Wenn die Stimme stimmt...

  • Ich weiß jetzt nicht genau, wohin damit, weil "Therapie" ist es halt "eigentlich" nicht. (Oder doch vielleicht...)
    Ich entdecke meine Stimme wieder. Ich hab immer gern gesungen, es ist eine der schnellsten und kostengünstigsten Wege, mich ausdrücken oder meine Stimmung zu verändern.
    Jetzt kommt das zurück, sehr langsam, aber es kommt. Töne, Tonfolgen, Rhythmen, Bewegungen, Geräusche, Laute.
    Es hat sich vor Monaten abgezeichnet, durch die Rückkehr eines Seelenteils letztes Jahr.
    Noch klingt die Stimme oft rauh und brüchig, als hätte ich nicht genug Atem in mir. Aber es kommt. Meine Stimme ist ungeschult, ich kann nicht mal Noten lesen *lach*.
    Aber ich finde etwas wieder von mir, was mir guttut, was mich tröstet und mir Kraft gibt.
    Laute, Worte, Töne... sind sind wieder da.
    Ich bin froh.
    Kirsten

  • Liebe Adlerin. :knuddeln:
    schön, dass du deinen Gesang wiedergefunden hast, ich freue mich mit dir. :hüpfen: :hüpfen: :hüpfen: :hüpfen:


    Bis zum Wochenende




    in liebe Binkerl :heart:

  • Schön dass Du deinen Gesang wieder gefunden hast, es ist die schönste Möglichkeit seine Gefühle zum Ausdruck zu bringen. Auch ich habe daran immer sehr viel Freude gehabt,


    aber leider habe ich durch viele Enttäuschungen aufgehört zu singen und tue das mittlerweile leider nur noch ganz selten. ;(

  • Genauso ging es mir lange Zeit auch. Kurz vor meinem 18. Geburtstag hörte ich auf, regelmäßig zu singen. Nein, nicht, weil ich gedacht hätte, das sei unerwachsen. Auch das Malen (ich hatte oft abstrakt gemalt) ging baden und ein Manuskript mit 9 Kapiteln warf ich wutentbrannt weg...
    Das Schreiben kam früher zurück, das Malen etwa 2009, das Singen nun auch. Seelische Gründe, sowohl fürs Bleibenlassen, wie fürs Wiederfinden. Ich wünsche Dir, die Kraft, die in Stimme liegt, ebenfalls wiederzufinden...
    Liebe Grüße,
    Adlerin

  • Liebe AdlerIn!



    Bin wohl etwas verzögert mit der Antwort, aber damals kam ich nicht mehr dazu, ... :ohmann: aber dennoch wollt ich Dir mitteilen,


    dass ich mit der "singerei" ähnliche Erfahrungen in meinem Leben gemacht habe und immer noch und schon wieder mache...


    für mich war es die erste Leidenschaft die ich in meinem Leben entdeckt habe, für mich, als PASSION, :liebe: schon als 5jährige hab ich mir die Venylscheiben von ABBA, Pussycat (holländische Frauenband, 3 Geschwister - for your broken souvenir...) solange reingezogen, bis ich Text und Melodie auswendig konnte. Dann sang ich aus voller Kehle wie ein "glöckchen" Mirelle Matthieu war da auch mit dabei und Andrea Jürgens, in den Ferienheimen gewann ich immer den "Disco-Abend" oder den Gesangswettbewerb...


    Irgendwann mitten in der Pubertät hörte ich dann auf mit meiner Leidenschaft, ich spielte zwar Mandoline und Zither, aber nur nach Noten, und eigentlich hatte ich nulleBock auf Noten lesen, Singen konnt ich allerdings immer nur nach Gefühl.... dennoch lockte mich eine StudienkollegiN mit zu einem Karaokee-Wettbewerb, sie arbeitete dort und meinte ich würd alle unter den Tisch singen, es ging von einem österreichischen Radiosender aus, tja und glatt ich "ent-deckte" mich selbst wieder in der Stimme im Gesang, und machte den 2. Platz, kam ins Semi-Finale, 2. Platz, Landesfinale 2. Platz und das dann vor dem Sohnemann einer bekannten OpernsängerIn hierzulande... Dieser lockte mich dann zu seiner Mutter und ich nahm für ein Jahr Unterricht in "klassischen" Sologesang. Das tat gut und brachte mir ein wenig Atem-und stimmtechnik ein, aber mir fehlte dann so ein bisschen das "ver-ruchte" was immer das auch sein mag....


    Mit Sohnemann war ich dann im Background seiner Band, hatte selbst bis zur Geburt meiner Tocht als Frontfrau agiert in ner Band, wir machten aber nur "Rock-Cover-Versions", von Janis Joplin bis Skunk Anansie.


    So nun seit neun Jahren tat ich gar nixi mehr. Bis ich dann im Aussendienst auf eine Homepageadresse aufmerksam wurde:


    www.schule-fuer-gesang


    die Frau heisst Petra Schulze und hat auch ein sehr interessantes Büchlein geschrieben: "Singen ist einfach - auch für Sänger!" (Petra Schulze)


    Das gab ich mir dann, hab es über ein Antiquariat erhalten,


    es zeigt auf wie einfach es ist, sich auch beim Singen auf die Intuition zu verlassen, den Willen kannst Du beim Singen nicht biegen.... kommt der Verstand mit rein, ist es schon nicht mehr authentisch zumal es deine Haltung auch beim Gesang ausmacht.


    Die Stimme ist das Instrument auf dem Du spielst, dein Körper Resonanz....


    Na ja, wie auch immer, toll dass ich in Dir da ne GefährtIn gefunden haben könnte, denn auch für mich ist "Singen" ganz einfach "los-lassen", den Ton los-lassen, und meine "Psychotherapie" Number one, Singen hilft immer!!! Überall!


    dir ganz liebe Drücker


    Sabine

  • Schon wieder ein tolles Thema, das die Adlerin eingestellt hat.



    Ich habe ganz ähnliche Erfahrungen mit dem Singen wie ihr gemacht.
    Es gibt mir Kraft, es kommt aus mir, ich kann mich ausleben, es macht Freude


    Wobei ich zum singen Zeit und Muße haben muss und ich muss emotional einigermaßen gut drauf sein.
    Bin ich im Stress oder habe eine schwierige Phase kann ich überhaupt mich singen. Oder wenn ich anfange, darüber nachzudenken wird es gewollt.


    Das Musikalische an sich liegt eh in meiner Familie - ich habe eine einigermaßen gute Grundbildung und halte mich für talentiert.
    Das Dumme hier wiederum ist, dass ich eine echte Perfektionistin bin und mich einfach nicht traue aufzutreten.
    An Möglichkeiten gibt es keinen Mangel, da in unserem Freundeskreis einige Bands zu finden sind, die mich für das eine oder andere Lied auf die Bühne ließen.
    Leider höre ich bei mir jeden falschen Ton und jeden Wackler und meine meist, dies dem Publikum und den Mitmusikern nicht zumuten zu können :peinlich:
    Aber auch hier mache ich Fortschritte: Mein Mann kommt so langsam in den Genuss meiner Stimme, wenn ich zum Autoradio singe, was ich bis vor einigen Monaten nur alleine getan habe.


    Aber egal. So groß sind meine Bühnenambitionen auch wieder nicht, als dass mir meine Unmutigkeit was verbauen würde. :victory:



    Ich kann bestens verstehen, wie euch das Singen frei macht.
    Je nach Stimmung ist meine Stilrichtung mal Gloria Gaynor, mal Reamonn, mal Klassik, mal In Extremo und Metalllica oder Norah Jones und Katie Melua


    Ich wünsche euch frohe Töne


    Nic

  • Liebe Sabine, liebe Nic,
    freut mich, dass es Euch auch anspricht.
    Ich selbst bin weit weg jeglicher Bühnenambition (wenn Bühne, würde ich Laien - oder Improvisationstheater spielen, zumindest ersteres hab ich als Hobby ja auch drei Jahre lang gemacht).
    Aber mir gehts einfach um diese Freiheit, dieses Luftigkeit, das Ausdrücken. Und ich bin da grad beim Singen äußerst improvisierend, das kommt, wies kommt.
    Es ist für mich einfach immer wieder faszinierend und es funzt einfach mit jedem, vom Kleinkind bis zu meinem langsam dement werdenden knapp 83- jährigen Großvater.
    Wie gesagt, ich finde und entdecke das erst langsam wieder, aber es macht einfach nur Spaß. Auch das Ausprobieren, Experimentieren. "Wie klingt das?" "Was passiert, wenn...?" Letzte Woche hatte ich unglaublich viel Spaß mit Kastagnetten (vorher nie ausprobiert, die Teile...) Da wird einfach mein Spieltrienb wieder wach und die Lust, etwas einfach nur deshalb zu machen, weils Spaß macht. Das hat den Sinn schon in sich, da brauchts kein Ergebnis, keine Leistung und keinen Plan.
    Vergnügte Grüße,
    Kirsten