Homöopathie sparen

  • Erdherz,

    ich finde Kerstin prima und ich denke, sie kann solche unterschwelligen Andeutungen auch so stehen lassen als freie Meinungsäußerung. Außerdem war das derart allgemein und überhaupt nicht direkt auf eine bestimmte Person gemünzt, sondern eher allgemein auf das ganze Forum bezogen. Du könntest auch gemeint sein. Tja, nimm es hin, ist doch nicht so dramatisch, wenn es jemand so wahrnimmt. Also ich hatte nie Probleme mit den unterschiedlichen Ansichten.


    Es bereichert das Forum eher, wenn es vielfältig ist, sonst wird es etwas fade zum Lesen, als wären es alles die gleiche Person. Das hab ich nämlich mal erlebt in einem Forum. Da hatte ich echt den Eindruck von Doppelnicks, weil sie so ähnlich schrieben. Dieser Eindruck wurde mir sogar noch von anderen bestätigt, die das auch so empfanden. Deshalb ist es wirklich besser, unterschiedliche Sichtweisen zu fördern. Und Kerstin tut das ja auch. Aber Dich scheint es sofort zu triggern. Vielleicht ein Signal an Dich, daran zu arbeiten?


    Ich hab jedenfalls meinen Tritt von oben auch erhalten und folge dem brav. Ich wünsche Dir und euch einen heiteren Tag ohne Unwetter! :liebe:

  • Liebe Laura Maelle,


    unterschiedliche Sichtweisen sind okay. Abwertungen nicht. Natürlich bin ich auch gemeint und einige Andere auch. Es triggert mich sogar mehr an, wenn eine ganze Gruppe gemeint ist, als wenn es nur um mich geht.

    Du hast recht, kerstin (:winke:) hat vermutlich mehr Gelassenheit in dem Punkt als ich - daran muss ich arbeiten. Wenn ganze Gruppen angegangen werden, ist das für mich keine Meinungsvielfalt, sondern Meinungsdominanz. Ich bin auch schon etwas länger dabei und weiß um die Spielchen, die hier mehr oder weniger subtil anklingen.


    Liebe Grüße

    Erdherz :<3:

    Ich weiß, dass ich alles mal gewusst habe, es aber leider wieder vergessen habe :crazy:

  • Liebe Erdherz

    Ja, es besteht viel innerer Schmerz, auf beiden Seiten dieser leidigen Diskussion über die aktuelle politische und gesundheitliche Lage. Und es trifft mich mitten ins Herz und berührt mich, wie sehr die Menschen leiden. Ich kann alle aus ihrer Sichtweise heraus verstehen und jeder hat irgendwo Recht von seinem Standpunkt aus. Ich habe gelernt, nur noch für mich zu sprechen und diesbezüglich nicht mehr zu bewerten. Der Stoizismus hat mir geholfen, mich aus solchen hitzigen Diskussionen rauszuziehen. Ich bin froh, wie friedlich es hier ist und ich schätze es sehr, wie souverän Kerstin das Forum leitet. Ich hab da volles Vertrauen zu Kerstin. :dance:

  • ...zeigt sehr deutlich, wie wichtig die Prinzipien des rationalen, vernunftbezogenen Diskurses doch sind - und wie sehr sie in den letzten Jahren leider (gesamtgesellschaftlich und hier im Forum) gelitten haben.

    Liebe MitleserInnen,


    es kommt wohl auf die Lesart an.

    Für mich ist Panther-Adlers Hinweis eindeutig auf die Verfasser der respekt-armen Texte bezogen, die sich immer öfter - und eben AUCH hier im Forum - zu Wort melden. Unabhängig von Admin und Moderation. Ich sehe keine versteckte >Spitze<.

    **********

    Allen einen erfreulichen gemütstreichelnden Sonntag!


    Herzlich

    AlteEule (°Y°)

    Ich habe von tausend neuen Wegen geträumt. Ich bin aufgewacht und meinen weitergegangen.
    (Chinesisches Sprichwort)


    Ich bin der wichtigste Mensch für mich, denn: Ohne mich kann ich nicht leben!

  • Die einzige Abwertung, die ich in diesem Faden sehe, ist die eines Forschers und Wissenschaftlers, der im übrigen nicht über den Sinn oder die Wirksamkeit von Homoöpathie diskutiert, sondern lediglich auf die Anwendung vo Methodik und deren Nachvollziehbarkeit verwiesen hat.


    Ich persönlich stehe zwischen beiden Polen - und weiß das auch. Diskutiere ich mit Fachkollegen, gelte ich als "die mit den spinnerten Ideen", schreibe ich in Foren wie diesem hier, werde ich regelmäßig als "kopfmensch" bezeichnet, was oft als Abwertung gemeint ist.


    Bezogen auf dieses Forum: Ja, es hat sich verändert. Das ist der Lauf der Dinge.

    Viele, deren Beiträge ich persönlich fachlich wie menschlich schätze, sind nicht mehr hier und fehlen (mir jedenfalls).

    Es sind Neue hier, die viele Dinge wesentlich emotionaler betrachten und angehen, als ich es tue.

    Nichts davon ist falsch oder richtig. Es ist, wie es ist.

    Ich persönlich finde viele Debatten zu emotional geführt, im Netz wie in der gesamten Gesellschaft. Und für mich ist Mitgefühl und Herzlichkeit etwas ganz andees als die Aufspaltung zwischen ratio und Emotion.

    Schönen Sonntag,

    Kirsten

    ... und wenn ich's nicht wieder tu'!

  • Ich persönlich finde viele Debatten zu emotional geführt, im Netz wie in der gesamten Gesellschaft. Und für mich ist Mitgefühl und Herzlichkeit etwas ganz andees als die Aufspaltung zwischen ratio und Emotion.

    Das empfinde ich auch so. Ratio und Gefühl gehören zusammen, sonst läuft es aus dem Ruder oder wird irgendwie öde und fade wie ungewürztes Essen. Emotionen verlieren ohne Ratio an Struktur. Ratio ohne Gefühle wirkt zu starr und unbeweglich. Ich persönlich sehe die Intuition als die goldene Mitte, die beides verbindet. In der Intuition ist bei mir auch sehr viel Vernunft und Wachheit drin, ein aufgewecktes Denken und Wahrnehmen, kein blindes Fühlen in Emotionsblasen.

  • Ich finde es schwierig, diese Aufspalterei in "der ist ein Kopfmensch", "die ist aber gefühlsduselig" (oder umgekehrt, aber oft wird es den Geschlechtern ja so herum zugeordnet).


    sicherlich gibt es bevorzugte reaktionsweisen einzelner Menschen. Aber dieseS Entweder/Oder funktioniert so nicht. und ich muss ehrlich sagen, mich erschreckt das, wcie viel zunehmend begründet wird " Ich fühl das so und deswegen ist das so." Äh, ja, subjektiv ja, aber doch nicht allgemeingültig.

    Ich muss auch sagen, ich habe seit kurz vor Ostern 2020 die ungewollte Aufgabe, mitzuerleben, wie meine Mutter mehr und mehr den Zugang zu einem rationalen Verständnis der Welt und des Lebens und von sich selbst verliert und immer mehr sich verändert zu einem Menschen, dessen subjektiv erlebbare Realität nurmehr im unmittelbaren Hier und Jetzt und in der Emotion liegt.

    Das zeigt sich hier als geistiger und in Teilen körperlicher Prozess, von dem ich nicht mal weiß, ob ich ihn "Verfallsprozess" nennen sollte oder kann. Vielleicht ist es einfach ein Prozess des Wandels und (in ihrem Fall) letztlich irgendwann des Sterbens.

    Jeder, der wirklich meint, die reine Emotion bei Verlust der Ratio sei pure Glückseligkeit und der Verstand - mit seinen durchaus vorhandenen Begrenzungen- sei etwas, worauf man irgendwann verzichten könne (wie auf Stützräder), hat so etwas noch nicht gesehen.

    Nein, der Verstand ist mehr als eine "Krücke" und er steht für mich weder unter, noch über einer Emotionalität des Herzens.

    Die Ratio ist nichts, was überwunden gehört, sondern die Emotionen gehören eingebunden.

    Und was nun Adrian betrifft (einfach mal Nairda K rückwärts lesen): Das einzige, was er faktisch gesagt hat, ist, dass er denkt, dass es nicht genug wissenschaftliche Beweise für die Wirksamkeit von Homöopathie gibt, um sie von den allgemeinen, gesetzlichen Krankenkassen bezahlen zu lassen. Und dass jeder gern privat dafür zahlen kann, falls er mag.

    Mehr steht da - de facto - nicht. Der ganze Rest ist emotionsgetrieben und der Versuch sich (und die Homöopathie) zu verteidigen. Wozu? Was resoniert denn da so stark, dass es angetriggert wird und zu solchen Reaktionen führt?

    Wie gesagt, ich selbst bin seit Jahren in homoöpathischer Begleitung und kombiniere Schulmedizin und Altenativmedizin so, wie es mir taugt.

    Die Ergebnisse sind für mich persönlich merkbar und zufriedenstellend und erstaunlicherweise muss ich mich weder mit Schulmedizern noch Homöopathen noch schamanisch Tätigen in irgendeiner Weise rumstreiten. Die Wirksamkeit (mein körperlicher, geistiger, psychischer und seelischer Zustand) sagt schon genug und ist trotz hoher äußerer Belastungen ziemlich stabil, ohne perfekt oder immer gleich zu sein.

    Grüße,

    Kirsten

    ... und wenn ich's nicht wieder tu'!

  • Liebe Kirsten


    So sehe ich das in allen Punkten auch, was das Ratio-Emotionen-Splitting, NairdaK (Adrian) und die Stützräder betrifft. Und ich finde es schön, dass Du mit Deinen Worten verdeutlichst, dass z. B. ich mich nicht rechtfertigen muss, wenn ich mich nicht für Homöopathie öffne, weil ich nicht nur bei Schulmedizin kritisch bin, sondern auch gegenüber der Alternativmedizin. Ich bin nämlich ziemlich eigenwillig. ^^


    Mein Vermieter über mir war demenzkrank. Da seine Frau und auch seine Kinder nicht mit ihm klarkamen, wurde ich sehr stark einbezogen. Da er früher ein ziemlicher Tyrann war, traute sich seine Familie nicht, ihn in geordnete Verhältnisse zu bringen, er war sehr jähzornig. Ich habe dann immer wieder mit ihm geredet und fand tatsächlich Zugang zu ihm. Er mochte mich. Dadurch konnte ich dann alles regeln um ihn, zusammen mit der ängstlichen Familie und den Behörden. Er kam in ein geschlossenes Pflegeheim für psychisch schwierige Demenz- und Hirnkranke. Auch dort besuchte ich ihn öfter, zusammen mit seiner Frau, da er anfangs immer noch aggressiv reagierte und nach Hause wollte. Ich redete mit ihm und irgendwie fand ich die richtigen Worte, die er trotz Demenz verstand, um einzusehen, dass er sich anpassen muss. Ich konnte ihn sogar davon überzeugen, das zu schätzen, was er dort erhielt an Unterstützung, auch den schönen Garten mit Teich. Es war wirklich liebevoll eingerichtet. Er bekam mit der Zeit das Engelsgesicht der Mitpatienten im sehr fortgeschrittenem Stadium. Seine Frau hatte ihn nie so lieb erlebt ... und dann kam Corona und er starb.


    Ich habe seinen Lebenslauf geschrieben. Seine Familie war tief bewegt. Wirklich lange habe ich ihn nicht gekannt, aber wir hatten sofort einen Draht zueinander. Er war ein Mann, der sich für etwas begeistern konnte, Eisenbahnen, das hat mich berührt. Seine Söhne, die sein Hobby fortsetzen, sagten, dass er jetzt auf seine letzte Fahrt gegangen sei. Ein schönes und wahres Bild. Bei meiner Mutter träumte ich auch, dass sie vorausreise, dann starb sie.


    Ich wünsche Dir viel Kraft!


    Die Seele ist auch bei Demenzkranken noch voll da, vielleicht deshalb konnte ich ihn erreichen, da ich auch bei geistig Behinderten einen guten intuitiven und telepathischen Zugang finde und sich das Verhalten dann jeweils ändert, so die Rückmeldung durch Eltern.

  • Liebe Laura_Maelle,

    Und ich finde es schön, dass Du mit Deinen Worten verdeutlichst, dass z. B. ich mich nicht rechtfertigen muss,

    Dazu noch etwas, weil es mir grad einfällt (und von der Homöopathin stammt, mit der ich an meinen Prozessen arbeite (hallo Arthemesia) ;) : Vor einiger Zeit sagte sie in einem Gespräch zu mir: "Wieso rechtfertigst Du Dich eigentlich? Sag doch einfach, dass Du das nicht willst. Du brauchst Dir doch kein Recht zu fertigen. Du hast doch schon das Recht, ja oder nein zu sagen." Kluge Bemerkung einer weisen Frau.


    Das Gespräch ist schon ein Weilchen her. Und wenn ich heute so nachdenke über die ein oder andere Situation meines Lebens, dann fällt mir auf, dass ich mich entweder dann rechtfertig(t)e, wenn ich a) meine, nicht nein sagen zu dürfen oder b) einen Fehler gemacht habe und beweisen möchte, dass es keine böse Absicht war. Andere Gründe kenne ich bei mir für Rechtfertigungen keine.


    Ich finde, Du (und ich und jede/r andere) kann und darf nach Herzenslust ja oder nein sagen. Angebote sind immer Angebote, können angenommen oder abgelehnt werden, je nach Stimmigkeit.


    Das mit der Seele nehme ich bei meiner Mutter noch ein wenig anders wahr, als Du es beschrieben hast. Ich finde es aber erstens schwer, das in Worte zu packen und zweitens wäre das, selbst wenn es mir gelänge, eher ein Thema für einen anderen Faden.

    Derzeit bin ich aber noch unsicher, ob ich darüber sprechen kann und möchte. Weil erstens betrifft es meine Mutter sehr direkt und privat und zweitens finde ich das, was ich da spüre, empfinde und wahrnehme, echt schwer in Worte zu bringen.

    danke für Deine Wünsche!

    Kirsten

    ... und wenn ich's nicht wieder tu'!

  • Du brauchst Dir doch kein Recht zu fertigen.

    Das ist gut überlegt, das muss ich mir merken. Stimmt vollkommen!

    Also ja: Ich sage eben NEIN zur Homöopathie, basta FINITO. Nix für mich! :busch::herbst:

    Ich könnte in einer akut belastenden Situation wie die Deinige mit Deiner Mutter auch nicht darüber reden. Das käme wohl viel später. Du musst hier gar nichts, schon gar nicht meinetwegen. Ich bin sowieso eher introvertiert und erzähle hier noch längst nicht alles über mich. Ich wollte noch nie ein offenes Buch sein. Wenn ich etwas erzähle, dann entlasse ich es ganz bewusst in die Öffentlichkeit des Forums, weil ich als soziales Wesen darüber in einem sozialen Kontext reflektieren möchte und es für mich in diesem sozialen Kontext des jeweiligen Forums Sinn macht und dort gut aufgehoben ist.