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"Meine Oma" oder "Über die Liebe"

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Name: Regina Anna
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"Meine Oma" oder "Über die Liebe" Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Hallo,

Seit gestern abend sind meine Gedanken auf meine Oma gelenkt, die vor nun schon über 30 Jahren starb.

Was war sie für mich? Ich lebte als Kind in einer dichten Stadt, alles kam mir sehr „dunkel“ vor. Meine Oma war auf dem Land, in einem ganz kleinen Dorf. Durch dieses Dorf floss ein Bächlein, das hieß die „Treene“.

Dieser Ort war für mich das Paradies … Dort war die Natur, dort war die Stille … und dort konnte ich Kind sein.
Meine Oma bewohnte in einem größeren Haus nur zwei Zimmerchen, sie waren so urig und gemütlich. In einem Raum war ihr Wohnzimmer, in der Mitte ein großer Tisch, im anderen Raum war ihre Küche und ihr Bett.
Sie teilte ein Badezimmer mit einer Nachbarin, die ebenfalls zwei Zimmerchen hatte, auf der anderen Seite. Was bin ich als Kind gerne dort gewesen.

Wenn ich in „ihrem“ Badezimmer stand, konnte man durch ein ganz kleines Fenster auf eine wilde Wiese sehen, das war für mich die Glückseligkeit. Ja das mag übertrieben klingen, aber ich empfand es so. Über diese Wiese ging ein leichter Wind, der Himmel war weit und frei.

Das alles war die Welt bei meiner Oma für mich …

Sie war die Mutter meiner Mutter, und meine Mutter würde sie sicher eher als „verbittert usw.“ beschreiben. Ist eben eine Mutter-Tochter-Beziehung. Ich weiß dass nach dem Tod meiner Oma meine Mutter noch lange Verarbeitungszeit gebraucht hat …

Für mich war sie meine Oma und sonst nichts, in ihrer Liebe mir gegenüber bedingungslos, in einer Weise, wie ich es sonst zu dieser Zeit nicht so erfahren durfte.
Einmal sagte ich etwas wirklich sehr schlimmes zu ihr, sie gab mir sofort eine Ohrfeige, und es war erledigt. Das wusste und fühlte ich. Nie hätte ich das bei meiner Mutter erlebt, meine ich wenigstens. Bei meiner Oma war alles unkomplizierter. Ich weiß noch, als sie bei uns zu Besuch war. Sie ging so was von „jammernd“ an den Frühstückstisch, dasss wir sie fragten: „Was ist mit dir?“ Und sie sah auf und fragte: „Wieso, warum fragt ihr?“ Das war einfach ihrs, Bemitleidungen waren nicht notwendig.

Sie zog sich gerne sehr schick an, hatte den Schrank voll schöner Kostüme.
Aber ihre Schwestern, mit denen sie sich regelmäßig zum Kartenspielen traf, lebten auf dem Lande und waren der Auffassung, sobald eine Frau verheiratet ist, läuft sie nur noch in Grau herum. Wenn sie denn zu ihren Schwestern fahren wollte, zog sie extra etwas an, das sie schon kannten, meinte zu mir, an dieses oder jenes Kostum hätten sie sich schon gewöhnt.
Ich musste ja so lachen, wie sie mir das sagte. Da musste sie tatsächlich aufpassen, ihre Schwestern nicht zu erschrecken.
Ihre Haare waren silbergrau und kurz und sie legte immer ein feines Netz drumherum.
In den kleinsten Verhältnissen in denen sie lebte, war sie doch immer eine Dame, sie hatte es in sich …

Sie war etwas „bestimmend“ in ihrer Art. Wenn sie mal bei uns war, zankten wir oft richtig miteinander, und meine Mutter stand dazwischen und war meistens ganz „fertig“.
Als meine Oma mal bei einem ihrer Söhne zu Besuch war, begrüsste ein kleiner Enkel sie mit folgenden Worten: „Tach Oma, wann fährst du wieder …“

Meine Oma selbst hat noch oft über diesen Satz gelacht. Ja so war sie, sie wusste es, sie war einfach so, eben meine Oma, ich hab sie lieb.


In der wirklichen Liebe gebe ich mich nicht selbst auf, sondern im Gegenteil, erst aus dem vollen Selbst kann sie wahrhaftig gegeben werden.
Und auch Liebe annehmen ist gleichzeitig Liebe geben, es gibt keinen Unterschied ...
Menschen sollen in ihrer Kraft sein ... und nicht in ihrem Opfertum.

__________________
Es gibt immer nur den Weg nach vorne
06.05.2008 16:30 Anna ist offline E-Mail an Anna senden Homepage von Anna Beiträge von Anna suchen Nehmen Sie Anna in Ihre Freundesliste auf
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