es ist nicht das nicht wollen...

  • ...es ist das wollen und nicht können.


    Ein Dialog mit einem Demenzkranken kann manchmal recht amüsant sein, das wörtlich nehmen einzelner Aussagen.
    "z.b. du hast da einen grünen Daumen - er richtet seinen Blick auf den Daumen und sagt, der ist ja gar nicht grün."


    Jedoch ist es sehr schwer in ein denkmuster, das ein Demenzkranker hat, hineinzukommen.


    Es ist deswegen schwierig, weil der Demenzkranker sich in dem jetzigen Gedanken den er hat, festklammert. Deswegen sich festklammert um sich nicht zu verlieren.


    Sie aus diesem Denkmuster herauszureisen bedeutet für einen Demenzkranken ein stück Sicherheit zu verlieren. Was allerdings für den Angehörigen/Betreuer/In sehr schwer ist.


    Brüllen bringt nicht, da man den Kranken damit Verschreckt. Liebe Worte bringen auch erstmal nichts, weil der Kranke auch dies nicht versteht. Vorallen wenn er einen nicht anschaut.


    Ein wenig geht es mit einer sanften Berührung, damit sich der Kranke einen anschaut und dann Ansprechen. Was allerdings auch sein kann, der Kranke schaut einen an und fällt gleich wieder zurück in sein Muster.


    Was tun? Die die einen Heiligenschein tragen würden nun stundenlang (nach derer aussagen) den Kranken ansprechen, versuchen ihn aus dem Denkmuster heraus holen, Sanft, Gütig und Barmherzig sein.


    Die die keinen Heiligenschein haben, (weil in Reparatur) würden den Kranken, berühren und aus dem Denkmuster heraus führen. Sprich an die Hand nehmen und ihn woanders hinbringen.


    Ist dies bereits Respektlos, Rücksichtslos, Herrisch, Despotisch?


    ein beispiel dazu:


    "ich muß aufs Klo"


    "du warst gerade"


    "ich muß aber, ich war nicht" hier eine Diskussion anzuzetteln wäre meiner Meinung nach Schwachsinnig. Es bringt nämlich nichts.


    Hier unterbreche ich das Muster -ich muß aufs Klo- in dem ich sage, wir gehen jetzt Spazieren oder Basteln *grins* und oft habe ich dann erfolg. Ich habe das Muster zumindest für einige Zeit unterbrochen.

  • Berichtest du aus dem privaten oder beruflichen Bereich,
    liebe Stachelturm (mußt nicht antworten)?
    Habe meine Mutter & Schwiegermutter "begleitet" und
    sitze hier und nicke zustimmend. Mein Mann hat oftmals
    versucht, zu erklären und zu diskutieren, was nur genervt
    hat. Ablenkung des Betroffenen ist wirklich das einzige
    gewesen, was die Situationen etwas entlastet hat.


    Als erst meine Mutter, dann die Schwiegermutter (nicht
    zeitgleich) gestorben waren, wurde mir bewußt, dass
    auch an uns die Jahre gezehrt haben und hoffen, dass
    wir bei evtl. Betroffenheit Zuwendung erfahren.


    Der Dank ist meines Erachtens darin gegeben, dass wir
    mit Liebe getan haben, was möglich war und nicht mit
    uns hadern müssen.


    Nachdenkliche ate :winke: