Gefühle --- die Krone des Lebens finden
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Gefühle --- die Krone des Lebens finden |
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ich habe eine wunderschöne Interpretation des Märchens:
Der Froschkönig per Mail bekommen und möchte Sie euch gerne mitteilen
Nachdem das Thema ebenfalls um die Psyche und Ihren Schwierigkeiten geht, stelle ichs einfach hier herein..
Bei nichtpassen bitte verschieben..
Die Krone des Lebens finden
Märchen vom Froschkönig
Märchen erzählen von äußeren Begebenheiten und meinen innere Entwicklungen. So ist es auch beim Märchen vom Froschkönig. In ihm geht es um die Überwindung des Konflikts zwischen Ideal und Gefühl. Und es zeigt einen Weg auf, der auch für uns gangbar ist.
Wir haben wohl alle eine Glanz- und Schokoladenseite. Vielleicht ist es etwas andere als die auffallende Schönheit der Königstochter. Doch irgendein Talent wird es bei jedem von Ihnen geben, das Sie glänzen lassen sollten nach dem Willen des väterlichen oder mütterlichen Schlossherrn. Sei strahlend und fröhlich. Sei brav und halte dich an die Regeln. Sei erfolgreich und stark. So oder anders können die Aufforderungen der Eltern oder der eigenen Ideale lauten. Das kann uns zunächst weiter bringen, doch auch zum quälenden Zwang werden. Wie sehr verbiegen sich Manche, wie viel Opfer bringen Menschen, damit der äußere Eindruck stimmt und die Harmonie gewahrt bleibt und die Aussicht, vom goldenem Geschirr zu essen und in einem schönen Palast zu wohnen! Doch auf Dauer ist das schwer auszuhalten. Nur angetrieben von elterlichen Idealen, nur auf die zustimmende Reaktion der Umwelt bedacht kann einem heiß und schwindlig werden im edelsten Palast. Die Gestaltungsseite in uns Menschen überhitzt sich, läuft leer, wenn ihr die Verbindung zur Gefühlsseite in uns fehlt, der Anschluss an die kräftigenden Tiefenschichten der Seele.
Deshalb ist es notwendig, ja wird es letztlich ihre Rettung, dass die Königstochter den Palast verlässt und in den dunklen Wald geht. Unter einer alten Eiche sprudelt der kühle Brunnen. Wenn die Königstocher Langeweile hat, sie des königlichen Betriebs überdrüssig geworden ist, folgt sie ihrer Sehnsucht nach Ganzheit und tiefem Sinn in ihrem Leben. Sie spielt mit dem Gedanken einer Rundung ihres einseitig auf Glanz und Eindruck ausgerichteten Lebens. Alkohol, Kaufrausch, sexuelle Gier – häufig sind solche Süchte versteckter Ausdruck einer Sehnsucht nach innerer Ganzheit und Verbundenheit mit den Tiefenschichten des Gefühls. Doch wo lernen Kinder und Jugendliche den unverstellten Zugang zu den häufig widersprüchlich erscheinenden Welten des Gefühls in ihrem Inneren?
Tatsächlich kann die Zuwendung zu den Gefühlsschichten in uns, wie die Prinzessin es erlebt, erst einmal zu Schrecken und Abwehr führen. Dunkle Erinnerungen mögen auftauchen, hässliche Szenen früher Überforderung, des Allein-Gelassen-Seins, der Ohnmacht oder der Angst. Die verletzte Seite, die aus der Tiefe der Erinnerung in uns auftauchen mag, ist - wie der Frosch es zum Ausdruck bringt- mit dem äußeren Glanz des alltäglichen Lebens jedoch keineswegs zu beeindrucken. Sie will ganz nah herangelassen werden, bei Tag und bei Nacht. Die Ahnung von einer solchen Entfremdung können wir heldenhaft zu überwinden suchen durch die Bereitschaft, allen anderen unsere Hilfe anzubieten, so wie es der Frosch gegenüber der Prinzessin tut. Die Ahnung von Schmerz und Not kann uns auch so bedrohlich vorkommen, dass wir lieber schnell davonlaufen wie die Prinzessin vor der Zumutung des hässlichen Frosches in uns. Dann versuchen wir, die Türen der Erinnerung dichthalten und uns wieder ganz auszurichten auf die Etikette bei den festlichen Mahlzeiten im Palast. Doch die Türen der Erinnerung, die Tore des Gefühls, lassen sich auf Dauer nur dichthalten um den Preis von Entstellung, Krankheit oder Gewalt gegen andere. Immer wieder klopft die Frage nach dem eigentlichen Sein, die Verheißung eines runden ganzheitlichen Lebens an die Tür, im Traum, in Krisen, in der Begegnung mit anderen Menschen,. In dieser Hinsicht hat der sonst so überstrenge Königsvater Recht: Nur im vertraut Werden mit der Not und der Sehnsucht der eigenen Seele kann sich Befreiung ereignen, Veränderung, Wachstum und Entwicklung.
Allerdings, das Anschauen der frühen Verwirrungen und Verletzungen kann uns auch wütend machen und zornig, auf die Eltern, auf uns selbst. Doch das Eingeständnis bitterer und zorniger Gefühle bringt keinen um. Wenn wir uns mit aller Kraft den dunklen und hässlichen Seiten unserer eigenen Entwicklung stellen, ob im an die Wand schlagen der Verzweiflung oder im ans Herz Drücken des inneren Kindes, der Bann vermag sich zu lösen.
Aus dem verwunschenen Frosch entwickelt sich die Gestalt unseres unversehrten Potentials, die eigene Bestimmtheit zu einem würdevollen und königlichen Leben. Der Königssohn – in uns – braucht nicht länger um Liebe zu betteln, er kann für sich selbst sorgen, auch ohne immer anderen zu Diensten sein zu müssen. Die Prinzessin - in uns - kann die elterlichen Vorgaben hinter sich lassen und frei in die Welt gehen. Gestaltungsseite und Gefühlsseite können sich hochzeitlich miteinander verbinden. Und mit Sonnenaufgang stehen acht weiße Pferde bereit zur kraftvollen Fahrt in ein Reich des Lebens voll von Tatendrang und Mitgefühl. Und auf dem Weg können sie sich krachend lösen, die alten Fesseln, die so lange das Herz zugleich bewahrt und eingeschnürt haben. Versöhnt können wir lassen, was gewesen ist und mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele, mit ganzer Kraft uns dem Leben zuwenden und der Liebe. Statt uns an den Fehlern anderer und der eigenen Unvollkommenheit zu stoßen, vermögen wir uns am Gelingenden zu freuen.
Was im Märchen als ein Ereignis von zwei Tagen geschildert wird, ist im realen Leben meist ein langer und oftmals auch mühevoller Weg des Ringens und der Entwicklung. Manchmal scheinen Ablehnung, ja sogar Selbstzerstörung einfacher als die Zuwendung zum Dunkel des eigenen Lebensbrunnens. Doch das Wunder der Verwandlung ist einem jeden von uns möglich. Die goldene Kugel ist uns in die Wiege gelegt, unser Herz bewahrt ihre Sehnsucht. Und die acht weißen Pferde mit den weißen Straußenfedern stehen im Hof unseres Lebens, bereit, uns in eine Welt zu fahren, in der das Leben Sinn macht und Freude und wertvoll ist um seiner selbst willen.
Der Schatz im Acker, die kostbare Perle, sie warten in unserem Inneren auf Entdeckung und Annahme. Wenn wir sie bergen, vermögen Versöhntheit zu entstehen, Gelassenheit und Vertrauen. Dieses Vertrauen vermag uns Kraft zu geben, den Begrenztheiten des Lebens standzuhalten und Hoffnung zu behalten selbst im Angesicht des Todes.
Wolfgang Amadeus Mozart, dessen Wirken wir in diesem Jahr besonders erinnern, ist ein eindrucksvoller Zeuge dafür, wie sich Bewusstheit über die Grenze des Lebens und die Nähe des Todes mit hingebungsvolle Fröhlichkeit verbinden lassen. In uns allen wartet die Melodie unseres Lebens darauf, frei gesetzt zu werden und zu erklingen, in unserem Leben und im Konzert der großen Schöpfung. Mögen Märchen wie das vom Froschkönig ermutigen, aus der Zerrissenheit und Widersprüchlichkeit des eigenen Empfindens herauszukommen und zur Ganzheit zu finden, zur Heilung und zum Heil. Die Königskrone, die Krone des Lebens, wartet auf Sie und auf uns alle.
__________________ Wisset, daß das Geheimnis des Glücks die Freiheit,
die Voraussetzung der Freiheit aber der Mut ist.
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Ingrid: 19.03.2008 18:57.
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19.03.2008 18:56 |
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