Autoimmun ??

  • Hallo ihr....
    Immer öfter lese ich, höre ich, erfahre ich, dass der Begriff " Autoimmunkrankheit" absurd sei, dass es kein "Autoimmun" gibt.
    Laut der Schulmedizin bedeutet diese Art von Krankheit, dass des Körpers eigene Abwehrkräfte gegen einen selbst arbeiten, und (unterschiedliches) Gewebe angreifen da sie dieses mit Parasiten und Erregern "verwechseln" - eine Fehlprogrammierung also.
    Es wurde aber nie labortechnisch, quasi schwarz auf weiß, beobachtet, dass dies so geschieht.
    Es wird immer lauter, dass das Humbug sei, und nur eine Ausrede der Ärzte, die manche Krankheiten nicht richtig diagnostizieren und heilen können.
    Im alten Ayurveda sagt man auch, dass es das nciht gibt...
    Ich dachte anfangs, naja - früher gabs das eben nicht, aber durch all die schädlichen Umwelteinflüsse könne sich der Organismus ja auch verändern, verrückt spielen und aus den Rudern laufen.
    Jetzt fällt mir ein Buch in die Hände "Mediale Medizin" und dort wird auch gesagt, dass sich der Körper niemals selbst angreift.


    Einfach mal als Thema - vielleicht hat der ein oder andere was dazu zu sagen, zu dieser Theorie oder auch selbst Erfahrung gemacht...


    Recht liebe Grüße und ein schönen WE
    Jenny :winke:

  • Hallo Jenny-Joy,


    Autoantikörper sind im Labor über das Blut feststellbar, also eine Tatsache.


    http://flexikon.doccheck.com/d…e%C3%A4re_Antik%C3%B6rper


    Somit sind auch Autoimmunerkrankungen eine Tatsache. Ich sehe derer viele in meiner Praxis und habe täglich damit zu tun, gleichwohl die eigentliche Ursache bis heute nicht gänzlich geklärt ist.


    Für das Entstehen von Autoimmunerkrankungen werden heute eine Vielzahl von verschiedenen causae angenommen.
    Hoch im Verdacht stehen dabei sogenannte virale, aber auch bakterielle Erregertoxikosen.
    So wissen wir, dass z. B. Yersinien enterocolitica in der Lage sind Krankheiten des rheumatischen Formenkreises auszlösen, welche ebenfalls zum Kreis der Autoimmunerkrankungen zählen.
    Auch Epstein-Barr-Viren und überhaupt alle Viren der Herpes-Gruppe, Hepatitits-Viren sind oft beteiligt an der Entstehung chronischer Erkrankungen.


    Aber auch zunehmende Umweltbelastungen durch Toxine wie Schwermetalle, Lösungsmittel und vieles mehr, wie auch Impfbelastungen stehen im Verdacht Autoimmunerkrankungen zu triggern, gerade durch die darin enthaltenenen Adjuvanzien wi z. B. Formaldehyd... Ich denke, darauf willst du mit deinem obigen posting hinaus... Meist ist es auch nicht eine Ursache allein, die eine Rolle spielt, sondern viele verschiedene Faktoren kommen zusammen, welche letztendlich den Ausschlag geben das Fass zum Überlaufen zu bringen, wenn man schließlich erkrankt.
    Abgesehen davon dass unser Organismus ein hochkomplexes offenes, dynamisches System ist...


    https://de.wikipedia.org/wiki/Systemeigenschaften
    http://www.grin.com/de/e-book/…er-systeme-in-der-medizin


    Ich persönlich denke vieles spielt sich auch im Inneren der Zelle ab, vor allem auch in Bezug auf die Mitochondrien. Wenn das Zellmilieu nicht mehr passt und das ATP in den Keller geht... die sogenannten Mitochondriopathien.
    Auch der Darm, welcher mit Hauptsitz unseres Immunsystems ist, sowie chronische Störfelder (80 % davon befinden sich im Kopfbereich: Zähne, Kiefer, Nasennebenhöhlen...) spielen sicherlich mit eine Rolle, warum das Immunsystem plötzlich verrückt spielt.


    Ich finde das Thema spannend und als Heilpraktikerin liegt mein Fokus gerade auch auf diesen Krankheiten, weil: mein täglich Brot. Ich bleibe also d'ran, um versuchen querzudenken zwischen Medizin, Forschung und moderner Naturheilkunde zum Wohle meiner Patienten.


    Zu sagen Autoimmunerkrankungen gibt's nicht, gerade auch im Hinblick auf die Patienten die meine Praxis aufsuchen, ist da also bei weitem etwas zu kurz und zu einfach gedacht...


    Lieber Gruß -
    schwertfee

    "You have to go beyond your ears. Listen with your eyes."


    6 Mal editiert, zuletzt von schwertfee ()

  • Hallo SChwertfee, vielen lieben dank für die tolle ERklärung.
    Das liest sich für mich sehr sinnig an - ich selbst habe mir noch keine richtige Meinung gebildet.
    Danke für die Mühe, das hat mir viel Input gegeben...

  • Autoimmunerkrankungen klingen für mich von der Bedeutung ähnlich wie Epilepsie: In beiden Fällen tut sich der Körper oder der Mensch selbst Gewalt an. Der Körper bzw. die Seele darf nicht so sein, wie sie ist.

  • Also offen gesagt, finde ich es arg vereinfacht zu sagen, der Körper "tut sich selbst was an".


    Daraus wird auch häufig eine sehr schauerliche Annahme abgeleitet, nämlich der Patient sei selbst schuld an seiner Krankheit, weil er sich selber nicht lieben würde und all sowas. Ist hier nicht passiert, aber ich muss trotzdem mal sagen, dass ich das wirklich furchtbar finde.


    Es ist wirklich ganz ganz schrecklich, was Dahlke und Detlefsen da für einen Virus in den Köpfen der Menschen produziert haben. Plötzlich machen es sich alle ganz einfach mit den Krankheiten und niemand befasst sich mehr mit der eigentlich sehr komplexen Ganzheitlichkeit. Positiv denken wird zum Allheilmittel und wenn es nicht klappt, war man halt nicht bereit dafür. Aber ich schweife ab...



    Der Körper ist ein unglaublich komplexes Konstrukt, in dem sehr viele verschiedene Prozesse ständig parallel ablaufen. So wie eine Art Hochleistungscomputer. Diese Prozesse müssen permanent aufeinander abgestimmt werden und diese empfindliche Balance- die man Homöostase nennt - aufrecht zu erhalten ist im Grund das was uns täglich am Leben erhält. Der Körper beschließt nicht einfach sich selber anzugreifen, sondern das empfindliche Gleichgewicht kann ganz schlicht und einfach kippen aufgrund von sehr unterschiedlichen Faktoren.


    Wir sind heute wie noch nie mit unterschiedlichen hochentwickelten Erregern (die wir selbst produziert haben) konfrontiert, die zum Teil in den Zellen weiterbestehen und als Fragmente sogar an die Nachkommen vererbt werden können. Hinzu kommen Toxine, die es in dieser Fülle vorher in der Geschichte noch nie gegeben hat und die die DNA unserer Zellen modifizieren können. Gleichzeitig hat sich aber unsere Lebenserwartung verdoppelt.



    Das Immunsystem muss sich ständig neu anpassen und "lernen". Die Chance, dass dabei was schief läuft ist nicht gerade klein. Gerade bei Autoimmunerkrankungen gibt es eine genetische Disposition (bzw. auch genetische Vorbelastung durch Infektionen der Vorgängergeneration) und wenn Dinge wie starker Stress, Infektionen oder Schwangerschaft hinzutreten kann die Krankheit ausbrechen und der Teufelskreis beginnt. Neuerdings hat man auch Links zwischen der Darmflora und Autoimmunerkrankungen gefunden.



    Da darf man also ruhig etwas komplexer denken.

    if this is the solution I want my problem back

  • Ja Sati, da hast du schon recht.
    Das fatale in der heutigen Zeit sind eben die Umweltgifte, die es früher niemals in dieser Konzentration gab - Pestiziede, Hormone, Antibiotikum und Dreck in der Milch, Belastung in der Luft bis hin zu Strahlung durch die ganzen Mobilfunkmasten.
    Klar steckt das nicht einfach so ein komplexes System wie du es so schön geschildert hast, weg.
    Ich für mich glaube - aber weiß es natürlich nicht - dass sich die körpereigenen Abwehrkräfte wahrscheinlich schon gegen die eigenen Zellen richtien, aber eben gegen die, die von einem Virus befallen sind.
    Viren schleusen sich in Zellen, treiben da ihren Humbug, verändern DNA ect und die Abwehrkräfte wollen diese natrlich vernichten.
    Laut dem Buchautor von "Mediale Medizin" resultieren die meisten Krankheiten vom "Epstein Barr Virus" - das 98% der Menschen in uns trägt.
    Man kann spekulieren, ob das stimmt, im moment kann ich mir kein Bild von machen, aber ich werde es weiterhin mal lesen, das Buch.... :denk:
    Dennoch glaube ich , dass im weitesten Sinne schon immer eine labilere Psyche oder tiefsitzende seelische Belastungen eine Rolle spielen, die man oft gar nicht wahrnimmt - welche Menschen ziehen denn die krankheiten an, und welche nicht....
    Aber man sollte es nicht so wörtlich nehmen, dass man sich selbst nicht liebt, und so weiter, so was sollte nicht überbewertet werden.

    Einmal editiert, zuletzt von Jenny-Joy ()

  • Also offen gesagt, finde ich es arg vereinfacht zu sagen, der Körper "tut sich selbst was an".


    Daraus wird auch häufig eine sehr schauerliche Annahme abgeleitet, nämlich der Patient sei selbst schuld an seiner Krankheit, weil er sich selber nicht lieben würde und all sowas. Ist hier nicht passiert, aber ich muss trotzdem mal sagen, dass ich das wirklich furchtbar finde.

    Und wie oft ist es tatsächlich so, dass der Mensch weder auf sein Bauchgefühl hört noch auf sein Herz? Ganzheitliche Betrachtung ist sicher nicht verkehrt, aber auch nicht immer korekt, auch wenn der Körper ein komplexes Konstrukt ist. Es findet sich häufig eine seelische Ursache, wenn ernsthaft nach solchen gesucht wird. Nicht wörtlich nehmen ist auch korrekt, aber in sich selbst hören, was das Unterbewusstsein zu sagen hat.

  • Autoimmun ist ein hochspannendes Thema und weil es an Aktualität nichts eingebüßt hat, erlaube ich mir mal, diesen Thread wiederzubeleben. :)


    Bei chronischen Erkrankungen teste ich gerne (kinesiologisch) betroffene Strukturen auf autoimmun. Als ich damit anfing, war ich sehr überrascht, was alles auf autoimmun positiv testet.


    Zwei Aussagen haben meinem Verständnis zu diesem besonderen Thema entscheidend weitergeholfen.


    Die Erste war, daß evolutionstechnisch gesehen, unser Körper alles Biologische, das von Außen in ihn eindringt, als Feind deklariert.

    Für die normalen Körperöffnungen hat er da hochspezialisierte Abwehrmechanismen (zB. die Salzsäure im Magen). Wunden heilt er auch ganz wunderbar. Nun gibt es aber mittlerweile Operationen, bei denen eigenes Gewebe dem Körper entnommen wird und wieder an anderer Stelle in den Körper eingepflanzt wird. So wird eigenes Gewebe zum Feind. Im ersten Moment sehen wir, daß eigenes Gewebe super angenommen wird und die OP ist erfolgreich. Aber der Körper ist irritiert. Da ist ein Feind, gegen den er vorgehen sollte, aber irgendwie auch nicht. So entsteht schleichend eine Art Autoimmunerkrankung gegen eigenes, ganz spezielles Gewebe. Wehe dem, es ist zu einem späteren Zeitpunkt an einer anderen Stelle im Körper mal gereizt aus irgendeinem Grund, zB. Überlastung. Dann kommt es zu überschießenden Heilungsprozessen, deren Ursache die Schulmedizin bis jetzt noch nicht wirklich erfaßt hat.


    Die Zweite besagte, daß Borrelien Gewebe mit Glukosamin bevorzugen und sich gerne dorthin zurückziehen, besonders in Bindegewebsstrukturen von Gelenken und/oder Nerven. Wenn also unser Abwehrsystem versucht, an die Borrelien dran zu kommen, um sie zu vernichten, dann muß es dafür gegen die eigenen Bindegewebsstrukturen vorgehen. Das ist auch ein heftiger Konflikt für unsere interne 'Polizei'.

    EBV kann man bestimmt in diese 'Schublade' mit reinnehmen. Nur fühlt dieses Virus sich in hormonbildenen Zellen wohler und sorgt hier für Tumulte mit der Polizei.


    Ansonsten gehe ich auch davon aus, daß es mehr Ursachen für Autoimmun gibt, als wir uns derzeit vorstellen können und zwar auf allen Ebenen unseren Seins.


    Liebe Grüße, Czerion :<3: