Die Dimension der Zeit

  • Liebe Laura_Maelle

    Es gibt viele alte Volkssagen zu diesem Thema, z. B. die Sennenpuppensage, wo Verschwendung als etwas sehr Frevelhaftes eingestuft wird.

    es scheint verschiedene Sennenpuppen Sagen zu geben hier, in diesem Forum werden einige verlinkt.

    Die Beschreibung in dem Forum, liest sich anders, als eine Verschwendungsstory.

    Zur Zeit - Dimension fallen mir die Feen-Sagen ein, die den Jüngling zögerlich in ihr Reich mitnehmen,

    und wenn er wieder Heim kehrt, sind mehr Jahre vergangen, als er im Feen-Reich wähnte zu erleben.


    Fast so wie heute die technischen Geräte,

    Du schaust einmal hinein und hast Du nicht gesehen, sind Stunden vergangen.=)
    Besonders, wenn etwas nicht so funktioniert, wie wir es gewohnt sind ^^


    Liebe Grüße
    Kerstin

  • Liebe Kerstin


    Die alten Volkssagen bieten da wirklich lehrhafte Deutungsmöglichkeiten an, zur ZEIT (siehe auch die Zauberberg-Sagen), aber auch zum Thema Verschwendung. In der Sennenpuppensage sind es natürlich keine Uhren, sondern Nahrungsmittel und Getränke, die an die Sennenpuppe verschwendet werden, womit dann auch ihr Nahrungsvorrat aufgebraucht wird und für die nächsten Sennen oder die Dorfgemeinschaft nicht mehr zur Verfügung steht. Damals war das wirklich ein schweres Vergehen, was man heutzutage vielleicht nicht mehr nachvollziehen kann. Deshalb wird die Sennenpuppensage heute umgedeutet.


    Ich las früher ein Fachbuch dazu von Gotthilf Isler, der hat alle Gruppen von Sennenpuppensagen auseinandergenommen, der entscheidende Fehler der Sennen war vor allem die Nahrungsmittelverschwendung angesichts der armen Verhältnisse damals. Also meine Eltern dachten auch so, sie hatten 7 Kinder zu versorgen. Ich musste immer alles auf dem Teller aufessen, und wenn ich stundenlang am Tisch saß und es nicht runterbrachte. Tja, hab ich nie vergessen. Ich hasse Gemüse. ^^

  • Hihi , liebe Laura_Maelle,^^


    off topic Anfang:

    sich mit Märchen und Sagen zu beschäftigen, bedarf eines Perspektivwechsels.

    Als mein Sohn vor 22 Jahren in den Waldorfkindergarten kam, war die Märchenkunde ein Teil der Elternarbeit.


    Es war interessant, wer, was aus dem Märchen las, meist spielten die Erfahrung des Menschen eine gravierende Rolle.

    Aber vielleicht sollten wir das, in einem anderen Thema, dass sich nur um Märchen und die heutige Sicht darauf dreht, besprechen.

    off topic Ende


    Liebe Grüße
    Kerstin

  • Aber vielleicht sollten wir das, in einem anderen Thema, dass sich nur um Märchen und die heutige Sicht darauf dreht, besprechen.

    Nur wenn es darin um die ZEIT geht, fände ich es lohnend, denn derzeit ist die ZEIT das Thema, das mich wirklich beschäftigt. Und wenn es darin um ZEIT geht (wie zum Beispiel bei den Zauberberg-Sagen), wäre es ja hier noch nicht OT. :crazy:

  • Hallo,


    noch ein kleiner Nachsatz aus der Lebens-Praxis.


    Manche Menschen antworten auf Fragen - "ich habe (dafür) keine Zeit". Moment, habe ich gedacht, jeder Mensch auf diesem Planeten hat doch 24 Stunden am Tag zur Verfügung. Wieso fehlt ihm Zeit? Wurde sie weggenommen? Und wenn ja, von wem?


    Das ist die Abteilung Oberflächen-Sprache. Wer wagt es schon offen zu antworten: "Für dich und dein Thema will ich im Moment keine Lebenszeit investieren". Schon werden aus 1000 "Freunden" im Netz Minus 12.


    Gruß von Roland

  • Hallo Roland


    Wenn ich es so direkt sagen würde, käme das Drama und dann hätte ich wirklich Zeit verschwendet, die ich für mich selbst brauche. Ich hatte nie 1000 Freunde. 12 sind doch auch schon viel.


    Ich würde mal davon ausgehen, dass jeder weiß, dass "Ich habe keine Zeit" nicht wörtlich zu verstehen ist, sondern im übertragenen Sinne. Ich erlebe es eigentlich nur bei Leuten mit Aspergersyndrom, dass sie alles wörtlich interpretieren. Aber ich nehme an, Du hinterfragst das gerade auf philosophische Weise, oder? So wie mit dem Auseinandernehmen des Weckers?

  • Wer wagt es schon offen zu antworten: "Für dich und dein Thema will ich im Moment keine Lebenszeit investieren".


    Man könnte stattdessen einfach erzählen, was einem zur Zeit gerade wichtig ist. Mittlerweile habe ich keine Hemmungen mehr zu sagen, daß ich zB. etwas Ruhe und Terminfreiheit für mich brauche. Dadurch habe ich noch keinen einzigen Freund/keine einzige Freundin verloren. Es ist eine ehrliche Sache, Zeit miteinander zu verbringen, wenn es für beide Seiten stimmig ist und nicht, weil Glaubenssätze es für erforderlich halten.

  • Hallo,


    Glaubenssätze, welch Stichwort.


    Jeder von uns bekam Glaubenssätze mit auf den Weg. Meist von den Erziehungsberechtigten, Kindergartenleitern, Lehrern. Die Glaubenssätze programmierten sich ins Unterbewusstsein ein und spielten eine wichtige Rolle im Denken und Handeln. Bewusst die Vergangenheitsform, gehe ich zum Schluss drauf ein.


    Ich möchte es in einem Beispiel verdeutlichen.


    Ein Junge im Alter von 6 Jahren kommt im Beisein seiner Mutter auf die Idee, eine Nachbarschaftsmauer in etwa 1 Meter Höhe raufzusteigen. Um dort ein Stück zu balancieren.


    Variante 1. "Kind, pass bloß auf, du fällst sonst runter". Die Angst der Mutter wird übertragen auf das Kind. Das Kind merkt sich das unbewusst und wird sich im schlimmsten Fall nie trauen in seinem Leben, höher als auf dem Erdboden bleiben zu wollen.


    Variante 2: "Peter, klasse, du traust dich. Achte auf deine Balance, konzentrier dich, dann schaffts du das".


    Beide Varianten prägen sich unbewusst ein und gestalten die Zukunft maßgeblich mit. Es ist genau genommen eine Programmierung. Sich zu deprogrammieren geht, es ist allerdings im Kopf eine Reise in die eigene Vergangenheit. Die verändert werden kann.


    Gruß von Roland