Was müssen Schamane können?

  • Hallo,


    ich habe mich mit diesem Thema jahrelang beschäftigt.


    Ein außergewöhnliches Wissen? Ja. Gott? Gibt es nicht. Manitu und Allah auch nicht.


    Ich bin zu der Schlussfolgerung gekommen, dass manche Menschen ein hohes Einfühlungsvermögen haben. Die zukünftige Entwicklung auf der Erde erkennen können. Zusammenhänge zwischen Bewusstsein und Unterbewusstsein verstehen.


    Und es gibt Menschen, die kommen aus der (vergangenen) Zukunft. Außerhalb von der Erde.


    Wer ist dann ein Schamane?


    Gruß von Roland

  • Wer ist dann ein Schamane?


    Da kommt mir jetzt erstmal die Frage: Was genau ist ein Schamane? :lupe:

    Und das meine ich wirklich ernst, denn mich irritiert, wer sich alles Schamane nennt.

    Wer oder was berechtigt einen, diesen Titel zu tragen?


    Danke für Deine Frage. :top2:

  • Schamanen sind Heiler in einem Stammesgefüge (jeweils ihrer Kultur), welche die Funktion und Bürde haben neben ihren "alltäglichen" Arbeiten auch Heilungen zu vollbringen.

    Sie sind dabei Vermittler zur geistigen Welt, die durch ihr Wissen und Fähigkeiten diese Aufgabe erfüllen.


    Da ich hier (im europäischen Raum) keine Stammesgefüge kenne halte ich es auch für fragwürdig warum sich viele so (be-)nennen.



    Buchempfehlung: z.B. von Holger Kalweit -

    "Die Welt der Schamanen"

    Das gibt es frei als PDF im Internetz

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    ...allzeit gute Reise... :flieg:

  • Hallo Roland,


    der Neo-Schamanismus der westlichen Kultur hat wenig mit den ursprünglichen traditionellen und regional variierenden Formen in den unterschiedlichsten autochthonen/indigenen Gesellschaften zu tun. Es gibt zwar auf allen Kontinenten verbindende Elemente (z. B. Initiationsrituale), die aber regional sehr unterschiedlich sein können. Außerdem gibt es kaum noch indigene Völker, die noch nicht von der westlichen Zivilisation in irgendeiner Weise beeinflusst sind, was sich auch auf deren Traditionen niederschlägt.


    Der Neo-Schamanismus bei uns fällt in den Bereich des geistigen Heilens, in den unterschiedliche spirituelle Traditionen mit abendländischer Weltsicht vermischt sind. An dieser Prägung kommt keiner vorbei, der hier aufgewachsen ist. Wir denken linear und fühlen nicht mehr zyklisch, wir bringen unsere rationalen Erkenntnisse mit ein, ob wir wollen oder nicht (auch wenn der Schamanismus durchaus als pragmatisch anzusehen ist) und empfinden uns nicht mehr als Teil der Natur, sondern als "objektive Beobachter" (obwohl das eine Illusion ist ;)).


    Mir persönlich ist der Schamanismus (sowohl der traditionelle als auch der moderne westliche) zu sehr auf die Person ausgerichtet, die ihn praktiziert, die mit Geistern spricht, dies und jenes zurück holt und da gehört auch etwas "rasseln" zum Geschäft. Das ist für den Klienten nicht unbedingt der Weg in die Autonomie, sondern manchmal eher in die Abhängigkeit.


    Ich hatte mich in den 80ern während des Ethnologiestudiums ausgiebig und fasziniert mit diesem Thema beschäftigt und denke inzwischen, dass der Schamanismus in manchen Gegenden der Welt noch seine volle Berechtigung und auch "Heil-igkeit" hat, dass aber bei uns, gerade weil wir uns so sehr von der Natur entfernt haben und die Folgen so unübersehbar katastrophal sind, neue Wege entstehen, die Heilung völlig neu definieren werden.


    Liebe Grüße

    Erdherz :<3:

    Ich weiß, dass ich alles mal gewusst habe, es aber leider wieder vergessen habe :crazy:

  • Um es mit Joan Halifax zu sagen:

    "Die Schaman*innen sind Heiler, Seher und Visionäre, die den Tod bezwungen haben. Sie stehen mit der Welt der Götter und Geister in Verbindung. Sie können ihren Körper zurücklassen, um in außerirdische Bereiche zu reisen.

    Sie sind Dichter und Sänger, sie tanzen und schaffen Kunstwerke. Sie nicht nur geistliche Führer, sondern auch Richter und Politiker, Hort des geschichtlichen Wissens ihrer Kultur, des heiligen wie des weltlichen. Sie sind mit der kosmischen wie der irdischen Geographie gleichermaßen vertraut; Eigenarten der Pflanzen, der Tiere und der Elemente sind ihnen bekannt. Sie sind Psychologen, Unterhalter, und sie spüren Nahrungsmittel auf.

    Vor allem jedoch sind die Schaman*innen Techniker des Heiligen und Meister der Ekstase."

    Die andere Wirklichkeit der Schamanen v. Joan Halifax


    (Klar ist, dass nicht jeder, der einen der hier aufgezählten Berufe ausübt im Umkehrschluß Schamanin ist. Schreibs dennoch zur Sicherheit, weils schon Leute gab, die das dann dachten.)


    Ja, und auch im Bereich der "westlichen Zivilisation", also bei uns, gibts welche. Auch wenn 99% derjenigen, die sich so nennen oder behaupten, schamanisch zu arbeiten, es nicht sind. Damit muß man sich abfinden.

    Den Geistern, die schlußendlich bestimmen, ob wer Schamanin ist, ist es völlig egal, ob du in einem Stamm lebst oder in einer Großstadt mit unleidlichen Nachbar*innen.

    Und da auch nicht alle heilerisch tätig sind - Schamanismus umfasst soviel mehr, als in der Esoterik verbreitet wird - finden sich schon Möglichkeiten, das auszuleben.


    :winke: Lucia




    ***
    Pretty words are not always true; true words are not always pretty.


    ***

    There is no glory in prevention


    ***

  • Danke für Deinen Beitrag, Lucia! :]


    Vielleicht ist der Punkt dass es einen Unterschied macht ob ein Mensch "schamanisch praktiziert" oder "Schamane ist" (und damit das verkörpert was Du von Joan Halifax zitiert hast).



    Lieben Gruß


    Daniel

    :twr: Das Buch des Lebens ist das Leben selbst :twl:


    ...allzeit gute Reise... :flieg:

  • Hallo,


    wenn ich zwei Erlebnisse einbringen darf.


    In meinen Kopf darf nur jemand, dem ich die Erlaubnis dafür gebe. Ich habe es herausgefunden, wie das geht, andere (noch) nicht.


    Viele Menschen haben schlichtweg Angst davor, dass sie manipuliert werden könnten, wenn da jemand in ihren Kopf kommt. Therapoit, Geist-Heiler, Botschafter des Wissens und wie sie sich nennen. Die Einschalt-Quote in diesem Forum erklärt es, Facebook, Twitter, Tik-Tok und Co. sind leichter. Hier muss man auch noch Denken, Rekapitulieren, die Sinne beisammen haben.


    1997 bekam ich die Aufgabenstellung, Hypnotherapie zu verstehen und das Ergebnis vorzutragen. Ich las Gesprächs-Mitschnitte von Milton Erikson, dem "Erfinder", Fünfziger, Sechziger, USA. Dieser Mann war kein Heiler, kein Schamane. Er war schlichtweg klug, ausgestattet mit einem hohen Einfühlungs-Vermögen in andere Menschen. So konnte er Menschen zu Lösungen "lenken".


    Ich stellte mir anschließend die Frage, ob ich solch eine Ausbildung zum Hypno-Therapeuten absolvieren sollte. Ich lehnte es innerlich ab. Menschen zu lenken, zu führen, ohne dass sie verstehen, was passiert, widerstrebte mir.


    Mich fragte mal ein Mensch 1996, ob er mit NLP-Kenntnissen mehr Autos verkaufen kann. Meine Antwort war: "Du hast die Neurolinguistische Programmierung nicht verstanden".


    Gruß von Roland

  • Ich stellte mir anschließend die Frage, ob ich solch eine Ausbildung zum Hypno-Therapeuten absolvieren sollte. Ich lehnte es innerlich ab. Menschen zu lenken, zu führen, ohne dass sie verstehen, was passiert, widerstrebte mir.

    :top2:


    ...die Absicht und Motivation (dahinter bzw. darin) macht es halt aus...

    :twr: Das Buch des Lebens ist das Leben selbst :twl:


    ...allzeit gute Reise... :flieg: