gleichen!
__________________ Schaffe Frieden in Deinem Herzen, dann wird die Welt Dir folgen.
Lichtinsel
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12.03.2008 09:20 |
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sani_07 unregistriert
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Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland
Die Grundrechte
Artikel 1
(1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.
Wehe, du wirst alt und hilflos...
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12.03.2008 11:04 |
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Hallo,
jetzt kommt mein Senf noch dazu.
Die Kosten für den Pflegeplatz im Heim meines Vaters:
Pflegestufe I
Pflegebedingter Aufwand bei 31 Tagen und 49,50 €/Tag = 1534,50 €
Unterkunft und Verpflegung 31 Tagen und 49,50 €/Tag = 657,20 €
Investitionskosten.................31 Tagen und 49,50 €/Tag = 398,97 €
Summe 2590,67 €
Ein möbliertes Zimmer, kostet es wirklich monatlich 657,20 Nebenkosten inklusiv?
Ist es nicht besser wäre für das Geld eine erstklassige zuhause Pflege zu organisieren?
*ironie* Ha,ha da macht der Gesetzgeber nicht mit. *ironieEnde*
Für häusliche Pflege gibt es aus der Pflegekasse wesentlich weniger, warum auch immer.
Und wer zahlt dann den Rest?
Bei meinem Vater geht die Rechnung auf, weil seine Rente den Rest der monatlichen Kosten des Heimes abdeckt.
Es ist die Politik, die uns verwaltet.
Wir sind die, die diese Politik wählen.
Ach ja, da fällt mir noch etwas ein:
Wenn der Pflegeheimträger eine große Gesellschaft ist, mahlen die Mühlen sehr langsam.
Auch eine kirchliche Trägerschaft will Gewinne machen.
Ausnahme:
Die Heimleitung setzt sich für die Belange der Bewohner ein. Hoffentlich gibt es viele starke Menschen auf diesem Posten.
Wir sollten uns wirklich überlegen, wie es uns im Alter eines Tages gehen soll.
Meine Konsequenz ist, dass ich in einen Verein eintrat der die anthroposophisch erweiterte Pflege
zum erklärten Ziel hat.
Das heißt: Menschen gehen mit Menschen menschlich um, der Körper, die Seele, der Geist und das Ich
werden in der Pflege mit einbezogen.
Liebe Grüße
von Kerstin, die nicht immer inkognito ist
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12.03.2008 14:22 |
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In Leezen auf der Intensivstation lernte ich einen Herren kennen, der jeden Tag seine Frau ( Komapatientin ) besuchte. Er fiel mir auf, da er jedesmal bevor er ging eine Spieluhr aufzog. Wir trafen uns oft auf dem Flur, wenn seine Frau und meine Mutter medizinisch versorgt wurden. Wir haben beide dort die Hölle erlebt und so manche Schachtel Tempotaschentücher verheult.
Eines Tages sagte er zu mir, warum habe ich eigentlich ein Haus von über 300 m2 ? Was soll ich eigentlich mit meinem ganzen Geld. Mein Sohn ist tödlich verunglückt, meine geliebte Frau im Koma. Meine 300 Mitarbeiter halten zu mir. Ich habe entschieden, ich baue mein Haus um, stelle einen Arzt und Schwestern ein und hole meine Frau nach Hause. Basta. Und weil Sie - junge Frau (lol) - den ganzen Wahnsinn auch erleben, nehme ich ihre Mutter gleich mit. Kostenlos.
Ich muss dazu noch sagen, dass er an diesem Tag erfahren hatte, dass die Ärzte die Augen seiner Frau zunähen wollten. Offensichtlich war es nicht möglich dafür zu Sorgen, dass sie jede Stunde Augentropfen bekam. Er hat diesen Eingriff natürlich verhindert.
Wismar war zu weit weg für mich, daher holte ich meine Mutter nach Lüneburg. Er setzte sein Vorhaben um. Seine Frau verstarb. Später sah ich im Fernsehen einen Bericht über ihn, dass er in Wismar eine spezielle Pflegeeinrichtung in Andenken an seine geliebte Frau bauen wollte. Ich weiss nicht, ob er es umgesetzt hat oder nicht.
Dieser Mann hat mir sehr imponiert, weil er jeden Tag bei seiner Frau war und etwas für die Verbesserung der Zustände schwersterkrankter Menschen tat. Gut, er hatte auch das nötige Kleingeld. Aber er hat es einfach getan und alle Mitarbeiter haben ihn den Rücken frei gehalten, damit er jeden Nachmittag bei seiner Frau sein konnte. Tolle Mitarbeiter.
Und warum erzähle ich dies ? Gute Frage. Vielleicht um zu zeigen, dass oft Privatpersonen aufgrund von Schiksalschlägen etwas unternehmen und versuchen, die Dinge besser hinzubekommen.
__________________ Ich bin so wie ich bin, und ich bin bereit, auch alle
anderen so sein zu lassen, wie sie sind.
(Esther & Jerry Hicks - The Law of Attraction)
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12.03.2008 16:51 |
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Wow.
Mir fehlen die Worte.
Das ist sehr beeindruckend!
Ich würde meine Mutter auch lieber heute als morgen nach Hause holen, wenn ich einen Weg sähe wie ich das verwirklichen könnte.
Stattdessen renne ich jeden zweiten Tag zu ihr und schaue nach dem Rechten, was bedeutet ich schlage mich mit einem völlig Trägerhörigen Heimleiter herum und einer Pflegedienstleitung, die halbjährlich wechselt weil in diesem Heim offenbar keiner dem Posten lange gewachsen ist...................
__________________ Schaffe Frieden in Deinem Herzen, dann wird die Welt Dir folgen.
Lichtinsel
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12.03.2008 19:23 |
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sani_07 unregistriert
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@Lykke
Tolle Geschichte, da geht das Herz auf!
Wenn man genug auf dem Konto hat, kann man auch solche Träume verwirklichen!
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12.03.2008 21:42 |
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